Wiesbaden, Hessisches Staatstheater, Bryan Arias erhält den Deutschen Theaterpreis DER FAUST, 21.11.2020

Hessisches Staatstheater Wiesbaden

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin Kaufhold

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin Kaufhold

Choreograf Bryan Arias erhält den Deutschen Theaterpreis »DER FAUST« 2020 für seine Produktion »29 May 1913« mit dem Hessischen Staatsballett

Das Hessische Staatstheater Wiesbaden und das Staatstheater Darmstadt freuen sich sehr über die Auszeichnung von Bryan Arias in der Kategorie »Choreografie« für seine Arbeit »29 May 1913«. Diese Choreografie über die skandalumwitterte Pariser Uraufführung von Igor Strawinskis »Frühlingsopfer« feierte im Rahmen des Doppeltanzabends »Le sacre du printemps« am 29. Februar 2020 am Staatstheater Darmstadt Premiere. Das Hessische Staatsballett war bisher viermal für den FAUST-Preis nominiert. Es ist nun die zweite Auszeichnung.

»Wir sind sehr stolz auf unser Hessisches Staatsballett!«, freuen sich Uwe Eric Laufenberg, Intendant des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, und Karsten Wiegand, Intendant des Staatstheaters Darmstadt.

»Ich bin sehr glücklich, dass wir Bryan Arias beauftragen konnten, diese Produktion für uns zu schaffen, und dass das Ergebnis dieser inspirierenden Zusammenarbeit nun mit dem wichtigsten deutschen Theaterpreis belohnt wird«, betont Bruno Heynderickx, Ballettdirektor des Hessischen Staatsballetts.

Am Samstag, den 21. November 2020 wurde im Staatstheater Hannover der Deutsche Theaterpreis »DER FAUST« coronabedingt digital verliehen. Ausgezeichnet wurden Künstlerinnen und Künstler, deren Arbeit wegweisend für das deutsche Theater ist. »DER FAUST« ist ein nationaler, undotierter Theaterpreis, der auf die Leistungskraft und künstlerische Ausstrahlung der Theater aufmerksam macht und diese würdigt.

Der Deutsche Theaterpreis »DER FAUST 2020« wird gefördert durch die Kulturstiftung der Länder, die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste und den Deutschen Bühnenverein.

Die Wiederaufnahme am Staatstheater Darmstadt und die Premiere am Hessischen Staatstheater Wiesbaden sind in Abhängigkeit der Coronasituation noch in dieser Spielzeit geplant.

—| Pressemeldung Hessisches Staatstheater Wiesbaden |—

Stuttgart, Staatsoper Stuttgart, Mefistofele – video on demand für alle , bis24.04.2020

Staatsoper Stuttgart

Oper Stuttgart © Matthias Baus

Oper Stuttgart © Matthias Baus

Mefistofele
noch bis Freitag bei #OpertrotzCorona

Mefistofele kehrt zurück! Zwar nicht wie geplant im Opernhaus, dafür kostenlos als Video-on-Demand bei #OpertrotzCorona. Arrigo Boito reflektiert in Mefistofele über die Macht des Bösen und kondensierte beide Teile von Johann Wolfgang Goethes Faust zu einer Oper. Regisseur Àlex Ollé holt das Werk ins Heute und stellt dabei die Figur des teuflischen Verführers in den Mittelpunkt, einen Psychopath, der die Personifizierung der grausamen Wildheit des Bösen darstellt.

Arrigo Boito MEFISTOFELE Live aufgenommen am 12. Juli 2019 im Opernhaus Stuttgart Ermöglicht durch die LBBW, Digitalpartner der Staatsoper Stuttgart

Musikalische Leitung: Daniele Callegari • Regie: Àlex Ollé (La Fura dels Baus) • Bühne: Alfons Flores • Kostüme: Lluc Castells • Licht: Urs Schönebaum • Dramaturgie: Franz-Erdmann Meyer-Herder • Chor: Manuel Pujol • Mefistofele: Mika Kares • Faust: Antonello Palombi • Margherita/Elena: Olga Busuioc • Wagner/Nerèo: Christopher Sokolowski • Marta/Pantalis: Fiorella Hincapié Staatsopernchor Stuttgart Kinderchor der Staatsoper Stuttgart Staatsorchester Stuttgart

—| Pressemeldung Staatsoper Stuttgart |—

Bielefeld, Theater Bielefeld, Premiere FAUST – Charles Gounod, 29.02.2020

Februar 5, 2020 by  
Filed under Oper, Premieren, Pressemeldung, Theater Bielefeld

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Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

  FAUST  –  Charles Gounod

Premiere Samstag 29.02.20, 19:30 Uhr, weitere Termine  04.03., 19.03., 22.03., 27.03., 12.04., 21.05., 31.05.2020

Libretto von Jules Barbier und Michel Florentin Carré nach Carrés Drame fantastique Faust et Marguerite und Johann Wolfgang Goethes Faust.  Der Tragödie erster Teil / In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Wenn sich am Ende eines Lebens das Gefühl einstellt, das Wesentliche verpasst zu haben, seine Energie und Lebenszeit einfach für die falschen Dinge verschwendet zu haben, wäre es dann nicht verlockend, eine zweite Chance angeboten zu bekommen? Einen Neustart des Lebens, im vollen Bewusstsein dessen, was man beim ersten Mal falsch gemacht hat? Der alte Faust muss nicht lange überlegen, als der Teufel Méphistophélès ihm die Erfüllung seines sehnlichsten Wunsches verspricht: Im Austausch für erneute Jugend ist Faust sofort bereit, seine Seele zu verpfänden. War sein erstes Leben ganz der geistigen Erkenntnis gewidmet, will er nun sinnlichen Rausch und pure Leidenschaft erleben. Mit der Unterstützung seines teuflischen Begleiters gelingt es dem verjüngten Faust leicht, die gutgläubige Marguerite zu umgarnen. Doch als sie schwanger wird, ist sein Interesse an ihr längst erloschen. Während er bereits auf neuen Rausch aus ist, beginnt für sie ein existentieller Kampf.

Johann Wolfgang von Goethe Leipzig © IOCO / HGallee

Johann Wolfgang von Goethe Leipzig © IOCO / HGallee

Kaum ein anderes Theaterstück hat im deutschen Sprachraum wohl so eine Wirkungsmacht entwickelt wie Goethes Faust. Jede Veränderung, jede Adaption wurde hierzulande mit Argusaugen beobachtet, so dass sich lange Zeit fast niemand daran wagte, diese Tragödie (mit Ausnahme fragmentarischer Annäherungen wie einzelner Liedvertonungen) als Quelle eigener Inspiration zu nutzen. So verwundert es wenig, dass die bedeutendsten Faust-Opern außerhalb Deutschlands entstanden. In den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts wuchs in Frankreich das Interesse an den Werken Shakespeares, E. T. A. Hoffmanns und Goethes, welche die französische Romantik beflügelten. Mehrfach wurde Goethes Faust ins Französische übersetzt und diente – unbeeinträchtigt von der lähmenden Verehrung des deutschen Nationaldichters – auch als Ideen-Steinbruch für höchst bühnenwirksame Spektakel, wozu ein Teufelspakt ja beste Gelegenheiten bietet. Das Schauspiel Faust et Marguerite von Michel Florentin Carré, welches Charles Gounod für seine 1859 uraufgeführte Oper als Vorlage wählte, hält sich da im Handlungsverlauf geradezu eng an den ersten Teil der Goethe’schen Tragödie. Doch wie der um Marguerite ergänzte Titel schon nahelegt, rückt die Liebesthematik in den Fokus. Aus Respekt vor der Vorlage, aber nicht ganz zu Unrecht wurde im Heimatland des Faust die neu entstandene Opernadaption daher zunächst in Margarethe umbenannt. Der Siegeszug dieser französischen Faust-Variante ließ sich davon aber nicht aufhalten. Kein Wunder, dass sogar die Metropolitan Opera in New York mit Faust eröffnet wurde, schuf Gounod doch hier Paraderollen für gleich vier Stimmfächer und reiht sich schier ein Hit an den anderen – von Valentins Abschied über Marguerites »Juwelenarie « und Fausts berühmter Kavatine »Salut! Demeure chaste et pure« bis hin zu Méphistophélès’ »Rondo vom Goldenen Kalb« sowie natürlich den schmissigen und ohrwurmverdächtigen Chornummern.

Das Motiv des Erkenntnissuchens und des Grenzüberschreitens zum Metaphysischen wird in Gounods Faust nur kurz gestreift, denn dieses gelebte und unbefriedigende Leben möchte Faust zurücklassen. So ist es auch weniger eine Wette, die er mit Méphistophélès eingeht, denn ein klar formulierter Pakt. Faust fordert die Jugend ein und alle damit verbundenen, besonders erotischen Freuden. Dass der Teufel in der Lage ist, ihm diesen vergänglichen Rausch zu verschaffen, daran herrscht kein Zweifel. Und damit beginnt die große Vergnügungsmaschinerie des Méphistophélès, die gleichermaßen Faust wie Marguerite einlullen und ins Verderben stürzen soll.

Der japanische Regisseur Tomo Sugao und das in Bielefeld bereits bestens bekannte Ausstattungsteam Timo Dentler und Okarina Peter ziehen den alten Faust aus seinem kargen Studierzimmer in ein bildmächtiges Delirium. Wie von Faust gewünscht, scheint sich alles nur noch um ihn zu drehen – teuflische Verführungsshow oder pure Einbildung?

Alle Moral über Bord werfend, lässt sich Daniel Pataky als Faust von der Todessehnsucht des Alters hin zu wilden Jugendsünden verlocken. Alternierend setzen Yoshiaki Kimura und Moon Soo Park ihre dunklen Stimmen und schwarze Magie ein, um als Méphistophélès die menschlichen Seelen in die Verdammnis zu reißen. Auch die unschuldige Marguerite zeigt sich verführbar, Dušica Bijelics Stimme brilliert mit den geschenkten Juwelen um die Wette. Weder Marguerites Bruder Valentin, dargestellt von Evgueniy Alexiev, noch die ehrliche Liebe des jungen Siebel, alternierend gesungen von Hasti Molavian und Marija Jokovic, können der teuflisch unterstützen Anziehungskraft Fausts auf Marguerite etwas entgegensetzen. Als Nachbarin Marthe und als Wagner geraten auch Katja Starke und Enrico Wenzel in das Netz Méphistophélès’.

Unter der Leitung von GMD Alexander Kalajdzic vereinigen sich Mitglieder von EMotion, die Herren des Extrachors, der Bielefelder Opernchor und die Bielefelder Philharmoniker zu einem teuflischen Spektakel.

Musikalische Leitung Alexander Kalajdzic / Inszenierung Tomo Sugao / Bühne und Kostüme Timo Dentler, Okarina Peter / Choreografische Mitarbeit Gianni Cuccaro / Dramaturgie Anne Christine Oppermann / Choreinstudierung Hagen Enke / Mit Evgueniy Alexiev / Dušica Bijelic / Yoshiaki Kimura / Hasti Molavian / Moon Soo Park / Daniel Pataky / Katja Starke / Enrico Wenzel / Mitglieder von E-Motion / Herren des Extrachores / Bielefelder Opernchor / Bielefelder Philharmoniker

Nächste Termine 04.03., 19.03., 22.03., 27.03., 12.04., 21.05., 31.05.20
Karten 0521 / 51-5454 // www.theater-bielefeld.de

INSZENIERUNG
1979 in Sapporo geboren, wuchs Tomo Sugao in Chicago, Michigan, Amsterdam, Düsseldorf und Tokio auf, wo er an der International Christian University studierte. Mit 19 Jahren gab er bereits sein Regiedebüt mit einer Inszenierung der Zauberflöte. 2004–2008 war er als Spielleiter und Regieassistent am New National Theatre Tokyo engagiert, 2008–2012 in gleicher Funktion an der Komischen Oper Berlin. Seit Herbst 2012 ist er freischaffender Regisseur. Neben diversen Uraufführungen (darunter The Firmiana Rain am National Theatre Taiwan sowie Ghost Love am Hong Kong City Hall Theatre) inszenierte er unter anderem Robin Hood (2014) am Züricher Opernhaus, Norma (2015) an der Prager Staatsoper, Le Nozze di Figaro (2012), Don Giovanni (2015) und Così Fan Tutte (2018) am Nissay Theatre in Tokyo, Les Huguenots (2016), Nixon in China (2018) und Götterdämmerung (2019) am Mainfranken Theater Würzburg, Der Freischütz (2017) und Das Märchen vom Zaren Saltan (2018) am Hyogo Performing Arts Center, The Hogboon (2017) und Momotaro (2019) in der Philharmonie Luxembourg, Die Zauberflöte für Kinder (2018) bei den Salzburger Festspielen und zuletzt am Theater Dortmund Turandot (2019) und Madama Butterfly (2019).

Er war Stipendiat des Kulturministeriums Japans (2008) und des Richard Wagner Verbandes Würzburg (2009). Außerdem wurde er für seine Inszenierung von Le Nozze di Figaro (2012) mit dem Gotoh Cultural Award ausgezeichnet. Im Jahr 2013 listete die Zeitschrift Bungei Shunju 108 herausragende Persönlichkeiten auf, die Japans Zukunft repräsentieren und zählt zu diesen auch Tomo Sugao. Seine Deutung von Nixon in China (2018) wurde vom Bayerischen Rundfunk als eine der »10 wichtigsten Inszenierungen 2018« gekürt.

BÜHNE UND KOSTÜME
Timo Dentler, geboren in Ulm, studierte von 1990 bis 2000 Bühnenbild an der Kunstakademie Düsseldorf bei Karl Kneidl, dessen Meisterschüler er 1999 wurde. 1996 erhielt er den Markus-Lüpertz-Preis der Kunstakademie Düsseldorf. Erste Engagements führten ihn von 1992 bis 1998 als Bühnenbild- und Kostümbildassistent ans Berliner Ensemble, an die Oper Frankfurt, die Wiener Festwochen und die Münchner Kammerspiele. Er arbeitete in der Zeit u. a. eng mit Peter Zadek und Peter Palitzsch zusammen. Seit 1999 arbeitet Timo Dentler international als Bühnen- und Kostümbildner für Häuser wie die Staatsoper Stuttgart, das Zürcher Schauspielhaus, die Bregenzer Festspiele, das Nationaltheater Mannheim, das Staatstheater Nürnberg, das Badische Staatstheater Karlsruhe, das Düsseldorfer Schauspielhaus, das Kölner Schauspielhaus, das Staatstheater am Gärtnerplatz München, das Centraltheater Leipzig, das Staatstheater Mainz, das Staatstheater Wiesbaden sowie die Theater in Darmstadt, Magdeburg, Augsburg, Bremen, Bern, Luzern, Freiburg, Cottbus und Osnabrück.

Seit 2002 verbindet ihn eine enge Zusammenarbeit mit Okarina Peter, mit der er gemeinsam 2009, 2011, 2013 und 2016 von der Fachzeitschrift Opernwelt als bester Bühnenbildner und 2011 und 2016 als bester Kostümbildner nominiert wurde. An der Staatsoper Stuttgart unter Klaus Zehelein stattete er Moskau Tscherjomuschki von Schostakowitsch, Mario und der Zauberer, Die Reisende Ceres von Haydn sowie Aeneas in Kartago aus. Am Theater Bielefeld entstanden u. a. die Bilder zu Viaggio a Reims, Oedipe von Enescu, Tristan und Isolde, Le nozze di Figaro, L’arbore di Diana, Don Pasquale, Falstaff sowie Ruslan und Ludmilla, am Theater Freiburg Le Negres, für die Bregenzer Festspiele Brittens Paul Bunyan sowie für das Staatstheater Mannheim Catone in Utica. Für den Regisseur Immo Karaman entwarf er Bühnenbilder und Kostüme für die Produktionen Die Bestmannoper (Theater Osnabrück), Prova di Orchestra (Oper Bern), Nabucco (Staatstheater Nürnberg), Aida (Staatstheater Wiesbaden) sowie Die Liebe zu den drei Orangen (Staatstheater am Gärtnerplatz und Theater Klagenfurt). Im Team von Walter Sutcliffe entstanden Don Giovanni, Orpheus in der Unterwelt, Zar und Zimmermann, Manon Lescaut und Der Zwerg, mit der Regisseurin Petra Luisa Meyer Peter Grimes und Violanta. Timo Dentler arbeitet auch erfolgreich als Bühnen- und Kostümbildner für Schauspielproduktionen. Diese Tätigkeit führte ihn an Häuser wie das Deutsche Theater Berlin, das Schauspielhaus Zürich, das Düsseldorfer Schauspielhaus, das Schauspiel Köln, das Staatstheater Mainz, das Staatstheater Karlsruhe, das Theater Bremen, das Staatstheater Darmstadt, das Nationaltheater Mannheim sowie zu den Mühlheimer Theatertagen. Musical-Produktionen in seiner Ausstattung waren u. a. Hair und Blues Brothers am Theater Augsburg, Company am Nationaltheater Mannheim/Theater Bielefeld, Die Hexen von Eastwick am Theater Bielefeld, Titanic bei den Bad Hersfelder Festspiele und Next to Normal am Theater Dortmund. Zuletzt entwarf er Bühne und Kostüme für La Forza del Destino am Staatstheater Wiesbaden und für Händels Siore bei den Internationalen Händelfestspielen Göttingen. Die aktuellsten Arbeiten führten ihn u. a. zusammen mit Peter Konwitschny an die Königliche Oper nach Kopenhagen. An der Semperoper Dresden debütierte er gemeinsam mit Okarina Peter 2011 mit der Ausstattung für Simplicius Simplicissimus. 2012 folgten dort Bühnenbild und Kostüme für Die Prinzessin auf der Erbse sowie 2013 für Ernst Kreneks Das geheime Königreich und 2014 für die Uraufführung Karl May, Raum der Wahrheit von Manos Tsangaris und Marcel Beyer. In der Saison 2014/15 entwarf er an der Semperoper gemeinsam mit Okarina Peter das Bühnenbild und die Kostüme für Die Brüder Löwenherz. Als Team zeichnen sie 2015/16 für die Ausstattung von R.Hot bzw. Die Hitze von Friedrich Goldmann verantwortlich, 2016/17 für die Uraufführung The Killer in me is the Killer in you my darling. Weitere Projekte mit Okarina Peter führten ihn in jüngster Zeit an die Oper Graz (Il Barbiere di Siviglia / R: Axel Köhler), an das Theater Chemnitz (Der Zwerg / R: Walter Sutcliffe), ans Theater Dortmund (Next to Normal / R: Stefan Huber) sowie zu den Maifestspielen ans Staatstheater Wiesbaden (Forza del Destino / R: Immo Karaman). In Zusammenarbeit mit Peter Konwitschny entstanden Boris Godunov für die Oper Nürnberg, die Oper Göteborg, das Theater Lübeck und die Volksoper Wien sowie Lady Macbeth von Mzensk für das Theater Augsburg und Königliche Oper Kopenhagen.

Am Theater Bielefeld stattetet er gemeinsam mit Okarina Peter zuletzt Jaques Offenbachs Orpheus in der Unterwelt und Jugendliebe aus. Okarina Peter, geboren in Konstanz, studierte von 1994 bis 2000 Bühnen- und Kostümbild an der Kunstakademie Düsseldorf bei Karl Kreidl, dessen Meisterschülerin sie 1999 wurde. Als Bühnen- und Kostümbildassistentin arbeitete sie bereits während ihres Studiums am Düsseldorfer Schauspielhaus, am Theater Bremen, an den Münchner Kammerspielen und bei den Wiener Festwochen u. a. bei Karl Kneidl und Peter Zadek. Seit 1999 ist Okarina Peter als freischaffende Bühnen- und Kostümbildnerin tätig und hat sich seitdem als eine der interessantesten Ausstatterinnen ihrer Generation etabliert. Sie arbeitet für Schauspiel und Oper, wobei das Musiktheater in den letzten Jahren zu einem Schwerpunkt geworden ist. Die von ihr ausgestatteten Werke gehören häufig nicht zu den Standardwerken des Repertoires und zeugen vom großen Phantasiereichtum und der Neugier von Okarina Peter: Händels Siroe (Händelfestspiele Göttingen 2013, Rezniceks Ritter Blaubart (Augsburg 2012), K. A. Hartmanns Simplicius Simplicissimus (Semperoper 2011), Prokofjews Liebe zu den drei Orangen (Staatstheater am Gärtnerplatz 2011) sind ebenso darunter wie eine Reihe Uraufführungen. »Klassikern« wie Aida und La Forza del Destino (Wiesbaden 2012 bzw. 2014), Die Zauberflöte (Leipzig 2010) und Tristan und Isolde (Bielefeld 2008), Otello (Augsburg 2017) weiß sie dabei ebenso ein modernes Bild zu verleihen. Seit 2002 verbindet sie eine enge Zusammenarbeit mit Timo Dentler, mit dem sie gemeinsam 2009, 2013 und 2016 von der Fachzeitschrift Opernwelt als beste Bühnenbildnerin sowie 2011 und 2016 als beste Kostümbildnerin nominiert wurde. Zu ihren bisherigen Auftraggebern zählen Häuser wie die Staatsoper Stuttgart, das Zürcher Schauspielhaus, die Bregenzer Festspiele, das Nationaltheater Mannheim, das Staatstheater Nürnberg, das Staatsschauspiel Dresden, das Opernhaus Halle, das Badische Staatstheater Karlsruhe, das Staatstheater am Gärtnerplatz München, das Centraltheater Leipzig, das Kölner Schauspielhaus, das Staatstheater Wiesbaden sowie die Theater von Luzern, Magdeburg, Freiburg, Augsburg und Bielefeld.

Weitere Produktionen führten sie unter anderem an die Oper Graz (Il Barbiere di Siviglia / R: Axel Köhler), an das Theater Chemnitz (Der Zwerg / R: Walter Sutcliffe), ans Theater Osnabrück (Manon Lescaut / R: Walter Sutcliff) und ans Theater Dortmund (Next to Normal / R: Stefan Huber). Mit vielen Häusern, darunter die Semperoper Dresden, verbindet Okarina Peter mittlerweile eine regelmäßige Zusammenarbeit: Hier gab sie gemeinsam mit Timo Dentler 2011 ihr Debüt mit der Ausstattung für Simplicius Simplicissimus. Es folgten 2012 Bühnenbild und Kostüme für Die Prinzessin auf der Erbse sowie 2013 für Ernst Kreneks Das geheime Königreich und 2014 für die Uraufführung Karl May, Raum der Wahrheit von Manos Tsangaris und Marcel Beyer. In der Saison 2014/15 entwarf sie gemeinsam mit Timo Dentler Bühnenbild und Kostüme für die Auftragskomposition Die Brüder Löwenherz. 2015/16 zeichneten sie als Team für die Ausstattung von R.Hot bzw. Die Hitze von Friedrich Goldmann verantwortlich, 2016/17 für die Uraufführung The Killer in me is the Killer in You My Darling. In Zusammenarbeit mit Peter Konwitschny entstanden Lady Macbeth von Mzensk an der Königlichen Oper Kopenhagen und am Theater Augsburg, sowie Boris Godunow am Staatstheater Nürnberg. Diese Produktion wird auch an der Oper Göteborg sowie am Theater Lübeck und an der Volksoper Wien zu sehen sein. Am Theater Bielefeld stattetet sie gemeinsam mit Timo Dentler zuletzt Jaques Offenbachs Orpheus in der Unterwelt und Jugendliebe aus.

BESETZUNG
Faust Daniel Pataky
Méphistophélès Yoshiaki Kimura / Moon Soo Park
Marguerite Dusica Bijeli?
Valentin Evgueniy Alexiev
Siebel Hasti Molavian
Marthe Katja Starke
Wagner Enrico Wenzel

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Ludwigsburg, Ludwigsburger Schlossfestspiele, Der Freischütz – ganz französisch, 12.07.2019

Juli 1, 2019 by  
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Ludwigsburger Schlossfestspiele

Ludwigsburger Schlossfestspiele / Der Freischütz © Julien Benhamou

Ludwigsburger Schlossfestspiele / Der Freischütz © Julien Benhamou

Der Freischütz – Carl Maria von Weber

Französische Neuinszenierung bei den Schlossfestspielen

Am Freitag, 12. Juli 2019 feiert Der Freischütz in der Neuinszenierung von Clément Debailleul und Raphaël Navarro seine Deutschlandpremiere im Rahmen der Ludwigsburger Schlossfestspiele. Die deutsch-französische Koproduktion der Schlossfestspiele mit Insula orchestra, dem Chor accentus und der Compagnie 14:20 besticht durch ihre poetisch-nachdenkliche Interpretation eines Stoffes, der bei seiner Uraufführung 1821 den Nerv des deutschen Publikums und der gerade entstehenden deutschen Nationalbewegung traf.

Während Webers Freischütz auf den Bühnen des deutschsprachigen Raumes zum Standardrepertoire gehört, wagen sich ausländische Ensembles eher selten an die »deutsche Nationaloper«. Dabei, das wurde bereits bei der Premiere der Koproduktion deutlich, eröffnet der Blick von außen einmal ganz andere Sichtweisen auf den altbekannten Opernstoff. Das junge französische Regieteam legt das Augenmerk seiner Inszenierung auf die dunkle Seite der Romantik, die in den handelnden Figuren der Oper zum Ausdruck kommt. Feinfühlig geben die beiden Regisseure den subtilen, ungreifbaren Ängsten und den übernatürlichen Kräften, die die Protagonisten umtreiben, in ihrer Interpretation Raum und legen die Rituale und Mythen der Jagdgemeinschaft offen. Im Zentrum ihrer Betrachtung steht weniger die ernsthafte oder ironische Auseinandersetzung mit der deutschen Identität, sondern die Frage, inwiefern eines jeden individuelle Ängste sein Handeln bestimmen.

Ludwigsburger Schlossfestspiele / Der Freischütz © Julien Benhamou

Ludwigsburger Schlossfestspiele / Der Freischütz © Julien Benhamou

Markenzeichen der beiden Regisseure, die neben der Arbeit an der künstlerischen Bewegung der Magie Nouvelle mit ihrer Compagnie 14:20 auch schon für den Cirque du Soleil tätig waren, ist der Einsatz spezieller Hologrammtechnik. Mit den Mitteln des Bühnenzaubers werden Akteure von ihren Körpern gelöst und Bewegungen in Zeitlupe sichtbar gemacht, ätherische Szenen kreiert und die Grenzen von Realität und Illusion aufgehoben. So entstehen innerhalb der Inszenierung immer wieder verblüffende Bilder, die die geheimnisvollen und übernatürlichen Elemente der Freischütz-Erzählung um eine magische Ebene erweitern. Mit dem Artisten und Jongleur Clément Dazin, der die Rolle des schwarzen Jägers Samiel verkörpert, lassen die Regisseure in ihre Inszenierung auch Elemente der Zirkuskunst einfließen.

Ludwigsburger Schlossfestspiele / Der Freischütz © Julien Benhamou

Ludwigsburger Schlossfestspiele / Der Freischütz © Julien Benhamou

Die Musikalische Leitung der Produktion hat die französische Dirigentin Laurence Equilbey. Als Gründerin und künstlerische Leiterin des Chores accentus und des Insula orchestras hat sie sich in den letzten Jahren an der Spitze der Experten für Chorsinfonik und

A-cappella-Musik positioniert. Das Zusammenwirken von historisch informiertem Orchester und Chor mit einem Ensemble aus hochkarätigen jungen Gesangssolisten, darunter Tuomas Katajala als Max, Vladimir Baykov als Kaspar und Johanni van Oostrum als Agathe, rückt diesen Freischütz auch klanglich in ein besonderes Licht: »Eine Offenbarung«, schreibt Jonathan Sutherland auf Operawire.

Ludwigsburger Schlossfestspiele / Der Freischütz © Julien Benhamou

Ludwigsburger Schlossfestspiele / Der Freischütz © Julien Benhamou

Dem Ludwigsburger Festspielpublikum ist Equilbey, die u.a. bei Eric Ericson, Denise Ham, Colin Metters und Jorma Panula studierte, bereits aus dem Jahr 2017 bekannt, als sie die gefeierte Inszenierung von La Fura Dels Baus: Haydns Schöpfung dirigierte. Darüber hinaus stand die vielseitige Künstlerin beispielsweise am Pult des hr-Sinfonieorchesters, des BBC National Orchestra und des Collegium Vocale Gent. Sie ist regelmäßige Gastdirigentin am Grand Théâtre de Provence und der Philharmonie Paris. Im 2017 eingeweihten Pariser Kulturzentrum La Seine Musicale ist Equilbey regelmäßig mit dem Insula orchestra zu erleben, das dort als Orchestra in Residence wirkt.

Clément Debailleul und Raphaël Navarro lernten sich als Jugendliche 1996 beim Festival Circa kennen. Im Jahr 2000 gründeten sie gemeinsam mit Valentine Losseau die Compagnie 14:20. Das Künstlerkollektiv verfasste das Manifest der »Magie Nouvelle« und begründete damit einen wichtigen Zweig der zeitgenössischen französischen Kunst- bzw. Theaterszene. Die Magie Nouvelle vereint u.a. Einflüsse aus Tanz, Theater, Zirkus und Malerei miteinander und macht sich die Unausgewogenheit der menschlichen Sinne zu Nutze. Zu ihren Projekten gehören unter anderem ein selbstverwaltetes Labor für magische Experimente, sowie die Forschung über Praktiken der Magie auf der ganzen Welt. Raphaël Navarro erhielt 2018 gemeinsam mit Valentine Losseau den Preis »Autor des Jahres« für die Zirkuskünste in ihrer Inszenierung von Goethes »Faust« an der Comédie Française. Ihre Inszenierungen, Installationen, Ausstellungen und Performances führten das Kollektiv bereits in die Dansehallern Kopenhagen, das Invisible Dog Arts Center in New York sowie an das Centre Pompidou in Paris.

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