Baden-Baden, Festspielhaus, Jonas Kaufmann – Das Lied von der Erde, IOCO Aktuell, 10.01.2019

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Festspielhaus Baden – Baden

Festspielhaus Baden-Baden © Festspielhaus Baden-Baden

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Jonas Kaufmann  –  Das Lied von der Erde

Für sein Konzert in Festspielhaus Baden-Baden hat Jonas Kaufmann ein Werk ausgesucht, dass ihn schon sehr lange begleitet: Am 20. Januar 2019, 19 Uhr, wird er im Festspielhaus Gustav Mahlers sinfonischen Zyklus Das Lied von der Erde singen. Das Besondere: Jonas Kaufmann singt nicht nur die Tenorstimme, sondern übernimmt auch die Bariton-Partie.

Gustav Mahler Grabmal © IOCO

Gustav Mahler Grabmal © IOCO

An seine erste Begegnung mit Gustav Mahlers Lied von der Erde kann sich Jonas Kaufmann noch genau erinnern: „Es war die Klemperer-Aufnahme mit Fritz Wunderlich und Christa Ludwig, und ich war derart hingerissen von dem Stück, dass ich mir sofort die Noten besorgt und versucht habe, den Tenorpart zu singen.“ Gerade einmal 20 Jahre alt war er da, und dem Stück einfach noch nicht gewachsen. „Mit Wunderlichs grandioser Wiedergabe im Ohr habe ich mich mit Innbrunst in dieses ‚Trinklied vom Jammer der Erde‘ gestürzt – und war nach der ersten Seite stockheiser. Das ist nun wirklich nichts für Anfänger!“ Jahre habe es gedauert bis er sich der schwierigen Tenor-Partie gewachsen fühlte. Denn in dem vielfarbig schillernden Stück werden die Sänger mit einem Orchestersatz konfrontiert, der ihnen neben ausgefeilter Gesangstechnik auch die letzten Reserven abverlangt. „Aber wenn man’s kann“, so der gebürtige Münchner, „ist es jedes Mal die reinste Ekstase.“

Jonas Kaufmann © Gregor Hohenberg - Sony Classical

Jonas Kaufmann © Gregor Hohenberg – Sony Classical

Begleitet von dem Sinfonieorchester Basel und unter der musikalischen Leitung von Jochen Rieder wird Jonas Kaufmann nun mit Mahlers Lied von der Erde in Baden-Baden erwartet, wobei der Sänger in der „Symphonie für Tenor- und eine Alt- oder Baryton-Stimme“ (Mahler) beide Partien übernehmen wird. „Bei Aufführungen habe ich mich oft gefragt, warum man für diese sechs Lieder eigentlich zwei Sänger braucht. Natürlich gibt es in den Stücken sehr starke Kontraste und auch deutliche Unterschiede in der Stimmlage; trotzdem habe ich gedacht, dass es doch reizvoll wäre, bei allen Unterschieden auch den großen Bogen vom Anfang bis zum Ende zu spannen. Außerdem liebe ich die tieferen Lieder so sehr, dass ich bei Aufführungen oft sehr eifersüchtig den Bariton- und Mezzo-Kollegen gelauscht habe, vor allem mit Blick auf das letzte Lied, den ‚Abschied‘.Kaufmann, der über ein ausgeprägt baritonales Timbre verfügt (und der auch schon für einen erkrankten Kollegen die Basspartie des Komturs im Finale von Mozarts ‚Don Giovanni‘ gesungen hat), bereitet die tiefere Lage keine Probleme: „Wenn ich daran denke, dass Renata Scotto meine Stimme mit einem Cello verglichen hat, dann werden mir meine Mezzo- und Bariton-Kollegen hoffentlich verzeihen, dass ich in ihr Revier eingedrungen bin.“

[ Von Jonas Kaufmann wurden verschiedene Aufnahmen bei der Sony Classical veröffentlicht ]

Vor Mahlers Weltabschiedswerk, das nach dem katastrophenartigen Höhepunkt des letzten Satzes mit offenem Ende in der Unendlichkeit zu verhallen scheint, hat Jochen Rieder, der Dirigent des Abends im Festspielhaus, Luciano Berios „Rendering“ gestellt, eine Rekomposition von Franz Schuberts letztem Sinfonieentwurf. Luciano Berio beschrieb sein Werk nicht als „Vollendung oder Rekonstruktion“, sondern als eine „Restaurierung“, die mit ihrer „Auffrischung der alten Farben“ den „Richtlinien einer modernen Freskorestaurierung“ folge: „Die Skizzen sind durch ein sich ständig wandelndes musikalisches Gewebe verbunden, immer ‚pianissimo‘ und ‚fern‘, untermischt mit Anklängen an das Spätwerk Schuberts […] und durchsetzt mit polyphonen Passagen aus Fragmenten derselben Skizzen. Dieser musikalische ‚Zement‘ bildet den fehlenden Zusammenhang und füllt die Lücken zwischen den einzelnen Entwürfen.“

Sinfonieorchester Basel © Matthias Willi

Sinfonieorchester Basel © Matthias Willi

Der Tenor Jonas Kaufmann gilt als einer der berühmtesten Tenöre unserer Zeit. Nach dem Gesangsstudium in seiner Heimatstadt München und ersten Engagements ging er 2001 an die Oper Zürich. Von dort aus begann seine internationale Karriere, mit Auftritten bei den Salzburger Festspielen, an der Pariser Oper, in Covent Garden, an der Mailänder Scala und an der Metropolitan Opera New York. Sein Debüt im Festspielhaus Baden-Baden gab er 2009 in Strauss’ Rosenkavalier unter der Leitung von Christian Thielemann. Auch mit Mahler war er schon im Festspielhaus zu erleben: 2012 mit den Kindertotenliedern und 2014 mit einem Mahler-Liederabend.

Der Dirigent Jochen Rieder, den seine klassische Laufbahn als Kapellmeister von Karlsruhe über Bremen ans Opernhaus Zürich führte, verbindet mit Jonas Kaufmann eine lange musikalische Zusammenarbeit. Gemeinsam traten sie weltweit in renommierten Häusern auf und in ihrer Zusammenarbeit entstanden mehrere erfolgreiche CD- und DVD-Produktionen.

Das Sinfonieorchester Basel ist eines der ältesten und zugleich innovativsten Orchester der Schweiz und genießt eine starke überregionale und internationale Ausstrahlung. In eigenen Konzertreihen, im Theater Basel sowie bei Gastspielen im In- und Ausland beweist es immer wieder aufs Neue seine hohe Klangkultur. Chefdirigent ist seit der Konzertsaison 2016/17 der Brite Ivor Bolton. Im Festspielhaus Baden-Baden war das Sinfonieorchester Basel zuletzt im November 2017 im Konzert mit Daniel Hope zu Gast.

—| Pressemeldung Festspielhaus Baden-Baden |—

Baden-Baden, Festspielhaus, Die vier Jahreszeiten – Ballett, IOCO Aktuell, 16.12.2018

Dezember 16, 2018 by  
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 Mariinsky Ballett in Baden-Baden –  Die vier Jahreszeiten

26. Dezember 2018

Mit einem ungewöhnlichen Programm aus moderner Ballettklassik überrascht das Mariinsky-Ballett am zweiten Weihnachtsfeiertag: auf dem Programm steht Die vier Jahreszeiten, ein Ballett auf die von Max Richter verdichtete Musik Antonio Vivaldis. Die beiden Vorstellungen der vier Jahreszeiten am 26. Dezember 2018, 14 und 19 Uhr, richten sich mit ihrer klaren Struktur, den schönen Bildern und der bekannten Musik auch an Balletteinsteiger, Erstbesucher oder Jugendliche.

Anton Pimonov und Ilya Zhivoi sind zwei der jungen Choreographen, die in der St. Petersburger Kompanie kontinuierlich gefördert werden; beide gingen aus den „Junge Choreographen“-Workshops hervor, die dort alljährlich dazu beitragen sollen, kreative Kräfte in den eigenen Reihen zu entdecken.

Festspielhaus Baden-Baden / Die vier Jahreszeiten - Ballett von Natasha Razina © State Academic Mariinsky Theatre

Festspielhaus Baden-Baden / Die vier Jahreszeiten – Ballett von Natasha Razina © State Academic Mariinsky Theatre

Der junge Choreograph Ilya Zhivoi, ein geborener St. Petersburger und Halbsolist beim Mariinsky-Ballett, wählte Max Richters Bearbeitung von Antonio Vivaldis Die vier Jahreszeiten, eine „Rekomposition“ der vier ikonischen, weltbekannten Violinkonzerte des Meisters der Barockmusik. Richter, in Hameln geboren und in England aufgewachsen, gilt inzwischen als Kult-Komponist des modernen Crossover zwischen Klassik, Elektronik und Minimal Music. Er schuf 2012 mit „Recomposed by Max Richter: Vivaldi – The Four Seasons einen echten Tophit, der damals nicht nur zeitweilig zwischen Lady Gaga und Adele die Hitparade bei iTunes anführte, sondern seitdem auch bei internationalen Choreographen höchst begehrt ist. Die Bearbeitung spielt mit dem Tempo von Vivaldis Musik, legt manchmal subtile elektronische Klänge oder Loops der Minimal Music unter die bekannten Melodien, verbindet sozusagen analog mit digital. Vivaldis Original bleibt dabei aber immer erkennbar.

Ganz bewusst greift Ilya Zhivois Ballett die Struktur und Thematik der vier Konzerte auf, die ein frühes Beispiel für Programmmusik sind. Der Choreograph zeigt nicht nur die wechselnden Jahreszeiten, etwa mit grünen Hecken, einer lauen Sommernacht, Herbstfarben oder Eisbergen, sondern auch den Zyklus des Lebens und den Lebensweg eines Paares: das Erwachen der Liebe, den ersten Streit und das daraus erwachsende Vertrauen, die Hochzeit und den Lebensabend. Die Beziehung entwickelt sich in vier großen Pas de deux, die jeweils zum langsamen Mittelsatz eines Konzertes getanzt werden. Begleitet wird das zentrale Paar von vier weiteren Paaren, die zu Gefährten und Freunden oder auch zu choreographischen Spiegelbildern und Vervielfachungen der beiden Hauptpersonen werden. Zhivois choreographische Sprache ist klassisch, getanzt wird auf Spitze, aber nicht in den kompliziert-erhabenen Tricks und Verästelungen des rein akademischen Vokabulars, sondern in einem freieren, schwungvollen, der Neoklassik angenäherten Stil.

Antonio Vivaldi - Denkmal in Wien © IOCO

Antonio Vivaldi – hier sein Denkmal in Wien © IOCO

Vor den Vier Jahreszeiten steht Anton Pimonovs kurzes Ballett The cat on the tree, das trotz des fröhlichen Titels abstrakt ausfällt. Der Titel bezieht sich auf einen Song von Nico Muhly und Teitur Lassen. Der moderne amerikanische Komponist und der Sänger/Songwriter von den Faröer Inseln vertonten vor zehn Jahren die Kommentare, die Menschen unter Youtube-Filmen hinterlassen haben – dabei entstanden poetische oder auch skurrile Songs über alltägliche Situationen. Choreograph Anton Pimonov, der ebenfalls Tänzer beim Mariinsky war und heute als stellvertretender Ballettdirektor das Theater in Jekaterinburg leitet, wählte einige von ihnen aus und schuf in hellen Grautönen ein Stück für drei Paare. Dessen lichtblitzende Optik erinnert zwar an William Forsythes Dekonstruktionen, der Bewegungsduktus aber bleibt doch stärker beim klassischen Ballett und mischt es mit punktuellen modernen Anreicherungen auf. Auch hier werden innige Pas de deux getanzt, aber die Beziehungen sind, genau wie die Ästhetik, moderner. Das Programm bietet also gleichzeitig einen leicht zugänglichen Einstieg ins klassisch-moderne Ballett und einen Einblick in die Entwicklung der zeitgenössischen Ballettchoreographie Russlands.

Das Mariinsky Ballett zählt neben dem Bolschoi Ballett zum Besten, was der klassische russische Tanz zu bieten hat. Unter dem Namen Kirov entwickelte sich das einst kaiserliche Ballett St. Petersburgs zum kulturellen Exportartikel Nummer Eins der Sowjetunion. Tanz-Stars wie Rudolf Nurejew, Natalia Makarowa und Mikhail Baryshnikov gelangten durch die Compagnie zu Weltruhm und setzten ihre Karrieren dann als Stars in den USA und Westeuropa fort

—| IOCO Aktuell Festspielhaus Baden-Baden |—

Baden-Baden, Festspielhaus, Michael Drautz verlässt Festspielhaus, IOCO Aktuell, 01.12.2018

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Festspielhaus Baden-Baden © Festspielhaus Baden-Baden

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 Michael Drautz verlässt Festspielhaus Baden-Baden

Das Festspielhaus Baden-Baden steht vor einer personellen Zäsur: Nach Intendant Andreas Mölich-Zebhauser, der im Juni 2019 in den Ruhestand gehen wird, verlässt auch Geschäftsführer Michael Drautz 2019 das Festspielhaus.

Michael Drautz © Festspielhaus Baden-Baden

Michael Drautz © Festspielhaus Baden-Baden

Michael Drautz (48), langjähriger Geschäftsführer des Festspielhauses Baden-Baden, wird seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern und das Haus zum 30. September 2019 verlassen. Dies hat Prof. Dr. Ernst-Moritz Lipp, Vorstandsvorsitzender der Kulturstiftung Festspielhaus Baden-Baden, im Anschluss an die Sitzung des Stiftungsrates vom 24. November 2018 bekanntgegeben. Drautz ist seit 1998 für das Management des größten deutschen Opern- und Konzerthauses verantwortlich. In dieser Zeit hat es sich zu einer der besten Adressen für Musik und Tanz weltweit entwickelt.

 Sommerfespiele Baden-Baden: 6. – 14.7.2019:  Hope, Netrebko, Domingo

Vor 20 Jahren, 1998, hatte Michael Drautz gemeinsam mit Intendant Andreas Mölich-Zebhauser ein Haus übernommen, das tief in der Krise steckte. Das Konzept des privat finanzierten Festspielhauses drohte zu scheitern. Erst die Gründung einer Stiftung, für die sich aktuell mehr als 1.800 Förderer und 30 Stifter engagieren, legte den Grundstein für die Erfolgsgeschichte. Dank visionärer Strategien im Kulturmanagement ist das Festspielhaus Baden-Baden heute die einzige Kulturinstitution dieser Größenordnung, die ausschließlich von privaten Spenden getragen wird und für ihren Spielbetrieb ohne Subventionen auskommt. Die Immobilie wird von der Stadt Baden-Baden bereitgestellt. Das vielseitige und stets hochklassige Programm mit Künstlern und Ensembles aus aller Welt lockt ein internationales Publikum.

„Michael Drautz kann sich unserer größten Wertschätzung gewiss sein“, sagt der Stiftungsvorsitzende Ernst-Moritz Lipp. „Die harmonische Zusammenarbeit mit dem scheidenden wie auch dem neuen Intendanten hatte uns ermutigt, auch die nächsten fünf Jahre gemeinsam weiterzugehen. Aber wir respektieren und verstehen seine persönlichen Ziele und danken ihm herzlich für sein großes Engagement über den ungewöhnlich langen Zeitraum.“

Für Drautz sind es ausschließlich persönliche Beweggründe, sich neuen Aufgaben zuzuwenden: „Mit 48 möchte ich mich gerne nochmals einer neuen Herausforderung stellen. Mein Entschluss, keinen weiteren 5-Jahres-Vertrag anzunehmen, fiel schon vor längerer Zeit, und ich habe die Stiftung frühzeitig informiert. Gerne hätte ich auch mit dem neuen Intendanten Benedikt Stampa länger zusammengearbeitet – dann wäre allerdings ein Wechsel für mich zeitlich zu spät geworden. Unserem Publikum, den vielen Förderern und insbesondere den Stiftern bin ich sehr dankbar für die große Unterstützung bei der Entwicklung des Festspielhauses.“

Das Festspielhaus Baden-Baden wurde im April 1998 eröffnet. 95 Mitarbeiter in Vollzeit und 300 Mitarbeiter in Teilzeit erwirtschaften einen Jahresumsatz von 30 Millionen Euro. Jährlich besuchen 160.000 Besucher die rund 140 Veranstaltungen mit Oper, Konzert, Ballett und Entertainment. Jahreshöhepunkt sind die Osterfestspiele mit den Berliner Philharmonikern. Die Stadt Baden-Baden entwickelte sich in den letzten 20 Jahren von einer Kurstadt zu einer Kulturstadt. Durch das Festspielhaus werden jährlich 50 Millionen Euro Kaufkraftzufluss für die Stadt generiert.

—| Pressemeldung Festspielhaus Baden-Baden |—

Baden-Baden, Festspielhaus, Sommerfestspiele – Hope, Domingo, Netrebko, 06. – 14.07.2019

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Festspielhaus Baden-Baden © Festspielhaus Baden-Baden

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Sommerfestspiele 6. bis 14. Juli 2019

Plácido Domingo, Daniel Hope, Anna Netrebko

Festspielhaus-Intendant Andreas Mölich-Zebhauser veröffentlicht seinen letzten Programmbaustein für Baden-Baden / Vorverkauf beginnt am 29.10. um 9.30 Uhr.

Plácido Domingo, Anna Netrebko und Valery Gergiev sind die Stars der Baden-Badener Sommerfestspiele vom 6. bis 14 Juli 2019. Festspielhaus-Intendant Andreas Mölich-Zebhauser lüftete heute (26. Oktober 2018) das Geheimnis um das Baden-Badener Saisonfinale. Nach weit über 2000 Veranstaltungen und 21 Jahren Amtszeit verabschiedet sich der Baden-Badener Festspielhaus-Intendant Andreas Mölich-Zebhauser im Juli 2019 vom Publikum, dem er regelmäßig die bedeutensten Künstlerinnen und Künstler der Musikwelt präsentiert hatte.

Im Mittelpunkt der Sommerfestspiele 2019 steht eine Aufführung der Verdi-Oper Simon Boccanegra. In der Titelrolle wird Plácido Domingo zu erleben sein. Valery Gergiev leitet die Aufführung des Mariinsky Theaters in Baden-Baden. Am Schlusspunkt der Ära Mölich-Zebhauser unterstreicht der Intendant noch einmal seine Freundschaft zum St. Petersburger Opernhaus und dessen Chef Valery Gergiev.

Festspielhaus Baden-Baden / Plácido Domingo © Pedro Walker

Festspielhaus Baden-Baden / Plácido Domingo © Pedro Walker

„Ich freue mich, dass Maestro Gergiev in zwei Konzerten noch einmal die ganze Bandbreite unserer Zusammenarbeit präsentieren wird.“ Auf dem Programm der Konzerte am 6. und 7. Juli 2018 stehen unter anderem „Siegfrieds Trauermarsch“ und „Brünnhildes Schlussgesang“ aus Wagners „Götterdämmerung“. Der erste „russische Ring“ seit vielen Jahrzehnten stellte 2003 einen Höhepunkt in der Zusammenarbeit zwischen dem größten deutschen Opernhaus und dem Traditions-Haus an der Newa dar. Zu hören sein wird auch Tschaikowskys „Pathetique“ und ein Klavierkonzert, dargeboten vom Sieger des Tschaikowsky-Klavierwettbewerbs 2019, mit dem eine Tür in die musikalische Zukunft aufgestoßen wird.

Solist im zweiten Sinfoniekonzert der Sommerfestspiele 2019 ist der Geiger Daniel Hope. Er präsentiert das zweite Violinkonzert von Sergej Prokofjew.

Nach der Pause erklingt Dmitri Schostakowitschs mächtige „Leningrader“ Sinfonie. „Die Aufführung dieser Sinfonie ist mir gerade in diesen Zeiten ein wichtiges künstlerisches Anliegen“, so Andreas Mölich-Zebhauser.Wir dürfen nie vergessen, dass unsere Freundschaft zu Russland nicht selbstverständlich ist, und dass wir auch in angespannten Zeiten unsere gemeinsame Geschichte nie vergessen dürfen.“ Dmitri Schostakowitsch schrieb seine siebte Sinfonie unter dem Eindruck der Belagerung seiner Heimatstadt durch die deutsche Wehrmacht.

Plácido Domingo im Festspielhaus – 20 Jahre sind seit seinem letzten Gastspiel vergangen, nun kehrt er am 9. Juli in einer der tiefgründigsten Verdi-Partien zurück: Boccanegra ist unglücklich Liebender und Vater, Friedensfürst und Machtpolitiker, Korsar und Doge – und er ist Dreh- und Angelpunkt dieser Oper, die den Solisten alles abverlangt. Eine glänzende Aufgabe für den Weltstar, der in gefeierten Aufführungen von Wien bis New York mit den großen Baritonrollen Verdis auftrat. In der Koproduktion des Mariinsky Theaters mit dem Teatro La Fenice in Venedig singt Tatiana Serjan die Rolle der Maria. Sie begeisterte in Adriana Lecouvreur bei den Sommerfestspielen 2018. Ferruccio Furlanetto ist Boccanegras Gegenspieler Fiesco, Valery Gergiev dirigiert Solisten, Chor und Orchester des Mariinsky Theaters.

Neben der Verdi-Oper trägt auch der die Festspiele abschließende Liederabend mit Anna Netrebko zur sommerlichen Feierstimmung bei: In dem Konzert mit Malcolm Martineau am 14. Juli 2019 zeigt sich die Künstlerin von ihrer persönlichsten Seite: ein Klavier, Lieder aus ihrer russischen Heimat – von Sergej Rachmaninow, Nikolai Rimsky-Korsakow und Peter Tschaikowsky. Mehr braucht „La Netrebko“ nicht, um Herzen zu gewinnen.

Von vielen liebgewonnen ist auch die Reihe „Musik im Museum“. In dem Konzert im Museum Frieder Burda am 8. Juli 2019 wird die aktuelle Ausstellung ENSEMBLE. CENTRE POMPIDOU – FRIEDER BURDA um ein Programm bereichert, das Musik und Literatur zusammenführt. Es spielen der mit dem Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnete Geiger Daniel Sepec und der Cembalist Michael Behringer.

Vorverkaufsstart: Montag, 29. Oktober 2018, 9.30 Uhr

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