Gelsenkirchen, Musiktheater im Revier, Spielplan – März 2019

Februar 12, 2019 by  
Filed under Musiktheater im Revier, Pressemeldung, Spielpläne

oper_gelsenkirchen.jpg

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen © MiR Musiktheater im Revier

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen © MiR Musiktheater im Revier

 


Romeo und Julia, Königskinder, Big Fish, Perlenfischer und mehr

Sa, 02.03.     14.00 Uhr  –  Theaterführung  –  Karten 6- €

19.30 Uhr – 22.00 Uhr
Romeo und Julia  –  Ballett von Bridget Breiner
Musik von Sergej Prokofjew
Karten 12,- bis 42,- €


So, 03.03.     17.30 Uhr
Einführung

18.00 Uhr – 21.00 Uhr
Königskinder  –  Oper von Engelbert Humperdinck
Karten 12,- bis 42,- €
Hör.Oper (Audiodeskription)

Sa, 09.03.     19.30 Uhr
Premiere  Big Fish  –  Musical von Andrew Lippa und John August
Karten 13,- bis 50,- €
Anschließend Premierenfeier im Foyer


So, 10.03.     17.30 Uhr
Einführung

18.00 Uhr – 20.30 Uhr
Die Perlenfischer  –  Oper von Georges Bizet
Karten 12,- bis 42,- €


Mo, 11.03.     19.00 Uhr
Einführung

19.30 Uhr
7. Sinfoniekonzert  –  Aus Böhmen und Mähren
Werke von Bedrrich Smetana, Antonín Dvorak,
Josef Suk, Leoš Janácek
Karten 12,- bis 32,- €

Fr, 15.03.      19.30 Uhr
Big Fish  –  Musical von Andrew Lippa und John August
Karten 13,- bis 50,- €

Sa, 16.03.     19.30 Uhr
Big Fish  –  Musical von Andrew Lippa und John August
Karten 13,- bis 50,- €


So, 17.03.     17.30 Uhr
Einführung

18.00 Uhr
Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny  –  Oper von Kurt Weill, Bertholt Brecht
Karten 12- bis 42,- €

Mi, 20.03.      18.00 Uhr
Premierenfieber  –  Ein Sommernachtstraum  –  Ballett von Bridget Breiner
Eintritt frei. Einlasskarten erhalten Sie an der Abendkasse.


Fr, 22.03.      19.00 Uhr
Einführung

19.30 Uhr
Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny  –  Oper von Kurt Weill und Bertholt Brecht
Karten 12,- bis 42,- €


Sa, 23.03.     19.30 Uhr
MiR Goes Film: Winnetou meets Alien
Karten 12,- bis 42,- €

So, 24.03.     11.00 Uhr
Musikbrunch  Karten 28,- €

18.00 Uhr
Die Perlenfischer  –  Oper von Georges Bizet
Karten 12,- bis 41,- €
Hör.Oper (Audiodeskription)

So, 31.03.     18.00 Uhr
Premiere  Sommernachtstraum  –  Ballett von Bridget Breiner
Musik von Felix Mendelssohn Bartholdy u.a.
Karten 13,- bis 48,- €
Anschließend Premierenfeier im Foyer


Kleines Haus / Kleines Haus Foyer

Fr, 01.03.      19.30 Uhr
Premiere  Eugen Onegin  –  Oper von Peter I. Tschaikowski
In einer Kammerfassung von André Kassel
Karten 24,50 €


Sa, 09.03.     19.00 Uhr
Einführung

19.30 Uhr
Eugen Onegin  –  Oper von Peter I. Tschaikowski
In einer Kammerfassung von André Kassel
Karten 24,50 €


Do, 14.03.     19 .00 Uhr
UPDATE .3.1.
Theaterstück von und mit den Jugendlichen
Der Musiktheaterwerkstatt
Karten 3,- €

Sa, 16.03.     10.00 Uhr
Ballett.Hautnah  –  Öffentliches Training im Ballettsaal mit dem Ballett im Revier
Ausverkauft

19.00 Uhr
Einführung

19.30 Uhr
Eugen Onegin  –  Oper von Peter I. Tschaikowski
In einer Kammerfassung von André Kassel
Karten 24,50 €

Do, 21.03.     11.00 Uhr
Schulvorstellung  –  Oper.Kurz.Gefasst
Eugen Onegin  –  Oper von Peter I. Tschaikowski
In einer Kammerfassung von André Kassel
Karten 24,50 €


Fr, 29.03.      19.00 Uhr
Einführung

19.30 Uhr
Eugen Onegin  –  Oper von Peter I. Tschaikowski
In der Kammerfassung von André Kassel
Karten 24,50 €

Sa, 30.03.     19.30 Uhr – 21.30 Uhr
Fifty-Fifty Vol. 2  –  Die Wunschkonzert Show
Mit Joachim G. Maaß, Christa Platzer,
Sebastian Schiller und Anke Sieloff
Karten 24,50 €

So, 31.03.     11.00 Uhr
Hör.Genuss  –  Mit Dongmin Lee (Sopran)
Karten 8,- €

18.00 Uhr-  20.00 Uhr
Fifty-Fifty Vol. 2  –  Die Wunschkonzert Show
Mit Joachim G. Maaß, Christa Platzer,
Sebastian Schiller und Anke Sieloff
Karten 24,50 €


—| Pressemeldung Musiktheater im Revier |—

Pforzheim, Theater Pforzheim, Premiere Die Perlenfischer – Georges Bizet, 16.02.2019

Februar 8, 2019 by  
Filed under Oper, Premieren, Pressemeldung, Theater Pforzheim

Theater Pforzheim

Theater Pforzheim © Sabine Haymann

Theater Pforzheim © Sabine Haymann

 Die Perlenfischer – Georges Bizet

Träume und Tabubrüche in der Südsee

Premiere am 16.2.2019

Gemeinsam mit Kooperationspartnern aus Frankreich entsteht die diesjährige Februar-Premiere des Musiktheaters am Theater Pforzheim. Der französische Regisseur und Produzent Olivier Desbordes ist Gründer und Leiter des Festival de St. Céré. Für sein langjähriges Engagement in den Bereichen Musik und Theater ehrte ihn jüngst die französische Regierung mit dem Ritterorden für Kunst und Literatur (Chevalier des Arts et des Lettres). Gemeinsam mit Regisseur und Sänger Eric Perez inszeniert er Georges Bizets Oper Die Perlenfischer. Im kommenden Sommer wird die Produktion auf der Freilichtbühne des Festivals in St. Céré zu sehen sein. In Pforzheim feiert die Oper ihre Premiere am Samstag, 16. Februar um 19.30 Uhr im Großen Haus.

Theater Pforzheim / Die Perlenfischer - Olivier Desbordes © Nelly Blaya

Theater Pforzheim / Die Perlenfischer – Olivier Desbordes © Nelly Blaya

Die Handlung der Oper gewinnt ihre Spannung aus einer Dreiecksgeschichte: Zurga und Nadir lieben beide das Mädchen Leïla – und schon werden aus Freunden Feinde. Doch mit einem Treueschwur und dem Versprechen, der Schönen zu entsagen, können die beiden ihre Rivalität überwinden und ihre Freundschaft erhalten. Schließlich trennen sich ihre Wege und es vergeht einige Zeit. Als Zurga zum Anführer der Perlenfischer gewählt wird, taucht Nadir wieder auf…

Theater Pforzheim / Die Perlenfischer - Eric Perez © Clément Chébli

Theater Pforzheim / Die Perlenfischer – Eric Perez © Clément Chébli

Georges Bizet komponierte seine Oper Die Perlenfischer mit 25 Jahren. Sie ist das erste große Bühnenwerk des Komponisten, der posthum mit seiner Oper Carmen berühmt wurde. Drei Jahre lang hatte der junge Mann mit dem renommierten „Prix de Rome“-Stipendium in Italien gelebt und gearbeitet. Dort wurden hauptsächlich geistliche Werke gefordert, die große Opernbühne war aber von Anfang an das Ziel Bizets. Zurück in Frankreich bekommt er das Angebot, für das Théâtre Lyrique zu schreiben. Die Geschichte von Die Perlenfischer trug zu Beginn den Titel Leïla und spielte noch in Mexiko. Doch bald wird der Schauplatz auf die Insel Ceylon, das heutigen Sri Lanka, verlegt. Die dort lebenden Perlenfischer geben dem Werk nun seinen Namen und heben den beteiligten Chor als Kollektiv hervor.

Exotisches Flair zaubert der Komponist durch beschwingte Rhythmen und farbenreiche Stimmungen auf die Bühne. Die Solisten durchleben ein emotionales Kammerspiel, das zwischen Leidenschaft und Bedrohung changiert. Mit großen Auftritten des Chores wechseln geradezu sakral klingende Momente der Anbetung hinduistischer Götter zu hochdramatischen Situationen. Eines der schönsten Duette für Bariton und Tenor ist die gemeinsame Erinnerung der beiden Männer an die Situation, in der sie sich das Treueversprechen gaben: „Au fond du temple saint“ („Und in der Tiefe des Tempels“). Bühnenbild und Kostüme der Inszenierung übernimmt Ruth Groß; sie war bereits mehrfach am Theater Pforzheim tätig und begeisterte zuletzt mit der Ausstattung des aktuellen Musicalerfolgs Doktor Schiwago. Erweitert wird der Assoziationsraum durch farbige Videoprojektionen von Clément Chébli.

Die Perlenfischer

Oper in drei Akten von Georges Bizet,  Libretto von Michel Florentin Carré und Pierre-Etienne Piestre alias Eugène Cormon, In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln, In Kooperation mit dem Festival de St. Céré, Frankreich

Mit Miloš Bulajic, Stamatia Gerothanasi, Paul Jadach, Dennis Marr, Elisandra, Melián, Lukas Schmid-Wedekind und Aleksandar Stefanoski, Chor des Theaters Pforzheim, Extrachor des Theaters Pforzheim, Badische Philharmonie Pforzheim
Musikalische Leitung GMD Markus Huber, Inszenierung Olivier Desbordes und Eric Perez, Bühne und Kostüme Ruth Groß, Video Clément Chébli, Chorleitung Alexandros Diamantis

Hubers Opernführer  – Sonntag, 10. Februar um 11 Uhr – Foyer

Premiere am Samstag, 16. Februar um 19.30 Uhr im Großen Haus mit Einführung um 19.10 Uhr im Foyer, Weitere Vorstellungen am Do, 28. Februar, Mi, 6., Di, 12. und Do, 21. März 2019 sowie an weiteren Terminen im Laufe der Spielzeit, jeweils mit Einführung 20 Min. vor Beginn im Foyer

Regisseur Eric Perez über Die Perlenfischer

„Also lassen Sie uns von diesem Ceylon träumen… in Gedanken, wie Victor Hugo sich die Welt vorstellte, ohne jemals gereist zu sein, wie Bizet, der später ein mythisches Spanien darstellen würde, ohne je dort gewesen zu sein. (…) Unter dem Schleier der Phantasie schlafen unsere Jugendlichen, glauben an die Liebe, an Freundschaft, an Treue. Sie werden Prüfungen durchlaufen, die aus ihren Träumen geboren wurden… eine Welt der Fischer, ein unbekanntes Land; fremde, exotische Bräuche, gefährlich… der Traum wird nach und nach zu einem Alptraum. (…) Doch die Ängste werden sich in ein glückliches Ende verwandeln.“

—| Pressemeldung Theater Pforzheim |—

Berlin, Staatsoper Unter den Linden, Die Perlenfischer mit Olga Peretyatko – Georges Bizet, IOCO Kritik, 03.05.208

Mai 9, 2018 by  
Filed under Kritiken, Oper, Staatsoper Unter den Linden

Staatsoper unter den Linden

Staatsoper Unter den Linden - Im Traum © Max Lautenschläger

Staatsoper Unter den Linden – Im Traum © Max Lautenschläger

Les Pêcheurs de Perles – Georges Bizet

Von Karola Lemke

Die  Oper Die Perlenfischer des französischen Komponisten Georges Bizet inszenierte auf  Einladung Daniel Barenboims der Filmregisseur Wim Wenders an der Staatsoper Unter den Linden. Es ist die erste Operninzenierung Wenders, der sich diese Oper wegen der Liebe zu in der Vergangenheit oft gehörten Arien erwählte. Barenboim, der diese Oper zuvor noch nicht dirigierte, fand Gefallen an dem Vorschlag. Die Premiere fand am 24.6.2017 unter der musikalischen Leitung Daniel Barenboims im Schillertheater statt.

Das Bühnenbild (David Regehr) ist sehr schlicht gehalten. Ein schwarzer Vorhang umschließt die Bühne. Als weitere Requisite gibt es etwas Strandsand. Die Zuordnung zu einer Epoche läßt sich nicht erkennen. Alles wirkt zeitlos. Auch die Kostüme. Die Fischer tragen schlichte schwarze und terrakottafarbene Gewänder (Kostüme: Montserrat Casanova). Die atmosphärischen Veränderungen und Verdichtungen werden zum großen Teil durch das Licht hervorgerufen. Hervorragend die Lichtregie von Olaf Freese.

Staatsoper Unter den Linden Berlin / Die Perlenfischer - hier: Olga Peretyatko-Mariorri als Leila und Wolfgang Schöne als Nourabad © Donata Wenders

Staatsoper Unter den Linden Berlin / Die Perlenfischer – hier: Olga Peretyatko-Mariorri als Leila und Wolfgang Schöne als Nourabad © Donata Wenders

Von der Dreieckssituation, Leila (Olga Peretyatko-Mariotti) zwischen Nadir (Francesco Demuro) und Zurga (Alfredo Daza) erfährt der Zuhörer in den erzählten Erinnerungen beim Wiedersehen von Zurga und Nadir. Um die Männerfreundschaft zu erhalten, wollen Nadir und Zurga auf  Leila verzichten. Vor den Rückblenden in die Erinnerungen der Drei ist das Leitmotiv zu hören.

Wim Wenders verbildlicht in seiner Inszenierung  Erinnerungen durch Filmsequenzen. Überhaupt spielt die Überblendung des Bühnengeschehens mit schwarz-weißen Filmpassagen, übergroßen Gesichtern der Protagonisten in den verschiedenen Lebensphasen, so der kindlichen Leila, die zum Dank für die Rettung Zurgas von diesem die Perlenkette, die dieser im dritten Akt vor der Verurteilung von Leila und Nadir wiedererkennen wird, eine große Rolle (Videoprojektionen: Donata Wenders und Michael Schackwitz). Immer wieder brandet das Meer mal leise, dann rauschend an den palmenbestandenen Strand. Nach der Ansage vor Beginn der Oper, daß Alfredo Daza trotz einer Bronchitis die Partie des Zurga übernehmen wird, beginnt die Oper mit der Texteinblendung auf dem vor der Bühne heruntergelassenen Gazevorhang

„ Auf einer Insel in einem der 7 Meere“

durch den halbdurchsichtigen Gazevorhang sieht man dahinter die Perlenfischer (hervorragend der mächtige Staatsopernchor, Einstudierung Martin Wright). Nadir ist in einen zeitlosen terrakotta-farbenen Anzug gekleidet. Zurga ganz in Grau. Die Farben von Nadirs Anzug wiederholen sich in Zurgas Haarspitzen. Alle Akteure, Fischer, Leila, Nadir, Nourabad sind barfuß, einzig Zurga trägt Halbstiefel.

In der Musik werden diese Erinnerungen durch ein Leitmotiv eingeleitet. Zu hören im Duett „Ja, sie ist´s die Göttin, die Eine“ (Oui, c`est elle, c´est la déesse). Wunderbar das Duett von  Francesco Demuro und  Alfredo Daza im ersten Akt „Au fond du temple saint“ und Nadirs Romance „Je crois entendre encore“. Das Publikum dankt mit Szenenapplaus.

Immer wieder wird der Gazevorhang vor der Bühne heruntergelassenen und großformatige Aufnahmen von Leila, Nadir und Zurga erzählen die Geschehnisse der Vergangenheit. Wolken ziehen durch die Bilder, durch geniale Lichtregie entsteht mythische Stimmung. Auf der requisitenfreien Bühne ist das Spielen eine Herausforderung sowohl für Solisten, als auch für den riesigen Chor. Vieles gerät dadurch statisch, der Chor steht oft wie eine Wand im hinteren Bereich der Bühne, die Solisten agieren halbkonzertant am vorderen Bühnenrand.

Staatsoper Unter den Linden Berlin / Die Perlenfischer - hier : Gyula Orendt als Zurga und Chor © Donata Wenders

Staatsoper Unter den Linden Berlin / Die Perlenfischer – hier : Gyula Orendt als Zurga und Chor © Donata Wenders

Sehr gelungen ist auch das Bild, als Leila am Ende des ersten Aktes, nach Nadirs phantastisch von Francesco Demuro interpretierter Romanze einsam auf einem Felsen unter sternenübersätem Himmel, wie schon einmal in der Vergangenheit, für Nadir singt, der in der Nacht für sie unsichtbar am vorderen Bühnenrand am Strand liegt. Der Chor agiert gefühlvoll aus dem Off,  Olga Peretyatko-Mariotti singt so flehentlich, daß sie bei den Zuhörern Gänsehaut hervorruft.

Der zweite Akt beginnt nach der Pause mit einem in verzaubernden Blau und Lilatönen eingefärbten Nachthimmel. Wolfgang Schöne als hervorragender Oberpriester Nourabad trägt eine graue Kutte, ist dabei barfuß wie die Anderen. Olga Peretyatko-Mariotti in wehenden Schleiern gibt eine fein ausbalancierte Leila, großartig in „Me voilá seule dans la nuit“. Der Szenenapplaus des Publikums ist der Dank. Vom in der Vergangenheit kritisierten flackernden Vibrato ist an diesem Abend kaum etwas wahrnehmbar. Der nächste Höhepunkt ist das Chanson zwischen Leila und Nadir, der über „Himmel!“ „…ihren reinen Blick“ „Das ist er!“ ins Duett von Leila und Nadir mündet.

Der Vorhang bauscht wild, erleuchtet vom Gewitter. Die See auf dem wieder heruntergelassenen Gazevorhang ist aufgewühlt, tobt und zeigt schon die nahende Katastrophe auf – die Entdeckung der Liebenden durch  Nourabad und die Fischer. Die Fischer, aufgewühlt wie die See fordern in diesem Szenario stimmgewaltig den Tod von Nadir und Leila.

Es gibt neben Zurgas heimlicher Liebe zu Leila auch dessen sich  Hingezogenfühlen zu Nadir, das Zurgas im ersten Bild des dritten Aktes in seiner Arie verrät. Auch hier, so wie im folgenden Duett mit Leila meistert Alfredo Daza den Part des Zurga mit gesanglicher Professionalität.

Staatsoper Unter den Linden Berlin / Die Perlenfischer - hier : Olga Peretyatko-Mariotti als Leïla © Donata Wenders

Staatsoper Unter den Linden Berlin / Die Perlenfischer – hier : Olga Peretyatko-Mariotti als Leïla © Donata Wenders

Vermißt wird fast durchgängig die Personenführung. Während Zurga singt „Ich in außer mir! Ich glühe vor Zorn!“ ist das gesanglich überzeugend, die ruhige Lage am vorderen Bühnenrand übersetzt diese Wut jedoch nicht in Körpersprache. Im Gegensatz zu dem bisher halbrunden Vorhang ist dieser nun im dritten Akt dreigeteilt.

Der Ausgang der Oper wurde in der Vergangenheit mehrfach uminterpretiert. In dieser Aufführung entscheidet sich Wenders für die Originalfassung von 1863, in der das Schicksal Zurgas nach der Flucht Leilas und Nadirs offen bleibt. Während die Fischer ins Dorf eilen, um die von Zurga in Brand gesetzten Hütten zu retten, bleibt Zurga alleine zurück.

Victorien Vanoosten und die Staatskapelle Berlin erhalten völlig zu Recht gemeinsam mit Solisten und Opernchor den begeisterten Applaus des Publikums für ihre Leistung an diesem Abend.

 

—| IOCO Kritik Staatsoper unter den Linden |—

 

München, Staatstheater am Gärtnerplatz, DIE PERLENFISCHER von Georges Bizet, 18.01.2017

Staatstheater am Gärtnerplatz München

Staatstheater am Gärtnerplatz / DIE PERLENFISCHER Lucian Krasznec (Nadir), Levente Páll (Nourabad), Jennifer O'Loughlin (Leïla), Mathias Hausmann (Zurga) © Christian POGO Zach

Staatstheater am Gärtnerplatz / DIE PERLENFISCHER Lucian Krasznec (Nadir), Levente Páll (Nourabad), Jennifer O’Loughlin (Leïla), Mathias Hausmann (Zurga) © Christian POGO Zach

Les Pêcheurs de Perles – Die Perlenfischer

Oper von Georges Bizet
Libretto von Michel Florentin Carré und Eugène Cormon
Münchner Erstaufführung der rekonstruierten Urfassung von Hugh Macdonald

18., 20. und 22. Januar in der Reithalle

Premiere Reithalle am 18. Januar 2017 um 19.30 Uhr , Weitere Vorstellungen am 20. und 22. Januar, Beginn um 19.30 Uhr, am 22. Januar um 18.00 Uhr

Grabmal Georges Bizet © IOCO

Grabmal Georges Bizet © IOCO

Das Gärtnerplatztheater präsentiert die konzertante Aufführung der Oper DIE PERLENFISCHER von Georges Bizet in der Reithalle unter der musikalischen Leitung von Sébastien Rouland. Mit seiner ersten abendfüllenden Oper »Die Perlenfischer« aus dem Jahr 1863 gelang Georges Bizet eine packende Verbindung aus exotischer Liebeshandlung und lyrisch-expressiver Musik. Das hieraus entstehende Seelendrama verspricht ein klangvoll mitreißendes Opernerlebnis. Mit Jennifer O’Loughlin als Leïla, Lucian Krasznec als Nadir, Mathias Hausmann als Zurga und Levente Páll als Nourabad, dem Chor, Extrachor und Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz.

Der Pariser Uraufführung von Georges Bizets erster abendfüllender Oper Die Perlenfischer im Jahr 1863 sollte kein großer Erfolg beschieden sein, und bis heute ist das Werk eine Rarität des Opernrepertoires geblieben. In Ermangelung des in Privatbesitz befindlichen Partitur-Autografs ist die instrumentale Urfassung des Werkes bis heute unzugänglich. Erst im Jahr 2014 erstellte der Musikwissenschaftler Hugh Macdonald auf Grundlage der erhaltenen Violin-Direktionspartitur eine rekonstruierte Fassung, die der Urfassung bisher am nächsten kommt. Das Stück, das vom Komponisten als eine Abfolge von insgesamt 16 ineinander verschachtelten Musiknummern angelegt wurde, wird dabei maßgeblich durch das exotische Sujet der Textvorlage geprägt. Dieses findet seine musikalische Entsprechung in einer schillernden, lyrisch-expressiven Partitur, die mit weitgespannten Entwicklungsbögen und einer Fokussierung auf den Konflikt der vier Protagonisten des Stückes sowie mit dem stark daran Anteil nehmenden Chor ein faszinierendes Seelendrama entwirft, das auch in konzertanter Fassung ein klangvoll-mitreißendes Opernerlebnis verspricht!

Musikalische Leitung   Sébastien Rouland, Konzeption   Magdalena Schnitzler

Mit Jennifer O’Loughlin als Leïla, Lucian Krasznec als Nadir, Mathias Hausmann als Zurga und Levente Páll als Nourabad, Chor und Extrachor des Staatstheaters am Gärtnerplatz, Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz

—| Pressemeldung Staatstheater am Gärtnerplatz |—

 

Nächste Seite »