Wiesbaden, Hessisches Staatstheater, Herzog Blaubarts Burg – Die sieben Todsünden, IOCO Kritik, 08.03.2019

Hessisches Staatstheater Wiesbaden

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin Kaufhold

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin Kaufhold

Herzog Blaubarts Burg    –   Die sieben Todsünden
Béla Bartók  –  Kurt Weill

von Ingrid Freiberg

Herzog Blaubarts Burg  –  Béla Bartók 

Béla Bartóks Herzog Blaubarts Burg, Text von Béla Baläzs, 1911 für zwei Sänger geschrieben, wurde als „unspielbar“ abgelehnt und erst 1918 nach den Verwüstungen des Ersten Weltkriegs am Königlichen Opernhaus Budapest uraufgeführt. Der Einakter gehört, wenn auch selten aufgeführt, seither zum Weltrepertoire. Die ungarische Musikwissenschaft deutete den Blaubart als Lohengrin des 20. Jahrhunderts“, dem nicht die Möglichkeit verbleibt, nach der Enttäuschung zum heiligen Gral zurückzukehren.


Herzog Blaubarts Burg  –  Béla Bartók
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Die Tränenburg des Lebens

Judit hat ihre Familie und ihren Bräutigam verlassen, um dem geheimnisumwitterten Mann zu folgen und mit ihm in Einsamkeit zu leben. Weder Finsternis noch Kälte und Feuchtigkeit halten sie davon ab. Durch die Kraft ihres Mitleids und ihrer Liebe will sie Licht in Blaubarts Burg bringen. Als sie leidenschaftlich, mit den Waffen einer Frau, die Öffnung der sieben Türen verlangt, ermöglicht er ihr zunächst – auf seinem Notebook – einen Blick in seine Folterkammer mit den blutdurchtränkten Wänden. Über das Gesehene ist sie bestürzt, es hält sie aber nicht davon ab, die Schlüssel für die weiteren Türen zu fordern. Blaubart, der sie liebt, gibt unwillig sein Inneres zu erkennen. Aus der dritten Tür holt er eine Schatulle mit Gold und Geschmeide, das er ihr umlegt. Eine weitere Tür zeigt den Garten. Nun ist es hell, Lilien und Rosen bedecken die Bühne. „Das alles soll nun dir gehören“, versucht er sie abzulenken, als er ihr sein Land zeigt. Aber seine stürmischen Liebesbezeugungen nützen nichts: Judit besteht auf den letzten beiden Schlüsseln. Hinter der sechsten Tür findet sie einen Tränensee. Tränen, die Blaubart um seine ermordeten Frauen geweint hat, und an die er nicht erinnert werden will. Das Licht trübt sich wieder ein.

Die letzte Tür will Blaubart verschlossen halten, doch Judit, bereits von eifersüchtigen Ahnungen erfasst, fragt ihn nach seinen früheren Frauen. Verzweifelt schließt er auch die letzten Türen auf: Die drei früheren Frauen Blaubarts treten heraus. Die erste, so erklärt Blaubart, traf er am Morgen, die zweite mittags, die dritte abends. Judit, die Schönste, die er in der Nacht erblickte, wird von nun an die Nacht verkörpern. Minutiös schildert die Musik das fortschreitende Eindringen ins Innerste des Mannes, der zwar bereit ist, Grausamkeit, Kampfgeist, Reichtum, Schönheit und Macht mit seiner Auserwählten zu teilen, ihr aber den Zugang zu seinen Tränen und seinen gescheiterten Zielen verwehrt. Auf seine Frage: „Warum?“, antwortet sie „Gib mir deine Schlüssel, Blaubart, gib sie mir, weil ich dich liebe!“.

Berauschender Sog

Die Inszenierung von Intendant Uwe Eric Laufenberg beginnt mit dem Prolog: „Nun hört das Lied – ihr schaut, ich schaue euch an. Aufgeschlagen sind die Wimpernvorhänge unserer Augen. Wo ist die Bühne? Außen oder Innen? Männer und Frauen?„, der die symbolhafte Bedeutung der kommenden Vorgänge unterstreicht. Laufenberg konzentriert sich auf die verschlossene männliche Seele und die weibliche Neugier. Neben drastischer Körperlichkeit gibt er auch der Romantik Raum. Die Burg sieht er als Gehäuse für die Seele Blaubarts. Sie seufzt und stöhnt, weint und blutet. Sieben Türen führen in die Vergangenheit, in Blaubarts verborgenes Seelenreich. Unerbittlich ergründet Judit die Geheimnisse seiner Innenwelt und leitet damit die Zerstörung ihrer Liebe ein.

Hessisches Staatstheater Wiesbaden / Herzog Blaubarts Burg - hier : Vessilina Kasarova als Judit, Johannes Martin Kraenzle als Blaubart © Karl Monika Forster

Hessisches Staatstheater Wiesbaden / Herzog Blaubarts Burg – hier : Vessilina Kasarova als Judit, Johannes Martin Kraenzle als Blaubart © Karl Monika Forster

Blaubart und seine junge Frau Judit kommen aus einem Aufzug in das Innere der Burg. Die holzgetäfelte, halbdunkle anonyme Halle, mit Bett, Couchgarnitur, Grünpflanzen hinter Glas und einem Bild von Anna Magnani (aus „Rom, offene Stadt“, ein Film, der auf dem Idealismus im Menschen beharrt) gibt den beiden charismatischen Sängerpersönlichkeiten große Entfaltungsmöglichkeiten. Hochspannend, wenn Judit trotz wilder Liebesspiele nicht aufgibt, beharrlich nach den Schlüsseln zu fragen, und Blaubart mit dem Messer letztendlich zustechen wird. Es ist eine Sternstunde, wenn Inszenierung, Gesang und Darstellung so ineinander spielen und ein berauschender Sog entsteht…

Susanne Füller und Matthias Schaller (Bühne) lassen die Wände und Türen um das Paar abwechselnd schließen und öffnen und steigern auch mit Lichteffekten (Klaus Krauspenhaar) das Geschehen. Das dramatische Geschehen wird von der Bühnenarchitektur differenziert unterstützt. Die Kostüme von Susanne Füller betonen die Charaktere: Blaubart, ein glücklicher, aber auch ein von Ängsten geschüttelter Mann, trägt einen grauen unauffälligen Anzug. Während sich Judit mit hellblauem Satintellerrock als hübsche selbstbewusst liebende Frau zeigt.

Vesselina Kaserova – Johannes Martin Kränzle : Welch ein Geschenk!

Johannes Martin Kränzle ist einer der führenden und wandlungsfähigsten Sängerdarsteller seiner Generation. Es gelingt ihm überzeugend, Inhalte und die sinnliche Kraft der Musik zu beleuchten. Sein Blaubart ist mitreißend – Extraklasse! Seine enorme Bühnenpräsenz, gepaart mit fulminanter stimmlicher Autorität und sein prachtvoll strömender Bariton mischen sich mit ansteckendem Lachen, Sinnlichkeit und Brutalität; überaus glaubhaft ist seine innere Zerrissenheit und seine Leidenschaft. Kongenial an seiner Seite Vesselina Kasarova als Judit. Ihr geht es um die psychologisch emotionale Betonung der Rolle, die sie mit ihrem schimmernd warmen und sinnlichen Mezzosopran umsetzt. Sie verleiht der maßlos liebenden Judit lodernde Leidenschaft mit berückend leisen Tönen, Wärme, Frische und Innigkeit. Erotisch knisternde Spannung lässt die Gefühle eskalieren. Judit und Blaubart lieben sich leidenschaftlich, doch ihre Beziehung kann nicht funktionieren. „Nacht“, singt Blaubart, „bleibt es nun ewig.“ Beide Weltstars sind eine Aufsehen erregende Besetzung, ein Geschenk an alle Opernfreunde!

Das Hessische Staatsorchester Wiesbaden unter der Musikalischen Leitung von Philipp Pointner öffnet hinter jeder der sieben Türen eine neue Klangwelt, die die vorherige mit ausdrucksstarker, glitzernder und schließlich lähmend-trauriger Musik überbietet. Grandios wird der Höhepunkt, das Öffnen der fünften Tür mit gleißendem C-Dur gespielt. Leitmotivische Intervalle, z. B. das Blutmotiv, durchweben mit effektvoll eingesetzten Soloinstrumenten die Handlung. Das Orchester präsentiert sich in geschliffener energiegeladener Bestform.

Rauschender Beifall, viele Bravorufe – Eine tief bewegende Aufführung

Von der imaginären Burg Herzog Blaubarts geht es nach der Pause in die „Neue Welt“. Die Zahl Sieben ist die Verbindung des Abends; Musiksprachen und Themen können aber unterschiedlicher nicht sein…

Die sieben Todsünden –  Kurt Weill
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Die sieben Todsünden  –  Kurt Weill

Die Machtergreifung der Nazis 1933 zwang den jüdischen Komponisten Kurt Weill, Deutschland zu verlassen. Er ging nach Paris, wo er bereits durch seine Werke Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny, Der Jasager und Die Dreigroschenoper bekannt war. Hier erhielt er den Auftrag, für die neu gegründete Truppe Les Ballet 1933 ein Tanzstück zu schreiben. Sein Werk, in dem getanzt, gesungen und gespielt wird, wird auch als „epische Kurzoper mit songspielhaften Elementen auf der Basis eines Balletts“ bezeichnet. Kurt Weill und Bertold Brecht fanden bei dieser Arbeit wieder zusammen, obwohl Brecht den Komponisten während der Proben zu Mahagonny als „falschen Richard Strauss“ beschimpft und gedroht hatte, ihn „in voller Kriegsbemalung“ die Treppe herunterzuwerfen.

Für die Rolle der Anna wurde Lotte Lenya engagiert. Außerdem wirkten Caspar Neher als Bühnenbildner, George Balanchine als Choreograph und Tilly Losch als erste Tänzerin mit. Im Juni 1933 wurden Die sieben Todsünden im Theatre des Champs Elysees uraufgeführt. Doch das Werk hatte – in deutscher Sprache gesungen – nicht den gewünschten Erfolg. Nur die in Paris lebenden deutschen Emigranten reagierten enthusiastisch. Erst durch die Plattenaufnahme mit Lotte Lenya, die 1956 erschien, wurde es einem großen Publikum bekannt.

Faulheit, Stolz, Zorn, Völlerei, Unzucht, Habsucht oder Neid

Brecht und Weill zeigen in diesem Stück eine verkehrte Welt: Schon der Titel  Die sieben Todsünden (der Kleinbürger) wirkt ironisch. Früher galt der Begriff der Todsünde für alle sozialen Gruppen. Verhaltensweisen wie Faulheit, Stolz, Zorn, Völlerei, Unzucht, Habsucht oder Neid sollten vermieden werden, um die Unsterblichkeit der Seele und die Aufnahme in das himmlische Paradies zu erreichen. Mit materiellen Bestrebungen hatten diese Lebensregeln wenig zu tun. Für Amerika galt das nicht: Für ein Haus in Louisiana wird Anna von ihren Eltern und Brüdern in die Welt geschickt. Sie muss in billigen Etablissements tanzen, ihren Körper verkaufen und darf sich nicht der wahren Liebe hingeben. Diesem Druck hält Anna nicht stand, sie zerbricht in zwei Personen. Anna I symbolisiert den erfolgsstrebenden gefühlskalten Teil des Mädchens. Sie erzählt ihre Geschichte in Worten. Dem steht die hübsche, gefühlvolle Anna II gegenüber, die ihren Part vor allem durch Tanz ausdrückt. Die Geschichte des Mädchens, das sieben Jahre lang durch sieben Städte reist, wird in sieben Nummern dargestellt. Der Zuhörer wird immer wieder durch radikale Stilwechsel innerhalb einer Nummer überrascht. Sprach- und Musikrhythmus passen nicht immer zusammenpassen. Solisten und Orchester agieren teilweise unabhängig voneinander. So entstehen in der „Nummer Stolz“ drei verschiedene rhythmische Ebenen gleichzeitig: Orchester, Familie und Anna. Die Musik des Epilogs erinnert eher an einen Trauermarsch. Der Dank bleibt aus… Die Familie bringt sich um. Das Ziel, ein kleines Haus in Louisiana, ist erreicht. Doch macht das glücklich? Zurück bleibt Anna als menschliches Wrack.

Zerbrechlichkeit der Familie, persönliches Leben und wirtschaftliche Systeme

Regisseurin Magdalena Weingut lässt Anna, noch bevor sich der Vorhang öffnet, mit einem Karton mit der Aufschrift „fragile“ auf der Bühne flanieren. Was ist zerbrechlich? Die Zerbrechlichkeit der Familie, das persönliche Leben oder die wirtschaftlichen Systeme? Ein aufregendes inszenatorisches Konzept für die Kammeroper. Aus diesem Karton holt Anna für die sieben Nummern ihre Kostüme und Utensilien. Ohne Choreograf und Tänzer sind die Anforderungen an Regie und Darstellerin sehr hoch. Mit Nicola Beller Carbone fand Weingut eine Sängerin mit der erforderlichen Vielfachbegabung… Drehbare Dreikantsäulen mit schwarzen Spiegelflächen begrenzen die Bühne (Matthias Schaller), eine Badewanne bildet den spielerischen Mittelpunkt. Durch Projektionen der Kupferstiche Todsünden von Pieter Breugel und dem Jüngsten Gericht, das Hieronymus Bosch zugeschrieben wird, wird der Brecht-Text sinnreich verstärkt. Die Kostüme von Katarzyna Szukszta verwandeln Anna mit jedem Kleidungsstück und mit jeder Perücke immer mehr zu einer verführerischen Frau. Warum die Familie auch als Ärzte, ja sogar Pestärzte agieren, ist dem Libretto nicht zu entnehmen.“

Hessisches Staatstheater Wiesbaden / Die sieben Todsuenden - hier :  Nicola Beller Carbone als Anna © Karl Monika Forster

Hessisches Staatstheater Wiesbaden / Die sieben Todsuenden – hier : Nicola Beller Carbone als Anna © Karl Monika Forster

„…sie zeigt ihren kleinen weißen Hintern, mehr wert als eine kleine Fabrik…“

Changierend zwischen Chanson und Oper singt, spielt und tanzt die jugendliche Nicola Beller Carbone die schizophrenen Anna I + II mit bemerkenswertem Elan. Ihr Spagat in der Wanne ist fast zirkusreif wie auch alle anderen Tanzeinlagen gefallen. Sehr biegsam mit viel Piano-Kultur gewinnt sie mit ihrer Charakterisierung, überzeugt mit dunkel getöntem Sopran, Ausstrahlung und guter Laune.

Auf einem Podest sitzt Annas geldgierige Familie am reich gedeckten Tisch – ein Männerquartett: Ralf Rachbauer (Vater), Julian Habermann (Bruder I) und Daniel Carison (Bruder II). Die Rolle der Mutter singt der Bass Florian Küppers. Ermahnungen an Anna wie „Müßiggang ist aller Laster Anfang“ und Kommentare wie „Der Herr erleuchte unsere Kinder … “ unterstreichen die Verlogenheit der Sippe. In der Nummer „Unzucht“ wird Anna mit „Und sie zeigt ihren kleinen weißen Hintern, mehr wert als eine kleine Fabrik, zeigt ihn gratis den Gaffern und Straßenkindern…“, zur Prostitution aufgefordert. Köstlich gesungen und gespielt: „Sie hat einen Kontrakt als Solotänzerin, danach darf sie nicht mehr essen, was sie will und wann sie will. Das wird schwer sein für Anna, denn sie ist doch so verfressen…denn die wollen kein Nilpferd in Philadelphia.“ Hierzu tanzt Anna in einem aufregenden Glitzerkleid, drapiert mit einem überdimensionalen Maßband. Das stimmgewaltige Männerquartett ist bestens disponiert und gibt bei aller Boshaftigkeit auch immer wieder Anlass zum Schmunzeln.

Auch hier übernimmt Philipp Pointner die Musikalische Leitung. Während eines Abends von Bartók auf Weill „umzuspringen“, ist eine besondere Leistung, die ihm mit dem Hessischen Staatsorchester Wiesbaden zwischen radikalen Stilwechseln, zwischen Blues, Choral, Foxtrott, Furiant, Walzer, Dixieland, Tarantella und Shimmy glanzvoll gelingt..

Auch hier intensiver Applaus…

Herzog Blaubarts Burg – Die sieben Todsünden am Hessischen Staatstheater; die nächsten Vorstellungen 8.3.; 14.3.; 23.3.; 31.3.2019

—| IOCO Kritik Hessisches Staatstheater Wiesbaden |—

Wiesbaden, Hessisches Staatstheater, Premieren-Doppelabend – Herzog Blaubarts Burg und Die sieben Todsünden, 01.03.2019

Hessisches Staatstheater Wiesbaden

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin Kaufhold

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin Kaufhold

 Herzog Blaubarts Burg  –  Die sieben Todsünden

Herzog Blaubarts Burg    von Béla Bartók (1881 – 1945)
In ungarischer Sprache. Mit deutschen Übertiteln.

Die sieben Todsünden   von Kurt Weill (1900 – 1950)
In deutscher Sprache. Mit Übertiteln.

Premiere Freitag, 1. März 2019, 19.30 Uhr, die  nächsten Vorstellungstermine: 8. & 14. März 2019, jeweils 19.30 Uhr

im ersten Teil des Doppelabends,in der Wiederaufnahme Herzog Blaubarts Burg von Béla Bartók, wird der international gefeierte Bariton Johannes Martin Kränzle in Uwe Eric Laufenbergs Inszenierung die Titelpartie übernehmen. Vesselina Kasarova, eine der bedeutendsten und vielseitigsten Sängerinnen unserer Zeit, singt erneut Judit.

Im zweiten Teil des Abends ist Kurt Weills Die sieben Todsünden, eine Neuinszenierung von Magdalena Weingut, in Wiesbaden zu erleben. Nicola Beller Carbone singt, nach ihrem großen Erfolg als Färberin in Die Frau ohne Schatten, die Partie der Anna. Florian Küppers, Ralf Rachbauer, Julian Habermann und Daniel Carison sind die Familie.

Die Musikalische Leitung des Operndoppels liegt bei Philipp Pointner.


»Herzog Blaubarts Burg«

Musikalische Leitung Philipp Pointner Inszenierung Uwe Eric Laufenberg Bühne Matthias Schaller, Susanne Füller Kostüme Susanne Füller Dramaturgie Katja Leclerc

Herzog Blaubart Johannes Martin Kränzle Judit Vesselina Kasarova


»Die sieben Todsünden«

Musikalische Leitung Philipp Pointner Inszenierung Magdalena Weingut Bühne Matthias Schaller Kostüme Katarzyna Szukszta Dramaturgie Regine Palmai

Anna Nicola Beller Carbone Mutter Florian Küppers Vater Ralf Rachbauer Bruder I Julian Habermann Bruder II Daniel Carison

—| Pressemeldung Hessisches Staatstheater Wiesbaden |—

Hamburg, Staatsoper Hamburg, Verdi im Visier zum 200. Geburtstag, Oktober-November 2013

Oktober 10, 2013 by  
Filed under Premieren, Pressemeldung, Staatsoper Hamburg

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Staatsoper Hamburg

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

Staatsoper Hamburg gratuliert mit »Verdi im Visier« zum 200. Geburtstag

 
Simone Young präsentiert drei frühe Verdi-Opern in drei Wochen
 
»Verdi im Visier«: Nach Richard Wagner und Benjamin Britten gratuliert die Staats¬oper Hamburg im Herbst nun auch Giuseppe Verdi mit einem ganz besonderen Projekt zu seinem Jubiläum. Drei Frühwerke des italienischen Maestro hat Opern¬intendantin und Generalmusikdirektorin Simone Young als zusammen hängende Reihe szenischer Neuproduktionen auf den Spielplan gesetzt: Innerhalb von nur drei Wochen finden die Premieren von »La Battaglia di Legnano«, »I due Foscari« und »I Lombardi« an der Staatsoper statt. »Während ›La Battaglia di Legnano‹ und
 
›I Lombardi‹ als große politische Manifeste den Akzent auf eindringliche Chorszenen setzen, konzentriert sich ›I due Foscari‹ auf die Individualtragödie seiner Figuren und hat einen fast kammerspielartigen Charakter«, sagt Simone Young. Sie übernimmt die musikalische Leitung bei allen drei Produktionen. »Die drei Opern lassen sich aufeinander beziehen, bilden aber gleichzeitig spannende Kontraste. « Die Aufführungs¬reihenfolge ist nicht chronologisch: »›I due Foscari‹ steht in der Mitte, weil es das zarteste, intimste Stück ist«.
 
»Konvention und Innovation treffen hier auf besondere Weise zusammen«, meint auch Operndirektor Francis Hüsers, »weil Verdi im Detail oft differenzierte musikalische Gestaltungen gelingen, die traditionelle Opernformen aufbrechen, denen er im Ganzen aber immer noch folgt. Deshalb wirkt manches wie eine Vorausahnung etwa von ›Otello‹, ›Simon Boccanegra‹ oder ›Don Carlos‹. Und weil wir die Stücke in kurzem Abstand mit dem gleichen Team von Simone Young und David Alden quasi ›aus einer Hand‹ präsentieren, werden auch die inneren Bezüge der Stücke sinnvoll und sinnlich erlebbar.«
 
 
Mit dieser Hamburger »Verdi-Trilogie« debütiert der amerikanische Regisseur David Alden, der international zu den erfolgreichsten Opernregisseuren zählt, gleich mit drei Arbeiten in Hamburg. 1979 zeigte David Alden seine erste Inszenierung, Alban Bergs »Wozzeck«, an der Metropolitan Opera in New York. Es folgten zahlreiche aufsehenerregende Arbeiten unter anderem am Royal Opera House Covent Garden, an der English National Opera, am Gran Teatre del Liceu in Barcelona, der Oper Frankfurt und der Staatsoper Unter den Linden in Berlin. In Deutschland ist er vor allem mit seinen erfolgreichen Inszenierungen von Händel- und Wagner-Opern an der Bayerischen Staatsoper bekannt. David Alden verfilmte unter anderem Kurt Weills »Die sieben Todsünden«, erstellte eine Verdi-Dokumentation für die BBC und gestaltete eine Welttournee der Rockgruppe The Pet Shop Boys. Der Bühnenbildner Charles Edwards hat für die »Verdi-Trilogie« einen variablen Grundraum geschaffen, der sich konstant über die Produktionen hinweg weiterentwickelt. Auch Charles Edwards stellt sich erstmals mit seiner Arbeit in Hamburg vor, ebenso wie Brigitte Reiffenstuel, die die Kostüme kreiert. Eberhard Friedrich, seit Beginn dieser Saison neuer Chordirektor an der Hamburgischen Staatsoper, übernimmt die Einstudierung des Chores für alle drei Opern. 
 
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»La Battaglia di Legnano«
 
Das 1849 in Rom uraufgeführte Werk gilt als einzige originäre Risorgimento-Oper Verdis und handelt vom erfolgreichen Kampf einer kleinen lombardischen Armee gegen einen übermächtigen Besatzer. Als Lida kehrt die griechische Sopranistin Alexia Voulgaridou nach Hamburg zurück, die hier zuletzt als Cio-Cio San in einer Neuproduktion von »Madama Butterfly« einen Triumph feiern konnte. Der italienische Giorgio Caoduro übernimmt die Partie des Rolando und präsentiert sich damit erstmals in Hamburg. Yonghoon Lee hat sich bereits als Don Carlos in die Herzen des Hamburger Opernpublikums gesungen, jetzt kehrt er als Arrigo zurück. Außerdem singen Tigran Martirossian (Federico Barbarossa), Rebecca Jo Loeb (Imelda), Viktor Rud (Marcovaldo), Vincenzo Neri (1. Console di Milano), Alin Anca (2. Console di Milano), Szymon Kobylinski (Il Podestà di Como), Manuel Günther (Un scudiero di Arrigo) und Sergiu Saplacan (Un araldo).
 
Premiere: Sonntag, 20. Oktober 2013, 18.00 Uhr
Vorstellungen: 23., 26. Oktober 2013; 15., 20. November 2013
 
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»I due Foscari«
 
Giuseppe Verdis »I due Foscari« basiert auf Lord Byrons Drama »The Two Foscari« und wurde 1844 in Rom uraufgeführt. Die Oper schildert den seelischen Zwiespalt des alten Dogen Foscari, dessen Sohn Opfer einer üblen Intrige wurde. Die Partie des Francesco Foscari übernimmt der Bariton Andrzej Dobber, der zuletzt mit der Titelpartie in Alexander Borodins »Fürst Igor« großen Erfolg hatte. Auch Giuseppe Filianoti ist in Hamburg kein Unbekannter, er sang hier unter anderem in den Neuproduktionen von »Les Contes d’Hoffmann« und »Faust«. Jetzt ist er als Jacopo Foscari zu erleben. Amarilli Nizza war an der Dammtorstraße als Lady Macbeth zu erleben und übernimmt die Partie der Lucrezia. Der aus Damaskus stammende Ziyan Atfeh gibt als Jacopo Loredano sein Debüt an der Staatsoper. In den weiteren Rollen: Dovlet Nurgeldiyev (Barbarigo), Maria Markina (Pisana) und Sergiu Saplacan (Fante del Consiglio).
 
Premiere: Sonntag, 27. Oktober 2013, 18.00 Uhr
Vorstellungen: 30. Oktober 2013; 2., 16., 21. November 2013
 
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»I Lombardi alla prima Crociata«
 
»I Lombardi« ist die früheste der drei Verdi-Opern, die Uraufführung fand 1843 in Mailand statt. Vor dem Hintergrund des ersten Kreuzzuges gegen die Moslems stehen sich die beiden Brüder Arvino und Pagano in einem blutigen Streit gegenüber. Durch den Konflikt zwischen Muslimen und Christen weitet Verdi hier den Freiheitsbegriff zu einer weltreligiösen Frage aus. Massimiliano Pisapia übernimmt die Partie des Arvino, der kanadische Bassbariton John Relyea gibt als Pagano sein Hamburg-Debüt. Cristina Damian singt die Partie der Viclinda, Elza van den Heever kehrt als Giselda an die Staatsoper zurück. Dmitri Pittas gibt als Oronte sein Hamburg-Debüt. In den weiteren Partien: Szymon Kobylinski (Pirro), Dovlet Nurgeldiyev (Un Priore), Wilhelm Schwinghammer (Acciano) und Solen Mainguené (Sofia).
 
Premiere: Sonntag, 11. November 2013, 18.00 Uhr
Vorstellungen: 13., 17., 22., 28. November 2013 
 
—| Pressemeldung Staatsoper Hamburg |—

Berlin, Komische Oper, Spielplan 2013/14: Barrie fordert Vielseitigkeit, 09.04.2013

April 9, 2013 by  
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Komische Oper Berlin

Berlin / Komische Oper Berlin © Gunnar Geller

Berlin / Komische Oper Berlin © Gunnar Geller

Spielplan 2013/14:   Starker Spielplan, Stärkeres Repertoire

Berlin / Komische Oper Berlin / Führungsteam: Kosky, Moser, Hánási © IOCO

Berlin / Komische Oper Berlin / Führungsteam: Kosky, Moser, Hánási © IOCO

Die Komische Oper an der Behrenstraße in Berlin-Mitte bietet 1.270 Plätze. Außen, kriegsbedingt, ein unauffälliger Profanbau, begeistert die Oper im Innern mit einem weiten, neu-barocken Zuschauerraum, bequemen Sesseln und modernen Übersetzungsdisplays. Mit 170.000 Besuchern/Jahr ist die Komische Oper ein gefragter Berliner Kulturmagnet in Berlin-Mitte; erst recht nachdem die nahegelegene Staatsoper Unter den Linden wegen Sanierung auf Jahre geschlossen wurde. Der Theaterbetrieb der Staatsoper Unter den Linden wurde an die Bismarckstrasse „verbannt“. Die Auslastung der Komischen Oper Berlin steigerte sich so nahezu zwangsläufig von bisher bescheidenen 65% auf 75% in der Spielzeit 2012/13. Der Etat der Komischen Oper beträgt ca €36 Mio, davon €30,9 Mio Zuschüsse des Berliner Senats und Eigeneinnahmen von €5,1 Mio. Nach Vorgaben des Senats muss die Komische Oper ihre Eigeneinnahmen steigern. Auch die Finanzierung  der  2015 anstehenden Tariferhöhungen von etwa €4 Mio ist noch nicht geregelt.

Ob von Kostendruck oder Erfolgen der laufenden und letzten Spielzeit angeschoben (die Herheim und Kosky Inszenierungen Xerxes und Zauberflöte waren allesamt ausverkauft), der Komische Oper Spielplan 2013/14 bewegt sich in freundlicheren, weniger Regie-bornierten Gefilden. Die erfolgreichen Zauberflöte und Xerxes stehen 13 respektive 7 Mal auch auf dem Spielplan 2013/14. Aber auch Leonard Bernsteins West Side Story (20 Aufführungen) und Operetten wie Ball im Savoy (6), Die Herzogin von Chicago (2) und Clivia (9) werden 2013/14 die Popularität des Hauses steigern. Das moderne, apokalyptische Trauerspiel Die Soldaten (5), inszeniert von dem umstrittenen Regisseur Calixto Bieito, wird Garant dafür sein, dass 2013/14 Auslastungszahlen und Einnahmen an der Behrenstrasse nicht in den Himmel wachsen.

Intendant Barrie Kosky, so sein Postulat, verlangt von Musiktheatern hinsichtlich Vielseitigkeit besonderes. So bringt die Komische Oper Berlin in ihrer Spielzeit 2013/14 ein künstlerisch und organisatorisch  sehr anspruchsvolles Programm: Von Barockoper bis Bernstein, von Kinderoper bis Kálmán, von Zauberflöte bis Soldaten.Die Komische Oper Berlin soll unterschiedlichste Musiktheaterformen, Sinn und Sinnlichkeit, Tradition und Innovation sowie Musik und Theater zeigen. Dabei, so Kosky, mögen diese Ansprüche nicht als gegensätzliche Pole erscheinen, sondern als sich gegenseitig bedingende Elemente spannenden Musiktheaters.

2013/14 bringt die Komische Oper ungewöhnlich viele, 11 Premieren; zudem 4 Festivals, 15 Wiederaufnahmen, 7 Sinfoniekonzerte. 177 Opernvorstellungen, 54 Konzerte, 7 Einführungsmatineen. Ein überaus strammes Programm bei einem eigenen Gesangs-Ensemble von nur 28 Mitarbeitern. Ein Fragesteller der Pressekonferenz kritisierte denn auch, zur unüberhörbaren Empörung von Kosky, einen vermeintlichen Qualitätsrückgang in vergangenen Aufführungen.

Unstreitig spektakulär und im Aufwind stellen sich die Projekte Komische Oper Jung und Selam Opera dar: In Komische Oper Jung werden mit Kinder-/ Jugendopern, Kinderkonzerten und umfassenden musikpädagogischen Begleitprogrammen  Familien, Kinder und Jugendliche zu prägenden Kulturereignissen eingeladen. Schon traditionell eröffnet die Komische Oper am 1. September 2013 um 11 Uhr die neue Spielzeit bei freiem Eintritt mit einem Kinderfest und musikalischen wie szenischen Veranstaltungen auf der Bühne (Achtung: Kostenlose Sitzplatzkarten vorab besorgen!). Im Februar 2014 steht erneut das Kinderfestival mit Opern und Konzerten auf dem Spielplan. 40.000 Kinder spricht die Komische Oper mit ihrem so reichhaltigen und fröhlichen Kinderprogramm an. Mit Salem Opera sucht die Komische Oper türkischstämmiges Publikum für Musiktheater zu erreichen. In deren Mittelpunkt steht 2013/14 die Uraufführung der Oper Ali Baba und die 40 Räuber. Berlin sei schließlich weltweit die Stadt mit der größten „türkischen Gemeinde“ außerhalb der Türkei und, so die Komische Oper, das Projekt Salem Opera soll zu offenem Austausch Gelegenheit geben.

11 Premieren der Spielzeit 2013/14:

1. Ein Sommernachtstraum von Benjamin Britten  

Premiere 15. September 2013. Musikalische Leitung Kristiina Poska, Inszenierung Viestur Kairish. Zum 100. Geburtstag von Benjamin Britten: William Shakespeares tragikomisches Drama um Eifersucht im Feenreich, verwirrte Liebespärchen sowie Lust und Frust, ein großer Esel zu sein

2. Des Kaisers neue Kleider von Miloš Vacek

Uraufführung, Premiere 13. Oktober 2013. Musikalische Leitung Uwe Sandner, Inszenierung Lydia Steier. Hans Christian Andersens Märchen über Lüge, Selbstbetrug und Eitelkeit als heiter satirisches Singspiel aus der Feder des tschechischen Komponisten Miloš Vacek (1928 – 2012), dessen Musik in ihrer volkstümlich zupackenden Rhythmik ebenso wie in lyrischen Momenten ganz in der Tradition Smetanas und Dvoraks steht.

3. Cosi fan tutte von Wolfgang Amadeus Mozart

Premiere 3. November 2013. Musikalische Leitung Henrik Nánási, Inszenierung Alvis Hermanis. Der lettische Schauspieler, Schriftsteller und Regisseur Alvis Hermanis, ein Theater-Erneuerer unserer Tage, blickt in seiner dritten Opernregie hinter den schönen Schein der Liebe und möchte sie als Projektionsfläche unserer eigenen Wünsche zeigen.

4. West Side Story von Leonard Bernstein und Stephen Sondheim,

Premiere 24. November 2013. Musikalische Leitung Koen Schoots, Inszenierung Barrie Kosky, Choreographie Otto Pichler. Treibende Rhythmen und ergreifend schöne Songs machen Leonard Bernsteins Version von Shakespeares Romeo und Julia zu einem der bewegendsten Musiktheaterwerke des 20. Jahrhunderts. Es geht um Vorurteile, Angst, Hass – und, dass sich daran irgendwann einmal etwas ändern könnte.

5. Die Herzogin von Chicago, konzertant, Weihnachtsoperette von Emmerich Kálmán

Premiere 22. Dezember 2013. Musikalische Leitung Janos Kovács. Im Gefolge von Mary Lloyd aus Chicago ist eine Amerikanerin mit festem Wohnsitz in Berlin: Entertainerin Gayle Tufts „verführt“ mit ihrem unverwechselbaren »Denglisch«

6. Der feurige Engel von Sergej S. Prokofjew

Premiere 19. Januar 2014. Musikalische Leitung Henrik Nánási, Inszenierung Benedict Andrews Nach über 40 Jahren ist Sergej Prokofjews Meisterwerk als Neuproduktion in Berlin zu erleben. In fünf Akten erzählt Prokofjew eine aberwitzige Geschichte rund um die Besessenheit einer Frau, die einen Engel liebt, hinter dem sich der Teufel verbirgt. Eine grandiose wie spannende Schaueroper. Der australische Regisseur Benedict Andrews gibt sein deutsches Debüt.

7. Clivia von Nico Dostal

Premiere 8. März 2014. Musikalische Leitung Kai Tietje, Inszenierung Stefan Huber. Die Geschwister Pfister sind zum ersten Mal auf der Bühne eines Berliner Opernhauses zu erleben, in Nico Dostals bekanntester, 1933 im Theater am Nollendorfplatz uraufgeführter Operette. Hollywood, südamerikanische Leidenschaft und ein Schuss Berliner Schrulligkeit sind die Zutaten dieser verrückten Posse, die ihr vergnügliches Spiel mit allerlei Klischees – von der Filmdiva à la Greta Garbo bis zum Revolutionär aus Leidenschaft à la Che Guevara – treibt.

8. Castor et Pollux von Jean-Philippe Rameau

Premiere 11. Mai 2014. Musikalische Leitung Christian Curnyn, Inszenierung Barrie Kosky. Koskys in England ausgezeichnete Produktion ist in einer Neueinstudierung nun an der Komischen Oper Berlin zu erleben. Rameaus Meisterwerk über vier durch Liebe und Eifersucht, Leidenschaft und Hass unausweichlich aneinander gefesselte Menschen erklingt unter der musikalischen Leitung von Christian Curnyn, einem Spezialisten der Barockmusik, in französischer Sprache.

9. Il Re Pastore, konzertant, Wolfgang Amadeus Mozart,

Premiere und einzige Aufführung: 25. Mai 2014. Musikalische Leitung Christian Curnyn. Gerade einmal sechs Wochen schrieb der 19-jährige Wolfgang Amadeus Mozart an seinem Hirtendrama Il re pastore, einem hinreißend charmanten Werk, dem man die Jugend des Komponisten durch arkadische Leichtigkeit und Frische anmerkt.

10. Die Soldaten von Bernd Alois Zimmermann.

Premiere 15. Juni 2014. Musikalische Leitung Gabriel Feltz, Inszenierung Calixto Bieito. Die einzige Oper des visionären Tonkünstlers Bernd Alois Zimmermann sehen manche als Ikone des zeitgenössischen Musiktheaters, die Grenzen des Genres zu sprengen scheint. Die Soldaten galt aufgrund ihrer spieltechnischen Anforderungen lange Zeit als nicht aufführbar. Nun ist Zimmermanns Stück in Berlin zu erleben – in einer Neuinszenierung des kontroversen spanischen Regisseurs Calixto Bieito. Eine Koproduktion mit der Oper Zürich, an der Andreas Homoki heute Intendant ist.

11. Les Enfants terribles von Philip Glass.

Premiere 2. Juli 2014. Musikalische Leitung Byron Knutson, Inszenierung Felix Seiler. Die geheimnisvolle Atmosphäre der leer geräumten Bühne zu später Stunde vereint Zuschauer und Akteure im passenden Ambiente für Jean Cocteaus traumartige Erzählung aus dem Jahre 1929. Dessen amerikanischer Komponisten Philip Glass will mit motorisch-soghafter Musik die Grenzen zwischen E- und U-Musik sprengen.

15 Wiederaufnahmen / Repertoire der Spielzeit 2013/14:

Ball im Savoy, eine Operette von Paul Abraham, Orpheus von Claudio Monteverdi, Xerxes von Georg Friedrich Händel, Die Liebe zu den drei Orangen von Sergej Prokofjew, Rusalka von Antonin Dvorak, Iphigenie auf Tauris von Christoph Willibald Gluck, Carmen von Georges Bizet,

Komische Oper Berlin / Carmen-Ensemble und Chor der Komischen Oper © Iko Freese / drama-berlin.de

Komische Oper Berlin / Carmen-Ensemble und Chor der Komischen Oper © Iko Freese / drama-berlin.de

Hoffmanns Erzählungen von Jacques Offenbach, Die Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart, Die Hochzeit des Figaro von Wolfgang Amadeus Mozart, Hänsel und Gretel von Engelbert Humperdinck, Ali Baba und die 40 Räuber von Taner Akyol, Die Fledermaus von Johann Strauss, La Traviata von Giuseppe Verdi, Sieben Songs von Kurt Weill und Die sieben Todsünden von Kurt Weill / Bertold Brecht.

Das Angebot auf der Bühne der Komischen Oper Berlin wird auch 2013/14 durch zahlreiche Angebote „neben der Bühne“ ergänzt: Kurzeinführungen vor der Vorstellung, Einführungsmatineen Sonntags um 12 Uhr, eine „Nachgehakt“- Veranstaltung pro Monat nach eine einer Vorstellung mit Dirigent, Dramaturg, Regisseur. Dazu Führungen auf der Bühne wie Spezialführungen zum Thema Maske, Requisite…..

Die Komische Oper Berlin: Mit 170.000 Besuchern bedeutendes Kultur-Magnet in Berlin-Mitte, auch in 2013/14.    

IOCO / Jarosch / 8. April 2013

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