Wien, Wiener Staatsoper, Livestream bis 25.01.2021 incl. Domingo in Nabucco, 22.01.2021

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Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

DER STREAMING-SPIELPLAN VOM
19. BIS 25. JÄNNER 2021

Minutenlanger Applaus nach seiner großen Arie im dritten Akt als tragisch-einsamer Herrscher: So feierte das Wiener Publikum Ferruccio Furlanetto in einer seiner zentralen Rollen, als Philipp II. in Verdis Don Carlo. Dazu Dmitry Hvorostovsky als Posa, Stefano Secco in der Titelfigur, Maria Pia Piscitelli als Elisabetta und Béatrice Uria-Monzon als Eboli. In der Aufzeichnung vom 25. Februar 2015 ist die bejubelte Vorstellung unter Marco Armiliato noch einmal als Stream zu erleben.

Nicht weniger intensiv die Salome aus 2020, die Michael Boder leitete: Lise Lindstrom, Michael Volle und Waltraud Meier sind in dem ersten großen Opern-Erfolgswerk Richard Strauss‚ zu erleben, zu sehen ist die bewährte Inszenierung von Boleslaw Barlog.

Das Wiener Staatsballett ist wieder mit Rudolf Nurejews Schwanensee zu erleben – in der Aufzeichnung der Premiere vom März 2014 tanzen u. a. Olga Esina, Vladimir Shishov und Eno Peci.

Mit einem live übertragenen Nabucco, der im Haus am Ring ohne Publikum gespielt wird, bietet die Wiener Staatsoper einen Abend, in dem neben Plácido Domingo unter anderem auch Freddie De Tommaso (zuletzt im Haus am Ring als Pinkerton in Madama Butterfly), Anna Pirozzi (Abigaille) und Riccardo Zanellato (Zaccaria) zu hören sind. Es dirigiert Marco Armiliato.

Nach der Lulu (u. a. mit Agneta Eichenholz und Bo Skovhus) folgen die erste beiden Teile eines Ring-Zyklus, der im Jahr 2016 unter Adam Fischer aufgezeichnet wurde.

Alle unten angeführten Streams sind in Österreich wie auch international kostenlos auf der Webseite play.wiener-staatsoper.at verfügbar. Beginn ist jeweils um 19.00 Uhr – Nabucco bereits um 16.30 Uhr, die Übertragungen sind 24 Stunden lang abzurufen.

Das Programm bis einschließlich 25. Jänner 2021:


Wiener Staatsoper / Don Carlo © Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Wiener Staatsoper / Don Carlo © Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Dienstag, 19. Jänner 2021, 19.00 Uhr
Giuseppe Verdi
Don Carlo (Vorstellung vom 25. Februar 2015)
Dramma lirico in vier Akten
Musikalische Leitung: Marco Armiliato
Inszenierung: Daniele Abbado
Mit u.a.: Stefano Secco, Dmitri Hvorostovsky, Maria Pia Piscitelli, Béatrice Uria-Monzon, Ferruccio Furlanetto

Wiener Staatsoper / Salome © Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Wiener Staatsoper / Salome © Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Mittwoch, 20. Jänner 2021, 19.00 Uhr
Richard Strauss
SALOME (Vorstellung vom 24. Jänner 2020)
Musikdrama in einem Akt
Musikalische Leitung: Michael Boder
Inszenierung: Boleslaw Barlog
Mit u.a.: Lise Lindstrom, Michael Volle, Waltraud Meier, Herwig Pecoraro

Wiener Staatsoper / Schwanensee © Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Wiener Staatsoper / Schwanensee © Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Donnerstag, 21. Jänner 2021, 19.00 Uhr – Ballett
Piotr I. Tschaikowski
SCHWANENSEE (Vorstellung vom 16. März 2014)
Musikalische Leitung: Alexander Ingram
Choreografie: Rudolf Nurejew
Mit u.a. Olga Esina, Vladimir Shishov, Eno Peci, SolistInnen und Corps de ballet des Wiener Staatsballetts

Wiener Staatsoper / Nabucco © Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Wiener Staatsoper / Nabucco © Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Freitag, 22. Jänner 2021, 16.30 Uhr (LIVE)
Giuseppe Verdi
NABUCCO
Dramma Lirico in vier Teilen
Musikalische Leitung: Marco Armiliato
Inszenierung: Günter Krämer
Mit u.a.: Plácido Domingo, Freddie De Tommaso, Riccardo Zanellato, Anna Pirozzi

Wiener Staatsoper / LULU © Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Wiener Staatsoper / LULU © Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Samstag, 23. Jänner 2021, 19.00 Uhr
Alban Berg (Orchestrierung des 3. Aktes komplettiert von Friedrich Cerha)
LULU (Vorstellung vom 12. Dezember 2017)
Oper in drei Akten
Musikalische Leitung: Ingo Metzmacher
Inszenierung: Willy Decker
Mit u.a.: Agneta Eichenholz, Bo Skovhus, Charles Workman, Angela Denoke, Franz Grundheber

Wiener Staatsoper / Das Rheingold © Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Wiener Staatsoper / Das Rheingold © Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Sonntag, 24. Jänner 2021, 19.00 Uhr
Richard Wagner
DAS Rheingold (Vorstellung vom 10. Jänner 2016)
Vorabend des Bühnenfestspiels
Musikalische Leitung: Adam Fischer
Inszenierung: Sven-Eric Bechtolf
Mit u.a.: Tomasz Konieczny, Norbert Ernst, Jochen Schmeckenbecher, Herwig Pecoraro, Michaela Schuster, Caroline Wenborne

Wiener Staatsoper / Walküre - Ventris, Meier © Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Wiener Staatsoper / Walküre – Ventris, Meier © Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Montag, 25. Jänner 2021, 19.00 Uhr
Richard Wagner
DIE WALKÜRE (Vorstellung vom 13. Jänner 2016)
Erster Tag des Bühnenfestspiels
Musikalische Leitung: Adam Fischer
Inszenierung: Sven-Eric Bechtolf
Mit u.a.: Christopher Ventris, Ain Anger, Waltraud Meier, Linda Watson, Tomasz Konieczny

 

—| Pressemeldung Wiener Staatsoper |—

Dresden, Semperoper, Don Carlo – Höhepunkte – Netrebko, Maximova …., IOCO Kritik, 22.06.2020

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Sächsische Staatskapelle Dresden

Semperoper

Semperoper © Matthias Creutziger

Semperoper © Matthias Creutziger

 Don Carlo – Giuseppe Verdi – kammermusikalisch

 Anna Netrebko – Rollendebüt als Elisabetta di Valois

von Thomas Thielemann

Endlich wieder ein Besuch in der Semperoper. Kein elektronisches Notfallprogramm mit dem heimischen TV und der HiFi-Anlage, sondern ein Live-Konzert mit den Höhepunkten aus Guiseppe Verdis Don Carlo; und das mit einer hochrangigen Besetzung.

 Don Carlo – Semperoper Dresden – 20. Juni 2020

Natürlich waren die äußeren Umstände des Abends etwas verstörend. Garderobe konnte nicht abgegeben werden, Flanieren im Haus und Catering fehlten; dazu Maskenpflicht bis zur Einweisung zum Sitzplatz durch das Hauspersonal.

Wegen des Aerosolschutzes blieben die ersten fünf Parkettreihen frei. Auch jede zweite Reihe blieb gesperrt. Innerhalb der Reihen waren mit dem Zwischenraum zweier Plätze jeweils zwei Sitze nutzbar. Damit konnten etwas über 300 Besucher das Konzert hören.

Semperoper Dresden / Don Carlo - hier : vl Elena Maximovy Anna Netrebko, Yusif Eyvazov @ Daniel Koch

Semperoper Dresden / Don Carlo – hier : vl Elena Maximovy Anna Netrebko, Yusif Eyvazov @ Daniel Koch

Das Engagement von Anna Netrebko und Yusif Eyvazov verdankten wir dem Umstand, dass die Star-Sängerin eigentlich am 23. Mai 2020 ihr Rollendebüt als Elisabetta di Valois (in der Übernahme der Don-Carlo – Inszenierung von Vera Nemirova von den Osterfestspielen 2020 an der Semperoper) geben wollte und gemeinsam mit Yusif Eyvazov als Don Carlo die Partien einstudiert hatte. Trotz der Premierenverschiebung kam die Operndiva mit ihrem Ehemann nun doch in dieser Spielzeit zu einer, allerdings Corona-bedingt kammermusikalischen Fassung der Verdi-Oper, nach Dresden. Mit  belebten die mit Gastauftritten als Carmen im Haus bereits bekannte Elena Maximova und Ensemblemitglieder die Bühne der Semperoper. Dies wurde prächtig durch drei stimmstarke Damen und vier kraftvoll singende Herren des Sächsischen Staatsopernchores, von Jan Hoffman glänzend vorbereitet, unterstützt.

Der dem Hause verbundene Komponist und Dirigent Johannes Wulff-Woesten schuf eine kammermusikalische Fassung der Verdi-Oper und begleitete als Musikalischer Leiter des Abends vom Klavier die Musiker der Staatskapelle Dresden. Bei den Bestzungen der Instrumentalisten kamen, wegen der Abstandsregelungen, jeweils nur ein Flötist (Andreas Kißling), ein Oboist (Sebastian Römisch), ein Englischhorn (Volker Hanemann), eine Violine (Robert Lis), ein Violoncello (Simon Kalbhenn) sowie ein Kontrabass (Andreas Wylezol) zum Einsatz. Das Klavier und vor allem das Harmonium, von Jobst Schneiderat meisterhaft eingesetzt, ließen weitere Blasinstrumente und die Orgel nicht vermissen. Das klang für diese karge Instrumentierung aber dank dem längeren Nachhall und der guten Raumakustik erstaunlich voll.

Semperoper Dresden / Don Carlo - hier : Alexandros Stavrakakis als Mönch @ Daniel Koch

Semperoper Dresden / Don Carlo – hier : Alexandros Stavrakakis als Mönch @ Daniel Koch

Für mich störend, wurde der von Wulff-Wuesten schwer erarbeitete Handlungsfluss häufig durch Zwischen-Beifall unterbrochen. Aber im Konzertverlauf verzichtete der Musikalische Leiter dann zunehmend auf straffe Übergänge und gab Raum für stürmische Zwischen-Ovationen.

Anna Netrebko beeindruckte mit ihrer vor Kraft strotzenden, leicht eingedunkelten Stimme. Bereits mit dem Duett „Io vengoo domandar“ und der Szene „Non pianger, mia compagna“ forderte sie fast schwerelos ein, wer dem Abend den Glanz verleihen werde.

Mit Elena Maximova war ein weiterer Weltstar und häufige Partnerin der Anna Netrebko nach Dresden gekommen. Mit ihrem wunderbaren Mezzosopran bot sie mit aufregendem Gesang die Prinzessin Eboli.

Die Titelrolle des Don Carlo verkörperte der aserbaidschanische Tenor und Ehemann der Primadonna Yusif Eyvazov mit seiner kräftigen Stimme. Mir hat sein Gesang in makellosem Italienisch recht gut gefallen. War dies der Erfolg seiner Arbeit mit seinem persönlichen Stimm-Coach?  War es der Umstand, dass er nicht nur Anna Netrebko und Elena Maximova ansingen musste, sondern auch die zu Unrecht unterschätzten Ensemble-Mitglieder des Hauses zu Partnern hatte.

Semperoper Dresden / Don Carlo - hier : vl Elena Maximova, Mariya Taniguchi @ Daniel Koch

Semperoper Dresden / Don Carlo – hier : vl Elena Maximova, Mariya Taniguchi @ Daniel Koch

Der im Magdeburg geborene Bassist Tilmann Rönnebeck ist seit 2010 eine feste Größe im Repertoire-Betrieb der Semperoper. Mit seiner Interpretation des Königs Philippe verzichtete er auf expressive Gegengewichte und bot seine Aufgaben vorwiegend mit einem ausgeglichenen samtigen Timbre. Insbesondere den Monolog „Ella giammal m´amò“, unterstützt von Simon Kalbhenn, gestaltete er betont lyrisch.

Der Dresdner Sänger Sebastian Wartig, seit 2013 Ensemblemitglied, ergänzte mit der stimmlich-darstellerischen Autorität seines warmen Baritons als Marquis de Posa, so wie ihn das heimische Publikum kennt, die Sängerriege. Auch im Freundschaftsduett „È lui!…desso!“ ließ er sich nicht von der Kraftmeierei des Tenors aus der Reserve locken, behielt sein stimmlich-darstellerisch starkes Timbre. .

Aus Athen ist 2018 Alexandros Stavrakakis zum Hausensemble gekommen. Mit respektforderndem Organ gab er der Autorität des Mönchs seine prachtvolle Stimme.

Besonders gefreut hatte mich der Tebaldo von der aus Japan stammenden Sopranistin des jungen Ensembles Mariya Taniguchi. Mich hatte sie in der abgebrochenen Saison in Peter Eötvös´ Goldener Drache als  tragischer Chinese mit ihrer Darstellung und ihrem Schlussgesang begeistert. Im „Nei giardin del bello“ mit der Eboli war sie, von drei stimmstarken Choristinnen unterstützt, eine präsente Partnerin von Elena Maximova. In der Schluss-Szene verkörperte Holger Steinert den Großinquisitor.

Gemessen an der geringen Zahl der Zuschauer erklang ein lauter, dankbarer und freudiger Schlussbeifall. Am Ende stand das gesamte Publikum und wollte eigentlich das Haus nicht verlassen

Inzwischen hat das Haus, etwas verhalten  informiert, dass Semperoper Intendant Peter Theiler am Projekt der Don Carlo –Inszenierung von Vera Nemirova auch zukünftig festhält: allerdings mit der Musikalischen Leitung von Paolo Arrivabeni. Als Solisten der Kernrollen werden neben Elena Maximova als Eboli, René Pape als Philippo, Hibla Gerzmava als Elisabetta und Tomislav Mužek als Don Carlo benannt.

—| IOCO Kritik Semperoper Dresden |—

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Maria Kataeva – Erfolg bei Operalia 2019

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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Maria Kataeva © Andreas Endermann

Deutsche Oper am Rhein / Maria Kataeva © Andreas Endermann

 Maria Kataeva – Erfolgreich bei Operalia 2019

Die Mezzosopranistin aus dem Ensemble der Deutschen Oper am Rhein gewinnt den zweiten Preis und den Publikumspreis beim Gesangswettbewerb in Prag

Maria Kataeva, Mezzosopranistin im Ensemble der Deutschen Oper am Rhein, geht als zweifache Preisträgerin aus Plácido Domingos Gesangswettbewerb Operalia 2019 hervor. Sie gewann sowohl den zweiten Preis als auch den Publikumspreis des international bedeutenden Opernwettbewerbs. Damit ist zum zweiten Mal in Folge ein Ensemblemitglied der Deutschen Oper am Rhein als Sieger oder Zweitplatzierte bei diesem Wettbewerb hervorgegangen, der als der wichtigste weltweit gilt. (Adela Zaharia gewann 2017 den ersten Preis.)

Die Finalrunde wurde am Freitag, 26. Juli 2019, im Nationaltheater Prag ausgetragen. Zum Abschluss der sechs intensiven Wettbewerbstage präsentierte Maria Kataeva hier die Arie der Angelina „Nacqui all’affanno e al pianto“ aus Gioachino Rossinis Oper La Cenerentola.

Deutsche Oper am Rhein / Maria Kataeva als Angelina in La Cenerentola“ an der Deutschen Oper am Rhein © Hans Jörg Michel

Deutsche Oper am Rhein / Maria Kataeva als Angelina in La Cenerentola an der Deutschen Oper am Rhein © Hans Jörg Michel

„Wir sind sehr stolz auf Maria Kataeva, und ich gratuliere ihr sehr herzlich zu diesem fantastischen Erfolg“, sagt Generalintendant Christoph Meyer. Maria Kataeva ist nach dem Sieg von Adela Zaharia vor zwei Jahren eine weitere Künstlerin der Deutschen Oper am Rhein, die mit ihrer Auszeichnung bei einem der renommiertesten Wettbewerbe der Welt beweist, auf welch hervorragendem Niveau sich das Ensemble der Deutschen Oper am Rhein befindet.“

Maria Kataeva studierte in St. Petersburg. Ihre Opernlaufbahn begann 2011 im Opernstudio der Deutschen Oper am Rhein, von dort wurde sie 2013 fest ins Ensemble übernommen. Die Titelpartie in Rossinis La Cenerentola gehört auch hier zu ihren Glanzrollen. Große Erfolge feierte sie in Düsseldorf und Duisburg zuletzt auch als Elisabetta in Donizettis Maria Stuarda und als Polina in Tschaikowskys Oper Pique Dame.

Deutsche Oper am Rhein / Maria Kataeva als Elisabetta in „Maria Stuarda“ an der Deutschen Oper am Rhein © Hans Jörg Michel

Deutsche Oper am Rhein / Maria Kataeva als Elisabetta in „Maria Stuarda“ an der Deutschen Oper am Rhein © Hans Jörg Michel

In Düsseldorf gibt Maria Kataeva in der Spielzeit 2019/20 ihre Rollendebuts als Ruggiero in der Neuinszenie­rung von Georg Friedrich Händels Barockoper Alcina und als Eboli in Giuseppe Verdis Don Carlo. Als Angelina in Rossinis La Cenerentola ist ab 17. Oktober in Duisburg und ab 3. Mai in Düsseldorf zu erleben.

Der 1993 von Plácido Domingo ins Leben gerufene Wettbewerb Operalia beflügelte die Karrieren von Opernstars wie Sonya Yoncheva, Joyce DiDonato, Nina Stemme, José Cura und Rolando Villazón. Ein Ensemblemitglied der Deutschen Oper am Rhein gewann ihn bereits vor zwei Jahren: Die Sopranistin Adela Zaharia wurde bei Operalia 2017 mit dem ersten Preis und dem Zarzuela-Preis ausgezeichnet.

—| Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—

Maria José Siri, Sopranistin – Im Gespräch mit IOCO, IOCO Interview, 30.11.2018

Hamburgische Staatsoper © IOCO

Hamburgische Staatsoper © IOCO

Staatsoper Hamburg

Maria Jose Siri

IOCO im Gespräch   –  Sopranistin MARIA JOSÉ SIRI

Von Rolf Brunckhorst

Anlässlich der Wiederaufnahme von Puccinis Manon Lescaut trafen wir die junge Sopranistin Maria José Siri, die bereits vor einigen Jahren ihr Hamburger Staatsopern-Debüt als Aida gab, und jetzt als Manon nach Hamburg zurückgekehrt ist.

Frau Siri hat in den vergangen Jahren eine beachtliche Karriere gemacht, insbesondere seit sie vor zwei Jahren an der Mailänder Scala ihr Debüt als Madame Butterfly in der Urfassung dieser Puccini-Oper gab. Im vergangenen Jahr gab sie an der Scala ein weiteres Rollendebüt als Francesca da Rimini, auch in dieser Spielzeit wird sie an die Mailänder Scala zurückkehren, ebenfalls als Manon Lescaut in einer Neuproduktion der Erst-Fassung dieser Oper.

Auf die Frage, welche der beiden Frauengestalten, Butterfly oder Manon, sie bevorzuge, erwidert sie nach kurzen Überlegen: „Ich würde mich für die Manon entscheiden, weil sie mir vom rebellischen Temperament her ähnlicher ist als die Butterfly. Mir als Südamerikanerin liegt der eher rebellische Charakter der Manon mehr als die ständig zurückhaltende, unterwürfige und gehorsame Butterfly.“

Maria José Siri © Victor Santiago

Maria José Siri © Victor Santiago

Maria José Siri wurde in Uruguay geboren, ihre Familie mütterlicherseits stammt aus Spanien, ihre Vorfahren väterlicherseits stammen aus einer musikalischen neapolitanischen Familie. Nach ihrem Gesangsstudium in Montevideo hatte sie ihre ersten Bühnenauftritte u.a. an den argentinischen Opernhäusern Rosario und La Plata, u.a. in Partien wie Musetta, Figaro-Gräfin und Donna Anna; ihr Debüt am Teatro Colón in Buenos Aires gab sie als Micaela in Carmen. Um ihre Gesangsstudien fortzusetzen ging sie zunächst nach Paris, später nach Wien, wo Ileana Cotrubas ihre Lehrerin wurde. Seit 15 Jahren lebt sie nun in Verona, von dort aus eroberte sie bedeutende Opernhäuser in Italien und anderen europäischen Ländern. So sang sie an der Wiener Staatsoper bereits Butterfly, Tosca, Andrea Chenier, an der Berliner Staatsoper Tosca und Tatjana/ Eugen Onegin, an der Dresdner Semper-Oper Tosca, am Liceo Barcelona La Boheme, am Théatre La Monnaie in Brüssel die Amelia/Maskenball, in Valencia Manon Lescaut, in Bilbao die Elisabetta/Don Carlos u.a.m. Besonders verbunden ist sie auch mit dem Opernhaus Turin, wo sie u.a. neben der Tosca auch Rollendebüts als Desdemona/Otello und Amelia/Simone Boccanera geben konnte.

Bei diesem breit gefächerten Repertoire bietet sich die Frage nach ihren Lieblingspartien an:  „Das ist vor allem an erster Stelle die Norma, die mir stimmlich vorzüglich liegt, ich habe diese Partie erstmals beim Opern-Festival in Macerata gesungen, von dieser Aufführung ist auch eine DVD in den Handel gekommen. An zweiter Stelle kommt die Madeleine de Coigny aus Andrea Chenier, ich sang diese Partie bereits in Turin, bei den Bregenzer Festspielen, an der Wiener Staatsoper, der Deutschen Oper Berlin, am Teatro dell’Opera in Rom, und auch in Tokio. An die dritte Stelle würde ich Zandonais Francesa da Rimini setzen.“ Es folgt ein Gespräch über weitere wichtige Frauengestalten der italienischen Oper. „Puccinis Fanciulla del West hat eine wunderbare Musik, aber mir gefällt der Charakter der Minnie nicht so sehr, ähnlich ergeht es mir mit der Santuzza aus Mascagnis Cavalleria rusticana. Die Elisabetta in Verdis Don Carlos habe ich sowohl fünfaktig in Französisch und Italienisch gesungen, und vieraktig in Italienisch, aber ich bevorzuge das französische Original. Das Werk ist in französischer Sprache geschrieben und muss auch so klingen, und es sollte stets ungekürzt aufgeführt werdenTosca auch Rollendebüts als Desdemona/Otello und Amelia/Simone Boccanera geben konnte.“

Bei diesem breit gefächerten Repertoire bietet sich die Frage nach ihren Lieblingspartien an: „Das ist vor allem an erster Stelle die Norma, die mir stimmlich vorzüglich liegt, ich habe diese Partie erstmals beim Opern-Festival in Macerata gesungen, von dieser Aufführung ist auch eine DVD in den Handel gekommen. An zweiter Stelle kommt die Madeleine de Coigny aus Andrea Chenier, ich sang diese Partie bereits in Turin, bei den Bregenzer Festspielen, an der Wiener Staatsoper, der Deutschen Oper Berlin, am Teatro dell’Opera in Rom, und auch in Tokio. An die dritte Stelle würde ich Zandonais Francesa da Rimini setzen.“ Es folgt ein Gespräch über weitere wichtige Frauengestalten der italienischen Oper. „Puccinis Fanciulla del West hat eine wunderbare Musik, aber mir gefällt der Charakter der Minnie nicht so sehr, ähnlich ergeht es mir mit der Santuzza aus Mascagnis Cavalleria rusticana. Die Elisabetta in Verdis Don Carlos habe ich sowohl fünfaktig in Französisch und Italienisch gesungen, und vieraktig in Italienisch, aber ich bevorzuge das französische Original. Das Werk ist in französischer Sprache geschrieben und muss auch so klingen, und es sollte stets ungekürzt aufgeführt werden.“

Nun kommen wir auf Regisseure und moderne Operninszenierungen zu sprechen. Generell lehnt Frau Siri das deutsche moderne Regietheater nicht ab, und sie hat auch noch nie ein Engagement wegen einer zu modernen Regie abgesagt. Akribisch bereitet sich Frau Siri auf jede neue Rolle vor: „Ich beginne mit der Literatur, zuerst lese ich, wenn vorhanden, den zugrunde liegenden Roman oder das zugrunde liegende Theaterstück und informiere mich über die Epoche, in der das Stück spielt, im Falle der „Manon Lescaut“ z.B. Abbé Prévosts Romanvorlage. Dann erarbeite ich die Partie für mich allein am Klavier, dann lerne ich den Text, und wenn ich die ganze Partie beherrsche, gehe ich noch einige Male zu meinem Gesangslehrer, und dann bin ich für die Theaterproben vorbereitet“.

Maria José Siri © Victor Santiago

Maria José Siri © Victor Santiago

Zukünftige Engagements der Künsterin sind u.a. Andrea Chenier an der Deutschen Oper Berlin, ein Verdi-Konzert an der Mailänder Scala, Suor Angelica und Giorgetta/ Il Tabarro in Florenz, Madame Butterfly in Muscat/Oman, Tosca am Teatro Carlo Felice in Genua, die bereits erwähnte Erst-Fassung von Manon Lescaut an der Mailänder Scala, und im Sommer wiederum die Aida in der Arena di Verona. Neues gibt es auch von ihr auf dem DVD- und CD-Markt: In Kürze wird die Mailänder Butterfly auf DVD erscheinen, und als CD ist ein Puccini-Recital geplant.

Auf die Frage, wie sie neben ihren zahlreichen Engagements ihre knapp bemessene Freizeit gestaltet, antwortet sie: „Ich liebe die Natur, ich bin sehr naturverbunden, die Städte, in denen ich gastiere, erwandere ich sehr gerne, so habe ich hier in Hamburg viele Spaziergänge unternommen, bin um die Alster gelaufen, auch mit dem Alsterdampfer gefahren, bin zum Hafen gegangen und habe mir die Elbphilharmonie angesehen und hoffe sehr, dass ich auch dort einmal singen werde, ich bin in der St. Michaeliskirche gewesen, mit dem Lift hochgefahren und habe den Blick über Hamburg genossen, ich fotografiere gern und habe Hunderte Fotos von Hamburg gemacht. Zwischen den Hamburger Aufführungsterminen fliege ich zurück nach Verona, wo ich mich um die Einrichtung meines neuen Domizils kümmere, welches im Dezember bezugsfertig sein wird. Dabei kann ich mich auch ausführlich mit meinem Hund und meiner Katze beschäftigen, um die sich während meiner Abwesenheiten meine Tochter kümmert. Desweiteren gehe ich gern ins Kino, besonders bei trüber Witterung, und im Sommer liege ich auch gern mal am Strand und genieße die Sonne.“

Wir danken Frau Siri für dies ausführliche Gespräch und hoffen sehr, sie recht bald wieder an der Hamburger Staatsoper erleben zu können. Das Gespräch mit Frau Siri führte IOCO – Korrespondent Rolf Brunckhorst.

—| IOCO Interview María José Siri |—

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