Dortmund, Oper Dortmund, Premiere EIN MITTSOMMERNACHTSTRAUM, 22.02.2020

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Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

Deutsche Erstaufführung von Alexander Ekmans Ballett EIN MITTSOMMERNACHTSTRAUM
Samstag, 22. Februar 2020 im Dortmunder Opernhaus

Die Deutsche Erstaufführung von Alexander Ekmans Ballett EIN MITTSOMMERNACHTSTRAUM findet am Samstag, 22. Februar 2020, um 19.30 Uhr im Dortmunder Opernhaus statt. Die Produktion des Ballett Dortmund ist erst die dritte Aufführungsserie von Ekmans Choreographie nach Stockholm und Chicago. Die Dortmunder Philharmoniker spielen die Musik von Mikael Karlsson.

Theater Dortmund / Alexander Ekman © TM Rives

Theater Dortmund / Alexander Ekman © TM Rives

Alexander Ekman, international renommierter Starchoreograf, hat sich von den Bräuchen und Riten seiner nordischen Heimat zu einer weltweit gefeierten Kreation inspirieren lassen.
Die Uraufführung 2015 am Königlich Schwedischen Ballett in Stockholm war ein Medienereignis. Einer der bekanntesten Komponisten des Landes, Mikael Karlsson, zauberte eine Musik, die zwischen mythischer Energie und betörender Sinnlichkeit ihresgleichen sucht.

Sommersonnenwende: Die natürliche Sehnsucht des Menschen nach Licht und Sonne verschmilzt mit uralten Mythen und Legenden. In einer Nacht, die der schrankenlosen Liebe vorbehalten ist, wird der Natur, der Vitalität, dem Dasein schlechthin gehuldigt. Da kann es passieren, dass die Grenze zwischen den Sterblichen und dem Reich des Übernatürlichen durchlässig wird. Und es ist nicht mehr gewiss, ob unsere fantastischen Träume nicht in Wahrheit noch viel fantastischere Wirklichkeiten sind.

Mit Shakespeare als Impulsgeber, dem schwedischen Filmregisseur Ingmar Bergman als poetischen und Federico Fellini als skurril-überbordenden Mentor gelingt Alexander Ekman ein Ballettwunder: Er führt den Tanz zurück zu seinen kultischen und magischen Wurzeln. So wird der Tänzer zu einem Bestandteil einer choreografischen Urlandschaft, in der Menschen und Fabelwesen miteinander in Beziehung treten.

—| Pressemeldung Theater Dortmund |—

Münster, Theater Münster, Orchesterprobe von Giorgio Battistelli, IOCO Kritik, 27.05.2017

Mai 26, 2017 by  
Filed under Hervorheben, Kritiken, Operette, Theater Münster

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Theater Münster

Theater Münster © Rüdiger Wölk

Theater Münster © Rüdiger Wölk

Die Rebellion gebiert den Diktator

„Orchesterprobe“ von Giorgio Battistelli 

Zeitkritik voll musikalischen Raffinements

Von Hanns Butterhof

Aus dem Orchestergraben klingt es chaotisch. Einzelne Instrumente werden scheints noch gestimmt, eine Chorpartie wird von Läufen auf einer Trompete zerrissen. Was in der Regel vor einer Opernaufführung geschieht, ist im Großen Haus des Theaters Münster schon der Beginn von Giorgio Battistellis Oper „Orchesterprobe“ und das erste Zeichen ihres Raffinements: Sie unterläuft avantgardistisch jeden Widerstand gegen avantgardistische Musik, indem sie unmittelbar verständlich bleibt.

Theater Münster / Orchesterprobe - Das Orchester rebelliert - Ensemble © Oliver Berg

Theater Münster / Orchesterprobe – Das Orchester rebelliert – Ensemble © Oliver Berg

Die selbstreflexive Auseinandersetzung mit der Avantgarde ist eine wesentliche Ebene des vielschichtigen Werks nach dem gleichnamigen Film Federico Fellinis. Es zeigt ein Orchester in seinem Proben-Alltag, in dem jeder respektlos gegenüber allen anderen ist; gemeinsam ist allen nur ihr jeweiliges Eigeninteresse und der Widerstand gegen die Autorität des Dirigenten.

Mit intimer Kennerschaft und nicht ohne Bosheit werden die persönlichen Eitelkeiten und Animositäten entfaltet. Der Konzertmeister (Boris Leisenheimer) wirft der Zweiten Violine (Henrike Jacob) Trunksucht vor, und sie beschimpft ihn als Päderasten, wohl weil er ein Verhältnis mit der zarten Harfe (Eva Bauchmüller) hat.

Bei Interviews, die ein bei der Probe anwesendes Fernseh-Team macht, zeigt sich, dass die Orchester-Musiker alles nur gegen Bezahlung zu tun bereit sind; das Verhältnis zu ihrer Arbeit ist gewerkschaftlich bis ins Kleinste und teilweise Absurde geregelt, sie selber sind zu Instrumenten – Zweite Geige, Trompete, Pauke etc. – versachlicht. Doch vor allem sind sie ihrer Arbeit noch tiefer, nämlich musikalisch entfremdet. Die Klarinette (Christian-Kai Sander) bezeichnet die Musik, die sie spielen müssen, als „sinnlos“, und der Konzertmeister präzisiert, dass die avantgardistischen Komponisten sich in der Philosophie von Marx bis Adorno auskennten, aber nichts von der Technik der Instrumente wüssten.

Am arroganten Dirigenten (Filippo Bettoschi), der offenbar ein Werk der Avantgarde – faktisch Battistellis – proben lässt, entlädt sich der ganze Unmut des Orchesters. Die Trompete, ein buntes Hippie-Fossil (Suzanne McLeod), und die Pauke von der Gewerkschaft (Youn-Seong Shim) rufen zum Widerstand gegen den Pult-Diktator auf und ersetzen ihn schließlich durch ein großes Metronom. Der musikalische Ertrag ist ernüchternd. Statt der Avantgarde oder gar der Klassik erklingt banale Volksmusik, wohl auch keine Lösung.

Was der Dirigent derweil im Interview vor idyllischer Landschaft (Bühne und Kostüme: Kristopher Kempf) zum Besten gibt, ist erheblich rückwärtsgewandte Utopie. In ihr gibt es keine Musiker mit Beamtenmentalität und gewerkschaftlich gesichertem Broterwerbs-Verhältnis zu ihrer Arbeit und kein Publikum, das nichts von Musik versteht. Stattdessen schwebt ihm Musik als Kirche vor, deren Priester die Dirigenten sind, an die alle glauben.

Theater Münster / Orchesterprobe - Es herrscht wieder der Dirigent © Oliver Berg

Theater Münster / Orchesterprobe – Es herrscht wieder der Dirigent © Oliver Berg

Zu der persönlichen und musikalischen Ebene kommt als dritte die politische Ebene dazu. Das Orchester erweist sich, etwas plakativ, als Spiegel der Gesellschaft. Seine Rebellion nimmt deutlich reaktionäre Züge an. Spruchbänder fordern nicht nur harmlos „Operette für alle“, sondern greifen à là Pegida Merkel an und monieren zu viele Ausländer; das Fernsehteam wird als „Lügenpresse“ in Eimern ertränkt. Als das Bühnenbild unter Donner und Blitz schwer symbolträchtig auseinanderbricht, der Probenraum einstürzt und die arme Harfe erschlägt, ruft die verunsicherte Masse der Orchestermitglieder den Dirigenten zurück. Der schafft mit einem herrischen „Ich will den totalen Klang“ wieder Ordnung.

So endet die „Orchesterprobe“ pessimistisch. Der anfangs sympathische und gewiss auch notwendige Widerstand der Musiker gegen ihre Versachlichung zu Instrumenten und ihr Ausgeliefertsein an alle Launen selbstherrlicher Dirigenten führt erst ins selbstbezogen unsoziale Chaos, dann zum Ruf nach dem starken Mann, der sie aus der selbstverschuldeten Malaise wieder herausführen soll.

Das ist sehr aktuell, und auch das Gegeneinander unvereinbarer, aber für sich nachvollziehbarer Positionen ist stimmig. Allerdings ist die musikalische Lösung Battistellis optimistischer als die der Regie von Ansgar Weigner. Nicht nur darf die feine Harfe auch nach ihrem Tod vom Rang aus weitersingen. Die wunderbar paradoxe Leistung der „Orchesterprobe“ ist es, alle Vorurteile gegen die moderne Musik aufzurufen und gleichzeitig ergötzlich eben diese moderne Musik zu sein. Ist das Bühnengeschehen eine schrille, aber treffende Karikatur der heutigen Gesellschaft, so ist die wesentlich atonale Musik aus dem Orchestergraben ihr genauer Spiegel. So unterläuft sie avantgardistisch die Kritik an der Abstraktheit der musikalischen Avantgarde und versöhnt so mit dieser; phantastisch!

Die über weite Teile absolut erheiternde Oper ist in der Regie von Ansgar Weigner in allen Teilen gelungen. Das mit Microport verstärkte Sängerensemble ist durchweg überzeugend, und was es und der von Inna Batyuk einstudierte Chor mit den Instrumenten, die sie ja nicht professionell beherrschen, zum Gesamtklang beitragen, ist eine Leistung für sich.

Theater Münster / Orchesterprobe - Fabrizio Ventura © Hanns Butterhof

Theater Münster / Orchesterprobe – Fabrizio Ventura © Hanns Butterhof

Fabrizio Ventura am Pult des Sinfonieorchesters Münster ist ein Battistelli-Experte; schon 2014 hat er dessen „Pacha mama“ und 2016 „experimentum mundi“ mit Orchestermusik uraufgeführt. In der „Orchesterprobe“ lässt er nie den Gedanken aufkommen, seine Sänger oder Instrumentalisten würden sich gegen ihn erheben, sondern ihm und allen Beteiligten bereitet die Bändigung des musikalischen Chaos‘ auf der Bühne und im Orchestergraben hörbar Vergnügen.

Das ging auch einem großen Teil des musikverständigen Publikums so, das nach kurzen achtzig Minuten allen Beteiligten langen Beifall spendete, der für Fabrizio Ventura und das Sinfonieorchester besonders kräftig ausfiel.

Theater Münster: Orchesterprobe, weitere Termine 2, 8.,10. und 28.6.2017, jeweils 19.30 Uhr.

—| IOCO Kritik Theater Münster |—

Münster, Theater Münster, Premiere ORCHESTERPROBE nach Fellini, 20.05.2017

Mai 18, 2017 by  
Filed under Oper, Premieren, Pressemeldung, Theater Münster

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Theater Münster

Theater Münster / ORCHESTERPROBE © Oliver Berg

Theater Münster / ORCHESTERPROBE © Oliver Berg

„ORCHESTERPROBE“ von Giorgio Battistelli

nach Federico Fellinis Film PROVA D’ORCHESTRA, In deutscher Übersetzung von Claus H. Henneberg

Am Samstag, 20. Mai feiert Giorgio Battistellis Oper Orchesterprobe um 19.30 Uhr im Großen Haus des Theaters Münster Premiere. Regie führt Ansgar Weigner, die musikalische Leitung liegt bei Generalmusikdirektor Fabrizio Ventura.

Theater Münster / ORCHESTERPROBE © Oliver Berg

Theater Münster / ORCHESTERPROBE © Oliver Berg

Zum Inhalt: Die Musiker eines Orchesters finden sich zur Probe für ein Konzert zusammen. Noch bevor der erste Takt erklingt, kommt es zu Zank und Stichelei, treten Machtkämpfe und Eitelkeiten zutage, werden abstruse gewerkschaftliche Forderungen erhoben. Ein Fernsehteam macht derweil eine Reportage über das Orchester und interviewt einzelne Spieler. Dabei treten Starallüren und Marotten der Musiker zutage, aber auch ihre geheimen Wünsche und Ängste. Der divenhafte Dirigent schwärmt von der guten alten Zeit, als man ihm noch Respekt zollte. Statt zu einem harmonischen Zusammenspiel führt die Probe nur zu Streit und Kakophonie. Genervt bricht der Dirigent ab. Mit seiner Arroganz provoziert er Widerstand und Rebellion im Orchester. Die Musiker wollen ihn verjagen und durch ein Metronom ersetzen. Plötzlich aber bricht in dem allgemeinen Tohuwabohu eine unerklärliche Katastrophe herein, die im Tod einer Musikerin gipfelt …

Theater Münster / ORCHESTERPROBE © Oliver Berg

Theater Münster / ORCHESTERPROBE © Oliver Berg

Orchesterprobe von Giorgio Battistelli, 1995 in Straßburg uraufgeführt, erweist sich als Stück der Stunde: eine Allegorie über den Zerfall einer Gemeinschaft, die Aushöhlung demokratischer Strukturen, die Gefahr autoritärer Machtergreifung. Nicht in Form eines politischen Lehrstücks, sondern als lustvolles, komödiantisch-groteskes Musiktheater. Das Leben als Orchesterprobe: ein grausamer Spaß, eine tödliche Farce.

—| Pressemeldung Theater Münster |—

Münster, Theater Münster, Premiere ORCHESTERPROBE- Giorgio Battistelli, 20.05.2017

April 26, 2017 by  
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Theater Münster

Theater Münster © Rüdiger Wölk

Theater Münster © Rüdiger Wölk

ORCHESTERPROBE von Giorgio Battistelli

nach Federico Fellinis Film PROVA D’ORCHESTRA, In deutscher Übersetzung von Claus H. Henneberg

Premiere: Samstag, 20. Mai 2017, 19.30 Uhr, weitere Vorstellungen 2.6.2017, 8.6.2017, 10.6.2017, 28.6.2017, 7.7.2017, öffentliche Probe am 30.4.2017

Handlung: Die Musiker eines Orchesters finden sich zur Probe für ein Konzert zusammen. Noch bevor der erste Takt erklingt, kommt es zu Zank und Stichelei, treten Machtkämpfe und Eitelkeiten zutage, werden abstruse gewerkschaftliche Forderungen erhoben. Ein Fernsehteam macht derweil eine Reportage über das Orchester und interviewt einzelne Spieler. Dabei treten Starallüren und Marotten der Musiker zutage, aber auch ihre geheimen Wünsche und Ängste. Der divenhafte Dirigent schwärmt von der guten alten Zeit, als man ihm noch Respekt zollte. Statt zu einem harmonischen Zusammenspiel führt die Probe nur zu Streit und Kakophonie. Genervt bricht der Dirigent ab. Mit seiner Arroganz provoziert er Widerstand und Rebellion im Orchester. Die Musiker wollen ihn verjagen und durch ein Metronom ersetzen. Plötzlich aber bricht in dem allgemeinen Tohuwabohu eine unerklärliche Katastrophe herein, die im Tod einer Musikerin gipfelt …

ORCHESTERPROBE von Giorgio Battistelli, 1995 in Straßburg uraufgeführt, erweist sich als Stück der Stunde: eine Allegorie über den Zerfall einer Gemeinschaft, die Aushöhlung demokratischer Strukturen, die Gefahr autoritärer Machtergreifung. Nicht in Form eines politischen Lehrstücks, sondern als lustvolles, komödiantisch-groteskes Musiktheater. Das Leben als Orchesterprobe: ein grausamer Spaß, eine tödliche Farce …

Musikalische Leitung: Fabrizio Ventura, Inszenierung: Ansgar Weigner, Bühne & Kostüme: Kristopher Kempf, Choreinstudierung: Inna Batyuk, Dramaturgie: Jens Ponath

Mitwirkende:  Eva Bauchmüller (Harfe), Filippo Bettoschi (Dirigent), Barbara Bräckelmann (1. Po-saune), Gregor Dalal (Kopist), Henrike Jacob (2. Violine), Boris Leisenheimer (Kon-zertmeister), Suzanne McLeod (1. Trompete), Christian-Kai Sander (1. Klarinette), Lukas Schmid (Tuba), Youn-Seong Shim (1. Schlagzeuger), Melanie Spitau (2. Schlagzeuger), Lisa Wedekind (1. Cello); Opernchor des Theaters Münster, Sinfo-nieorchester Münster

Einführungsmatinee: Sonntag, 30. April, 11.30 Uhr, Oberes Foyer, Öffentliche Probe: Donnerstag, 4. Mai, 18.30 Uhr, Großes Haus, PMThMü

Premiere Orchesterprobe: Samstag, 20. Mai 2017 19.30 Uhr, weitere Vorstellungen 2.6.2017, 8.6.2017, 10.6.2017, 28.6.2017, 7.7.2017, öffentliche Probe am 30.4.2017

—| Pressemeldung Theater Münster |—

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