Dresden, Semperoper, Arabella – Richard Strauss, IOCO Kritik, 18.12.2018

Dezember 23, 2018 by  
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Semperoper

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

Arabella – Richard Strauss

Seit 2014 – Ein Klassiker an der Semperoper

Von Thomas Thielemann

Als Wiederaufnahme einer Übernahme von den Osterfestspielen bot am 7. Dezember 2018 die Semperoper eine recht ordentliche  Aufführung der Arabella von Richard Strauss

Im November 2014, als die Gesellschaft der Freunde der Staatskapelle noch eine übersichtliche Gruppe war, hatte der Technik-Direktor der Semperoper zu einer Besichtigung seines Tätigkeitsbereiches eingeladen. Während des Rundganges wurde gerade aus einem Transporter die zurückgeführten Bühnenaufbauten der Arabella entladen und Jan Seeger erklärte mit einem gewissen Stolz, welche Segmente des von Martina Sagna für die Felsenreitschule erdachten und in den Staatschauspiel –Werkstätten gebauten gewaltigen „Verschiebebahnhof“ für die hiesige Übernahme der Inszenierung auf der deutlich kleineren Bühne des Hauses in Wegfall kommen werden.

Semperoper Dresden / Arabella - hier : Camilla Nylund als Arabella und Katharina Konradi als Zdenka © Klaus Gigga

Semperoper Dresden / Arabella – hier : Camilla Nylund als Arabella und Katharina Konradi als Zdenka © Klaus Gigga

Bei den Osterfestspielen galt es vor allem wegen der Bühnengröße die Klangbilder zusammen zufassen, was in Dresden eigentlich nicht von Nöten ist. Nun wurden die Bühnenaufbauten nach 2015 für drei weitere Aufführungen aus der Einlagerung geholt.

Die Inszenierung der Florentine Klepper hatte 2014 etwas irritiert, da sie die Handlung um etwa 50 Jahre nach vorn verlegte. Das ermöglichte ihr aber, das Stück als Plädoyer für die erotische Selbstbestimmung der Frau, als Plädoyer für das Recht auf kompromisslose Liebe ohne Wenn und Aber einschließlich auch der Pflicht zum Verzeihen zu gestalten. So wurde aus der Hofmannthalschen Komödie im Grunde ein emanzipatorisches Frauenstück.

Die Titelrolle gestaltete Camilla Nylund mit ihrem feinen doch sehr kräftigen Sopran und überzeugender Darstellung. Mit einem von Innen kommenden Selbstbewusstsein erreicht sie, nur den für sie „Richtigen“ heiraten zu können. Mit ihrem noblen Sopran und ihrer Bühnenpräsenz setzte sie immer wieder richtige Akzente im Geschehen.

Mit einem blitzsauberen silbernen Sopran gestaltete die in Kirgistan geborene Katharina Konradi die doch etwas tragische Rolle der verkleideten Zdenka. Mit einer natürlichen, sympathischen Darstellung wirkte sie immer glaubhaft. Rührend die Dringlichkeit, mit der sie um die scheinbar vergebliche Liebe zum Matteo ringt.

Arabella – Richard Strauss
Youtube Trailer von euronews zur Arabella Premiere in 2014
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Der Mandryka von Bo Skovhus wirkt gesanglich und darstellerisch mitunter etwas zaghaft, als ob er die Unsicherheit des Provinzlers in der Kaiserstadt Wien zum Ausdruck bringen wollte. Der Offizier Matteo wird von Thomas Blondelle mit einem gewissen, aber zur Rolle passendem Überengagement gesungen. Die Eltern Kurt Rydl als Graf Waldner und Christa Mayer als besorgte Mutter Adelaide bildeten das dritte Paar auf der Bühne. Christa Mayer war in jeder Hinsicht gesanglich und darstellerisch die Dame von Adel, die mit mütterlicher Sorge und Kontenance immer besorgt auf Etikette und Ansehen bedacht alles im Gleichgewicht zu halten. Eine komödiantische Leistung der besonderen Art bot Kurt Rydl mit seiner köstlichen Charakterstudie voller Witz und Ironie, wie er immer wieder das frisch erhaltene Geld zählt, aber umgehend wieder verspielt.

Olga Pudova gilt als eine der aufregendsten Koloratursopranistinnen unserer Zeit. Ansonsten als Königin der Nacht im Hause tätig, gab sie mit der Fiakermilli ihr gelungenes Rollendebüt. Uns beglückte sie mit einer prachtvollen sängerischen und darstellerischen Leistung.

Aber auch die Rollen der weiteren Bewerber um die Hand der Arabella fügten sich mit Martin-Jan Nijhof als Graf Dominik, Patrik Vogel als Graf Elmer und Alexandros Stavrakakis (seit 2018 im Ensemble) als Graf Lamoral in die Qualität der Aufführung mit ordentlichem Gesang ein. Sabine Brohm war eine präsente Kartenlegerin.  Recht dezent rundete der massive Chor den optischen Eindruck der Aufführung ab.

Semperoper Dresden / Arabella -  hier mit Camilla Nylund als Arabella, Bo Skovhus als Mandryka, Kurt Rydl als Graf Waldner , Christa Mayer als Adelaide, Thomas Blondell als Matteo © Klaus Gigga

Semperoper Dresden / Arabella – hier mit Camilla Nylund als Arabella, Bo Skovhus als Mandryka, Kurt Rydl als Graf Waldner , Christa Mayer als Adelaide, Thomas Blondell als Matteo © Klaus Gigga

Naturgemäß waren die Erwartungen hoch, wie Asher Fisch die Musikalische Leitung bewältigen wird, haben doch viele noch die Aufführungen von 2014 und 2015 im Ohr. Andererseits hat Asher Fisch, seit er 2010 nach der überstürzten Flucht Fabio Luisis das Dirigat des Siegfried übernommen und bravurös bewältigt hatte, bei den Dresdenern einen Stein im Brett. Seit dem dirigierte er mehrfach das Wagner-Repertoire, Rigoletto und Maskenball im Hause; er und die Musiker kennen sich damit bestens.

Damit war es ihm möglich, seine Intensionen bei seinem ersten Strauss-Einsatz im Hause mit dem ihm auch folgendem Orchester ordentlich umzusetzen. Leider kam aber die in Dresden häufig erlebte Harmonie zwischen Graben und Bühne insbesondere im ersten Aufzug zu kurz. Oft wurde regelrecht nebeneinander musiziert und es blieb der Wunsch, dass bei leiserem Gesang das Orchester hätte zurück genommen werden sollen.

Die Ovationen waren herzlich und heftig, aber erstaunlich kurz.

—| IOCO Kritik Semperoper Dresden |—

Zürich, Opernhaus Zürich, Premiere La forza del destino, 27.05.2018

Mai 14, 2018 by  
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Opernhaus Zürich

Opernhaus Zürich © Dominic Büttner

Opernhaus Zürich © Dominic Büttner

 La forza del destino – Giuseppe Verdi

Premiere So, 27 Mai 2018

«Die Welt spielt verrückt. Was sind das bloss für Zeiten!» Dieser Satz aus Fra Melitones Munde, dem brummeligen Mönch aus La forza del destino (Die Macht des Schicksals), könnte programmatisch für Giuseppe Verdis 1861 uraufgeführte Oper stehen. Tatsächlich ist die Welt in diesem Musikdrama arg aus den Fugen. Verdi zeichnete mit seiner Oper ein schonungsloses Porträt einer von Kriegen geprägten, zerbrochenen Gesellschaft, in der Liebe, Zuneigung und Barmherzigkeit das Weltendunkel nur punktuell aufhellen. Die Hauptfiguren dieser Oper, die Liebenden Leonora und Don Alvaro sowie Leonoras Bruder Don Carlo, werden mitten in diese chaotische Welt hineingeworfen. Ein fataler Pistolenschuss, der Alvaro zum unglücklichen Mörder von Leonoras Vater macht, bewirkt, dass sich die Wege der Liebenden schicksalshaft trennen. Leonoras Bruder Carlo agiert in seiner verbohrten Rachsucht und seinem Hass zerstörerisch.

Mit La forza del destino schuf Verdi eine seiner kraftvollsten Partituren. Dass sie in den Händen von Fabio Luisi einen idealen Interpreten findet, dürfte nicht erst seit seiner aufregenden Interpretation von Verdis Requiem deutlich geworden sein. Die grossformatige Anlage des Stücks ist auch für Regisseur Andreas Homoki wie geschaffen. Die horrend schwierigen Gesangspartien sind exquisit besetzt: Als Leonora ist zum ersten Mal an unserem Hause die abchasisch-russische Sopranistin Hibla Gerzmava zu hören, den Alvaro singt Yonghoon Lee, und als Carlo ist der am Opernhaus bestens bekannte George Petean zu erleben.

Bei der Einführungsmatinee am Sonntag, 13. Mai um 11.15 Uhr im Bernhard Theater, ist unsere Dramaturgin Kathrin Brunner mit Regisseur Andreas Homoki sowie den Sängerinnen Hibla Gerzmava, J‘Nai Bridges und dem Bariton George Petean im Gespräch. Musikalische Ausschnitte geben erste Einblicke in die Produktion.
Partner Opernhaus Zürich

Musikalische Leitung Fabio Luisi Inszenierung Andreas Homoki, Bühnenbild Hartmut Meyer, Kostüme Mechthild Seipel, Lichtgestaltung Franck Evin, Choreographische Mitarbeit Kinsun Chan, Choreinstudierung Janko Kastelic Dramaturgie Kathrin Brunner

Donna Leonora : Hibla Gerzmava, Don Carlo di Vargas : George Petean, Don Alvaro :Marcelo Puente, Preziosilla : J’Nai Bridges, Il Marchese di Calatrava, Padre Guardiano : Christof Fischesser, Fra Melitone : Ruben Drole, Mastro Trabuco : Jamez McCorkle

Philharmonia Zürich, Chor der Oper Zürich, Chorzuzüger, Zusatzchor des Opernhauses Zürich

La forza del destino – weitere Vorstellungen  So, 27 Mai 2018, 19:00, Mi, 30 Mai 2018, 19:00, Sa, 2 Jun 2018, 19:00, Do, 7 Jun 2018, 20:00, So, 10 Jun 2018, 19:30

—| Pressemeldung Oper Zürich |—

Zürich, Opernhaus Zürich, Highlights Juli 2017

Opernhaus Zürich

Opernhaus Zürich © Dominic Büttner

Opernhaus Zürich © Dominic Büttner

Wiederaufnahme
Lohengrin
Am 4 Jul 2017 um 18.00 Uhr

In politisch unruhigen Zeiten wird Elsa von Brabant angeklagt, ihren Bruder, den Thronfolger des Herzogtums, umgebracht zu haben. In Elsas Not kommt ihr ein geheimnisvoller Ritter zu Hilfe, der unter einer Bedingung für sie streitet: Nie soll sie nach seinem Namen und seiner Herkunft fragen. In Lohengrin brachte Richard Wagner seine politischen Utopien von einer anderen Weltordnung zum Ausdruck. Andreas Homoki verlegte die Handlung in seiner Inszenierung in ein abgelegenes Bergdorf, in dem sowohl die politische Situation wie auch das Eintreten des Lohengrin-Wunders auch aus heutiger Zeit glaubhaft erscheinen.

Am Pult steht in dieser Wiederaufnahme Generalmusikdirektor Fabio Luisi. In der anspruchsvollen Titelpartie ist Brandon Jovanovich zu erleben, der nach internationalen Erfolgen als Stolzling, Siegmund und Lohengrin nun erstmals auch in Zürich in einer Wagner-Rolle zu hören ist. In unserem Backstage-Video erzählt Jovanovich über seine Zusammenarbeit mit Andreas Homoki.

Di, 4 Jul 2017, 18:00
Sa, 8 Jul 2017, 18:00
Mi, 12 Jul 2017, 18:00
So, 16 Jul 2017, 18:00


Opernhaus Züriich / Land des Lächelns - Prinz Sou Choug Piotr Beczala, Lisa Julia Kleiter © Foto T + T Fotografie Toni Sutera

Opernhaus Züriich / Land des Lächelns – Prinz Sou Choug Piotr Beczala, Lisa Julia Kleiter © Foto T + T Fotografie Toni Suter

Stimmen der Opernkritiker
Das Land des Lächelns
Nur noch bis zum 13 Jul 2017

Für unsere Neuproduktion kehrt der Weltstar Piotr Beczala als Prinz Sou-Chong ans Opernhaus Zürich zurück, der wie kein Zweiter in der Tradition des legendären Tenors Richard Tauber steht; mit Julia Kleiter als Lisa hat er eine ebenbürtige Partnerin. Dass das Genre der Operette besonderer Sorgfalt bedarf, wissen auch Fabio Luisi und Andreas Homoki: Sie erklären diese Operette zur Chefsache.

Do, 6 Jul 2017, 19:00
So, 9 Jul 2017, 20:00
Do, 13 Jul 2017, 19:00


Wiederaufnahme
Il barbiere di Siviglia
Am 7 Jul 2017 um 19.00 Uhr

Liebe, List und Geld – das sind die Zutaten, aus denen Gioachino Rossini seine populärste Opera buffa Il barbiere di Siviglia gemixt hat. Seit der Uraufführung von 1816 hat Rossinis Komödie, die auf Beaumarchais‘ gleichnamigem Theaterstück basiert, nichts von ihrer Frische eingebüsst. Unmöglich, sich der rhythmischen Sogkraft, den Crescendo-Spiralen, den irrwitzigen Ensembles oder Arien-Highlights zu entziehen!

In der Wiederaufnahme wird ein Rossini-erprobtes, überaus spielfreudiges Ensemble zu erleben sein: Anna Goryachova als charmante, aber auch durchtriebene Rosina und Maxim Mironov, als ihr Geliebter Almaviva. Als Figaro brilliert Andrzej Filonczyk, Carlos Chausson kehrt als Bartolo ans Opernhaus zurück. Rossinis gut geöltes Räderwerk leitet der italienische Dirigent Enrique Mazzola.

Fr, 7 Jul 2017, 19:00
So, 9 Jul 2017, 14:00
Di, 11 Jul 2017, 19:00
Fr, 14 Jul 2017, 19:00


Pressemeldung Opernhaus Zürich

Dresden, Semperoper Dresden, Kulturparadies im Führungschaos, IOCO Aktuell, 08.07.2016

Juli 13, 2016 by  
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Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

 2015/16: Künstlerisch und wirtschaftlich erfolgreich

Kulturolymp mit Führungsdefizit

Die Semperoper Dresden, von Gottfried Semper (1803–1879) errichtet, ist seit vielen Jahren Kulturmagnet der Stadt und wirtschaftlich erfolgreich: Eindrucksvolle architektonische Kompositionen atmen in Stuckarbeiten, Prunkdecken, Proszeniumsfries und Schmuckvorhang den humanistischen Geist von Antike und Renaissance. Auch künstlerisch bietet die Semperoper viel: Viele attraktive Produktionen der Semperoper werden überregional wahrgenommen, bilden einen Teil von Dresdens Attraktivität ab. Das ZDF_Silvesterkonzert ist seit Jahren ein Kultur-Highlight der Semperoper, 2015 mit Megastar LangLang. So kämpfen Dresden-Touristen wie Einheimische beständig um Karten für Vorstellungen des 1300 Besucher fassenden Hauses.

Semperoper Dresden / 2011 Bestellung von Thielemann © IOCO

Semperoper Dresden / 2011 Bestellung von Thielemann © IOCO

Dabei ist die Führungsetage der Semperoper seit Jahren chaotisch wie unbesetzt: Seit dem tragischen Tod der Intendantin Ulrike Hessler in 2012 besitzt die Semperoper nur eine „informelle“ künstlerische Führung. Der Belgier Serge Dorny, mit 5-Jahres-Intendantenvertrag in der Tasche, sollte 2014 neuer Intendant werden; doch er wurde vor Antritt seines Amtes ohne auffällige Gründe gefeuert, Streitwert vor Gericht €900.000. Christian Thielemann am Werk? Dorny hatte Anfang 2014 Zeichen gesetzt: Die Semperoper als „Touristenoper“ beschrieben in der er nicht „Türhüter für ein Museum“ sein wolle. Schon 2011 hatte GMD Fabio Luisi über einen Dissenz (Silvesterkonzert 2010) mit dem in München gerade gescheiterten und in Dresden angekommenen Christian Thielemann die Brocken hingeschmissen. Thielemann agiert seither als „Chefdirigent“ an der Semperoper, nicht als GMD. Peter Theiler, noch Intendant am Staatstheater Nürnberg, wird 2018 Chef der Semperoper werden. Dann wird die Semperoper über sechs Jahre ohne Intendant gewesen sein. Doch alles Rumoren und Quietschen in der Chefetage kann den künstlerischen wie wirtschaftlichen Erfolg der Semperoper nicht schmälern.

Hier der beeindruckende Status der Semperoper zur Spielzeit 2015/16:

Dresden / Frauenkirche © IOCO

Dresden / Frauenkirche © IOCO

Mit einer erfolgreichen künstlerischen Bilanz und hervorragenden Auslastungszahlen geht an der Semperoper Dresden die Spielzeit 2015/16 zu Ende. So wurde die Europäische Erstaufführung von John Harbisons  »The Great Gatsby« in der Inszenierung von Keith Warner mit großer Begeisterung vom Publikum aufgenommen, darunter ein ungewöhnlich großer Anteil von 18 Prozent Besuchern unter 30 Jahren und ein ebenfalls überdurch-schnittlicher Anteil (insgesamt 15 Prozent) von Opernneulingen, die erstmals eine Opernvorstellung besucht haben. Mit einer Platzauslastung von insgesamt 96 Prozent übertraf »The Great Gatsby« damit die Erwartungen, die sich mit einem zeitgenössischen Werk gewöhnlich verbinden. Paul Hindemiths Oper »Mathis der Maler«, die als Exot im gängigen Repertoire gilt und sich mit der hoch aktuellen Frage der politischen Verantwortung des Künstlers in der Gesellschaft beschäftigt, wurde erstmals in Dresdenaufgeführt und feierte mit rund 85 Prozent Auslastung an der Semperoper einen großen Erfolg. Die Erweiterung des Repertoires der Semperoper gelang auf heitere Weise mit einem sehr positiv rezipierten »Wildschütz« Albert Lortzings, während Philipp Stölzls Erfolgsproduktion »Cavalleria rusticana/Pagliacci«, ein Koproduktion mit den Osterfestspielen Salzburg 2015, in herausragender Besetzung ihre faszinierende Über- tragung auf die Bühne der Semperoper feierte.

In Semper 2 widmete sich die Semperoper der lohnenswerten Wiederentdeckung der beiden modernen Kammeropern »R. Hot bzw. Die Hitze« und »Der Kaiser von Atlantis«. Die vom Publikum bejubelten Repertoire-Klassiker »Don Giovanni« und »Eugen Onegin« vervollständigten schließlich den Reigen der Neuproduktionen, mit denen die Semperoper ihren anspruchsvollen und vielseitigen Spielplan pflegt und weiterentwickelt. Unter zahlreichen hochkarätig besetzten Wiederaufnahmen zog »Lohengrin« unter der musikalischen Leitung von Christian Thielemann mit den Wagner-Rollen-Debüts von Anna Netrebko und Piotr Beczala weltweit die größte Aufmerksamkeit auf sich. Auf dem Theaterplatz vor der Semperoper wurden diese beeindruckenden Debüts mit einem großen sommerlichen Semper Open Airvon Tausenden gefeiert. Das Semperoper Ballett zeugte in der zehnten Spielzeit seines Direktors Aaron S. Watkin einmal mehr von seiner stilistischen Versiertheit und Bandbreite, indem es den großen MacMillan-Ballettklassiker »Manon« mit dem renommierten Company-Neuzugang Melissa Hamilton auf die Bühne brachte und wenig später mit Alexander Ekmans unkonventioneller Neukreation »COW« triumphierte. Gefeierte, ausverkaufte Gastspieleführten die Company in der Saison 2015/16 nach Paris, St. Petersburg, Antwerpen und Göteborg. Über 300 Vorstellungen, darunter sechs große Opernpremieren, jeweils zwei Premieren in den Bereichen Kammeroper und Ballett und über 30 Repertoirestücke in allen Sparten sowie über 50 Konzerte der Sächsischen Staatskapelle Dresden machten die Saison 2015/16 an der Semperoper zu einem höchst erfolgreichen, vielfältigen und lebendigen Musiktheater-Jahr. In ihren Kernbereichen Oper, Ballett und Konzerte der Staatskapelle verzeichnet die Semperoper für die Spielzeit 2015/16 eine voraussichtliche Auslastung von 92,9 Prozent
.
Mit einem Kostendeckungsgrad für das Jahr 2015 von 42,8 Prozentliegt die Semperoper
in Deutschland weiterhin an der Spitze im Vergleich mit anderen großen Opernhäusern.
Ausblick auf die Spielzeit 2016/17:  Am 26. August beginnt die Spielzeit 2016/17. Der
Tag der offenen Semperoper mit der Archiv-Veranstaltung »Aktenzeichen: Salome« und dem abendlichen »Auftakt!«-Konzert findet am 18. Septemberstatt. Die erste Premiere der neuen Saison ist am 24. September Richard Strauss’ Musikdrama Salome in der Regie von Michael Schulz und mit Omer Meir Wellber am Pult der Sächsischen Staatskapelle. Die neue Spielstätte Semper Zwei wird am 16. Oktober mit der Uraufführung »the killer in me is the killer in you my love« eröffnet, einem Auftragswerk der Semperoper Dresden an den Komponisten Ali N. Askin.     / Juli 2016

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