Ulm, Theater Ulm, Felix Bender – Neuer Generalmusikdirektor, IOCO Aktuell, 12.03.2021

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Theater Ulm

Theater Ulm © Kerstin Schomburg

Theater Ulm © Kerstin Schomburg

Felix Bender – neuer GMD am Theater Ulm

Am 10. März berichtete IOCO noch ausführlich über das Findungsverfahren zum neuen Generalmusikdirektor am Theater Ulm. Die Entscheidung für Felix Bender fiel schneller als erwartet, als angekündigt:

Intendant Kay Metzger informierte Bürgermeisterin Iris Mann am 11. März, 2021, Donnerstagmorgen über den Ausgang des Auswahlverfahrens um die Position des Generalmusikdirektors am Theater Ulm. Nach einer spannenden Schlussrunde, in der sich vier renommierte Dirigenten mit einer intensiven Arbeitsprobe und einem nichtöffentlichen Dirigat präsentierten, verständigten sich Intendant und Philharmonisches Orchester der Stadt Ulm rasch und eindeutig auf den 35-jährigen Felix Bender. Bürgermeisterin Mann zeigt sich über den erfolgreichen und einvernehmlichen Ausgang der Wahl erfreut: »Hier ist in schwierigen Zeiten eine wichtige Weichenstellung für Stadt und Theater erfolgt, die hoffnungsfroh stimmt und in guter Ulmer Tradition einem relativ jungen Künstler eine hervorragende Bühne bietet«. Felix Bender erhält einen Fünfjahresvertrag.

Felix Bender © Felix Bender

Felix Bender © Felix Bender

Nahezu 120 Bewerbungen gingen auf die Ausschreibung der GMD-Stelle ein, darunter leider nur drei von Dirigentinnen. Das Auswahlverfahren begann im Januar 2020 und musste wegen der Corona-Pandemie immer wieder unterbrochen, verschoben und zuletzt modifiziert werden. »Mit dem Abschluss des Verfahrens haben wir allerdings aus der Not eine Tugend gemacht«, so Metzger, »denn durch die Orchesterprobe am Vormittag und die anspruchsvolle Programmauswahl für das Konzert konnten vielfältige Eindrücke und gute Erkenntnisse gewonnen werden«.

Obwohl sich alle vier Kandidaten in der Schlussrunde mit insgesamt sehr überzeugenden Dirigaten vorstellten, sei die Wahl auf den ehemaligen Thomaner Felix Bender nicht schwergefallen. Es seien viele Parameter für solch eine Position ausschlaggebend, betont Metzger. Das dreistündige Gespräch, das er mit Felix Bender führte, habe ein Übriges getan. Da passe vieles zusammen. Bender selbst zeigte sich ungemein glücklich über die vom Theater getroffene Entscheidung: »Es ist eine wunderbare Aufgabe mit großer Verantwortung, auf die ich mich aus vollem Herzen freue«. In seinen bisherigen Begegnungen mit den Künstlern und Künstlerinnen habe er sofort »eine besonders inspirierende Atmosphäre und gemeinsame Lust am Musizieren verspürt«, äußerte Bender nach seiner Wahl. Etwas Besseres könne es für einen Dirigenten nicht geben. Im ersten Gedankenaustausch mit Intendant Kay Metzger erklärte er: »Gemeinsam werden wir uns in dieser besonderen Zeit neuen Herausforderungen stellen und alles daransetzen, die große Musiktradition in Ulm erfolgreich fortzuführen und neue Impulse zu setzen. Darauf freue ich mich sehr«.

Lucia di Lammermoor am Theater Chemnitz mit Felix Bender als Musikalischer Leiter
youtube Trailer Theater Chemnitz
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Konzertmeister Tamás Füzesi rechnet nach dem deutlichen Votum mit einem überaus fruchtbaren Miteinander zwischen Orchester und Dirigent. Der Orchestervorstand ist dankbar, dass das Verfahren trotz der Pandemie erfolgreich abgeschlossen werden und sich jeder der Finalisten gut präsentieren konnte. »Wir sind glücklich über die Wahl und freuen uns sehr auf die gemeinsame musikalische Zusammenarbeit«, so Maria Braun vom Vorstand.

Turandot – Finale- Felix Bender
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Felix Bender tritt in der kommenden Spielzeit die Nachfolge von Timo Handschuh an, der nach 10 Jahren erfolgreichen Wirkens seine Tätigkeit am Theater Ulm auf eigenen Wunsch im Sommer 2021 beendet. Timo Handschuh verpflichtete Bender bereits 2015 als Gastdirigent für ein Sinfoniekonzert im CCU mit Brahms’ Doppelkonzert und Hindemiths Sinfonie Mathis der Maler‚ das vielen Mitgliedern des Philharmonischen Orchesters in guter Erinnerung blieb.

Der gebürtige Hallenser studierte in Weimar, wo er auch von 2010 bis 2013 als 2. Kapellmeister engagiert war. Anschließend wechselte er als 1. Kapellmeister und stellvertretender GMD nach Chemnitz und übernahm dort in der Spielzeit 2016/2017 kommissarisch das Amt des GMD. Seit 2018/2019 ist Felix Bender ständiger Gastdirigent an der Oper Leipzig. Ferner dirigierte er Orchester wie die Staatskapelle Dresden, das MDR-Sinfonieorchester und das Konzerthausorchester Berlin.

—| IOCO Aktuell Theater Ulm |—

Ulm, Theater Ulm, Findungsverfahren zu neuem GMD – Status, IOCO Aktuell, 11.03.2021

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Theater Ulm

Theater Ulm © Carola Hölting

Theater Ulm © Carola Hölting

Generalmusikdirektor – Findungsverfahren am Theater Ulm

Felix Bender, Stefan Klingele, Leo Siberski, Andreas Wolf

Kai Metzger - Intendant - INTHEGA Ehrenpreisträger © Theater Ulm

Kai Metzger – Intendant – INTHEGA Ehrenpreisträger © Theater Ulm

Vorspann: Theaters und des Publikums plötzlich (wieder) schmerzlich bewusst. Der rote Stempel „Erledigt am 17. März 2020“ auf dem aktuellen Spielzeitheft sowie eine „Hätte hätte Fahrradkette“ Postkarte in signalrotem Pink verstärkten dieses Gefühl ungemein: Das Theater Ulm darf seit dem 13. März 2020 keine Vorstellungen und Konzerte spielen. Ein schrecklicher Zustand für Publikum und Theaterschaffende. Fast ein Jahr später, am 1. März 2021 um 18.00 Uhr, streifte man aber diese Gedanken weg und freute sich auf die vier Kandidaten.

Diese sind Stefan Klingele, der zurzeit als Musikdirektor und Chefdirigent an der Musikalischen Komödie in Leipzig tätig ist; Leo Siberski, der Generalmusikdirektor am Theater Plauen-Zwickau; Felix Bender, der u. a. als 1. Kapellmeister, stellvertretender GMD am Theater Chemnitz und ein als ein ständiger Gastdirigent der Oper Leipzig agiert und Andreas Wolf, der Erster Kapellmeister und kommissarischer GMD am Theater Lübeck tätig ist. Die Termine für das Auswahlverfahren wurden auf den 1., 2., 4. und 5. März 2021 angesetzt und man hofft auf eine rasche endgültige Entscheidung.

1. –  5. März 2021 –  Das  Findungsverfahren – Aktueller Stand

Von Oxana Arkaeva

 1. März 2021: Ein Jahr Kultur-Abstinenz deutschlandweit liegt hinter uns. Beim Spazieren durch die Straßen Ulms sieht man lange Schlangen vor den Friseurläden. Heute dürfen sie als eine der Weniger in Baden-Württemberg wieder öffnen. Das Theater Ulm und viele anderen Geschäfte, Institutionen aber immer noch nicht. Das ist schade, beginnt doch heute auch das endgültige Auswahlverfahren für die Position des Generalmusikdirektors am Theater Ulm.

Zum Sommer 2021 und nach insgesamt 10 Jahren erfolgreichen Wirkens verlässt der jetzige Generalmusikdirektor Timo Handschuh das Haus auf eigenen Wunsch. Laut der Pressemitteilung des Theater Ulm hat die Stellenausschreibung für den neuen GMD eine Welle der Bewerbungen ausgelöst. Nahezu 120 Bewerbungen gingen ein; davon  leider nur drei von  Dirigentinnen. Aus dieser Vielzahl wurden 11 Bewerber und eine Bewerberin in die engere Auswahl genommen. Im Februar 2020 stellten sich diese im Rahmen einer Orchesterprobe vor. Nach intensiven Beratungen zwischen der Theaterleitung und dem Orchestervorstand wurden vier Kandidaten für die nun festgelegte finale Runde ausgewählt, welche nun vom 1. bis 5. März 2021 stattfand.

Entsprießend dem Zitat aus dem Theatermagazin „Vorspiel 10“ – „Außergewöhnliche Umstände-Besonderes Theater“ ist auch dieses Auswahlverfahren besonders. Aufgrund der Corona-Pandmie musste es immer wieder verschoben werden. Nur, Corona hin, Corona her, der Posten muss besetzt werden. Und im Gegenteil zu den immer öfter stattfindenden online Auswahlverfahren, kann man einen Dirigent schlecht per ZOOM Schaltung vordirigieren lassen. Das Auswahlverfahren muss live, vor Ort stattfinden. So hat die Ulmer Theaterleitung zusammen mit den zuständigen städtischen Behörden ein modifiziertes Verfahren entwickelt, um dies zu ermöglichen. Während unter normalen Bedienungen die Kandidaten sich dem Publikum in einer regulären Vorstellung, live, vorstellen würden, musste es diesmal in einem nicht öffentlichen Konzert geschehen. Mit Auszügen aus Giuseppe Verdis Oper Rigoletto sowie der Suite aus Der Rosenkavalier vom Richard Strauß.

Die Vertreter der Presse wurden entsprechend Hygienemaßnahmen und im Abstand im dem Rang des Theater Ulm platziert. Unten im Zuschauerraum verteilten sich die Mitglieder des Hauschores und vereinzelt Mitarbeiter des Hauses. Die Musiker des Philharmonischen Orchester der Stadt Ulm kamen auf die Bühne durch getrennte Eingänge. Die Sitzanordnung fand gemäß Abstandsregeln statt und nahm die ganze Bühne in Anspruch bis hin zu hinterer Wand. Zwei Gesangssolisten traten auf den Seitenbühnen auf. Sichtlich bewegter Intendant Kay Metzger (Foto oben) begrüßte die Anwesenden. Er bat um Verständnis für die außergewöhnlichen Umstände und lud die Anwesenden ein, „endlich mal wieder ein schönes Orchester auf der Bühne zu erleben.“

Nicht nur der Intendant, alle Anwesenden waren vor dem Anblick der Bühne und des Orchesters gerührt. Es wurde einem auf einmal das Fehlen der Livemusik, des Theaters und des Publikums plötzlich wieder schmerzlich bewusst. Der rote Stempel „Erledigt am 17. März 2020“ auf dem aktuellen Spielzeitheft sowie eine „Hätte, hätte Fahrradkette“ Postkarte in signalrotem Pink verstärkten dieses Gefühl ungemein: Das Theater Ulm darf seit dem 13. März 2020 keine Vorstellungen und Konzerte spielen. Ein schrecklicher Zustand für Publikum und Theaterschaffende.

Nun, fast ein Jahr später, am 1. März 2021 um 18.00 Uhr, streifte man aber diese Gedanken weg und freute sich auf die vier Kandidaten

GMD Wahl:   Die Suche nach dem / der Besten!

In regelmäßigen Abständen von im Querschnitt von 6 bis 15 Jahren stehen Symphonie- und Theaterorchestern in Deutschland vor der Aufgabe, einen Nachfolger für die Stelle des GMDs oder Chefdirigenten/-tin zu finden. Dabei geht es immer wieder um Beantwortung einer wichtigen Frage: Wer ist der/die Beste für unser Haus, unser Orchester? Hans von Bülow, vor gut hundert Jahren Chefdirigent und Leiter des Berliner Philharmonischen Orchesters, hat angeblich behauptet: Es gäbe keine guten oder schlechten Orchester, sondern nur gute oder schlechte Dirigenten.

Was macht also eine/n gute/n  Dirigenten/in aus?

An der ersten Stelle stehen die Hard Skills: das handwerkliche Können, gefolgt von fundierter fachlicher Ausbildung, Repertoirekenntnisse und praktischen Erfahrung. Hierzu kommen die persönlichen Eigenschaften, sogenannten Soft Skills: die Fähigkeit zum Führen, managen, koordinieren, Zuhören, Kommunizieren, vermitteln, mit Fingerspitzengefühl agieren, den Takt vorgeben, um am Ende ein gemeinsames Tempo, ein gemeinsames ICH-Gefühl im Klangkörper zu erzielen. In Rahmen eines Vor-Dirigates und insbesondere unter gegebenen Umständen geht es vor allem um das Klanggefühl. Um die Fähigkeit des/der Dirigenten/-in seine/ihre Gedanken an das Orchester transportieren zu können. Um die individuelle Interpretation des Werkes, um zusammen mit den Orchestermusikern dem Stück eine persönliche, authentische Note zu verleihen. Gepaart mit einer authentischen Ausstrahlung, starken Persönlichkeit, die dem Publikum das Gefühl gibt, es zu lieben, dann ist das Paket vollständig.

Tamás Füsezi, Konzertmeister der Ulmer Philharmoniker, definierte seine persönlichen Auswahlkriterien, indem er „das einzige wesentliche“ in der Musik sieht. „Wenn ich keine Luft mehr bekomme und das Gefühl habe, ich ersticke vor Schönheit, dass mir der Hals zuschnürt, dann habe ich meinen Kandidaten gefunden. Und mit welchen Mitteln er es macht, ob er mit dem rechten Bein, mit seinen Augen oder mit kleinem Finger dirigiert, ist es mir egal.“ Er sieht vor allem und einzig die Musik als Produkt des Orchesters „und, wie es erreicht wurde zweitrangig.“ Eine starke Ansage und eine Herausforderung, die allen vier Kandidaten in diesen vier Tagen bevorstand.

Stefan Klingele © Stefan Klingele

Stefan Klingele © Stefan Klingele

Stefan Klingele, Kandidat 1, weist eine berufliche Laufbahn als u. a. Dirigent am Staatstheater am Gärtnerplatz und als 1. Kapellmeister am Theater Bremen auf, wo er auch als Chefdirigent tätig war. Aktuell als Musikdirektor und Chefdirigent an der Musikalischen Komödie in Leipzig tätig, weist Klingele ein umfangreiches Repertoire und fundierte Erfahrung auf. Leichtfüßig und mit Maske betrat Klingele die Bühne und es ging los mit der großen Szene aus dem 2. Akt vom Verdis Rigoletto. Klingele bewältigte diese Aufgabe souverän, war sehr konzentriert, etwas sparsam in Gestik und hat seine volle Aufmerksamkeit auf die Koordination, das Zusammenspiel aller Beteiligten gerichtet. Hier und da hat man sich über ein oder anderes Tempo gewundert. Dynamisch war es eher laut als ausbalanciert. Nach der kurzen Pause ging dann weiter mit der Suite aus dem Rosenkavalier. Hier hat man einen anderen Klingele erlebt. Jemand, der in seinem Element ist. Am Ende erklang enthusiastische Beifall und der sympathische Dirigent bedankte sich bei allen Beteiligten. Der erste insgesamt positive Eindruck machte neugierig auf die folgenden Kandidaten.

Leo Siberski © Leo Siberski

Leo Siberski © Leo Siberski

Leo Siberski, Kandidat 2, hat bereits beim Auftreten eine Menge an Energie auf die Bühne mitgebracht: man nahm einen erfahrenen Musiker, ein Bühnentier wahr. Seit 2017 als General Musikdirektor am Theater Plauen – Zwickau tätig, war Siberski als erste Kapellmeister an Theatern in Bielefeld und Kiel engagiert und gastierte an den Opernhäusern in Hannover, Düsseldorf, Innsbruck sowie Rumänien und Georgien. Seine Biografie weist ein beeindruckendes Netzwerk auf und er ist außerdem auch als Komponist und Produzent von elektronischer Musik tätig. Beim seinem Vordirigat am 4. März war es sofort klar, dass er ein erfahrener Operndirigent ist, der einen sicheren, klaren, souverän und bestimmenden Dirigat aufweist. Man hatte das Gefühl, er wolle die Anwesenden durch große Gesten, expressiven Gesichtsausdrücken von sich überzeugen. Es gab eine beeindruckende Szene aus Rigoletto, wo insbesondere die berühmte Arie von den Protagonisten „Cortigiani, vil Razza Dannata“ einen großen Eindruck hinterlassen hat. Seine Straußinterpretation hatte eine beeindruckende dynamische Ausdifferenzierung, die u. a. die emotionalen Dissonanzen solistisch erklingen ließ. Sein Dirigat ist durch eine Plastizität ausgezeichnet. Er lässt mal den Stock bei Seite und dirigiert mit den Händen. Mit seinem im Ganzen beeindruckenden Dirigat hat er die Planke deutlich nach oben verlegt und den übrigen Kandidaten eine starke Konkurrenz-Ansage erteilt.

Felix Bender © Felix Bender

Felix Bender © Felix Bender

Felix Bender, Kandidat 3, folgte am 4. März. Bender ist der jüngste Bewerber, weist aber bereits eine beachtliche Laufbahn als erster Kapellmeister und stellvertretender GMD in Weimar, Chemnitz sowie als ständige Gastdirigent an der Oper Leipzig. Er ist der Preisträger der Eliteförderung des Dirigentenforums und die Künstlerliste der „Maestros von morgen“.

Felix Bender ist ein sehr talentierter junger Dirigent, der das Orchester ruhig, aber bestimmend führt. Sein Dirigat ist extrem musikalisch und er hat dem Orchester einen beeindruckenden Klang entlockt. Seine Haltung ist eher bescheiden, nichtdestotrotz man ist nicht das Gefühl los, er hätte alles im Blick. Insbesondere haben seine Pianissimi beeindruckt. Große Achtung. Auch im Rosenkavalier spürt man Potenzial, welches sich in den nächsten Jahren noch entfalten wird. Vielleicht wird diese Entfaltung am Theater Ulm stattfinden? Nun, das werden wir bald erfahren.

Andreas Wolf © Olaf Malzahn

Andreas Wolf © Olaf Malzahn

Andreas Wolf, Kandidat 4,  folgte am 5. März, am letzten Tag dieses Auswahlverfahrens, Aktuell kommissarisch als GMD am Theater Lübeck tätig weist Wolf eine bewundernswerte Laufbahnentwicklung, vielfältiges Repertoire auf und hat einen Ruf als Spezialist für die Musik des 19. und 20. Jahrhunderts. Im in – und Ausland dirigierte er zahlreiche Orchester wie zum Beispiel das Osaka Simphony Orchestra, die Münchener und Hamburger Symphoniker und arbeitete mit Künstlern wie Arabella Steinbacher, Christiane Oelze oder Götz Alsmann. Auch die Regisseure wie Jochen Biganzoli, Immo Karaman und Tilman Knabe stehen auf der Liste seines beruflichen Netzwerkes. Sein Dirigat im ersten Teil kam sehr sängerisch mit unglaublich gut ausgewogener Dynamik rüber. Hier kommen die großen Affetti aus dem Inneren heraus ohne die große Gestik. Er atmet mit den Sängern, hört genauestens zu, ist aber stets am Führen und hat das Orchester gut im Griff. In der Rosenkavalier Suite zaubert er einen großen Strauss-Klang. Hat gleichzeitig keine Angst von der Stille, einer Atempause, dem dynamischen Rückzug, um danach um so größer herauszuholen.

Nach vier Tagen voll der wunderbaren Musik ist nun bis zur letztlichen GMD-Entscheidung Ab-Warten angesagt. Intendant Kay Metzger und die wenigen Anwesenden haben sich bei allen Beteiligten und insbesondere bei den Gesangssolisten bedankt. Sopranistin Maryna Zubko und Bariton Dae-Hee Shin haben diesen Marathon stimmlich exzellent mitgemacht.

Die Entscheidung zum neuen GMD am Theater Ulm sollte bald fallen: Ein genauer Termin wurde jedoch hierzu nicht genannt.

Ein  Dirigat ist eine Momentaufnahme, dessen Bewertung von vielen Umständen abhängig sind. Alle vier Kandidaten waren wiederum auf ihre eigene Art exzellent geeignet und ohne Ausnahme Sympathieträgern. Die Auswahlkommission aus Orchestervertretung und Leitung des Hauses steht somit vor einer verantwortungsvollen Aufgabe und Herausforderung, in dieser außergewöhnlichen Zeit ihrem Publikum einen neuen GMD zu präsentieren, der nicht nur technisch visiert ist, sondern und vor allem ein Orchester gestaltet. ist. Jemand, der uns unvergessliche musikalische Momente und Kultur beschert, bei welchen uns von der Schönheit wahrhaftig der Atem stehen bleibt: Das wichtigstes Kriterien für ein erfolgreiches Rückkehr des Live-Publikums und nicht nur am Theater Ulm.

 

AKTUELLE MELDUNG  — Siberski zieht Bewerbung zurück 10.03.2021

GMD-Findungsverfahren hat Leo Siberski seine Bewerbung kurzfristig zurückgezogen. Er teilte Intendant Kay Metzger am Dienstagabend mit, dass er sich »nach langer Überlegung«zu diesem Schritt entschlossen habe. Siberski ist momentan Generalmusikdirektor am Theater Plauen-Zwickau. »Ich habe das Gefühl, mein Haus in der jetzigen Situation nicht im Stich lassen zu wollen. Daneben bahnt sich auch, wie schon angedeutet, ein fruchtbarer Neustart nach Corona und mit neuer Leitung an.«So Siberski in seiner Mitteilung an das Theater Ulm. Siberski war einer der vier Finalisten im GMD-Findungsverfahren, und hatte bei seinem Dirigat in der vergangenen Woche gute Eindrücke hinterlassen. Intendant Metzger respektiert seinen Schritt und betont gleichzeitig, dass es ungeachtet dieser Entscheidung zu einer baldigen Wahl des Generalmusikdirektors für das Theater Ulm und das Philharmonische Orchester kommen werde.

–| Pressemeldung Theater Ulm |—

Ulm, Theater Ulm, Findungsverfahren – Neuer Generalmusikdirektor, IOCO Aktuell, 02.03.2021

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Theater Ulm

Theater Ulm © Carola Hölting

Theater Ulm © Carola Hölting

Generalmusikdirektor – Findungsverfahren am Theater Ulm

Felix Bender, Stefan Klingele, Leo Siberski, Andreas Wolf

Das Auswahlverfahren um die Position des Generalmusikdirektors am Theater Ulm geht in die entscheidende Phase. Nach 10 Jahren erfolgreichen Wirkens wird Timo Handschuh seine Tätigkeit am Theater Ulm auf eigenen Wunsch im Sommer 2021 beenden.

Theater und Philharmonisches Orchester der Stadt Ulm erfreuten sich großer Reso-nanz auf die freiwerdende Position – nahezu 120 Bewerbungen gingen ein, darunter leider nur drei von Dirigentinnen.

Aus dieser Vielzahl von Anwärtern wurden 11 Bewerber und 1 Bewerberin in die engere Auswahl genommen. Bereits im Februar 2020 stellten diese sich im Rahmen von Orchesterproben vor, woraufhin die Theaterleitung im intensiven Dialog mit dem Orchestervorstand vier Kandidaten für die finale Runde im Bewerbungsverfahren auswählte.

Kai Metzger - INTHEGA Ehrenpreisträger © Theater Ulm

Kai Metzger – INTHEGA Ehrenpreisträger © Theater Ulm

Aufgrund der Corona-Pandemie musste das Auswahlverfahren immer wieder un-terbrochen und verschoben werden. Leider ist es den nun benannten Kandidaten in der letzten Auswahlphase aufgrund der aktuellen Corona-Verordnung noch immer nicht möglich, die musikalische Leitung einer regulären Vorstellung im Spielbetrieb zu übernehmen. Intendant Kay Metzger hat daher ein modifiziertes Verfahren ent-wickelt, das den Bewerbern die Möglichkeit bietet, sich in einer ausführlichen Probe und in einem nichtöffentlichen Konzertdirigat mit Auszügen aus Giuseppe Verdis Rigoletto sowie der Suite aus Der Rosenkavalier von Richard Strauss zu präsentieren. Hierfür wurde mit den zuständigen Behörden eigens ein dezidiertes Hygiene-konzept entwickelt, um ein Höchstmaß an Infektionsschutz für die Mitwirkenden zu gewährleisten.

Nach diesem ausdauernden Auswahlverfahren hofft das Theater Ulm auf eine gute Wahl für diese herausragende künstlerische Position am Ulmer Theater. Nichtöffentliche Auswahldirigate finden vor akkreditierten Medienvertretern am 01. März, 02. März, 04. März und 05. März 2021 jeweils um 18 Uhr statt.

IOCO-Korrespondentin Oxana Arkaeva wird an dem Verfahren teilnehmen und berichten

Die Kandidaten:  Felix Bender, Stefan Klingele, Leo Siberski, Andreas Wolf

Der gebürtig aus Sachsen-Anhalt stammende Felix Bender studierte in Weimar, wo er auch von 2010 bis 2013 als 1. Kapellmeister engagiert war. Anschließend wechselte er als 1. Kapellmeister und stellvertretender GMD nach Chemnitz und übernahm dort in der Spielzeit 2016/17 kommissarisch das Amt des GMD. Seit 2018/19 ist Felix Bender ständiger Gastdirigent an der Oper Leipzig und dirigierte dort u.a. die Wagneroper Tannhäuser, Verdis Don Carlo und La traviata, Puccinis Turandot, Faust von Gounod und Der Freischütz von Carl Maria von Weber. Zudem leitete er das Gewandhausorchester in Ballettabenden mit Werken von Bach bis Strawinsky.

Stefan Klingele begann seine Laufbahn als Repetitor am Nationaltheater Mannheim, 1996 wechselte er nach München als Dirigent am Staatstheater am Gärtnerplatz. Anschließend war er als 1. Kapellmeister am Theater Bremen engagiert, wo er in der Spielzeit 2006/07 die Position des Chefdirigenten übernahm. Seit 2015 ist Stefan Klingele Musikdirektor und Chefdirigent an der Musikalischen Komödie Leipzig. Hier erschließt er neues Repertoire und zeichnete verantwortlich für die Welt-ersteinspielungen von Prinzessin Nofretete von Nico Dostal und Korngolds »Lied der Liebe«. Stefan Klingele begann seine Laufbahn als Repetitor am Nationaltheater Mannheim, 1996 wechselte er nach München als Dirigent am Staatstheater am Gärtnerplatz. Anschließend war er als 1. Kapellmeister am Theater Bremen engagiert, wo er in der Spielzeit 2006/07 die Position des Chefdirigenten übernahm. Seit 2015 ist Stefan Klingele Musikdirektor und Chefdirigent an der Musikalischen Komödie Leipzig. Hier erschließt er neues Repertoire und zeichnete verantwortlich für die Welt-ersteinspielungen von »Prinzessin Nofretete« von Nico Dostal und Korngolds Lied der Liebe.

Der Hannoveraner Leo Siberski studierte in Berlin bei Prof. Rolf Reuter an der Hoch-schule für Musik »Hanns-Eisler«. Als Assistent arbeitete er mit Daniel Barenboim, Kent Nagano, Vladimir Jurowski und Fabio Luisi in Berlin, Leipzig, Glyndebourne und Los Angeles, bevor er 2007 an der Semperoper Dresden mit »Die Zauber-flöte« debütierte. Noch im gleichen Jahr wurde Leo Siberski zum 1. Kapellmeister am Theater Bielefeld berufen. Vier Jahre später wechselte er in gleicher Position an das Theater Kiel. Hier übernahm er die Musikalische Leitung u.a. von Verdis »Lombardi alla prima Crociata« und »La Traviata«, sowie Brechts Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny. Seit 2017 ist Leo Siberski Generalmusikdirektor am Theater Plauen-Zwickau.Gastdirigate führten Leo Siberski u.a. zu den Bremer Philharmonikern, zu allen Sin-fonieorchestern des SWR, zum Münchner Rundfunkorchester, zum MDR Sinfonie-orchester, zu den Düsseldorfer Sinfonikern und an die Opernhäuser von Hannover, Düsseldorf, Innsbruck, an das Nationaltheater Iasi/Rumänien und die Staatsoper Kutaissi / Georgien.

Andreas Wolf studierte Dirigieren, Gesang und Klavier in München. Sein erstes Engagement führte ihn als Solorepetitor an das Schillertheater NRW in Wuppertal. Kurz darauf wechselte er als 2. Kapellmeister an die Städtischen Bühnen Münster. Gastengagements führten ihn nach Mendoza (Argentinien) und Athen, sowie an das Staatstheater Kassel, die Staatsoper Hannover und das Staatstheater Saarbrücken. In dieser Zeit erarbeitete er sich systematisch ein umfangreiches Repertoire vom Barock bis zur Moderne, das auch Filmmusik einschließt.Seit der Spielzeit 2013/14 ist Andreas Wolf als 1. Kapellmeister und Stellvertretender GMD am Theater Lübeck engagiert. Hier wirkt er seit 2018 auch als Kommissarischer GMD. Er dirigierte u.a. Schostakowitschs Lady Macbeth, Der ferne Klang von Franz Schreker und Christophe Colomb von Darius Milhaud. Diese Produktionen erregten auch international großes Interesse und festigten seinen Ruf als Spezialist für die Musik des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts.

—| IOCO Aktuell Theater Ulm|—

Leipzig, Oper Leipzig, Premiere Dornröschen – Ballett, 29.11.2019

November 28, 2019 by  
Filed under Ballett - Tanz, Oper Leipzig, Pressemeldung

Oper Leipzig

Oper Leipzig © Kirsten Nijhof

Oper Leipzig © Kirsten Nijhof

Premiere von »Dornröschen – Once Upon a Dream« des Leipziger Balletts

es war einmal im Traum

Mit der Premiere von »Dornröschen – Once Upon a Dream« in einer Choreografie des Belgiers Jeroen Verbruggen komplettiert das Leipziger Ballett nach »Der Nussknacker« (Jean-Philippe Dury) und »Schwanensee« (Mario Schröder) seine märchenhafte Trilogie zur Musik von Peter Tschaikowski und hat nun alle drei großen Handlungsballette des russischen Komponisten in drei unterschiedlichen choreografischen Handschriften im Repertoire.

Oper Leipzig / Dornröschen - Once Upon a Dream ©  Ida Zenna

Oper Leipzig / Dornröschen – Once Upon a Dream © Ida Zenna

Es war einmal eine Prinzessin (Madoka Ishikawa), die in einen hundertjährigen Schlaf verfiel, bis sie von einem Prinzen (Lou Thabart) wachgeküsst wurde. Das Märchen von »Dornröschen« ist wohlbekannt und zählt zu den berühmtesten überhaupt.  Peter Tschaikowski fand darin 1890 den geeigneten Stoff für eine Ballettmusik, die er selbst für seine beste hielt. Obwohl in Deutschland die Version der Brüder Grimm berühmt wurde, hat das Märchen seinen Ursprung in Frankreich. Für seine choreografische Uraufführung lässt sich Jeroen Verbruggen von Charles Perraults Fassung aus dem späten 17. Jahrhundert »La Belle au bois dormant (Die schlafende Schöne im Wald)« inspirieren. Gemeinsam mit seiner Bühnenbildnerin Chiara Stephenson und Charlie Le Mindu, der die Kostüme entwarf, gelingt es ihm, den fantastischen Zauber des Märchens in eine moderne und surreal anmutende Bildsprache zu übersetzen. Eine zentrale Rolle spielt dabei der hundertjährige Schlaf: »Once Upon a Dream«. Die Choreografie taucht ein in Dornröschens Traumwelt, in der die Grenzen zwischen Fantasie und Realität mehr und mehr verschwimmen.  Immer tiefer geht es hinab in die Psyche eines jungen Mädchens, das an der Schwelle zum Erwachsenwerden steht. Dabei entdeckt es die bedrohlichen, aber auch die schönen Seiten von Liebe und Sexualität und ficht den Konflikt mit der von Eifersucht und Missgunst getriebenen Mutter aus.

Oper Leipzig / Dornröschen - Once Upon a Dream ©  Ida Zenna

Oper Leipzig / Dornröschen – Once Upon a Dream © Ida Zenna

Verbruggen bricht in seiner Interpretation mit den Geschlechtsstereotypen des Märchens und erzählt ein zeitgemäßes Coming-of-Age-Drama. Zugunsten einer inhaltlichen Schärfung und zeitlichen Straffung wurden bei der Musik einige Striche vorgenommen. Am Pult des Gewandhausorchesters steht Felix Bender.

Karten (23 – 85 Euro) gibt es an der Kasse im Opernhaus, unter Tel: 0341 – 12 61 261 (Mo – Sa 10.00 – 19.00 Uhr), per E-Mail: service@oper-leipzig.de oder im Internet unter www.oper-leipzig.de. Für weitere Informationen und Anfragen stehe ich Ihnen jederzeit zur Verfügung.

Oper Leipzig / Dornröschen - Once Upon a Dream ©  Ida Zenna

Oper Leipzig / Dornröschen – Once Upon a Dream © Ida Zenna


Premiere: Freitag, 29. November, 19:30 Uhr

Weitere Aufführungen: 01., 04., 05., 15. & 19. Dezember 2019 / 24. Januar / 27. & 28. März / 11. April / 01. & 03. Mai 2020 (alle Vorstellungen mit Einführung 45 Min. vor Vorstellungsbeginn; Publikumsgespräche nach Abendvorstellungen, außer zur Premiere)

Dornröschen – Once Upon a Dream
Ballett von Jeroen Verbruggen | Musik von Peter Tschaikowski
Leitung
Dirigent Felix Bender
Choreografie Jeroen Verbruggen
Bühne Chiara Stephenson
Kostüme Charlie Le Mindu
Video Tina Alloncle
Licht Fabiana Piccioli

Besetzung : Prinzessin Madoka Ishikawa | Prinz Lou Thabart | Fee Laura Costa Chaud | Fee Vivian Wang | Fee Yun Kyeong Lee | Königin Fang Yi Liu | König Oliver Preiß | Wolf Alpha Carl van Godtsenhoven

Leipziger Ballett
Gewandhausorchester

—| Pressemeldung Oper Leipzig |—

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