Augsburg, Theater Augsburg, Wiederaufnahme Die Zauberflöte ab 12.12.2019

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Theater Augsburg

Theater Augsburg / Außenansicht © Theater Augsburg

Theater Augsburg / Außenansicht © Theater Augsburg

W.A. Mozarts Oper »Die Zauberflöte«
Wiederaufnahme und Einstündige Fassung für Kinder

Dem Jubilar quasi zum Geburtstag nachgereicht, bringt das Staatstheater Augsburg zum Ende des Jubiläumsjahres »300 Jahre Leopold« noch einmal die Oper »Die Zauberflöte« seines genialen Sohnes Wolfgang Amadeus zurück in die Mozartstadt. Die erfolgreiche Inszenierung der vergangenen Spielzeit ist dabei auch wieder zusätzlich in einer Fassung für Kinder zu erleben: Nur einstündig, aber in der vollständigen Ausstattung und -Besetzung der Originalversion.

Theater Augsburg / Die Zauberflöte - Wiard Witholt (Papageno) und Jihyun Cecilia Lee (Pamina) ©Jan-Pieter Fuhr

Theater Augsburg / Die Zauberflöte – Wiard Witholt (Papageno) und Jihyun Cecilia Lee (Pamina) ©Jan-Pieter Fuhr

Regisseurin Andrea Schwalbach inszeniert beide Fassungen des vielschichtigen Meisterwerkes im Augsburger martini-Park als tiefgründige Gauklerwelt.

Die »Zauberflöte« ist Mozarts Geniestreich aus dem Jahr 1791, zu einem Libretto Emanuel Schikaneders, der übrigens unter anderem mehrere Jahre Theaterdirektor in Augsburg war. Als eine der populärsten Opern aller Zeiten, bietet sie nicht nur ebenso grandiose wie tiefgründige Musik, welche die Ideale der Wiener Klassik verkörpert, sondern fasziniert auch bei intensiverer Betrachtung auf vielerlei Ebenen: Als Märchen, Politdrama, Familientragödie, Freimaurersymbolik oder Kasperltheater.

Regisseurin Andrea Schwalbach, die erfolgreich an Theatern wie den Staatsopern in Stuttgart und Berlin arbeitet, spürt in ihrer Inszenierung dieser Zauberoper diesen verschiedenen Ebenen des Werkes nach. Sie entführt in eine Märchenwelt, in der wir allerdings auch die Tragweite von Machtmissbrauch offengelegt bekommen, ohne dass dabei die Magie, der Humor und die Liebe der Oper zu kurz kämen.

Für Kinder ist das vielfältige und phantastische Werk ideal, um mit dem Genre der Oper Bekanntschaft zu schließen und sich davon begeistern zu lassen. Die gleichermaßen eingängigen wie tiefgründigen Melodien Wolfgang Amadeus Mozarts machen hellhörig für die zauberhafte Welt von Sarastro, der »Königin der Nacht«, den drei Damen und Knaben, Papageno und Papagena.

Beide Fassungen werden in dieser Spielzeit ab im Dezember am Staatstheater Augsburg gegeben. Zu erleben ist dabei wieder das gesamte Ensemble, mit allen Publikumslieblingen, u.a. der diesjährigen Gewinnerin des Theaterpreises Olena Sloia, die bereits in der vergangenen Spielzeit als »Königin der Nacht« mit brillanten Koloraturen begeisterte.

»Die Zauberflöte« | Termine

Fr 13.12.2019 19:30 | martini-Park
Fr 20.12.2019 19:30 | martini-Park
Mi 25.12.2019 18:00 | martini-Park
So 5.1.2020 18:00 | martini-Park
Fr 10.1.2020 19:30 | martini-Park
Do 27.2.2020 19:30 | martini-Park
So 29.3.2020 15:00 | martini-Park

»Die Zauberflöte für Kinder« | Termine

Do 12.12.2019 11:00 | martini-Park
So 29.12.2019 15:00 | martini-Park
Sa 11.1.2020 15:00 | martini-Park

—| Pressemeldung Theater Augsburg |—

Hildesheim, Theater für Niedersachsen, 2019 Neujahrskonzert – Wir können auch anders.., IOCO Kritik, 07.01.2019

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Theater für Niedersachsen

Theater für Niedersachsen / Stadttheater Hildesheim © Andreas Hartmann

Theater für Niedersachsen / Stadttheater Hildesheim © Andreas Hartmann

Theater für Niedersachsen – 3.1.2019 – Neujahrskonzert

  „Wir können auch anders: Schlager, Schnulzen und Schmonzetten“

Von Randi Dohrin

Musik löst nicht nur Assoziationen aus, Musik hinterlässt Eindrücke, Gefühle und Empfindungen. Sie ist der schattierungsreiche Spiegel eines bunten Lebens, wie am 3. Januar 2019 im Theater für Niedersachsen in Hildesheim zu erleben war.

Unter der engagierten Leitung und charmanten Moderation seines Generalmusikdirektors Florian Ziemen, flossen Kompositionen unterschiedlichster Epochen und Genres aus beinahe 200 Jahren harmonisch zu einem Ganzen zusammen.

„Wir können auch anders: Schlager, Schnulzen und Schmonzetten“, so das Motto des diesjährigen Neujahrskonzerts, in welchem der TfN-Philharmonie und seinen Gesangssolisten Meike Hartmann, Neele Kramer, Levente György und Uwe Tobias Hieronimi der Spagat zwischen der sogenannten ernsten und unterhaltenden Musik auf hohem Niveau gelang.

Mitreißend swingend präsentierte sich die Philharmonie in einem nuancenreichen Programm als Tanzorchester sowie die Solisten als Musical- und Schlagersänger stilsicher, wie bei Klängen der großen Oper oder klassischem Konzertsaal.

 TfN Neujahrskonzert 2019 © Randi Dohrin

TfN Neujahrskonzert 2019 © Randi Dohrin

Die glänzend und voller Esprit aufspielende Philharmonie des TfN Hildesheim, eröffnete den vielfältigen musikalischen Reigen mit schwungvollen Rhythmen und gefühlvollen Klängen aus Robin Hood und seine fröhliche Schaar sowie der „Liebesszene“ aus der Robin Hood Suite von Erich Wolfgang Korngold (1897 – 1957).

Mit ihrem warmen klangvollen, in allen Lagen ausgeglichenem Mezzosopran, gestaltete Neele Kramer das geheimnisvolle Liebeslied „Speak low“ von Kurt Weill (1900 – 1950) auf einen Text von Ogden Nash. Sie entführte musikalisch das Publikum in die Welt des Broadway-Musicals One touch of Venus, für das dieser Song komponiert wurde.

Mit der Balletteinlage La danca delle ore von Amilcare Ponchielli (1834 – 1886) setzte die TfN-Philharmonie die Reise durch die epochalen Klangwelten fort und musizierte mit schwebenden Harfenklängen dieses bekannte Werk grazil durchsichtig und tänzerischer Leichtigkeit.

Die Zeit schien still zu stehen, als die Streicher und Harfe des TfN-Orchesters mit dem melodramatischen Adagietto aus der 5. Sinfonie Gustav Mahlers (1860 – 1911) langsam und doch fließend eine völlig andere, in die Tiefe gehende, Stimmung erzeugten.

Aufmunternd, mit wienerischem Verve, sang Meike Hartmann die bekannten Brettl-Lieder mit Unterstützung des Orchesters. In einer spätromantischen Tonsprache des Schöpfers der Zwölftontechnik, Arnold Schönberg (1874 – 1851), erklangen schwelgerisch die „Arie aus dem Spiegel“ auf einen Text von Emanuel Schikaneder und „Der genügsame Liebhaber“, Text von Hugo Salus.

Mit Gioacchino Rossinis Liebesangelegenheit „Katzenduett“, endete fröhlich humorvoll der erste Teil dieser musikalisch abwechslungsreichen Einstimmung auf das neue Jahr. Die Katzen Meike Hartmann und Neele Kramer sowie die Kater Levente György und Uwe Tobias Hieronimi benötigten Noten um ihren komplizierten Text, der nur „MIAU“ umfasste, nicht zu vergessen. Herrlich!

Nach der Pause eröffnete Carmen gleich dreimal den zweiten Teil des Neujahrskonzerts: Rhythmisch temporeich faszinierte Georges Bizets Prélude aus der Oper Carmen. Gleich danach trat Neele Kramer als Carmen in roter Stola und roten Pumps auf die Bühne und sang mit verführerisch geschmeidigem Mezzosopran „Lass mich einmal deine Carmen sein“ von Friedrich Hollaender (1896 – 1976), während Uwe Tobias Hieronimi Carmen flehentlich um einen Tag Ruhe bat mit Max Raabes (1962) Song „Carmen, hab erbarmen, ich bin müde“.

Die Pantöffelchen  –  2019 auf dem TfN Spielplan
Youtube Trailer des Theater für Niedersachsen
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Anregend leicht, zum Mitschwingen und Mittanzen, folgte die Transkription auf den Welthit „Tea for Two“ für großes klassisches Orchester von Dimitri Schostakowitsch (1906 – 1975). Einer Wette folgend, orchestrierte Schostakowitsch in weniger als 60 Minuten das Lied „Tahiti Trot“ op. 16, das am 25.11.1928 in Moskau uraufgeführt wurde.

In letzter Minute erhielt das TfN Hildesheim, die Noten zu Pablo Beltran Ruiz (1915 -2008) Evergreen „Sway“, das im herrlichen Marimba-Rhythmus von Uwe Tobias Hieronimi und dem TfN-Orchester zu Gehör gebracht wurde.

Die Begeisterung des Publikums war fast nicht mehr zu bremsen nach dieser gelungenen Darbietung, dem das entzückende und letzte Werk „Funiculi, Funicula“, oder Seilbahn rauf, Seilbahn runter, op. 63, von Nicolai Rimsky-Korsakow (1844 – 1908) folgte.

Arrangements für die ganz große Oper als Überleitung eines schmissigen Schlager-Medleys rissen das Publikum von ihren Stühlen. „Dein ist mein ganzes Herz“ verschmolz mit dem Schlager „ Marmor, Stein und Eisen bricht“, der die Zuhörer ebenso zum singenden Publikum werden ließ, wie Rossinis Barbier von Sevilla, der nahtlos den „Nippel durch die Lasche“ zog.

Kurzweilig, facettenreich und amüsant, zum Teil unter Einbeziehung eines singenden, pfeifenden und klatschenden Publikums, wurde das Jahr 2019 mit diesem Neujahrskonzert begrüßt.

Zwei Zugaben „Always Look!“ und „Radetzky Marsch“ nach stehenden, nicht enden wollenden Ovationen eines begeisterten Publikums.

Frohes NEUES JAHR 2019 wünscht das TfN

—| IOCO Kritik Theater für Niedersachsen |—

Innsbruck, Tiroler Landestheater, Der Stein der Weisen – Emanuel Schikaneder, IOCO Kritik, 09.10.2018

Tiroler Landestheater - Im Winter @ Rupert Larl

Tiroler Landestheater – Im Winter @ Rupert Larl

Tiroler Landestheater

Der Stein der Weisen  oder  Die Zauberinsel

Von Emanuel Schikaneder und anderen

Von Julian Führer

Es gibt in Deutschland zahllose Wielandstraßen. Christoph Martin Wieland (1733-1813) ist als Übersetzer, Dichter und Herausgeber in Erscheinung getreten, doch welche Werke sind heute noch bekannt, was wird noch gelesen? Wir verdanken ihm unter anderem eine in der Originalausgabe (1786-1789) dreibändige Sammlung Dschinnistan oder auserlesene Feen- und Geister-Märchen. Dort findet sich eine Geschichte Der Stein der Weisen, aber auch Lulu oder die Zauberflöte. Emanuel Schikaneder (1751-1812) nutzte diese Vorlagen für seine zahlreichen Opernlibretti, von Der dumme Anton im Gebirge bis hin zur Zauberflöte, die Wolfgang Amadeus Mozart in Musik setzte und die bis heute eine der meistgespielten Opern überhaupt ist.

«Welch reizende Musik erhebt die Herzen feierlich»

Was wurde aus Der Stein der Weisen? In Fachkreisen war bekannt, dass dieses Stück 1790 im Wiedner Theater uraufgeführt wurde (dort wurde ein Jahr später auch Die Zauberflöte zum ersten Mal gezeigt). Der Druck von Einzelnummern belegt, dass es eine gewisse Popularität erlangt haben muss. Im 19. Jahrhundert geriet Der Stein der Weisen in Vergessenheit. 1996 gelang es David J. Buch, in Hamburg (Staats- und Universitätsbibliothek) eine handschriftliche Partitur ohne Titelblatt als Überlieferungszeugen für die verloren geglaubte Oper zu identifizieren; alsbald konnten weitere Partituren, Klavierauszüge und Stimmen nachgewiesen werden, und zwar in Berlin (Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz), Frankfurt (Stadt- und Universitätsbibliothek, Florenz (Conservatorio Luigi Cherubini) und Wroclaw (Biblioteka Uniwersytecka).

 Der Stein der Weisen  von Emanuel Schikaneder
Youtube Trailer  des Tiroler Landestheater
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Worum geht es? Das Singspiel (also ein Wechsel von gesprochenen und gesungenen Passagen) kennt den Halbgott Astromonte und den unterirdischen Gott Eutifronte, ein seriöses und ein Buffopaar, Arien, Duette, einen Jägerchor, Waldgeister, unterirdische Geister, Schutzgeister und dergleichen mehr. Genius hat etliche Auftritte und muss der Handlung immer wieder neue Wendungen und Impulse geben, die sonst in dem Werk noch beliebiger als ohnehin schon wirken würden. Emanuel Schikaneder schrieb an die 50 Operntexte und war im Arrangieren nicht eben wählerisch. Auch bediente er sich gerne bei sich selbst und passte Figurenkonstellationen nur grob an, so dass Der Stein der Weisen in manchem, etwa dem Verhältnis der beiden Paare, sich wie eine Vorstudie zur Zauberflöte ausnimmt.

Werden heute Singspiele oder auch Opern wie Fidelio oder Der Freischütz aufgeführt, stellt sich oft die Frage, wie mit den oft langen gesprochenen Passagen umgegangen werden soll – vollständig lassen, kürzen, streichen? Die Frage stellt sich umso drängender, wenn ein deutsches Singspiel etwa in Paris aufgeführt wird oder Solisten mit anderer Muttersprache sich durch lange Textpassagen quälen. In Innsbruck wählte man einen eleganten Weg, das Werk schlank zu halten und dennoch die Musiknummern durch Überleitungen zu verbinden: Timna Brauer führte als Erzählerin durch die nicht immer ganz logischen Verzweigungen der Handlung, deren Kern die Rivalität von Gott und Halbgott ist, wodurch die Paare Nadir und Nadine sowie Lubano und Lubanara in Schwierigkeiten kommen, aus denen ihnen nur Genius mit dem Stein der Weisen heraushelfen kann. Die als «konzertante Aufführung» bezeichnete Innsbrucker Version wurde von Angelika Wolff so eingerichtet und von Michael D. Zimmermann so ausgestattet, dass es mehr zu sehen gab als in manchen stark reduzierenden Inszenierungen: Die Auftritte aus den Gassen waren sorgfältig choreographiert und den einzelnen Gassen auch Bedeutungsebenen zugewiesen (der Bauer tritt nicht so auf wie der Gott!). Den Hintergrund lieferten Bilder von Arik Brauer, die mit ihren phantastischen Elementen die Handlung untermalten.

Tiroler Landestheater / Der Stein der Weisen - Emanuel Schikaneder © Rupert Larl

Tiroler Landestheater / Der Stein der Weisen – Emanuel Schikaneder © Rupert Larl

Besonders interessant war natürlich das musikalische Material und dessen Darbietung. Das Textbuch von Schikaneder hat gemäss dem Geschmack der Zeit Qualitäten, ist aber literarisch nicht weiter anspruchsvoll («Die Lieb ist wohl ein närrisch Ding! / Doch ihre Macht ist nicht gering. / Sie macht so weh, sie macht so wohl! Ich weiß nicht, wie ich’s nennen soll.»). Die Musik wurde von Johann Baptist Henneberg, Benedikt Schack, Franz Xaver Gerl und Emanuel Schikaneder selbst geschrieben, und eine kleine Zahl Stücke geht sogar auf Wolfgang Amadeus Mozart zurück. Libretto und Musik haben durchaus Witz, etwa wenn Eutifronte die Lubanara dazu verdammt, nur noch wie eine Katze zu miauen. Dies ist Anlass für das auch außerhalb der Oper über die Zeiten hinweg bekannte «Katzen-Duett» (das den eigentlich stummen, aber dennoch musikalisch agierenden Papageno vorwegnimmt). Tatsächlich sind einige Nummern kunstvoll und andere eher handwerklich-brav komponiert (man denkt bei manchen Phrasen unwillkürlich an einen mittelmäßig begabten Haydn-Schüler). Dennoch wirkt die Oper stilistisch recht einheitlich. Mozarts Genie erscheint neben seinen Zeitgenossen nur umso deutlicher.

Das Orchester unter Seokwon Hong spielte engagiert, in den Arien und Duetten zartfühlend, in Jägerchor und den beiden Finalen auch kraftvoll. Konventionell, aber handwerklich überzeugend kam der Jägerchor (mit Hörnern, Trompeten und Pauke) daher. Auch ein orchestrales Gewitter durfte nicht fehlen, die unruhige See bot Anklänge an «Numi, pietà» aus Mozarts Idomeneo. Dennoch haben hier Vincenzo Bellini (in der Introduktion zum dritten Akt von I Puritani) und Beethoven ganz neue Welten erschlossen.

Tiroler Landestheater / Der Stein der Weisen - Emanuel Schikaneder © Rupert Larl

Tiroler Landestheater / Der Stein der Weisen – Emanuel Schikaneder © Rupert Larl

Der Tenor Garrie Davislim gestaltete den Gott Astromonte – keine einfache Partie, denn ein gütiger Gott hat nicht übermäßig viele Möglichkeiten zur dramatischen Gestaltung. Johannes Maria Wimmer als böser Halbgott Eutifronte hatte da ganz andere stimmliche Entfaltungsmöglichkeiten. Beide wurden ihren Partien vollauf gerecht. Auch die Paare (Nadir und Nadine: Daniel Johannsen und Jihyun Cecilia Lee, Lubano und Lubanara: Alec Avedissian und Andreja Zidaric) sangen tadellos, wobei natürlich Andreja Zidaric beim Publikum besonders gut ankam, da sie nach Herzenslust miauen durfte.

Der Chor hat eine umfangreiche Partie zu bewältigen. In einer Nummer zanken sich vier Choristinnen, wer am tugendhaftesten ist – ein Mechanismus der gegenseitigen Überbietung voller Witz. Die Aufstellung des Chores im hinteren Bühnenbereich geht leider zu Lasten der Textverständlichkeit. Dies traf auch den Genius der Sophia Theodorides, die oft im hinteren Bühnenraum zu agieren hatte. Das alles mündet in einer lieta fine nach den Konventionen der Zeit.

Als Fazit dieser Ausgrabung wird deutlich, dass auch ein musikalisches Meisterwerk wie Mozarts Zauberflöte seine Vorläufer hat. Mag die Handlung teilweise hanebüchen oder gar haarsträubend sein – dies hat das Stück mit anderen noch heute gespielten Opern der Zeit wie Orlando Paladino und Idomeneo gemeinsam. Ein sonst wenig gespieltes Werk auf die Bühne zu bringen, ist immer ein Wagnis; hier in Innsbruck hat man gewagt, eine Oper zu zeigen, die in Handlung und Musik nicht immer auf der Höhe des sonstigen Repertoires ist, aber dennoch viele Qualitäten hat und vor allem eine Art musikhistorischen Kontext für die Zauberflöte bietet und zudem zeigt, wie mehrere Künstler in kürzester Zeit ein bühnentaugliches Werk zustandebringen konnten. Das Tiroler Landestheater ist für diesen Mut zu loben, für die sorgfältige Einstudierung, für das liebevolle Arrangement auf der Bühne – aber auch für das exzellent recherchierte Programmheft, das diese ganzen Bezüge deutlich macht.

Der Stein der Weisen im Tiroler Landestheater; in der laufenden Spielzeit 2018/19 sind keine Vorstellungen geplant.

—| IOCO Kritik Tiroler Landestheater |—

München, Staatstheater am Gärtnerplatz, DIE ZAUBERFLÖTE – Wolfgang A. Mozart, 16.09.2018

September 14, 2018 by  
Filed under Oper, Pressemeldung, Staatstheater am Gärtnerplatz


Staatstheater am Gärtnerplatz München

Gärtnerplatztheater © Christian POGO Zach

Gärtnerplatztheater © Christian POGO Zach

Vorhang auf für eine neue Saison im Gärtnerplatztheater!

DIE ZAUBERFLÖTE von Wolfgang Amadeus Mozart

Wolfgang Amadeus Mozarts Oper DIE ZAUBERFLÖTE nach einer Inszenierung von Rosamund Gilmore eröffnet kommenden Sonntag, den 16. September um 18.00 Uhr die Spielzeit 2018|2019 im Gärtnerplatztheater. Um 17.00 Uhr wird der Kinderchor des Staatstheaters am Gärtnerplatz auf dem Gärtnerplatz 1.000 Luftballons in den Himmel steigen lassen. Wer einen Ballon mit einem Glücksanhänger findet bekommt eine Ermäßigung für die Vorstellungen bis 31. Oktober.

Staatstheater am Gärtnerplatz / Die Zauberföte - Ann-Katrin Naidu (Dritte Dame), Elaine Ortiz Arandes (Erste Dame), Maximilian Mayer (Tamino), Liviu Holender (Papageno), Valentina Stadler (Zeite Dame) © Marie-Laure Briane

Staatstheater am Gärtnerplatz / Die Zauberföte – Ann-Katrin Naidu (Dritte Dame), Elaine Ortiz Arandes (Erste Dame), Maximilian Mayer (Tamino), Liviu Holender (Papageno), Valentina Stadler (Zeite Dame) © Marie-Laure Briane

 

Die Zauberflöte ist nicht nur Mozarts populärstes Musiktheaterwerk, sondern wohl auch sein rätselhaftestes. In seiner Mixtur aus Märchenspiel und Zauberposse, philosophischem Lehrstück und humanistischem Ideendrama bietet das Stück musikalische Unterhaltung für Groß und Klein auf höchstem Niveau. Emanuel Schikaneder zog in seinem Libretto alle Register der damaligen theatralen und bühnentechnischen Möglichkeiten, indem er Spektakuläres mit Fantastischem und Philosophischem verband. Unser neues Ensemblemitglied Gyula Rab wird am Sonntag den Tamino singen.

Der junge Prinz Tamino verliebt sich auf den ersten Blick in das Bildnis Paminas. Die Königin der Nacht, Paminas Mutter, beauftragt den Prinzen, Pamina aus den Fängen ihres Gegenspielers Sarastro zu befreien. Mit dem Vogelfänger Papageno macht sich Tamino nun auf die Suche nach seiner Geliebten und besteht mithilfe eines Glockenspiels und einer Zauberflöte gefährliche Abenteuer.


DIE ZAUBERFLÖTE
Musik von Wolfgang Amadeus Mozart, Text nach Emanuel Schikaneder

Musikalische Leitung   Gábor Káli / Elias Grandy / Felix Meybier, Regie   nach Rosamund Gilmore, Bühne   Friedrich Oberle, Kostüme   Nicola Reichert, Licht   Wieland Müller-Haslinger, Choreinstudierung   Felix Meybier

Sarastro   Stefan Cerny / Christoph Seidl / Tijl Faveyts, Tamino   Gyula Rab / Maximilian Mayer, Sprecher / Erster Priester   Mathias Hausmann / Holger Ohlmann, Zweiter Priester / Erster Geharnischter   Alexandros Tsilogiannis, Zweiter Geharnischter   Christoph Seidl / Martin Hausberg, Königin der Nacht   Sofia Mchedlishvili / Emma Posman, Pamina , Sophie Mitterhuber / Mária Celeng, Erste Dame   Elaine Ortiz Arandes / Camille Schnoor, Zweite Dame   Anna-Katharina Tonauer / Valentina Stadler, Dritte Dame   Anna Agathonos, Erster Knabe   Florian Nyncke / Zeno Böhmler, Zweiter Knabe   Jannik Spies / David Hoogen, Dritter Knabe   Miles Benson / Matthias Thomas, Papageno  Christoph Filler / Liviu Holender, Papagena Jasmina Sakr / Ilia Staple, Monostatos   Juan Carlos Falcón / Maximilian Mayer

Knaben des Kinderchors, Chor, Extrachor und Ballett des Staatstheaters am Gärtnerplatz
Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz

Spielzeiteröffnung am 16. September um 18.00 Uhr, Weitere Vorstellungen : , September  19, Oktober  7, Januar  5 / 8 / 23 , Februar  5 , Juni  11 / 15 / 26

—| Pressemeldung Staatstheater am Gärtnerplatz |—

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