Paris, Théàtre des Champs-Élysées, Der Messias – Georg F. Händel – Wolfgang A. Mozart 26.09.2020

THÉÂTRE DES CHAMPS-ELYSÉES © Hartl Meyer

THÉÂTRE DES CHAMPS-ELYSÉES © Hartl Meyer

Théâtre des Champs-Élysées

DER MESSIAS –   Georg Friedrich Händel / Wolfgang Amadeus Mozart

Die Heilsbotschaft mit Weltuntergangsstimmung

von Peter M. Peters

Ein religiöser Mensch in der Zeit des Covid 19-Trauma sieht wahrscheinlich den Virus auch schon als Untergangsbotschaft. Heute Abend hier im Théâtre des Champs-Élysées waren wir nur einfach überglücklich endlich wieder ein Theater zu betreten und in Kultur zu schwelgen. Nach vielen Wochen des Schweigens eine kleine Kostprobe menschlichen Streben und Können, die jedoch verdunkelt wurde von einem mehr als leeren Saal und einer Besucherschar mit Masken verdeckten Gesichtern. Diese traurige Atmosphäre hat doch schon einen gewaltigen bitteren Nachgeschmack. Aber die Wahl des Werkes war sehr eindrucksvoll und wahrheitsgebunden: Der von Mozart überarbeitete The Messie von Händel brachte die richtige Stimmung für eine Saison-Eröffnung unter dem Zeichen einer weltweiten Epidemie.

Der Messias – Georg Friedrich Händel – Wolfgang A Mozart
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Ein energiegeladener Marmorblock

The Messie von George Friedrich Händel (1685-1759) hatte am 12. Februar 1742 in Dublin / Irland in englischer Sprache Premiere. Das Libretto in drei Partien ist von Charles Jennens (1700-1773) und bezieht sich auf den Text des alten und neuen Testament (1. Präfiguration und Krippenanbetung / 2. Leidenspassion und Tod / 3. Auferstehung und Glaubensverkündigung) und zeigt die Auferstehung eines Menschen im wahrsten Sinne des Wortes, denn fünf Jahre zuvor am 13. April 1737 war Händel aus Überarbeitung zusammengebrochen, Opfer eines schweren Herzanfall. Seine Anbeter befürchteten, dass er sich nicht mehr erheben würde und seine Rivalen beteten für seinen Tod. Dieser Zusammenbruch unterbrach eine energiegeladene Karriere ohne Gleichen. Drei Jahrzehnte lang befand sich der Importeur der italienischen Oper in London im Zentrum der politischen Wirbelstürme, aufgeteilt zwischen rivalisierenden Clans, die die lyrische Kunst für ihre Intrigen verwendeten. Fast dreißig Opern stammen aus seiner Feder, aber die Hälfte ist schon zu seinen Lebzeiten in Vergessenheit gefallen. Jetzt war er ein korpulenter Bürger und saß auf seiner Orgel, umgeben mit einem Heiligenschein aus Schinken und Biertöpfen, wie er an der Schwelle seiner sechzig Jahre karikiert wurde.

Georg Friedrich Händel Grabplatte in Westminster Abbey © IOCO

Georg Friedrich Händel Grabplatte in Westminster Abbey © IOCO

Aber diese Art von Mensch gibt niemals auf. Händel, der im April 1737 für tot erklärt wurde, gewinnt nach einer intensiven Heilung in den Dampfbädern von Aachen alle seine Fähigkeiten zurück. Im Oktober kehrte er nach London zurück und komponiert Faramondo HWV 39 (1738), dann Israel in Ägypten HWV 54 (1739) und Saul HWV 53 (1739), während er die Veröffentlichung der Sechs Konzerte für Orgel op.4 HWV 289-294 (1738) und Zwölf neue Concerti Grossi op.6 HWV 319-330 (1741) vorbereitete. Die italienische Oper ist in ihren letzten Atemzügen, jedoch der Unternehmer liefert und komponiert weiterhin: Imeneo HWV 41 (1740) und Deidamia HWV 42 (1741). Neuer Misserfolg! Egal was auch passiert, das Beste kommt noch. 1741, entwirft und komponiert er in einem großen Wurf The Messie, wie aus einer Autogrammpartitur hervorgeht, die in der British Library aufbewahrt wird. Das ist auch das Jahr des ebenso schillernden Samson HWV 57 (1741).

Von der Londoner Mode gekreuzigt, wird der alte Sachse in Dublin wiederbelebt. The Messie wurde dort unter einem anderen sozialen Kontext geboren. Wenn der Komponist von Giulio Cesare HWV 17 (1724) bisher die egozentrischen Tugenden der Aristokratie gepriesen hatte, beachtsichtigte er hier sein Opus der neuen freien Bürgerschaft zu widmen. Die pompöse Kunst, die von Johann Christoph Pepusch (1667-1752) / John Gay (1685-1732) mit viel geistreichem Witz sehr böse in ihrer The Beggar’s Opera (1728) karikiert wurde, will nun ein anderes Publikum erreichen, wie der Artikel im Dublin Journal hinweist. Hier heißt es: „Ein Konzert wird für die Insassen mehrerer Gefängnisse und für die Unterstützung des Mercer’s Hospital in der Stephens Street sowie der Wohltätigkeitsstation des Inn’s Quay veranstaltet. Desgleichen wird am Montag, dem 12.April im Musiksaal der Fishamble Street das neue Oratorium von Mr. Haendel unter der Beteiligung der Chöre der beiden Kathedralen aufgeführt. Auch wird Mr. Haendel mehrere seiner Orgelkonzerte selbst spielen“

The Messie markiert den Beginn einer neuen Karriere, die dem Oratorium gewidmet ist, einer eher gemeinschaftlichen Gattung mit seinen Chören, dessen Geschichten, die als Predigen in Musik behandelt werden und für ein neues Publikum von jüdischen und protestantischen Händlern besser zugänglich war. Man identifiziert sich leicht mit der liebenswerten Theodora HWV 68 (1750) oder Susannah HWV 66 (1749). Man hält fest an den heiligen Revolten von Joshua HWV 64 (1748) und Judas Maccabaeus HWV 63 (1747). Von allen wird der großzügige The Messias dem Komponisten am liebsten bleiben. Ab 1750 war die Aufführung nur noch für Wohltätigkeitskonzerte vorgesehen. Nachdem er blind geworden ist, wird er seinem Willen treu bleiben und das Aufführungsrecht des The Messie nur noch gemeinnützigen Einrichtungen vorbehalten, z.B. für das Waisenhaus – das Foundling Hospital. Acht Tage vor seinem Tod dirigierte Georg Friedrich Händel das letzte Mal sein Lieblingsoratorium.

 Georg Friedrich Händel - in Westminster Abbey© IOCO

Georg Friedrich Händel – in Westminster Abbey© IOCO

Das englische Volk oder vielmehr die Völker waren ihm dankbar und nach dem Pluralgebrauch, den die Barockzeit von diesem Begriff machte, war auch er ihnen dankbar. Durch seine Oratorien hat sich Händel definitiv in die englische Landschaft eingeschrieben und sie für immer markiert. 1743 hatten ihm seine Freunde bereits ein Standbild in den Gärten von Vauxhall errichtet, das war eine außerordentliche Ehrung an noch einem lebendigen adoptierten Engländer. Das englische Königsreich wird noch mehr tun, indem sie ihm ein reiches Grabmal in Westminster Abbey (Foto oben) errichten, der britischen Ruhmeshalle.

Der Messias – staged by Robert Wilson
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One touch of Mozart

Als außergewöhnliches Importprodukt wurde Händel nach seinem Tod von aufgeklärten Amateuren exportiert, wie z.B. der Baron Gottfried von Swieten (1733-1803), der eine wesentliche Figur im Wiener Kunstleben war. Der Baron, Sohn des Arztes der Kaiserin Marie Therese von Habsburg (1717-1780), war für die Bibliothek des Hofes verantwortlich. In London, in Berlin hat dieser leidenschaftliche Gönner zahlreiche Partituren erworben. 1786 gründete er die Musikvereinigung der , eine Akademie aus Mitgliedern des Wiener Adels, die sich der Interpretation von Chorwerken alter Meister wie Antonio Caldara (1670-1736) und Johann Sebastian Bach (1685-1750) widmeten. Unter seiner Leitung wird Joseph Haydn (1732-1809) seine Die Schöpfung Hob.XXI:2 (1798) komponieren und Ludwig van Beethoven (1770-1827) wird Das Wohltemperierte Klavier BWV 846-893 (1722-1750) spielen.

1788 ernannte der aufgeklärte Aristokrat Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) zum musikalischen Leiter des Vereins. Dieser hat Zugang zu den Schätzen der kaiserlichen Bibliothek. Er wird mit viel Freuden vier Werke von Händel aussuchen und sie für den Wiener Zeitgeschmack neu zu beleben, indem er die Partituren teilweise umkomponiert, ohne jedoch das händelsche Werk zu verfälschen: Alexander’s Feast HWV 75 (1736), Acis and Galatea HWV 49 (1718), Ode for St .Cecilia’s Day HWV 76 (1739) und The Messie. In Bezug auf letzteren hatte Mozart die Randall and Abel Edition von 1767 zu Verfügung. Ein Kopist wurde speziell damit beauftragt, eine Partitur vorzubereiten, die die ursprünglichen Instrumental- und Gesangsteile sowie die Tempi-Angaben enthält und Leerzeichen bereitstellt, damit Mozart nach eigenem Ermessen arbeiten kann.

Wolfgang Amadeus Mozart in Salzburg, vor dem Festspielhaus © IOCO / Zimmermann

Wolfgang Amadeus Mozart in Salzburg, vor dem Festspielhaus © IOCO / Zimmermann

Das Oratorium, das bereits als alte Musik galt, wurde nach dem Geschmack des Tages wiederhergestellt. Dies war z.B. in Frankreich der Fall, als die Opern von Jean-Baptiste Lully (1632-1687) an der Académie Royale wieder aufgeführt wurden. Die Worte von The Messie werden auf Deutsch von Christoph Daniel Ebeling (1741-1817) und Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803) übersetzt und das Orchester spielt im Stil des Wiener Klassizismus mit seiner gedämpften Streicher- und Bläserbesetzung. Mozart produziert eine Version mit neuen Farben. Er versorgt es mit Klarinetten und Flöten, er verstärkt die Fagotten und die Hörner. Dieses Ensemble ersetzt die händelsche Orgel, die 1742 ein nüchternes Orchester aus Streichern, Oboen, Fagotten, Blechbläsern und Pauken unterstützte. Das Ergebnis bringt ein erneutes Drama hervor wie z.B. die grölende Menge in Idomeneo K. 366 (1781) oder die hieratische Religiosität von Thamos K.345/336a (1774). Mozart betont die Winkel und mildert die Übergänge. In der Neuorchestration der Arie: „Ev’ry vally…“. erblüht völlig neu das Solo der Flöte und setzt neue Akkorde in der Bass-Arie ein: „Why do the nations…“ Die Behandlung der Chöre lässt den händelschen Kontrapunkt unberührt, doch wird der Ton bei Mozart mehr erweitert und geöffnet behandelt. Lange vor seinem eigenen Requiem K.626 (1791) verfestigt Mozart mit Posaunen und Hörnern die Grundmauern von: „And he shall purify…“ Der Schatten von Don Giovanni K. 527 (1787) verfolgt die dunklen Blasinstrumente von: „Surely, he hath borne our griefs…“ Die Pifa klingt wie eine beethovensche Vor-Pastorale, auch wenn es manchmal bedeutet, die theatralischen Effekte des Originals zu beschweren, wie im Chor: „For unto us a child is born…“

Dieser neue Der Messias mit dreiviertel Händel und ein Viertel Mozart hat es verdient in den Köchel-Katalog unter diesem Titel und unter K.572 aufgenommen zu werden, um gegebenenfalls zu beweisen, dass das Genie des alten Meisters solch eine inspirierte Erhebung akzeptieren konnte. In dieser fruchtbaren Übung anhaltender Bewunderung ernährte sich Mozart von Händel. Die Orchestrierung und Dynamik seines Der Messias nehmen die schillernden Kontrapunkte von der Die Zauberflöte K.620 (1791) und die Orchesterpalette von La Clemenza di Tito K.621 (1791) voraus. Der Messias verkörpert wie in der Matthäus Passion BWV 244 (1736) von Bach in der Überarbeitung von Felix Mendelssohn (1809-1847) den anhaltenden Triumph der Kräfte des Geistes über Tod und Vergessen.

Aufführung 18.September 2020 – Théâtre des Champs-Élysées Paris

Die Idee ein Oratorium szenisch aufzuführen ist nicht neu, schon im Rom der Renaissance, sowie auch in London zur Zeit von Händel wurden teilweise Inszenierungen geboten. Aber auch in den letzten Jahren haben wir mehrere dieser Versuche selbst miterlebt. Der amerikanische Regisseur Robert Wilson hat sich in einer Gemeinschaftsproduktion mit den Salzburger Festspielen, dem Grand Théâtre de Genève und dem Théâtre des Champs-Élysées Paris an Der Messias gewagt. Wie immer, er ist kein Geschichtenerzähler und er zeigt uns in schönen Bildern mit überladener Ästhetik, mit zu viel Symbolen eine sogenannte Endstimmung. Eine Welt, die den Klimawechsel nicht ertragen kann und zugrunde gehen muss, trotz der messianischen Botschaft. Aber die Katastrophen-Bilder von Robert Wilson berühren uns nicht, denn sie zeigen keinesfalls die Ausmaße einer solchen Naturgewalt: Durch die Luft purzelnde abgehackte und verbrannte Baumstämme, schöne schillernde Feuerbrände, das schmelzende und abbröckelnde Eis oder die Atomversuche in der Antarktis, ein Engel, oder Todesengel (?) erwartet uns in einer Barke gleich dem griechischen Todesboten Caron, noch im Schlussfinal fliegt ein entwurzelter Baum durch die Luft. Was für ein Finale! Amen! All das wird wie immer auf meist blauen Hintergrund in einer überaus raffinierten Beleuchtung gezeigt. Auch die Sänger-Schauspieler zeigen in Marionetten- oder Robotbewegungen mit grellen clownhaften bemalten Gesichtern immer das gleiche Einmaleins von Mr. Wilson. Nichts neues bei Mr. Wilson! Seine Inszenierungen sind ein wohlbekanntes teures eingetragenes Markenzeichen geworden: Er hat uns überhaupt nichts mehr zu sagen.

Von der musikalischen Seite war es ein voller Erfolg, denn das Orchester Les Musiciens du Louvre (link HIER!) mit seinem langjährigen musikalischen Direktor, Marc Minkowski haben Händel und Mozart geradezu unter der Haut. Minkowski leitete seine Musiker mit viel Empfindung und Gefühl über die delikaten Klippen des händelschen Marmorblock, indem er die scharfen Ecken sehr klar in mozartischer Manier abschliff und rundete und so einen musikalischen Diamanten mit klassizistischer Dimension gestaltete. In seiner Vision hörte man hier und da die kleinen mozartischen Tüpfelchen, die uns wie ein heller Lichtblick die ganze Schönheit der Zwitterpartition offenbarten. Ein voller und verdienter Erfolg!

Der Philharmonia Chor Wien unter seinem Leiter Walter Zeh zeigte uns in idealer Weise die einzigartige Verschmelzung von zwei Musikformen, und die freundschaftliche Umarmung zweier Genies der Musikgeschichte.

Die russische Sopranistin Elena Tsallagova brachte mit ihrer kristallklaren und in allen Lagen lupenreinen Stimme eine stimmungsvolle Interpretation und wurde dem Engel mehr als gerecht. Die Sängerin kommt aus dem Atelier Lyrique de l’Opéra de Paris und hat inzwischen eine große Weltkarriere hinter sich. Wir kennen sie aus ihrem Beginn in Rollen wie z.B.: die mystische Mélisande, oder Das schlaue Füchslein hier an der Bastille Opéra.

Die Partie der Altstimme wurde von der Holländerin Helena Rasker mit viel Schönheit und Raffinesse vorgetragen. In ihrer Arie: „O du, die Wonne verkündet in Zion…“ wurde geradezu in inbrünstiger Offenbarung mit tiefsten Registern gesungen. Auch sie ist auf allen großen Bühnen der Welt zu Hause mit einem Repertoire von Händel, Mozart, Rossini über Strauss und Wagner bis hin zu Benjamin.

Der Messias – Tenor Stanislas de Barbeyrac beschreibt seine vielfältige Partie
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Der junge französische Tenor Stanislas de Barbeyrac zeigte einmal mehr, dass er zu den großen Hoffnungen in der lyrischen Branche zählt. Seine besonders an Mozart geschulte lyrische Stimme bot in allen Höhen den nötigen maskulinen Ausdruck und wirkte niemals geziert, affektiert und zeigte keinerlei fade Effekthascherei. Mit Recht fängt er eine internationale Karriere mit viel Erfolg an. Dazu hatte er als Schauspieler eine Paraderolle vom Regisseur erhalten: Als ein Stimmungsmacher oder Drahtzieher, als ein Conférencier in einem Berliner Kabarett der dreißiger Jahre steppte und tanzte er mit viel Humor durch die Bilder. Unweigerlich denkt man an Der blaue Engel oder an Cabaret. Wie schon gesagt, der Sänger bietet eine unwahrscheinlich stimmungsvolle Leistung, jedoch der Gedankengang des Robert Wilson bleibt uns verschlossen. Was macht die Person eines Emcee im Der Messias? Soll es ein Vorbote für zukünftige Rassengesetzte sein… soll es der schrullige Musikprodukteur und Komponist Händel selbst sein… oder der Messias selbst? Wir wissen es nicht!

Der aus Bolivien stammende Bass José Coca Loza war für uns eine besondere Entdeckung. Sein großes vollrundes Organ produziert wahre Stimmtönungen von unsagbarer Schönheit. In der Arie: „Blick auf! Nacht bedecket das Erdreich…“ kann er besonders eindrucksvoll seine tiefschwarze Stimme einsetzen. Seine junge Karriere führte u.a. schon an die Covent Garden London, desgleichen sang er in Zürich, Amsterdam, Barcelona, Madrid und Salzburg.

Noch zu nennen sind der griechische Tänzer Alexis Fousekis und der englische Schauspieler Max Harris die mit viel Talent den Anweisungen von Robert Wilson folgsam folgten.

—| IOCO Kritik Théatre des Champs Élysées |—

Berlin, Deutsche Oper Berlin, Das Rheingold – auf dem Parkdeck, IOCO Kritik, 222.06.2020

Juni 22, 2020 by  
Filed under Deutsche Oper Berlin, Hervorheben, Kritiken, Oper

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Deutsche Oper Berlin © Leo Seidel (Kontakt: leoseidel@googlemail.com)

Deutsche Oper Berlin © Leo Seidel (Kontakt: leoseidel@googlemail.com)

Das Rheingold  Deutsche Oper Berlin wieder am Start

Gespielt auf dem Parkdeck des Opernhaus

von Kerstin Schweiger

Als erstes der drei Berliner Opernhäuser hat die Deutsche Oper Berlin wieder eine Aufführung vor Publikum gezeigt!  Am 12. Juni 2020  begann dort – knapp 100 Tage nach der letzten Aufführung im Haus – der Spielbetrieb nach der Pandemie-bedingten Schließung der Theater, Konzert- und Opernhäuser in Berlin wieder. Gezeigt wird derzeit in einer ersten Open-Air-Aufführungsserie eine knapp zweistündige Kammerfassung von Richard Wagners Oper Das Rheingold. Die Deutsche Oper Berlin  zeigt Wagners Werk in einer schnell eingerichteten halbszenischen Aufführung unter freiem Himmel. Wotan und Co. singen und spielen auf dem Parkdeck des Opernhauses. Dieser betonlastige Funktionsort mit 70er Jahre „Charme“  war unter dem jetzigen Leitungsteam bereits 2014 Schauplatz der Oper Oresteia von Jannis Xenakis. Der Spielort erinnert überdies an die legendäre Uraufführung von Wilhelm Dieter Sieberts Wandel-Oper Untergang der Titanic 1978, wo die Titanic am Ende auf dem Parkdeck unterging und Rettungsboote von Statisten durch die Zuschauer-Menge getragen wurden.

Deutsche Oper Berlin / Das Rheingold - hier: vl Andrew Harris als Fasolt, Thomas Blondelle als Loge,Tobias Kehrer als Fafner,Padraic Rowan als Donner @ Bernd Uhlig

Deutsche Oper Berlin / Das Rheingold – hier: vl Andrew Harris als Fasolt, Thomas Blondelle als Loge,Tobias Kehrer als Fafner,Padraic Rowan als Donner @ Bernd Uhlig

Der neue Berliner „Ring“ und Corona

Doch zurück in die Corona-Gegenwart; zur hier besprochene Vorstellung vom 18.6.2020:  Hätte also nicht das Virus seinen eigenen Ring um die Welt gezogen und den Spielbetrieb der Kulturstätten weltweit lahmgelegt, hätte an diesem Abend mit dem Rheingold der Auftaktabend der Tetralogie Der Ring des Nibelungen in einer kompletten Neuproduktion im Opernhaus an der Bismarckstraße Premiere feiern können.

Das lang geplante Projekt in der Inszenierung von Stefan Herheim hätte hier den ersten Schliff und Berliner und internationale Opernfreunde den Beginn eines neuen Ring-Zyklus zu sehen und zu hören bekommen. Nun erobert sich die Deutsche Oper übergangsweise mit weniger Mitwirkenden und unter freiem Himmel das Rheingold zurück. Unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Donald Runnicles und in einer szenischen Einrichtung von Spielleiter Neil Barry Moss präsentieren 22 statt 80 Musiker*innen und 12 Sänger*innen auf dem Parkdeck der Deutschen Oper Berlin eine Version, die Abstands- und Hygieneregeln wahrt.

Wenn Wagner das wüsste? Hätte er vielleicht getobt, wie schon zur Zeit der Uraufführung des Werkes? Die erste Aufführung in München 1869 lief für Wagner denkbar schlecht, denn das Rheingold wurde gegen seinen Willen uraufgeführt. Die restlichen drei Teile waren noch gar nicht fertig gestellt und Wagner war gegen die Uraufführung als Teilwerk, doch König Ludwig II., der Sponsor des zukünftigen „Ringprojeks“, befahl die Uraufführung und Wagner blieb ihr – nach einer chaotischen Probenphase – fern.

Vielleicht hätte er jedoch die hier gezeigte Kammerfassung des britischen Komponisten Jonathan Dove als geniales Marketing für sein Werk betrachtet und unterstützt. Als „Wunder“ und „Meisterwerk der Nachschöpfung“ bejubelte die britische Presse diese komprimierte Fassung, die unter dem Titel The Ring Saga 1990 entstand. Ziel war es, Wagners Tetralogie auch für kleinere Spielorte und Festivals aufführbar zu machen, seither hat diese auf zehn Stunden komprimierte Version einen Siegeszug um die Welt angetreten.

 Deutsche Oper Berlin / Das Rheingold - hier :  vl Derek Welton als Wotan, Annika Schlicht als Fricka, Flurina Stucki als Freia, Padraic Rowan als Donner @ Bernd Uhlig

Deutsche Oper Berlin / Das Rheingold – hier : vl Derek Welton als Wotan, Annika Schlicht als Fricka, Flurina Stucki als Freia, Padraic Rowan als Donner @ Bernd Uhlig

Rheingold – Die Aufführung auf dem Parkdeck

Gespielt wird an der Deutschen Oper jedenfalls 110 Minuten ohne Pause vor 175 Zuschauern, die am Anfang erwartungsfroh-gespannt und am Ende der Aufführung mit frenetischem Applaus den Neustart und das gesamte Ensemble lautstark feiern.

Zwei Hürden wurden für die aktuelle kurzfristig angesetzte Aufführungsserie im Sturm, d.h. innerhalb von drei kurzen Wochen genommen: die Zustimmung des Senats zum Sicherheitskonzept in Pandemie-Zeiten und die Genehmigung, die besondere verknappte musikalische Fassung aufzuführen. Zehn Tage vor der ersten Aufführung wurden die Genehmigungen erteilt. Zum Glück, denn Spielleiter Neil Barry Moss und das junge Ensemble der Deutschen Oper Berlin präsentieren gut gelaunt, mit Spiellaune und Leichtigkeit Wagners Musikdrama als Soap Opera von hohem Unterhaltungswert, musikalisch klangtransparent und aufmerksam unterstützt vom Orchester der Deutschen Oper Berlin.

Strafrechtlich und moralisch betrachtet ist das Rheingold schon an sich eine Katastrophe. In knapp zwei Stunden entrollt es mit Raub, Mord, Betrug, Vertragsbruch, Entführung und Geiselnahme ein Panorama menschlicher Grausamkeit. Neil Barry Moss hat daraus jedoch leichthändig eine Grundsatzparabel über das Theater in Corona-Zeiten gemacht. Habgier im Stück wird zur Sehnsucht nach Theater- und Aufführungsalltag. Hier hat ein Virus dem Publikum die Aufführung, Wagner die Musik – der Ring ist hier die Partitur – und den Künstlern die Arbeits- und Auftrittsmöglichkeit geklaut. Coronagold statt Rheingold. Deshalb sind auf der Treppe, die von der Orchesterrampe hoch über dem Parkdeck auf ein Aufführungspodest hinunterführt, auch wahllos aus dem Fundus zusammengesuchte Requisiten, Kostümteile und Versatzstücke verteilt, die vom Ensemble spielerisch bei passender Gelegenheit genutzt werden. Auch Richard Wagner ist als Statue mit Maske anwesend.

Deutsche Oper Berlin / Das Rheingold -hier : vl Padraic Rowan als Donner, Tobias Kehrer als Fafner, Annika Schlicht als Fricka, Flurina Stucki als Freia @ Bernd Uhlig

Deutsche Oper Berlin / Das Rheingold -hier : vl Padraic Rowan als Donner, Tobias Kehrer als Fafner, Annika Schlicht als Fricka, Flurina Stucki als Freia @ Bernd Uhlig

Das Rheingold  –  Das Ensemble

Thomas Blondelle ist textdeutlich und tenorstrahlend ein wendiger Loge, aber zugleich auch Regieassistent und Spielmacher, der gelegentlich aussteigt und Regieanweisungen erteilt oder Kaffee fürs Team in Pappbechern besorgt. Die Amboßschläge der Ringschmiede kommen aus seinem Ghettoblaster. Wotan Derek Walton mit markantem Bassbariton nimmt auf einem Regiestuhl Platz. Annika Schlichts vollmundige Fricka ist resolut und tolerant, Flurina Stucki als gepanzerte Apfelverkosterin Freia sopranstrahlend. Die glitzergekleideten Rheintöchter glänzen und barmen auch stimmlich frisch in die Dämmerung hinein. Tobias Kehrer und Andrew Harris als Riesen und Judit Kutasi als Erda, alle mit vollmundiger Stimmtiefe, sowie der lockere Donner von Rowan Padraic ergänzen das gut aufgelegte Ensemble.  Am Ende ziehen die Götter über die Rampe in die Wallhall-Werkstatthalle ein. Goldfolienkanonen schießen Glitzerschlangen ins Publikum, das mit anhaltendem Applaus antwortet.

Regisseur Moss spricht allen Künstlern aus dem Herzen, wenn er über die vergangene opernlose Zeit und den Ring sagt: „Es fühlte sich so an, als hätte Alberich diesen unseren Schatz geraubt und dem Theater abgeschworen, ja die Liebe zum Theater verflucht. Mit diesem Rheingold auf dem Parkdeck beginnen wir wieder. Wir spielen!“

Wann der neue Ring-Zyklus in der Regie von Stefan Herheim zur Aufführung kommt, steht und fällt mit der weiteren Pandemie-Entwicklung und den daraus resultierenden Verordnungen. Für den 27. September 2020 steht derzeit noch die Walküre planmäßig im Spielplan.

Vorstellungen Rheingold am 20. und 21. Juni und am 21., 22. und 23. August 2020. Pro Person sind 1-2 Tickets buchbar im Internet, telefonisch und an der Theaterkasse der Deutschen Oper Berlin. Gebühr: 5 Euro, nach der Vorstellung wird einem „Pay what you want“-Konzept folgend um freiwillige Beiträge gebeten.  Karten:  +49 (30) 343 84 343,   info@deutscheoperberlin.de         www.deutscheoperberlin.de

Besetzung:  Derek Welton (Wotan), Padraic Rowan (Donner), Thomas Blondelle (Loge), Philipp Jekal (Alberich), Andrew Harris (Fasolt), Tobias Kehrer (Fafner), Annika Schlicht (Fricka), Flurina Stucki (Freia), Judit Kutasi (Erda), Elena Tsallagova (Woglinde), Irene Roberts (Wellgunde), Karis Tucker (Floßhilde).

—| IOCO Kritik Deutsche Oper Berlin |—

Berlin, Deutsche Oper Berlin, DER ZWERG – Alexander von Zemlinsky, 24.03.2019

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Deutsche Oper Berlin © Leo Seidel (Kontakt: leoseidel@googlemail.com)

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DER ZWERG – Alexander von Zemlinsky

Libretto Georg C. Klaren, nach dem Märchen „The Birthday of the Infanta“ von Oscar Wilde

Premiere am 24. März 2019 / weitere Vorstellungen  27., 30. März; 7., 12. April 2019
 

– Wie anders darf man sein, um nicht an der Liebe zu verzweifeln … –

Die Titelfigur ist ein kleinwüchsiger Mann, als Sklave ein Geburtstagspräsent für die verwöhnte Infantin von Spanien. Für deren Hofgesellschaft ist er eine unterhaltsame Kuriosität und fesselt sie doch durch seine außergewöhnliche Begabung als Musiker. In einem kurzen Moment der Rührung schenkt ihm die Infantin eine Rose: Er deutet dies als Zeichen ihrer Liebe. Sich selbst hat er noch nie gesehen, er weiß nichts über seine Andersartigkeit. Als er sich im Spiegel betrachtet, bricht ihm die Verzweiflung das Herz.

Alexander von Zemlinski Gedenkstätte in Wien © IOCO

Alexander von Zemlinski Gedenkstätte in Wien © IOCO

Tobias Kratzer nimmt sich dieses Werkes über das Außenseitertum an, dem er Arnold Schönbergs „Begleitungsmusik zu einer Lichtspielscene“ voranstellt. So rückt er Zemlinskys Meilenstein in ein anderes Licht: Nicht von der spätromantischen Klangsprache her kommend, sondern in die Moderne hinausweisend sieht er dieses Märchen. Überhaupt deutet er diese Oper als „Tragödie aus dem Geiste der Musik“, hat die Musikalität und das Spiel mit ihr doch essentielle Bedeutung für ihn: In seiner Inszenierung werden zwei Pianisten genauso wie ein Bühnenorchester Teil des Bühnengeschehens. Um diese Nuancen herauszukristallisieren, arbeitet er eng mit Donald Runnicles zusammen, der für die musikalische Leitung verantwortlich zeichnet. David Butt Philip und Elena Tsallagova leihen dem Zwerg und der spanischen Infantin Gestalt und Stimme.

BESETZUNG
Musikalische Leitung : Donald Runnicles, Inszenierung : Tobias Kratzer, Bühne, Kostüme : Rainer Sellmaier, Chöre : Jeremy Bines, Licht : Stefan Woinke, Dramaturgie : Sebastian Hanusa, Donna Clara : Elena Tsallagova, Ghita : Emily Magee

Mit:  Der Zwerg : David Butt Philip, Der Zwerg (Darsteller) : Mick Morris Mehnert,  Don Estoban : Philipp Jekal, Zofe 1 : Flurina Stucki, Zofe 2 : Amber Fasquelle, Zofe 3 : Maiju Vaahtoluoto, 1. Gespielin : So Young Park, 2. Gespielin : Kristina Häger, Alma Schindler (Pianistin) : Adelle Eslinger-Runnicles, Alexander von Zemlinsky (Pianist) : Evgeny Nikiforov, Chöre : Chor der Deutschen Oper Berlin, Orchester : Orchester der Deutschen Oper Berlin

—| Pressemeldung Deutsche Oper Berlin |—

Berlin, Deutsche Oper Berlin, Premiere IL VIAGGIO A REIMS, 15.06.2018

Juni 14, 2018 by  
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Deutsche Oper Berlin © Leo Seidel (Kontakt: leoseidel@googlemail.com)

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IL VIAGGIO A REIMS  – Gioacchino Rossini

Premiere am 15. Juni 2018, weitere Vorstellungen am 22., 24. und 30. Juni sowie 5. Juli 2018

Die Uraufführung von Gioacchino Rossinis letzter italienischer Oper am 19. Juni 1825 in Paris war in mehrfacher Hinsicht ein besonderes Ereignis: Zum einen stellte sich der Kompositionsstar Italiens endlich mit einem eigens für Paris komponierten Stück in der Seine-Metropole vor. Seit über einem Jahr schon leitete er das Théâtre royal Italien, in dem zahlreiche seiner Opern gespielt worden waren – das anspruchsvolle und überaus kritische Pariser Publikum verlangte aber nach einem neuen Werk der italienischen Schule und fieberte der Uraufführung entgegen. Zum anderen komponierte Rossini …

Gioacchino Rossini in Paris © IOCO

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IL VIAGGIO A REIMS für die Krönungsfeierlichkeiten Karl X. Schon 1824 ließ sich der König nach dem Tod seines Bruders Ludwig XVIII. im alten Ritus der vorrevolutionären Monarchen in der Kathedrale zu Reims mit großem Pomp krönen. Im Frühsommer des folgenden Jahres fanden in Paris dann die offiziellen Feierlichkeiten statt, zu denen alle Theater und Opernhäuser Programmpunkte beisteuerten. Rossini und sein Librettist Luigi Balocchi entschieden sich in ihrer Krönungsoper, den Anlass selbst zum Thema zu machen: Aus verschiedenen europäischen Ländern wollen Adelige mit ihren Bediensteten zur Krönung nach Reims fahren, sie stranden aber im Hotel „Zur goldenen Lilie“ und kommen mangels Pferden und Kutschen nicht weiter – kurzerhand entschließen sie sich, nach Paris zu fahren und dort den neuen König zu feiern, nicht ohne zuvor noch ein Festdiner im Hotel selbst zu organisieren. Diese Nicht-Handlung, der äußere Stillstand und das Warten werden garniert mit Flirts, Eifersüchteleien und reichlich nationalen Klischees. Rossini war sich der kurzen Haltbarkeitsdauer der Oper als Anlassstück durchaus bewusst: Einen Großteil der Nummern nutzte er für seine nächste Oper, LE COMTE ORY. Nach wenigen Aufführungen verschwand IL VIAGGIO A REIMS von der Bühne – erst in den 1980er Jahren wurde das Werk wiederentdeckt.

IL VIAGGIO A REIMS ist Rossinis letzte italienische Oper und es scheint fast, als fasse er hier alle Variationen der opera buffa und des dramma giocosa noch einmal lustvoll zusammen: Gleich einer Revue reiht er die unterschiedlichsten Arien- und Ensembleformen der Zeit aneinander. Regisseur Jan Bosse kommt diese Nummerndramaturgie sehr entgegen: „Der Ensemblegedanke dieser Oper scheint mir sehr modern. Eine Gruppe von Menschen sitzt fest – und ergeht sich in absurden Aktionen. Es gibt keine dramatische Story für einige wenige Solisten, sondern eine revueartige Abfolge von kontrastierenden, sehr unterhaltsamen ‚Nummern‘. Diese Nummern arbeiten dann mit klischeehaften Grundsituationen der Oper an sich: der unglücklich Liebende, die leidende Diva, das eifersüchtig sich umkreisende Paar, der komische Kauz. Diese große Nummernshow, aber auch das gemeinsame Erzählen eines Ensembles ist für einen Regisseur, der vom Schauspiel kommt, äußerst reizvoll! Der zunächst äußerliche Stillstand der Handlung ist dabei unsere absurde Triebfeder. Wir sehen einen Schlafsaal: Ist es eine Kurklinik? Ein Sterbehospiz? Das Asyl des todmüden Europäers? Allabendlich schwingen sich die Insassen zur großen Reise auf – um endlich die Krönung des neuen Königs zu feiern – und bleiben in abstrusen Ritualen stecken.“

Giacomo Sagripanti übernimmt die musikalische Leitung dieser Neuproduktion. Als veritabler Belcanto- und Rossini-Spezialist gastierte er schon beim Glyndebourne Festival, am Teatro La Fenice, an der Hamburgischen Staatsoper, der Opéra National de Paris und der Bayerischen Staatsoper. Nun studiert er erstmals – nachdem er in der aktuellen Saison schon Verdis IL TROVATORE musikalisch leitete – eine Neuproduktion an der Deutschen Oper Berlin ein.

Das aus Gästen und Ensemblemitgliedern zusammengesetzte junge Sängerensemble wird angeführt von Elena Tsallagova, die in der laufenden Saison u. a. als Berthe in Meyerbeers LE PROPHETE großen Erfolg in Berlin feierte und die Rolle der Corinna schon beim Rossini-Festival in Pesaro interpretierte. Neben ihr sind u. a. Siobhan Stagg, Vasilisa Berzhanskaya, Hulkar Sabirova, Gideon Poppe, David Portillo, Davide Luciano und Mikheil Kiria zu erleben.

Aus dem Hinterhalt: IL VIAGGIO A REIMS
Late-Night-Performance am 7. Juli um 21 Uhr in der Tischlerei der Deutschen Oper Berlin Europa trifft sich auf dem Weg zum gesellschaftlichen Höhepunkt der Saison – und bleibt hängen, weil nichts weitergeht. Das bildet den Rahmen für eine der brillantesten Schöpfungen des Belcanto aus der Feder von dessen Großmeister Gioacchino Rossini. Und es ist zugleich das Material für die beiden Regisseurinnen Julia Lwowski und Franziska Kronfoth – durch ihr Musiktheater-Kollektiv HAUEN UND STECHEN inzwischen einer der Geheimtipps der Berliner Szene – und die Sängerinnen und Sänger des Ensembles für einen verrückten, virtuosen, europäischen Opernabend im Rahmen der Tischlerei-Reihe „Aus dem Hinterhalt“, in der Gastkünstler verschiedenster Sparten mit ihrem Blick „von außen“ auf das jeweilige Werk reagieren und Neues entstehen lassen.

BESETZUNG:  Musikalische Leitung : Giacomo Sagripanti, Inszenierung : Jan Bosse, Bühne : Stéphane Laimé, Kostüme : Kathrin Plath, Licht : Kevin Sock, Video : Meika Dresenkamp, Dramaturgie : Lars Gebhardt

MIT: Corinna : Elena Tsallagova, Marchesa Melibea :Vasilisa Berzhanskaya, Contessa di Folleville : Siobhan Stagg, Madama Cortese :Hulkar Sabirova, Cavaliere Belfiore : Gideon Poppe, Il Conte di Libenskof : David Portillo, Lord Sidney : Mikheil Kiria, Don Profondo : Davide Luciano, Barone di Trombonok : Philipp Jekal, Don Alvaro : Dong-Hwan Lee, Don Prudenzio : Sam Roberts-Smith, Zefirino : Juan de Dios Mateos, Maddalena : Alexandra Ionis, Modestina : Meechot Marrero, Delia : Davia Bouley, Antonio : Byung Gil Kim, Orchester : Orchester der Deutschen Oper Berlin

—| Pressemeldung Deutsche Oper Berlin |—

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