Wiesbaden, Rheingold-Preis 2019 – Johannes Martin Kränzle, Februar 2019

Mai 2, 2019 by  
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Johannes Martin Kränzle © Barbara Aumüller

Johannes Martin Kränzle © Barbara Aumüller

Johannes Martin Kränzle

 Johannes Martin Kränzle

Rheingold-Preis 2019   –  Richard Wagner-Verband Frankfurt

von Ljerka Oreskovic Herrmann

„Ich bin sicher, sie werden Sänger!“

Recht hatte er, Martin Gründler, „der“ große (und 2004 verstorbene) Gesangspädagoge an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt: Aus seinem „Schüler“ Johannes Martin Kränzle ist ein Sänger geworden und was für ein einer! Ein anderes denkwürdiges Zitat fiel von Bernd Loebe, Intendant der Oper Frankfurt, der die Laudatio auf sein ehemaliges Ensemblemitglied hielt. Tags zuvor hatte er sich mit Antonio Pappano, Musikdirektor am Royal Opera House Covent Garden, London, getroffen und folgende Grüße von Pappano an Kränzle auszurichten: „Tell him: He’s the best!“ Und wie, um dies zu bestätigen, zählte Loebe die Partien auf, die der Bariton an der Oper Frankfurt gesungen hatte: dazu gehören u.a. Eisenstein (Die Lustige Witwe), Traveller (Tod in Venedig) oder Ford (Falstaff).

Johannes Martin Kränzle ist tatsächlich der Beste: 2018 erhielt er ein zweites Mal – nach 2011 – die Auszeichnung (Kritikerumfrage der Opernwelt) als bester Opernsänger des Jahres. In Frankfurt begann er in der Spielzeit1997/98 als Lescaut in Hans Werner Henzes Oper Boulevard Solitude, in der Regie von Nicolas Brieger. Ihm und auch Christoph Loy ist er bis heute verbunden, ja es ist sogar Freundschaft daraus geworden. Loys Inszenierung der Così fan tutte bezeichnet Kränzle als vielleicht beste Interpretation dieser Mozart-Oper, denn der Regisseur machte es eben nicht „wie alle“:

Aus einem Totenhaus – Leos Janacek
youtube TrailerOper Frankfurt – Kränzle hier als Siskov, Film Thiemo Hehl 2018
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Für Kränzle wurde Don Alfonso zur Paraderolle. Überhaupt hat er alle Mozartpartien an der Oper Frankfurt gesungen: Don Giovanni, Papageno – „nahezu unerreicht in der humanen Ausdeutung der Figur“ (Loebe) –, Conte Almaviva, Guglielmo und eben seinen unvergessenen und unnachahmlichen Don Alfonso. Aber Kränzle ist nicht nur ein gefragter Mozartsänger, sondern verbucht als Wagner-Interpret ebenso große Erfolge. Sein Beckmesser in Glyndebourne, London, an der MET in New York oder auch Bayreuth setzt durchaus Maßstäbe, als Alberich wird er in London gefeiert. Und folgerichtig erhält Johannes Martin Kränzle für seine „außerordentlichen Dienste als Wagnerinterpret und Liedsänger“ – so Dirk Jenders, Vorsitzender des Richard-Wagner-Verbands Frankfurt – den Rheingold-Preis 2019 und die Ehrenmitgliedschaft im RWV Frankfurt. Die Bodenhaftung habe sich, so Jenders, diese Künstlerpersönlichkeit bewahrt. Bewahrheitet hat sich diese Aussage sogleich, denn Kränzle half ganz selbstverständlich beim Aufbau von Tisch und Stühlen für das Gespräch mit Moderatorin und Vorstandsmitglied des RWV Hannelore Schmid. Und man möchte hinzufügen, ganz beiläufig auch seinen feinen Sinn für Humor hat aufblitzen lassen.

Es war eine Veranstaltung der „Liebe“ – Liebe zur Musik. Im kurzweiligen Gespräch zwischen Hannelore Schmid und dem Preisträger zeigte sich einmal mehr, warum man ihn auswählte: Kränzle ist nicht nur ein herausragender Bariton, sondern ein Darsteller ersten Ranges, der sich seiner jeweilig neu einzustudierenden Partie allumfassend nähert: Auf  Šiškov aus Leoš Janáceks Aus einem Totenhaus, den er in der vergangenen Spielzeit an der Oper Frankfurt verkörperte und sich grandios einverleibte, hat er sich ein Jahr vorbereitet. Er ist nach Prag gefahren, hatte einen Sprachcoach und wollte wissen und verstehen, was er singt – Noten allein reichen nicht immer aus. Und Tschechisch – zur indoeuropäischen Sprachfamilie gehörend – ist nun nicht so geläufig in der Opernwelt wie Italienisch. Obwohl – da gibt es doch einige Opern!

 Oper Frankfurt / Aus einem Totenhaus - hier : Joachim Martin Kränzle als Siskov © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Aus einem Totenhaus – hier : Joachim Martin Kränzle als Siskov © Barbara Aumüller

Dass Kränzle ein geschätzter Liedsänger ist, konnte er dann unter Beweis stellen. Dafür hat er sich die Lieder von Bertold Brecht und Hans Eisler ausgesucht: Was wohl auch ein bisschen dem Umstand geschuldet sein könnte, dass Kränzle, als Augsburger, an dem großen Sohn der Stadt – für Kränzle der höchste Dichter deutscher Sprache – gar nicht vorbei kommen kann. Es sind gebrochene Figuren, Liebestolle oder Gescheiterte an der Liebe. Wie in der Oper, wo Kränzle die zerrissenen Figuren am liebsten verkörpert, sind diese Liebeslieder ebenso von Zwiespältigkeit gezeichnet; vielleicht können sie aber auch als Folgeerscheinung von Menschen, die ihr Leben im Exil – wie Brecht und Eisler – zubringen mussten, verstanden werden. Die Hollywood-Elegien gaukeln kein Happy End vor, vielmehr sind sie melancholisch wie die Stadt, die nach Engeln benannt wurde, oder einfach wunderbare knappe bissige Vertonungen. Kränzle weiß auch hier um den Inhalt, jedes Lied wird in seiner Darbietung zu einem eigenen kleinen Kosmos und Ereignis. Er hat dieser Lieder für ein Streichquartett bearbeitet, was auf eine weitere Bandbreite dieser Künstlerpersönlichkeit verweist: die des Komponisten.

Die zehn Lieder um Liebe für mittlere Stimme und ein Streichorchester hat der Komponist Kränzle seiner Ehefrau und Mezzosopranistin Lena Haselmann gewidmet. Für die Preisverleihung war die Fassung mit Streichquartett zu hören. Die Liedertexte stammen wieder von Brecht. Diese Lieder, so Kränzle, zeigen die lyrische, zarte Seite Brechts, der bissig-ironische Stil der Hollywood-Elegien ist zugunsten eines behutsamen, sanften Duktus’ gewichen. Der Brechtschen Sprache kommt Kränzle entgegen – ja man spürt seine Liebe zum Dichter –, lässt sie aufblühen, seine Musik klingt heiter oder zuweilen auch forsch, manchmal sind Tangoanleihen – wie in Liebeslied aus einer schlechten Zeit – zu hören. Und es ist natürlich eine Liebeserklärung an seine Frau und ihre Stimme.

Musikalisch unterstützt wurde das Ehepaar Haselmann-Kränzle von den Musikerinnen des Malion-Quartett. Das noch „junge“, 2017 gegründete Ensemble besteht aus Musikerinnen aus Frankfurt und Stuttgart: Sophia Stiehler, Jelena Galic, Ulla Knuuttila und Bettina Kessler spielten sich gleichwohl in die Herzen des vorwiegend aus Mitgliedern des Wagnerverbandes bestehenden Publikums.

Abgerundet wurde der Nachmittag mit Johannes Brahms und dem Sänger-Ehepaar Haselmann-Kränzle: Es erklangen Brahms Lieder op. 28, Nr. 2 und Nr. 3, Duette für Alt und Bariton, die der (unverheiratete) Hamburger Komponist zwischen 1860 und 1863 komponiert und ebenfalls einer Frau, Amalie Joachim, gewidmet hat. Ein schöner Abschluss, der mit viel Applaus belohnt wurde.

—| IOCO Portrait |—

München, Theater am Gärtnerplatz, Die Lustige Witwe – Franz Lehár, IOCO Kritik, 05.02.2019


Staatstheater am Gärtnerplatz München

Gärtnerplatztheater © Christian POGO Zach

Gärtnerplatztheater © Christian POGO Zach

Die lustige Witwe  –  Franz Lehár

Die Operette ist nur Folie des Lebens – Der Tod  ist immer dabei

von Daniela Zimmermann

Franz Lehár - Stadtpark von Wien © IOCO

Franz Lehár – Stadtpark von Wien © IOCO

1905 war die gefeierte Uraufführung der Lustigen Witwe von Franz Lehár im Theater an der Wien, bereits 1906 fand die erste Vorstellung am Gärtnerplatztheater statt. Damals wie heute ist die Operette weltweit sehr beliebt. Zur 200. Aufführung 1907 stand  Franz Lehar persönlich am Pult.  Für Johannes Heesters wurde die Partie des Grafen Danilo Danilowitsch ab Sylvester 1938, häufig in München und anderswo, bis 1983 zu seiner Lieblingspartie. Über 1.600 Mal sang er sie in dieser Zeit.

Zwölf eigene Inszenierungen der Lustigen Witwe wurden bisher am Gärtnerplatztheater produziert. Intendant Josef E. Köpplinger eröffnete 2017, nach der jahrelangen kräftezehrenden Restaurierung des Hauses, das neuen Haus mit der eigenen, der 12. Inszenierung der Lustigen Witwe. Doch diese 12. Inszenierung ist  ungewöhnlich, verbindet sie doch die so menschlich humorigen Züge von Lehárs Operette mit Tod, Untergang, Verfall, mit düsterem Ende.

Die lustige Witwe   –  Franz Lehár
youtube Video des Gärtnerplatztheaters
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Seit 1905, in all den Jahren, hat Die lustige Witwe nichts eingebüßt von ihrer Beliebtheit. Sie ist sexy, frech frivol und witzig. Historisch aufwendige Kostüme, aus dem Fin de Siecle (Alfred Mayerhofer) geben Inszenierung passendes Operetten-Flair. Das Bühnenbild, alle Handlung ist in einen blinkenden, goldenen Rahmen gepackt, gestaltete Rainer Sinell.

Köpplinger zeichnet  in dieser Inszenierung das Jahr 1914, das Vorfeld des ersten Weltkrieges. Der Tod, der Ausdruck von Vergänglichkeit, Strippenzieher des Elends begleitet die Handlung beständig, choreographiert und getanzt von Adam Cooper: ganz in schwarz mit Glatze und im langen Soldatenmantel. Der Tod ist auf der Bühne allgegenwärtig; er begleitet Lebende und  Liebende, arrangiert das Zueinanderfinden von Paaren oder deren Trennung; der Tod dirigiert das Leben, die Menschen; er gibt die  Richtung vor. Die Operette, hier Die lustige Witwe, so Köpplinger zu seiner Inszenierung, ist nur Folie für das wahre, echte Leben, welches im Gärtnerplatztheater allerdings, wesensfremd,  wenig froh endet.

Österreichischen Schmäh verbunden mit Charme und Intrige, etwas Sozialkritik, Ballnächte im Walzertakt, faszinierende Eleganz: nicht nur der Damen, sondern auch der Herren, alles das bietet die Inszenierung der Parade-Operette von Franz Lehár trotzdem.

Die lustige Witwe  –  Einführung – Regisseur Josef E Köpplinger
youtube Video des Gärtnerplatztheaters
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Das verarmte Vaterland Pontevedro muss finanziell gerettet werden, und das ist nur möglich, wenn die steinreiche Witwe Hanna Glawari einen Landsmann heiratet. Camille Schnoor singt perfekt in lyrisch betörenden Höhen und spielt glamourös die reiche Witwe, die aber genau weiß, was sie will, nämlich Graf Danilo Danowitsch. Den Grafen singt  mit sicherem Tenor, und mit betörendem Charme spielend, Daniel Prohaska. Seine Bühnenpräsenz ist mitreizend. Beide, Hanna und Graf, waren zuvor schon einmal ein  Paar, aber arm und nicht aristokratisch; doch  wollte die Familie des Grafen nicht mitspielen. Als reiche Witwe sieht alles anders aus; die starken Gefühle füreinander sind bei beiden noch vorhanden

Aber da gibt es noch Camille de Rosillon, Danilos Nebenbuhler, mit kräftigem Tenor gesungen von Maximilian Mayer, mit dem Hanna sich mal eben kurz verlobt, nur um Danilos Eifersucht anzustacheln. Rosillon jedoch verehrt die junge Frau des Barons, Valencienne, gesungen von Jasmine Sakr. Zu Ehren der Witwe wird gefeiert, es wird getanzt und gesungen und der Chor des Gärtnerplatztheaters ist wie immer vielseitig im Spiel und Tanz und trägt immens zur guten Laune Stimmung bei. Dazu das Ballett, das ebenfalls tanzend mitwirbelt. Die Stimmung wird auch angeheizt durch das rasante Tempo der mitreizenden Musik.

Gärtnerplatztheater / Die lustige Witwe - hier : Hanna Glawari mit Ensemble © Marie-Laure Briane

Gärtnerplatztheater / Die lustige Witwe – hier : Hanna Glawari mit Ensemble © Marie-Laure Briane

Eine besondere Rolle spielt der Njegus; Sigrid Hauser ist das Naturtalent, die humorig zwischen den Geschlechtern hin und her pendelt, und mit einer kleinen aber hinreißenden Travestieshow-Einlage alle Aufmerksamkeit des Publikums auf sich zieht.

Hanna zaubert aus einem Saal ihres Palais das berühmte Nachtlokal Maxim und bittet dort zum Tanz. Es geht um Liebe und Geld, Rosillon ist nicht aus Pontevedro, aber es muss unbedingt ein echter Landsmann sein. Danilo wäre einer, und beide lieben sich, aber das viele Geld wirkt beklemmend trennend für den Grafen Danilo. Hanna weiß zum Happy-End eine Lösung.

Das „Happy“-End in Köpplingers Inszenierung ist wenig operettenhaft eher dramatisch: Hanna und Graf Danilo versöhnen sich. Doch dann fällt ein Schuss, Nebel steigt auf, der Beginn eines Krieges wird angezeigt; Tod, der Weltkrieg Verfall der Epoche steigen auf. Der Tod, nun mit Flügeln, nimmt Hanna Gawari  in seine Arme, entschwindet im Nebel. Schweigen.

Die Lustige Witwe am Gärtnerplatztheater;  weiteren Vorstellungen sind für die Spielzeit  2018/19 nicht mehr geplant.

—| IOCO Kritik Staatstheater am Gärtnerplatz |—

Frankfurt, Oper Frankfurt, DIE LUSTIGE WITWE – Franz Lehár, 15.12.2018

Dezember 6, 2018 by  
Filed under Oper Frankfurt, Operette

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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

DIE LUSTIGE WITWE – Franz Lehár

Text Victor Léon und Leo Stein, nach der Komödie L’Attaché d’ambassade (1861) von Henri Meilhac

Wiederaufnahme: 15. Dezember 2018 19.30 Uhr   weitere Vorstellungen: 20., 29. (18.00 Uhr), 31. Dezember 2018, 1. (18.00 Uhr), 6. (15.30 Uhr)1.2019

Oper Frankfurt / Die lustige witwe © Monika Rittershaus

Oper Frankfurt / Die lustige witwe © Monika Rittershaus

Die lustige Witwe von Franz Lehár (1870-1948) in der Regie von Claus Guth aus der Spielzeit 2017/18 überzeugte sowohl die Operetten-Skeptiker als auch die Fans der leichten Muse: Das Publikum wohnt einer Verfilmung der Lustigen Witwe bei, so dass Guth auf der einen Seite hemmungslos im Operetten-Pathos schwelgen, im nächsten Moment aber auch „hinter den Kulissen“ die berührende Geschichte der beiden Hauptdarsteller erzählen kann, die sich in einem ähnlichen Liebesdebakel befinden wie die von ihnen dargestellten Bühnenfiguren. „Auf mitreißende Weise mixt Guth hier Sentiment und Bussi-Scheinwelt, Kitsch und die blanke Kälte der Realität zu einem intelligenten, handwerklich glänzend gelösten und doch schmerzlich wehmütigen Operettenabend zusammen“, konnte man etwa nach der Premiere am 13. Mai 2018 in der Frankfurter Neuen Presse lesen.

Zur Handlung: In der pontevedrinischen Gesandtschaft zu Paris herrscht höchste Aufregung: Es gilt, das Vermögen der attraktiven Witwe Hanna Glawari „im Land“ zu halten. Daher wird der nicht minder gut aussehende Graf Danilo auf seine äußerst begehrte Landsfrau angesetzt. Doch da es sich bei Hanna um Danilos Jugendliebe handelt, die er einst aus Standesgründen verlassen musste, und er darüber hinaus nicht in Verdacht geraten will, es nur auf Hannas Millionen abgesehen zu haben, sind allerhand amouröse Verwicklungen zu lösen, bis sich die beiden endlich ihre Liebe gestehen können – oder auch nicht?

Oper Frankfurt / Die lustige witwe © Monika Rittershaus

Oper Frankfurt / Die lustige witwe © Monika Rittershaus

Die musikalische Leitung dieser ersten Wiederaufnahme liegt bei Hartmut Keil, der von 2002 bis 2016 an der Oper Frankfurt engagiert war, zuletzt als Kapellmeister. Seit der Spielzeit 2017/18 hat er die Position des Ersten Kapellmeisters am Theater Bremen inne. In der Titelpartie wechseln sich die Ensemblemitglieder Kirsten MacKinnon und Juanita Lascarro ab. Als Danilo steigt Christoph Pohl von der Dresdner Semperoper neu in die Produktion ein. Aus dem Ensemble und dem Opernstudio der Oper Frankfurt sind Florina Ilie (Alternativbesetzung der Valencienne), Matthew Swensen (Camille de Rosillon), Sebastian Geyer (Bogdanowitsch), Angela Vallone (Sylviane) sowie Kelsey Lauritano und Nina Tarandek (im Wechsel als Olga) erstmals in dieser Inszenierung vertreten. Alle weiteren Sängerinnen und Sänger sowie der Schauspieler Klaus Haderer als Njegus sind mit der Produktion bereits aus der Premierenserie vertraut.

Musikalische Leitung: Hartmut Keil, Regie: Claus Guth, Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Nina Brazier, Bühnenbild und Kostüme: Christian Schmidt, Licht: Olaf Winter, Choreografie: Ramses Sigl, Chor: Tilman Michael, Dramaturgie: Konrad Kuhn

Mit: Graf Danilo Danilowitsch: Christoph Pohl, Hanna Glawari: Kirsten MacKinnon / Juanita Lascarro (Januar 2019), Baron Mirko Zeta: Barnaby Rea, Valencienne: Elizabeth Reiter / Florina Ilie (6., 20. Januar 2019), Camille de Rosillon: Matthew Swenson / Martin, Mitterrutzner (20. Januar 2019), Vicomte de Cascada: Theo Lebow, Raoul de St. Brioche: Michael Porter, Bogdanowitsch: Sebastian Geyer, Sylviane: Angela Vallone, Kromow: Dietrich Volle, Olga: Kelsey Lauritano / Nina Tarandek (29., 31. Dezember 2018, 1., 6., 20. Januar 2019), Pritschitsch: Franz Mayer, Praskowia: Margit Neubauer, Njegus: Klaus Haderer u.a.

Chor und Statisterie der Oper Frankfurt; Frankfurter Opern- und Museumsorchester
Mit freundlicher Unterstützung der DZ BANK

—| Pressemeldung Oper Frankfurt |—

München, Staatstheater am Gärtnerplatz, DIE LUSTIGE WITWE – Franz Lehár, ab 29.09.2018


Staatstheater am Gärtnerplatz München

Gärtnerplatztheater © Christian POGO Zach

Gärtnerplatztheater © Christian POGO Zach

DIE LUSTIGE WITWE von Franz Lehár
Buch Victor Léon und Leo Stein

DIE LUSTIGE WITWE von Franz Lehár zeigt das Gärtnerplatztheater wieder ab 29. September 2018

Staatstheater am Gärtnerplatz / Die lustige Witwe - Alexandra Reinprecht (Hanna Glawari), Ensemble, Herrenchor des Staatstheaters am Gärtnerplatz © Marie-Laure Briane

Staatstheater am Gärtnerplatz / Die lustige Witwe – Alexandra Reinprecht (Hanna Glawari), Ensemble, Herrenchor des Staatstheaters am Gärtnerplatz © Marie-Laure Briane

Vorgeschichte  –   Der Kavallerieleutnant Graf Danilo Danilowitsch und die mittellose Tochter eines Gutsverwalters, Hanna, waren ein glückliches Paar. Auf Druck seines Onkels, der ihm mit Enterbung drohte, gab Danilo die unstandes­gemäße Beziehung jedoch auf. Hanna heiratete den reichen pontevedrinischen Hofbankier Glawari, der wenige Tage nach der Hochzeit starb. Danilo, nunmehr Reservist, wurde als Gesandtschaftssekretär nach Paris berufen. Seine neue Aufgabe befriedigt ihn jedoch nicht, und er versucht seinem Leben durch nächtelange Aufenthalte bei Maxim mit Champagner und Grisetten ein wenig Glanz zu verleihen.

Die Handlung

1. Akt –  Bei einem Fest in der Pariser Gesandtschaft des Klein­staats Pontevedro wird Hanna Glawari fieberhaft erwartet. Es geht das Gerücht, dass die charmante Witwe wieder heiraten möchte. Da ihre Millionen über die Zukunft des verarmten Pontevedro entscheiden, will der Gesandte Baron Mirko Zeta unter allen Umständen ihre Heirat mit einem Pariser verhindern.

Die junge Ehefrau des Baron Zeta, die Französin Valen­cienne, möchte ihren glühenden Verehrer Camille de Rosillon mit Hanna Glawari vermählen. Gleichzeitig nagt die Eifersucht an ihr. Camille denkt jedoch nicht daran, von Valencienne zu lassen. Auf ihren Fächer schreibt er: „Ich liebe dich.”

Zeta lässt durch den Kanzlisten Njegus den Grafen Danilo holen. Dieser interessiert sich nicht für die Belange des Vaterlandes und will seinen Rausch ausschlafen. Er wird von Hanna geweckt, die sich einen Moment lang aus der Gesellschaft zurückgezogen hat. Die alten Wunden ihrer Beziehung brechen wieder auf.

Indessen hat Valencienne ihren Fächer verloren, Zeta und Kromowhaben ihn gefunden. Der eifersüchtige Kromow ist überzeugt, der Fächer gehöre seiner Frau Olga und bezichtigt sie der Untreue. Zeta nötigt daraufhin Valen­cienne, den Fächer als den ihren auszugeben, um Kromow zu beruhigen. Kaum ist Kromow weg, nimmt Zeta den Fächer wieder an sich, um ihn der vermeintlichen Besitzerin zurückzugeben.

Franz Lehár Denkmal in Wien © IOCO

Franz Lehár Denkmal in Wien © IOCO

Zeta nimmt Danilo ins Gebet: Er soll Hanna heiraten. Da sich Danilo aber hartnäckig weigert, wird er beauftragt, alle „eheverdächtigen” Franzosen von Hanna fernzu­halten. Bei der anschließenden Damenwahl preist Valencienne die Tanzkünste Camilles. Doch Hanna entscheidet sich für Danilo, der sie mit seiner Ablehnung zuerst brüskiert, um später, als sie allein sind, doch mit ihr zu tanzen.

2. Akt – Hanna gibt ein pontevedrinisches Fest, das sie selbst mit der Darbietung des „Vilja-Lieds” eröffnet. Danilo lauscht ergriffen dem Lied vom „liebkranken Mann”. Die Suche nach der Eigentümerin des Fächers geht weiter. Danilo erkennt die Handschrift Camille de Rosillons und versucht nun, dessen Geliebte ausfindig zu machen. Er befragt mehrere Damen und erfährt dabei von ihren außerehelichen Liebschaften; die gewünschte Auskunft erhält er jedoch nicht Danilo stellt den Ehemännern die Frage nach der Treue ihrer Frauen, und man sinniert über die „Weiber” im Allgemeinen.

Pause

Die Frauen sinnieren ihrerseits über die Männer. Hanna stellt Danilo zur Rede, da sie bemerkt, dass er ihr die anderen Männer vom Hals schafft. Wieder kommen die beiden einander näher.

Njegus bringt ein Telegramm des Ministeriums, das auf Erhalt der Glawari-Millionen drängt. Zeta, Danilo und Njegus verabreden eine Besprechung beim Pavillon.

Valencienne versucht, sich endgültig von Camille loszusagen. Sie findet endlich ihren Fächer wieder und schreibt darauf ihre Antwort auf Camilles Liebesgeständnis: „Ich bin eine anständige Frau.” Dennoch folgt sie ihm in den Pavillon, um von ihm Abschied zu nehmen.

Als Zeta zur Besprechung erscheint und den Pavillon verschlossen vorfindet, wagt er einen Blick durchs Schlüsselloch. Er entdeckt Camille und freut sich, dessen Geheimnis endlich zu lüften, erbleicht jedoch, als er seine Frau bei ihm sieht. Njegus erhält die Anweisung, den Hinterausgang des Pavillons abzuschließen, führt aber Valencienne heraus und Hanna hinein.

Die Verwirrung ist perfekt, als Hanna aus dem Pavillon tritt. Um Valencienne zu retten, gibt Hanna ihre Verlobung mit Camille de Rosillon bekannt. Danilo rast vor Eifersucht.

3. Akt

Hanna hat die Grisetten des Maxim eingeladen, deren Darbietung den Höhepunkt des Festes bildet. Danilo stellt Hanna zur Rede und verbietet ihr, Camille zu heiraten. Hanna erklärt ihm, dass sie gar kein Rendezvous mit Camille hatte, sondern eine verheiratete Dame aus einer peinlichen Situation retten wollte.

Endlich stellt sich heraus, dass der Fächer Valencienne gehört. Zeta erklärt, sich scheiden zu lassen, und hält um Hannas Hand an. Diese weist ihn darauf hin, dass sie laut Testament ihres Mannes im Falle einer Wiederverheiratung ihr gesamtes Vermögen verliert. Zeta zieht seinen Heiratsantrag zurück. Danilo gesteht Hanna nun endlich seine Liebe, worauf Hanna erklärt, dass ihre Millionen bei einer Heirat in den Besitz ihres Mannes übergehen.

Valencienne zeigt ihrem Gatten, was sie auf den Fächer geschrieben hat: „Ich bin eine anständige Frau.Zeta verzeiht ihr.

 

—| Pressemeldung Staatstheater am Gärtnerplatz |—

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