Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Oper und Ballett von Juli bis September 2016

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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

Oper und Ballett am Rhein:  Juli bis September 2016

Mo 04.07. – 18.00 Uhr             Premiere im Opernhaus Düsseldorf: Die Schneekönigin, die neue Familienoper von Marius Felix Lange

Sa 27.08. –  11.00–17.00 Uhr 60 Jahre Deutsche Oper am Rhein zum NRW-Tag 2016: Opern-Rallye – musikalische Überraschungen in der Düsseldorfer Altstadt

So 28.08. – 19.00 Uhr               60 Jahre Deutsche Oper am Rhein zum NRW-Tag 2016: Klassik Open Air auf dem Burgplatz Düsseldorf als Finale des dreitägigen Bürgerfestes mit dem Ensemble der Deutschen Oper am Rhein und den Düsseldorfer Symphonikern

So 11.09. – 13.00 –19.00 Uhr     60 Jahre Deutsche Oper am Rhein

– Saisonstart in Duisburg: „Tag des offenen Denkmals“ im Theater Duisburg mit großem Abschlusskonzert mit dem Ensemble der Deutschen Oper am Rhein und den Duisburger Philharmonikern

Fr 16.09. – 19.30 Uhr               Premiere im Opernhaus Düsseldorf: Ballett am Rhein – b.26 mit „Bournonville Divertissements“ von August Bournonville, „Dark Elegies“ von Antony Tudor und „One“ von Terence Kohler

So 18.09. – 18.30 Uhr               Wieder im Opernhaus Düsseldorf: Carmen von Georges Bizet

Do 22.09. – 19.30 Uhr              Globus Vocalis in Concert – Vokalensemble im Foyer des Opernhauses Düsseldorf

Fr 30.09. – 18.00 Uhr               Opernwerkstatt: Otello im Opernhaus Düsseldorf – Gespräche und Probenbesuch vor der Premiere von Giuseppe Verdis „Otello“ in der Regie von Michael Thalheimer am 8. Oktober im Opernhaus Düsseldorf (Eintritt frei).

Paris / Grabmal Georges Bizet © IOCO

Paris / Grabmal Georges Bizet © IOCO

Im Opernhaus Düsseldorf …

… feiert die Deutsche Oper am Rhein kurz vor den Sommerferien, am Montag, 4. Juli, um 18.00 Uhr, die Premiere von Marius Felix Langes neuer Familienoper Die Schneekönigin. Nach der stürmisch gefeierten Uraufführung in Duisburg können junge Zuschauer ab 6 Jahren jetzt im Opernhaus Düsseldorf erleben, wie die kleine Gerda ihren Freund Kay aus der eisigen Welt der Schneekönigin befreit. Bis zum 6. Juli stehen zwei Familien- und zwei Schul­vorstellungen auf dem Programm. Carmen (1. Juli), Der Rosenkavalier (8. Juli) und Die lustigen Weiber von Windsor (2., 6. und 9. Juli) laden zu den letzten Opernvorstellungen vor den Theaterferien ein. Das Ballett am Rhein zeigt am 3., 7. und 10. Juli die letzten Vorstellungen des Programms b.28. Rasante Bewegungen und extreme Körperlichkeit prägen den dreiteiligen Abend mit einem Ballett von Paul Taylor und Uraufführungen von Hubert Essakov und Nils Christe.

Den Start in die neue Opern- und Ballettsaison und 60 Jahre Deutsche Oper am Rhein feiert die Landeshaupt­stadt am 27. und 28. August im Rahmen des NRW-Tages in Düsseldorf: Am Samstag, 27. August überraschen Solisten der Deutschen Oper am Rhein bei der „Opern-Rallye“ stündlich zwischen 11.00 und 17.00 Uhr an verschie­den­en Orten der Altstadt mit bekannten Arien und Duetten und machen Lust auf die neue Opern-Spielzeit. Am Sonntag, 28. August, klingt der NRW-Tag 2016 um 19.00 Uhr mit einem großen musikalischen Finale auf dem Düsseldorfer Burgplatz aus: Das Klassik Open Air mit Stars aus dem Ensemble und den Düsseldorfer Symphonikern sorgt mitten in der Altstadt für einen glanzvollen Auftakt zur neuen Opern- und Konzertsaison.

Premiere für b.26 im Düsseldorfer Opernhaus: Das Ballett am Rhein führt die Zuschauer mit drei Stücken durch 175 Jahre Ballettgeschichte. Auf ein virtuoses Tanz­fest August Bournonvilles lässt Martin Schläpfers preisgekrönte Compagnie mit Antony Tudors „Dark Elegies“ ein Ritual tief berührender Trauer folgen, bevor Terence Kohler mit kräftigen, energiegeladenen Szenen sein Ballett „One“ zu Brahms’ Sinfonie Nr. 1 eröffnet. Das Opernprogramm beginnt am 18. September mit Bizets Carmen und einem Ausblick auf die erste Premiere am 8. Oktober: Am Freitag, 30. Sep­tember, um 18.00 Uhr macht die Opernwerkstatt mit Gesprächen und einem Proben­besuch neugierig auf Giuseppe Verdis Otello in der Inszenierung von Michael Thalheimer. Bereits zum dritten Mal ist am 22. September „Globus Vocalis in Concert“: Im Opernfoyer unterhält das aus dem Chor der Deutschen Oper am Rhein hervor­gegangene Vokalensemble mit einem weiten Spektrum anspruchsvoller Männerchor­literatur.

Wien / Grabstätte / Emmerich Kálmán © IOCO

Wien / Grabstätte / Emmerich Kálmán © IOCO

In Duisburg…

… endet die Spielzeit turbulent und hochromantisch in der Zirkuswelt von Emmerich Kalmáns gefeierter Operette Die Zirkusprinzessin. Mitreißende Melodien, schmissige Varieté-Nummern und berührend-sentimentale Liebesduette,  luftig-leichte Zirkusatmosphäre und der Charme der typisch Wienerischen Grantigkeit, begeistern am 3. Juli zum  letzten Mal im Theater Duisburg. Am 1. und 2. Juli gehört die Bühne dem Nachwuchs der Deutschen Oper am Rhein: Am Freitag, 1. Juli, präsentieren ausgewählte Tänzerinnen und Tänzer des Balletts am Rhein ihre eigenen choreographischen Ideen in der neuen Plattform „Young Moves“. Am Samstag, 2. Juli, ist die letzte Gelegenheit, Elliott Carters What Next? und Leonard Bernsteins Trouble in Tahiti zu sehen, zwei amerikanische Einakter, inszeniert von Tibor Torell und Philipp Westerbarkei im neuen Format Young Directors.

Zu Beginn der neuen Spielzeit im August, werden „60 Jahre Deutsche Oper am Rhein“ auch in Duisburg zum Fest: Am Sonntag, 11. September, dem „Tag des offenen Denkmals“ kann man ab 13.00 Uhr verborgene Winkel des Theaters mit seinen vielfältigen Berufen und Gewerken ent­decken. Die Deutsche Oper am Rhein, die Duisburger Philharmoniker und der Jugendclub „Spieltrieb“ präsentieren das Haus in verschiedenen Themenführungen, beim „Theaterberufe-Speed-Dating“, mit dem Spieltrieb-Projekt „Bloody Willy“ und dem großen Abschlusskonzert um 18.00 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Für Kostümfans gibt es am Samstag, 3. September, einen Kostümverkauf im Produktionszentrum Duisburg-Wanheimerort (Neuenhofstraße 55): Ab 10.00 Uhr gibt es Zählkarten für die Reihenfolge des Einlasses – der Verkauf beginnt um 12.00 Uhr.

—| Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—

Duisburg, Deutsche Oper am Rhein, Premiere – What next? und Trouble in Tahiti, 04.06.2016

Mai 3, 2016 by  
Filed under Musical, Premieren, Pressemeldung

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Deutsche Oper am Rhein

Theater Duisburg © IOCO

Theater Duisburg © IOCO

Young Directors mit  What next? und Trouble in Tahiti

Mit der Premiere von What next? und Trouble in Tahiti am Samstag, 4. Juni 2016, um 19.30 Uhr im Theater Duisburg präsentiert die Deutsche Oper am Rhein einen neuen Baustein ihrer Nachwuchsförderung: Unter dem Titel Young Directors erhalten junge Künstler aus dem eigenen Ensemble die Gelegenheit, in den Strukturen eines großen Opernhauses erste eigene Inszenierungen zu entwickeln. In dieser Spielzeit stellen sich die Spielleiter Tibor Torell und Philipp Westerbarkei mit zwei amerikanischen Opern-Einaktern des 20. Jahrhunderts als Regisseure vor.

Deutsche Oper am Rhein / Young Directors - Tibor Torell - Philipp Westerbarkei © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Young Directors – Tibor Torell – Philipp Westerbarkei © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

Noch nie standen sich Elliott Carters einziges, 1999 uraufgeführtes Musiktheaterwerk What next? und Leonard Bernsteins Opern-Einakter Trouble in Tahiti aus dem Jahr 1952 an einem Opernabend gegenüber. Stilistisch voll­kommen unterschiedlich beschäftigen sich beide Komponisten mit Fragen der Wahrnehmung und Identität: Wer bin ich? Wo komme ich her – wo will ich hin? Was sind meine Träume und Sehnsüchte, und wie bringe ich sie in Einklang mit der Realität?

Tibor Torell inszeniert Carters musikalisch anspruchsvolles Spätwerk What next?, Philipp Westerbarkei bringt Bernsteins von Jazz und Musical-Elementen geprägte Oper Trouble in Tahiti auf die Bühne. Ana Tasic und Tatjana Ivschina gestalten die Bühnenbilder und Kostüme. Für die musikalische Umsetzung sorgen Jesse Wong und Patrick Francis Chestnut mit erfahrenen Solisten aus dem Ensemble und den Duisburger Philharmonikern.

Young Directors: „What next?“ und „Trouble in Tahiti“
Premiere: Samstag, 4. Juni 2016, 19.30 Uhr – Theater Duisburg

Elliott Carter:  What next?
Oper in einem Akt – Text von Paul Griffiths / In englischer Sprache, deutsche Übertitel

Musikalische Leitung: Jesse Wong Rose: Heidi Elisabeth Meier
Inszenierung: Tibor Torell Mama: Romana Noack
Bühne & Kostüme: Ana Tasic Stella: Susan Maclean
Choreographische Beratung: Amelie Jalowy Zen: Corby Welch
Video: Marco Kreuzer Harry or Larry: Dmitri Vargin
Licht: Franz-Xaver Schaffer Kid: David Chestnut
Dramaturgie: Anne do Paço Orchester: Duisburger Philharmoniker

What Next? ist das einzige Musiktheaterwerk Elliott Carters (1908–2012) – ein faszinierendes Spiel über die Fragen nach Wahrnehmung und Identität: Ein Unfall ist geschehen. Die sechs Opfer sind unverletzt, aber können sich nicht mehr erinnern, wie und warum sie in diese Lage gekommen sind und in welcher Beziehung sie zueinander stehen. In mehreren Anläufen versuchen sie die Situation zu klären – vergeblich. Jeder hat nur sich selbst im Blick, postuliert seine eigene Wahrheit und hört dem anderen kaum zu. Scheitert Gesellschaft an der zwischenmenschlichen Gleichgültigkeit jedes einzelnen?
Der in Tschechien geborene Tibor Torell war an Theatern in Brünn, Prag und Köln sowie von 2007 bis 2011 am Theater Aachen tätig, wo er in Zusammenarbeit mit der Musikhochschule Köln mit Dido and Aeneas, Albert Herring und La descente d‘Orphée aux Enfers / sweetieorpheus_27 erste eigene Inszenierungen erarbeitete. Seit 2011/12 ist er an der Deutschen Oper am Rhein als Spielleiter engagiert.

Leonard Bernstein: Trouble in Tahiti,  Oper in einem Akt – Text vom Komponisten / In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Musikalische Leitung: Patrick Francis Chestnut,  Dinah: Ramona Zaharia
Inszenierung: Philipp Westerbarkei Sam: Thomas Laske
Bühne & Kostüme: Tatjana Ivschina Girl: Annika Kaschenz
Licht: Franz-Xaver Schaffer Boy 1: Cornel Frey
Dramaturgie: Anne do Paço Boy 2: Roman Hoza
Orchester: Duisburger Philharmoniker

In eine amerikanische Vorstadt der 1950er Jahre entführt uns Trouble in Tahiti: Nach zehn Jahren ist die Ehe von Dinah und Sam nicht mehr so ganz in Hochform. Schon beim Frühstück wird gestritten. Während sich Sam an seinen beruflichen und sportlichen Erfolgen berauscht, verbringt Dinah ihre Tage beim Psychiater und im Kino … Mit seiner ersten, 1952 uraufgeführten Oper schuf Leonard Bernstein (1918–1990) mit leichter Hand Szenen einer Ehe, die uns mit dem ihm eigenen Witz vor Augen führen, dass materieller Wohlstand und beruflicher Erfolg ganz und gar kein Garant für ein erfülltes Leben sind. Arienhafte Melodien wechseln mit fetzigen Songs, die schon den Komponisten der West Side Story verraten. Ein Jazz-Trio kommentiert auf unterhaltsame Weise das Geschehen.

Philipp Westerbarkei studierte Italienische Philologie und Theaterwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum. An der Deutschen Oper am Rhein ist er seit 2013/14 als Spielleiter engagiert. Hier setzt er in der kommenden Spielzeit das Mitmach-Projekt „Lost in the forest“ sowie Oliver Knussens Familienoper „Wo die wilden Kerle wohnen“ in Szene.

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Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein

Wiesbaden, Hessisches Staatstheater Wiesbaden, 3. Sinfoniekonzert, 06.11.2013

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Hessisches Staatstheater Wiesbaden

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Kaufhold

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Kaufhold

3. Sinfoniekonzert. Profane et sacré

 
3. Sinfoniekonzert
Profane et sacré
Werke von Ravel, Lutoslawski, Debussy und Hindemith
Harfe Ursula Holliger
Dirigent Heinz Holliger
 
Mittwoch, 6. November | 20.00 Uhr | Kurhaus, Friedrich-von-Thiersch-Saal 
Einführung um 19.00 Uhr im Dostojewskisaal 
 
 
Maurice Ravel (1875-1937): Ma mère l’Oye
Witold Lutoslawski (1913-1994): Konzert für Oboe, Harfe und Kammerorchester (1980)
Claude Debussy (1862-1918): Danse sacrée und Danse profane für Harfe und Streicher
Paul Hindemith (1895-1963): Nobilissima visione
 
Heinz Holliger, der singuläre Dirigent, Oboist und Komponist, folgt unserer Einladung, in Wiesbaden seine faszinierende musikalische Welt zu präsentieren. „Profane et sacré“, weltlich und geistlich, sind hier nicht Gegensätze, sondern ergänzen sich, auf der Ebene des Verstandes ebenso wie auf der des Gefühls. Es gibt keine Weisheit ohne kindliche Naivität, keine Moderne ohne Traditionen und keinen Glauben ohne den Gedanken. Heinz Holligers musikalische Partnerin und Solistin im Konzert ist Ursula Holliger.
 
Die „Poesie der Kindheit” wollte Maurice Ravel wachrufen, als er 1908 seinen Zyklus Ma mère l’Oye schrieb. Ravel fand sie in den Contes de ma mère l’Oye (Märchen von Mutter Gans). Aus dieser in Frankreich bis heute populäre Märchensammlung von Charles Perrault (1697), leitete Ravel auch den Titel ab, den er seinen „pièces enfantines” (Kindliche Stücke) gab. Ravel vertont fünf Märchen aus der Sammlung: Dornröschen, Der kleine Däumling, Die Kaiserin der Pagoden, Die Schöne und das Biest und Der Zaubergarten. Seinen ursprünglich fünfteiligen Klavierzyklus instrumentierte Ravel 1911 für Orchester.
 
Das Doppelkonzert für Oboe, Harfe und Kammerorchester des polnischen Komponisten Witold Lutoslawski ist eines der bedeutenden Oboenkonzerte des 20. Jahrhunderts und eines der großen Beispiele für serielle Komposition, wie sie in den 70er Jahren gepflegt wurde. Seit Ende der fünfziger Jahre wird Witold Lutoslawski als Exponent der polnischen wie der europäischen Avantgarde gefeiert und gilt zugleich schon lange als ein „Klassiker der Moderne“. Er komponierte für weltbekannte Solisten wie etwa Anne-Sophie Mutter oder Heinz Holliger. Die Entstehung geht zurück auf einen Auftrag des Basler Dirigenten und Mäzens Paul Sacher, dessen Initiative wir so viele zeitgenössische Werke verdanken. Sacher wollte 1972 ein Oboenkonzert speziell für Heinz Holliger, der wiederum um die Kombination mit der Harfe bat. Unter Leitung von Paul Sacher wurde das Doppelkonzert 1980 mit Heinz und Ursula Holliger in Luzern uraufgeführt. Das Orchester dieses faszinierenden Doppelkonzertes setzt sich aus zwölf Streichern und zwei Percussionisten zusammen. Das musikalische Material entwickelt sich aus einer Folge von 24 Noten, die eine Zwölftonreihe und ihre Umkehrung beinhalten. Es lehnt sich an das klassische und virtuose Solistenkonzert an und hält sinnliche Klangschönheit ebenso bereit wie Überraschungen und Brüche. 
 
Der Aufführungszweck der beiden Tänze von Claude Debussy, „profane” und „sacré”, war ein ganz profaner: Die beiden konkurrierenden Pariser Klavierhersteller Erard und Pleyel bauten auch Harfen und benötigten Stücke, um ihre Instrumente zu präsentieren. Pleyel beauftragte als erster 1904 Claude Debussy, die Deux Danses  für seine neue chromatische Harfe zu komponieren. Erard legte ein Jahr später mit einem Kompositionsauftrag an Maurice Ravel nach. Heute gehören die beiden Tänze zum festen Repertoire und werden – Ironie der Geschichte – auf modernen Doppelpedalharfen nach dem Modell des Konkurrenzunternehmens Erard gespielt.
 
Paul Hindemith komponierte seine Orchestersuite Nobilissima Visione  nach der gleichnamigen Ballettmusik, die er 1938 als „Tanzlegende” über das Leben des heiligen Franz von Assisi für den Choreografen Leonide Massine geschaffen hatte. Massine hatte sich durch Florentiner Fresken zu diesem Ballett anregen lassen. Für den Konzertsaal stellte Hindemith Rondo, Marsch und Pastorale sowie die sehr berühmt gewordene Passacaglia zu einer eigenständigen Suite zusammen.
 
Heinz Holliger ist eine der großen Musikerpersönlichkeiten unserer Zeit. Er studierte in Bern, Paris und Basel Oboe und Klavier sowie Komposition (bei Sandor Veress und Pierre Boulez). Nach ersten Preisen bei den internationalen Wettbewerben von Genf und München beginnt für ihn eine unvergleichliche Karriere als Oboist, die ihn in die großen Musikzentren führt. Im ständigen Austausch von Interpretation und Komposition erweitert er die spieltechnischen Möglichkeiten des Instruments und setzt sich mit großem Engagement für die zeitgenössische Musik ein. Einige der bedeutendsten Komponisten der Gegenwart widmeten ihm Werke. Als Dirigent arbeitet Heinz Holliger seit vielen Jahren mit weltweit führenden Orchestern und Ensembles zusammen, darunter die Berliner Philharmoniker, das Cleveland Orchestra, das Concertgebouworkest Amsterdam, das Philharmonia Orchestra London, die Wiener Sinfoniker, die Wiener Philharmoniker, das Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das WDR-Sinfonieorchester Köln, das HR-Sinfonieorchester Frankfurt, das Tonhalle-Orchester Zürich, das Festivalorchester Budapest und das Orchestre National de Lyon. Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet ihn auch mit dem Chamber Orchestra of Europe. Heinz Holliger ist Träger zahlreicher Auszeichnungen und Preise, auch für viele seiner Einspielungen. 
 
Nach Studien an der Musik Akademie der Stadt Basel und am Conservatoire Royal de Musique de Bruxelles konzertierte Ursula Holliger unter anderem mit den Berliner und den Wiener Philharmonikern, dem Los Angeles Philharmonic Orchestra, den Musici di Roma, dem English Chamber Orchestra und dem Orchestre de Paris unter der Leitung von Dirigenten wie Michael Gielen, Pierre Boulez, Simon Rattle, André Previn, Sir Neville Marriner und Heinz Holliger sowie auch regelmäßig bei renommierten Festivals. Neben dem Standardrepertoire gilt Werken von Louis Spohr und der zeitgenössischen Musik das besondere Interesse der Künstlerin. So hat sie viele eigens für sie geschriebene Werke von Komponisten wie Elliott Carter, Hans Werner Henze, Witold Lutoslawski, Ernst Krenek, Frank Martin, Isang Yun, Toru Takemitsu und Heinz Holliger uraufgeführt – in den letzten Jahren die europäische Erstaufführung von Elliott Carters Harfenkonzert Mosaic, die Uraufführung von Harrison Birtwistles 26 Orpheus Elegies für Oboe, Harfe und Countertenor sowie das Solostück Crowd als schweizerische Erstaufführung beim Lucerne Festival.
 
 

—| Pressemeldung Hessisches Staatstheater Wiesbaden |—

Düsseldorf, Robert Schumann Saal, Klavierfestival Ruhr 2013 – Klavierabend Pierre-Laurent Aimard, IOCO Kritik, 21.05.2013


Kritik

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Klavier-Festival Ruhr 2013

Robert Schumann Saal

Düsseldorf, Museum Kunstpalast, Robert Schumann-Saal, 21.05.2013

Klavierabend Pierre-Laurent Aimard

Klavierfestival Ruhr / Pierre-Laurent Aimrad © Marco Borggreve

Klavierfestival Ruhr / Pierre-Laurent Aimrad © Marco Borggreve

Ein immer wieder gern gesehener Gast beim Klavierfestival ist der französische Ausnahmepianist Pierre-Laurent Aimard. 2003 war er Preisträger des Klavier-Festivals und in diesem Jahr nun schon zum achtzehnten Mal dabei.

Klavierfestival Ruhr / Pierre-Laurent Aimard (l.) und Tobias Bleek im Gespräch über György Ligeti und die "Motorische Intelligenz" © KFR/Mark Wohlrab

Klavierfestival Ruhr / Pierre-Laurent Aimard (l.) und Tobias Bleek im Gespräch über György Ligeti und die „Motorische Intelligenz“ © KFR/Mark Wohlrab

Das  Spektrum des gebürtigen Lyoners ist breit und seine spieltechnische Makellosigkeit ist überragend. Ob er nun Beethoven, Bach, Boulez, oder wie an diesem Abend im Schumann-Saal des Kunstpalastes, Robert Schumann und Elliott Carter spielt. Allen wird er mit Intensität und mit  großartiger Gestaltungskraft gerecht.

Aimard studierte bei Olivier Messiaens Frau, Yvonne Loriod und unterrichtet selber schon einige Zeit, zwischen seinen solistischen Auftritten, an den Musikhochschulen von Köln und Paris.

Das heutige Konzert widmete er dem amerikanischen Komponisten Elliott Carter, der im November 2012 – im Alter von 103 Jahren – verstarb Dieses Konzert verlief etwas anders als vorgesehen. Der eigenwillige Franzose hatte im buchstäblich letzten Moment die Reihung der Werke verändert.

Klavierfestival Ruhr 2013 / Pierre-Laurent Aimard © KFR/Frank Mohn

Klavierfestival Ruhr 2013 / Pierre-Laurent Aimard © KFR/Frank Mohn

Nun hörte man am Anfang SchumannsSymphonische Etüden op. 13“, die erst zum Schluss erklingen sollten.

Aimard spielte die glänzenden, wirkungsvollen Stücke kraftvoll und mit einem sehr ausgewogenen Tempo. Das schlichte, ernste cis-moll Thema wird  in zwölf Stücken in verschiedenen Stimmungen variiert. Es war ein Feuerwerk, das der Pianist dort zündete. Und es ging Schlag auf Schlag, die Pausen zwischen den  einzelnen Stücken waren bei Aimard nur nach Sekunden bemessen. Da musste man schon hochkonzentriert zuhören, um die mannigfaltigen Schönheiten und die spieltechnischen Feinheiten mitzubekommen.

Schon danach gab es riesigen Beifall und in der folgenden Pause viel Gesprächstoff über die eigenwillige Reihung des zweiten Konzertteils.

Klavierfestival Ruhr / Prof. Dr. Eckart Altenmüller (l.) und Pierre-Laurent Aimard gestern bei der Veranstaltung "Motorische Intelligenz" in Essen-Werden © KFR/Mark Wohlrab

Klavierfestival Ruhr / Prof. Dr. Eckart Altenmüller (l.) und Pierre-Laurent Aimard gestern bei der Veranstaltung „Motorische Intelligenz“ in Essen-Werden © KFR/Mark Wohlrab

Aimard spielte zunächst “Drei Stücklein“ aus den “Bunten Blättern, op. 99“ und danach “Tri-Tribute“ von Elliott Carter. Es sind drei “ kleine GeschenkeCarters an James Levine und dessen Familie, entstanden 2007/8, also auch aus dem Spätwerk des Komponisten, wie alles von ihm an diesem Abend.

Diese geänderte Reihung hatte wirklich etwas für sich. Carters nicht nur schwer zu spielende, sondern auch schwer zu hörende Stücke, wurden durch die Schumannschen “Albumblätter“, mit ihrem romantischen Wohlklang, die jeweils nach einem Carter-Stück von Aimard gespielt wurden,  wunderbar ausgeglichen.

Ein Carter-Stück aus dem Jahr 2006 “Caténaires“ (für Aimard geschrieben) beendete einen interessanten, ungewöhnlichen, höchst erfreulichen Konzertabend.

Herzlicher Beifall für den virtuosen Klangzauberer Pierre-Laurent Aimard.

IOCO / UGK / 21.05.2013

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