Linz, Landestheater Linz, Premiere EUGEN ONEGIN – Peter Tschaikowsky, 14.04.2018

März 28, 2018 by  
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Landestheater Linz

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

EUGEN ONEGIN –  PETER I. TSCHAIKOWSKY

Text Peter Tschaikowsky  und Konstantin Schilowski, nach Alexander Puschkin

Premiere Samstag, 14. April 2018, 19.30 Uhr

Landestheater Linz / Eugen Onegin -Martin Achrainer als Eugen Onegin © Robert Josipovic

Landestheater Linz / Eugen Onegin -Martin Achrainer als Eugen Onegin © Robert Josipovic

1833 veröffentlichte Alexander Puschkin seinen Versroman Eugen Onegin und führte somit die Periode des großen, realistisch-poetischen Romans ein. 1879 setzte Peter Iljitsch Tschaikowsky die Geschichte über den gelangweilten Intellektuellen Eugen, der den Menschen und deren Gefühlen mit Sarkasmus begegnet, zur Musik russischer Romantik um und zeichnet so eine große, elegische Weiträumigkeit nach, in der sich die Charaktere ihren Liebesprojektionen ganz hingeben können. 1879 setzte Peter I. Tschaikowsky diese Geschichte der verpassten Chancen zur Musik russischer Romantik um und zeichnet so eine große, elegische Weiträumigkeit nach, in der sich die Charaktere ihren Liebesprojektionen ganz hingeben können.

Lischni tschelowekder überflüssige Mensch. Besonders in den Werken russischer Autoren wie Iwan Turgenew, Fjodor Dostojewski und Leo Tolstoi findet man diesen Archetypus des gelangweilten Intellektuellen, der zwar idealistisch denkt, aber durch seine allumfassende Passivität an der Moral der Gesellschaft nichts ändern kann und möchte. In Alexander Puschkins realistisch-poetischem Versroman heißt er Eugen Onegin, ist 20 Jahre alt und führt das Leben eines Dandys. Der Stadt überdrüssig zieht er sich in die Provinz zurück, wo er liest, wandert, schwimmen geht, zeichnet und teuren Champagner trinkt. Als er mit seinem Nachbarn, dem Poeten Wladimir Lenski, das Haus der Familie Larina besucht, verliebt sich die jüngste Tochter Tatjana in den charmanten Eugen. Schnell wird jedoch klar, dass der gelangweilte Lebemann kein Interesse an der verträumt-naiven und häuslich wirkenden Tatjana hat. Erst sechs Jahre später – Tatjana ist mittlerweile Frau eines ranghohen Generals des Hofes, während Eugen sich mit der Schuld, im Duell seinen Freund Lenski getötet zu haben, quält – kommt es zur Wiederbegegnung. Doch Eugens Gefühle haben sich verändert; beim Anblick Tatjanas entfacht das Feuer seiner Liebe.

Musikalische Leitung Leslie Suganandarajah, Inszenierung Gregor Horres, Bühne und Kostüme Jan Bammes,  Dramaturgie Magdalena Hoisbauer, Nachdirigat Takeshi Moriuchi
Choreinstudierung Martin Zeller

Larina, Gutsbesitzerin Katherine Lerner, Tatjana, deren ältere Tochter Izabela Matula, Olga, deren jüngere Tochter Jessica Eccleston, Filipjewna, Amme Valentina Kutzarova, Eugen Onegin Martin Achrainer, Adam Kim, Lenski, Dichter, sein Freund Rafal Bartminski, Fürst Gremin Michael Wagner, Ein Hauptmann Marius Mocan, Saretzki Tomaz Kovacic, Triquet, ein Franzose Matthäus Schmidlechner, Chor des Landestheaters Linz Statisterie des Landestheaters Linz, Bruckner Orchester Linz; 

—| Pressemeldung Landestheater Linz |—

Köln, Oper Köln, Der Spielplan 2013/14: Aufbruch und Sanierung, IOCO Aktuell, 02.06.2013

Juni 1, 2013 by  
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Oper Köln

Opernhaus Köln / Oper am Dom © IOCO

Opernhaus Köln / Oper am Dom © IOCO

Die Oper Köln und Spielplan 2013/14
Aufbruch inmitten von Sanierung, Interim, Etat-Unsicherheiten

Pressekonferenzen der Oper Köln genießen in letzter Zeit hohen Unterhaltungswert. Unvergessen die Presse-Posse vom April 2012, als  Ex-Opernintendant Uwe-Eric Laufenberg, von sämtlichen städtischen Funktionsträgern allein gelassen, über 100 Pressevertretern erklären mußte, dass „der gedruckte, ausgelegte Spielplan für 2012/13 nicht verabschiedet sei“. Die PK endete im Chaos. Bis zur zunächst fristlosen, dann fristgemäßen Kündigung Laufenbergs zum 30.8.2012 vergingen Monate mit gefeierten Opernhighlights wie peinlich desorientierter Kölner Kulturpolitik. Ausgelöst von profanen Etatdifferenzen, welche die Stadt Köln mit all ihre Institutionen nicht zu lösen in der Lage war. 2014 wird Uwe-Eric Laufenberg neuer Intendant am Hessischen Staatstheater Wiesbaden. Seine ehemalige Operndirektorin Dr. Birgit Meyer wurde bis 2015 zur neuen Intendantin der Oper Köln gekürt. Letzter Akt des Kölnischen Kulturdebakels: Der Vertrag des Kölner Kulturdezernenten Georg Quander endete im Mai 2013. Die regierenden Parteien SPD, Grüne, und FDP hatten zuvor „sich einmütig für einen Neuanfang an der Spitze des Dezernats Kunst und Kultur ausgesprochen“.

Neue Intendantin und starken Produktionen

Oper Köln / vlnr E. Tzavara, P. Wasserbauer, Intendantin Dr. Meyer, G. Kehren © IOCO

Oper Köln / vlnr E. Tzavara, P. Wasserbauer, Intendantin Dr. Meyer, G. Kehren © IOCO

Neu-Intendantin Dr. Birgit Meyer präsentierte den Spielplan 2013/14  mit Elena Tzavara, Kinderoper und Tanz, Patrick Wasserbauer, Kaufm. Direktor, und Georg Kehren, Chefdramaturg, die erste Jahrespressekonferenz in der Oper am Dom, der wichtigsten Interimspielstätte. Berechtigter Stolz auf hohe Auslastungen prägten die Ausführungen: Figaros Hochzeit 93%, Parsifal 97%.  Dr. Meyer und Patrick Wasserbauer weckten in ihren Präsentationen aber auch die unseligen Geister des April 2012. Dr. Meyer:Ich habe das Haus in einer zwar künstlerisch erfolgreichen aber strukturell desaströsen Situation übernommen“, „die Fortschreibung des künstlerischen Erfolges ist bislang gelungen“, „ich bin stolz, in nur acht Monaten die desaströse Ausgangslage in den Griff  bekommen zu haben“, Mein Vorgänger hat Sparvorgaben nicht eingehalten“, „Vorgänger hat Geld ausgegeben (und Verträge abgeschlossen), welches zu keinem Zeitpunkt bewilligt..…war“.

Dass man über Tote schweigt oder nur Gutes sagen sollte wurde in dieser PK wenig beherzigt. Ob Ex-Intendant Laufenberg, wie von Dr. Meyer unnötig ausgeführt,  ungehindert in Millionenhöhe Verpflichtungen eingehen konnte oder Sparvorgaben mißachtete läßt eher Zweifel über das Finanzgebaren der Stadt Köln und ihrer kaufmännischen Kontrollgremien aufkommen.  Wasserbauer, Bild, war von 2009 bis 2012 kaufmännischer Kollege des Intendanten. Eine kaufmännische Geschäftsführung trägt, üblicherweise, Mitverantwortung für sämtliche zu recht und zu unrecht getätigten Ausgaben der Oper. In jener chaotischen Pressekonferenz des April 2012 fehlte Wasserbauer. In der PK vom Mai 2013 fiel dazu kein Wort.

Wasserbauer, an diesem Tag anwesend,  erläuterte zum Wirtschaftsplan der Spielzeit 2013/14, dass es gute Nachrichten gäbe: „deshalb sitze ich auch hier“, „der Wirtschaftsplan wurde erarbeitet, gemeinschaftlich… unterschrieben, der liegt jetzt bei der Kämmerei zu Prüfung“. Wasserbauer erklärte damit verklausuliert: Die Oper Köln hat   keinen formal genehmigten Wirtschaftsplan. Genau solch ein  Zustand führte zum Chaos der Ära Uwe-Eric Laufenberg. Wasserbauer bestätigte für 2013/14 Betriebskostenzuschüsse von € 32,6 Mio der Stadt. Wasserbauer sprach jedoch nicht, aus IOCO-Sicht ein sträflicher Mangel, von einem belastbaren Gesamtetat für die Oper Köln, den das Management  einzuhalten gilt. Ob Wasserbauer also eine gute Nachricht verkündete, blieb an diesen Tag offen. Die Schatten der Vergangenheit hängen weiter über der Oper Köln.

 Opernhaus-Sanierung:  Damokles-Schwert über Kölner Kunst
Die Hauptspielstätten von Schauspiel und Oper Köln am Offenbachplatz werden seit Jahren saniert. Die Eckpunkte dieser Sanierung: Kosten €253 Mio, Wiedereröffnung im August 2015.

Oper Köln am Offenbachplatz - Ein teurer Sanierungsfall © IOCO

Oper Köln am Offenbachplatz – Ein teurer Sanierungsfall © IOCO

Interimspielstätten der Oper Köln für große Produktionen werden bis 2015 der Musical Dome (Oper am Dom), das Oberlandesgericht (La Clemenza di Tito) und die Trinitatiskirche (The Turn of the Screw) sein. Kinderoper wird überwiegend im Alten Pfandhaus gespielt. Alle Produktionen können  nur im Stagione-Betrieb erfolgen. So wird in der Oper am Dom den halben Dezember 2013 Hänsel und Gretel, den ganzen Februar 2014 nurCäcilia Wolkenburg, eine Kölner Eigenproduktion aus Operette, Opernmusik, Tanz und kölscher Musik gespielt. Die Interimspielstätte Palladium steht ab Januar 2014 nicht mehr zur Verfügung.

Die Eröffnung des Opernhauses in 2015 ist kein Selbstläufer. Desaster bei der Sanierung der Theater in Berlin (Staatsoper) und Hamburg (Elbphilharmonie) raten zur Vorsicht.  Doch Projektleiter Andreas Fischer, ab 1. September neuer Technischer Direktor der Bühnen Köln, ist optimistisch: Die Spielzeit 2015/16, so Fischer selbstbewußt in der Pressekonferenz, wird planmäßig in der sanierten Oper Köln am Offenbachplatz stattfinden. IOCO wird die Sanierung kritisch begleiten und berichten.

Spielplan: Großes Musiktheater  und prickelndes  Jugendtheater
2013/14 bringt die Oper Köln packendes, aus logistischen Gründen meist En-suite (nacheinander) gespieltes Musiktheater auf ihre Bühnen:

–   Premieren (7): Eugen Onegin, Musik, Die Fledermaus, Jakob Lenz, Der Freischütz, Otello,  Liebestrank

          Eugen Onegin von Peter Tschaikowsky: Premiere 20.10.2013, Dirigent Markus Poschner, Inszenierung Dietrich W. Hilsdorf, Larina Dalia Schaechter, Tatjana Olesya Golovneva, Eugen Onegin Andrei Bondarenko, Lenskij Matthias Klink

          MUSIK, Uraufführung von Michael Langemann: Premiere 7.12.2013 im Palladium, Dirigent Walter Kobera, Inszenierung Helene Hegemann

          Die Fledermaus von Johann Strauss, konzertant, Premiere am 29. 12.2013, Dirigent Gerrit Prießnitz, Eisenstein Bo Skovhus, Adele Claudia Rohrbach, Orlofsky Vesselina Kasarova

          Jakob Lenz von Wolfgang Rihm, Premiere am 22.3.2014 in der Trinitatiskirche, Dirigent Alejo Pérez, Inszenierung Beatrice Lachaussée, Lenz  Miljenko Turk

          Der Freischütz von Carl Maria von Weber, Premiere am 12.4.2014, Dirigent Markus Stenz, Inszenierung Viesturs Kairiss, Ottokar Miljenko Turk, Agathe Claudia Rohrbach, Kaspar Oliver Zwarg

          Otello von Giuseppe Verdi nach William Shakespeare, Premiere am 18.5.2014,  Inszenierung Johannes Schaaf, Dirigent Will Humburg, Otello José Cura, Desdemona Anne Schwanewilms, Jago Samuel Youn

          Der Liebestrank von Gaetano Donizetti, Premiere am 22.6.2014, Inszenierung Bernd Mottl, Dirigent Andreas Schüller, Adina Anna Palimina / Gloria Rhem, Nemorino  Javier Camarena / Jeongki Cho, Belcore Christopher Bolduc / Miljenko Turk, Dulcamara Carlo Lepore / Matias Tosi

–   Wiederaufnahmen (7):  Tosca am  15.9.2013, Wozzeck 29.9.2013, Alcina 26.10.2013, Rigoletto 22.11.2013, Hänsel und Gretel 15.12.2013, La Forza del Destino 18.1.2014, Samson et Dalila 16.3.2014 mit Spitzen-Besetzung: Dalila Vesselina Kasarova, Samson Lance Ryan, Oberpriester Samuel Youn

Oper Köln und Alcina, Oberto (Adriana Gamboa) und Ruggiero (Franziska Gottwald) © Klaus Lefebvre

Oper Köln und Alcina, Oberto (Adriana Gamboa) und Ruggiero (Franziska Gottwald) © Klaus Lefebvre

Oper Köln und Alcina, Alcina (Claudia Rohrbach) und Ruggiero ( Franziska Gottwald) © Klaus Lefebvre

Oper Köln und Alcina, Alcina (Claudia Rohrbach) und Ruggiero ( Franziska Gottwald) © Klaus Lefebvre

Oper Köln, Alcina, Morgana (Anna Palimina) und Bradamante (Katrin Wundsam) © Klaus Lefebvre

Oper Köln, Alcina, Morgana (Anna Palimina) und Bradamante (Katrin Wundsam) © Klaus Lefebvre

 

 

 

 

 

 

 


–  Tanzgastspiele (2): Leonce und Lena, Tanzgastspiel 2

–  Kinderoper / Jugendoper (7):  1. Der Räuber Hotzenplotz ab 14.9.2013, für Kinder ab 5 Jahren; 2. Das kleine-Ich-bin-ich als mobile Produktion ab 2.12.2013; 3. Der gestiefelte Kater ab 26.4.2014, für Kinder ab 8 Jahren; 4. Les enfants terribles / Die schrecklichen Kinder ab 25.6.2014, für Jugendliche ab 15 Jahren; 5. Orpheus in der Unterwelt,  ab 17.1.2014 für Kinder ab 8 Jahren; 6. Schneewittchen ab 13.3.2014, für Kinder ab 5 Jahren; 7. Am Pilz der Zeit ab 13.10.2013 – Profis und Promis lesen vor, kostenlose Matineén im Alten Pfandhaus

– Zahlreiche Sonderveranstaltungen:  

  • Liederabende u.a. mit Claudia Rohrbach, Gloria Rehm, Martin Kränzle, meist in der Trinitatiskirche
  • Lieder und Lidele: Ein Dialog zwischen jiddischen und deutschen Volksliedern, im Foyer der Oper am Dom, ab 29.3.2014
  • Der Rosenkavalier von Richard Strauss am 8.6.2014, ein Stummfilm aus dem Jahr 1926
  • Artaserse, konzertante Oper von Leonardo Vinci, am 9.3.2014
  • Tamerlano, konzertante Oper von Georg Friedrich Händel, am 4.5.2014
Grab Georg Friedrich Händel in Westminster Abbey London © IOCO

Grab Georg Friedrich Händel in Westminster Abbey London © IOCO

Die Oper Köln bietet auch während der langen Sanierungszeit in Interimspielstätten (Bild) eingeschränkte, aber reizvolle wie vielfältige Kultur. Und doch trägt die Oper Köln noch heftig an den lauten Etat-Querelen der Vergangenheit. Zweifel an der finanziellen Solidität des Hauses sind auch nach dieser Pressekonferenz nicht ausgeräumt. Das Großprojekt „Sanierung des Opernhauses bis August 2015 und zu den vereinbarten Kosten“ wirkt  nicht gesichert. Zudem raten Sanierungs-Debakel in Hamburg und Berlin zur Vorsicht. Jahre werden vergehen, bis in Köln wieder ein respektierter Opernbetrieb  von überregionaler Bedeutung einkehrt. Intendantin Dr. Birgit Meyer und ihr Team bewegen sich mit ihrem Spielplan 2013/14 auf steinigem und mit vielen Risiken gepflasterten Weg.

IOCO / Viktor Jarosch / Juni 2013

Aktuell:
Laut Nachricht vom 18. Juli 2013 plant der Kölner Stadtrat den Vertrag mit Dr. Birgit Meyer, Intendantin der Oper Köln, über das Jahr 2015 hinaus zu verlängern.

—| IOCO Aktuell Oper Köln |—

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