Frankfurt, Oper Frankfurt, Norma – Vincenzo Bellini, 07.06.2019

Juni 6, 2019 by  
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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

NORMA  –  Vincenzo Bellini

Text Felice Romani,  nach Norma ou L’Infanticide (1831) von Alexandre Soumet

Wiederaufnahme 7. Juni 2019

Nachdem die Übernahme einer Koproduktion der Norma von Vincenzo Bellini (1801-1835) mit Den Norske Opera & Ballet in Oslo aus künstlerischen Gründen nicht zustande kam, sprang der renommierte Regisseur Christof Loy kurzfristig ein, um seine Sicht auf das Meisterwerk Norma in Frankfurt zu realisieren.

Norma   –   Vincenzo Bellini
youtube Trailer der Oper Frankfurt zur Premiere 2018
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Wenngleich sich Christof Loy schon lange Gedanken zu dieser Oper gemacht hatte, kam es bisher nie zu einer Umsetzung. Dann aber war die Begeisterung bei Publikum und Presse groß. So urteilte etwa die Radiokritikerin von SWR2 nach der Premiere am 10. Juni 2018: „Solche tragischen Zwischentöne zu erzählen, ist typisch für den Bühnenpsychologen Christof Loy. Er hat Bellinis pompösen ‚Gallier gegen Römer‘-Stoff auf seinen Kern reduziert – und bietet in Frankfurt zeitlos-packende Kammerspiele statt archaische Druidenkult- und Römer-Helm-Klischees.“

Ganz sicherlich war der Erfolg auch der Besetzung der Titelpartie mit dem ehemaligen Frankfurter Ensemblemitglied Elza van den Heever geschuldet, auf die Loy sein Konzept zugeschnitten hatte. „Die rückhaltlose Art, mit der sich die südafrikanische Sopranistin Elza van den Heever auf die ambivalente Rolle der gallischen Druidenpriesterin einlässt, versetzt das Publikum in Ekstase. (…) Beinahe demütig wird man Zeuge, wie auf der Frankfurter Bühne eine Sängerin in ihrer Menschendarstellung über sich selbst hinauswächst und das scharf umrissene Porträt einer nervlich zerrütteten Frau zeichnet (…)“ Diese wahre Hymne war in der Frankfurter Neuen Presse zu lesen. Deshalb ist es äußerst erfreulich, dass nicht nur der premierenbewährte Tenor Stefano La Colla als Pollione, sondern auch Elza van den Heever in der Titelpartie für die erste Wiederaufnahme der Produktion aus 2017/18 nach Frankfurt zurückkehren.

Oper Frankfurt / Norma - rechts Elza van den Heever (Norma) mit ihren Kindern sowie links Julia Moorman (Clotilde) © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Norma – rechts Elza van den Heever (Norma) mit ihren Kindern sowie links Julia Moorman (Clotilde) © Barbara Aumüller

Im von Rom besetzten Gallien unterhält die Druidenpriesterin Norma eine geheime Liebesbeziehung zum feindlichen Prokonsul Pollione, dem Vater ihrer beiden Kinder. Als sich der Soldat jedoch in die junge Priesterin Adalgisa verliebt, ist Norma am Boden zerstört. Der Versuch ihrer schuldlosen Rivalin, die beiden Kontrahenten zu versöhnen, misslingt. Norma schwört Rache und ruft ihr Volk zum Kampf gegen die Römer auf. Dem inzwischen gefangengenommenen Pollione droht der Tod. Norma erklärt, dass eine Priesterin ihren Eid gebrochen habe und zusammen mit dem Römer sterben soll. Nach einigem Zögern gibt sie sich selbst als die Frevlerin zu erkennen. Gemeinsam mit Pollione, dessen Liebe zu ihr neu erwacht ist, besteigt sie den Scheiterhaufen.

Oper Frankfurt / Norma - Elza van den Heever (Norma)) © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Norma – Elza van den Heever (Norma)) © Barbara Aumüller

Die musikalische Leitung der Wiederaufnahme übernimmt der italienische Dirigent Giacomo Sagripanti, der sich an der Oper Frankfurt 2015/16 mit der Wiederaufnahme von Rossinis Die diebische Elster vorstellte. Regelmäßig gastiert er u.a. an der Deutschen Oper Berlin und der Opéra National de Paris sowie den Staatsopern von München und Wien. Norma dirigiert er bald auch an der Staatsoper Stuttgart. Die deutsche Mezzosopranistin Dshamilja Kaiser (Adalgisa) zählt seit 2009/10 zum Ensemble der Oper Graz, wo sie – neben den Opernhäusern von Riga und Oslo – diese Partie bereits verkörperte. Der amerikanische Bass James Creswell (Oroveso) sprang in Frankfurt 2006/07 als Sarastro in Mozarts Die Zauberflöte ein und kehrte in der Saison darauf als Rocco in Beethovens Fidelio zurück. Aktuelle Engagements nimmt er an den Opernhäusern von Madrid, Amsterdam und San Francisco sowie auch an der New Yorker Metropolitan Opera wahr. Die Sopranistin Julia Moorman (Clotilde) und der Tenor Matthew Swensen (Flavio) stammen beide aus den USA und sind Mitglieder des Opernstudios bzw. des Ensembles der Oper Frankfurt.

Oper Frankfurt / Norma - Dshamilja Kaiser (Adalgisa) und Stefano La Colla (Pollione) © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Norma – Dshamilja Kaiser (Adalgisa) und Stefano La Colla (Pollione) © Barbara Aumüller

Wiederaufnahme: Freitag, 7. Juni 2019 19.30 Uhr, weitere Vorstellungen: 17., 20., 23. (18.00 Uhr), 28. Juni 2019, Falls nicht anders angegeben, Beginn  19.30 Uhr

—| Pressemeldung Oper Frankfurt |—

Frankfurt, Oper Frankfurt, Norma – Vincenco Bellini, IOCO Kritik, 25.06.2018

Juni 26, 2018 by  
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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

NORMA – Vincenco Bellini

Text Felice Romani, nach Norma ou L’Infanticide von Alexandre Soumet

Von  Ljerka Oreskovic Herrmann

 Vincenzo Bellini in Pere Lachaise © IOCO

Vincenzo Bellini in Père Lachaise © IOCO

Mit Vincenco Bellinis Oper Norma beendete die Oper Frankfurt die Saison 2017/18 mit einer packenden Inszenierung von Christof Loy. Es gibt keine römischen Legionäre und Kostüme, kein tableauartiges Bühnenbild und die Titelfigur trägt kein divenhaftes Outfit – nichts davon vermisst man. Denn Elza van den Heever gibt mit ihrer Verkörperung der gallischen Priesterin keine von den archaischen Lebenswelten getriebene und letztendlich zum Opfer gewordene Frau. Ihre Norma, und von Loy glaubhaft inszeniert, ist eine durch und durch erwachsene Frau, sich ihrer Stellung in der Gesellschaft und vielmehr noch ihrer Verfehlung bewusst.

Worum geht in Bellinis Werk? Um Verrat, Vertrauensverlust, Brechen von Schwüren, Loyalität und Treue. Und genau das zeigt der Regisseur auf allen Ebenen. Zunächst im Persönlichen: Norma realisiert, dass der römische Feldherr Pollione sie nicht mehr liebt – obwohl sie für diese Liebe viel auf sich genommen hat und zwei Kinder aus der Verbindung hervorgegangen sind. Nun kommt die nächste Stufe ins Spiel: Die Frage nach Loyalität, die durch Adalgisa aufgeworfen wird und zuletzt die alles entscheidende Auflösung erfordert, die zwischen persönlichem Glücksstreben einerseits und als öffentliche Person nach der Verpflichtung gegenüber der Gemeinschaft andererseits. Für die Darstellung dieser Konflikte hat Raimund Orfeo Voigt einen guckkastenartigen kaum möblierten Raum geschaffen, der den Akteuren genügend Spielfläche bietet und mit der Lichtführung von Olaf Winter eindrückliche Stimmungswechsel erzeugt.

Oper Frankfurt / Norma -  hier :  Elza van den Heever als Norma, im Hintergrund Ensemble © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Norma – hier : Elza van den Heever als Norma, im Hintergrund Ensemble © Barbara Aumüller

Die Stühle, auf denen Platz genommen werden kann, weisen einem die Zugehörigkeit zu: Man nimmt Platz, weil man Teil dieser Gruppe ist. Norma tut das wie selbstverständlich im 1. Akt. Wie eine Herrscherin, breitbeinig und fast männlich setzt sie sich auf einen der Stühle, als es darum geht mit dem Volk, den nächsten Schritt gegenüber den Römern zu planen. Norma ist Raum einnehmend und Raum greifend – eine wahrhaftige, autonome Frau. Dennoch kann eine solche Person mehr als verletzlich sein, dann, wenn es um die eigene Existenz geht. Elza van den Heever gibt dieser Norma alles an Innerlichkeit mit, eine gestandene Frau, die gerade deshalb nicht frei von Ängsten und Zweifeln ist und diese mit sich selbst aushandeln muss. Und sowohl körperlich als auch stimmlich gestaltet das die südafrikanische Sängerin bis in jedes Detail intensiv aus. Ihre Stimme ist zart und berührend, wird fast brüchig, als sie die berühmte Arie „Casta Diva“ singt, weil „ihre“ Priesterin um die fundamentale Bedingtheit der menschlichen Existenz weiß.

Besonders deutlich wird das im Austausch mit Adalgisa – von Gaëlle Arquez mit großer Inbrunst gesungen. Hier die Novizin – sie trägt als einzige ein weißes Kleid –, die sich der  „Anführerin“ anvertraut, weil sie keinen anderen Ausweg sieht. Sie gesteht ihre Liebe zu einem Römer, der sie aufs zärtlichste zum letzten Schritt – dem Bruch des Gelübdes – bewegen will. Dies weckt bei Norma Erinnerungen an ihre eigene Liebe und Verführbarkeit, und sie gewährt der jungen Frau die Loslösung von dem Eid, den sie ohnehin noch nicht endgültig abgelegt hat. Wie innig und verständnisvoll beide Frauen einander gegenübertreten, wie sie da beieinander sitzen, vereint im gemeinsamen Dilemma, von dem Adalgisa allerdings keine Ahnung hat, lässt einem beinahe den Atem stocken. Loyalität, Verständnis und Aufrichtigkeit der Gefühle werden von den beiden Frauen in exzellenter Stimmführung, Loys präziser Personenführung und dem großartigen Dirigat von Antonino Fogliani zu einem der intensivsten Momente an diesem Abend. Nur blitzartig kurz könnte man an einen versöhnlich Ausgang glauben, dann aber schlägt es in Wut, ja Zorn um, als Adalgisa den Namen nennt: Pollione!

Oper Frankfurt / Norma - hier : Stefano La Colla als Pollione und Elza van den Heever als Norma © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Norma – hier : Stefano La Colla als Pollione und Elza van den Heever als Norma © Barbara Aumüller

Nicht Adalgisa ist das Ziel ihrer Wut, ihr wollte Norma ihr eigenes Schicksal ersparen, sondern der Römer, der sie und ihre gemeinsamen Kinder verraten hat. Doch um dieser Kinder willen ist sie bereit, ebendiese Adalgisa anzuvertrauen, sollte sie Polliones Frau werden, weil es für sie selbst keinen guten Ausgang geben wird. Der Ausbruch Pollione gegenüber, in dem sie ihn mit der Kraft ihrer Stimme und Körper attackiert, entlädt sich erneut in einem aufwieglerischen „Tanz“ vor den eigenen Gefolgsleuten – jetzt endlich könnt ihr die Römer angreifen. Doch ihr Lebensweg ist damit nicht geklärt – im Gegenteil. Normas anfängliches Zaudern, das Signal für den Kampf zu geben, und ihre jetziges „Fanal“ werden von persönlichen Motiven geleitet und mündet letztendlich in der Überlegung, wie sie sich an Pollione rächen könnte. Während ihre Söhne am Tisch sitzen und essen, schneidet Norma ein Stück Brot ab und reicht es den beiden – sie ist ganz bei ihnen und fürsorgliche Mutter. Nur kurz darauf, wenn sie sich von ihnen verabschiedet – der jüngere lässt sich von ihr umarmen, während der ältere ahnend abwehrt – und sie sie in ihr Versteck im Bühnenboden schickt, macht sie sich auf, das Messer gegen die Söhne zu richten. Norma ist aber keine Medea, die nicht anders kann, als ihre Kinder zu töten, um den Mann zu strafen. Norma ist eine Frau mit Skrupel und einer anderen Erkenntnis: tötet sie Polliones Kinder, tötet sie auch ihre eigenen! Es ist fast schmerzlich anzusehen, wie sich Norma windet, das Messer in der Hand hält und immer wieder ansetzt, diesen Kampf mit sich ausficht (Arie „Dormono entrambi“ Anfang 2. Akt).

Das eigentliche Problem ist Pollione und ihr Bruch des Gelübdes. Im Tod wird sich die Größe dieser Frau zeigen: Sie ist kein Opfer, sie opfert sich nicht, auch wenn es das Volk fordert, sondern übernimmt Verantwortung für ihr Tun! George Bernard Shaw schrieb, dass Freiheit bedeutet, Verantwortlichkeit zu übernehmen – das ist es, was Loys Norma zeigt. Sie alleine entscheidet über ihr Ende, weil sie weiß, dass sie Regeln, so überkommen und atavistisch sie in unseren Augen sind, übertreten hat, und dafür die Konsequenzen trägt. Auch diese Szene ist beeindruckend inszeniert: Norma nimmt ihren Stuhl und stellt ihn vor die Guckkastenbühne, wo sie mit Pollione eine Aussprache haben wird. Ein zweites intimes Gespräch, in dem wieder Existentielles verhandelt wird, zugleich aber signalisiert es, dass Norma nicht mehr Teil der gallischen Gemeinschaft ist. Der Chor bleibt oben, zunächst auch ihr Vater, der verkraften muss, worum Norma ihn bittet: für ihre Kinder zu sorgen – dabei schaut er zu Pollione hinüber. Einfach grandios.

Oper Frankfurt / Norma - hier: Gaelle Arquez als Adalgisa © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Norma – hier: Gaelle Arquez als Adalgisa © Barbara Aumüller

Es war ein Abend der Frauen – Alison King als Clotilde gehört ebenfalls dazu – die von dem Frankfurter Opern- und Museumsorchester auf Händen getragen wurden. Auch Stefano La Colla als der untreue römische Verführer Pollione, Robert Pomakov als Normas Vater Oroveso und Ingyu Hwang als Flavio profitieren davon. Antonino Fogliani gelingt eine kongeniale musikalische Begleitung der Inszenierung, und er entfaltet Bellinis expressive melodische Linie, die aufgebaute Spannung und hochdramatischen Momenten wunderbar unaufgeregt, geradezu wie nebenbei, dafür mit enormer Wirkung. Die Chormitglieder leisten wie immer gute Arbeit unter Tilman Michael. Sie tragen graue Kostüme und Anzüge mit weißen Blusen und Hemden (Kostüme: Ursula Renzenbrink) und sind dennoch nie „nur“ Masse, stattdessen echte Individuen, so wie Menschen nun einmal sind: groß, klein, rundlich, schlank, alt und jung, kraftvoll und ängstlich. Weitere Mitwirkende sind: Damjan Batistic, David Földizin, Bagdasar Khachikyan, Maximilian Reisinger, Joseph Reichelt als Partisanen sowie die beiden Kinder Theodor Landes und Thomas Mehltretter.

Großer Applaus – ein paar Zuschauer wollten lieber eine Ausstattungsoper, wurden stattdessen mit einer ausgeklügelten psychologischen Aufführung belohnt.

—| IOCO Kritik Oper Frankfurt |—

Frankfurt, Oper Frankfurt, Premiere NORMA – Vincenzo Bellini, 10.06.2018

Juni 5, 2018 by  
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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

 NORMA – Vincenco Bellini

 Text von Felice Romani, nach der Tragödie Norma ou L’Infanticide (1831) von Alexandre Soumet, In  italienisch mit deutschen und englischen Übertiteln

Premiere:  Sonntag, 10. Juni 2018, um 18.00 Uhr

 Vincenzo Bellini in Pere Lachaise © IOCO

Vincenzo Bellini in Pere Lachaise © IOCO

Norma von Vincenzo Bellini (1801-1835) ist das Hauptwerk der sogenannten Belcanto-Ära und gilt als gelungenste Oper des sizilianischen Komponisten. Ganz sicherlich hat daran das geschickt gebaute Libretto von Felice Romani großen Anteil, welches Bellini ermöglichte, gerade bezüglich der Charakterzeichnung der beiden Frauenfiguren Norma und Adalgisa in die Tiefe zu gehen und dadurch den Vorwurf des bloßen Schöngesangs zu entkräften. Nach der eher kühl aufgenommenen Uraufführung am 26. Dezember 1831 an der Mailänder Scala konnte das von Verdi und Wagner gepriesene Werk sehr bald seinen erfolgreichen Weg über die Bühnen der Welt antreten. Nichtsdestotrotz ist der Erfolg der Oper von der Sängerin der Titelpartie abhängig, was Interpretinnen von Maria Malibran über Maria Callas bis hin zu Edita Gruberova eindrucksvoll unter Beweis stellten. An der Oper Frankfurt ist – von zwei konzertanten Produktionen 1976 und 2008 abgesehen – in der Nachkriegszeit keine szenische Präsentation von Bellinis Oper verzeichnet.

 Oper Frankfurt / Elza van den Heever Sopran / Titelpartie; ©Dario Acosta

Oper Frankfurt / Elza van den Heever Sopran / Titelpartie; ©Dario Acosta

Im von Rom besetzten Gallien unterhält die Druidenpriesterin Norma eine geheime Liebesbeziehung zum feindlichen Prokonsul Pollione, dem Vater ihrer beiden Kinder. Als sich der Soldat jedoch in die junge Priesterin Adalgisa verliebt, ist Norma am Boden zerstört. Der Versuch ihrer schuldlosen Rivalin, die beiden Kontrahenten zu versöhnen, misslingt. Norma schwört Rache und ruft ihr Volk zum Kampf gegen die Römer auf. Dem inzwischen gefangengenommenen Pollione droht der Tod. Norma erklärt, dass eine Priesterin ihren Eid gebrochen habe und zusammen mit dem Römer sterben soll. Nach einigem Zögern gibt sie sich selbst als die Frevlerin zu erkennen. Gemeinsam mit Pollione, dessen Liebe zu ihr neu erwacht ist, besteigt sie den Scheiterhaufen.

 Oper Frankfurt / Gaëlle Arquez - Mezzosopran / Adalgisa; © Agentur

Oper Frankfurt / Gaelle Arquez – Mezzosopran / Adalgisa; © Agentur

Antonino Fogliani ist musikalischer Leiter des Festivals Rossini in Wildbad und gab hier 2016/17 sein Hausdebüt mit Puccinis Tosca. Aktuell führt ihn Donizettis Lucia di Lammermoor an die Münchner Staatsoper. Regisseur Christof Loy ist regelmäßiger Gast in Frankfurt, wo er zuletzt Bergs Wozzeck (2015/16) und Scartazzinis Der Sandmann (2016/17) inszenierte. Zu seinen aktuellen Arbeiten gehört u.a. Donizettis Maria Stuarda am Theater an der Wien. Kurzfristig übernahm Loy die Frankfurter Neuproduktion von Bellinis Norma, nachdem die Pläne der Übernahme einer Inszenierung von Sigrid Strøm Reibo im Rahmen der angekündigten Koproduktion mit der Norske Opera Oslo aus künstlerischen Gründen aufgegeben wurden. Elza van den Heever (Norma), Frankfurter Ensemblemitglied von 2009 bis 2014, war kürzlich als Beethovens Leonore in Zürich und als Chrysothemis in Strauss’ Elektra an der New Yorker Met zu erleben. Stefano La Colla (Pollione) gastierte zuletzt u.a. als Calaf in Puccinis Turandot an der Deutschen Oper Berlin und als Cavaradossi in Puccinis Tosca in Rom. Bizets Carmen nimmt momentan einen zentralen Platz im Repertoire von Gaëlle Arquez (Adalgisa) ein. Nach Frankfurt (2016/17) verkörperte sie diese Partie in Bregenz, Madrid und London. Robert Pomakov (Oroveso) gab hier 2016/17 sein Hausdebüt als Gremin in Tschaikowskis Eugen Onegin. Regelmäßig gastiert er an der New Yorker Met und der Opéra National de Paris.

Hingewiesen sei an dieser Stelle noch auf vier Begleitveranstaltungen zum Werk, die rund um die Aufführungsserie auf dem Programm der Oper Frankfurt stehen: die Einführungsveranstaltung Oper extra am 27. Mai 2018 um 11.00 Uhr im Holzfoyer, der Vortrag von Produktionsdramaturg Konrad Kuhn Norma – ein enzyklopädischer Charakter vor der Premiere am 10. Juni 2018 um 16.00 Uhr im Holzfoyer, die Gesprächsrunde Oper im Dialog am 17. Juni 2018 im Anschluss an die Vorstellung im Salon im 3. Rang sowie der Vortrag von Jürgen Kesting Was ist eigentlich Belcanto? am 24. Juni 2018 um 14.00 Uhr im Holzfoyer. Näheres unter www.oper-frankfurt.de.

Premiere: Sonntag, 10. Juni 2018, um 18.00 Uhr, Weitere Vorstellungen: 14., 17., 20., 23., 27. Juni 2018, jeweils um 19.30 Uhr

—| Pressemeldung Oper Frankfurt |—

Frankfurt, Oper Frankfurt, Premiere IL TROVATORE, 10.09.2017

August 11, 2017 by  
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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Premiere IL TROVATORE
Sonntag, 10. September 2017, um 18.00 Uhr im Opernhaus

Oper in vier Teilen von Giuseppe Verdi
Text von Salvadore Cammarano
nach dem Drama El trovador (1836) von Antonio García Gutiérrez
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Musikalische Leitung: Jader Bignamini
Regie: David Bösch
Bühnenbild: Patrick Bannwart
Kostüme: Meentje Nielsen
Licht: Olaf Winter
Chor: Tilman Michael

Oper Frankfurt / Il Trovatore © Royal Opera House Covent Garden London / Clive Barda

Oper Frankfurt / Il Trovatore © Royal Opera House Covent Garden London / Clive Barda

Dramaturgische Betreuung: Deborah Einspieler
Conte di Luna: Brian Mulligan / Tassis Christoyannis (Dezember 2017, Januar 2018)
Leonora: Elza van den Heever / Leah Crocetto (Dezember 2017, Januar 2018)
Azucena: Tanja Ariane Baumgartner / Ewa P?onka (3., 7. Oktober 2017)
Manrico: Piero Pretti / Alfred Kim (Dezember 2017, Januar 2018)
Ferrando: Kihwan Sim / Daniel Miroslaw (Dezember 2017, Januar 2018)
Ines: Alison King / Elizabeth Sutphen (Dezember 2017, Januar 2018)
Ruiz: Theo Lebow
Ein Zigeuner: Thesele Kemane / Youngchul Lim
Ein Bote: Roberto Cassani
Chor und Statisterie der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester

Koproduktion mit dem Royal Opera House Covent Garden London
Mit freundlicher Unterstützung des Frankfurter Patronatsvereins – Sektion Oper

Mit Il trovatore, dem zwischen Rigoletto (1851) und La traviata (1853) entstandenen Mittelteil seiner vielbeschworenen Operntrias, deren Helden allesamt als Außenseiter der Gesellschaft gezeichnet sind, festigte Giuseppe Verdi (1813-1901) nach den von eher durchschnittlichem Erfolg geprägten, sogenannten „Galeerenjahren“ seinen Ruf als wichtigster Opernkomponist Italiens. Die Uraufführung am 19. Januar 1853 im römischen Apollo-Theater wurde vom Publikum frenetisch bejubelt und sicherte dem mit großartigem Melodienreichtum versehenen Werk bis heute einen festen Platz auf den Bühnen der Welt. Die letzte Produktion an der Oper Frankfurt stammt aus dem Jahre 2000 (Musikalische Leitung: Paolo Carignani; Regie: Antonio Calenda). Die aktuelle Neuinszenierung in Koproduktion mit dem Londoner Covent Garden kam dort bereits am 2. Juli 2016 heraus.

Oper Frankfurt / Il Trovatore © Royal Opera House Covent Garden London / Clive Barda

Oper Frankfurt / Il Trovatore © Royal Opera House Covent Garden London / Clive Barda

Aus Rache für die vom alten Grafen Luna angeordnete Hinrichtung ihrer Mutter auf dem Scheiterhaufen stieß die Zigeunerin Azucena versehentlich ihr eigenes Kind statt den Grafensohn ins Feuer, zog jedoch den fremden Jungen unter dem Namen Manrico groß. Jahre später verliebt sich Manrico in Leonora, auf die auch der zweite Sohn des Grafen Luna ein Auge geworfen hat. Nur Azucena weiß, dass es sich bei den beiden Kontrahenten um Brüder handelt, und so geraten alle Beteiligten in einen tödlichen Strudel, an dessen Ende sich der Racheschwur der Zigeunerin auf das Fürchterlichste erfüllt.
Die musikalische Leitung liegt bei dem italienischen Dirigenten Jader Bignamini, der an der Oper Frankfurt 2015/16 mit einer konzertanten Aufführung von Verdis Oberto debütierte. Regisseur David Bösch gastiert regelmäßig in Frankfurt, zuletzt 2015/16 mit Wagners Der fliegende Holländer. Enrico Caruso wird das Bonmot zugesprochen, dass es ganz einfach sei, Verdis Trovatore zu besetzen: man benötige nur die vier besten Sänger der Welt. Ob dies in Frankfurt gelingen wird, sei dem Publikum überlassen. Der amerikanische Bariton Brian Mulligan (Luna) war hier zuletzt 2016/17 als Golaud in Debussys Pelléas et Mélisande zu Gast. Elza van den Heever (Leonora) stammt aus Südafrika. Seit ihrem Ausscheiden aus dem Ensemble 2014 gastiert sie regelmäßig im Haus am Willy-Brandt-Platz, zu dessen Publikumslieblingen sie gehört. Dazu zählt auch Tanja Ariane Baumgartner (Azucena), Ensemblemitglied seit 2009/10 und hier zuletzt als Cassandre in Berlioz? Les Troyens erfolgreich. Sein Hausdebüt gibt der italienische Tenor Piero Pretti in der Partie des Manrico, die ihn zuvor u.a. nach Amsterdam und Macerata führte. Im Laufe der Aufführungsserie greifen verschiedene Umbesetzungen.

Premiere: Sonntag, 10. September 2017, um 18.00 Uhr im Opernhaus

Weitere Vorstellungen: 14., 17., 23., 30. September, 3. (15.30 Uhr), 7. Oktober, 15., 23., 25. (18.00 Uhr),
31. Dezember 2017, 6., 10., 13. Januar 2018

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