Kiel, Theater Kiel, Spielplan August-September 2019

August 12, 2019 by  
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Theater Kiel

Opernhaus Kiel / Blick über den Rathausplatz © VollwertBIT

Opernhaus Kiel / Blick über den Rathausplatz © VollwertBIT


operkiel*

Premieren


AIDA auf dem Rathausplatz in Kiel © Janina Wilkens

AIDA auf dem Rathausplatz in Kiel © Janina Wilkens

sommertheaterkiel*

Samstag, 24. August | 20.00 Uhr | Rathausplatz
AIDA
Oper von Giuseppe Verdi
in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Das Sommerereignis in Kiel 2019 steht vor der Tür – im doppelten Sinne des Wortes! Ab 24. August geht es auf dem Rathausplatz italienisch-ägyptisch zu, »Aida« kommt, die Oper mit dem Triumphmarsch, die Sommeroper aller Sommeropern!
Die äthiopische Gefangene Aida und der ägyptische Heerführer Radamès lieben einander, obwohl ihre Länder Krieg gegeneinander führen. Wegen Aida weist Radamès nicht nur die ägyptische Prinzessin Amneris zurück, er begeht auch Landesverrat, wofür er zu einem perfi den Tod verurteilt wird. Als er die Gruft betritt, in der er lebendig eingemauert werden soll, wartet Aida dort auf ihn …
Musikalische Leitung Benjamin Reiners Regie Daniel Karasek
Bühne Lars Peter Kostüme Claudia Spielmann
Chöre Lam Tran Dinh Choreografi e Yaroslav Ivanenko
Mit Jule-Katrin Burghardt / Elisabeth Raßbach-Külz, Veronika Dzhioeva / Izabela Matula, Maria Gulik / Cristina Melis; Thorsten Grümbel, Fred Hoffmann, Stefano Meo, Sung Kyu Park / Mergen Sandanov sowie Opern- und Extrachor des Theaters Kiel,
Ballett Kiel, Philharmonisches Orchester Kiel


Sonntag, 8. September | 19.00 Uhr | Opernhaus
DIE VOLKSBÜHNENGALA
Kaum sind Aida und Radamès auf der Bühne des Rathausplatzes zum letzten Mal gestorben, da geht es drinnen im Opernhaus weiter, denn nicht nur Prinz Orlofsky »lädt gern sich Gäste ein«. In der Volksbühnengala servieren wir »Appetitmacher« aus den Werken, die Sie in der Spielzeit 2019 / 2020 bei uns erleben werden. Also fliegt die Fledermaus über die tote Stadt, besucht Lucia di Lammermoors Hochzeit, tanzt wie Eugen Onegin, dankt Gott mit Elias, feiert mit den Trojanern Karthago und seine ekstatischen Nächte und fi ndet erst mit einem Amerikaner in Paris den richtigen Rhythmus, um sich noch einmal an Aidas Triumphmarsch zu erinnern! Leitung und Moderation Benjamin Reiners
Mit Agnieszka Hauzer, Ks. Heike Wittlieb; Yoonki Baek, Norbert Ernst, Michael Müller-Kasztelan, Ks. Tomohiro Takada u. a. sowie dem Opernchor und dem Extrachor des Theaters Kiel Es dirigieren Benjamin Reiners u. a.


Freitag, 28. September | 19.30 Uhr | Opernhaus
Deutsche Erstaufführung
EIN AMERIKANER IN PARIS
Musical von George Gershwin
Songs in englischer, Dialoge in deutscher Sprache
Der amerikanische Soldat Jerry Mulligan bleibt nach Ende des zweiten Weltkriegs in Paris, um sich als freier Künstler zu erproben. Als er die junge Französin Lise Dassin kennenlernt, ist es um ihn geschehen – zum Leidwesen seiner Freunde und Konkurrenten Adam Hochberg und Henri Baurel.
Für welchen ihrer drei Verehrer wird sich Lise entscheiden? »I got rhythm«, »They can’t take that away from me«, »Stairway to Paradise« oder »Shall we dance« sind einige der Gershwin-Standards, die Eingang in die spektakuläre Bühnenversion des Filmklassikers von 1951 gefunden haben.
Der West End- und Broadway-Hit ist in Kiel in einer exklusiven Musical- Besetzung erstmals auf einer deutschen Bühne zu erleben, natürlich inklusive des titelgebenden Orchesterhits »An American in Paris«.

Musikalische Leitung Daniel Carlberg
Regie / Choreografi e Ricarda Regina Ludigkeit
Bühne Hans Kudlich Kostüme Gabriele Heimann
Mit Sheila Grant, Evita Komp, Leoni Kristin Oeffi nger, Angelika Ratej, Lynsey Reid, Léonie Thoms, Barbara Wanasek, Alice Wittmer; Hermann Bedke, Adam Cooper, Connor Dowling, Peter Lesiak, Max Meister, Claus Opitz, Robert Schmelcher, Sascha Stead, Andrea Viggiano, Lars Wandres


Wiederaufnahmen


Theater Kiel / Die Reise nach Reims © Olaf Struck

Theater Kiel / Die Reise nach Reims © Olaf Struck

Freitag, 6. September | 19.30 Uhr | Opernhaus
DIE REISE NACH REIMS
Oper von Gioachino Rossini
in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Absurdes Musiktheater trifft Zeichentrickfi lm, Wechselwirkung inbegriffen, Spaß pur! Auf dem Weg zur Krönung von Karl X. in Reims bleiben Reisende verschiedener Nationen stecken und müssen nun gemeinsam die Zeit totschlagen … Der für und auf die Musik entstandene Film übersetzt die musikalisch großartig ausgeschmückten »Nicht-Ereignisse« in eine Zeichentrickwelt, mit und in der die Sänger spielen!

Theater Kiel / Die Reise nach Reims © Olaf Struck

Theater Kiel / Die Reise nach Reims © Olaf Struck

Musikalische Leitung Moritz Caffi er / Sergi Roca
Regie und Konzeption Pier Francesco Maestrini
Cartoon und Konzeption Joshua Held Ausstattung Alfredo Troisi
Choreinstudierung Lam Tran Dinh Lichtgestaltung Carsten Lenauer
Mit Julie Caffi er, Tatia Jibladze, Hye Jung Lee, Rossella Ragatzu, Vigdis Bergitte Unsgård; Matteo Maria Ferretti, Fred Hoffmann, Anton Rositskiy, Ks. Jörg Sabrowski, Kemal Ya?ar u. a. sowie dem Opernchor des Theaters Kiel
Koproduktion mit dem Theater Lübeck,
Kooperation mit dem Teatro Filarmonico di Verona

Theater Kiel / Die Reise nach Reims © Olaf Struck

Theater Kiel / Die Reise nach Reims © Olaf Struck


Theater Kiel / Die Krönung der Poppea © Olaf Struck

Theater Kiel / Die Krönung der Poppea © Olaf Struck

Samstag, 14. September | 19.00 Uhr | Opernhaus
DIE KRÖNUNG DER POPPEA
Oper von Claudio Monteverdi
in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Mit »Ganz große Oper!« beendete die SHZ ihre Kritik zu Serena Sinigaglias begeistert aufgenommener Inszenierung des hochbarocken Musiktheater- Meisterwerks »Die Krönung der Poppea« über den zielstrebigen Aufstieg der machtgierigen Schönheit Poppea zur neuen Gemahlin Kaiser Neros, der nur durch erzwungenen Selbstmord und Verbannung ihrer Gegner möglich wird. Die bitterböse Satire auf Gewinnstreben und Rücksichtslosigkeit einer selbstverliebt eitlen Wohlstandsgesellschaft berührt durch die
eindringliche Menschlichkeit von Monteverdis Musiksprache.

Theater Kiel / Die Krönung der Poppea © Olaf Struck

Theater Kiel / Die Krönung der Poppea © Olaf Struck

Musikalische Leitung Alessandro Quarta Regie Serena Sinigaglia
Bühne Maria Spazzi Kostüme Daniela Cernigliaro
Mit Francesca Boncompagni, Adriana Di Paola, Caroline Nkwe, Tatia Jibladze, Hye Jung Lee, Lucia Napoli, Vigdis Bergitte Unsgård; Andrés Montilla-Acurero, Luca Cervoni, Matteo Maria Ferretti, Fred Hoffmann, Ivan Scherbatyh, Anton Schmalz,
Robert Manuel Zangari und der Statisterie des Theaters Kiel

Theater Kiel / Die Krönung der Poppea © Olaf Struck

Theater Kiel / Die Krönung der Poppea © Olaf Struck


OPER Extra


Samstag, 21. September | 17.00 Uhr | 1. Foyer Opernhaus
Operncafé: EIN AMERIKANER IN PARIS
Wie bringt man einen Film auf die Bühne? Und wie choreografi ert man
Gershwins Klassiker? Fragen und Antworten zum »Amerikaner in Paris«
gibt es wie immer beim Operncafé.


Montag, 23. September | 20.00 Uhr | 1. Foyer Opernhaus
GESCHICHTEN AUS DEM TRIOLENGITTER
Mary Bauermeister ist selber Künstlerin und gleichzeitig einzigartige Zeitzeugin der neuesten Musikgeschichte. Ob »Fluxus«, Kunst oder Musik – sie hat alle gekannt: Nam June Paik, Karlheinz Stockhausen, Ben Patterson, David Tudor, John Cage. Hier liest sie aus Ihrem Buch »Ich hänge im Triolengitter
– Mein Leben mit Karlheinz Stockhausen«. Der Kontrabassist Heiko Maschmann spielt Werke von John Cage und Stockhausen, gemeinsam werden Bauermeister und Maschmann Benjamin Pattersons Duo für Stimme und Streichinstrument darbieten.
In der Konzertreihe KLANGRAUSCHEN


Sonntag, 29. September | 11.00 Uhr | 1. Foyer Opernhaus
Operncafé: DIE TOTE STADT
Einen »Traum der Wiederkehr«, wie ihn der Witwer Paul in Korngolds Oper träumt, haben auch etliche Opernliebhaber geträumt. Ihr Traum wird jetzt wahr: Erich Wolfgang Korngolds »Die tote Stadt« kommt zurück nach Kiel! Die Regisseurin Luise Kautz und GMD Benjamin Reiners erläutern ihre Sichtweisen auf den schwelgerischen, spannenden, psychologisch ausgefeilten Opernhit der 1920 er Jahre.


Montag, 30. September | 20.00 Uhr | 1. Foyer Opernhaus
SECHS AUF EINEN STREICH
John Doig, Lukas Mimura (Violine), Marie Yamanaka, Hsinyi Liu (Viola), Frauke Rottler-Viain und Laura Barkauskaite (Violoncello) spielen Erwin Schulhoffs Streichsextett op. 45 und Antonín Dvo?áks Sextett op. 48. Beide Komponisten wurden in Prag geboren und von der Volksmusik ihrer Heimat geprägt. Dvo?ák (1841–1904) machte die böhmische Volksmusik erst »salonfähig «, Schulhoff (1894–1942) baute darauf auf, nachdem Dvo?ák ihn als Siebenjährigen »mit zwei Stück Schokolade zum Musikanten promovierte«.


orchesterkiel*


Theater Kiel / Generalmusikdirektor Benjamin Reiners© Gerhard Kühne.

Theater Kiel / Generalmusikdirektor Benjamin Reiners© Gerhard Kühne.

Sonntag, 15. September | ab 14.30 Uhr
Seegartenbrücke und Kieler Schloss
Phil.feiert!
Das philharmonische Antrittskonzert unseres neuen Generalmusikdirektors Benjamin Reiners ist für uns ein Grund zum Feiern – Feiern Sie mit … … und seien Sie bereits dabei, wenn Benjamin Reiners um 14.30 Uhr mit dem Schiff »MS Stadt Kiel« an der Seegartenbrücke ankommt! Nach einer musikalischen Begrüßung gibt’s auf dem Schlossplatz Cake & Coffee, bevor um 15.00 Uhr die Gesprächseinführung »Das Musikalische Quartett« beginnt.
Highlight des Tages ist dann das 1. Philharmonische Konzert um 16.00 Uhr im großen Saal, für dessen Dauer kostenfreie Kinderbetreuung angeboten wird. Im Anschluss daran heißt es: »Phil.feiert!« mit Fischbrötchen, Kieler Bier, Live-Jukebox und weiteren Überraschungen. Alle Einnahmen aus den Tagesveranstaltungen werden dem Förderverein »Konzertsaal am Kieler Schloss« gespendet. Ihre Kieler Philharmoniker und Ihr neuer GMD freuen sich auf Sie!


Mittwoch, 11. September | 18.00 Uhr | musiculum
KOMPONISTENPORTRAIT: SJ HANKE
von den Musikfreunden Kiel

Sonntag, 15. September | 16.00 Uhr | Kieler Schloss
Montag, 16. September | 19.30 Uhr | Kieler Schloss
(Nach dem Konzert am Montag: Philharmonischer Absacker mit Fischbrötchen
und Kieler Bier auf dem Schlossplatz, bei kühleren Temperaturen im Fördefoyer.)
Gesprächseinführung »Das Musikalische Quartett«
um 15.00 Uhr (Sonntag) bzw. 18.30 Uhr (Montag) im Festsaal
1. Philharmonisches Konzert
Ralph Vaughan Williams Serenade to music
Joseph Haydn Sinfonie Nr. 6 D-Dur »Le Matin«
SJ Hanke ropes and knots (Kompositionsauftrag der Musikfreunde Kiel
gemeinsam mit dem Theater Kiel)
Johannes Brahms Sinfonie Nr. 4 e-Moll op. 98
Caroline Nkwe (Sopran) Margaret Newcomb (Mezzosopran)
Michael Müller-Kasztelan (Tenor) Ks. Jörg Sabrowski (Bass-Bariton)
Opernchor des Theaters Kiel (Einstudierung Lam Tran Dinh)
Dirigent Benjamin Reiners
Sonntag, 29. September | 17.00 Uhr | musiculum
Kammerkonzert der Orchesterakademie
Sonntag, 29. September | 19.00 Uhr | St. Nikolaikirche Kiel
1. Mozart-Konzert
Werke von Johann Sebastian Bach und
Wolfgang Amadeus Mozart
Gesangssolisten, LandesJugendChor Schleswig-Holstein
Ensemble Schirokko
Dirigent Matthias Janz


Förderverein am Kieler Schloss


MUSIK GEHÖRT ZUM LEBEN,
WIE DER KONZERTSAAL ZU UNSERER STADT
Die Spannung war wochen- und monatelang groß. Am 1. Januar 2019 ist die Entscheidung dann gefallen. Stadt und Land haben den Konzertsaal sowie das Schlossareal gekauft. Das Schloss ist somit wieder in öffentlicher Hand. Der Förderverein Konzertsaal am Kieler Schloss e. V. hat sich das Ziel gesetzt, private Spenden für die Sanierung des Konzertsaales zu sammeln. Ein fulminanter Auftakt der Vereinsarbeit ist in Zusammenarbeit mit den Kieler Musikfreunden im Oktober letzten Jahres gelungen. »Kiel goes Elphi« – Das Benefi zkonzert in der Elbphilharmonie. Mehr solcher großen – und auch kleineren Spenden, sowie viel Einsatzbereitschaft und Tatkraft sind nötig, um unser sportliches Ziel von 4 Millionen Euro zu erreichen. Sie erinnern sich an Ihr schönstes Konzert und möchten, dass sich dieses einmalige Hörerlebnis wiederholt? Dies gelingt nur verbunden mit Ihrer Großzügigkeit!
Bitte spenden Sie für den Erhalt unseres Kieler Konzertsaales.
Vielen Dank. Ihr Förderverein Konzertsaal am Kieler Schloss e. V.


ballettkiel*


Gastspiel des Theater Kiel
Lübeck-Premiere
Samstag, 21. September | 19.30 Uhr | Theater Lübeck (Großes Haus)
LA SYLPHIDE
Ballett von August Bournonville zur Musik von Herman Løvenskiold Das Ballett Kiel gastiert in dieser Spielzeit erneut mit einer Produktion am Theater Lübeck und bringt dort das Ballett »La Sylphide«, das 2017 in Kiel Premiere hatte, zurück auf die Bühne. Das romantische Ballett über einen schottischen Landjunker und dessen unerfüllbare Liebe zu einem Luftgeist ist eines der ältesten bis heute erhaltenen Handlungsballette und prägte das Bild der Ballerina, die rätselhaft, überirdisch und unberührt auf Spitze entschwebt. Die Kieler Inszenierung, die vom Ballettdirektor des Kopenhagener Tivoli Ballet Theatre Peter Bo Bendixen einstudiert wurde, orientiert sich an der originalen Choreografi e von August Bournonville aus dem Jahr 1836, die neben klassischem Ballett auch traditionelle schottische Tänze bietet. Wer »La Sylphide« in Kiel nicht sehen konnte, bekommt somit in Lübeck nun noch einmal die Gelegenheit dazu!
Eine Kooperation des Ballett Kiel mit dem Theater Lübeck Choreografi e August Bournonville Einstudierung Peter Bo Bendixen Musikalische Leitung Jan-Michael Krüger Ausstattung Heiko Mönnich Ballett Kiel
Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck
Statisterie des Theater Lübeck


BALLETT Extra


Samstag, 28. September | 10.00 Uhr | Ballettsaal Opernhaus
ÖFFENTLICHES TRAINING
Einen Blick hinter die Kulissen erhaschen und das Ballett Kiel aus nächster Nähe erleben: Diese Möglichkeit bietet das Öffentliche Training wieder im September. Nur fünfzig Zuschauer fi nden im Ballettsaal Platz, daher heißt es: schnell Karten sichern! Der Einlass erfolgt um 9.45 Uhr über die graue Eisentür am Opernparkplatz.


schauspielkiel*


Premieren

Freitag, 20. und Samstag, 21. September | 20.00 Uhr | Schauspielhaus
FAUST
Johann Wolfgang von Goethe
Ein großer Klassiker zum Spielzeitauftakt: »Da steh ich nun ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor.« Mit seinem unstillbaren Verlangen nach Erkenntnis gilt Faust als Sinnbild des modernen Menschen. Er möchte wissen, »was die Welt im Innersten zusammenhält.« Er hinterfragt und missachtet althergebrachte Regeln, fühlt sich von der Gesellschaft entfremdet und möchte in jeder Beziehung über sie hinauswachsen: Für die Erfüllung all seiner Wünsche ist er bereit, dem Teufel seine Seele zu überlassen. Mephisto, »ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft«, bemüht sich mit allen Mitteln seiner Zauberkunst um Fausts Seele und führt ihn dabei mitten hinein ins pralle irdische Leben, mit all seinen Verführungen und Abgründen, und hin zu Gretchen: Die junge Frau wird zur Projektionsfl äche faustischen Begehrens und schließlich zum Opfer seines Größenwahns.

Kein Werk nach der Luther-Bibel hat so viele Spuren in der deutschen Sprache und Geschichte hinterlassen wie Goethes »Faust«. Es gilt als das deutsche literarische Werk, als die Thematisierung des menschlichen Urkonfl ikts schlechthin: der Mensch als zugleich kreativstes und destruktivstes Wesen in der unüberbrückbaren Spannung zwischen gesellschaftlich und moralisch gesetzten Grenzen und deren permanenter Überschreitung.
Regie Annette Pullen Bühne Iris Kraft
Kostüme Barbara Aigner
Mit Maximilian Herzogenrath, Imanuel Humm, Tiffany Köberich,
Anne Rohde, Yvonne Ruprecht, Tristan Steeg


Sonntag, 22. September | 19.30 Uhr | Studio Schauspielhaus
AMSTERDAM
Maya Arad Yasur
Amsterdam: liberal, kosmopolitisch, angesagt. Menschen aus aller Welt und ihre Geschichten treffen hier aufeinander und mittendrin lebt eine israelische Komponistin, die eines Morgens eine unbezahlte Gasrechnung vor ihrer Haustür fi ndet. Und zwar eine aus dem Jahr 1944. Was hat es damit auf sich? Sie begibt sich auf Spurensuche und stößt dabei auf düstere Ereignisse aus der Vergangenheit, die sich während des Zweiten Weltkrieges in ihrem Wohnhaus zugetragen haben. Gleichzeitig wird sie selbst in ihrer vermeintlich so weltoffenen Umgebung immer stärker mit ihrem Selbstbild als Jüdin, mit Vorurteilen und Stereotypen konfrontiert. Leichtfüßig und tiefgründig lässt die junge israelische Autorin die Zuschauer*innen in eine packende Geschichte eintauchen, in der die Schatten der Vergangenheit immer weiter in die Gegenwart hineinwachsen.

Das 2018 mit dem Ersten Preis beim Stückemarkt des Berliner Theatertreffens ausgezeichnete Stück ist auf der einen Seite ein faszinierender Krimi und stellt auf der anderen Seite Fragen nach der Aufarbeitung von Geschichte, nach Erinnerungskultur heute und nach deren Auswirkung auf die eigene Identität.
Regie Josua Rösing Ausstattung Michael Lindner
Musik Thies Mynther
Mit Jennifer Böhm, Rudi Hindenburg, Ksch. Almuth Schmidt


SCHAUSPIEL Extra


Sonntag, 8. September | 11.00 Uhr | Bistro Entracte Schauspielhaus
VorOrt: FAUST
Mit Regisseurin Annette Pullen, Dramaturg Jens Paulsen und Mitgliedern
des Ensembles.

Sonntag, 22. September | 11.00 Uhr | Bistro Entracte Schauspielhaus
VorOrt: FRÜCHTE DES ZORNS
Mit Regisseur Malte Kreutzfeldt,


werftparkkiel*


junges theater
Premiere
Samstag 21. September | 18.00 Uhr | Junges Theater im Werftpark
DAS GESPENST VON CANTERVILLE
ab 6 Jahren
Sir Simon de Canterville ist ein Schlossgespenst, wie es sich gehört. Seit Jahrhunderten spukt er durch das Anwesen von Canterville, jagt den Bewohnern Angst und Schrecken ein und hegt und pfl egt den traditionellen Blutfleck in der Bibliothek. Doch als Familie Otis in das Schloss zieht, wird alles anders. Die glauben nicht an Gespenster! Eine Unverschämtheit! Unaufhörlich versucht Sir Simon de Canterville, ihnen das Gruseln beizubringen. Mit »Das Gespenst von Canterville« bringt das Junge Theater im Werftpark den 1887 erschienenen Klassiker des irischen Schriftstellers Oscar Wilde als unterhaltsames Stück für die ganze Familie auf die Bühne.


—| Pressemeldung Theater Kiel |—

Hannover, Staatsoper Hannover, Die Krönung der Poppea – Claudio Monteverdi, 07.06.2019

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Staatsoper Hannover 

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

 Die Krönung der Poppea  – Claudio Monteverdi

Premiere 7. Juni 2019 

Mit der vorletzten Premiere in der Saison 2018/19 kehrt die Staatsoper Hannover zurück zu den Ursprüngen der Operngeschichte: Die Krönung der Poppea von Claudio Monteverdi, 1567  – 1643,  feiern am 7. Juni 2019  Premiere im Opernhaus.

»Verehrt mich, betet mich an und nennt mich euren Herrscher« – so weist im Prolog von Claudio Monteverdis letzter Oper der kindliche Gott Amor selbstbewusst die beiden Göttinnen des Schicksals und der Tugend zurecht, die kurz vorher in einen Streit darüber geraten waren, welche von ihnen die Mächtigere sei, und die dabei den Verfall ihrer Macht eingestehen mussten. Um seinen Anspruch auf den Chefsessel im Olymp zu unterstreichen, führt Amor sogleich ein menschliches Experiment durch, das beweisen soll, dass die Welt nach der Pfeife seiner Launen tanzt. In einer Welt, in der moralische Grundsätze ihre Bedeutung verloren haben, findet Amor einen Gleichgesinnten – wie er selbst ein herrschsüchtiges Kind, das verehrt und angebetet werden möchte, das sich gegen ältere Autoritäten auflehnt und seine Launen frei und skrupellos auszuleben sucht: der römische Kaiser Nero.

Claudio Monteverdi, Venedig © IOCO

Claudio Monteverdi, Venedig © IOCO

Obwohl mit Ottavia verheiratet, hat er sich unsterblich in die wunderschöne Poppea verliebt, die nun ihrerseits ihre alte Liebe Ottone zurückweist, weil sie nicht nur scharf auf Nero, sondern auch auf die kaiserliche Macht ist. Und weil sich auch die eifersüchtige Ottavia nicht gerade zimperlich im Umgang mit Menschenleben erweist und sich mit Ottone gegen Poppea verschwört, findet man schnell einen Grund, sie und alle Widersacher loszuwerden. Nur Neros Lehrer Seneca, der Philosoph und Vertreter einer stoischen, leidenschaftslosen und rationalen Weltsicht, versucht als einzige moralische Instanz in das Geschehen einzugreifen und seinen Zögling auf die rechte Bahn zurückzuführen. Doch seine hehren Grundsätze von einem vernunftbestimmten und gerechten Herrschertum verhallen als leere Worthülsen in einem Raum entfesselter Leidenschaften.

Als eine der bedeutendsten Opernschöpfungen des 17. Jahrhunderts ist Die Krönung der Poppea die Apotheose einer skrupellosen Liebe jenseits von Gut und Böse, einer Liebe, für die moralische Prinzipien keine Gültigkeit mehr haben. In ihrer Ambivalenz, in der der Konflikt zwischen Moral, Vernunft und einer Leidenschaft, die auf ihrem Recht beharrt, letztlich ungelöst bleibt, erweist sich die bis heute nicht verblasste Modernität dieser Oper, die erstmals in der Musikgeschichte nicht mythologische Gestalten auf die Bühne bringt, sondern leibhaftige Menschen. Die Abkehr von allegorischen Bedeutungen und moralischen Belehrungen und die Hinwendung zum Einzelschicksal und zum individuellen Handeln in seiner Triebhaftigkeit findet seine Entsprechung in der ausdifferenzierten musikalischen Gestaltung, die das Innenleben der Personen in seinen feinsten Schwankungen nachvollzieht. Dadurch wird das Spannungsverhältnis zwischen Machtstrukturen und der Utopie einer grenzenlosen Freiheit betont, die letztlich doch ungreifbar bleibt, weil der Weg dorthin über Leichen führt.

In seinem letzten Bühnenwerk stellt Monteverdi nicht mehr mythologische Wesen in den Mittelpunkt der Handlung, sondern ganz „normale“ Menschen und thema-tisiert die allzu menschlichen Züge gerade der obersten Gesellschaftsschichten. So geht es in Die Krönung der Poppea unter anderem um eine machtgierige verheiratete Frau, die mit dem römischen Kaiser Nero anbändelt, um selbst Kaiserin zu werden, einen Herrscher, der seine Frau loswerden will, um ungestört seine neue Liebschaft genießen zu können und um zwei eifersüchtige verlassene Ehepartner, die auch vor einem Mordkomplott nicht zurückschrecken.Bei diesem Ensemblestück über Leidenschaft und Moral sind insgesamt elf Sän-gerinnen und Sänger der Staatsoper zu erleben, unter anderem Stella Motina und Monika Walerowicz als skrupelloses Liebespaar Poppea und Kaiser Nero sowie Julie-Marie Sundal und Josy Santos als verlassene Ehepartner Ottone und Ottavia. Regie führt Ingo Kerkhof, der seine Regiearbeit in Hannover bereits mit Monteverdis erster Oper L’Orfeo in der Spielzeit 2006/07 begann. Am Pult des Niedersächsischen Staatsorchesters, durch eine Continuo-Gruppe ergänzt, steht Howard Arman.

 

Karten für die Premiere am 7. Juni und alle weiteren Vorstellungen sind an den Kassen der Staatstheater Hannover oder per Telefon unter 0511 99 99 11 11 erhältlich.

—| Pressemeldung Staatsoper Hannover |—

Mannheim, Nationaltheater Mannheim, Premiere Die Krönung der Poppea, 12.04.2016

Nationaltheater Mannheim

Nationaltheater Mannheim

Nationaltheater Mannheim © Hans Jörg Michel

Nationaltheater Mannheim © Hans Jörg Michel

 Die Krönung der Poppea – Claudio Monteverdi

Monteverdi-Zyklus

Der Monteverdi-Zyklus geht weiter: Nach der äußerst erfolgreichen Produktion Die Heimkehr des Odysseus in der vergangenen Spielzeit feiert am Donnerstag, 12. April um 19 Uhr als nächstes Monteverdi-Werk Die Krönung der Poppea in der Inszenierung von Lorenzo Fioroni Premiere.

1607 schreibt Monteverdi in Mantua seine erste Oper und setzt damit Maßstäbe, die bis heute gelten. Dennoch verlässt er 1613 den herzoglichen Hof und wird Kapellmeister des Markusdoms in Venedig. Über dreißig Jahre schreibt er keine Opern mehr, obwohl die Oper als öffentliches Spektakel in Venedig blüht wie nirgends sonst.

In seinen letzten Lebensjahren packt Monteverdi dann doch noch der Schaffensrausch. In schneller Folge entstehen die Heimkehr des Odysseus (1640), die heute verlorene Hochzeit des Aeneas (1641) und die Krönung der Poppea (1643).

Claudio Monteverdi Grabplatte in der Santa Maria Gloriosa dei Frari in Venedig © IOCO

Claudio Monteverdi Grabplatte in der Santa Maria Gloriosa dei Frari in Venedig © IOCO

Zum allerersten Mal wird hier eine Episode aus der Geschichte zum Gegenstand einer Oper. Gegen den Willen seines Lehrers Seneca heiratet Kaiser Nero die schöne Kurtisane Poppea. Das traurige Ende: Der Philosoph geht in den Selbstmord, Neros Frau Ottavia in die Verbannung. Doch Monteverdi findet für alle Figuren den richtigen Ton. Die Leidenschaft der Liebenden geht einem ebenso nahe wie die Trauer der Verstoßenen und die lustigen Dienerfiguren bringen einen immer wieder zum befreienden Lachen.

Um die Sprengkraft des musikalischen Revolutionärs Monteverdi hörbar zu machen, wurde schon die Heimkehr des Odysseus in der Spielzeit 2016/2017 gemeinsam mit dem Spezialensemble »il Gusto Barocco« erarbeitet. Unter der Leitung von Jörg Halubek musizierten die Spieler auf historischen Instrumenten. Mit der Krönung der Poppea wird diese fruchtbare Zusammenarbeit nun fortgesetzt.

Nikola Hillebrand singt die Titelpartie der Poppea, in die sich Kaiser Nero verliebt hat, gesungen von Magnus Staveland. Nero beabsichtigt, seine Frau Ottavia (Marie-Belle Sandis) zu verstoßen, um Poppea heiraten zu können, und vergeblich versucht der Philosoph Seneca (Bartosz Urbanowicz), ihn davon abzuhalten – Poppea ist als künftige Kaiserin und Frau des Nero an ihrem Ziel.

In weiteren Rollen sind Terry Wey, Uwe Eikötter, Amelia Scicolone, Julia Faylenbogen, Raphael Wittmer, Christopher Diffey, Maria Markina, Pascal Herington (Opernstudio), Valentin Anikin und Laura Verena Incko zu erleben.

Unter der Leitung von Jörg Halubek musiziert erneut das Spezialensemble »il Gusto Barocco«.  Ebenfalls beteilitg ist an der szenischen und musikalischen Umsetzung das Laienensemble »Alphabet-Chor« des NTM unter der Leitung von Joe Völker.

Die Krönung der Poppea:  Weitere Aufführungen am 19., 27., 28. April, am 5., 6. Mai sowie am 5. und 6. Juni statt.

Die Monteverdi-Tetralogie am Nationaltheater Mannheim wird unterstützt von der Baden-Württemberg Stiftung. Das Nationaltheater Mannheim, Eigenbetrieb der Stadt Mannheim, wird gefördert durch die Stadt Mannheim und das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg. 

—| Pressemeldung Nationaltheater Mannheim |—

 

Bielefeld, Theater Bielefeld, Premiere DIE KRÖNUNG DER POPPEA, 10.06.2017

Mai 16, 2017 by  
Filed under Oper, Premieren, Pressemeldung, Theater Bielefeld

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Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

DIE KRÖNUNG DER POPPEA von Claudio Monteverdi
(L’INCORONAZIONE DI POPPEA)

Opera musicale // Libretto von Giovanni Francesco Busenello // In
italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

PREMIERE 10.06.17, 19:30 Uhr, Die nächsten Vorstellungen 20.06., 30.06., 02.07., 05.07.,, 11.07.2017

Ein Reich am Rande des Abgrunds: Von außen wie von innen ist Kaiser Nerones Herrschaft bedroht. Und dennoch bleibt die Anziehungskraft der Macht ungebrochen. Brennend vor Ehrgeiz umgarnt Poppea den Herrscher Nero, um den Platz an seiner Seite zu erobern – auch wenn die Nähe des unberechenbaren Tyrannen durchaus Gefahren birgt. Unglücklicherweise stehen sowohl Nerones Ehefrau Ottavia als auch sein Lehrer, der Philosoph Seneca, Poppeas skrupellosen Aufstieg zu Liebe und Macht im Weg und sind keineswegs gewillt, ihre gehobenen Positionen kampflos aufzugeben. Im Gegenteil: Angesichts des drohenden persönlichen wie politischen Untergangs klammert sich jeder an seine schwindenden Privilegien und verteidigt sie um jeden Preis.

Grabstaette Claudio Monteverdi © IOCO

Grabstaette Claudio Monteverdi © IOCO

Zum ersten Mal in der noch jungen Geschichte des Musiktheaters brachte Claudio Monteverdi mit Die Krönung der Poppea – anstelle eines mythischen – einen historischen Stoff auf die Opernbühne. Die intrigenreiche Handlung erzählt von Erotik, Macht und Moral sowie ihrem Missbrauch – Themen, die heute noch genauso brisant sind wie bei der Uraufführung vor fast 400 Jahren und wie in der römischen Antike, in der die Oper spielt. 2017 gilt es, ein wichtiges Jubiläum der Musikgeschichte zu begehen: Zum 450sten Mal jährt sich der Geburtstag Monteverdis, der schon zu Lebzeiten als Göttlicher Claudio und »Orakel der Musik« bezeichnet wurde. Wie verdient diese Beinamen sind, beweist Die Krönung der Poppea in aller Nachdrücklichkeit. Dieser frühe Beitrag zur Operngeschichte weist weit über die eigene Zeit hinaus auf ein durchkomponiertes Gesamtkunstwerk, in dem Musik, Wort und Dramaturgie eine vollkommene Einheit bilden.

Überraschend modern wirken die ausgefeilte psychologische Motivierung aller Charaktere, die geradezu filmische Überblendung der Szenen und das engmaschige Netz an dramaturgischen Vor- und Rückbezügen. Auch wenn Monteverdi nicht davor zurückschreckt, die kalt-berechnende Erotik Poppeas, die kindische Brutalität Nerones oder die selbstgefällige Moral Senecas auszustellen, denunziert er seine Figuren jedoch nie und wertet nicht. Er entwirft lediglich ein Kaleidoskop menschlicher Verhaltensweisen. Statt von Göttern oder dem Schicksal,wie in den vorher entstandenen Opern, wird in Monteverdis letztem Werk der Mensch von seinen Trieben beherrscht. Nur folgerichtig, dass der Komponist es ablehnte, die Oper mit der vom Librettisten Giovanni Francesco Busenello vorgesehenen Apotheose enden zu lassen, und stattdessen ein Liebesduett einforderte, das in seiner erotischen Anziehungskraft lange unübertroffen blieb.

»So geht’s meiner Ansicht nach immer schlimmer abwärts mit dem Reich.« Zwei Soldaten sprechen heimlich untereinander aus, was alle wissen und doch niemand offen zu sagen wagt: Nerones egozentrische Regierungsführung hat alle an den Rand der Katastrophe geführt, Aufstände bedrohen das römische Reich von außen, moralischer Verfall, Korruption und Vetternwirtschaft zerfressen es von innen. Wie das Gefühl, in einem permanenten Ausnahmezustand zu leben – stets in Erwartung der persönlichen oder universellen Katastrophe –, das menschliche Verhalten beeinflusst, interessiert das Team um Regisseurin Nadja Loschky besonders. Im Bühnenbild von Ralf Käselau und den Kostümen von Gabriele Jaenecke spiegeln sich Dekadenz und Verfall einer untergehenden Diktatur sowie die unerbittliche Ausweglosigkeit des apokalyptischen Zustandes. Nach Puccinis Madama Butterfly und Brittens Death in Venice, die ebenfalls in Zusammenarbeit mit der Kostümbildnerin Gabriele Jaenecke entstanden, ist Die Krönung der Poppea Nadja Loschkys dritte Inszenierung am Theater Bielefeld. In beiden erhaltenen Partituren der Krönung der Poppea ist der Orchesterpart nur in einem Notensystem notiert. Jede Aufführung stellt daher schon allein in der Entscheidung für eine Orchesterbesetzung eine Interpretation des historisch Überlieferten dar. Aus Mitgliedern der Bielefelder Philharmoniker formiert Kapellmeister Merijn van Driesten, Bielefelds Spezialist für historisch informierte Aufführungspraxis, ein Barockensemble bestehend aus Blockflöte, Trompeten, Schlagzeug, Harfe, Gambe, Theorben, Cembali, Orgel und solistisch besetzten Streichern. Mit intensivem musikalischen wie sprachlichen Stilcoaching durch ausgewiesene Kenner der Alten Musik bereiten sich die Bielefelder Philharmoniker wie auch die Sänger auf die besonderen Erfordernisse dieses Meisterwerks der venezianischen Oper des 17. Jahrhunderts vor.

Mit Ausnahme der Countertenor-Partie des Nerone besetzt das Theater Bielefeld alle Rollen aus dem Ensemble. Der amerikanische Countertenor Ray Chenez gibt hier sein Rollendebüt als Nerone. Cornelie Isenbürger nutzt als Poppea all ihre Verführungskraft, um an die Macht zu gelangen. In der Kaiserin Ottavia, gesungen von Melanie Kreuter, findet sie eine ihr im politischen Ränkespiel ebenbürtige Gegnerin. Auch Moon Soo Park als Seneca gelingt es nicht, Nerone zur Räson zu bringen. Als verstoßener Geliebter Poppeas, Ottone, gerät Evgueniy Alexiev zwischen die Fronten. Die Götter, die Dienergestalt annehmen, werden dargestellt von Katja Starke (Fortuna / Arnalta), Nohad Becker (Virtù / Die Amme) und Dorine Mortelmans (Amor / Damigella). Für heitere und liebevolle Momente sorgen Nienke Otten als in Ottone verliebte Drusilla und Hasti Molavian als Valetto. Lianghua Gong in den Rollen Liberto und Lucano sowie Caio Monteiro als Mercurio und Liktor stehen Nerone treu zur Seite. Mitglieder des Herrenchores des Bielefelder Opernchores übernehmen solistisch die Rollen der Soldaten, der Angehörigen des Seneca, der Konsuln und Tribune.

MUSIKALISCHE LEITUNG
Merijn van Driesten ist Kapellmeister und Studienleiter am Theater Bielefeld. Der gebürtige Niederländer studierte zunächst Klavier in Utrecht und Amsterdam sowie bei E. Koroliov in Hamburg. Nach einer freischaffenden Tätigkeit als Kammermusiker, Liedbegleiter und Dozent am Musikseminar Hamburg studierte er Dirigieren bei Prof. Christoph Prick an der Hamburger Musikhochschule. Ab 2007 arbeitete Merijn van Driesten an verschiedenen Theatern als Kapellmeister und Repetitor, wo er ein großes Repertoire an Bühnenwerken und Konzertliteratur spielte und dirigierte. Sein besonderes Interesse gilt dabei der Aufführungspraxis barocker und klassischer Musik, die er oft am Cembalo begleitet. Am Theater Bielefeld leitete er neben vielen Vorstellungen (z. B. Così fan tutte, Die Fledermaus, Tosca, Madama Butterfly und Die Zauberflöte) viele Kinderkonzerte und Opernproduktionen, darunter Händels Xerxes, die Wiederaufnahme von Tannhäuser und in 2016 die erfolgreiche europäische Erstaufführung von Dog Days des amerikanischen Komponisten David T. Little. Außerdem leitet er seit 2011 das Sinfonieorchester Paderborn.

INSZENIERUNG
Nadja Loschky, Jahrgang 1983, studierte Musiktheaterregie an der HfM »Hanns Eisler« in Berlin. Parallel zu ihrem Studium arbeitete sie bereits als Assistentin von Hans Neuenfels und als freie Regisseurin an den Städtischen Bühnen Osnabrück. An diesem Theater erarbeite sie in den folgenden Jahren ihre ersten Inszenierungen im Bereich Kinderund Jugendtheater. 2006 wurde ihre Interpretation von Frieds Monooper Das Tagebuch der Anne Frank zum Theatertreffen der Jugend nach Berlin eingeladen. Es folgten weitere Engagements, unter anderem am Staatstheater Kassel. Im Anschluss an ihre praktische Diplomprüfung 2009 inszenierte Nadja Loschky u. a. auch an der Komischen Oper Berlin, am Theater Heidelberg, am Opernhaus Zürich, am Theater Aachen und am Luzerner Theater. Neben ihrer Regietätigkeit ist sie projektbezogen auch als Dozentin an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« sowie der UDK Berlin tätig. Loschky hat bereits mehrfach sehr erfolgreich am Theater Bielefeld gearbeitet: Für ihre Inszenierung von Madama Butterfly wurde sie 2015 mit dem Götz-Friedrich-Preis ausgezeichnet. Zuletzt konnte man hier ihre Interpretation von Benjamin Brittens Death in Venice erleben, wofür sie in der jährlichen Kritikerumfrage des Fachmagazins Opernwelt eine Nennung in der Kategorie »beste Regie« erhielt. Ab der Spielzeit 2017/18 ist sie Hausregisseurin der Musiktheatersparte am Theater Bielefeld.

BÜHNE
Ralf Käselau, Jahrgang 1972, wuchs in Plön, Schleswig Holstein auf und studierte an der HdK Berlin in der Bühnenbildklasse von Achim Freyer. Nach seinem Abschluss assistierte er an der Schaubühne Berlin. Seit 2001 ist Ralf Käselau freiberuflich als Bühnen- und Kostümbildner für Schauspiel und Musiktheater tätig. Wichtige Stationen waren unter anderem das Schauspiel Frankfurt / Main, Deutsches National Theater Weimar, Theater Heidelberg, Schauspielhaus Zürich, Theater Basel und das Residenztheater München. Produktionen mit den Regisseurinnen Corinna von Rad, Anna-Sophie Mahler und dem Regisseur Lorenzo Fioroni. Die Krönung der Poppea ist seine erste Zusammenarbeit mit Nadja Loschky und seine erste Arbeit für das Theater Bielefeld.

KOSTÜME
Gabriele Jaenecke wuchs in Heidelberg auf und studierte später Bühnenbild und Kostüm an der Akademie der bildenden Künste in München. Eine langjährige Assistentenzeit bei Jürgen Rose rahmte dieses Studium. Seit 1979 hat sie als selbständige Bühnen- und Kostümbildnerin in den Bereichen Oper, Schauspiel, Tanz und Film ca. 180 Produktionen im In und Ausland gestaltet. Unter zahlreichen anderen Häusern finden sich die Staatsopern von München, Wien und Hamburg, die Opernhäuser von Köln, Leipzig, Düsseldorf, das Edinburgh Festival, das Mariinsky Theater St. Petersburg, das Teatro Sao Carlos in Lissabon, De Nederlandse Opera Amsterdam, die Opernhäuser von Bern, Luzern und Dublin, Berlin, London, Porto, Wiesbaden, Saarbrücken, Kassel, Bonn, Braunschweig und viele andere mehr. Ihre Arbeit führte sie zusammen mit den Regisseuren Johannes Schaaf, Tim Coleman, Andreas Homoki, Andras Fricsay, Kirsten Harms, Ludger Engels, Sandra Leupold, Philipp Kochheim und wiederum vielen anderen. Mit Nadja Loschky verbindet sie seit 2010 eine enge Zusammenarbeit. Seit 1992 geht sie auch unterschiedlichen Lehrtätigkeiten nach, u. a. bei der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« in Berlin in der Musiktheaterregieklasse, an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee in den Abteilungen Modedesign und Bühnenbild/Kostüm, an der Technischen Universität Berlin und der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin. Seit 2014 ist sie Professorin für Kostümgestaltung an der Hochschule für bildende Künste Dresden. Am Theater Bielefeld stattete Gabriele Jaenecke zuletzt Webers Der Freischütz aus.

BESETZUNG
Poppea Cornelie Isenbürger, Nerone Ray Chenez, Nerones Vertrauter Thomas Wilhelm, Drusilla Nienke Otten, Ottavia Melanie Kreuter, Fortuna / Arnalta Katja Starke, Virtù / Die Amme Nohad Becker, Amor / Damigella Dorine Mortelmans, Valletto Hasti Molavian, Ottone Evgueniy Alexiev, 1. Soldat Dumitru-Bogdan Sandu, 2., Soldat Vladimir Lortkipanidze, Liberto / Lucano Lianghua Gong, Seneca Moon Soo Park, Mercurio / Liktor Caio Monteiro, Angehörige des Seneca Lianghua Gong / Krzysztof Gornowicz /, Lutz Laible / Seung-Koo Lim / Vladimir, Lortkipanidze / Caio Monteiro / Ramon, Riemarzik / Carlos Rivas / Dumitru- Bogdan Sandu, Konsuln Lianghua Gong / Seung-Koo Lim /, Dumitru-Bogdan Sandu / Krzysztof, Gornowicz / Carlos Rivas, Tribune Lutz Laible / Caio Monteiro / Ramon Riemarzik, Amori Nohad Becker / Dorine Mortelmans /, Nienke Otten / Katja Starke

BIOGRAFIE DES GASTSÄNGERS
Ray Chenez wurde in Lockport, NY (USA) geboren und schloss sein Gesangsstudium an der State University of New York in Fredonia und an der Florida State University ab. Er ist Gewinner des George London Awards, der Metropolitan Opera National Council District Auditions und weiterer Wettbewerbe.

Die New York Times nannte ihn eine »Luxusbesetzung«, Opera News schrieb, er habe »eine exzellente Verbindung zum Text, eine superbe Stimmkontrolle und eine makellose Aussprache«, und Opera Britannia, sein »dramatischer Sopran strotzt vor Potenzial.« Sein höchst erfolgreiches Europadebüt gab er in der Rolle der Marzia in Leonardo Vincis Catone in Utica neben Max Emanuel Cencic und Franco Fagioli. Weitere Rollen waren Nutrice und Amore in Luigi Rossis Orfeo unter Raphaël Pichon, Athamas in Händels Semele unter Stephen Stubbs, Cherubino in Le Nozze di Figaro, Achille in Luigi Cherubinis Ifigenia in Aulide und the Sorceress in Purcells Dido and Aeneas. In der Saison 2015/16 sang er erstmals ein Konzert in der Carnegie Hall mit Bernsteins Chichester Psalms und gab ein Solo- Konzert mit Vivaldis Nisi Dominus, begleitet von Mercury: The Orchestra Redefined. In vergangenen Saisonen gab er Konzerte mit dem Repertoire von Vivaldi, Händel, Bach und Bernstein. In der Saison 2016/17 debütierte er als Hunahpú in Purcells The Indian Queen unter dem Dirigat von Teodor Currentzis, nahm die Rollen als Lutrice und Amore in Luigi Rossis Orfeo wieder auf (an der Opéra National de Bordeaux, am Théâtre de Caen und an der Opéra Royal de Versailles) und sang erstmals in London, als Olinto in Hasses Demetrio (in der Cadogan Hall). Am Theater Bielefeld gibt er sein Rollendebüt als Nerone in Monteverdis L’Incoronazione di Poppea. PMThBi

Musikalische Leitung : Merijn van Driesten, Inszenierung : Nadja Loschky, Bühne : Ralf Käselau, Kostüme : Gabriele Jaenecke, Dramaturgie : Yvonne Gebauer // Anne Christine Oppermann

Mit Evgueniy Alexiev // Nohad Becker // Ray Chenez // Lianghua Gong // Cornelie Isenbürger // Melanie Kreuter // Hasti Molavian // Caio Monteiro // Dorine Mortelmans // Nienke Otten // Moon Soo Park // Katja Starke // Thomas Wilhelm

—| Pressemeldung Theater Bielefeld |—