La Tragédie de Salomé – Florent Schmitt – NAXOS, IOCO CD-Rezension, 10.01.2021

Januar 10, 2021 by  
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Florent Schmitt - La Tragédie de Salomé - CD © NAXOS

Florent Schmitt – La Tragédie de Salomé – CD © NAXOS

La Tragédie de Salomé – Florent Schmitt

NAXOS – DDD, 2019/2020 – Bestellnr  10308223 – erschienen 13.11.2020

Florent Schmitt: La Tragédie de Salomé – Symphonic Poem, Op. 50 (1910), Musique sur l’eau (version for voice and orchestra), Op. 33 (1898), Oriane et le Prince d’Amour – Suite, Op. 83bis (1934-1937), Légende (version for violin and orchestra), Op. 66 (1918), Susan Platts (Mezzosopran), Nikki Chooi (Violine), Women’s Choir of Buffalo, Buffalo Philharmonic Orchestra, JoAnn Falletta. Naxos 8.574138, 2020.

von  Julian Führer

Der französische Richard Strauss? Meisterliche Klangfarben-Malereien von Florent Schmitt  – auf NAXOS – CD

Florent Schmitt um 1900 © Wikipedia

Florent Schmitt um 1900 © Wikipedia

Florent Schmitt (1870-1958) hat in seinem langen Leben ein vielfältiges Werk hinterlassen. Nach dem Studium am Konservatorium in Paris, unter anderem beim das Werk Richard Wagners verehrenden Albert Lavignac und dann bei Jules Massenet und Gabriel Fauré, wurde er im Jahr 1900 Preisträger des prestigeträchtigen Prix de Rome, den vor ihm Georges Bizet, Camille Saint-Saëns, Jules Massenet, Claude Debussy und Paul Dukas gewonnen hatten. Abgesehen von der Oper hat er die meisten musikalischen Genres der Zeit mit eigenen Kompositionen bedient. Eine Aufnahme aus Buffalo ruft nun einigermaßen Bekanntes in Erinnerung, wartet aber auch mit zwei Ersteinspielungen auf.

Die symphonische Dichtung La Tragédie de Salomé Opus 50 gehört zu Schmitts bekannteren Werken. Ganz im Geist des Fin de siècle, als Salome ein bevorzugtes Thema der Künste war (man denke nur an Oscar Wilde und Richard Strauss), komponierte Schmitt 1907 ein umfangreiches Werk für kleines Orchester, das er 1910 im Umfang reduzierte, aber für großes Orchester umarbeitete. Die Skandaloper von Richard Strauss war Ende 1905 uraufgeführt worden und hatte rasch Berühmtheit erlangt; Schmitt scheint die Partitur gekannt zu haben (er hatte Strauss selbst bereits 1899 getroffen), zumindest lassen einige Klangfarben und die Mischung von scharfer Rhythmik und orientalisierendem Gestus dies vermuten. Gewidmet wurde diese Partitur allerdings Igor Stravinsky, der 1910 in Paris war. Die textliche Grundlage für das Tongedicht lieferte Robert d’Humières. Das Orchester nun ist spätromantisch-breit besetzt, das Englischhorn übernimmt eine wichtige Funktion, gerade in der Einleitung (Prélude). Schmitt beherrscht die Kunst, ein sehr großes Orchester im stetigen Wechsel der Klangfarben über weite Strecken so zurückhaltend zu instrumentieren, dass dem Hörer ein Breitwandpianissimo aufgefächert wird, insgesamt schwerer als bei Debussy, doch unverkennbar französisch, mit vielen Dämpfern in den Streichern und rhythmischen Reizen (Triolen, 32tel-Verzierungen, Wechsel in den 5/4-Takt). Die auf das Prélude folgende Danse des Perles illustriert, wie erst Herodias und dann Salome selbst sich schmücken und diese dann ihren ersten Tanz vollführt. Noch mehr als im Prélude werden die Harfen eingesetzt, ein Glockenspiel kommt dazu. Die Streicher treiben die Bewegung an, in der Tanzpassage steht das Schlagwerk mehr im Vordergrund.

La Tragédie de Salomé von Florent Schmitt – hier mit dem Orchestre de Paris
youtube Florent Schmitt
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Der folgende zweite Teil der Klangdichtung wird wieder langsam eingeleitet. Florent Schmitt fordert hier den Einsatz eines Sarrusophons, eines Rohrblattinstruments, das in der französischen Militärmusik vereinzelt Verwendung findet und Eigenschaften eines tiefen Holzblasinstruments mit denen eines mittleren Blechs vermischt (Schmitt hatte seinen Wehrdienst unter anderem in einer Musikkompanie abgeleistet). Dieses Sarrusophon alterniert hier mit der Bassklarinette. Im folgenden, Les enchantements de la mer betitelten Abschnitt erinnern die Flöten sehr an Debussy, abermals werden oft die Harfen eingesetzt, und zwischen Oboe und Horn entspinnt sich ein Dialog, während Herodes, so der Begleittext, auf das wabernde Meer schaut und sich im Dunst langsam die Silhouette der Salome abhebt… An dieser Stelle hat Schmitt Vokalisen komponiert, erst solistisch (Susan Platts), dann von insgesamt sechs Chordamen. Die Farben sind üppig, die Stimmen berückend, die Stimmung schwül – und dann folgt die Danse des éclairs, notiert „avec frénésie“. Gemäß der Vorgabe von d’Humières ist die Szenerie nur durch Blitze ab und an erhellt, schemenhaft erkennt man die nackt tanzende Salome, den gierigen Tetrarchen Herodes und Johannes den Täufer,dessen abgeschlagener Kopf dann Salome auf dem Tablett dargeboten wird. Passagen mit scharfer Rhythmik wechseln auch hier wieder mit leisen Passagen, in denen Bratsche und Oboe solistisch auftreten, während gedämpfte Violinen und gestopfte Hörner begleiten – es wäre wahrlich sehr erstaunlich, wenn sich Schmitt hier nicht von Salomes Tanz bei Richard Strauss hätte inspirieren lassen. Diese Szene mündet in die Danse de l’effroi (den Tanz des Grauens), der eine sich gegen Salome entfesselnde Natur evoziert und der Igor Stravinsky bis hin zur Musik von Le Sacre du Printemps beeinflusste. Strauss und Schmitt sind sich zeitlich, vom Thema und von den Kompositionstechniken her sehr nahe.

Florent Schmitt - La Tragédie de Salomé - CD © NAXOS

Florent Schmitt – La Tragédie de Salomé – CD © NAXOS

Auf der CD folgt die Musique sur l’eau Opus 33 in der erstmalig aufgenommenen Fassung für Gesang und Orchester von 1898. Der Text ist ein Gedicht des symbolistischen Dichters Albert Samain, der auch Vorlagen für Camille Saint-Saëns und Gabriel Fauré geliefert hat – „Oh, écoute la symphonie / Rien n’est doux comme une agonie / Dans la musique indéfinie / Qu’exhale un lointain vaporeux“. Als Musikkritiker hat sich Florent Schmitt mitunter über solche Dünste lustiggemacht, er war auch mit Erik Satie befreundet, aber als Komponist war ihm derlei doch nicht fremd, wie deutlich zu hören ist; doch verrät die Faktur auch den Könner, wie in einem Orchesterlied von Richard Strauss wird die Stimme von Harfen umgarnt, und ein breiter Streicherapparat wird soweit gezügelt, dass der Teppich zwar sehr warm, aber noch nicht zu dick ist. Susan Platts als Solistin artikuliert den französischen Text sehr klar und formt die Töne so, dass das Hören wirklich ein ästhetisches Vergnügen bereitet.

Schmitt war produktiv, lange nach den bislang besprochenen Stücken schrieb er 1934-1937 eine Ballettmusik Oriane et le Prince d’Amour Opus 83, aus der er die Suite Opus 83bis formte. Bemerkenswert, wie sich Schmitt selbst treu blieb, seine Kompositionen blieben vom parfümierten spätromantischen Klangideal geprägt, raffiniert sind sie auf jeden Fall: die ruhigen Rahmenteile (jeweils „Calme“ überschrieben) variieren Orientalismen wie die Salome-Dichtung, während die mittleren Passagen (die schmachtende Danse d’Amour und vor allem die Danse des Mongols) doch eigene Farben entwickeln. In der Behandlung des Schlagwerks und den rhythmisch stärker akzentuierten Passagen ist Stravinskys Einfluss doch zu ahnen (vor allem aus Petruschka), doch bestünde auch bei einer musikalischen Blindprobe kaum ein Zweifel, dass es sich um durch und durch französische Ballettmusik handelt.

Abschließend ist die Légende Opus 66 von 1918 zu hören in der hier erstmalig eingespielten Fassung für Violine und Orchester. Die erste Fassung war ein Auftragswerk von Elise Hall aus Boston, die sich Kompositionen für Altsaxophon gewünscht hatte – Debussy komponierte eine Rhapsodie für sie, Schmitt die technisch deutlich anspruchsvollere Légende, von der er dann noch Fassungen für Bratsche und für Violine herstellte. Nikki Chooi präsentiert den Solopart mustergültig, während das begleitende Orchester eher ruhig bleibt. Auffallend sind einige Passagen für die Flöten sowie Schmitts auf dieser CD immer wieder durchscheinende Vorliebe für die Harfe. Ein Interview mit Nikki Chooi und anderen Musikern über die verschiedenen Fassungen und ihre jeweiligen Charakteristika ist in diesem link – HIER ! _ hier zu finden:

Das Buffalo Philharmonic Orchestra ist ein Klangkörper, der die zahlreichen von Florent Schmitt in der Partitur vorgenommenen Anweisungen zu Tempi und Dynamik stets flexibel umsetzt. JoAnn Falletta als Dirigentin hat hier hörbar gute und gründliche Arbeit geleistet. Die Aufnahmequalität ist beispielhaft, und die Kommentare im Booklet (in englischer und französischer Sprache beigegeben) von Edward Yadzinski setzen Maßstäbe. Dem Label Naxos ist zu danken, dass solche Aufnahmen zur Verfügung stehen, und es ist zu wünschen, dass dieser Komponist, dem eine eigene Website gewidmet ist, www.florentschmitt.com  als Vertreter der französischen Spätromantik wieder etwas bekannter wird.

—| IOCO CD-Rezension |—

Baden-Baden, Festspielhaus, Solokonzert Alice Sara Ott, 19.05.2019

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Festspielhaus Baden – Baden

Festspielhaus Baden-Baden © Festspielhaus Baden-Baden

Festspielhaus Baden-Baden © Festspielhaus Baden-Baden

In Harmonie zwischen Tag und Nacht – Starpianistin Alice Sara Ott präsentiert im Festspielhaus Klavierstücke von Chopin bis Satie

Die Ausnahme-Pianistin Alice Sara Ott ist zu Gast im Festspielhaus Baden-Baden: Am 19. Mai 2019, 17 Uhr, erforscht sie in einem Solokonzert Frankreichs phantastische Klangwelten und zeigt ihr Faible für geheimnisvolle, nachtdunkle Klavierjuwelen von Frédéric Chopin über Claude Debussy bis zu Erik Satie.

Die deutsch-japanische Pianistin Alice Sara Ott ist eine der gefragtesten klassischen Pianisten der Welt, eine prominente Persönlichkeit der internationalen klassischen Musikszene und am 19. Mai 2019 in einem Solokonzert im Festspielhaus zu erleben. Neben einer Auswahl der Nocturnes von Frédéric Chopin erklingt in dem Klavierkonzert auch dessen erste Ballade in g-Moll. Der impressionistische Hauptteil des Abends beinhaltet die „Suite bergamesque“ und „Reverie“ von Claude Debussy, Erik Saties „Gnossiennes Nr. 1 und 3“ und die „Gymnopédie Nr. 1“.

Festspielhaus Baden-Baden / Alice Sara Ott - Nightfall © Esther Haase / Deutsche Grammophon

Festspielhaus Baden-Baden / Alice Sara Ott – Nightfall © Esther Haase / Deutsche Grammophon

Die Kombination aus Werken von Chopin und des französischen Impressionismus ist so einleuchtend wie natürlich, greift der Impressionismus doch entscheidende Ideen der deutsch-französischen Romantik auf – ganz besonders in der Klaviermusik. Bereits die „Reverie“ von Claude Debussy verleugnet ihre Herkunft von Robert Schumanns romantischer „Träumerei“ nicht. Schon die Romantiker experimentierten mit der Idee der Anti-Kunst: einer Kunst, die sich bewusst einfach, aber auch launisch, improvisiert gibt. Ein Bellini  beispielsweise vereinfachte die Begleitung seiner Arien bis zur Simplizität und konzentrierte alle Kunstfertigkeit auf die Melodie. Dieses Modell übernahm dann Chopin in seinen „Nocturnes“ – und auch in seinem wohl populärsten Werk, der „Ballade Nr. 1“ von 1835, deren wilder musikalischer Verlauf keinen klassischen Mustern folgt. Die Idee der Anti-Kunst hatte dann einen ihrer Höhepunkte in der Musik des „abgebrochenen Studenten“ Erik Satie. Dessen auf jede ausgestellte Form von Virtuosität und artifizieller Künstlichkeit verzichtenden „Gymnopédies“ von 1888 und „Gnossiennes“ von 1890 hatten einen entscheidenden Einfluss auf Debussy – darüber hinaus jedoch auch auf Jazz- und Pop-Musik, heute auch als „Easy Listening“ bezeichnet. Alice Sara Ott spielt am 19. Mai im Festspielhaus die berühmtesten dieser Stücke. Auch die 1890 von Claude Debussys verfassten Werke „Revierie“ und „Suite bergamesque“ folgen in einigen Punkten Saties Anti-Kunst-Bestrebungen, indem sie etwa auf äußere Virtuosität verzichten und akademisch „falsche“ Akkordverbindungen und Stimmführungen (Quintparallelen) zulassen. Besonders die „Suite bergamesque“ ist populär geworden – nicht zuletzt dank ihres dritten Satzes „Clair de Lune“.

Festspielhaus Baden-Baden / Alice Sara Ott © Esther Haase / Deutsche Grammophon

Festspielhaus Baden-Baden / Alice Sara Ott © Esther Haase / Deutsche Grammophon

Die deutsch-japanische Pianistin Alice Sara Ott gewann bereits als Kleinkind zahlreiche Musikwettbewerbe und Förderpreise, darunter den deutschen „Jugend musiziert“ und den „Most Promising Artist Award“ in Hamamatsu, Japan. Als jüngste Teilnehmerin überhaupt wurde sie mit 15 Jahren beim „Internationalen Klavierwettbewerb Silvio Bengalli“ in Italien 2004 mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Die Zeitschrift Fono Forum wählte sie zum Nachwuchskünstler des Jahres 2007.

Alice Sara Ott hat mit renommierten Dirigenten gearbeitet, darunter Lorin Maazel und Gustavo Dudamel, Pablo Heras-Casado, Paavo Järvi, Sir Antonio Pappano, Vladimir Ashkenazy und Myung-Whun Chung. Auftritte mit Ensembles wie Los Angeles Philharmonic Orchestra, London Symphony Orchestra, Chicago Symphony Orchestra, dem Rundfunk Sinfonieorchester Berlin, Royal Seite 3 von 3 Philharmonic Orchestra, den Wiener Symphonikern und der Dresdner Philharmonie belegen ihren internationalen Ruf.

[ Von Alice Sara Ott wurden verschiedene Aufnahmen bei der deutschen Grammophon veröffentlicht.]

—| Pressemeldung Festspielhaus Baden-Baden |—

Bochum, Ruhrtriennale 2017, Festival der Künste – Start 18. August 2017

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Ruhrtriennale

Ruhrtriennale 2017:  Mit Cambreling, Warlikowski, Hannigan in Bochum

Start 18. August – Jahrhunderthalle Bochum – Pelléas et Mélisande

Vom 18.8. bis 30.9.17 zeigt die Ruhrtriennale rund 135 Veranstaltungen bei 40 Produktionen, davon 28 Eigen- und Koproduktionen, 22 Uraufführungen, Neuinszenierungen, Deutschlandpremieren und Installationen in 14 verschiedenen Spielstätten der Region.

Ruhrtriennale / (vlnr): Hannah Bernauer, Übersetzerin, Barbara Hannigan, Sopranistin und Dirigentin, Johan Simons, Intendant der Ruhrtriennale 2015-2017, Jan Vandenhouwe, Chefdramaturg der Ruhrtriennale 2015-2017 Jahrhunderthalle Bochum © Caroline Seidel/ Ruhrtriennale 2017

Ruhrtriennale / (vlnr): Hannah Bernauer, Übersetzerin, Barbara Hannigan, Sopranistin und Dirigentin, Johan Simons, Intendant der Ruhrtriennale 2015-2017, Jan Vandenhouwe, Chefdramaturg der Ruhrtriennale 2015-2017 Jahrhunderthalle Bochum © Caroline Seidel/ Ruhrtriennale 2017

Finaljahr der Intendanz von Johan Simons – Festival der Künste thematisiert Utopien und Zukunftsvisionen – Tickets zu einzelnen Terminen noch erhältlich

Am 18. August startet die Ruhrtriennale 2017 mit der ersten Oper der Moderne in eine Spielzeit, die sich Utopien und Zukunftsvisionen widmet. Eröffnet wird das Festival in der Jahrhunderthalle Bochum mit Pelléas et Mélisande. Im dritten und letzten Jahr der Intendanz von Johan Simons bietet die Ruhrtriennale ihrem Publikum sechs Wochen voller Musiktheater, Musik, Tanz, Schauspiel und Installationen. Das Ruhrgebiet wird zum Schauplatz zeitgenössischer Kunst.

Johan Simons, Intendant der Ruhrtriennale, und Dr. Vera Battis-Reese, Geschäftsführerin der Kultur Ruhr GmbH, berichteten in der Jahrhunderthalle Bochum von den letzten Vorbereitungen kurz vor Beginn der Saison 2017. Besonderer Gast der Pressekonferenz war die kanadische Starsopranistin Barbara Hannigan, die in der Eröffnungsproduktion der diesjährigen Ruhrtriennale die Mélisande verkörpert.

Johan Simons, Intendant der Ruhrtriennale 2015–2017

Ruhrtriennale / Johan Simons, Intendant der Ruhrtriennale 2015-2017 © Caroline Seidel/ Ruhrtriennale 2017

Ruhrtriennale / Johan Simons, Intendant der Ruhrtriennale 2015-2017 © Caroline Seidel/ Ruhrtriennale 2017

„Freude“, „schöner“, „Götterfunken“. Mit diesen drei Begriffen beschließe ich meine Zeit als Intendant der Ruhrtriennale. Seit ich künstlerischer Leiter dieses wunderbaren Festivals geworden bin, hat sich die Welt sehr verändert, wirkte manchmal wie aus den Fugen. Doch spüre ich nun eine positive Energie, ein Wiederentdecken Europas und seiner Kraft. Und vielleicht können wir mit künstlerischen Götterfunken unserem Publikum ein paar Hoffnungsschimmer schenken.“

Kurz vor Festivalbeginn läuft auch der Vorverkauf auf Hochtouren. So hält Dr. Vera Battis-Reese, Geschäftsführerin der Kultur Ruhr GmbH, fest: „Mit dem bisherigen Ticketvorverkauf sind wir sehr zufrieden. Zu den besonders nachgefragten Produktionen gehören Pelléas et Mélisande, Three Stages, Bach. Cellosuiten und Cosmopolis. Nichtsdestotrotz gibt es noch Karten, auch für andere Produktionen und zu Terminen unter der Woche. Wie in den letzten beiden Jahren bespielen wir auch in diesem Jahr eine neue Spielstätte und sind erneut in Dinslaken. Mit „Projecting [Space[“ werden wir eine Tanz-Uraufführung in die Zentralwerkstatt der Zeche Lohberg bringen.“


Programmhighlights der ersten Ruhrtriennale-Woche

Zum dritten und letzten Mal lädt ab dem 18.8. das Kunstdorf The Good, the Bad and the Ugly von Atelier Van Lieshout auf dem Vorplatz der Jahrhunderthalle Bochum das Publikum und alle Neugierigen zum Entdecken und Verweilen ein. Das Kunstdorf kehrt mit bekannten und neuen Arbeiten zurück und ist für den gesamten Zeitraum das Festivalzentrum der Ruhrtriennale. Einen Staat im Dorf rufen die Teenager des Nachwuchsproduktionsbüros der Ruhrtriennale, Mit Ohne Alles, aus: Zum zweiten und letzten Mal wird mit Teentalitarismus mitten in Bochum ein Teenager-Machtgebiet errichtet. Die Festspielrede zum Auftakt der Ruhrtriennale hält Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller. Im Anschluss wird die Jahrhunderthalle Bochum mit Pelléas et Mélisande, unter der musikalischen Leitung von Sylvain Cambreling und inszeniert von Krzysztof Warlikowski, zum Ort existenzieller Verlorenheit. Die kanadische Starsopranistin Barbara Hannigan singt die weibliche Titelpartie.

Ruhrtriennale / (vlnr): Barbara Hannigan, Sopranistin und Dirigentin, und Johan Simons © Caroline Seidel/ Ruhrtriennale 2017

Ruhrtriennale / (vlnr): Barbara Hannigan, Sopranistin und Dirigentin, und Johan Simons © Caroline Seidel/ Ruhrtriennale 2017

Der 19.8. beginnt mit der Eröffnung der Installation Truck Tracks Ruhr – The Compilation in der Mischanlage der Zeche Zollverein in Essen. Die Produktion von Urbane Künste Ruhr nach einem Konzept von Rimini Protokoll und loekenfranke ist eine audio-visuelle Gesamtkomposition aller sieben Alben des Erfolgsprojekts „Truck Tracks Ruhr“. Die Installation kann bei freiem Eintritt besucht werden. Ab 18 Uhr erklingt elektronische Musik in und um die Jahrhunderthalle Bochum bei der dritten und letzten Ausgabe von Ritournelle. Partygänger- und NachtschwärmerInnen feiern bei der Festivalnacht der elektronischen Musik mit zahlreichen Live-Acts wie Nicolas Jaar, Sohn oder Mykki Blanco.

Ab dem 20.8. spannt die Ruhrtriennale den musikalischen Bogen von Monteverdi bis Folkrock. In der Maschinenhalle der Zeche Zollern in Dortmund führt Philippe Herreweghe das Collegium Vocale Gent am 20.8. durch die Klangkathedrale von Monteverdis religiösem Meisterwerk, der Marienvesper. Krzysztof Warlikowski, Barbara Hannigan und Reinbert de Leeuw führen einmalig am 20.8. Socrate von Erik Satie in der Bochumer Jahrhunderthalle auf. Eine einzigartige Gelegenheit, das selten gespielte Werk eines der originellsten Komponisten des 20. Jahrhunderts in einem neuen Setting zu erleben. Mit einem immersiven Konzert des belgischen Quartetts Zwerm beginnt am 21.8. die montägliche Konzertreihe im Maschinenhaus der Essener Zeche Carl. Am 23.8. gastiert Kurt Wagner mit Lambchop und der kanadischen Folkband Timber Timbre für ein Konzert in der Jahrhunderthalle Bochum.

Eine besondere musikalische Kombination verspricht der Programmbeitrag von ChorWerk Ruhr unter der musikalischen Leitung von Florian Helgath: Mit Memoria verbindet ChorWerk Ruhr am 25.8. in der Maschinenhalle der Dortmunder Zeche Zollern Werke von Tomás Luis de Victoria, John Cage und Morton Feldman. Kein Licht. (2011/2012/2017), die Auftragsarbeit und internationale Koproduktion für die Ruhrtriennale, wird am 25.8. in der Gebläsehalle des Landschaftspark Duisburg-Nord uraufgeführt. Philippe Manourys Komposition nach einem Text von Elfriede Jelinek nimmt das Publikum mit in eine Welt nach dem Super-GAU. Die musikalische Leitung übernimmt Caroline Peters. Inszeniert wird die Oper mit Caroline Peters in einer der Hauptrollen von Nicolas Stemann.

Trilogien waren ein wichtiges Motiv der Intendanz von Johan Simons und die auf drei Teile angelegten Produktionen kommen 2017 zum Abschluss. So auch die erste Tanz-Trilogie der Ruhrtriennale. Der Choreograf Richard Siegal, dessen Arbeiten für die Spielzeiten 2015-2017 auf Dantes Göttlicher Komödie fußen, zeigt u. a. mit der Uraufführung El Dorado ab dem 25.8. zum ersten Mal alle drei Teile an einem Abend bei PACT Zollverein. Anne Teresa De Keersmaeker kehrt 2017 auch in das Ruhrgebiet zurück. Ihre neueste Choreografie, Bach. Cellosuiten, wird am 26.8. in der Maschinenhalle der Zeche Zweckel uraufgeführt. Begleitet werden die fünf TänzerInnen von Rosas von dem gefeierten Cellisten Jean-Guihen Queyras.

In diesem Jahr wartet das Refektorium auf dem Vorplatz der Jahrhunderthalle Bochum zum letzten Mal mit einem vielfältigen und gänzlich kostenlosen Programm auf. Ab dem 20.8. finden Lesungen, Kinoabende, Performances oder Partys statt. Unter dem Titel The End of Everything is a New Beginning findet am 26.8. eine Veranstaltung gemeinsam mit der innogy-Stiftung für Energie & Gesellschaft statt. 2017 lädt Johan Simons ab dem 27.8. um 12 Uhr zu Johans High Noon. An fünf Sonntagen empfängt der Ruhrtriennale-Intendant KünstlerInnen der Ruhrtriennale zum Gespräch. Seine Gäste beim ersten High Noon am 27.8. sind Anne Teresa De Keersmaeker und Sylvain Cambreling.

—| Pressemeldung Ruhrtriennale |—

Düsseldorf, Robert Schumann Saal, Konzert, 21.10.2012

September 7, 2012 by  
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Robert Schumann Saal

Robert Schumann Saal im MPK Düsseldorf © Christoph Schuknecht

Robert Schumann Saal im MPK Düsseldorf © Christoph Schuknecht

Kammerchor Anima Mundi / pianopercussion & Friends / Studierende der Robert Schumann Hochschule /Alexandra von der Weth Sopran / Roland Techet Dirigent und Klavier

So 21.10.2012, 20 Uhr – Konzerteinführung um 19.15 Uhr
Supernova

imaginary landscapes I – Werke von Earle Brown, John Cage, Erik Satie, Charles Ives, Christian Wolff,  Gerhard Stäbler und Edgard Varèse

In der ersten Ausgabe der drei von Roland Techet, Gerhard Stäbler und Kunsu Shim konzipierten „imaginary landscapes“ stehen Cages „Constructions in metal“ in starkem Kontrast zu verschiedenen Vokalkompositionen.

Veranstalter: Tonhalle Düsseldorf mit Unterstützung der Kunststiftung NRW
€ 15 (Schüler 5 €, Studenten 10 €)

—| Pressemeldung Robert Schumann Saal Düsseldorf |—

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