Wiesbaden, Hessisches Staatstheater, Maifestspiele: Fliegende Holländer – Arabella, IOCO Kritik, 26.05.2020

Hessisches Staatstheater Wiesbaden

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin Kaufhold

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin Kaufhold

 Internationale Maifestspiele 2020

Der fliegende Holländer – Arabella

  Gabriela Scherer, Michael Volle, Julia Okruashvili 

 

von Ingrid Freiberg

Die Aufregung ist riesig!

Seit 14. März 2020 hatte das Hessische Staatstheater Wiesbaden Corona bedingt schließen müssen. Die Internationalen Maifestspiele 2020 schienen nicht mehr realisierbar! Doch durch das Engagement der Verantwortlichen, hier ist im besonderen Intendant Uwe Eric Laufenberg zu erwähnen, und strenge Einhaltung der Hygienevorschriften geschah ein Wunder, an das niemand mehr geglaubt hatte. Dementsprechend klopften die Herzen des ausgehungerten Publikums, Phantasien waren angeregt: Richard Wagner und Richard Strauss nur mit Klavierbegleitung? Wie werden die Akteure, auf die sich alle gefreut haben, agieren? Wie werden sich die Einschränkungen auswirken? Die Opernbesucher sitzen nur in jeder zweiten Reihe, in der belegten Reihe werden je drei Plätze freigelassen. Ist überhaupt ein Theatererlebnis möglich?

Hessisches Staatstheater Wiesbaden / Der fliegende Hollaender - Arabella hier Gabriela Scherer und Michael Volle © Andreas Etter

Hessisches Staatstheater Wiesbaden / Der fliegende Hollaender – Arabella hier Gabriela Scherer und Michael Volle © Andreas Etter

Der Abend beginnt überraschend: Die Ouvertüre des Fliegenden Holländer erklingt vom Band – mit guter Tonqualität – eine Einspielung des Sächsischen Staatsorchesters Dresden. Nach einigen Sekunden gelingt es, sich auf die Musik des großen Meisters einzulassen, sich ihr hinzugeben, die Anspannung lässt nach, man ist wieder im Theater angekommen! Der Vorhang, auf dem Meereswellen zu erkennen sind, öffnet sich und das schon legendäre blutrote Segelschiff, das in der Inszenierung von Michiel Dijkema (2020) während des Matrosenchors „Steuermann, lass die Wacht! Steuermann, her zu uns! Ho! He! Je! Ha…“ als Geisterschiff über die ersten sechs Zuschauerreihen hinwegsegelt, steht nun querseits auf der Bühne, Kanonen und Kanonenkugeln sind zu sehen, die Segel ändern situationsbedingt ihre Farbe.

Ewige Qual bis hin zu einem heißen Kuss

Die Frist ist um“, wenn auch nicht nach sieben Jahren wie für den Holländer, sondern nach unerträglich langen 70 Tagen für das Publikum. Die Stimme von Michael Volle, dessen umfangreiches Repertoire von Mozart, Bach, Carl Maria von Weber, Tschaikowski, Humperdinck über Wagner, Verdi, Puccini, Strauss, Pfitzner, Debussy, Lehár zu Britten, Berg und Henze reicht, ist mit dieser Arie zu hören. Vom ersten Ton an lässt seine Stimme aufhorchen und zieht alle in ihren Bann. Sein warmer dunkler Bariton erzählt von der ewigen Qual, der Sehnsucht eines Untoten: „nirgends findet er ein Grab! Niemals den Tod!“

„Johohohe! Johohohe! Johohohe! Johohe!“ Gabriela Scherer singt „Sentas Ballade“ souverän, anrührend mit Seele in der Stimme. Sie begeistert mit der Reinheit ihrer Gesangslinie, einer herrlich samtenen Tiefe, warmer, expressiver Mittellage und mühelos erreichten Spitzentönen. Das nachfolgende „Wie aus der Ferne längst vergang’ner Zeiten“ überzeugt und überrascht durch intensives Spiel – bis hin zu einem heißen Kuss – zwischen den unglücklich Liebenden. Möglich wird das, weil die beiden Sänger miteinander verheiratet sind… Ihre Vertrautheit ist spürbar, ihre verzweifelte Hinneigung zueinander wird in kultivierten Tönen schmerzhaft erzählt. Michael Volles markanter Bariton ist völlig unangestrengt, wunderbar leicht, sauber in der Diktion und voller Hingabe. Eindrucksvoll und überzeugend sein „Welch‘ holder Klang im nächtigen Gewühl! Du bist ein Engel! Eines Engel’s Liebe Verworf’ne selbst zu trösten weiss! Ach, wenn Erlösung mir zu hoffen bliebe, All-Ewiger, durch diese sei’s!“

Was diese wunderbaren Künstler zu leisten vermögen, zeigt die Programmgestaltung: Nach Holländer ist die lyrische Komödie Arabella, die den Glanz des nostalgischen Wien einfängt und einen Hauch Operette ins 21. Jahrhundert hinüberweht, zu vernehmen.  Der Schwierigkeitsgrad könnte kaum höher sein… Als der Vorhang sich hebt, ist eine riesige weiße Freitreppe und ein großes champagnerfarben glitzerndes Sofa zu sehen, Requisiten aus der Inszenierung von Uwe Eric Laufenberg aus dem Jahre 2018. „Sie woll’n mich heiraten“ – mit dieser Arie haben viele weltberühmte Sopranistinnen wie Elisabeth Schwarzkopf, Anneliese Rothenberg und Lisa della Casa brilliert. Gabriela Scherer reiht sich als Arabella in diesen illustren Kreis ein. Mit Nuancenreichtum und leidenschaftlicher Hingabe singt Michael Volle den Mandryka. Noch spürbarer als zuvor überzeugen die beiden Ausnahmestimmen im Duett „Kann Ihr Diener im Hof zum Brunnen gehen und mir ein Glas recht frisches Wasser bringen dort hinauf? Sie agieren, ohne den Spannungsbogen der Melodie auch nur für eine Sekunde zu unterbrechen, nur Stimme, jedes Wort mit seiner Bedeutung, warm und leidenschaftlich. Und dass sie auch ungebremst agieren können, sich umarmen und küssen dürfen, erhöht den Genuss! Es ist eine wahre Wonne…

Hessisches Staatstheater Wiesbaden / Der fliegende Hollaender - Arabella hier Pianistin Julia Okruashvili © Andreas Etter

Hessisches Staatstheater Wiesbaden / Der fliegende Hollaender – Arabella hier Pianistin Julia Okruashvili © Andreas Etter

Schier unglaublich  – die Pianistin Julia Okruashvili

Ihr Spiel ist voller Lebendigkeit, Hingabe und Emotion. Gekonnt weiß Julia Okruashvili die klanglichen Fähigkeiten ihres Instruments einzusetzen, jeder Ton ist durchleuchtet, der Tastendruck differenziert gestaltet. Sensibel, aufmerksam und mit großer Energie begleitet sie die Sänger.

Das Publikum seufzt vor Wonne

Obwohl nur 200 Personen ins Theater durften, erreicht der frenetische Applaus eine ungeheure Dezibelzahl. Nach zahlreichen Vorhängen und nicht nachlassenden Beifallsbekundungen entschließen sich Gabriela Scherer und Michael Volle dazu, eine Zugabe zu geben. Schon bei den ersten Takten seufzt das Publikum vor Wonne: „Lippen schweigen“ aus der Operette „Die Lustige Witwe“ von Franz Lehár rundet den historischen Abend ab.

—| IOCO Kritik Hessisches Staatstheater Wiesbaden |—

Paris, Athénée – Théâtre Louis-Jouvet, Winterreise – Liederzyklus – Franz Schubert, IOCO Kritik, 08.03.2020

Athénée – Théâtre Louis-Jouvet, Paris © Mirco Magliocca

Athénée – Théâtre Louis-Jouvet, Paris © Mirco Magliocca

Athénée – Théâtre Louis-Jouvet

WINTERREISE – ein Liederzyklus – Franz Schubert

– Eine mythische Wanderung durch die Nacht –

von Peter M. Peters

Im Oktober 1816 komponierte Schubert das Lied Der Wanderer nach dem Gedicht von Georg Philipp Schmidt von Lübeck (1766-1849), dessen Schlussvers «Dort, wo du nicht bist, dort ist das Glück» zum romantischen Motto schlechthin wurde. Fünf Jahre später, im Jahre 1821, veröffentliche der Komponist dieses Lied zusammen mit dem Morgenlied von Zacharias Werner (1768-1823) und Wanderers Nachtlied von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) im Verlag Cappi und Diabelli als sein viertes Opus. In der Zusammenstellung der Lieder zu einer kleinen Werkgruppe hat der Komponist zum ersten Mal einen Gedanken musikalisch-literarisch artikuliert, der ihn bis ans Ende seines Lebens beschäftigte und bewegte, nämlich das Wandern als Metapher menschlicher Existenz; man könnte versucht sein, das von Schubert veröffentliche Liederheft mit Der Wanderer oder Das Wandern zu überschreiben. Schuberts Wanderer-Kompositionen kulminieren, sieht man von den Instrumentalwerken ab, schließlich in den beiden Zyklen nach Gedichten von Wilhelm Müller Die schöne Müllerin (1823) und  Winterreise  (1827). Während die Lieder der Schönen Müllerin insgesamt noch eher durch einen traditionellen Tonfall gekennzeichnet sind, lassen sich die 24 Lieder der Winterreise sowohl in ihrer unverwechselbaren Einmaligkeit als auch in ihrem übergeordneten zyklischen Zusammenhang nicht mehr mit einem überkommenen Liedbegriff in Einklang bringen.

Franz Schubert wusste, dass er mit den Liedern der Winterreise eine Grenze überschritten hatte, hinter die er nicht mehr zurückgehen konnte, auch wenn ihm niemand mehr folgen wollte. Über den verstörenden Eindruck, den Schuberts Lieder auf seine Freunde machte, als er sie ihnen zum ersten Mal singend und spielend vorführte, berichtet sein Freund und Förderer Joseph von Spaun (1788-1865): „Schubert wurde durch einige Zeit düsterer gestimmt und schien angegriffen. Auf meine Frage, was in ihm vorgehe, sagte er nur „nun, ihr werdet es bald hören und begreifen.“

Franz Schubert Wien © IOCO

Franz Schubert Wien © IOCO

Die Winterreise zeichnet die inneren Qualen eines Mannes nach, der von der verlassen wurde, die er liebt. Während er dem Wahnsinn nahe durch eine Winterlandschaft wandert, der ihn unweigerlich zum Tode führt, den er erstrebt. Es ist das Drama eines vor-freudschen Charakters. Die raffinierte musikalische Konstruktion umfasst nuancenreiche Artikulationen und die Wiederholungen kleiner Keime thematischer Materialien, die ein breites Spektrum von Emotionen abdecken.

Vitalität und Hoffnungslosigkeit koexistieren im Zyklus Winterreise, das liegt vielleicht an dem gemeinsamen Schicksal der Autoren. Zwei junge Männer sterben ein Jahr später nach der jeweiligen Beendigung  ihres Werkes. Der Dichter Wilhelm Müller an einem Herzschlag mit 33 Jahren und Franz Schubert an der Syphilis mit 31 Jahren. Gefühl? Vorahnung des eigenen Lebensende? Wir wissen es nicht! Uns bleiben nur wenige intime Zeugnisse einer Wanderung zwischen Leben und Tod in einem Gebiet ohne Wiederkehr. Man könnte fast sagen die Winterreise markiert mit Recht den Frühlingsanfang und ist mehr als eine Wandergeschichte, es ist eine Reise ohne Bestimmungsort. Im Vorbeigehen könnte das als ein Depressionsniederschlag verstanden werden: Was auch immer passiert, wir werden sicher nicht dorthin gelangen.

Winterreise – Noëmi Waysfeld – Guillaume de Chassy
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„…ich bin ein Fremdling überall “

Der berühmte Lieder-Zyklus Winterreise  D 911 von Franz Schubert (1797-1828) nach den Gedichten von Wilhelm Müller (1794-1827) sahen wir in den letzten Jahren oftmals in veränderter Form, teilweise in faszinierenden Neuschöpfungen, Ergänzungen und Visionen, jedoch auch in völlig uninteressanten Versuchen, die man besser vergessen sollte. Hier einige nach unserer Meinung gelungene Beispiele:1. Winterreise : Eine komponierte Interpretation für kleines Orchester von Hans Zender (1936-2019), Komponist und Dirigent mit Hans Peter Blochwitz, Tenor (1995). 2. Eine inszenierte Winterreise von Robert Wilson mit Jessye Norman, Sopran und Mark Markham, Klavier und den Kostümen von Yves Saint-Laurent / Théâtre du Châtelet Paris (2001). 3. Eine getanzte Winterreise in der Choreographie von Trisha Brown mit ihrer Dance Company, Simon Keenlyside, Bariton und Pedja Muzijevic, Klavier / John Jay College Theater New York (2002). 4. Mit der Produktion „… und sind  wir selber Götter – Die Winterreise“ des Theater Rambazamba – Ensemble Gisela Höhne / Berlin sah man eine besonders bewegende Versionen. Die Akteure, Menschen mit geistiger Behinderung bewegen sich in der musikalischen Weltliteratur, als wäre das Ganze von ihnen selber erfunden. Mit Pauken und Posaunen, Streichinstrumenten und Schlagwerk, unterstützt von Bratsche, Gitarre, Percussion und Klavier, vor allem aber mit berührenden Gesang und wildem Geschrei kämpfen die Winterreisenden an gegen pillengesättigte Traurigkeit, gegen eine Welt, die sie kaltzustellen versucht. Opfer? Die Personen leiden, ertragen, langweilen sich, freuen sich vor allem und lassen sich nicht unterkriegen, nehmen den Kampf immer und immer wieder auf. Grand Théâtre Luxembourg (2009). 5. Eine Winterreise für drei Sänger und Schauspieler von Takénori Némoto und Yoshi Oïda und dem Ensemble Musica Nigella / Athénée Théâtre Louis-Jouvet Paris (2012).

Athénée – Théâtre Louis-Jouvet, Paris / Eine Winterreise © Antoine Cirou

Athénée – Théâtre Louis-Jouvet, Paris / Eine Winterreise © Antoine Cirou

29. Februar 2020   –  Athénée – Théâtre Louis-Jouvet, Paris

Un Voyage d’hiver : Étranger je suis venu, étranger je repars. Diese Sätze könnte man als Motto dieser Winterreise-Version verwenden. Eines Tages die Winterreise als eine Reihe populärer Lieder mit scheinbarer Einfachheit zu interpretieren war das Ziel des Regisseurs Christian Gangneron und mit der Mithilfe der Vortragskünstlerin Noëmi Waysfeld und des Pianisten Guillaume de Chassy haben sie 13 Lieder des Zyklus ausgewählt und für ihre Winterreise neu entdeckt. Obwohl gewagt ist es jedoch kein Sakrileg, denn geschrieben von einem verzweifelten jungen Dichter und vertont von einem jungen Komponisten voller Depressionen erstarrt, jedoch überquellend von  Melodien. Die Winterreise von Müller und Schubert berührt weit über Zeiten und Klimazonen hinaus jeden, der die Qualen des Emigranten in einem fremden Land gespürt oder nur erahnt hat. Aber auch die emotionellen Reisen durch unsere Seelenlandschaften sind oft gesperrt durch eiskalte Gefühlsabschnitte in unserem eigenen Leben.

Franz Schubert wohnte hier © IOCO

Franz Schubert wohnte hier © IOCO

Eine Neuaneignung der Schubert-Lieder und eine poetische und musikalische Transposition ihrer Vorstellungskräfte, indem sie eine Art liebevolle Wiederaneignung des Meisterwerkes hervor bringen. Dass war wohl ohne Zweifel das Ziel der drei Künstler und ganz voran die Sängerin Noëmi Waysfeld, die wir als Interpretin von Weltmusik, Chanson und Jazz vorstellen würden und die äußerst talentiert in mehreren Sprachen, darunter auch Jiddisch, diese Musik interpretiert. Ihre sicherlich geschulte Stimme hat eine gewaltige Tonpalette, die sich natürlich und  nuancenreich von tiefster Tiefe bis in höchste Höhen begibt. Wir waren besonders beeindruckt und berührt von der Tonfarbe, dem Timbre ihrer Stimme, der geheimnisvoll unseren Hörgenuss streichelte. Eine typische nicht zu erlernende mystische Tonfarbe, die wohl nur durch viele Generationen und Epochen vererbt werden kann, es ist die traurige Farbe und die schmerzliche Erinnerung an den von   Jahrtausenden von Jahren begonnenen ewigen Exodus.

Guillaume de Chassy, Trailer oben, pendelt zwischen klassischer Musik, Jazz und musikalischer Improvisation und wagt mit Natürlichkeit und pianistischem Können musikalische Abweichungen von der Partition zu spielen. Er erfindet ein neues harmonisches und rhythmisches Dekor und öffnet da und dort ein Fenster für eine neue improvisierte Markierung. Aus diesem langen Prozess der Befragung und Wiederaneignung erscheint die Winterreise in einem unerwarteten Licht, manchmal magisch, manchmal faszinierend oder auch in einem kreativen Ansatz von radikalen Vorurteilen, die sich aber zugleich in liebevollen Respekt für das Werk verwandeln.

Athénée – Théâtre Louis-Jouvet, Paris / der wundere Besucherraum © Mirco Magliocca

Athénée – Théâtre Louis-Jouvet, Paris / der wundere Besucherraum © Mirco Magliocca

Der Regisseur Christian Gangneron zeigt uns auf einer völlig nackten Bühne mit weißen Plastiktüchern die Illusion von Kälte,  Frost und Einsamkeit, auf der die Sängerin und ihr Pianist eine Art von dramatischen Theater vollführen und das mit Textauszügen aus der Winterreise der österreichischen Autorin Elfriede Jelinek. So hören wir zwischen den Liedern das ewige Spiel von Frage und Antwort, das spröde raue ironische Spiel der Nobelpreisträgerin. Der Regisseur nennt das Schauspielkunst oder was auch immer? Für uns ist es nichts anderes als eine banale Gestaltung von steifer Gestik und ungereimter Bewegung! Jedoch die Sängerin mit ihrer natürlichen sensiblen Zerbrechlichkeit befreit sich von selbst aus diesen steifen Fesseln. Als junge moderne weibliche Wanderin durchstreift sie die europäische Kultur mit ihrer Duplizität Mann-Weib-Weib-Mann und das alles in leichten tänzerischen Bewegungen und man denkt unweigerlich an Der Tod und das Mädchen, an das ewige Spiel von Liebe und Tod, der ewige Kampf zwischen Eros und Thanatos.

Hinweis auf die Erscheinung der CD Un Voyage d’HiverNoëmi Waysfeld, Guillaume de Chassy (Klarthe Records – Verteilung PIAS).

Athénée – Théâtre Louis-Jouvet, Paris / Eine Winterreise © Antoine Cirou

Athénée – Théâtre Louis-Jouvet, Paris / Eine Winterreise © Antoine Cirou

Athénée – Théâtre Louis-Jouvet  –  von Gestern bis Heute

Nach vielen Standortwechsel und Namensänderungen wird das neue Athénée im 9. Bezirk von Paris im Jahre 1893 eröffnet. Das im italienischen Stil erbaute Gebäude von Paul Fouquiau ist ein architektonisches Schmuckstück und wird offiziell als «Monument Historique» ernannt. Das Theater wird sehr schnell ein besonderer Treffpunkt für Theater- und Musikereignisse in der Pariser Kulturlandschaft. Die erste große künstlerische Phase wird mit dem berühmten populären Schauspieler Louis Jouvet eingeleitet, indem er als Schauspieler, Regisseur, Bühnenbildner und Theaterdirektor das Haus von 1934 bis 1951 leitet. In diesen fruchtbaren Jahren hat er praktisch die gesamte moderne Theaterliteratur der Zeit auf seiner Bühne gezeigt. In den Jahren 1977 bis 1981 stand das Theater unter einem besonders glücklichen Stern und zwar mit der Direktion von Pierre Bergé. Dieser ließ direkt unter dem Dach ein kleines 90 Personen umfassendes Experimental-Studio zusätzlich errichten für besondere Ereignisse. Außerdem war er der Initiator der berühmten « Lundis musicaux », indem er die großen Interpreten von Melodie und Lied für ein Recital einlud: u.a. Grace Bumbry, Elisabeth Schwarzkopf, Ruggero Raimondi, Felicity Lott, Simon Keenlyside, Alfredo Kraus… Der Saal hat eine außergewöhnliche gute Resonanz und eine einmalige Akustik, einfach ideal für musikalische Interpretationen. Aber auch große Namen aus der Theaterwelt haben sich hier regelmäßig ein Stelldichein gegeben: u.a. Peter Brook, Jean Vilar, Matthias Langhoff, Maria Casarès, Jeanne Moreau…

Seit 1982 wird der Musentempel von Patrice Martinet geleitet und auch er folgt und erweitert diese besondere wagnisreiche Kulturpolitik, indem er auf alle seine Produktionen den Stempel des Besonderen auflegt, einen innovativen und mitunter auch frechen Stempel.

—| IOCO Kritik Athénée – Théâtre Louis-Jouvet |—

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Premiere b.31 – Obelisco – SH-BOOM! 01.04.2017

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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

Ballett am Rhein: b.31
Obelisco – Martin Schläpfer
Adagio Hammerklavier – Hans van Manen
SH-BOOM! – Sol León & Paul Lightfoot

Premiere im Opernhaus Düsseldorf: Samstag, 1. April 2017, 19.30 Uhr
Premiere im Theater Duisburg: Samstag, 13. Mai 2017, 19.30 Uhr


Obelisco – Martin Schläpfer
Wie ein gigantischer Zeiger erhebt er sich, weist aus der Gegenwart in die Vergangenheit und vielleicht in die Zukunft, vom Boden in den Himmel, vom Augenblick in die Unendlichkeit: der Obelisk. Sinnbild und Denkmal einer alten Zeit, meist nur aus einem einzigen riesigen Stein geschlagen und eingeritzt in ihn unentschlüsselbare Hieroglyphen. Den Ägyptern war er Maß der Weltordnung, Stein gewordener Strahl der Sonne, Verbindung zwischen der Welt der Menschen und der der Götter, positioniert an den Schwellen der Heiligtümer. Den Römern, und nicht nur ihnen, wurden die Obelisken zu Siegestrophäen, und als solche stehen sie noch heute auf zentralen Plätzen – der Piazza San Pietro, der Place de la Concorde, im Central Park, vor dem Weißen Haus.

In seiner 2007 für das ballettmainz entstandenen Choreographie Obelisco wurde Martin Schläpfer der archaische Steinpfeiler, angeregt durch Salvatore Sciarrinos Orchesterwerk Il tempo con l’obelisco, zu einem poetischen Träger, zu einer Achse, um die er sieben Musiken aus unterschiedlichsten Zeiten und Genres wie Planeten kreisen lässt – jede eine Welt für sich und doch mit den anderen verbunden: Die amerikanische Sängerin Marla Glen trifft auf Sciarrinos Hineinhorchen in die Tiefenstrukturen der Klänge, Schuberts der Welt abhanden gekommenes Singen zwischen Liebe und Tod auf ein hysterisches Presto von Domenico Scarlatti, Mozarts tiefernste, aphoristische d-Moll-Fantasie auf Giacinto Scelsis „demjenigen, der sich entschließt, wieder- oder nicht wiederzukehren“ gewidmetes Stück „Anâgâmin“. Und wenn die berühmte Nummer „Geh’n wir ins Chambreséparée“ aus Richard Heubergers Opernball  schließlich in einer Einspielung mit Elisabeth Schwarzkopf erklingt, so wird aus einer operettigen Karnevalsmaskerade ein sublimes Vexierbild aus Klang und Sprache, eine feinst austarierte Balance von grazilem Seelenton und synthetischem Artefakt. Die Welten ändern sich, doch es bleiben ungeahnte Beziehungen: ein Kreisen um eine Mitte, ein Schweben über dem Boden, ein vertikales Verbundensein in der Sehnsucht nach dem Paradiesischen.

Obelisco ist ein Ballett voller Poesie, nächtlicher Schönheit, traumverlorener Trance, ein Ballett aber auch über Füße und Schuhwerk – barfuß, in Schläppchen, auf Spitze und High Heels, Schuhe, die über diese Welt hinausheben oder an sie binden. Eine Erforschung der Frage auch, was eine Konzentration auf den Fuß mit dem Rest eines Körpers macht. Und ein Ballett der Grenzüberschreitungen im Zusammenspiel von kompositorischer Strenge und einer geheimnisvollen Fantastik.

Musik von Marla Glen, Salvatore Sciarrino, Franz Schubert, Domenico Scarlatti, Wolfgang Amadeus Mozart, Giacinto Scelsi und Richard Heuberger Choreographie Martin Schläpfer, Bühne und Kostüme Thomas Ziegler Licht Thomas Diek

Adagio Hammerklavier – Hans van Manen
Manche Musik scheint sich dem Tanz auf den ersten Blick querzustellen. Ludwig van Beethovens späte Werke etwa umgibt diese Aura. Doch Hans van Manen hat es sich bei der Wahl seiner musikalischen Partituren noch nie leicht gemacht – und immer wieder bewusst die Auseinandersetzung mit absoluter Musik gesucht, die jenseits aller
gängigen Vorstellungen liegt, was „gute Ballettmusik“ sein könnte. „Adagio Hammerklavier“, jenes 1973 mit Het Nationale Ballet Amsterdam uraufgeführte Stück zu Christoph Eschenbachs die Qualitäten einer extremen Langsamkeit auslotenden Interpretation des 3. Satzes aus Beethovens „Großer Sonate für das Hammerklavier“ BDur op. 106, zählt zu jenen Balletten – und heute zu den unbestrittenen Meisterwerken des 20. Jahrhunderts. Mit seiner Neueinstudierung durch Igone de Jongh – eine der Musen Hans van Manens und Amsterdamer Starballerina – erweitert das Ballett am Rhein sein Repertoire um ein Werk, das in seiner Konzentration, Klarheit und unbestechlichen Stilsicherheit für Hans van Manen einerseits typisch ist, zugleich aber auch eine andere Seite des niederländischen Meisters zeigt, ist es doch vielleicht das sublimste seiner Werke. Drei Paare. Die Männer in weißen, gerippten Hosen und mit nackten Oberkörpern von geradezu kompromisslosem Selbstbewusstsein, die Frauen auf Spitze in hellblauen, weich-fließenden Röcken mit einer für Hans van Manen eher ungewöhnlichen Fragilität. Immer mehr lassen sie sich mit einer eigenartig schönen Traurigkeit auf das Spiel mit ihren Partnern ein, sich geradezu willenlos zu Arabesquen formen, über die Köpfe hinweg in die Lüfte heben, in tiefe Pliés oder in einen Spagat drücken, ihre Gliedmaßen flexen und strecken.

Wie sehr Hans van Manens Choreographieren von einem tiefen Verständnis der Musik bestimmt wird, lässt sich an „Adagio Hammerklavier“ aufs Schönste ablesen. Aus ihr schöpft er seine Energien und das Gefühl für Verläufe, aus ihr kreiert er seine mit geradezu archetypischer Spannung aufgeladenen und immer wieder hocherotischen Begegnungen zwischen Mann und Frau, die immer auch eine Befragung klassischer Rollenbilder im Tanz – und nicht nur in diesem – sind. Die Welt in „Adagio Hammerklavier“ ist dunkel getönt und gleichsam entrückt – geprägt von einem Wissen, dass alle Sehnsucht zu keiner Erfüllung finden wird. Entführt uns Beethoven, als wäre es eine Expedition, mit seinem Adagio auf die höchsten aller Gipfel, so dringt auch der Tanz zu einem immer pureren, klareren Bild seiner selbst vor.
Musik Adagio aus der Sonate Nr. 29 B-Dur op. 106 („Große Sonate für das Hammerklavier“) von Ludwig van Beethoven Choreographie Hans van Manen Bühne und Kostüme Jean-Paul Vroom Licht Jan Hofstra Choreographische Einstudierung Igone de Jongh


SH-BOOM! Sol León & Paul Lightfoot
Unter dem Motto „Life could be a dream“ schuf das erfolgreiche spanisch-britische Choreographen-Duo Paul Lightfoot und Sol León mit „SH-BOOM!“ ein verspieltes Ballett voller Humor, Esprit und beschwingt positiver Energie. Entstanden ist es 1994 für einen Workshop des Nederlands Dans Theaters und wurde seitdem als ein „work in progress“ mehrfach von den Choreographen umgearbeitet und weiterentwickelt, so dass es – wie eine erstaunliche Reise – auch die Entwicklung ihres Stils nachzeichnet.

Angeregt durch die unterschiedlichen Kulturen und Mentalitäten der Tänzer der Originalbesetzung kreierten Paul Lightfoot und Sol León eine Persiflage auf Show-Elemente, wie sie zwischen 1920 und 1950 im Entertainment beliebt waren. Die so leichtgewichtig daherkommende Choreographie zeigt oberflächliche, absurd-komische Spaßmacherei, aber auch die ironische, dunkle Seite jener tiefen Bitterkeit, in die das Show-Business seine Helden drängen kann. Zu populärer Musik der 1920er bis 1950er Jahre aus Amerika, Finnland, Spanien und Großbritannien treiben hier Herren in Feinripp-Unterwäsche und weißen Kniestrümpfen sowie Damen in züchtig-hochgeschlossenen, schwarzen Kleidern, deren Röcke jedoch ab und an keck gelüftet werden, in einer unglaublichen Dichte tänzerischer Höchstanforderungen ihr temporeiches Spiel zwischen Schamlosigkeit und leichter Unterhaltung. Es geht um die Absurditäten des Lebens – aber auch um dessen Ernst. „Die von uns verwendete Musik entstand zu einer Zeit, als die Menschheit durch zahlreiche Kriege bedroht war, und drückt mit ihrem lebensbejahenden Charakter doch auch die Befindlichkeiten der damaligen Jahrzehnte aus“, so Paul Lightfoot über das Stück. Und Sol León: „Indem wir die Figuren fast karikaturistisch überzeichnet ihren Humor benutzen lassen, gelingt es ihnen, aus ihrem eigenen ‚Leben‘ auszubrechen.“

1985 fanden Paul Lightfoot, der Brite aus Kingsley, und Sol León, die Spanierin aus Cordóba, ihre künstlerische Heimat beim Nederlands Dans Theater – zunächst als Tänzer, dann auch als Hauschoreographen. Seit 2012 ist Paul Lightfoot künstlerischer Leiter des Ensembles. Im Duo kreierten sie über 50 Werke für das NDT und wurden mit zahlreichen renommierten Preisen wie dem Prix Benois de la Danse und dem Herald Archangel ausgezeichnet. Zum Ballett am Rhein kehren sie nach der umjubelten Premiere von „Signing Off“ in b.03 nun mit einem weiteren Meisterwerk aus ihrem Repertoire zurück. Musik von Turner Layton und Clarence Johnstone, José Armandola und Olavi Virta, Arturo Cuartero, The Mills Brothers, Vera Lynn, James Keyes, Claude und Carl Feaster, Floyd F. McRae und James Edwards Choreographie, Bühne & Kostüme Sol León, Paul Lightfoot Licht Tom Bevoort Choreographische Einstudierung Valentina
Scaglia, Bastien Zorzetto


Ballettwerkstatt im Opernhaus Düsseldorf: Montag, 27. März 2017, 19.00 Uhr, Eintritt frei
Vorstellungen im Opernhaus Düsseldorf: Sa 01.04. 19.30 Uhr (Premiere) / Mi 05.04. 19.30 Uhr / Fr 07.04. 19.30 Uhr / Fr 21.04. 19.30 Uhr / So 23.04. 15.00 Uhr / Do 04.05. 19.30 Uhr / Fr 05.05. 19.30 Uhr
Vorstellungen im Theater Duisburg: Sa 13.05. 19.30 Uhr (Premiere) / Fr 19.05. 19.30 Uhr / So 21.05. 18.30 Uhr

—| Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—

Dortmund, Konzerthaus Dortmund, Bariton Wonnen mit Christian Gerhaher, Liederabend, IOCO Kritik, 23.04.2013

April 25, 2013 by  
Filed under Konzerthaus Dortmund, Kritiken


Kritik

Konzerthaus Dortmund

Konzerthaus Dortmund © Daniel Sumesgutner

Konzerthaus Dortmund © Daniel Sumesgutner

Christian Gerhaher, Bariton – Gerold Huber, Piano – Liederabend, 23.04.2013

Bariton – Wonnen

Seine Musikalität ist sprichwörtlich. Die Schönheit seiner Stimme ist ein Labsal für die Ohren und das technische Fundament seines Baritons ist absolut perfekt. Diese stimmliche Perfektion ermöglicht es ihm beispielsweise, Noten im oberen Register mit der Bruststimme zu singen, also ohne zu falsettieren. Diese Stimme ist ein wirklicher Zauberkasten.

Die Rede ist von Christian Gerhaher, dem charismatischen Bariton, der zur Zeit einer besten in seinem Metier ist, vielleicht sogar der Beste, was den Lied-Gesang anbelangt.

Konzerthaus Dortmund / Christian Gerhaher © Jim Rakete

Konzerthaus Dortmund / Christian Gerhaher © Jim Rakete

Der gebürtige Bayer (1969, Straubing) hat sich seit einigen Jahren  auf allen Konzerpodien und an vielen großen Bühnen etabliert, wobei sein Hauptaugenmerk sich auf den Lied- und Konzertgesang richtet.

Konzerthaus Dortmund / Huber Gerold © Albert Lindmeier

Konzerthaus Dortmund / Huber Gerold © Albert Lindmeier

Bevorzugter Begleiter bei seinen Liederabenden ist Gerold Huber. Mit ihm zur gleichen Zeit hat er an der Münchener Musikhochschule studiert. Gerhaher wurde Schüler von Raimund Grumbach und dem Jahrhundert-„Mime“ Paul Kuen. Später Dieskau und Elisabeth Schwarzkopf. Beide, Gerhaher und Huber, sind ein kaum zu überbietendes Team. Es ist eine kongeniale Partnerschaft zwischen den Beiden.

Nach dem gefeierten Auftritt vor wenigen Tagen beim “Heidelberger Sommer“, wiederholten beide das Programm nun im Dortmunder Konzerthaus, wo sie schon 2010 mit einem reinen Mahler-Programm aufgetreten waren.

Heute hießen die Komponisten Robert Schumann und Heinz Holliger. Das sind Kontraste, die auf den ersten Blick nicht zusammen passen, aber gar nicht so weit voneinander entfernt sind.

Christian Gerhaher und Gerold Huber begannen mit “Zwölf Gedichte, op.35“ auf Lyrik von Justinus Kerner. Es sind Lieder, deren Texte von Weltschmerz und Abschied handeln, von Schumann mit hochromantischer Musik versehen.

Gerhaher sang die Lieder mit präziser Klangfarbendramaturgie, subtilen dynamischen Abstufungen und fast intellektueller Wortartikulation. Sehr subtil gelang es ihm, die unterschiedlichen Stimmungen in der Stimme hörbar werden zu lassen. Er sang in Farben, hatte eine ganze Palette zur Verfügung. Und so wurde aus jedem Lied ein Minidrama. Hubers behutsame, feinfühlige Begleitung war ein Teil dieser Dramen. Genauso war es mit der anderen Schumann-Gruppe, “Sechs Gedichte von Nikolaus Lenau und Requiem op.90“. Gerhaher vermittelte ganz auf den Punkt genau die schmerzliche Stimmung der Gesänge, wie auch die beruhigende Botschaft der letzten Zeilen des “Requiems“.

Zwischen diesen Schumann-Blöcken erklang die Komposition “Lunea“ von Heinz Holliger, dem Komponisten und überragenden Oboisten. Es sind 23 Sätze von Nikolaus Lenau, die Holliger 2012 vertont hat und Christian Gerhaher widmete. Eine interessante Komposition, dem Hören nach ganz auf die Stimme Gehahers maßgeschneidert, alle Vorzüge des Sängers vereinend.

Umfangreich ist auch der Klavierpart. Nicht nur die Tasten lassen die Musik tönen, auch Klopfen auf den Resonanzboden und Zupfen der Saiten gehören dazu. Die musikalische Sprache ist sehr ausdruckstark, wie auch die schwermütigen Sätze Lenaus, die weder Lyrik noch Poesie sind, sondern Momentaufnahmen von Stimmungen. Hier wird Höchstleistung in Konzentration verlangt. Gerhaher und Huber vermittelten das mit großem Engagement.

Eingangs gab es schon eine Komposition von Holliger. “Elis“, drei Nachtstücke (1961) auf drei Zitate von Georg Trakl. Hier ist der Klavierpart dominierend, den Huber souverän spielte. Gerhaher deklamierte sehr prägnant.

Dieser Liederabend war eine Sternstunde, eine Vorführung vollendeten Liedgesangs und somit auch eine Meisterklasse für das Publikum, das an diesem Abend besonders andächtig war. Man hätte eine Stecknadel fallen hören können.

Frenetischen, stehenden Beifall gab es und eine wunderschöne Zugabe von Schumann “Der Einsiedler“.

IOCO / UGK / 23.04.2013

—| IOCO Kritik Konzerthaus Dortmund |—

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