Köln, Oper Köln, Laufenberg entlassen! Oder doch nicht? IOCO Aktuell, 26.06.2012

Juni 25, 2012 by  
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Oper Köln

Oper Köln © IOCO

Oper Köln © IOCO

Uwe Eric Laufenberg und die Oper Köln:  Ende einer unappetitlichen Dienstfahrt

Uwe Eric Laufenberg, künstlerisch erfolgreicher Intendant der Oper Köln, wurde fristlos entlassen, vielleicht. Kulturdezernent Georg Quander, am 23. Juni, auf der Alcina-Premierenfeier, von Elke Heidenreich (Bild unten) unter dem Jubel der Besucher noch als unfähig karikiert, verkündete am 21. Juni 2012 im Weißen Saal des Kölner Rathauses die fristlose Kündigung Laufenbergs. Die Presseerklärung der Stadt Köln dagegen verwirrt:

„Uwe Eric Laufenberg fristlos entlassen

Die Stadt Köln kündigt Anstellungsvertrag mit Opernintendant „aus wichtigem Grund“.

Nachdem die von der Stadt Köln gesetzte Frist zur Annahme des Angebotes für eine vorzeitige, einvernehmliche Auslösung des bis 2016 laufenden Anstellungsvertrages von Uwe Eric Laufenberg ohne entsprechende rechtlich verbindliche Erklärungen des Opernintendanten verstrichen ist, hat der Hauptausschuss der „außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund“ des Intendantenvertrages mit sofortiger Wirkung zugestimmt.

Die Stadt Köln wird darauf den Anstellungsvertrag unverzüglich kündigen.“

„Die Stadt Köln wird den Anstellungsvertrag unverzüglich kündigen“, stellt eine Formulierung dar, welche Deutungen zulässt. Auch enthält die Pressemitteilung einen markanten Schreibfehler (Auslösung).  Auf Nachfrage erhielt IOCO die Bestätigung, dass Uwe Eric Laufenberg tatsächlich fristlos gekündigt wurde, er nicht mehr im Hause oder Intendant der Oper Köln sei.

Dabei hatte die Stadt Köln noch vor wenigen Tagen Klaus Zehelein, Präsident des Deutschen Bühnenvereins, zur schiedsgerichtlichen Regelung des langwährenden Disputs mit Uwe Eric Laufenberg eingeschaltet. So kann man vermuten, dass die Stadt Köln glaubt, nunmehr einen triftigen Grund zur fristlosen Entlassung Laufenbergs zu haben, welcher ein Schiedsverfahren durch Klaus Zehelein überflüssig macht. Persönliche Angriffe Laufenbergs auf Georg Quander wurden von Seiten der Stadt genannt.

Oper Köln Jahrespressekonferenz 2012, Dr Meyer, Werner, Intendant Laufenberg. Keine Spur von Patrick Wasserbauer oder Georg Quander © IOCO

Oper Köln Jahrespressekonferenz 2012, Dr Meyer, Werner, Intendant Laufenberg. Keine Spur von Patrick Wasserbauer oder Georg Quander © IOCO

Oper Köln / Intendant Laufenberg - JPK 2012 © IOCO

Oper Köln / Intendant Laufenberg – JPK 2012 © IOCO

Oper Köln / JPK 2012 - Presseandrang © IOCO

Oper Köln / JPK 2012 – Presseandrang © IOCO

Das Elend im Kölner Intendantenstreit dauert inzwischen fast ein Jahr. Keine Woche ohne  Tartarenmeldung über die Oper Köln. Dabei ist die Oper Köln mit 90% Auslastung künstlerisch sehr erfolgreich und das Streitthema denkbar überschaubar: Seit fast zwei Jahren arbeiten die Bühnen der Stadt Köln (Theater und Oper) ohne verabschiedete Etats. Auch hat die Oper formal einen „Geschäftsführenden Direktor“, Patrick Wasserbauer, welcher im Rahmen seiner Obliegenheitspflichten Etat- Angelegenheiten der Oper Köln regeln müsste. Tut er aber nicht. So überließ man es  Intendant Laufenberg, die Oper Köln nicht nur künstlerisch zu steuern sondern auch dessen Etatdifferenzen zu erklären. IOCO berichtete bereits im November 2011 über die Organisationsmängel an der Oper Köln. Welche im April 2012, auf der Jahrespressekonferenz der Oper Köln zum Spielpan 2011/12, in aller Öffentlichkeit sichtbar eskalierten: Zu dieser Pressekonferenz waren über 100 Vertreter der Medien eingeladen und gekommen. Von Seiten des Opern-Managements jedoch fehlten zwei zentrale Funktionsträger: Der Geschäftsführende Direktor Patrick Wasserbauer und der Kulturdezernent Quander. Sie überließen es  Intendant Laufenberg, den Spielplan 2012/13 und seine Probleme vorzustellen, so gut er konnte und durfte.

Oper Köln / Elke Heidenreich, Uwe Laufenberg, Ensemble der Alcina Premiere © IOCO

Oper Köln / Elke Heidenreich, Uwe Laufenberg, Ensemble der Alcina Premiere © IOCO

Doch der 21. Juni 2012 stellt ein Zäsur dar: Uwe Eric Laufenberg wurde von der Stadt Köln fristlos entlassen. Ob diese fristlose Kündigung vor Gericht Bestand haben wird, bleibt abzuwarten.  Uwe Eric Laufenberg jedenfalls will seine Entlassung anfechten und hat gleichzeitig angeboten, den Spielplan 2012/13 seinerseits zu erfüllen, drei Opern zu inszenieren und in „My Fair Lady“ den Professor Higgins zu singen. Gregor Timmer, Sprecher der Stadt Köln, machte deutlich, für die Rolle eine andere Besetzung zu suchen.

Der dritte Akt der unappetitlichen Kölner Opern-Posse scheint erreicht. Generalmusikdirektor Markus Stenz, Chefdirigent des Gürzenich-Orchesters und der Oper, erklärte ebenfalls am 21. Juni 2012, seinen bis 2014 laufenden Vertrag nicht verlängern zu wollen. Operndirektorin Dr. Birgit Meyer wird zunächst die Oper Köln leiten. Der 21.6.2012: Ein schwarzer Tag für die Kölner Kultur. All diese Aufregung, weil im Etat der Oper Köln € 2 Mio  fehlten. Als Referenz: Die kommende Sanierung von Kölner Oper und Theater werden € 150 Millionen verschlingen, bisher völlig ohne jede Aufregung.

IOCO / Viktor Jarosch / 25.06.2012

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Köln, Oper Köln, Opernstreit eskaliert zu städtischem Kulturkampf, IOCO Aktuell, 17.06.2012

Juni 17, 2012 by  
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Oper Köln

Oper Köln © IOCO

Oper Köln © IOCO

Elke Heidenreich und der Aufruf zu öffentlichem Kölner Bürgerprotest

Alles begann fröhlich und unverfänglich am 16. Juni 2012. Die Premierenfeier der gelungenen Premiere von Georg Friedrich Händels Barockoper Alcina der Oper Köln, in der Ersatzspielstätte Palladium im Herzen des Köln – Mülheimer industriellen Schanzenviertels gegeben, nahm einen gewohnten Lauf. Eine spartanische Alcina – Produktion wurde gefeiert, übernommen aus Potsdam, von einem starken Ensemble der Oper Köln  schauspielerisch wie sängerisch mitreissend auf die Bühne gebracht. Intendant Uwe Eric Laufenberg, wegen Etatdifferenzen unter unsäglichem städtischen Dauerbeschuss, entspannte sich mit Ensemble und zahlreichen Besuchern. Der städtische Kulturstreit schien in weiter Ferne.

Oper Köln / Elke Heidenreich, Uwe Laufenberg, Ensemble der Alcina Premiere © IOCO

Oper Köln / Elke Heidenreich, Uwe Laufenberg, Ensemble der Alcina Premiere © IOCO

Doch dann wurde im Publikum die populäre und als streitbar bekannte Kölner Literaturkritikerin und Schriftstellerin Elke Heidenreich entdeckt. Elke Heidenreich ließ sich auch nicht lang um Worte bitten. Und der bisher schlummernde Kölner Kulturkampf erwachte prompt und mit Getöse. Elke Heidenreich von den Besuchern ans Mikrofon getrieben: „Du (zu Uwe Eric Laufenberg) wie ich sind gelegentlich undiplomatisch bis zum geht nicht mehr. Man weiß, daß gespart werden muß. Daß man (gemeint die Stadt Köln) vorne etwas zusagt und hinten wieder wegstreicht, das geht nicht…Ich verstehe nicht, warum man versucht einen Intendanten zu schlachten, der die Oper auf einen Stand gebracht hat, den sie seit Jahrzehnten nicht mehr hatte.“  Elke Heidenreich an Uwe Eric Laufenberg, zur lautstarken Begeisterung der Anwesenden: „Gebe nicht auf und knicke nicht ein vor einem schwachen Oberbürgermeister (Jürgen Roters) und einem unfähigen Kulturdezernenten (Georg Quander).“ Anwesende Kölner Besucher forderte Elke Heidenreich auf, an alle Bereiche der Stadt zu schreiben und ihre Beschämung über die städtische Kulturpolitik auszudrücken: „Wenn alle in Post ersticken und von Briefen zugeschissen werden...“.

Elke Heidenreich verlieh als „Elke Furiosa“ diesem Abend der Kölner Gemütslage emotionale Kraft. Im Kölner Opernstreit geht es schon lange nicht mehr nur um Etatdifferenzen. Die andauernden wie unübersichtlichen Streitigkeiten haben die Führungskompetenz der Kölner Stadtführung in Kultur- wie Finanzfragen erheblich beschädigt. Erstaunlich bleibt trotzdem, wie ein überschaubares Problem,  der Etat der Bühnen der Stadt Köln, derartige Verwerfungen mit zwangsläufig hohen Folgekosten auslösen kann. Ein Schiedsverfahren durch Dritte muß nun helfen: Professor Klaus Zehelein, Präsident des Deutschen Bühnenvereins, wurde aufgerufen, das Schiedsverfahren zu leiten.

IOCO / Viktor Jarosch / 17.06.2012

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Düsseldorf, Robert Schumann Saal, Spielplan Juni 2012, 19.04.2012

April 20, 2012 by  
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Robert Schumann Saal

Robert Schumann Saal im MPK Düsseldorf © Christoph Schuknecht

Robert Schumann Saal im MPK Düsseldorf © Christoph Schuknecht

Spielplan Juni 2012

 Fr, 1.6.2012, 20 Uhr

Schumannfest

Mutter/Sohn

Erlenbusch-Quartett:
Michael Barenboim
Violine / Petra Schwieger Violine / Madeleine Carruzzo Viola /
Tim Park
Violoncello

Elena Bashkirova Klavier

Anton Webern
6 Bagatellen op. 9
Jean Sibelius

Streichquartett d-Moll op. 56 (Voces intimae)

Anton Webern

Quartett op. 28
Robert Schumann

Klavierquartett Es-Dur op. 47

Michael Barenboim trägt einen großen Nachnamen. Schließlich ist der junge Star-Geiger der Sohn von Maestro Daniel Barenboim. Sein musikalisches Talent hat er zudem mütterlicherseits von der großen Pianistin Elena Bashkirova in die Wiege gelegt bekommen. Gemeinsam mit den Mitgliedern seines 2006 gegründeten Erlenbusch-Quartetts spielen Mutter und Sohn Kammermusik auf höchstem Niveau.

Veranstalter: Schumannfest Düsseldorf

49/39/27 € zzgl. Servicegebühr

inkl. 18 Uhr Eröffnung der großen Ausstellung des finnischen Malers Akseli Gallen-Kallela und erster Gang durch die Ausstellung im Museum Kunstpalast

Mo, 11.6.2012, 20 Uhr

Klavier-Festival Ruhr

Die Besten der Besten – Preisträger Internationaler Wettbewerbe

Preisträgerkonzert 4

Daniil Trifonov
1. Preis XIV. Internationaler Tschaikowsky-Wettbewerb Moskau 2011
1. Preis Arthur Rubinstein Wettbewerb Tel Aviv 2011
Alexander Skrjabin
Sonate Nr. 3 fis-Moll op. 23
Peter Iljitsch Tschaikowsky
aus: Six Morceaux op. 51
aus: 18 Morceaux op. 72
Igor Strawinsky
Drei Tänze aus dem Ballett „Der Feuervogel“
Claude Debussy
aus: Images, Heft I
Frédéric Chopin
Zwölf Etüden op. 25
Veranstalter: Stiftung Klavier-Festival Ruhr
24 € (ermäßigt  15 €) inkl. aller Gebühren

Do, 14.6.2012, 20 Uhr

Mary Bauermeister im Gespräch mit Elke Heidenreich

Marc-Aurel Floros Klavier
Ich hänge im Triolengitter. Mein Leben mit Karlheinz Stockhausen
Mehrere Jahre lang lebte die Künstlerin Mary Bauermeister mit Karlheinz Stockhausen, einem der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts, und dessen erster Ehefrau in einer ménage à trois. In Bauermeisters Kölner Atelier versammelte sich 1960 – 1962 die Avantgarde der internationalen Kunst- und Musikszene, neben Stockhausen etwa John Cage, Nam June Paik und Christo. SpektakuläreHappenings leiteten die Fluxus-Bewegung ein. Im Gespräch mit der Herausgeberin Elke Heidenreich erzählt die Künstlerin von einer bewegenden, von Aufbruchsstimmung geprägten Zeit und einem unkonventionellen Lebens- und Liebesexperiment. Der Pianist Marc Aurel Floros ergänzt den Abend  mit Stockhausen-Kompositionen.

Veranstalter: Stiftung Museum Kunstpalast in Kooperation mit dem Literaturbüro NRW  e.V.   im Rahmen der Düsseldorfer Literaturtage

15 € (Schüler/Studenten 6€)  zzgl. Servicegebühr, freie Platzwahl

 

Mi, 20.6.2012, 20 Uhr

Klavier-Festival Ruhr

David Fray

Wolfgang Amadeus Mozart
Sonate Nr. 9 für Klavier D-Dur KV 311
Ludwig van Beethoven
Sonate Nr. 15 D-Dur op. 28 „Pastorale“
Wolfgang Amadeus Mozart
Fantasie in c-Moll KV 475
Ludwig van Beethoven
Sonate für Klavier Nr. 21 C-Dur op. 53 „Waldsteinsonate“
Veranstalter: Stiftung Klavier-Festival Ruhr

 

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