Düsseldorf, Tonhalle Düsseldorf, Sound der Utopie – das Persimfans-Orchester, 07.-08.10.2017

August 16, 2017 by  
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Tonhalle Düsseldorf

Tonhalle Düsseldorf © Diesner

Tonhalle Düsseldorf © Diesner

Sound der Utopie – das Persimfans-Orchester

Für den Herbst des Jahres 2017 – das Jubiläumsjahr der Oktober-Revolution – hat die Tonhalle Düsseldorf ein zweiteiliges Persimfans-Projekt als Kooperation zwischen dem 2008 in Moskau gegründeten Persimfans-Orchester und den Düsseldorfer Symphonikern im Programm. Am 7. und 8. Oktober werden in den Tonhallen-Konzertreihen Supernova – neue und neueste Musik und Ehring geht ins Konzert jeweils Programme zur Aufführung kommen, die Musiker aus Moskau und Düsseldorf gemeinsam – ohne Dirigent – nach den Maximen des originalen, 1922 gegründeten Persimfans-Orchesters erarbeitet haben. Persimfans ist die Kurzform des russischen Perwy Simfonitscheski Ansambl, zu Deutsch: „Erstes symphonisches Ensemble“. Die Musiker, die sich auf Initiative des Moskauer Geigenprofessors Lew Zeitlin im Jahr 1922 zusammenfanden, waren Pioniere und leidenschaftliche Idealisten, die die ursprüngliche Bedeutung von „symphonisch“ („zusammenklingend“) und Ensemble („Gesamtheit, Einheit“) beim Wort nahmen. Sie übertrugen das in der Kammermusik gängige Prinzip des gleichberechtigten Spiels auf das große Orchester. Wichtige Bestandteile der Konzerte sind auch eine Reihe von Klanginstallationen und musikalisch-theatralischen Aktionen, die während der Pause präsentiert werden sollen und die den „anarchischen“ Geist der Zeit ganz besonders atmen. Das Vorhaben ist als Austauschprojekt gemeinsam mit dem Goethe-Institut Moskau konzipiert: Auf den Besuch der Moskauer Musiker in Düsseldorf im Oktober 2017 soll im Dezember 2017 ein Gegenbesuch stattfinden, bei dem Musiker aus Düsseldorf nach Moskau reisen.

Tonhalle Düsseldorf / Sound der Utopie - Persimfans Orchester © Tonhalle Düsseldorf

Tonhalle Düsseldorf / Sound der Utopie – Persimfans Orchester © Tonhalle Düsseldorf

Sound der Utopie Teil 1: Samstag, 7. Oktober 2017, 20.00 Uhr: Supernova – Russian Revolution Reloaded Russian Revolution Reloaded:

Am Samstag, dem 7. Oktober spielen die Düsseldorfer Symphoniker gemeinsam mit dem Persimfans-Orchester aus Moskau und Pianist Peter Aidu Werke von Meitus, Wyschnegradsky, Meisel und Mossolow – in unseren Breiten weitgehend unbekannte Komponisten, die die russische Avantgarde zu Zeiten der Oktober-Revolution geprägt haben. Erarbeitet und aufgeführt werden die Werke auf die typische unkonventionelle Weise der musikalischen Gäste aus Moskau: Die Musiker spielen gleichberechtigt miteinander und vor allem ohne Dirigenten. Das Vorbild dieser Übertragung einer kammermusikalischen Praxis auf große Orchester ist das 1922 in Moskau gegründeten Persimfans-Orchesters, welches als Experiment in angewandtem musikalischem Kollektivismus gegründet wurde und nach nur 10 Jahren seiner Existenz den Repressionen Stalins zum Opfer fiel.

Sound der Utopie Teil 2: Sonntag, 8. Oktober 2017, 16.30 Uhr

Tonhalle Düsseldorf / Sound der Utopie - Ehring Persimfans © Tonhalle Düsseldorf

Tonhalle Düsseldorf / Sound der Utopie – Ehring Persimfans © Tonhalle Düsseldorf

Ehring geht ins Konzert – Grundkurs Weltrevolution Grundkurs Weltrevolution: Am Sonntag, 8. Oktober nimmt Christian Ehring das Publikum in der Tonhalle auf eine politische-musikalische Reise in die Zeit der Oktoberrevolution mit. Im zweiten Teil des Wochenendes unter dem Motto „Sound der Utopie“ spielen die Düsseldorfer Symphoniker gemeinsam mit dem Persimfans-Orchester Werke, die mit dem Geist der Oktober-Revolution verbunden sind: So war Ludwig van Beethoven Lenins Lieblingskomponist, Josef Schillinger sein offizieller „Staatskomponist“. Die Werke, die auch vom originalen Persimfans-Orchester Anfang des 20. Jahrhunderts gespielt wurden, werden nach deren Praxis einstudiert und aufgeführt: Mit gleichberechtigt musizierenden Orchestermitgliedern und vor allem ohne Dirigenten. Die größere Verantwortung jedes einzelnen Musikers, die Notwendigkeit von mehr Kommunikation untereinander und die gemeinsame Überzeugung führten – und führen auch heute noch – zu frischen, spektakulären Ergebnissen.

Supernova  –  Neue und neueste Musik – Mendelssohn-Saal
07.10.2017, 20:00 Uhr

Düsseldorfer Symphoniker,  Persimfans-Orchester,  Peter Aidu : Klavier

Meitus – Dneprostroi, Symphonische Suite

Wyschnegradsky – Préludes für zwei Klaviere

Meisel – Musik zu Eisensteins Stummfilm „Panzerkreuzer Potemkin“ (Ausschnitt)

Mossolow – Klavierkonzert Nr. 1 op. 14

Mossolow – Streichquartett Nr. 1 a-Moll op. 24 (1. und 2. Satz)

—| Pressemeldung Tonhalle Düsseldorf |—

Düsseldorf, Tonhalle Düsseldorf, Bilanz – bisher erfolgreichste Saison, 12.07.2017

Tonhalle Düsseldorf

Tonhalle Düsseldorf / Sternzeichen © Susanne Diesner

Tonhalle Düsseldorf / Sternzeichen © Susanne Diesner

Bilanz zum Saisonende:
Tonhalle feiert bisher erfolgreichste Saison

Mit dem gestrigen Konzert der Reihe Sternzeichen geht die bislang erfolgreichste Saison der Tonhalle seit ihrem Bestehen zu Ende. Alle Konzertreihen der Tonhalle verbuchten große Zuwächse. Neben der Auslastung der Symphoniekonzerte von durchschnittlich 97 Prozent (der Besucherschnitt pro Abend lag bei über 1.600) trägt auch die Kammermusikreihe RSS zu diesem Erfolg bei. Seit der aktuellen Spielzeit findet sie im Mendelssohn-Saal der Tonhalle statt und steigerte ihre Besucherzahlen um über 200 Prozent im Laufe nur einer Spielzeit. Sie springt damit mit über 1.000 Besuchern pro Abend in die bundesweite Spitzengruppe.

Tonhalle Düsseldorf / Principal Conductors Adam Fischer © Susanne Diesner

Tonhalle Düsseldorf / Principal Conductors Adam Fischer © Susanne Diesner

Durchschnittlich knapp 20 Prozent mehr Publikum besuchte auch die Reihe „Ehring geht ins Konzert“ mit dem Kabarettisten Christian Ehring. Intendant Michael Becker freut sich mit seinem Team über die positive Resonanz auf das Programm der Tonhalle: „Die Menschen in der Tonhalle sind der Schlüssel zu diesem Erfolg. Das begeisterungsfähige Publikum, das Team von der Garderobiere bis zum Veranstaltungmeister, unser engagierter Freundeskreis  und die Ensembles vom Kinderorchester bis zu den Düsy, die eine unglaublich anspruchsvolle Saison perfekt gemeistert haben.“

Informationen zu den unterschiedlichen Abonnements für die Spielzeit 2017/18 können im Abonnementbüro unter 0211-8995546 (geöffnet von 10-14 Uhr) oder jederzeit online unter http://tonhalle.de/service/abonnement/abonnement-1/ abgerufen werden.

—| Pressemeldung Tonhalle Düsseldorf |—

Düsseldorf, Tonhalle Düsseldorf, Spielplan Oktober 2016

September 7, 2016 by  
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Tonhalle Düsseldorf

Tonhalle Düsseldorf © Diesner

Tonhalle Düsseldorf © Diesner

 

„Ehring geht ins Konzert“
Sonntag, 09. Oktober 2016, 16.30 Uhr

Concerto Melante, Raimar Orlovsky Violine, Christian Ehring Moderation

Antonio Vivaldi Concerto für Streicher und Basso continuo g-Moll RV 156
Domenico Gallo Sonata á quattro für Streicher Nr. 2 F-Dur
Antonio Vivaldi Doppelkonzert a-Moll op. 3/8 RV 522 „L’estro armonico“
Domenico Gallo Sonata á quattro für Streicher Nr. 9 d-Moll
Antonio Vivaldi Concerto h-moll op. 3/10 RV 580 „L’estro armonico“
Domenico Gallo Sonata á quattro für Streicher Nr. 12 g-Moll „La Follia“

Antonio Vivaldi Foto IOCO

Antonio Vivaldi Foto IOCO

„Venediger ist mehr“ mit Christian Ehring
Klar fällt einem Vivaldi natürlich sofort ein, wenn man an Venedig denkt. Der Komponist Domenico Gallo ist da eher etwas für den musikalischen Alternativurlauber. Dem Barockensemble Concerto Melante gebührt das Verdienst, diesen venezianischen Erneuerer erst entdeckt zu haben. Am 9. Oktober ist das Ensemble Gast in Christian Ehrings Reihe „Ehring geht ins Konzert“ und bringt neben Antonio Vivaldi auch Werke seines musikalischen Geheimtipps Domenico Gallo zu Gehör.
Mit gewohnt satirischem Witz leitet Christian Ehring durch das Programm und weiß so einige Verbindungen zwischen der musikalischen Vergangenheit und unserer Gegenwart zu finden.

Karten kosten 17 bis 38 Euro. Schüler und Studenten erhalten ermäßigte Karten für 5 und 10 Euro. Mendelssohn-Saal 38,- / 34,- / 28,- / 23,- / 17,- Schüler EUR 5 / Studenten EUR 10


Frau Luna – Café-Konzert
Sonntag, 16. Oktober 2016, 15.00 Uhr

Tea Time Ensemble, Pascal Théry Stehgeiger, Ildiko Antalffy Obligatgeige
Michael Flock-Reisinger Violoncello, Francesco Savignano Kontrabaß
Martin Fratz Klavier

Musik aus den Caféhäusern der Welt
Am 16. Oktober erklingen in der Rotunde Melodien, die einst in Caféhäusern weltberühmt wurden. Mit Musik aus Wien bis zum Musical von heute wird vom Tea Time Ensemble ein weiter Bogen der Unterhaltungsmusik gespannt und ein vielseitiges Repertoire dargeboten.
Bestehend aus Musikern der Düsseldorfer Symphoniker spielt das Tea Time Ensemble seine Café-Konzerte in kammermusikalischer Besetzung. Die ersten Konzerte des Ensembles nach der Gründung 1983 waren echte Pioniertaten – war die Musik der Cafékultur doch als leichte Lektüre verpönt. In liebevoller Entdeckungsarbeit zusammengestellt, bietet das Tea Time Ensemble in seinen Café-Konzerten ein vielseitiges Repertoire, dem sich der Zuhörer begnügt sinnlich hingeben kann. Mit dem Caféhaus-Programm wird das Publikum auf eine Zeitreise in die vergangene Musikkultur aus der Blütezeit der Kur- und Caféhäuser geschickt. Karten kosten 12 Euro, der Kaffee ist natürlich inklusive.
Rotunde / Foyer
12,- (Kaffee inklusive)


Raumstation RSS – Kammermusik im Mendelssohn-Saal
Montag, 24. Oktober 2016, 20.00 Uhr

Tonhalle Düsseldorf / Sabine_Meyer © Christian Ruvolo

Sabine Meyer Klarinette, Nils Mönkemeyer Viola, William Youn Klavier
Max Bruch,  Acht Stücke für Klarinette, Viola und Klavier op. 83 (Auswahl)
–  Wolfgang Amadeus Mozart, Zwei Arien für Klarinette und Klavier, Sonate für Klavier und Violine C-Dur KV 14
Robert Schumann, Fantasiestücke für Klarinette und Klavier op. 73, Märchenbilder für Viola und Klavier op. 113
Wolfgang Amadeus Mozart, Klaviertrio Es-Dur KV 498 „Kegelstatt-Trio“

Eröffnung der neuen Kammermusikreihe in der Tonhalle
Die Kammermusik bekommt in der nächsten Saison besonders viel Platz, nämlich im Mendelssohn-Saal der Tonhalle. Zum Auftakt am 24. Oktober um 20 Uhr trifft die Strahlkraft der Klarinette auf die Wärme der Viola, wenn Sabine Meyer (Klarinette) und Nils Mönkemeyer (Viola) sich gemeinsam mit dem Pianisten William Youn zu einem kammermusikalischen Gipfeltreffen verabreden.
Auf dem Programm stehen große Werke für diese besondere Besetzung: Mozarts „Kegelstatt-Trio“ ist so etwas wie die Geburtsstunde der beglückenden Findung zweier Mittelstimmen im Trio mit Klavier. Außerdem stehen zwei Arien für Klarinette und Klavier und seine frühe Sonate D-Dur KV 14 auf dem Programm. Schumann hat in seinen Fantasiestücken für Klarinette und Klavier und den Märchenbildern für Viola und Klavier beiden Instrumenten Seelenstücke geschrieben, die am 24. Oktober erklingen. Max Bruch hat Schumanns Märchenwelten weitergedacht und acht Stücke für Klarinette, Viola und Klavier geschrieben, die in einer Auswahl präsentiert werden. Karten kosten 18 und 27 Euro, ermäßigte Schülerkarten fünf und Studententickets zehn Euro.
Mendelssohn-Saal 27,- / 18,-
Schüler EUR 5 / Studenten EUR 10


Sternzeichen – die Düsseldorfer Symphoniker im Konzert

Freitag, 28. Oktober 2016, 20.00 Uhr
Sonntag, 30. Oktober 2016, 11.00 Uhr
Montag, 31. Oktober 2016, 20.00 Uhr

Düsseldorfer Symphoniker
Kolja Blacher Violine
Alexandre Bloch Dirigent
Johannes Brahms
Tragische Ouvertüre d-Moll op. 81
Qigang Chen
Wu Xing (The Five Elements)
Igor Strawinsky
Konzert für Violine und Orchester D-Dur
Richard Strauss
Till Eulenspiegels lustige Streiche op. 28

Sternzeichen mit Alexandre Bloch

Tonhalle Düsseldorf / Alexandre Bloch © Susanne Diesner

Tonhalle Düsseldorf / Alexandre Bloch © Susanne Diesner

Brahms, Strauss und Strawinsky – ein roter Faden durchzieht die Symphoniekonzerte von Alexandre Bloch als Principal Guest Conductor der Düsseldorfer Symphoniker. Am 28., 30. und 31. Oktober eine neue Facette der drei Komponisten, die er bereits in seinem ersten Sternzeichen der Saison präsentierte. Solist von Igor Strawinskys Violinkonzert ist der Geiger Kolja Blacher.
Bloch bezeichnet für sein Schaffen bei den Düsseldorfer Symphonikern moderne Stücke als einen „Fingerabdruck“, der in jedem Konzert zu finden ist. In seiner zweiten Konzertserie der Saison handelt es sich um das Werk „Wu Xing“ von Qigang Chen, das die fünf Elemente Metall, Holz, Wasser, Feuer und Erde beschreibt. Die Verbindung von traditioneller chinesischer Volksmusik und westlicher Orchestersprache ist dabei das Leitmotiv seiner Kompositionstechnik.
Mendelssohn-Saal
38,- / 34,- / 28,- / 23,- / 17,- / 15,-
Schüler EUR 5 / Studenten EUR 10


Veranstaltungen rund um das Sternzeichen-Konzert

Kinderbetreuung
Sonntag, 30. Oktober 2016, 11.00 Uhr

Für das Sternzeichen-Konzert am Sonntag bietet die Tonhalle eine kostenlose Betreuung für Kinder ab vier Jahren an. Während die Kleinen gut betreut von erfahrenen Erzieherinnen und Tagesmüttern vergnügt herumtollen, können die Großen einen entspannten Vormittag im Konzert erleben. Treffpunkt für die Kinderbetreuung ist der Empfang im Kassenfoyer, eine Voranmeldung ist nicht notwendig.
Jazzbrunch

Sonntag, 30. Oktober 2016, 11.00 Uhr
Nach dem Sternzeichen-Konzert am Sonntag zeigt sich das Foyer der Tonhalle zugleich appetitlich und musikalisch. Beim beliebten Jazzbrunch gibt es nicht nur ein großes Brunch-Buffet, sondern auch gepflegten Bar-Jazz zu genießen. Im Preis von 21,50 Euro ist ein reichhaltiges Brunch-Buffet enthalten, Getränke werden separat berechnet. Anmeldungen nimmt Herr Christoph Enderlein unter christoph.enderlein@gcs-gastronomie.de oder unter 0211-5858770 entgegen.
Mit freundlicher Unterstützung der GCS Veranstaltungsagentur und Catering GmbH.

Rotunde / Foyer
Classic (ohne Getränke) 21,50,-
Deal (Getränke inklusive) 29,50,-

Reservierung
Mail: christoph.enderlein@gcs-gastronomie.de
Telefon : 0211-5858 770

Startalk
Freitag, 28. Oktober 2016, 20.00 Uhr
Montag, 31. Oktober 2016, 20.00 Uhr
Für noch neugierigere Ohren finden Freitag sowie Montag vor den Sternzeichen-Konzerten im Foyer der Tonhalle als Konzerteinführung Gespräche mit den Künstlern des Abends statt. Für Zuhörer, die ihre Ohren schon vor dem Konzert informieren wollen und mit frischen Eindrücken in das Konzert starten wollen. Der Eintritt ist mit Konzertkarte frei, Informationen zu den jeweiligen Gästen befinden sich auf der Homepage der Tonhalle.


Sternzeichen
Sonntag, 30. Oktober 2016, 11.00 Uhr

Düsseldorfer Symphoniker
Alexandre Bloch Dirigent
Ariane Stern Moderation
Richard Strauss
Till Eulenspiegels lustige Streiche op. 28
Junior-Sternzeichen „Till Eulenspiegels lustige Streiche“

Bevor die Junioren wie die Großen ins Konzert gehen, findet während der ersten Hälfte des Konzertes eine altersgerechte und packende Einführung mit Live-Musik im Helmut-Hentrich-Saal statt. Gewappnet für die Musik der großen Meister und bestens informiert gehen sie anschließend in die zweite Hälfte des Sternzeichen-Konzertes.
Es gilt das Motto „Erst schlau machen, dann ins Konzert!“ – So sitzen die Kleinen fest im Publikumssattel und können die große Kunst nicht nur aus der Ferne bewundern, sondern auch aus der Nähe ihr Handwerk verstehen lernen. Karten kosten zwölf Euro, ermäßigte Karten sind für fünf Euro erhältlich.
Helmut-Hentrich-Saal
12,-
Schüler EUR 5

—| Pressemeldung Tonhalle Düsseldorf |—

Düsseldorf, Tonhalle, Kult: Ehring geht ins Konzert, IOCO Kritik, 11.01.2015

Januar 14, 2015 by  
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Tonhalle Düsseldorf

Tonhalle Düsseldorf © Diesner

Tonhalle Düsseldorf © Diesner

Große Klassik: Serviert in sonntäglicher Leichtigkeit

Tonhalle Düsseldorf / Christian-Ehring moderiert in Tonhalle © Susanne Diesner

Tonhalle Düsseldorf / Christian-Ehring moderiert in Tonhalle © Susanne Diesner

Ausverkauft, Sonntag-nachmittag: Die Tonhalle Düsseldorf, das mit über 1.800 Plätzen architektonisch so ansprechende wie große Konzerthaus in Düsseldorf. Michael Becker, Tonhallen-Intendant,   mit ungewöhnlichen Kinder- und Jugendprogrammen ohnehin sehr erfolgreich hatte 2011 mit dem klassisch ausgebildeten Kabarettisten Christian Ehring (1972) die Konzertreihe Ehring geht ins Konzert ins Leben gerufen (Ehring:Konzerte haben etwas komisch Sakrales, das war mir zu steif“), um mit entkrampft humoriger Moderation den Klassik-Entwöhnten einen individuellen Zugang zu großen Werken der Klassik zu bieten. Christian Ehring 2011: „Etwas mehr Oper würde unserem Leben gut tun“! Inzwischen füllt Ehring geht ins Konzert die Tonhalle Düsseldorf bis auf den letzten Platz. Viele hatten vergeblich auf Karten gehofft.

Tonhalle Düsseldorf / Düsseldorfer Symphoniker mit Martin Fratz und Franziska Früh © Susanne Diesner

Tonhalle Düsseldorf / Düsseldorfer Symphoniker mit Martin Fratz und Franziska Früh © Susanne Diesner

Fünf Themen, 5 Werke bestimmten das Konzert am 11. Januar 2015: Mozart und seine Hornkonzerte, Bach und die Instrumentierung seiner Kompositionen, Bartok und die Volksmusik, die Harfe und Claude Debussy sowie Camille Saint-Saens und seine Vielseitigkeit. Christian Ehring, Düsseldorfer, moderierte. Martin Fratz dirigierte die Düsseldorfer Symphoniker, intim Düsys genannt.. Alle Solisten des Tages kamen aus den Reihen der Düsys. Ein wahres Heimspiel, verkündete Ehring in Fußballerjargon: „Die Besucher sind die Fans der Südtribüne„.

Tonhalle Düsseldorf / Uwe Schrumpf erklaert das Horn © Susanne Diesner

Tonhalle Düsseldorf / Uwe Schrumpf erklaert das Horn © Susanne Diesner

Nach launiger Eröffnung mit mehr Fußballreferenzen und „gemeinsamem Husten“ lernte man zu Mozarts vier Hornkonzerten Allgemeines von Christian Ehring wie Spezielles von Hornist Uwe Schrumpf, z.B. dass sich Mozart als freischaffender Künstler in seinen frühen Wiener Jahren mit solchen Konzerten den Lebensunterhalt verdiente. Ehring: „Festanstellung, als Plattenvertrag des Künstlers, oder Schutz geistigen Eigentums waren damals unbekannt“. Vier Hornkonzerte hatte Mozart für seinen Freund, den Hornisten Ignaz Leitgeb, zwischen 1771 und 1781 geschrieben; alle melodisch am Ausdruck der menschlichen Stimme angelehnt. So findet sich im Hornkonzert des Abends, Es-Dur KV 417, eine Melodie, die als Arie in der Die Hochzeit des Figaro wieder erscheint. Uwe Schrumpf brachte mit kleinen Soli das Horn, ältestes, aus dem Orient stammendes, Instrument der Menschheit der Südtribüne näher. Schrumpf erzählte von den Grundtönen der Naturhörner, von Ventilhorn, Stopftechnik und von den im dritten Satz versteckten kompositorische Finessen.

Und Christian Ehring bewahrte derweil mit derben, trötenden Ausflügen wie zur „immer dazwischen hupenden CSU, Maut und Dobrindt“ die entspannte Sonntagsstimmung im Publikum. Martin Fratz, die Düsseldorfer Symphoniker und Uwe Schrumpf überzeugten mit dem ersten Takt des Hornkonzertes: War es ihr sanft geführtes, einleitendes Allegro maestoso, waren es die erhabenen Piani im zweiten Satz, das volksmusikalische Rondo in dritten Satz oder die prächtig gelungenen Horn-Soli? Das Publikum war begeistert. Doch der Sonntag hielt noch weitere Überraschungen parat.

Tonhalle Düsseldorf / Ehring und die Südtribüne © Susanne Diesner

Tonhalle Düsseldorf / Ehring und die Südtribüne © Susanne Diesner

Das oft gespielte Konzert für Flöte und Orchester a-Moll BWV 1056 von Johann Sebastian Bach eröffnete Christian Ehring mit der spannenden Frage: „Für welches Solo-Instrument wurde dies Konzert ursprünglich geschrieben? Hat es Bach ursprünglich für Cembalo, Oboe oder Violine geschrieben?“ Man weiß es nicht. Bach hatte in jedem Jahr bis zu 60 Kantaten, zahllose Auftragswerke, Fugen und Messen zu komponieren. Nur mittels „Transkribieren“ war dies Pensum zu bewältigen. In der Tonhalle, so Ehring: „Hören Sie nun ein Flötenkonzert, welches zuvor vielleicht ein Cembalokonzert war und davor ein Oboenkonzert“. Martin Fratz spielte am Cembalo und leitete die virtuose Flötistin Ruth Legelli wie die Düsseldorfer Symphoniker mit barocker Zartheit.

Tonhalle Düsseldorf / Fabiani Trani Harfe © Susanne Diesner

Tonhalle Düsseldorf / Fabiani Trani Harfe © Susanne Diesner

Bela Bartoks systematische Suche und Erfassung originärer, unlackierter Volksmusik beschäftigten sodann Ehring, Düsys und Südtribüne. Bartoks Obsession, aus Volksmusik eigene Kompositionen zu schaffen verdeutlichten Ehring und Düsys an dessen Rumänischen Volkstänzen Sz56. Um sich danach der Harfe zuzuwenden: Claude Debussy und sein Konzert Zwei Tänze für Harfe und Streicher hatte man hierfür ausgewählt. „Die Harfe“, so Ehring, „ein Instrument, welches in Deutschland keine Frauenquote benötigt“, und unterstrich, dass „90% der Harfenisten hier Harfenistinnen sind“. Doch Fabiana Trani, seit 1985 Harfenistin bei den Düsys, überraschte mit der Feststellung, dass weibliche Dominanz an der Harfe ein deutsches Spezifikum sei: In England dominieren Männer an der Harfe, in Frankreich sei das Verhältnis ausgeglichen. Auch die Entwicklung der Harfe, dem ältesten Zupfinstrument der Welt, erklärte Frau Trani den Besuchern:

Von der früher üblichen, in Halbtonschritten gestimmten, chromatischen Harfe bis zur Doppelpedalharfe, bei der bis zu sieben Pedale die Halbtöne erzeugen. Und, dass zur Zeit Debussys ein Kampf unter Harfenexperten um „die richte Harfentechnik“ tobte. Eine auf chromatische Harfen spezialisierte Firma beauftragte Claude Debussy 1904, seine Zwei Tänze für Harfe und Streicher zu komponieren. Düsys und Fabiana Trani auf der Doppelpedalharfe gaben Anfang 2015 dem Stück im ersten „heiligen Tanz“ weihevollen Glanz und Linie, wie dem folgenden „profanen“ Tanz die derbe, kullernde Expressivität.

Tonhalle Düsseldorf / Violinistin Franziska Früh © Susanne Diesner

Tonhalle Düsseldorf / Violinistin Franziska Früh © Susanne Diesner

Camille Saint-Saens und sein Introduction et Rondo capriccioso a-moll op. 28 schlossen das Event Ehring geht ins Konzert: Saint-Saens, zumeist durch seine auffällig deskriptive Komposition Karneval der Tiere und seine Oper Samson et Delila bekannt, war vielseitig interessiert. Philosophische Schriften beschäftigten ihn ebenso wie Pompejanische Fresken. Sein Werk hat Saint-Saens für den jungen, populären Violinisten Pablo de Sarasate geschrieben. „Eine Beziehung“, so Ehring die Moderation des Konzertes beschließend, „über die man spekulieren kann. Muss man aber nicht“Düsys   und Violinistin Franziska Früh zeigen große Affinität zu Saint-Saens: Romantik, Schwärmerei und Phantasie bringen sie unter Martin Fratz erneut virtuos zum Ausdruck.

Ehring geht ins Konzert: Reizvoller Stimmungsaufheller für dunkle Wintertage, ungestresster Einstieg in die Droge Klassik, was ich schon immer über KLassik wissen wollte. 1800 Klassik-Einsteiger-Genießer-Heimkehrer der überverkauften Tonhalle bejubelten Christian Ehring, die Düsseldorfer Symphoniker, Solisten und Dirigent Martin Fratz.     

IOCO / Viktor Jarosch / 13.01.2015

—| IOCO Kritik Tonhalle Düsseldorf |—

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