Plauen, Theater Plauen Zwickau, Dirk Löschner – Generalintendant ab 2022, IOCO Aktuell, 17.11.2020

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Theater Plauen Zwickau

Theater Plauen-Zwickau © Theaterfotograf Peter Awtukowitsch

Theater Plauen-Zwickau © Theaterfotograf Peter Awtukowitsch

Dirk Löschner – Generalintendant Theater Plauen-Zwickau – 2022

Der Aufsichtsrat des Theater Plauen-Zwickau hat Dirk Löschner ab August 2022 für fünf Spielzeiten zum neuen Generalintendanten des Theater Plauen-Zwickau gewählt.

Damit setzte sich Dirk Löschner, *1966, gegen 41 Mitbewerber*innen durch. Löschner ist zur Zeit Intendant und Geschäftsführer der Theater Vorpommern GmbH und folgt am Theater Plauen-Zwickau auf Roland May, *1955, der seinen Vertrag noch einmal bis zum August 2022 verlängert hatte, um den aktuellen künstlerischen Ensembles nach Jahren der Interimsbespielung die Eröffnung des rekonstruierten Gewandhauses in Zwickau zu ermöglichen. Dirk Löschner wurde 1966 in Berlin geboren und absolvierte dort ein Schauspiel- und Puppenspiel-Studium an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“. Zahlreiche Engagements als Schauspieler und Regisseur führten ihn u. a. an das Hans-Otto-Theater Potsdam, an das Hebbel-Theater sowie die Tribüne Berlin.

Von 1995 bis 2001 studierte er Kommunikations- und Wirtschaftswissenschaften mit dem Schwerpunkt Medienökonomie und Marketing an der Freien Universität Berlin. 1998/1999 hatte Dirk Löschner die Produktionsleitung des Lausitzer Opernsommers inne. 2001 wurde er Verwaltungsdirektor am Landestheater Detmold, ab 2006 Kaufmännischer Geschäftsführer der Landestheater Detmold GmbH. Von 2006 bis 2009 war er zusätzlich Geschäftsführer des Detmolder Sommertheaters. Seit 2004 ist er außerdem künstlerischer Leiter des von ihm gegründeten Puppentheater-Festivals FIGURA MAGICA in Detmold. 2009 übernahm Dirk Löschner die Intendanz am Theater der Altmark in Stendal. Mit der Spielzeit 2012/13 wechselte er an die Theater Vorpommern GmbH

 

—| IOCO Aktuell Theater Plauen Zwickau |—

Stralsund, Theater Vorpommern, Dido and Aeneas – Henry Purcell, IOCO Kritik, 17.10.2020

Oktober 17, 2020 by  
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Theater Vorpommern

Theater Stralsund © Vincent Leifer

Theater Stralsund © Vincent Leifer

 DIDO AND AENEAS  –  Henry Purcell

Ein starkes,  geschlossenes Ensemble entlässt das begeisterte Publikum nach viel zu kurzen 59 Minuten

von Thomas Kunzmann

Die Saison 20/21 sorgt an allen Theatern für erzwungene Überraschungen: reduzierte Platzkapazitäten in den Sälen einerseits, Abstandsregeln auf der Bühne und im Orchestergraben andererseits erzwingen Kreativität. Wohl kaum kein Theater in diesem Land, das die Saison nicht wieder und wieder umgeplant und auch die Stückauswahl den Bedingungen angepasst hat. Kleine Besetzungen im Klangkörper, oftmals Verzicht auf große Choropern und Werke, die eine Pause benötigen. Nicht zuletzt sind dadurch aber auch Experimente möglich, mit weniger großen Namen die Häuser zu füllen, bereits mit 20-30% Platzbelegung ist man letztlich „ausverkauft“. Krise als Chance – und das Publikum ist nach 6 Monaten ausgehungert.

Das Theater Vorpommern, Stralsund eröffnet seine Opern-Saison mit Dido and Aeneasvon Henry Purcell. Die äußerst kompakte Barockoper mit einer Spielzeit von knapp unter einer Stunde birgt dennoch alles, was Musiktheater benötigt: Machtkampf und humorvolle Einlagen, tragische Liebe und Intrige – bis hin zum herzerweichenden Tod. Gesungen wird auf Englisch, Übertitel werden eingeblendet, sind allerdings aufgrund der großartigen Textverständlichkeit kaum von Nöten. Bis zum Platz gilt Maskenpflicht, was allerdings auch größere Abstände zwischen den belegten Plätzen erfordert – die verfügbaren Karten schienen verkauft – zu Recht, wie sich zeigen sollte.

Theater Vorpommern / Dido and Aeneas © Peter van Heesen

Theater Vorpommern / Dido and Aeneas © Peter van Heesen

Auf seiner Irrfahrt über das Mittelmeer trifft der trojanische Held Aeneas, Sohn der Venus, auf Dido, Gründerin von Karthago. Nicht nur, dass sich beide prompt ineinander verlieben – diese Verbindung käme ihren Reichen äußerst gelegen. Dido hat jedoch ihrem ermordeten Gatten ewige Treue über den Tod hinaus geschworen. Und auch die grundlos niederträchtigen Hexen Karthagos wünschen sich nichts sehnlicher, als das aufkeimende Glück zu zerstören und schicken Aeneas einen Geist in Gestalt des Merkur, der ihm von Jupiter die Nachricht überbringen soll, er möge auf die Liebe verzichten und umgehend abreisen. Als Aeneas von Dido Abschied nehmen will, vermutet Dido lediglich einen Vorwand. Um ihr das Gegenteil zu beweisen, riskiert Aeneas den Zorn der Götter und will bei ihr bleiben, doch es ist zu spät. Der Funke des Zweifels lässt sich in Dido nicht mehr löschen.

Den schlicht gehaltenen Bühnenraum überspannt eine Travers-Brücke mit beidseitig gewendelten Treppen. Die erhöhte Ebene vergrößert die Bühne abstandsgerecht, visualisiert aber auch den Einflusswunsch der Höflinge einerseits sowie den Machtwillen der Hexen andererseits. Während die erste Hexe von oben agierend die Fäden der Intrige zieht, bleiben Dido und Aeneas stets „bodenständig“ und auf Augenhöhe. Die fantasievollen Kostüme von Christopher Melching verführen rein optisch in eine märchenhafte Sagenwelt.

Zum ersten Highlight des Abends gerät Belindas optimistische Ermutigung „Shake the cloud from off your brow“, unterstützt vom kleinen, dennoch oratorienartig klingendem Chor. Dido behält ihre Schatten um die Augen. Ob es lediglich den Abstandsregeln geschuldet ist, die Annäherungen und Berührungen unmöglich machen, ob es Distanzwillen der Protagonisten ist – Nina-Maria Fischer als Dido bleibt nach außen kühl in Bewegung und klar im Klang, sodass erst ihr warm-weiches Lamento allen Gefühlen freien Lauf lässt. In ihrer Sterbearie „When I am laid in earth“, einer der berühmtesten Arien der Musikgeschichte, nimmt sie nicht nur Abschied von der Welt, ihr Klang umschließt sie wie ein unsichtbares Seidentuch, hüllt sich in den Raum ein und vermag, scheinbar mühelos, das Publikum auf ihren letzten Weg mitzunehmen. BelindasThanks to the lonesome Vales“ , Franziska Ringe, avanciert zum Ohrwurm des Abends.

Theater Vorpommern / Dido and Aeneas © Peter van Heesen

Theater Vorpommern / Dido and Aeneas © Peter van Heesen

Bassbariton Maciej Kozlowski als Aeneas ist nicht der Hüne, den man als Trojas Kämpfer erwartet, aber der tapfere und mutige, sinnlich-verführerische Held, der in diese Rolle passt. Mit seinem schlanken, geradlinigen Ton voller Anmut, aber auch stählerner Entschlossenheit strahlt er noble Herrscherqualität aus. Diabolisch hingegen das Hexenensemble – nicht nur optisch irritierend; das boshafte Gelächter ob der geplanten Intrige lässt den bis dahin harmonieverwöhnten Zuhörer gehörig erschauern. Die bärtigen Widersacherinnen mögen dabei darauf zielen, dass Machtkampf eher männerdominiert ist. Dafür wird nicht nur für den Geist, sondern auch für die erste Hexe ein Countertenor eingesetzt, beides Gäste, die sich hervorragend in das Ensemble integrieren. Die Maske setzt dezent auf Film- und Promizitate, neben Conchita Wurst meint man auch Batmans Joker zu erkennen.

Theater Vorpommern / Dido and Aeneas © Peter van Heesen

Theater Vorpommern / Dido and Aeneas © Peter van Heesen

Typisch für die Barockoper spielt das kleine Orchester auf der Bühne, geleitet von GMD Florian Csizmadia am Cemballo des lustvoll aufspielenden Continuo, dessen Schwung das Orchester allerdings nicht immer mitnimmt. Gerade in der leichtfüßig federnden Rhythmik der Ouvertüre wäre noch Platz nach oben gewesen.

Die Regie von Dirk Löschner verzichtet auf skurrile Neuinterpretationen ebenso wie auf schwulstige Übertreibungen, ohne dabei altbacken zu wirken. Opernliebhaber traditioneller Aufführungen werden hier voll auf ihre Kosten kommen.

Ein in sich geschlossenes Ensemble entlässt nach viel zu kurzen 59 Minuten ein beseeltes Publikum, das die Darbietung mit einem tosenden Applaus belohnt, der die geringe Zuschauerzahl vergessen lässt. Stralsund setzt zum Saisonauftakt ein Achtungszeichen und zeigt, wie man auch unter schwierigen Umständen Opern attraktiv und fesselnd umsetzt

Musikalische Leitung – Florian Csizmadia, Inszenierung – Dirk Löschner, Bühne und Kostüme – Christopher Melching

Dido – Nina-Maria Fischer, Aeneas – Maciej Kozlowski, Belinda – Franziska Ringe, Zweite Vertraute – Adelya Zabarova, Zauberin – Konstantin Derri, Geist – Nils Wanderer, Erste Hexe – Linda Hwa, Zweite Hexe – Kristina Herbst

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Stralsund, Theater Vorpommern, Dido and Aeneas; die weiteren Termine 1.11. Greifswald; 29.11. Stralsund, 13.12. Greifswald; 29.12. Stralsund

—| IOCO Kritik Theater Vorpommern |—

Stralsund, Theater Vorpommern, Premiere: Kleider machen Leute, 09.03.2013

März 4, 2013 by  
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Theater Vorpommern

Theater Stralsund © Vincent Leifer

Theater Stralsund © Vincent Leifer

Premiere: 
Kleider machen Leute von Alexander Zemlinsky
Text von Leo Feld nach der Novelle von Gottfried Keller

 
Ein Herr aus Seldwyla entsteigt einer Kutsche, edel gekleidet in einen extravaganten Mantel, eine Pelzmütze auf dem Kopf. Niemand kennt den Fremden hier in Goldach. Aber eines ist sofort klar: Er muss ein Graf sein. Doch was, wenn sich in den Kleidern des Grafen nur ein Schneider aus dem Nachbarort verbirgt? Der Schneider genießt seinen unverhofften sozialen Aufstieg zunächst und verstrickt sich immer weiter in die Geschichte. Schon gibt es kein Zurück mehr für den schneiderlichen Herrn Grafen, denn wer lädt schon gerne den Volkszorn eines ganzen betrogenen Dorfes auf sich? Doch dann sickern Informationen über den Aufschneider aus Seldwyla nach Goldach durch und die Geschichte des Grafen Strapinski wird fadenscheinig. Der vermeintliche Kaiser steht schnell ohne Kleider da, ohne Freunde, ohne Geld und womöglich sogar ohne sein geliebtes Nettchen.
 
Klangschwelgerisch und innig zugleich setzt Alexander Zemlinsky Gottfried Kellers Novelle in eine so berückende Musik um, dass sie Theodor W. Adorno zu der Äußerung verleitete: „Spricht man einmal unbefangen aus, wie verteufelt wenig gute Musik es gibt, dann wird man für Zemlinsky alle Aufmerksamkeit erbitten dürfen.“
 
 
Musikalische Leitung: GMD Golo Berg Inszenierung: Horst Kupich Ausstattung: Christof von Büren Chöre: Anna Töller
 
Mit: Liubov Belotserkovskaya, Doris Hädrich, Christina Winkel; Bragi Bergthórsson, Jonathan Boudevin, Alexandru Constantinescu, Taeyoung Ji, Bernhard Leube, Dirk Löschner, Yuji Natsume, Thomas Rettensteiner, Johannes Richter, Damien Schmedje;
Opernchor des Theaters Vorpommern; Philharmonisches Orchester Vorpommern
 
Lampenfieber: 3. März, 11.00 Uhr, Stralsund (Foyer)
Premiere: 9. März, 19.30 Uhr, Stralsund (Großes Haus)
Nächste Vorstellungen: 15. März, 19.30 Uhr / 6. April, 19.30 Uhr / 14. April, 16.00 Uhr
—| Pressemeldung Theater Vorpommern |—

Greifswald – Stralsund, Theater Vorpommern, Theater Vorpommern und Stettiner Oper kooperieren, 10.01.2013

Januar 10, 2013 by  
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Theater Vorpommern

Theater Greifswald © Vincent Leifer

Theater Greifswald © Vincent Leifer

Theater Vorpommern und Stettiner Oper kooperieren

Das Theater Vorpommern und die Opera na Zamku Szczecin werden künftig  grenzüberschreitend zusammenwirken. Intendant Dirk Löschner und Direktorin Angelika Rabizo unterzeichneten am 9. Januar die Kooperationsvereinbarung. Anlässlich des Festaktes waren der Vizemarschall der Wojewodschaft Westpommern, Wojciech Drozdz sowie der Direktor der Abteilung für Kultur, Wissenschaft und nationales Erbe der Wojewodschaft Westpommern, Jacek Jekiel angereist. Auch die Oberbürgermeister von Greifswald und Stralsund, Dr. Arthur König und Dr. Alexander Badrow, sowie der Beigeordnete für den Landkreis Vorpommern-Rügen, Manfred Gerth, waren anwesend.
 
Wir wollen ab der nächsten Spielzeit Potentiale im Bereich der Oper, des Balletts und der klassischen Musik bündeln und die beteiligten Städte Stettin, Stralsund, Greifswald und Putbus stärker vernetzen. Auf diese Weise können wir eine neue künstlerische Vielfalt in der Region erreichen„, sagte Dirk Löschner anlässlich der Unterzeichnung. „Trotz unserer begrenzten finanziellen Mittel können wir auf diese Weise größere Projekte umsetzen.“ Angelika Rabizo von der Stettiner Oper ergänzte: „Wir haben sofort verstanden, dass wir viel voneinander lernen können und die Kooperation brauchen.“
Theater Stralsund © Vincent Leifer

Theater Stralsund © Vincent Leifer

 
Als erstes gemeinsames Projekt wird zu Beginn der neuen Spielzeit  Gustav Mahlers   2.Sinfonie in Greifswald, Stettin und Stralsund aufgeführt, kündigte Generalmusikdirektor Golo Berg an. „Sie stellt besondere Anforderungen an die Ausführenden und ich bin sehr stolz, dass wir dieses Werk gemeinsam auf die Bühne bringen.“ An der Sinfonie werden nicht nur die Orchester beider Häuser mitwirken, sondern auch die Chöre gemeinsam mit dem Greifswalder Universitätschor.
 
Außerdem werde es durch die Kooperation möglich sein, anlässlich des 200. Geburtstages von Richard Wagner die große Choroper „Lohengrin“ umzusetzen, freute sich Dirk Löschner. „Damit sind wir das einzige Theater in Mecklenburg-Vorpommern, das eine große Choroper Wagners stemmen wird.“ Diese Oper wird auch in Stettin laufen.
 
Darüber hinaus ist eine Workshop-Reihe für die Solisten beider Häuser geplant. Auch der Austausch von Inszenierungen und die Übernahme von Ausstattungen ist Teil der Kooperation. So erhoffen sich beide Seiten wirtschaftliche Vorteile durch die Zusammenarbeit der Werkstätten. „Die Fachleute ergänzen sich gut„, schätzte Dirk Löschner ein. „Auf diese Weise könnten Kapazitätsengpässe besser ausgeglichen werden. Das macht uns wirtschaftlich stärker und ermöglicht Projekte, die ohne die Zusammenarbeit nicht möglich wären.“
 
—| Pressemeldung Theater Vorpommern |—

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