Wien, Wiener Staatsoper, Seiteneinsteiger Rošcic folgt 2020 Meyer, IOCO Aktuell, 26.12.2016

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Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

 Wiener Staatsoper:  Neue mediale Ausrichtung gesucht

 Bogdan Rošcic löst Dominique Meyer 2020 ab

Österreichs Kunst- und Kulturminister Thomas Drozda stellte am 21.12.2016 in einer Pressekonferenz im Bundeskanzleramt Bogdan Rošcic als neuen Operndirektor der Staatsoper Wien für die Periode 2020 bis 2025 vor.  Ein Paukenschlag, welcher Fragen aufwirft.

Wiener Staatsoper / Neuer Staatsoperndirektor Bogdan Roscic © Regina Aigner/BKA

Wiener Staatsoper / Neuer Staatsoperndirektor Bogdan Roscic © Regina Aigner/BKA

Die Postion war öffentlich ausgeschrieben. Die Bewerbungsfrist lief am 9.12.2016 ab: 18 Bewerber, darunter 4 Frauen  hatten zuvor Zukunftskonzepte zur Leitung der Wiener Staatsoper eingereicht. Die Entscheidung gegen erfolgreiche Opernintendanten ist richtunggebender Paukenschlag: Dominique Meyer wäre gerne in Wien geblieben, die Auslastung der Staatsoper von 99% war eine herausragende Empfehlung; andere etablierte Opernmanager, Nikolaus Bachler aus München, Elisabeth Sobotka aus Bregenz, Peter de Caluwe aus Brüssel, Serge Dorny aus Lyon, Andreas Homoki aus Zürich, selbst Alexander Perreira aus Mailand passten offenbar nicht in das Zukunftskonzept, welches Minister Drozda für die Staatsoper suchte. Die seit Jahren von Dominique Meyer erreichte, beständig hohe Auslastung des Hauses von 98%, wird Richtschnur sein, an welcher Bogdan Roscic und Kulturminister Thomas Drozda gemessen werden.

Drozda suchte bei dem zukünftigen Operndirektor mehr als erfolgreiche Opernroutine. Die derzeit dramatisch schwache Auslastung der Metropolitan Opera in New York waren für ihn treibendes Menetekel. Wege und Erfahrungen moderner Kulturvermarktung entschieden für  Bogdan Rošcic, einen Seiteneinsteiger, ohne jede Erfahrung an oder in Theatern. Drozda erklärt die Entscheidung für Rošcic: „Als Top-Manager für klassische Musik bringt er internationale Kompetenz und Führungserfahrung mit. Dieser Generationswechsel vereint eine Kombination aus künstlerischem Anspruch, Leidenschaft und Begeisterungsfähigkeit“.

Wiener Staatsoper / Heutiger Staatsoperndirektor Dominique Meyer © IOCO

Wiener Staatsoper / Heutiger Staatsoperndirektor Dominique Meyer © IOCO

 „Für mich ist diese Ernennung die persönlich wichtigste Entscheidung meines beruflichen Lebens“, zeigte sich Rošcic sehr dankbar – er werde seine Verantwortung mit Liebe und Leidenschaft wahrnehmen: „2022 jährt sich der Amtsantritt Gustav Mahlers als Operndirektor zum 125. Mal. Die Staatsoper wird ihren bedeutendsten Direktor gebührend feiern, indem sie sich Inspiration holt aus den Grundsätzen, die er in das Haus getragen hat: unbedingter Kunst- und Gestaltungswille, höchster inhaltlicher Ehrgeiz in allem, Unterordnung aller Aspekte des Betriebs unter die Ansprüche höchster Qualität.“

Der 1964 in Belgrad geborene Bogdan Rošcic war nach seinem Studium der Philosophie und Musikwissenschaft bei österreichischen Tageszeitungen tätig. 1993 begann er bei Ö3, 2002 wurde er Managing Director von Universal Music Austria. Weitere Laufbahnstationen: 2003 Künstlerischer Leiter des Universal-Labels Deutsche Grammophon, 2006 Managing Director des Universal-Unternehmens Decca Music Group, seit 2009 Präsident von Sony Masterworks in New York, verantwortlich für den Aufbau der Klassik-Sparte. Als Manager eines großen Theaters hat Bogdan Rošcic bisher keine Erfahrung, sich nicht bewährt. Ab 2020 fängt er somit als Seitensteiger an; groß, als Operndirektor der Wiener Staatsoper, dem international führenden Flaggschiff der Musiktheater.

2020 endet die Amtszeit von Dominique Meyer. Meyer hat dann, als Nachfolger des legendären Sanierers und Gestalters Ioan Holender, die Wiener Staatsoper 10 Jahre geleitet: Sympathisch leise, erfolgreich, mit Würde und Nähe zu Künstlern und Mitarbeitern.  IOCOPMBKA

Graz, Oper Graz, Zusatzvorstellungen: IM WEISSEN RÖSSL, 28.05./05.06.2014

März 10, 2014 by  
Filed under Oper Graz, Pressemeldung

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Oper Graz

Und jetzt alle:

„Im weißen Rössl ….“!  von Ralph Benatzky

 
Wegen des Erfolges von „Im weißen Rössl“ wurden zwei Zusatzvorstellungen ins Programm genommen.
Bei der Vorstellung am 28.5. ist ausdrücklich erwünscht, das zu tun, was man am liebsten immer machen würde: Mitsingen und -spielen!
 
Josef Ernst Köpplinger, Regisseur dieser Erfolgs-Operette, ist bekanntlich nicht zu bremsen, wenn es um Gags, gute Laune und anarchischen Witz geht. Nun will er seinem Publikum – und sich selbst! – einen Riesen-Spaß bereiten und lädt zum Mitmachen, Mitsingen und Mitverkleiden ein.
Das Publikum erhält vor der Vorstellung eine „Wundertüte“, die all die Utensilien enthält, die das Mitagieren noch wirkungsvoller macht: Duschhaube, Österreich-Fahne, Brezel, Kuhglocke, Taschentuch, Pappherz…
Eine derart aus der Reihe fallende Vorstellung verlangt natürlich auch nach einem entsprechenden Styling: alpenländisches Outfit ist angesagt, die feschesten Trachten werden prämiert.
Regisseur Josef Ernst Köpplinger und Intendantin Elisabeth Sobotka werden als „Moderatorenpaar“ das Bühnengeschehen bereichern – er in Lederhose, sie im Dirndl…!
 
Zusatzvorstellungen „Im weißen Rössl“
28. Mai 2014, 19.30 Uhr mit „Sing-along“
5. Juni 2014, 19.30 Uhr
 
 
 
 
Pressemeldung Oper Graz

Graz, Oper Graz, Nora Schmid wird Opernintendantin in Graz, IOCO Aktuell,

April 27, 2013 by  
Filed under IOCO Aktuell, Oper Graz, Steirische Festspiele

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Oper Graz

Frauenpower in der Steiermark

Opernhaus Graz © Robert Illemann

Opernhaus Graz © Robert Illemann

In Chefetagen von Musiktheatern sind Männer meist unter sich. Sie geben sich die Klinken in die Hand, schanzen sich Posten zu, kungeln Kunst. Die Frau, das unbekannte Wesen der Musiktheater-Chefetagen. Wenig unterscheidet die Führungsriegen der Musiktheater von Reinigungs-, DAX-, MDAX-Unternehmen. Die einzige Intendantin eines großen Hauses, Simone Young der Staatsoper Hamburg, wird 2015 geradezu zwangsläufig von einem Mann abgelöst. Die Wiener Philharmoniker hielten bis 1997 sogar nicht nur die Chefetage sondern den gesamten Orchestergraben erfolgreich „Frauenfrei“. Bis weit entfernte amerikanische Frauenverbände diesen Wiener Zustand als ungereimt entdeckten. Seither verlieren sich, notgedrungen, ein paar Frauen im Orchestergraben der Wiener Philharmoniker: Aber nur behost, nicht in Röcken, wie eine von Männer schnell eingeführte Hosenordnung vorschreibt.

Doch es gibt einen wohltuenden Kontrast zu dieser tristen Männerwelt. Die Stadt Graz. In Graz werden die drei großen Grazer Kunstinstitutíonen seit Jahren vo

Foyer Opernhaus Graz © Robert Illemann

Foyer Opernhaus Graz © Robert Illemann

n Frauen geleitet. Anna Badora leitet seit 2006 erfolgreich das Schauspielhaus Graz, nachdem sie zuvor zehn Jahre das Düsseldorfer Schauspielhaus geleitet hatte. Veronica Kaup-Hasler leitet seit 2006 den Steirischen Herbst, das älteste wie größte europäische Festival für zeitgenössische Kunst. Elisabeth Sobotka wiederum leitet die Oper Graz erfolgreich seit 2009. Auch die Nachfolgerin von Frau Sobotka, welche 2015 die Leitung der Bregenzer Festspiele übernimmt, bleibt weiblich: Die Schweizerin Nora Schmid, 35, übernimmt dann die Intendanz der Oper Graz. Schmid wurde aus 43 Mitbewerbern ausgewählt. Der Name Schmid gehörte nicht zu jenen ausschließlich männlichen Namen, welche gerüchteweise im Vorfeld der Entscheidung gehandelt wurden. Die prominent besetzte Jury habe „einstimmig und schnell“ für Schmid entschieden, erklärte dann Jury-Mitglied Dominique Meyer, Intendant der Wiener Staatsoper, etwas sehr schnell. Klammheimlicher Dank bleibt wohl der Grazer Theaterholding für diesen so „einstimmigen“ Entscheid vorbehalten. Die Grazer Theaterholding, formal für die Bestellung der Personalie zuständig, hat bei Entscheidung sicherlich „geholfen“ .

Stephaniensaal  Graz © Robert Illemann

Stephaniensaal Graz © Robert Illemann

Anna Schmid wurde in Bern geboren, studiert  Musikwissenschaft und Betriebswissenschaft in Rom.  Marketing lernte sie in Berlin, an der Staatsoper Unter den Linden. In den Theatern Biel / Solothurn, ab 2005,  und Theater an der Wien, ab 2007, war Frau Schmid als Dramaturgin tätig, bevor sie 2010 Chefdramaturgin an der Semperoper wurde, gemeinhin die Endstation für Frauenkarrieren an Musiktheater. Die Bestellung von Frau Schmid als Intendantin der Oper Graz gilt von  2015 bis 2020. 

IOCO / VJ / 26.04.2013

 

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