Zenon Kosnowski, Eine große Stimme ist verstummt, IOCO Aktuell, November 2019

Zenon Kosnowski / Scarpia © Kosnowski

Zenon Kosnowski / Scarpia © Kosnowski

von  Adolph Brune

Eine große Stimme ist verstummt
– Zum Tod von Zenon Kosnowski –

Zenon Kosnowski nahm zunächst in Danzig ein Studium der Geschichte auf, welches er mit einem Diplom abschloss. Bereits zu dieser Zeit galt seine Liebe der Oper und so entschloss er sich Gesang zu studieren.

In Warschau fand er in Prof. Wiktor Bregy, ein erfolgreicher Tenor, den geeigneten Lehrer, der seine Stimme nach der Methode des italienischen Belcanto ausbildete. Kosnowski blieb während seiner gesamten Karriere dieser Linie treu und begründete darauf seine späteren Erfolge.

Nach seinem Abschluss nahm er an verschiedenen nationalen und internationalen Gesangs-Wettbewerben teil bei denen ihm viele Preise verliehen wurden. Nach seinem ersten Engagement in Danzig, wo er u.a. die Partie des Zbigniew in der polnischen Nationaloper Das Geisterschloss  von Stanislaus Moniuszko sang, wechselte er nach Frankfurt am Main, wo er unter der Leitung von Sir Georg Solti Mitglied des dortigen Ensembles wurde.

Nach kurzen Stationen in Oberhausen und Wuppertal wurde Zenon Kosnowski an die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf – Duisburg berufen, wo man ihm nach einiger Zeit die Partie des Wotan im Ring des Nibelungen von Richard Wagner anbot. Der Erfolg war sensationell und der Beginn einer großen, internationalen Karriere.

Walküre / Wotan – Richard Wagner
youtube Trailer Zenon Kosnowski
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Es folgten Konzert- und Opernauftritte am Nationaltheater München, an den Staatsopern Hamburg, Stuttgart und Hannover, so wie in Rom, Barcelona, Triest, Nizza, Warschau, Moskau und New York, wo er mit der international renommierten Sängerelite, wie Mirella Freni, Eva Marton, Nicolai Ghiaurov, Renato Bruson, Carlo Cossutta und Rene Kollo auftrat.

Zenon Kosnowski erarbeitete sich im Laufe der Jahre ein breit gefächertes Repertoire. Neben seinen Paraderollen, Wotan, Amfortas, Holländer, Scarpia und Escamillo sang er auch den Beckmesser, Falstaff, Dulcamara und viele weitere Partien, die seine Vielseitigkeit unterstrichen.

Parsifal / Amfortas – Richard Wagner
youtube Trailer Zenon Kosnowski
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Unvergesslich – 1989 in der Semperoper Dresden – kurz vor der Öffnung der Grenze – Zenon Kosnowski als Holländer im Fliegenden Holländer unter der Regie von Wolfgang Wagner.

Der Fliegende Holländer – Richard Wagner
youtube Trailer Zenon Kosnowski
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Nicht nur seine stimmlichen Leistungen, sondern auch seine facettenreichen Darstellungen wurden bewundert und hoch gelobt. Als Mitglied der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf – Duisburg wurde Zenon Kosnowski in Würdigung seiner künstlerischen Leistungen der Titel des Kammersängers verliehen.

In den frühen Morgenstunden des 28. Oktober 2019 verstarb Zenon Kosnowski im Alter von 88 Jahren. Er wird seinen Freunden und Kollegen unvergessen bleiben.

www.kosnowski.de

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Wien, Wiener Staatsoper, Die Wiener Staatsoper trauert – KS Rolando Panerai, 25.10.2019

Oktober 25, 2019 by  
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Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

 Wiener Staatsoper trauert – KS Rolando Panerai

Die Wiener Staatsoper trauert um Kammersänger Rolando Panerai, der am Mittwoch, 23. Oktober 2019, 95jährig in Florenz verstorben ist. Der weltweit gefeierte italienische Bariton war über vier Jahrzehnte regelmäßiger Gast im Haus am Ring, wo er am 12. Juni 1956 als Enrico (Lucia di Lammermoor) im Rahmen des legendären Gastspiels der Mailänder Scala mit Maria Callas als Lucia debütierte. Insgesamt sang er an der Wiener Staatsoper 131 Vorstellungen, darunter u. a. Giorgio Germont (La traviata), Figaro in Il barbiere di Siviglia und Le nozze di Figaro, Don Alfonso (Così fan tutte), Marcello (La Bohème), Sharpless (Madama Butterfly) und Ford (Falstaff). Am 22. Oktober 1998 trat er als Dulcamara (L’elisir d’amore) zum letzten Mal im Haus am Ring auf. Zu seinen Auszeichnungen zählen u. a. die Verleihung des österreichischen Berufstitels Kammersänger  am 5. Oktober 1992.

Rolando Panerai wurde am 17. Oktober 1924 in Campi Bisenzio bei Florenz geboren und absolvierte seine musikalische Ausbildung am Konservatorium von Florenz sowie in Mailand. 1947 debütierte er am Teatro San Carlo in Neapel, 1952 an der Mailänder Scala. Gastspiele führten ihn u. a. an alle führenden italienischen Opernhäuser, das Londoner Royal Opera House, an die New Yorker Met, zu den Salzburger Festspielen, nach Aix-en-Provence, an das Bolschoi Theater, nach Rom, Venedig, Paris, Brüssel, Athen, Berlin, Zürich, Amsterdam, Rio und San Francisco.

—| Pressemeldung Wiener Staatsoper |—

Leipzig, Oper Leipzig, Der Liebestrank – Gaetano Donizetti, 14.09.2019

September 13, 2019 by  
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Oper Leipzig

Oper Leipzig © Kirsten Nijhof

Oper Leipzig © Kirsten Nijhof

  Der Liebestrank – Gaetano Donizetti

– Regisseur Villazon verlegt die Handlung an das Filmset eines Western-Movies der 40er Jahre –

Manchmal hilft nur ein Liebestrank! Schon der erste Tropfen von Gaetano Donizettis Der Liebestrank machte das Publikum 1832 süchtig nach den süßen, verschwenderischen Melodien, die der Komponist auch der berühmtesten Arie des Stückes einträufelte: Nemorinos berührender Klage »Una furtiva lagrima«. Rolando Villazón, der selbst häufig als Nemorino auf der Bühne stand, inszeniert Donizettis Belcanto-Meisterwerk an der Oper Leipzig mit viel Witz und Herz als turbulenten Western-Movie. Johannes Leiacker schuf das Bühnenbild. Für die Kostüme zeichnet Thibault Vancraenenbroeck verantwortlich, der auch auf Original-Western-Kostüme aus einem römischen Fundus zurückgreift. Die musikalische Leitung hat Giedre Slekyte.

Oper Leipzig / Der Liebestrank © Kirsten Nijhof

Oper Leipzig / Der Liebestrank © Kirsten Nijhof

Ein Liebestrank soll es richten. Zumindest setzt Nemorino (Piotr Buszewski) all seine Hoffnung in dieses Gebräu: Schließlich hat er als kleiner Niemand sein Herz an die anbetungswürdige, aber eher am schneidigen Belcore (Jonathan Michie) interessierte Adina (Bianca Tognocchi mit einem Rollendebüt) verloren. Welch ein Glück, dass der fahrende Wunderdoktor Dulcamara (Sejong Chang) ein solches Mittel rein zufällig in seinem Sortiment führt. Das Wunderelixier, bei dem es sich freilich um nichts Anderes als Alkohol handelt, zeigt auch prompt seine Wirkung: Mit frisch gewonnenem Selbstvertrauen steigt Nemorino zum begehrtesten Junggesellen weit und breit auf – wozu das Gerücht einer beträchtlichen Erbschaft wohl nicht unwesentlich beiträgt. So gelingt es Nemorino nicht nur, seinen Nebenbuhler auszustechen, sondern letztlich auch Adinas Herz zu gewinnen.

Als erste Opernpremiere der Spielzeit 2019/20 bringt die Oper Leipzig eine große italienische Oper auf die Bühne. Gaetano Donizetti gilt neben Rossini und Bellini als einer der drei »Belcanto-Götter« und komponierte das Werk um das Liebesglück verheißende Gebräu innerhalb von 14 Tagen. Rolando Villazón wagt in seiner Inszenierung nun äußerst überzeugend die Verlegung der Handlung an das Filmset eines Western-Movies der 40er Jahre und schafft ein Spiel im Spiel. Am Filmset soll der Italo-Western »The Wild, Wild Girl« gedreht werden – mit Adina und Belcore in den Hauptrollen. Dulcamara ist der Regisseur und gibt – unterstützt von Regieassistentin Giannetta – im Film den Arzt. Als einfacher Statist ist Nemorino ist Hals über Kopf in die Filmdiva Adina verliebt, kann aber nicht immer zwischen Realität und Fiktion unterscheiden. Um die zwei Handlungsebenen voneinander zu trennen, setzt Villazón an seinem »Filmset« auf von der Commedia dell ´arte insipirierte Gestik und Mimik, die beinahe pantomimische Momente entstehen lassen.

Oper Leipzig / Der Liebestrank © Kirsten Nijhof

Oper Leipzig / Der Liebestrank © Kirsten Nijhof


Premiere: Samstag, 14. September 2019, 19 Uhr, weitere Aufführungen: 22. September / 03. Oktober / 01. November 2019 / 04. Januar / 13. März / 25. April 2020 (alle Vorstellungen mit Einführung 45 Min. vor Vorstellungsbeginn)

Gaetano Donizetti  –  Der Liebestrank
Melodramma in zwei Akten | Text von Felice Romani | In italienischer Sprache

Musikalische Leitung Giedre Slekyte. , Inszenierung Rolando Villazón, Bühne Johannes Leiacker, Kostüme Thibault Vancraenenbroeck, Co-Kostüme Agnès Barruel, Lichtdesigner Davy Cunningham, Choreinstudierung Alexander Stessin, Dramaturgie Elisabeth Kühne

Besetzung:
Adina Bianca Tognocchi | Giannetta Sandra Maxheimer | Nemorino Piotr Buszewski | Belcore  Jonathan Michie | Dulcamara Sejong Chang
Chor der Oper | Komparserie der Oper Leipzig | Gewandhausorchester

—| Pressemeldung Oper Leipzig |—

Cottbus, Staatstheater Cottbus, Premiere L’ELISIR D’AMORE, 22.06.2019

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Staatstheater Cottbus

Staatstheater Cottbus © Marlies Kross

Staatstheater Cottbus © Marlies Kross

L’ELISIR D’AMORE (DER LIEBESTRANK)

Melodramma giocoso in zwei Aufzügen von Gaetano Donizetti
Dichtung von Felice Romani

Premiere am Samstag, 22. Juni 2019, 19.30 Uhr, Großes Haus

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Musikalische Leitung: Sergey Simakov
Regie: Anthony Pilavachi
Bühne: Markus Meyer
Kostüme: Nicole Lorenz
Choreinstudierung: Christian Möbius

Nach mehr als fünfzig Jahren hebt sich am 22. Juni 2019 am Staatstheater Cottbus wieder der Premierenvorhang zu einer Inszenierung von Donizettis „L’elisir d’amore“.

Als musikalischer Leiter debütiert der junge russische Dirigent Sergey Simakov. Anthony Pilavachi konnte als Regisseur dieser Produktion gewonnen werden. Der national und international gefragte Künstler und Preisträger des Österreichischen Musiktheaterpreises 2018 in der Kategorie „Beste Opernproduktion“ gastiert nach Verdis „Rigoletto“ (2003) und Mozarts „Don Giovanni“ (2005) bereits zum dritten Mal am Staatstheater Cottbus. Erstmalig an diesem Haus entwirft Markus Meyer das Bühnenbild für eine Produktion, während Kostümdirektorin Nicole Lorenz für die Kostüme verantwortlich zeichnet.

Staatstheater Cottbus / DER LIEBESTRANK-  (Bildmitte, im Vordergrund v.l.n.r.): Rahel Brede (Gianetta), Mirjam Miesterfeldt (Adina) und Andrei Danilov (Nemorino) sowie Damen und Herren des Opernchores  ©   Marlies Kross

Staatstheater Cottbus / DER LIEBESTRANK-
(Bildmitte, im Vordergrund v.l.n.r.): Rahel Brede (Gianetta), Mirjam Miesterfeldt (Adina) und Andrei Danilov (Nemorino) sowie Damen und Herren des Opernchores ©
Marlies Kross

Anthony Pilavachi arbeitet in seiner Inszenierung die genrespezifische Mischung von heiter-komischen und romantisch-melodramatischen Elementen, von Esprit und Tiefgang heraus. Nemorino trägt Züge eines Romantikers, der durch seine emotionale Ernsthaftigkeit fast an den harten Realitäten der Welt zugrunde geht. Um die zweite Ration des Liebestrankes bezahlen zu können, nimmt er das Rekrutierungsangebot Belcores an. Als Soldat setzt er sich damit den Gefahren des Krieges aus. Die Cottbuser Inszenierung verstärkt die bedrohliche Situation dadurch, dass die Handlung nicht in romantischen oder pastoralen Vorzeiten, sondern in einer Kleinstadt der 40er Jahre des 20.Jahrhunderts spielt, in der Ära des italienischen Faschismus.

Staatstheater Cottbus / DER LIEBESTRANK-  (Bildmitte, im Vordergrund v.l.n.r.): Nils Stäfe (Belcore), Mirjam Miesterfeldt (Adina) und Andrei Danilov (Nemorino) sowie Damen und Herren des Opernchores  ©  Marlies Kross

Staatstheater Cottbus / DER LIEBESTRANK-
(Bildmitte, im Vordergrund v.l.n.r.): Nils Stäfe (Belcore), Mirjam Miesterfeldt (Adina) und Andrei Danilov (Nemorino) sowie Damen und Herren des Opernchores ©
Marlies Kross

Das Regiekonzept stellt zwei unterschiedliche Auffassungen von Liebe vor: Die unbedingte, romantische Liebe des Nemorino und Belcores Besitzdenken, das mit echten Gefühlen verwechselt wird. Es arbeitet die Entwicklung einer tiefen Liebesbeziehung zwischen Adina und Nemorino heraus, die am Ende leichtfertige Lebensentwürfe überwindet. Um diese Liebe in den Mittelpunkt der Inszenierung zu stellen, ist die Handlung als eine Rückschau aufgebaut: Während des Préludes erinnert sich Nemorino am Totenbett seiner Frau Adina daran, wie einst alles begann …

Die vier Hauptpartien sind doppelt besetzt:

Als Adina sind Mirjam Miesterfeldt / Debra Stanley, als Nemorino Andrei Danilov / Dirk Kleinke zu erleben. Der russische Tenor Andrei Danilov – ab der Spielzeit 2019/2020 Mitglied des Ensembles der Deutschen Oper Berlin – singt erstmalig am Staatstheater Cottbus. Als Belcore stellen sich Christian Henneberg / Nils Stäfe vor. Die Partie des Dulcamara übernehmen alternierend KS Matthias Henneberg (als Gast von der Semperoper Dresden) und Ulrich Schneider.

Weitere Vorstellungen in dieser Spielzeit:
Dienstag, 2. Juli 2019, 19.30 Uhr
Samstag, 6. Juli 2019, 19.30 Uhr

—| Pressemeldung Staatstheater Cottbus |—

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