München, Staatstheater am Gärtnerplatz, Veranstaltungsbetrieb bis 31. Januar 2021 ausgesetzt, IOCO Aktuell, 04.12.2020

Teilen Sie den Artikel
  •  
  •  
  •  
  •  
  •   


Staatstheater am Gärtnerplatz München

Gärtnerplatztheater © Christian POGO Zach

Gärtnerplatztheater © Christian POGO Zach

Veranstaltungsbetrieb bis 31. Januar 2021 ausgesetzt

Im Dezember das Staatstheater am Gärtnerplatz live erleben

Im Austausch mit den Intendanten der Bayerischen Staatstheater hat Kunstminister Bernd Sibler vor dem Hintergrund des andauernden Pandemiegeschehens die Entscheidung getroffen, den Veranstaltungsbetrieb der Staatstheater bis einschließlich 31. Januar 2021 auszusetzen. Da der Proben- und Werkstattbetrieb weitergeführt werden dürfen, hat das Gärtnerplatztheater bereits weitere Live-Streams im Dezember angesetzt.

Nach dem ersten Premieren-Stream der Oper Anna Bolen« am 4. Dezember, folgt am 13. Dezember das ursprünglich bereits am 29. November geplante Kammerkonzert von Musikerinnen und Musikern des Staatstheaters am Gärtnerplatz. Der Stream mit dem Titel Fantastische Gespräche wird live aus dem Foyer des Gärtnerplatztheaters gesendet. Mit Eduard Künnekes Operette Der Vetter aus Dingsda in der Inszenierung von Lukas Wachernig folgt am 17. Dezember die zweite Premiere des Hauses im Live-Stream. Zum Jahresausklang wird am 31. Dezember die preisgekrönte Revueoperette Drei Männer im Schnee von Thomas Pigor in der Inszenierung von Josef E. Köpplinger live auf der Website des Staatstheaters am Gärtnerplatz übertragen.

Live-Stream »Kammerkonzert«
Sonntag, 13. Dezember um 11.00 Uhr
Unter dem Titel »Fantastische Gespräche« findet das erste Mal ein Kammerkonzert als Live-Stream aus dem Staatstheater am Gärtnerplatz statt. Nach dem »Phantasy Quintet« op. 93 von Edwin York Bowen, das in die fantastischen Welten einführt, erfahren die Zuschauer im »Colloque de deux perruches« von Jean Françaix, wie es klingt, wenn sich zwei Wellensittiche unterhalten. Welche Tiere und andere Wesen sich an der »Table d’hôte« von Ferde Grofé unterhalten, wird hier noch nicht verraten – nur, dass in dieser fantastischen Gesellschaft der romantische Franz Schubert mit seinem Trio B-Dur op. 99 D 898 das letzte Wort haben muss.


Das Programm:


Jean Françaix (1912 – 1997)
»Le Colloque de deux perruches« für Flöte und Altflöte
Edwin York Bowen (1884 – 1961)
»Phantasy Quintet« op. 93 für Bassklarinette, Violine, Viola und Violoncello
Ferde Grofé (1892 – 1972)
»Table d’hôte« Humoreske für Flöte, Violine und Viola
Franz Schubert (1797 – 1828)
Trio B-Dur op. 99 D898 für Klavier, Violine und Violoncello
Musiker/innen des Staatstheaters am Gärtnerplatz
Dauer: ca. 70 Minuten ohne Pause


Live-Stream     Der Vetter aus Dingsda
Premiere am Donnerstag, 17. Dezember um 19.00 Uhr
Zwei fremde Männer können den Alltag einer jungen Dame von Wohlstand ganz gehörig auf den Kopf stellen – zumal wenn sich die Besagte eigentlich ihrem Vetter aus Dingsda versprochen hat … Nichts weniger als ein Meisterwerk der Berliner Operette gelang Eduard Künneke 1921 mit der Uraufführung seiner spritzigen Musikkomödie »Der Vetter aus Dingsda«, die nebenbei auch noch den Trend nach Exotismus ohrwurmträchtig auf die Schippe nimmt.
Mit: Dagmar Hellberg, Judith Spießer, Julia Sturzlbaum | Stefan Bischoff, Daniel Gutmann, Maximilian Mayer, Peter Neustifter, Holger Ohlmann, Erwin Windegger
Dauer: ca. 105 Minuten inkl. einer Pause


Live-Stream   Drei Männer im Schnee
Donnerstag, 31. Dezember um 18.00 Uhr
Reicher Konzernchef im Inkognito-Winterurlaub trifft auf genialen Kopf aus armen Verhältnissen, und heraus kommen: eine Hochzeit, ein Top-Geschäft, ein Schneemann und jede Menge operettiger Spaß im Schnee.
Im Auftrag des Staatstheaters am Gärtnerplatz verwandelte der Musikkabarettist Thomas Pigor den satirischen Erfolgs-Roman von Erich Kästner aus dem Jahr 1934 in eine skurril-spritzige Revueoperette – mitten im Schnee, die 2019 mit drei Musical Theater Preisen ausgezeichnet wurde.
Mit: Sigrid Hauser, Dagmar Hellberg, Laura Schneiderhan, Florine Schnitzel, Stéphanie Signer, Julia Sturzlbaum | Frank Berg, Maximilian Berling, Stefan Bischoff, Florian Sebastian Fitz, Alexander Franzen, Armin Kahl, Alexander Moitzi, Peter Neustifter, Christian Schleinzer, Eduard Wildner, Erwin Windegger u.a.
Dauer: ca. 165 Minuten inkl. einer Pause


Alle Live-Streams sind kostenfrei auf www.gaertnerplatztheater.de zu sehen.

—| Pressemeldung Staatstheater am Gärtnerplatz |—


Teilen Sie den Artikel
  •  
  •  
  •  
  •  
  •   

München, Theater am Gärtnerplatz, Drei Männer im Schnee – Revueoperette, IOCO Kritik, 12.02.2019

Teilen Sie den Artikel
  •  
  •  
  •  
  •  
  •   


Staatstheater am Gärtnerplatz München

Gärtnerplatztheater © Christian POGO Zach

Gärtnerplatztheater © Christian POGO Zach

Drei Männer im Schnee – Pigor, Eichhorn, Israel, Koselleck

Revueoperette nach Erich Kästner

von Daniela Zimmermann

Josef E. Köpplinger, Intendant des Gärtnerplatztheaters, gab 2016 Thomas Pigor, erfolgreicher Chansonnier, Komponist und Texter Thomas Pigor den Auftrag, nach Erich Kästners 1934 erschienenen Erfolgsroman  Drei Männer im Schnee eine Revueoperette zu komponieren. Das so oft verkaufte Buch wurde  bereits fünf Mal verfilmt; eine  Revueoperette gab es jedoch bisher  nicht.

Thomas Pigor entwickelte das burlesk schnurrige Libretto voller Verwechslungen und Missverständnissen; die Revuemusik dazu komponierte Pigor gemeinsam mit Benedikt Eichhorn, Pianist Christoph Israel und Jazzspezialist Konrad Koselleck, der auch die Orchestrierung gestaltete. Eine zauberhafte Revueoperette entstand;  voller Wortwitz, amüsant, unterhaltsam; und alles passiert mitten im Schnee.

Drei Männer im Schnee   –  Thomas Pigor nach Erich Kästner
youtube Video des Gärtnerplatztheaters
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Die Vielseitigkeit der Komponisten spiegelt sich in der schmissigen Revue-Operette: Tango, aber auch Jazz, Schlager aus den Filmen, das Wienerlied und Alpenfolklore. Wir hören die Zither zur Folklore, das Saxofon zum Swing. Das Orchester dirigiert Andreas Kowalewitz.

Josef E. Köpplinger inszenierte Drei Männer im Schnee nostalgisch, der Zeit angepasst, in die es gehörte, 1932. Die Handlung  wandelt sich schnell in  aufwendig gestalteten Bühnenbildern (Rainer Sinell, Kostüme Dagmar Morell) und humorigen Tanz- und Skiszenen.

Alles beginnt  im Berliner Großkonzern des Herrn Tobler. Die Tobler Werke feiern Weihnachten. Ein Kinderchor singt betriebseigene Weihnachtslieder und die Sieger eines Preisausschreibens der Tobler Werke werden bekannt gegeben. Gewinner ist der junge, arbeitslose Dr. Fritz Hagedorn. 1.Preis: Eine  Woche Grandhotel Bruckbeuren, inclusive großem Sylvesterball.  2. Preis geht an Herrn Schulze, postlagernd. Herr Schulze ist in Wahrheit Herr Tobler, der gern – anonym reisend – mal die Welt aus einer anderen Sicht kennen lernen möchte. Claudia Kunkel, Hausdame und Geliebte von Herrn Schulze, besorgt um ihren Chef, informiert das Hotel, dass ein Millionär inkognito anreisen würde und bittet um entsprechende Behandlung. Mit dieser Ankündigung wird ein schrilles  Verwechslungsspiel eingeleitet.

Gärtnerplatztheater / Drei Männer im Schnee - hier : Ensemble © Christian POGO Zach

Gärtnerplatztheater / Drei Männer im Schnee – hier : Ensemble © Christian POGO Zach

Exklusiv, dass Tiroler GRAND HOTEL unterhalb des Wendelsteins, mit dem schönen Alpenpanorama. Erwin Windegger ist der Konzernchef Tobler alias Herr Schulze. Herr Schulze und sein mitreisender Kammerdiener, Johann Kesselhut  (Alexander Frantzen) spielt den wohlhabenden Gast. Dr. Fritz Hagedorn (Armin Kahl) wird für den angekündigten Millionär gehalten und luxuriös untergebracht, während Herr Schulze sich mit einer kleinen Kammer plus Dienstleistungen im Hotel zufriedengeben muss. Diese 3 Männer haben viel Spaß im Schnee, genießen ihren Aufenthalt, helfen dem armen Schulze bei der zu erledigen Arbeit und werden richtige Freunde.

Zum Schneevergnügen der Inszenierung gehört auch das Klappern der Skier im Schnee, ein Skisteppballett, mit besonders liebenswerter Choreografie von Adam Cooper, ein Schneemann und natürlich der Skilehrer Toni (Peter Neustifter). Hausdame und Toblers Tochter Hilde (Julia Klotz), stets besorgt um Toblers Wohlergehen, reisen unerwartet an, pünktlich zur Silvesternacht 1932, wo  es gerade hoch und wild zugeht.

Auch die Nazis feiern lebhaft mit, so auch einige SA Braunhemden und ein SS Standartenführer; aber nicht lange, sie  verschwinden bald. 1932/33, das ist  die Nazizeit und so darf auch der Tod auf die Bühne, wohlwissend, was da kommen wird. Die Lebedame, Frau Calabre, (Sigrid Hauser), mit feurigen roten Haaren höchst  verführerisch, gehört  zum Hotel und umschwärmt beständig aber letztlich erfolglos wunderbar singend und spielend den angeblichen Millionär Dr. Hagedorn.

Gärtnerplatztheater / Drei Männer im Schnee - hier : Christian Schleinzer als Liftboy, Florine Schnitzel, Katharina Wollmann © Christian POGO Zach

Gärtnerplatztheater / Drei Männer im Schnee – hier : Christian Schleinzer als Liftboy, Florine Schnitzel, Katharina Wollmann © Christian POGO Zach

Der Wendelstein ruft auch Tochter Hilde und Dr. Hagedorn: Siewollen auch mit der Gondel zur Bergspitze. Die fantastische Gondel ist ein Faraday’scher Käfig. Ein Blitzgewitter fängt Hilde und Dr. Hagedorn in diese Gondel ein und führt sie, von  einer gemeinsamen Zukunft  bis hin ins Jahr 1943 träumend, zueinander. Julia Klotz (Hilde) und Armin Kahl (Dr. Hagedorn) haben hier große Szenen und singen schmelzend den bekannten Schlager  „fragen wir den Wolkenstein.“ Von einer gemeinsamen Zukunft am Nollendorfplatz träumt dagegen das Schwulenpärchen, Toblers Butler und der Skilehrer Toni.

Hilde ist eine tüchtige Geschäftsfrau. Sie hat einen großen Deal mit den Emir vonBahrain eingefädelt. Der Emir kommt zum Geschäftsabschluss begleitet von vier Frauen. Dr. Hagedorn erhält die lang ersehnte Anstellung bei den Tobler Werken, plus Hildes Herz. Frau Calabre erblondet, passend zum Zeitgeist.

Das Publikum war begeistert von den Komponisten wie dem Ensemble; entsprechend fiel der Beifall aus. Die  humorvolle wie üppige Inszenierung voller Charme, Revue und Witz fing die Herzen der Besucher im ausverkauften Haus ein, welches mit lebhaften Beifall dankte.

Drei Männer im Schnee am Gärtnerplatztheater; die folgenden Vorstellungen 28.2.; 3.3.; 6.3.; 7.3.; 10.3.2019

—| IOCO Kritik Staatstheater am Gärtnerplatz |—


Teilen Sie den Artikel
  •  
  •  
  •  
  •  
  •   

Diese Webseite benutzt Google Analytics. Die User IPs werden anonymisiert. Wenn Sie dies trotzdem unterbinden möchten klicken Sie bitte hier : Click here to opt-out. - Datenschutzerklärung