Dortmund, Ballett Dortmund, DIE GÖTTLICHE KOMÖDIE II – PURGATORIO, 02.11.2019

Oktober 11, 2019 by  
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Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

Ballett Dortmund – DIE GÖTTLICHE KOMÖDIE – Teil II – PURGATORIO

„Der Blick in die eigene Seele“

Xin Peng Wang neue Choreographie DIE GÖTTLICHE KOMÖDIE Teil II: PURGATORIO wird am Samstag, 2. November 2019, um 19.30 Uhr im Dortmunder Opernhaus uraufgeführt. Zur Musik von John Luther Adams und Kate Moore wird erstmals Daria Suzi als Solistin der Dortmunder Compagnie tanzen. Begleitet wird sie von Javier Cacheiro Aléman in der Rolle des Dante und Dann Wilkinson als Vergil.

Die göttliche Komödie getanzt vom Ballett Dortmund
youtube Trailer des Ballett Dortmund – hier Teil I – Inferno
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PURGATORIO ist der zweite Teil der Tanztrilogie DIE GÖTTLICHE KOMÖDIE nach Dante Alighieri. In der Spielzeit 2020/21 wird mit PARADISO der dritte Teil erscheinen und im Jahr 2021 – im 700. Todesjahr Dante Alighieris – werden alle drei Teile an einem Abend präsentiert werden.

Ballett Dortmund / Xin Peng Wang © Helena-Maria Buckley

Ballett Dortmund / Xin Peng Wang © Helena-Maria Buckley

Ab 2. November 2019 ist der zweite Teil von Xin Peng Wangs Choreographie DIE GÖTTLICHE KOMÖDIE auf der Bühne des Dortmunder Opernhauses zu erleben. Nachdem im ersten Teil der Trilogie INFERNO die Qualen der Hölle erduldet werden mussten, steht nun im zweiten Teil PURGATORIO die Läuterung im Zentrum.
Dichter Dante Alighieri und sein Begleiter Vergil sind den Feuern des Infernos entronnen und werden nun Zeugen von Läuterungen und seelischen Reinigungen. Ihnen begegnen Gestalten und Personen, die nur diese eine Möglichkeit haben, durch das Eingestehen eigener Schuld und eigenem Fehlverhalten, die Hoffnung auf das Paradies zu erhalten.

Der Dortmunder Ballettdirektor Wang nimmt Alighieris Text jedoch nur als Vorlage für Assoziationen und Gefühle. Ihm geht es darum mit der Ausdruckskraft des Tanzes den inneren Kampf um Reinigung weniger sichtbar, als emotional erfahrbar zu machen. Dabei will er verdeutlichen, dass Läuterung und seelische Reinigung ein individueller Prozess sind.

Ballett Dortmund / Daria Suzi © Leszek Januszewski

Ballett Dortmund / Daria Suzi © Leszek Januszewski

Xin Peng Wang:Bei PURGATORIO geht es mir nicht um eine allgemeingültige Vorstellung von seelischer Reinigung. Jeder Mensch hat dazu seine eigenen Gedanken und Gefühle. Die Zuschauer sollen nicht meine Vorstellung von seelischer Reinigung sehen, sondern ihre eigene. Am Ende des Abends will ich auf der Bühne Bilder geschaffen haben, die die Zuschauer in die Lage versetzen, in ihre eigene Seele geblickt haben. Das ist für mich der Sinn von „PURGATORIO“.

—| Pressemeldung Theater Dortmund |—

Dortmund, Oper Dortmund, Internationale Ballettgala XXIX, 06. und 07. Juli 2019

Juni 27, 2019 by  
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Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

Internationale Ballettgala XXIX

  6. und 7. Juli 2019 –  Dortmunder Opernhaus

Die XXIX. Dortmunder Ballettgala findet am Samstag, 6. Juli 2019, 19.30 Uhr und am Sonntag, 7. Juli 2018, 18 Uhr im Opernhaus statt. Mit diesem weit über die Grenzen Dortmunds bekannten Tanzfest internationaler Stars beenden das Dortmunder Ballett und sein Direktor Xin Peng Wang die Spielzeit. Solistinnen und Solisten u.a. des New York City Ballet, des National Ballet of Canada, des Stuttgarter Balletts, des Ballett Zürich sowie des Staatsballetts Berlin werden einmal mehr Dortmunds Ruf als Tanzmetropole unter Beweis stellen.

Dortmund hat sich durch seine Gastfreundlichkeit seinen Platz als Drehscheibe des internationalen Tanzes in der Ballettwelt erobert. Für viele Stars der renommiertesten Compagnien sind die „Internationalen Ballettgalas“ der Ruhrmetropole Fixpunkte in ihren Terminkalendern.

Theater Dortmund / Alexander Abdukarimov © Yan Revazov

Theater Dortmund / Alexander Abdukarimov © Yan Revazov

Ein rauschendes Fest der Tanzkunst erwartet die Freundinnen und Freunde hoher Tanzkunst zum Ende der Spielzeit 2018/2019. Wie in den Jahren davor werden die Stars der Tanzwelt das Publikum mit Brillanz, Bravour sowie Poesie und Witz verzaubern.

Svetlana Lunkina vom National Ballet of Canada wird den „Sterbenden Schwan“ in der Choreographie von Michel Fokine zur Musik von Camille Saint Saëns geben.

Die Leistungsschau internationaler Tanzkunst wird in ganz besonderer Weise von den Solisten des Stuttgarters Ballett, Elisa Badenes und Alexander Jones, dargestellt. Beide zeigen Christian Spucks Choreografie GRAND PAS DE DEUX mit der Musik von Gioachino Rossini. Der Solist des Berliner Staatsballetts, Alexander Abdukarimov wird eine eigene Choreographie in Dortmund vorstellen. Gemeinsam mit den Solistinnen und Solisten des New York City Ballet, des National Ballet of Canada, des Stuttgarter Balletts, des Ballett Zürich und des English National Ballet werden sie die internationalen Maßstäbe der Tanzkunst eindrucksvoll aufzeigen.

Und natürlich werden sich die Tänzerinnen und Tänzer des BALLETT DORTMUND am Ende dieser erfolgreichen Spielzeit bei ihrem Publikum bedanken.

Wenige Restkarten sind an allen bekannten Vorverkaufsstellen, an der Theaterkasse im Opernhaus, telefonisch unter 0231 / 50 27 222, oder im Internet auf www.theaterdo.de erhältlich.

—| Pressemeldung Theater Dortmund |—

Dortmund, Oper Dortmund, ALICE – DANCE OPEN Festival, 28.04.2019

April 11, 2019 by  
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Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

Ballett Dortmund bei DANCE OPEN Festival, Sankt Petersburg

Mit Meisterwerk ALICE  von Mauro Bigonzetti

Das Ballett Dortmund wird Mauro Bigonzettis Choreografie ALICE  beim international renommierten Tanzfestival DANCE OPEN in St. Petersburg wiederaufnehmen. Mit zwei Vorstellungen am 21. und 22. April 2019 jeweils um 19 Uhr wird das Dortmunder Ballett im Alexandrinski-Theater zu sehen sein. Am Sonntag, 28. April 2019, findet dann im Opernhaus um 18 Uhr die Dortmunder Wiederaufnahme statt.

Theater Dortmund / Alice - Manon Kolanowski, Ida Kallanvaara, Sae Tamura © Björn-Hickmann

Theater Dortmund / Alice – Manon Kolanowski, Ida Kallanvaara, Sae Tamura © Björn-Hickmann

DANCE OPEN ist heute eines der größten Ballettfestivals der Welt. Der britische „Independent“ nannte es eines der einflussreichsten Festivals Europas. Das Festival zeigt einige der besten internationalen Solisten sowie herausragende Choreografien der internationalen Ballettszene. Die Preisverleihung der DANCE OPEN Awards hat sich zu einer der gesellschaftlich angesehensten Veranstaltungen in Sankt Petersburg entwickelt.

Als einzige deutsche Compagnie wurde in diesem Jahr das Ballett Dortmund nach Sankt Petersburg eingeladen. Mit ALICE von Mauro Bigonzetti präsentiert das Dortmunder Ballett eine Choreographie, die den Rahmen des klassischen Balletts sprengt. Bigonzetti will, dass die Tänzer mit nahezu jedem Schritt Neuland betreten und sich stets neue Formen der Bewegung und des künstlerischen Ausdrucks ergeben. Sein Ziel ist es, dass sich alle Kunstformen, von Tanz über Schauspiel bis hin zur Musik, zu einem energiereichen und kraftvollen Werk vereinen.

Theater Dortmund / Alice - Sae Tamura © Björn-Hickmann

Theater Dortmund / Alice – Sae Tamura © Björn-Hickmann

Mauro Bigonzetti interessiert neben dem Fantastischen bei ALICE vor allem der Hintersinn von Lewis Carrolls Story, das Beunruhigende und Gefährliche einer Welt, in der die Gesetzmäßigkeiten der Realität keine Gültigkeit mehr haben. Alice ist kein verniedlichtes Mädchen im Disney-Wunderland, sondern wandelt auf dem schmalen Grat zwischen Realität und Traum. Es muss sich mit den fremden und unverständlichen Regeln des Traumreiches erst vertraut machen, mit den ständigen Veränderungen seiner Körpergröße – dem Erwachsenwerden – klarkommen. „So ist das Leben“, meint Bigonzetti.Nichts ist sicher – weder in uns drin, noch um uns herum. Aber in diesem Punkt können wir von Alice lernen: Sie bleibt unverzagt, offen, neugierig.“

Für die Musik zu dieser Kreation arbeitete Bigonzetti mit der italienischen Musiker-Gruppe ASSURD zusammen, die bereits für seine Kreation Cantata den „Soundtrack“ lieferte.
Bigonzetti: „Ich mag Kontraste in meiner Arbeit. Das ist einer der Gründe, warum ich mich für volkstümliche Musik  entschieden habe. Man kann sich kaum einen größeren Kontrast zwischen der angelsächsischen Geschichte von der kleinen Alice und der ursprünglichen Musik aus dem Süden Italiens vorstellen.“

Karten für die Dortmunder Vorstellungen sind an der Tageskasse im Opernhaus, telefonisch unter 0231/50 27 222 oder auf www.theaterdo.de erhältlich.

—| Pressemeldung Theater Dortmund |—

Dortmund, Theater Dortmund, Faust II – Ballett von Xin Peng Wang, IOCO Kritik, 30.06.2018

Juli 1, 2018 by  
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Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

 FAUST II – Erlösung – –  Ein Tanz- und Bilderrausch

– Getanzter Appell an die Menschlichkeit –

Von Hanns Butterhof

Xin Peng Wang, der chinesische Direktor des Dortmunder Balletts, hat sich nach Goethes Faust I an dessen Alterswerk Faust II gewagt. Das Wagnis besteht darin, dass das Stück als ziemlich unaufführbar gilt und Goethe mehr hineingerätselt hat, als sich in einem Tanzabend konzise darstellen ließe.

Wang beleuchtet denn auch nur einige Faust – Szenen schlaglichtartig, um mit Faust II – Erlösung einen getanzten Appell an die Menschlichkeit zu richten. Dass Faust am Ende seiner Tage neues Land für viele Millionen schaffen will, verschränkt Wang mit dem Versuch von Flüchtlingen und Migranten, in Europa eine neue Heimat zu finden. Der Appell stützt sich auf die Hoffnung, dass das Publikum, wie Faust, sich in seinem Inneren des rechten Weges letztlich wohl bewusst ist.

Wie als utopischen Vorschein auf das Gelingen flicht Wang eine dritte, relativ unabhängige Ebene von Tanz-Inseln ein, in denen die Tänzer ganz bei sich sind, jenseits des Kampfes um Leben und Überleben. So tanzt einmal das Corps de Ballett, in fleischfarbenen Ganzkörper-Trikots (Kostüme: Bernd Skodzig) wie nackt, unbeschwert paar-, aber auch wechselweise frei und losgelöst miteinander.

Theater Dortmund / Faust II - hier : Lucia Lacarra als Helena, Dann Wilkinson als Mephisto, Marlon Dino als Faust © Battina Stöss

Theater Dortmund / Faust II – hier : Lucia Lacarra als Helena, Dann Wilkinson als Mephisto, Marlon Dino als Faust © Battina Stöss

Sehr klar charakterisiert Wang die Ausgangslage im Faust, das Verhältnis Fausts (Marlon Dino) zu seinem diabolischen Helfer Mephisto (Dann Wilkinson). Der weißgekleidete Faust behält liegend das Licht einer an langem Kabel herabhängenden Glühbirne fest im Blick, auch wenn der in schwarzes Leder wie ein Punker gekleidete Mephisto sie mit raschen Bewegungen weit über die ganze Bühne schwingen lässt, um ihn von seinem rechten Weg abzubringen.

Doch wer nicht mit Goethes Text vertraut ist, wird von den folgenden Faust II – Szenen der Kaiserlichen Pfalz, dem Erscheinen Helenas und des Homunculus wenig verstehen können. Es bleiben beeindruckende tänzerische Leistungen und schöne Bilder, wenn in der Pfalz die beschwingt und präzise Pirouetten drehenden Tänzerinnen in tellerartig abstehenden Tutus von weißgekleideten Herren umschwärmt werden und Mephisto als Zeremonienmeister finstere Tänzer in schwarzen Tutus dirigiert. Oder wenn Homunkulus (Giacomo Altovivo), wie aus dem Geist der von einer Cellistin erzeugten Musik geboren, sich in einem Käfig aus türkisen Laserstrahlen müht, aufrecht ins Leben zu finden.

Und hinreißend sind die beiden großen Pas de deux von Faust und Helena (Lucia Lacarra). Die beiden Gasttänzer vom Bayerischen Staatsballett, die geschmeidige, wie schwerelose Lucia Lacarra und der elegante Marlon Dino, sind ein wie von Phidias gemeißeltes klassisches Tanz-Traumpaar und rufen die Sehnsucht nach der alle menschlichen Schwächen versöhnenden Kraft der Liebe herauf.

Nur eher assoziativ mit dem Faust-Stoff verbunden, dafür aber optisch überwältigend sind die Flüchtlingsszenen. An Europas humanistische Tradition wird, wenn auch mit leisen Zweifeln, gemahnt, wenn die Fäuste zur „Internationale“ gereckt werden und das Orchester Beethovens „Neunte“ anklingen lässt, aber Mephisto zum allgemeinen „Oh my God“ ein Europafähnchen schwingt.

Theater Dortmund / Faust II - hier : Lucia Lacarra als Helena, Marlon Dino als Faust © Battina Stöss

Theater Dortmund / Faust II – hier : Lucia Lacarra als Helena, Marlon Dino als Faust © Battina Stöss

Es kann als Folge der diabolischen Kaiserhof-Party mit ihrer inflationären Papiergeldschwemme angesehen werden, dass die scheinbar nackten Flüchtlinge immer wieder gegen Wände rennen und unter dem Sirenengeheul der Musik zusammensinken. Oder dass sie in einer fast zu schönen Laserprojektion von Meereswogen des Licht-Designers Li Hui nahezu pantomimisch gegen das Ertrinken ankämpfen, aber immer wieder untergehen. Das gipfelt im Bild eines Kindes (Ava Jahnke), das vor den vom Schnürboden herabgelassenen Trümmern eines Bootes tot am Strand angespült wird. Dahinter kämpft eine Gruppe gegen den Widerstand an, den die Musik mit Trommelschlägen wie Schüssen malt. Doch jetzt geben die Gestrandeten ihre individuelle Flucht auf, sie fassen sich an den Händen und bilden einen Kreis, zu dem Faust mit Helena hinzutritt. Er nimmt das Kind in einer rührenden Geste auf, reicht es Helena weiter, und sie gehen, nachdem Faust mit seiner menschlichen Tat noch Mefisto das Lebenslicht ausgeblasen hat, voran in einen ins Meer führenden Laser-Licht-Tunnel, hoffentlich auf dem rechten Weg.

Ein Künstler muss keine Lösungen für politische Fragen parat haben, nicht einmal Empfehlungen wie die von Faust II nahegelegte, Raum für Menschen zu schaffen, die keinen eigenen Platz mehr in der Welt haben. Aber die Mitmenschlichkeit beim Publikum anzurühren, ästhetisch an sein Mitgefühl bei der Lösung dieser Fragen zu appellieren, das kann die Kunst, und Xin Peng Wang ist das mit Faust II – Erlösung eindringlich gelungen, musikalisch differenziert begleitet von den Dortmunder Philharmonikern unter der souveränen Leitung von Philipp Armbruster.

Es lohnt sich, den Tanz- und Bilderrausch von Faust II – Erlösung noch einmal am 10.7.2018, 20.00 Uhr in München zu genießen.

Faust II – Ballett von Xin Peng Wang: weitere Vorstellung 10. Juli 2018  München, Gasteig,  Carl-Orff-Saal

—| IOCO Kritik Theater Dortmund |—