Wien, Wiener Staatsoper, Olymp der Musiktheater – Olympische Zahlen, IOCO Aktuell, 01.02.2018

Februar 2, 2018 by  
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Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Olymp der Musiktheater: Die Wiener Staatsoper

Geschäftsbericht 2015/16, Zwischenbilanz 2017/18 – Wiener Staatsoper GmbH

Von Viktor Jarosch

Die Wiener Staatsoper ist der Olymp der Musiktheater, weltweit. Die Weltgeltung der Wiener Staatsoper, von dem kantigen Ioan Holender bis 2011 geformt, hält der Franzose Dominique Meyer seither erfolgreich auf hohem Niveau. Über 600.000 Besucher jährlich, eine Auslastung von 98 – 99% auf 2.284 Plätzen: Normalität in Wien, Weltweit einzigartig. Intendant Dominique Meyer: Ich lasse mir die Auslastungszahlen jeden Morgen vorlegen. Sind diese unter 99% werde ich unruhig“.

Die Spielzeit 2017/18 begann am 4.9.2017 mit Il Trovatore, Regie Daniele Abbado, Anna Netrebko als Leonora und Marcelo Alvarez als Manrico.

Wiener Staatsoper / Legris - Meyer - Platzer © IOCO

Wiener Staatsoper / Legris – Meyer – Platzer © IOCO

Kaum ein Theater im deutschen Sprachraum besitzt neben hohen künstlerischen Ansprüchen ähnlich hohe kaufmännische Standards wie die Wiener Staatsoper. Selbst  große Theater werden meist von Schwärmereien verantwortlicher Intendanten zu Inszenierungen dominiert. IOCO – Versuche, Zahlen zu Auslastung, Eigenfinanzierung, Anzahl Besucher der Theater zu erhaschen, sind regelmäßig vergebliche Liebesmüh. Kunst kennt keine Kosten heißt das verstohlen praktizierte Gesetz vieler Theatermanager, welche hinter euphorisch angepriesener Kunst ein gestörtes Verhältnis zu Zahlen, zu objektiver Leistungsmessung verstecken.

Auslastung 98,6%, Eigenfinanzierung 47,3%

Wiener Staatsoper Innen © Wiener Staatsoper / Michael Poehn

Wiener Staatsoper Innen © Wiener Staatsoper / Michael Poehn

Im Folgenden die Pressemeldung der Wiener Staatsoper aktuelle Leistungskennzahlen: Freiwillig, zeitnah, professionell!

Wiener Staatsoper GmbH: Geschäftsbericht 2016/17, Zwischenbilanz 2017/18

Am 1.2.2018 legte die Wiener Staatsoper GmbH den Geschäftsbericht der Saison vor: In der Saison 2016/2017 fanden insgesamt 390 Vorstellungen (Oper, Ballett, Kinderoper, Konzerte) und Eigenveranstaltungen (Matineen, Künstlergespräche etc.) statt, die von 601.624 Besucherinnen und Besuchern gesehen wurden. Bei den 289 Vorstellungen auf der Hauptbühne der Wiener Staatsoper wurde eine Sitzplatzauslastung von 98,83 % erreicht. Neun Premieren (Oper, Ballett, Kinderoper) und 65 verschiedene Werke sowie zwei Gastspiele (Oper und Ballett) wurden auf- beziehungsweise durchgeführt.

Unter Berücksichtigung des Rechnungslegungsänderungsgesetz 2014 ergaben sich für das Wirtschaftsjahr 2016/2017 folgende Ergebnisse. Der Umsatz betrug T. € 51.969, die Basisabgeltung T. € 63.245, die aktivierten Eigenleistungen T. € 592, sonstige betriebliche Ertrage beliefen sich auf T. € 7.204 und das Finanzergebnis T. € 1.230. Ausgabenseitig fielen Personalkosten in Höhe von T. € 80.079, Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen von T. € 3.921 und sonstige betriebliche Aufwendungen von T. € 21.222 an. Die Abschreibungen beliefen sich auf T. € 8.149. Daraus resultiert ein Jahresüberschuss von T. € 10.869, nach Abzug der gesetzlichen Rücklage von T. € 1.129 und der freien Rücklage T. € 7.400 verbleibt ein Jahresgewinn in Höhe von T € 2.340. Unter Zurechnung des Gewinnvortrages von T. € 2.743 ergibt sich somit ein Bilanzgewinn von T. € 5.083.

Die Gesamtausgaben 2016/2017 betrugen 113,4 Mio. €, die Subvention durch die Republik Österreich 63,2 Mio. €. Bei den Erlösen durch den Kartenverkauf konnte neuerlich ein Einnahmenrekord von 35,4 Mio. € erzielt werden. Der Eigendeckungsgrad belief sich auf 47,5%.

Zwischenbilanz 2017/2018: Zum 30. Jänner 2018 beträgt die Sitzplatzauslastung (Oper, Ballett, Solistenkonzerte) im Großen Haus 98,62% (nur Oper: 98,81%). Bis zu diesem Zeitpunkt konnten Einnahmen aus dem Kartenverkauf in Höhe von 17.692.485,71 € erzielt werden. Die durchschnittlichen Einnahmen pro Vorstellung belaufen sich auf 122.017,14€. PMWStO

Wien, Wiener Staatsoper, Olymp der Musiktheater mit Einnahmerekord, IOCO Aktuell, 09.08.2017

August 10, 2017 by  
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Wiener Staatsoper

Wiener Staatsoper © Wiener Staatsoper / Michael Poehn

Wiener Staatsoper © Wiener Staatsoper / Michael Poehn

Wiener Staatsoper 2016/2017: Zahlen, Daten, Fakten

 Einnahmenrekord:  Erstmals mehr als 35 Millionen Karteneinnahmen

In der Spielzeit 2016/2017 konnte die Wiener Staatsoper erneut einen Einnahmenrekord durch Kartenverkauf erzielen: 35.205.803,24 Euro (2015/2016: 34.579.289,13) – mehr als eine halbe Million im Vergleich zur vergangenen Saison. Die Auslastung betrug 98,83% (2015/2016: 98,59%).

601.532 Gäste (2015/2016: 610.461) besuchten 289 Opern-, Ballett-, Kinderopern-vorstellungen und Matineen auf der Hauptbühne (2015/2016: 299), 84 Vorstellungen im Studio Walfischgasse (2015/2016: 76) sowie 17 Matineen im Gustav Mahler-Saal (2015/2016: 20). Auch negativ erscheinende Zahlen erklärt Dominique Meyer im Detail: Der Rückgang der Besucherzahl zum Vorjahr ist dem Schaltjahr 2016 und Kinderoper-Vorstellungen auf der Hauptbühne (siehe folgendes) zuzuschreiben.

Erfreulich ist auch die Anzahl an verkauften Kinderkarten im Haupthaus und in der Walfischgasse: Obwohl in der abgelaufenen Saison spielplanbedingt keine eigene Kinderopernproduktion im großen Haus gezeigt werden konnte, wurden 10.500 Kinderkarten (2015/2016: 11.652) ausgegeben Dazu kommen in beiden Spielzeiten rund 7.000 Kinder in den beiden Vorstellungen von Die Zauberflöte für Kinder am Tag nach dem Wiener Opernball.

3.9.2017: Spielzeiteröffnung 2017/18 – Tag der offenen Tür

 Wiener Staatsoper / Die Führung der Wiener Staatsoper: Legris - Meyer - Platzer © IOCO

Wiener Staatsoper / Die Führung der Wiener Staatsoper: Legris – Meyer – Platzer © IOCO

Die Weltgeltung der Wiener Staatsoper hält der Franzose Dominique Meyer seit 2011 auf hohem Niveau: 600.000 Besucher jährlich, eine Auslastung von 99% auf 2.284 Plätzen: Normalität in Wien, doch einzigartig weltweit. Die Spielzeit 2017/18 beginnt am 3. September 2017 mit einem Tag der Offenen Tür.  Am 4.9. nimmt mit der Repertoire-Oper Il Trovatore, Regie Daniele Abbado, Anna Netrebko als Leonora und Marcelo Alvarez als Manrico das künstlerische Geschehen 2017/18 seinen Lauf.

Berlin, Staatsoper Unter den Linden, 2017/18 – Teurer Kulturtempel öffnet die Pforten, IOCO Aktuell, 30.06.2017

Staatsoper Unter den Linden - Im Traum © Max Lautenschläger

Staatsoper Unter den Linden – Im Traum © Max Lautenschläger

Staatsoper im Schillertheater

 2017/18 – Staatsoper Unter den Linden – Im Wandel

 Wiedereröffnung:  3.10.2017 – 7.12. 2017

Auf der Jahrespressekonferenz der Staatsoper Unter den Linden stellten im Intendanzgebäude der zum 31.3.2018 scheidende Intendant Jürgen Flimm (75), Matthias Schulz (40) und Generalmusikdirektor Daniel Barenboim (74) den Spielplan 2017/18 vor. Der Geschäftsführende Direktor der Staatsoper, Ronny Unganz, fehlte, ohne Erklärung. Die Pressekonferenz der Lindenoper galt so sichtbar allein der Kunst, dem Künstlichen. Matthias Schulz, als Konzertchef der Salzburger Festspiele erstmals prominent in der Öffentlichkeit, ab 1.9.2017 Co-Intendant der Staatsoper, wird zum 1.4.2018 Intendant und Nachfolger Flimms. Doch Jürgen Flimm scheidet nur als Intendant; der Lindenoper und den Berlinern bleibt er weiterhin erhalten: Als Regisseur kehrt er bereits am 7.7.2018 mit der deutschen Erstaufführung von Salvatore Sciarrinos Ti vedo, ti sento, mi perdo an die Lindenoper zurück.

Staatsoper unter den Linden / Manager Flimm, Barenboim, Schulz © IOCO

Staatsoper Unter den Linden / Manager Flimm, Barenboim, Schulz © IOCO

Es war eine auffällige Pressekonferenz. Erwartungen, daß die Lindenoper-Chefs, Flimm, Barenboim und Schulz, vor Begeisterung über die anstehende Rückkehr an das Stammhaus platzten würden, wurden enttäuscht. Die teure Luxusoper im Herzen Berlins: Nebensache! Obwohl zu den verkündete Lindenoper-Eröffnungsterminen 3.10.2017 und 7.12.2017 Unsicherheit dominierte. In Abwesenheit von Direktor  Ronny Unganz klang Jürgen Flimm zur Wiedereröffnung merkwürdig resignativ als er sagte: „Wir glauben es (den Termin) bis heute immer noch nicht..  zupfen uns am Ohr… kleine Angst haben wir immer noch..„.  Die Zeit zwischen dem 3.10. und dem 7.12.2017 sei erforderlich, um die neue Bühnentechnik zu testen und Inszenierungen der neuen Technik anzupassen. Zum  profanen Alltag, wie Budget, Auslastung, Einnahmen hörte man von Flimm nur, daß das „kleine“ Schillertheater mit 90% ausgelastet sei. Flimm & Co konzentrierten sich sehr routiniert nur auf künstlerische Erfolge der laufenden Spielzeit, „Triumphe (?) in der Carnegie Hall..„, auf 2017/18 kommende Inszenierungen, auf Flüge der Staatskapelle in Barenboims Heimat ans Teatro Colon in Südamerika; man freute sich über Dirigate des seit vielen Jahren nach London abwandernden Simon Rattle, erklärte Claude Debussys´ Bedeutung in der Musik und ähnliches. Anders Dominique Meyer, Chef der Wiener Staatsoper: Auf dessen Pressekonferenzen werden, sehr professionell, nicht nur den „Erfolgen“, sondern auch Problemen, dem Opernalltag, Auslastungen, Budget, Besucheralter oder Frauenquoten allzeit detailliert Platz einräumt.

 Staatsoper Unter den Linden im Juni 2017 - Ohne Verschalung © IOCO

Staatsoper Unter den Linden im Juni 2017 – Ohne Verschalung © IOCO

Eine der Pressekonferenz folgende, 2-stündige Führung mit Bauhelm und auf eigene Gefahr, gab umsomehr Aufschluß über Status und Ziele der Sanierung. Kay Keßner, an der Lindenoper auch auf der Bühne aktiv, erklärte der Presse in vielen Details, auf der Hauptbühne wie den vier Rängen der Lindenoper, in Proberäumen, in tiefen unterirdischen Gänge mit logistischer Hightec, das Primat des Denkmalschutzes bei der Sanierung, die große Bedeutung von Erich Kleiber (1890 – 1956) und Vater von Carlos Kleiber für den Erhalt der Lindenoper und Apollosaal in  alten, klassischen Strukturen. Keßner führte in die neuen Probenräume für Orchester und Chor; er führte aus, wie Nachhallzeiten der Lindenoper durch um 3.000m³ auf 9.500m³ vergrößertes Raumvolumen oder in Probenräumen durch aufwendig sanierte Wand- und Vorhangstrukturen gesteuert werden. Die mit knapp 1.400 Plätzen nicht große Lindenoper wird durch neue Bestuhlung noch 30 Plätze einbüßen.  Zum Zeitpunkt der Führung war in der Lindenoper noch wenig fertig: Blanke Bretter, kreischende Maschinen, Schläuche, rohes Mauerwerk, hämmernde Arbeiter. Kay Keßner glaubte fest an den offiziellen Eröffnungs-Termin. Doch ob am 7.12.2017 oder irgendwann: Die  neue Lindenoper im Herzen Berlins wird zu einem Juwel deutscher Kultur werden, wenn auch unendlich teuer erkauft.

Staatsoper Unter den Linden / Sanierung - Blick vom vierten Rang © IOCO

Staatsoper Unter den Linden / Sanierung – Blick vom vierten Rang © IOCO

3.10.2017: WIEDERERÖFFNUNG LINDENOPER

Wenn sie dann stattfindet!

Am 3. Oktober 2017, fünf Tage nach Abzug der Bauarbeiter, erleben Berliner die erste Vorstellung in der sanierten neuen Lindenoper: Robert Schumanns romantische  „Szenen aus Goethes Faust“ mit großem Aufgebot an Solisten, Chören und Musikern; dazu Sinfoniekonzerte in der Oper, der Philharmonie und auf dem Bebelplatz. All dies soll ab 3.10.2017 einen neuen Anfang verkünden, ist Teil eines neutätigen PRÄLUDIUMS. Den Auftakt des PRÄLUDIUM bildet das Open-Air-Konzert STAATSOPER FÜR ALLE mit Daniel Barenboim, der Staatskapelle Berlin und dem Staatsopernchor am 30. September um 17 Uhr unter freiem Himmel auf dem Bebelplatz bei freiem Eintritt. Am folgenden Tag, dem 1. Oktober, haben Berliner sowie Gäste aus aller Welt die Möglichkeit, die Lindenoper bei musikalischen Führungen zu erkunden.  Am 7. Oktober sind die Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Zubin Mehta in der Staatsoper Unter den Linden zu Gast. Am 8. Oktober wird die Neue Werkstatt mit »Rivale«, einer Uraufführung von Lucia Ronchetti als Auftragswerk der Staatsoper Unter den Linden, in der Regie von Isabel Ostermann und unter der musikalischen Leitung von Max Renne eingeweiht (weitere Termine: 11., 14., 15., 17., 19., 20. und 22. Oktober 2017). Das Programm des PRÄLUDIUM wird für alle live auf den Bebelplatz übertragen.

Am 7.10.2017 Abends ist wieder Stille in der Lindenoper; Technik, Inszenierungen, Theater-Mitarbeiter müssen gelernt, getestet werden; bis 7.12.2017: An diesem Tag findet die formelle Eröffnung des Opernhauses Unter den Linden statt; mit Feiern und einem Geburtstagskonzert zur Gründung des Opernhauses vor 275 Jahren: Die Staatskapelle Berlin spielt aus Ein Sommernachtstraum, dazu Kompositionen von Pierre Boulez und Richard Stauss. Am 8.12.2017 beginnt der wahre Opernbetrieb: Mit der Premiere von Hänsel und Gretel in der Inszenierung von Achim Freyer (83).

Staatsoper Unter den Linden / in der Sanierung / Blick von der Hauptbühne in den Zuschauerraum © IOCO

Staatsoper Unter den Linden / in der Sanierung / Blick von der Hauptbühne in den Zuschauerraum © IOCO

2017/18 – BESONDERE AKZENTE

Besondere Akzente setzen 2017/18 acht Premieren auf der großen Bühne (darunter eine deutsche Erstaufführung), zwei Uraufführungen und vier Premieren in der Neuen Werkstatt, 13 Musiktheaterwerke aus dem Repertoire sowie mehr als 90 Konzerte. Die bereits zum 23. Mal veranstalteten FESTTAGE kehren zurück an ihren Gründungsort, während das Festival für Neues Musiktheater INFEKTION! erstmals Unter den Linden stattfindet. Insgesamt sind es über 290 Veranstaltungen plus zahlreiche Projekte der Jungen Staatsoper. Darüber hinaus führen Gastspiele die Staatskapelle Berlin u. a. nach Dresden, Paris, Wien, Salzburg und Buenos Aires.

Staatsoper Unter den Linden / Riesiger sanierter Probenraum für Orchester mit speziellen Nachhall Konstruktionen © IOCO

Staatsoper Unter den Linden / Riesiger sanierter Probenraum für Orchester mit speziellen Nachhall Konstruktionen © IOCO

2017/18: PREMIEREN UND REPERTOIRE

Alte Freunde: Anna Netrebko mit Ehemann an der Staatsoper

Daniel Barenboim wird in der kommenden Spielzeit neben Robert Schumanns „Szenen aus Goethes Faust“ (Premiere: 3. Oktober) drei weitere Neuproduktionen dirigieren. Zum einen Wagners »Tristan und Isolde« in der Regie von Dmitri Tcherniakov mit Andreas Schager und Anja Kampe in den Titelrollen (Premiere: 11. Februar 2018), zum anderen zwei Verdi- Opern: die FESTTAGE-Premiere mit »Falstaff«, inszeniert von Mario Martone, mit Michael Volle, der sein Rollendebüt in der Titelpartie gibt (Premiere: 25. März 2018) sowie »Macbeth« mit Harry Kupfer (81) als Regisseur und mit Plácido Domingo (76 – 80) und Anna Netrebko als Macbeth und Lady Macbeth (Premiere: 17. Juni). Darüber hinaus wird Daniel Barenboim die Wiederaufnahmen von Wagners »Parsifal« und Debussys »Pelléas et Mélisande« musikalisch leiten. Yusif Eyvazov, Ehemann von Anna Netrebko, hier die Heirat in Wien,  wurde, passend zu den Juni Macbeth Terminen seiner Anna Netrebko, mal eben gleich mit an die Lindenoper geladen: Ab 2.6.2018 macht Eynazov den Cavaradossi in Tosca.

Staatsoper Unter den Linden / Kay Keßner führt durch die Lindenoper © IOCO

Staatsoper Unter den Linden / Kay Keßner führt durch die Lindenoper © IOCO

Zu den weiteren Premieren der Spielzeit 2017/18 zählen Engelbert Humperdincks »Hänsel und Gretel« inszeniert von Achim Freyer (81) und dirigiert von Sebastian Weigle (Premiere: 8. Dezember), Claudio Monteverdis »L’incoronazione di Poppea« in der Regie von Eva-Maria Höckmayr, gespielt von der Akademie für Alte Musik Berlin unter der Leitung von Diego Fasolis (Premiere: 9. Dezember), sowie „Altrocker“ (so Jürgen Flimm) Hans Neuenfels´ Neuproduktion von Richard Strauss´ »Salome«, musikalisch geleitet von Zubin Mehta, Ehrendirigent der Staatskapelle Berlin (Premiere: 4. März). Mit der deutschen Erstaufführung von Salvatore Sciarrinos »Ti vedo, ti sento, mi perdo«, im Rahmen von INFEKTION! Festival für Neues Musiktheater, kehrt Jürgen Flimm wenige Wochen nach dem Ende seiner Amtszeit als Intendant als Regisseur an das Haus zurück und setzt die intensive Auseinandersetzung mit dem Musiktheaterschaffen des italienischen Komponisten an der Berliner Staatsoper fort. Die Koproduktion mit dem Teatro alla Scala di Milano wird dirigiert von Maxime Pascal; es singen u. a. Laura Aikin und Otto Katzameier (Premiere: 7. Juli 2018 | INFEKTION!).

Höhepunkte des Repertoires sind Jürgen Flimms Inszenierung von Glucks »Orfeo ed Euridice« mit Bejun Mehta und Elsa Dreisig in den Titelrollen, Wim Wenders´ Produktion von Bizets »Les pêcheurs de perles«, wie bei der Premiere mit Olga Peretyatko-Mariotti, sowie Purcells »King Arthur« in der Regie von Sven-Eric Bechtolf und Julian Crouch, dirigiert von René Jacobs. Mit Brittens »The Turn of the Screw« und Mozarts »Don Giovanni« stehen zwei erfolgreiche Produktionen von Claus Guth wieder auf dem Spielplan, u. a. mit Christopher Maltman und Maria Bengtsson. Neben »Pelléas et Mélisande« – erstmals seit 2009 wieder gezeigt – ist eine weitere Regiearbeit von Ruth Berghaus zu erleben: Rossinis »Il barbiere di Siviglia«. Darüber hinaus spannt die Spielzeit 2017/18 mit Mozarts »Die Zauberflöte«, Puccinis »La Bohème« (Angela Gheorghiu als Mimì), »Tosca«, Verdis »La traviata«, Wagners »Parsifal« (R: Dmitri Tcherniakov), Strauss´ »Ariadne auf Naxos« (R: Hans Neuenfels) einen Bogen vom späten 18. bis ins frühe 20. Jahrhundert.

Sängerinnen und Sängern sind u.a. Maria Agresta, Laura Aikin, Daniela Barcellona, Piotr Beczala, Maria Bengtsson, Max Emanuel Cencic, Marianne Crebassa, Francesco Demuro, Plácido Domingo, Tara Erraught, Yusif Eyvazov, Angela Gheorghiu, Ekaterina Gubanova, Anja Kampe, Dmitry Korchak, Bejun Mehta, Anna Netrebko, René Pape, Olga Peretyatko-Mariotti, Ailyn Pérez, Simone Piazzola, Adrianne Pieczonka, Anna Prohaska, Xavier Sabata, Fabio Sartori, Nadine Sierra, Nina Stemme, Lauri Vasar, Rolando Villazón, Michael Volle sowie Kwangchul Youn.

 

2017/18 KONZERTPROGRAMM

Die Staatskapelle Berlin spielt in Berlin 16 große Sinfoniekonzerte mit acht Programmen – erstmals wieder im Opernhaus Unter den Linden sowie in der Philharmonie. Acht von ihnen stehen unter der Leitung von Daniel Barenboim. Die weiteren großen Orchesterkonzerte werden geleitet von Antonio Pappano, Zubin Mehta, Christoph von Dohnányi und François-Xavier Roth. Als Solisten sind Maurizio Pollini (Klavier), Renaud Capuçon, Lisa Batiashvili (Violine) sowie die Sängerinnen und Sänger Anna Prohaska, Nadine Sierra, Anna Nechaeva, Lauren Michelle (Sopran), Marianne Crebassa (Mezzosopran), Bejun Mehta (Countertenor), Ian Bostridge, Francesco Demuro (Tenor), Thomas Hampson, Matthias Goerne (Bariton) und Alex Espositio (Bass) zu erleben.

Staatsoper Unter den Linden / Kay Keßner führt durch den Apollosaal © IOCO

Staatsoper Unter den Linden / Kay Keßner führt durch den Apollosaal © IOCO

Einen besonderen Auftakt der Konzertsaison bildet das Eröffnungskonzert des Musikfest Berlin am 31. August in der Philharmonie. Unter der Leitung von Daniel Barenboim spielt die Staatskapelle Berlin Anton Bruckners 8. Sinfonie. In der Spielzeit 2017/18 werden gleich zwei besondere Geburtstagskonzerte gefeiert: Am 15. November gibt Daniel Barenboim anlässlich des 75. Geburtstags ein Benefizkonzert zugunsten des Musikkindergartens Berlin e.V. in der Philharmonie. Gemeinsam mit seinem langjährigen Freund und Weggefährten Zubin Mehta als Dirigent der Staatskapelle Berlin tritt Daniel Barenboim als Solist am Klavier in Erscheinung. 200 Jahre älter wird die Staatsoper Unter den Linden, die am 7. Dezember ihr 275-jähriges Bestehen feiert. Anlässlich dieses Jubiläums erklingen unter der Leitung von Daniel Barenboim Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy, Pierre Boulez sowie Richard Strauss, allesamt Komponisten, die auch selbst an der Staatsoper dirigiert haben.

Zum ersten Mal überhaupt wird James Levine die Staatskapelle Berlin am 31. Oktober 2017 in der Philharmonie bei Gustav Mahlers 3. Sinfonie dirigieren. Mit Mezzosopranistin Violeta Urmana sowie dem Staatsopernchor und dem Kinderchor.
Zu Gast sind außerdem die Wiener Philharmoniker – zunächst unter der Leitung von Zubin Mehta (81) mit Werken von Johannes Brahms, Joseph Haydn und Béla Bartók (7. Oktober) sowie bei den FESTTAGEN 2018 unter der Leitung von Daniel Barenboim mit Gustav Mahler (24. März). Darüber hinaus werden die Berliner Philharmoniker gemeinsam mit Simon Rattle als Gastorchester in der Staatsoper Unter den Linden ein Konzert mit Musik von Strawinsky und Rachmaninow geben (30. November). Die Staatskapelle wird im November mit drei Konzerten, geleitet von jungen Dirigenten wie Lahav Shani, Pablo Heras-Casado und Lorenzo Viotti, im Pierre Boulez Saal zu Gast sein (4., 9., 21. November).

Das Konzertprogramm der FESTTAGE 2018 steht ganz im Zeichen von Gustav Mahler und Claude Debussy. Nach der Eröffnung am 24. März durch die Wiener Philharmoniker, die bereits zum fünften Mal in Folge der Einladung nach Berlin nachkommen, gibt die Staatskapelle Berlin anlässlich des 100. Todestages von Debussy gemeinsam mit ihrem Generalmusikdirektor ein Konzert allein mit Werken dieses Komponisten (29. März). Auf dem Programm stehen seine »Fantaisie« für Klavier und Orchester mit Martha Argerich (77) als Solistin sowie sein monumentales Opus »Le Martyre de Saint Sébastien«, mit Anna Prohaska (Sopran), Marianne Crebassa (Mezzosopran), Anna Lapkovskaja (Alt) und Maria Furtwängler als Sprecherin sowie dem Staatsopernchor. Ihren Abschluss finden die FESTTAGE-Konzerte am 31. März in einem gleichfalls Debussy gewidmeten Duo-Recital von Martha Argerich und Daniel Barenboim.

 Staatsoper im Schillertheater / Hauptspielstaette bis Dezember 2017 © Thomas Bartilla

Staatsoper im Schillertheater / Hauptspielstaette bis Dezember 2017 © Thomas Bartilla

Die Konzerte zum Jahreswechsel finden am 31. Dezember 2017 und 1. Januar 2018 in der Staatsoper Unter den Linden statt, mit Beethovens 9. Sinfonie unter der Leitung von Daniel Barenboim auf dem Programm.
Im Pierre Boulez Saal kommt Schuberts Streichquartett-Zyklus zur Aufführung, gespielt vom Streichquartett der Staatskapelle Berlin (3. Dezember 2017, 7. Februar, 5. März, 13. Juni 2018). Die Konzertreihe »Preußens Hofmusik«, die Kammerkonzerte mit Mitgliedern der Staatskapelle Berlin, die Liedrecitals, die Kinder- und Chorkonzerte finden künftig wieder im Apollo-Saal der Staatsoper statt. Darüber hinaus gibt es Jubiläumskonzerte der Orchesterakademie und des Internationalen Opernstudios, ein »Klimakonzert« des »Orchester des Wandels«, Museumskonzerte im Bode-Museum und Konzerte in der Neuen Werkstatt. Fortgesetzt wird das Symposion »450 Jahre Staatskapelle Berlin« mit Betrachtungen zum »langen« 19. Jahrhundert.

GASTSPIELE DER STAATSKAPELLE BERLIN

Gastspiele führen das Orchester und ihren Generalmusikdirektor Daniel Barenboim im September 2017 in den Kulturpalast Dresden (4. September) sowie in die Philharmonie de Paris (9. und 10. September). 2018 stehen Auftritte im Musikverein Wien (7., 9. und 10. Mai) und bei den Salzburger Pfingstfestspielen (20. und 21. Mai) auf dem Programm sowie erneut eine Reise in die Ferne, nach Südamerika: Im Juli 2018 geht es nach Buenos Aires an das Teatro Colón.

Staatsoper Unter den Linden / Die Gänge der Lindenoper im Rang - Heute © IOCO

Staatsoper Unter den Linden / Die Gänge der Lindenoper im Rang – Heute © IOCO

NEUE WERKSTATT (NW)

Die Werkstatt im Schiller Theater, die sich in den vergangenen sieben Jahren als Ort für das zeitgenössische Musiktheater wie für Kinder- und Jugendoper etabliert hat, findet als »Neue Werkstatt« Unter den Linden ihre Heimat im historischen Orchesterprobesaal im Intendanzgebäude.

Grabstätte von Fanny Hensel und Felix Mendelssohn Bartholdy © IOCO

Grabstätte von Fanny Hensel und Felix Mendelssohn Bartholdy © IOCO

Eröffnet wird die Neue Werkstatt am 8. Oktober mit »Rivale«, einer Uraufführung von Lucia Ronchetti als Auftragswerk der Staatsoper Unter den Linden unter der musikalischen Leitung von Max Renne. Inszeniert wird die Kammeroper von Isabel Ostermann. Zum weiteren Programm der Neuen Werkstatt zählen die Uraufführung von »Abstract Pieces« von Manos Tsangaris als Auftragswerk der Staatsoper Unter den Linden (Uraufführung: 19. Mai 2018), die Premiere von Sommertag von Nikolaus Brass nach dem gleichnamigen Stück von Jon Fosse (R: Eva-Maria Weiss, ML: Max Renne, Premiere: 10. Februar 2018) sowie »Ein Portrait des Künstlers als Toter«, ein Projekt des italienischen Autors Davide Carnevali zusammen mit dem argentinischen Komponisten Franco Bridarolli (28. Juni 2018 | INFEKTION!). Für Menschen ab sechs Jahren ist Mike Svobodas Musiktheater für Kinder »Der unglaubliche Spotz« zu erleben (R: Marcin ?akomicki, Premiere: 24. November 2017). Ab dem 5. April 2018 bringt das Kinderopernhaus Lichtenberg in Kooperation mit der Staatsoper »Fanny! – Wer will mir wehren zu singen«, ein Musiktheater mit Kompostionen von Fanny Mendelsohn für Menschen ab acht Jahren, auf die Bühne.   IOCO VJ

—| IOCO Aktuell Staatsoper im Schillertheater |—

Wien, Wiener Staatsoper, KS Waltraud Meier – Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper, Juni 2017

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Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

KS Waltraud Meier – Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper

Nach der umjubelten Wiederaufnahme von Richard Strauss’ Elektra am gestrigen Montag, 19. Juni 2017 wurde KS Waltraud Meier, die an diesem Abend erstmals im Haus am Ring als Klytämnestra zu erleben war, die Ehrenmitgliedschaft der Wiener Staatsoper verliehen. Die Ehrung erfolgte durch Staatsoperndirektor Dominique Meyer und Bundestheater-Holding-Geschäftsführer Mag. Christian Kircher im Anschluss an die Vorstellung auf offener Bühne, wo sich das Ensemble des Abends – darunter Dirigent Michael Boder, KS Nina Stemme, Regine Hangler, Alan Held, Herbert Lippert und KS Wolfgang Bankl – versammelte. KS Waltraud Meier, die vor 30 Jahren ihr Debüt an der Wiener Staatsoper feierte und seitdem an 146 Abenden vor allem in großen Partien des deutschen Faches zu erleben war, wurde auch der von Juwelier Wagner gestaltete und zur Verfügung gestellte Ehrenring der Wiener Staatsoper überreicht. In der kommenden Spielzeit wird KS Waltraud Meier im Haus am Ring im Dezember 2017 wieder die Klytämnestra verkörpern und im Mai 2018 für ein Solistenkonzert zurückkehren.

Wiener Staatsoper / Christian Kircher, KS Waltraud Meier, Dominique Meyer © Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Wiener Staatsoper / Christian Kircher, KS Waltraud Meier, Dominique Meyer
© Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Die aus Würzburg stammende KS Waltraud Meier debütierte am 12. April 1987 als Kundry (Parsifal) im Haus am Ring und verkörperte hier weiters u. a. Sieglinde (Die Walküre), Amneris (Aida), Komponist (Ariadne auf Naxos), Carmen, Santuzza (Cavalleria rusticana), Eboli (Don Carlo), Leonore (Fidelio), Waltraute (Götterdämmerung), Ortrud (Lohengrin), Venus (Tannhäuser), Isolde (Tristan und Isolde) und Klytämnestra (Elektra) . Am 28. April 1998 wurde sie mit dem Titel Kammersängerin ausgezeichnet. 2011 wurde ihr der international bedeutende „Lotte Lehmann-Gedächtnisring“ des Solistenverbandes der Wiener Staatsoper überreicht. PM  Wiener Staatsoper

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