Stuttgart, Staatsoper Stuttgart, Konzerte trotz Corona ab 13.06.2020

Juni 2, 2020 by  
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Staatsoper Stuttgart

Oper Stuttgart © Matthias Baus

Oper Stuttgart © Matthias Baus

Konzerte trotz Corona

Das Staatsorchester Stuttgart und das Sängerensemble der Staatsoper Stuttgart sind mit verschiedenen Konzertformaten in der Liederhalle zu Gast – mit Abstand und dennoch ganz nah am Publikum

Mit ungewöhnlichen Programmen und in völlig neuen Raumkonstellationen treten die Musiker*innen des Staatsorchesters Stuttgart sowie die Sänger*innen des Solistenensembles der Staatsoper Stuttgart nach fast drei Monaten endlich wieder vor ihr Publikum: Im Beethoven- sowie im Mozartsaal der Liederhalle gibt es ab 6. Juni wieder Sinfonie-, Kammer- und Liedkonzerte sowie Programme für junges Publikum. Rund 30 Konzerte mit einer maximalen Spieldauer von 60 Minuten wurden innerhalb der vergangenen Wochen kurzfristig entwickelt. Die Zuschaueranzahl richtet sich nach Maßgabe des in Entstehung befindlichen Hygienekonzepts des jeweiligen Veranstaltungsorts, natürlich werden dabei alle derzeit geltenden Abstands- und Hygieneregeln eingehalten.

Cornelius Meisters Beethoven-Zyklus

Im Beethovensaal steht ab 13. Juni ein Zyklus der „corona-kompatiblen“ Beethoven-Sinfonien 1-8 auf dem Programm – alle rein orchestralen Werke ohne Vokalsoli und Chor. Alle Sinfonien werden in der originalen Orchesterfassung aufgeführt. Der Fokus jedes Konzerts liegt auf einer Sinfonie, jeweils moderiert vom Dirigenten: Generalmusikdirektor Cornelius Meister steht bei allen Aufführungen am Pult des Staatsorchesters Stuttgart. Nach einer kurzen Einführung in das jeweilige Werk erklingt die Sinfonie als Ganzes.

Bei allen Aufführungen wird das Staatsorchester nicht wie sonst üblich auf der Bühne des Beethovensaals sitzen, sondern im Parkett – halbkreisförmig umringt vom Publikum, das zwar im vorgegebenen Sicherheitsabstand zueinander und zum Orchester sitzen wird, dennoch sehr viel näher an den Musiker*innen als sonst bei Sinfoniekonzerten möglich. Ein ganz besonderes Musikerlebnis für nur wenige Zuhörer*innen!

Cornelius Meister über den Zyklus: „Viel zu sehr haben wir uns in den letzten Jahrzehnten daran gewöhnt, dass ein Orchester immer auf einer Bühne und vor möglichst vielen Zuhörern spielt. Mit unserem Konzept, das Publikum auf gleicher Ebene wie das Orchester zu setzen – nahe dran, aber trotzdem auf Abstand –, kehren wir zurück zu einer ganz unmittelbaren Form der Aufführung, wie sie früher selbstverständlich war. So feiern wir das Beethovenjahr auf spezielle Weise.“

Konzerte für Familien: Peter und der Wolf und Ene, mene, Quarantäne

Ebenfalls im Beethoven-Saal steht Sergej Prokofjews Klassiker Peter und der Wolf auf dem Programm – als Konzert für die ganze Familie unter der musikalischen Leitung von Cornelius Meister. Die Instrumentalist*innen des Staatsorchesters werden die einzelnen Figuren und die Handlung dieser Geschichte mit ihren Instrumenten schildern. Als Moderator und Erzähler tritt Guido Hammesfahr auf, den wohl alle Kinder als „Fritz Fuchs“ aus der Fernsehsendung Löwenzahn kennen und lieben. Die Aufführung wird empfohlen für Kinder ab 4 Jahren und ihre Familien.

Bei Ene, mene, Quarantäne handelt es ich um eine vergnügliche Aufführung nicht nur für Kinder ab 6 Jahren, sondern für die ganze Familie. Sie wurde in den letzten Wochen konzipiert von den Ensemblemitgliedern Esther Dierkes und Björn Bürger, die sich in diesen Zeiten als Ehepaar auch auf der Bühne nahe sein können.

Cornelius Meister über die Familienkonzerte: „Ich freue mich so sehr auf die leuchtenden Augen der kleinen und großen Besucher, von denen die meisten nach vielen Wochen zum ersten Mal wieder Sänger und ein Orchester hören werden. Alle sind eingeladen, sich verzaubern zu lassen. Familien dürfen selbstverständlich zusammensitzen.“

Kammerkonzerte

In wechselnden Besetzungen vom Duo bis zum Streichsextett treten die Musiker*innen des Staatsorchesters Stuttgart ab 7. Juni auf der knapp 18 Meter breiten Bühne im Mozartsaal der Liederhalle auf. Mit eigens zusammengestellten Programmen spielen die Instrumentalist*innen dann wieder für ihr Publikum – wenngleich auch für weniger Menschen als sie es ansonsten gewöhnt sind.

Gespielt werden Höhepunkte der Kammermusikliteratur wie Schuberts Streichquartette Rosamunde und Der Tod und das Mädchen oder Tschaikowskis Streichsextett Souvenir de Florence, aber auch selten zu Hörendes von Astor Piazzolla, Francis Poulenc, André Jolivet sowie allerneueste Kompositionen von Régis Campo oder Nicky Sohn.

Liedkonzerte

In den Liedkonzerten, die wie gewohnt in Zusammenarbeit mit der Hugo-Wolf-Akademie veranstaltet werden, präsentieren sich Ensemblemitglieder und Pianist*innen der Staatsoper Stuttgart sowie einige Gäste.

Lied- und Kammerkonzerte sind als Festival konzipiert, das zahlreiche Bezüge zwischen den Werken, den Besetzungen und den Epochen herstellt.

Cornelius Meister: „Seit jeher liegen mir die Kammermusik und die Liedliteratur besonders am Herzen. Ich bin außerordentlich glücklich, dass sich nun die Gelegenheit eröffnet, dieses Repertoire in viel größerem Maße zu pflegen, als wir es noch vor drei Monaten gedacht hätten.“

Termine

Beethoven-Zyklus
Sinfonie Nr. 1 C-Dur op. 21: Sa 13.06.
Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 36: So 28.06./So 05.07.
Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 Eroica: Sa 04.07./So 05.07.
Sinfonie Nr. 4 B-Dur op. 60: Mi 08.07.
Sinfonie Nr. 5 c-Moll op. 67: Fr 10.07./Sa 12.07.
Sinfonie Nr. 6 F-Dur op. 68 Pastorale: Sa 19.07./Mi 22.07.
Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92: Sa 18.07./So 19.07.
Sinfonie Nr. 8 F-Dur op. 93: Fr 24.07.
Beethovensaal der Liederhalle
Familienkonzerte
Ene, mene, Quarantäne: Sa 06.06.
Mozartsaal der Liederhalle
Peter und der Wolf: So 14.06./So 21.06.
Beethovensaal der Liederhalle

Kammermusik- und Liedkonzert-Festival
im Mozartsaal der Liederhalle

Alle Termine im Mozartsaal beginnen um 19.30 Uhr.

Zoltán Kodály: Duo für Violine und Violoncello op. 7
Dmitri Schostakowitsch: Trio Nr. 1 c-Moll op. 8
Astor Piazzolla: Le grand Tango
Mit Muriel Bardon (Violine), Doris Erdmann (Violoncello), Jan Pas (Violoncello), Lilian Heere (Violine), Stefano Vismara (Klavier)
So 07.06.


Mythen und Legenden
Joachim Andersen: Ballade et Danse des Sylphes
Claude Debussy: Syrinx
Albert Roussel: Krishna
Régis Campo: Phénix
Christoph Willibald Gluck: Reigen seliger Geister
Kazuo Fukushima: Mei
André Jolivet: Le Chant de Linos
Mit Nathanaël Carré (Flöte), Virginie Déjos (Klavier)
Mo 08.06.


Werke für Viola und Klavier von Johannes Brahms
Mit Alexander Akimov (Viola), Julia Brusentsova (Klavier)
Di 09.06.


Pjotr Iljitsch Tschaikowski: Streichsextett d-Moll op. 70 Souvenir de Florence
Mit Gustavo Surgik (Violine), Alexander Jussow (Violine), Alexander Akimov (Viola), Jan Melichar (Viola), Laurens Groll (Violoncello), Lars Jakob (Kontrabass)
Mi 10.06.


Felix Mendelssohn-Bartholdy: Streichquartett Es-Dur op. 12
Wolfgang Amadeus Mozart: Quintett Es-Dur für Horn, Violine, zwei Violas und Violoncello, KV 407 (386c)
Mit Veronika Unger (Violine), Lilian Heere (Violine), Daniel Schwartz (Viola), Philipp Körner (Violoncello), Philipp Römer (Horn), Veronika Unger (Violine), Madeleine Przybyl (Viola), Daniel Schwartz (Viola), Joachim Hess (Violoncello)
Do 11.06.


Franz Schubert: Streichquartett Nr. 13 a-Moll op. 29 D 804 Rosamunde
Mit Einführung
Mit Kathrin Scheytt (Violine), Marion Schäfer (Violine), Madeleine Pryzbyl (Viola), Zoltan Paulich (Violoncello)
Fr 12.06.


Nicky Sohn: Even in the Oddest Times (2018) für Streichquintett
Sowie Werke für Blechbläser
Evgeny Popov (Violine), Christian Frey (Violine), Thomas Gehring (Viola), Philipp Körner (Violoncello), Manuel Schattel (Kontrabass), Alexander Kirn (Trompete), Andreas Spannbauer (Trompete), Reimer Kühn (Horn), Christian Hammerer (Posaune), Stefan Kühndorf (Tuba)
Mi 17.06.


Franz Schubert: Streichquartett Nr. 14 d-Moll, D 810 Der Tod und das Mädchen
Mit Elena Graf (Violine), Alexander Jussow (Violine), Madeleine Przybyl (Viola), Guillaume Artus (Violoncello)
Do 18.07.


Lieder für Bariton und Klavier
Werke von John Musto und Samuel Barber
Mit Jarrett Ott (Bariton) und Alan Hamilton (Klavier)
Fr 19.06.


Der Klang der Träume – Begegnung mit Francis Poulenc
Kammermusik von Francis Poulenc
Mit Rudolf Guckelsberger (Erzähler), Nathanaël Carré (Flöte), Nicole Kern (Klarinette), Frank Bunselmeyer (Klarinette), Katrin Stüble (Oboe), Sebastian Mangold (Fagott), Muriel Bardon (Violine), Jan Pas (Violoncello), Stefano Vismara (Klavier)
Mi 08.07.


Werke von Ture Rangström, Gunnar de Frumerie, Wilhelm Peterson-Berger, Wilhelm Stenhammar und Johannes Brahms
Mit Ida Ränzlöv (Mezzosopran), Rita Kaufmann (Klavier)
Fr 10.07.


August Klughardt: Schilflieder op. 28
Mit Katrin Stüble (Oboe), Hedwig Gruber (Viola), Rita Kaufmann (Klavier)
Robert Schumann: Lieder nach Heinrich Heine
Lieder von Josephine Lang, Johannes Brahms und Felix Mendelssohn
Mit Stine Marie Fischer (Alt), Virginie Déjos (Klavier)
Sa 25.07.


Mehr als ein halbes Leben
Mit Helene Schneiderman (Mezzosopran) und Götz Payer (Klavier)
So 26.07.

Liedkonzerte in Zusammenarbeit mit der Internationalen Hugo-Wolf-Akademie Stuttgart

—| Pressemeldung Staatsoper Stuttgart |—

Berlin, Rundfunk Sinfonieorchester, Konzertleben vor der Auferstehung, IOCO Aktuell, 01.06.2020

RSB - Radio- Sinfonieorchester Berlin @ Simon Pauly

RSB – Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin @ Simon Pauly

Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin

RSB – Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin – Vladimir Jurowski

Das Konzertleben vor der Auferstehung 

von Adelina Yefimenko

In der Zeit der Pandemie fand das öffentliche Leben der Künstler fast nur online statt. Viele Musiker stellen sich in dieser Ausnahmesituation die allbekannte existenzielle Frage aus Shakespear’s Hamletto be or not to be. Gegen den erzwungenen Stillstand der Kultur kämpft jeder Künstler auf seine eigene Art und Weise.

In leeren Opernhäusern werden weiter Konzerte gespielt, wie z.B. die Montagskonzerte der Bayerischen Staatsoper: an Stelle der Oper-Inszenierungen wird das deutsche Liedgut exzellent gepflegt. Vor einem Monat in Berlin erlebten wir ein ungewöhnliches Europa-Konzert mit den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Kyrill Petrenko. Die Musiker spielten Werke von Pärt, Barber, Ligeti und Mahler mit einer Distanz von ca. zwei Metern zwischen einander. Die Techniker filmten das Konzert in Schutzmasken. Der Zuschauerraum der Philharmonie war leer. Stille in den Pausen, Stille nach dem Konzert und kein Applaus. Ein Gefühl wie im Kosmos, oder im Nirwana… Damit zeigten Musiker aber einen Ausweg, weitere Konzerte nicht einfach zu streichen, sondern auf neue Art und Weise zu gestalten. Es wird weiter getestet, wie Konzerte mit der Distanz zwischen Musikern funktionieren. Zu diesen Experimenten kommt auch die neue Gestaltung der Zuschauerräume.

31.5.2020:  Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter der Leitung von Vladimir Jurowski

Live aus dem Großen Sendesaal im Haus des Rundfunks – mit Daniel Hope, Violine

Viele Opern- und Konzerthäuser mit kleinen Ausnahmen sind immer noch geschlossen. Das Hessische Staatstheater Wiesbaden war das Erste, das die Zuschauer in der Saal eingelassen haben. Die wenigen Sommerfestivals versuchten den Totalausfall zu vermeiden. Die Salzburger Festspiele und das Rossini-Festival in Pesaro wurden zugesagt. Die in die Projekte involvierten Musiker und das Publikum bleiben hoffungsvoll. Ein reduziertes Format der Festspiele sollte vielleicht zum mutigsten Experiment des Pandemie-Jahres ernannt werden.

Es ist momentan sehr wichtig, die Fragen über die weitere Entwicklung des Konzertbetriebs zu diskutieren und die verschiedene Erfahrungen dieser extremen Zeit, die die Existenz aller Musiker betrifft, zu sammeln. Wie weit die Kreativität der Künstler gehen kann, die immer außergewöhnlich und innovativ denken, zeigen die Musiker des Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB) mit ihrem Chefdirigenten Vladimir Jurowski.

In Erinnerung blieb mein Treffen mit Vladimir in München in der Weihnachtszeit 2019 kurz vor Konzertauftritt des Dirigenten. Damals war die Musikwelt noch in Ordnung, als wir uns über spezifische Fragen in der Musik, wie z.B. über unvollendete Werke verschiedener Komponisten unterhielten. Jetzt scheint unsere damalige Konversation fast wie die von der Gräfin Madeleine aus der Capriccio von Richard Strauss. Wir saßen gemütlich im Café und redeten viel über Musik, die immer wichtig und immer gegenwärtig für uns bleibt. Wir konnten nicht wissen, dass zwei Monate später alle Opern- und Konzerthäuser ihre Türen schlossen, alle Veranstaltungen abgesagt wurden.

RSB Berlin / Dirigent Vladimir Jurowski @ Kai Bienert

RSB Berlin / Dirigent Vladimir Jurowski @ Kai Bienert

Aber die Musik versank nicht in der Stille. Die Frage nach dem Vorrang von Wort oder Musik, (Prima la musica e poi le parole) war auch für Strauss damals nicht nur eine Flucht aus der Realität des Zweite Weltkrieges. Als die Opern- und Konzerthäuser nach und nach zu Ruinen verfielen, wollte er einen mentalen Schutz für die Menschheit schaffen. Er wollte mit raffinierter Konversation nicht nur Trost geben, sondern auch seinen Glauben an die Menschlichkeit und an das Leben in der Liebe und Frieden bekennen.

Viele Künstler aus dem Hier und Jetzt beweisen die Bereitschaft, die Musik als Rettung der Zukunft zu wahren. Auch die anderen Themen sind plötzlich wichtig geworden – vor allem die Fragen über den zeitgemäßen Auftrag der Kunst in der Krise. In der Zukunft gibt es keine Garantie vor der tödlichen Viren, Naturkatastrophen und Klimawandel. Das Konversationsthema über das unvollendete Werk drängt und bedroht unsere Realität. Alle Medien alarmieren über die arbeitslose Existenz der Künstler. Nach dem der ganze Konzert- und Opernbetrieb unterbrochen wurde, sind viele Projekte, Premieren, Konzerte zu einem gemeinsamen unvollendeten Werk geworden.

Die Musiker dürfen nun wieder in der Öffentlichkeit spielen – und nicht nur Open Air. Es bewegt sich langsam wieder in Richtung der Verlebendigung des Konzertlebens.

Am 7. Mai 2020, am Vorabend des 75. Jahrestags der Befreiung vom Faschismus sollte unter der Leitung des RSB-Chefdirigenten Vladimir Jurowski ein Konzert stattfinden, das alle Medien als das politisch und musikalisch bedeutendste Konzert der Saison 2019/20 bezeichneten. Gebotenerweise durfte das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin nicht auftreten, aber die Musiker blieben nicht Zuhause. Statt im leeren Konzertsaal miteinander musikalisch zu kommunizieren und das Konzert im TV live zu übertragen, realisierte Vladimir Jurowski das neue Open-Air-Konzept im Kammermusikformat. Der Chefdirigent des Berliner Rundfunk-Sinfonieorchesters spielte mit drei Streichern Bach, Dvo?ák und Schostakowitsch für Berliner Senioren. Dieser Auftritt brachte neue wichtige Erfahrungen mit. Vladimir Jurowski, statt am Pult vor dem Orchester stehend, spielte am E-Piano. Die Musik ist vor allem Menschlichkeit und diese Menschlichkeit zählt am Ende mehr als die Erfolg, Brillanz und Perfektionismus – meinte der Chefdirigent des Rundfunk-Sinfonieorchesters. Genau solche Erfahrung wünschte sich zu behalten, wenn diese schwierigen Zeiten vorbei sind.

Die Konfrontation mit der Frage der Existenz der Musiker in der Pandemie-Zeit betrifft alle Musiker. Und der Orchesterleiter muss komplexe Verantwortung in der Pandemie-Arbeitspause tragen, wenn Orchestranten seelisch und finanziell betroffen sind und die latente Unsicherheit in der Luft schwebt.

Vladimir Jurowski stellt die Spielzeit 2019/20 vor – vor Corona
youtube Video  Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
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Die Musiker lassen sich nicht frustrieren und suchen neue Orte wie Gärten, Parks, Straßen, wo die nötige Distanz beim Spielen gesichert werden kann. Es lohnt sich, dabei unheimlichen Aufwand mit Sicherheitsmaßnahmen, Logistik, Instrumentenschutz bei dem Kälte oder Regen zu treiben.

Das Oper-Air-Konzert mit der Begleitung von Vogelgezwitscher lässt viel über die vernachlässigte Natur in der technokratischen Welt nachdenken. Der unvermeidliche Klimawandel lässt uns alle mit Gefahren rechnen, die die Menschen nicht steuern können. Was haben Menschen aus der Pandemie-Zeit gelernt haben, zeigt die Zukunft.

Im Jahr 2021 wird Vladimir Jurovski als musikalischer Leiter in einem der bedeutendsten Opernhäuser Europas wirken. Sogar wenn wir im nächsten Jahr keine Pandemien mehr haben, seine Aufgabe wird sicherlich nicht leicht. Außer der Programmänderungen und Verwirklichung neuer reduzierten Konzepte bzw. neuer Repertoire und Kooperationen mit den Künstlern an der Bayerischen Staatsoper kommt eine Herausforderung, mit der keiner vorher rechnen konnten – einen sicheren Ausweg aus der Krise zu schaffen. Aber „kommt Zeit, kommt Rat“.

Wenn die Pandemie vorbei ist und das gemeinschaftliche Leben wieder aktiv läuft, wissen wir noch nicht, ob alles wie früher sein wird oder doch anders. Aber nach der erzwungenen Stille in dem Musikleben dürfen die Musiker des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin mit Daniel Hope, Violine wieder das vollständige Konzertprogramm aus dem Großen Sendesaal im Haus des Rundfunks spielen.

Das erste Konzert des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin unter der Leitung von Vladimir Jurowski wird in der Reihe „Das rbbKultur Radio-Konzert“ am 31.05.2020 um 20:04  live übertragen.

Im Programm stehen Werke von Richard Strauss (Serenade für 13 Blasinstrumente Es-Dur op. 7 und Sextett für Streicher aus der Oper Capriccio), von Sergei Prokofjew (Quintett für Oboe, Klarinette, Violine, Viola und Kontrabass g-Moll op. 39), von Dmitri Schostakowitsch (Zwei Stücke für Streichoktett op. 11, Zwei Sonaten von Domenico Scarlatti, bearbeitet für Blasorchester und Pauken op. 17, Suite Nr. 1 für Jazz-Orchester) und von Alfred Schnittke (Sonate für Violine und Kammerorchester).

—| IOCO Aktuell Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin |—

Augsburg, Theater Augsburg, Programm der kommenden Spielzeit 2020/21

Mai 22, 2020 by  
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Theater Augsburg

Theater Augsburg / Außenansicht © Theater Augsburg

Theater Augsburg / Außenansicht © Theater Augsburg

»Eigensein«

Staatstheater Augsburg präsentiert Programm der kommenden Spielzeit 2020/21

Am 16.05.2020 hat das Staatstheater Augsburg im Livestream der »ananas@home«-Sondersendung »Wetten, dass … wir spielen!« das Programm der kommenden Spielzeit bekannt gegeben. In Talkrunden gaben Staatsintendant André Bücker und Leitungsmitglieder der vier Sparten Schauspiel, Musiktheater, Konzert und Ballett Einblicke in die geplante Saison, mit ihren Premieren und Konzerten, dem Spielzeitmotto sowie den derzeitigen Rahmenbedingungen für eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs.

Das übergreifende Spielzeitmotto »Eigensein« lädt dabei zu Reflektionen gegenwärtiger Lebenssituationen und gesellschaftlicher Themen ein und wird auf verschiedene Weise in den Produktionen der kommenden Spielzeit widergespiegelt. So geht es etwa um Wohn- und Lebensbedingungen, wie in der Operette »Moskau, Tscherjomuschki« von Dmitri Schostakowitsch. Aber auch die Selbstreflektion und die Rolle der Wissenschaft in unserer Gesellschaft sind Thema: Beides ist in Zeiten der Corona-Krise von ganz neuer Aktualität und wird z.B. in der Komödie Die Physiker« von Friedrich Dürrenmatt, beleuchtet. Im Musiktheater und Ballett finden sich einige Titel, die eigentlich bereits in der aktuellen Spielzeit Premiere gehabt hätten. Diese werden nun vorgeprobt und im Herbst zur Aufführung gebracht.

Theater Augsburg / Wetten dass, ... wir spielen! © Staatstheater Augsburg

Theater Augsburg / Wetten dass, … wir spielen! © Staatstheater Augsburg

Möchten Sie die Spielzeit-Show »Wetten dass, … wir spielen!« (Samstag, 16.5.) noch einmal sehen? Mit diesem Klick geht’s los:

https://staatstheater-augsburg.de/spielzeitpraesentation_20

Im Schauspiel können die bereits vor der Corona-Krise geplanten Inszenierungen rund um die Themen Vereinzelung und Rückzug ins »Eigensein« weitestgehend wie vorgesehen gespielt werden, so auch die beiden deutschsprachigen Erstaufführungen, Neil LaButes »Die Antwort auf alles« und »Wittgensteins Mätresse« nach dem Roman von David Markson. Neu hinzugekommen ist eine Bühnenbearbeitung von Thomas Manns »Zauberberg«. Das Schauspiel steuert zudem einen Liederabend, das Weihnachtsmärchen und – ganz neu in dieser Saison – ein Sommertheater bei.

Mit Christoph Willibald Glucks Oper »Orfeo ed Euridice«, als Kombination aus Live-Inszenierung und VR-Erlebnis, wird die Musiktheatersaison im martini-Park eröffnet. Insgesamt vier Produktionen dieser Sparte sind geplant. Dabei können, wie auch in den anderen Sparten, durch die auferlegten Abstands- und Hygiene-Regeln wesentlich weniger Zuschauer als bisher die Vorstellungen besuchen. Um dennoch möglichst vielen Interessierten Gelegenheit zu geben, daran teilzunehmen, wird es von jeder Produktion mehr Vorstellungen geben als bisher. Als größte Produktion im Musiktheater ist für Mai 2021 die Uraufführung des spartenübergreifenden Oratoriums »Das Ende der Schöpfung« geplant, mit dem der zeitgenössische Komponist Bernhard Lang sich auf Haydns berühmte »Schöpfung« bezieht.

Das Augsburger Ballett startet mit Franz Schuberts Liederzyklus »Die Winterreise« in die neue Spielzeit. In seiner Choreographie hat Ballettdirektor Ricardo Fernando 24 einzelne Bilder zu einer großen Erzählung zusammengefügt, inspiriert von der starken szenischen Kraft der melancholischen Lieder Franz Schuberts. Geplant sind weitere einzigartige Ballettabende, wie etwa »Creations«, die »Internationale Ballett-und Tanzgala« oder auch die nachgeholte Premiere von »Dimensions of Dance. Part 3«.

Die Augsburger Philharmoniker arbeiten in der kommenden Spielzeit wieder mit einem sehr erfolgreichen, in Augsburg ansässigen Künstler zusammen: Dem Pianisten Jewgeny Konnov, der als Artist in Residence mehrere Konzerte mitgestalten wird.  Für weitere Sinfoniekonzerte konnten Solisten mit ganz ungewöhnlichen Soloinstrumenten gewonnen werden, wie etwa der Bandoneon-Spieler Christian Gerber oder Saxophonist Christian Segmehl. Bekannt für seine Dynamik und positive Energie, gestaltet Klezmer-Klarinettist Giora Feidman gemeinsam mit dem Orchester das Abschlusskonzert der Saison. Mit Markus Bosch und der Estin Anu Tali sind in dieser Saison zwei renommierte Gastdirigenten am Pult zu erleben.

Noch in der aktuell laufenden Spielzeit wird das Staatstheater Augsburg zu einem Freiluft-Sommertheater auf die große Wiese im martini-Park einladen, ein neues Format, das in der Spielzeit 2020/21 mit »Cyrano de Bergerac« fortgeführt wird.

Gegen Ende der kommenden Spielzeit bringt das Staatstheater mit »Chicago« eines der begehrtesten Broadway-Musicals aller Zeiten auf die Freilichtbühne am Roten Tor. Außerdem wird, zu Ehren des 500-jährigen Jubiläums der Fuggerschen Stiftungen, auch das Fugger-Musical »Herz aus Gold« wiederaufgenommen.

Auch in der neu geschaffenen fünften Sparte »#Digitaltheater« werden in der Spielzeit 2020/21 gleich eine ganze Reihe von Inszenierungen angeboten, mit denen sich per VR-Brille ein spannender Theaterabend zuhause verbringen lässt.

Da wegen der notwendigen Abstandsregeln weniger Plätze im Zuschauerraum zur Verfügung stehen werden, wird das gewohnte Festplatz-Abo in der kommenden Spielzeit vorübergehend durch Scheckabos ersetzt. »Wir hoffen und sind zuversichtlich, dass unsere treuen Abonnent*innen nicht von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen und ihre bestehenden Abonnements auch unter den Corona angepassten Bedingungen weiterlaufen lassen.«, meint Intendant André Bücker. Der Besucherservice nimmt schon bald Kontakt zu den betreffenden Theaterfans auf.

Gemäß ihrem Motto »Wetten dass, … wir spielen!«  endete die Spielzeit-Show am Samstagabend mit einer Wette: André Bücker kündigte an, dass es dem Staatstheater Augsburg mit Hilfe seines Publikums gelingen werde, den größten Online-Chor Bayerns zu mobilisieren. Zum Mitsingen sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Proben und Aufführungen finden per Zoom statt. Informationen dazu sind in Kürze auf der Homepage des Staatstheaters nachzulesen.

—| Pressemeldung Theater Augsburg |—

Mannheim, Nationaltheater Mannheim, Musikalische Akademie – 2020/21, IOCO Aktuell, 16.05.2020

Nationaltheater Mannheim

Nationaltheater Mannheim

NTM Nationaltheater Mannheim © Christian Kleiner

NTM Nationaltheater Mannheim © Christian Kleiner

MUSIKALISCHE AKADEMIE  –  Nationaltheater Orchester Mannheim

 Spielzeit  2020/21  –  Flexibilität – in diesen Zeiten besonders gefordert

von Uschi Reifenberg

Das wissen auch Fritjof von Gagern, Präsident der Musikalischen Akademie und 1.Solocellist des Mannheimer Nationaltheater Orchesters in Personalunion und Generalmusikdirektor Alexander Soddy, die nun das aktuelle Programm der  242. Saison der  Musikalischen Akademie, welche 1778 gegründet wurde, vorgestellt haben.

Die Unsicherheit in der derzeitigen Krise zwingt die Künstler in eine besondere Situation und nötigt ihnen aus ihrer Planungswerkstatt verschiedene Lösungsmöglichkeiten ab. Der fehlende Austausch mit dem Publikum und der derzeitige Verlust des gemeinschaftlichen Erlebens von Musik verstärkt die Sehnsucht nach künstlerischer Normalität und beflügelt die Hoffnung auf eine bessere Zeit nach dem Ausnahmezustand.

„Wir arbeiten mit verschiedenen Szenarien – einem Plan A, so wie die Saison eigentlich gedacht ist, und einem Plan B, C und D, in welchen wir alternative Veranstaltungsformate durchspielen“, so von Gagern. „Die letzten abgesagten Konzerte (…) sind ein unfassbarer künstlerischer Verlust.  Gerade deshalb benötigen wir aus der Stille der Krise die Perspektive (…). Wir sehen es als unsere Aufgabe, Konzerte zu ermöglichen und durch die Musik Halt und Zuversicht gerade in diesen Zeiten zu geben“.

Der thematische Schwerpunkt der kommenden Programmgestaltung 2020/21 liegt in der Entwicklung romantischer und spätromantischer Kompositionen des 19. Jahrhunderts hin zur Auflösung konventioneller musikalischer Strukturen im 20. Jahrhundert, der atonalen Musik der  Moderne, sowie deren Repräsentanten der 2. Wiener Schule.

Geplant sind acht Doppelkonzerte, die einen weiten Bogen von Joseph Haydn bis Enrico Chapelá  spannen und wie immer im Mozartsaal des Rosengarten stattfinden werden. Ergänzt werden die Konzerte  durch das Konzertformat der Kammerakademie im Opernhaus des Nationaltheaters, das alljährlich besondere Akzente setzt und diesmal ein spannendes Bläserprogramm verspricht.

Wie in jedem Jahr sind auch in der Saison 20/21 wieder hochkarätige Solisten bei der Musikalischen Akademie zu Gast.

NTM Nationaltheater Mannheim / Bühne und Besucherraum für kommende Konzerte der Musikalischen Akademie © Christian Kleiner

NTM Nationaltheater Mannheim / Bühne und Besucherraum für kommende Konzerte der Musikalischen Akademie © Christian Kleiner

GMD Alexander Soddy wird allein vier der acht Doppelkonzerte dirigieren.   Den Auftakt macht GMD Alexander Soddy im ersten Akademiekonzert am 19./20. Oktober 2020, mit einem breit gefächerten und kontrastreichen amerikanisch- russisch- englischen Programm. John Adams Orchesterstück „Short Ride in a fast machine“ von 1986, das in atemberaubendem Tempo dahin jagt, wird dem populären 2. Klavierkonzert des russischen Komponisten Sergej Rachmaninow vorangestellt, interpretiert vom russisch-amerikanischen Pianisten Kirill Gerstein. Edward Elgars Sinfonie Nr.1, ein Meilenstein der englischen Sinfonik, dürfte beim Briten Alexander Soddy in den besten Händen liegen.

Im 2. Akademiekonzert am 16. und 17. November, das sich deutschen Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts widmet, steht nach längerer Zeit als Instrument wieder das Horn im Mittelpunkt. Das 2. Hornkonzert von Richard Strauss, das zu den schwierigsten Hornkonzerten überhaupt zählt, wird gespielt von Radek Baborák, dem ehemaligen Solohornisten der Berliner Philharmoniker. Mit Carl Maria von Webers Ouvertüre „Die Beherrscher der Geister“ und der 2. Sinfonie von Robert Schumann taucht das Programm tief in die Epoche der Früh- und Hochromantik ein.

Das 3. Akademiekonzert am 14./15. Dezember unter der Leitung von Ingo Metzmacher, trägt durchweg märchenhafte Züge. Dem besonders zur Weihnachtszeit beliebten Vorspiel aus Humperdincks Märchenoper Hänsel und Gretel folgt das Konzert für Viola und Orchester von Paul Hindemith Der Schwanendreher, das auf alten Volksliedern basiert. Als Solist konnte der Solo-Bratschist der Berliner Philharmoniker Amihai Grosz gewonnen werden.

In Alexander Zemlinskys Orchesterstück Die Seejungfrau wird die Geschichte der sich nach der Menschenwelt sehnenden Meerjungfau von Hans Christian Andersen lebendig, Ein reines russisches Programm verspricht das 4. Akademiekonzert am 8./9. Februar 2021, das von der französischen Dirigentin Ariane Matiakh geleitet wird.

Dmitri Schostakowitschs 1. Cellokonzert, das für Mstislaw Rostropowitsch geschrieben wurde, wird hier von der Cellistin Tatjana Tetzlaff gestaltet, flankiert von Michail Glinkas Kamarinskaya, einem bahnbrechenden russischen Orchesterwerk und Sergej Rachmaninows faszinierender   „Toteninsel“, inspiriert von Arnold Böcklins berühmten Gemälde.

Als letzter Programmpunkt setzt Modest Mussorgski mit seinem Meisterwerk Eine Nacht auf dem kahlen Berge einen phänomenalen Schlusspunkt unter die Reihe der russischen  Schauerromantik.

Das 5. Akademiekonzert am 8./9. März 21 bewegt sich im Spannungsfeld des Franzosen Claude Debussy, dem deutschen Komponisten Ludwig van Beethoven und dem Dänen Carl Nielsen.

Geleitet wird das Konzert vom dänischen Dirigenten Michael Schønwandt, der Komponist Hans Abrahamsen, ebenfalls Däne, orchestrierte 2011 Debussys bekannte Klavierminiaturen Childrens Corner, die Debussy seiner geliebten Tochter widmete.

Mit Beethovens 1.Klavierkonzert wird Kit Armstrong zu erleben sein, ein ersehnter Beethoven   Programmpunkt nach dem stark reduzierten Beethoven Jubiläumsjahr 2020.  Michael Schønwandt, dessen besondere Verbundenheit der Musik Carl Nielsen gilt, stellt die Sinfonia espansiva seines Landsmanns nun erstmalig dem Mannheimer Publikum vor.

Nationaltheater Mannheim / Generalmusikdirektor Alexander Soddy © Gerard Collett

Nationaltheater Mannheim / Generalmusikdirektor Alexander Soddy © Gerard Collett

Das 6. Akademiekonzert am 12./13. April 21 steht ganz im Zeichen Anton Bruckners. Mit seiner 5. Sinfonie, der sogenannten „katholischen“ setzt der italienische Dirigent Antonello Manacorda den Mannheimer Bruckner Zyklus fort. Bruckner schuf mit dieser Sinfonie wohl sein persönlichstes Werk, eine Art Glaubensbekenntnis nach einer für ihn schweren Zeit. Vom großen Vorbild Richard Wagner hatte er sich in dieser Sinfonie endlich emanzipiert.

Das 7. Akademiekonzert am 10./11. Mai 21, unter der Leitung von Alexander Soddy, spannt den Bogen von der Frühklassik Joseph Haydns über Gustav Mahler bis zur 2.Wiener Schule  Alban Bergs im 20. Jahrhundert, dessen „3 Stücke aus der Lyrischen Suite“, bearbeitet für Streichorchester, zu hören sein werden. Alle drei Komponisten verbindet der Bezug zur Stadt Wien. Der 1.Solo-Trompeter des Nationaltheater Orchesters Lukas Zeilinger, der ebenfalls aus der Nähe von Wien stammt, wird mit Haydns Trompetenkonzert eines der bedeutendsten Kompositionen für dieses Instrument interpretieren. Eine schöne Tradition der Musikalischen Akademie, Solisten aus „den eigenen Reihen“ in ihren Konzerten vorzustellen.

Gustav Mahlers 1.Sinfonie, reich an Gegensätzen und Bezügen, setzt den spannenden Schlusspunkt in diesem vielfältigen Programm.

Das 8. Akademiekonzert am 22./22. Juni 21, wiederum dirigiert von Alexander Soddy, mit einem kontrastreichem französisch- lateinamerikanischen Programm, bringt ein Wiedersehen mit dem Violinisten August Hadelich, der teilweise in Mannheim aufwuchs und auf allen großen Konzertpodien der Welt zu Hause ist. Er wird mit Édouard Lalos Sinfonie espagnole zu hören sein. Mit Spannung erwartet wird die Uraufführung von Enrico Chapellas genreübergreifender Komposition, einem Auftragswerk für die Musikalische Akademie. Zwei exemplarische Werke des Impressionismus bilden den Rahmen für diesen Abend, Maurice Ravels Alborada del grazioso, aus dem Klavierzyklus Miroirs, der hier als Orchesterwerk erklingt und La mer von Claude Debussy.

Am 6./7. Juni setzen dann die Bläser in der Kammerakademie mit Richard Strauss, Antonin Dvorák und Friedrich Gulda ganz besondere Akzente.  Joseph Bastian dirigiert, Benedict Kloeckner ist der Solist in Guldas Konzert für Violoncello und Blasorchester, einem energiegeladenem Crossover-Stilmix, der unter die Haut geht. Die Bläserserenaden von Strauss und Dvorák sind absolute Meisterwerke ihres Genres und lassen einen Hauch von Mozart‘schem Geist durchs Programm wehen.

Die Musikalische Akademie Mannheim  –  Akademiekonzerte

Mit nunmehr 242 Jahren sind die Akademiekonzerte in Mannheim weltweit eine der traditionsreichsten Konzertreihen weltweit. Gegründet wurde sie 1778 im Geiste der Mannheimer Schule – und damit an der Speerspitze der damaligen Avantgarde – von den Musikern der Kurfürstlichen Hofkapelle, des heutigen Nationaltheater – Orchesters. Es ist bemerkenswert, dass diese Institution auf ihrem Weg zum Traditionsorchester durch die Jahrzehnte und Jahrhunderte immer vom außergewöhnlichen Zuspruch der Mannheimer Bürgerinnen und Bürger getragen wurde und heute wird.

Brahms, Furtwängler, Strauss, Kleiber, Hindemith, Rostropowitsch, Stein, Argerich, Zimmermann – die Liste der ganz großen Namen, die als Dirigenten und Solisten bei den Akademiekonzerten zu Gast waren, ließe sich lang fortsetzen. Den in der Musikalischen Akademie organisierten Musikern des Nationaltheater- Orchesters ist es immer gelungen, einige der interessantesten Musiker* innen ihrer Zeit nach Mannheim zu holen.

Heute ist die künstlerische und finanzielle Eigenständigkeit der Musikalischen Akademie einzigartig in Deutschland. Nach wie vor prägen Authentizität, Vielfalt und Ideenreichtum die Auswahl von Programmen und Gastkünstlern. Jährlich wird ein Kompositionsauftrag vergeben.   (Zitiert aus dem Jahresprogramm).

—| IOCO Aktuell Nationaltheater Mannheim |—

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