Osnabrück, Theater am Domhof, Die Feen – Oper für Kinder, IOCO Kritik, 21.05.2019

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Theater Osnabrück

Osnabrück / Theater am Domhof © Marius Maasewerd

Osnabrück / Theater am Domhof © Marius Maasewerd

Die Feen –  Richard Wagner – Fassung für Kinder

Ein Loblied auf die Macht der Musik

von Hanns Butterhof

Eine Wagner-Oper vormittags um elf Uhr? Wagner für Kinder? Geht das überhaupt? Dass das geht, hat die Premiere von Die Feen, Richard Wagners Jugendoper von 1834, begeisternd gezeigt. Jan Friedrich Eggers hat sie in der Textfassung Elke Heidenreichs und der musikalischen Bearbeitung durch Marc-Aurel Floros im Foyer des Theaters am Domhof als Kinderoper inszeniert.
Ausstatterin Elisabeth Benning hat für Die Feen eine kleine abstrakte Bühne gebaut. Eckige geometrische Figuren, die entfernt an Menschengestalt erinnern, dienen als elektronische Anzeigetafeln oder Zapfsäulen, an denen schwächelnde Akteure ihre Akkus wieder aufladen können.

Regisseur Jan Friedrich Eggers strebt, Die Feen ist ja schließlich eine Märchenoper, keinen Realismus an, sondern lehnt sich an Muster von Videospielen an: der Held kann zum Ziel gelangen, indem er Entscheidungspunkte sammelt.

Theater am Domhof / Die Feen  - Fassung für Kinder - hier :  Arindal glaubt seine Fee für immer verloren zu haben (Veronika Schäfer, Tobias Bialluch, Yohan Kim, Clara Nadeshdin) © Uwe Lewandowski

Theater am Domhof / Die Feen – Fassung für Kinder – hier : Arindal glaubt seine Fee für immer verloren zu haben (Veronika Schäfer, Tobias Bialluch, Yohan Kim, Clara Nadeshdin) © Uwe Lewandowski

Auf eine gute Stunde Spielzeit, um alle Chöre und, aufs kindliche Seelenheil bedacht, um jeden Schlachtenlärm gekürzt, wird nur die Geschichte des Königssohns Arindal (Yohan Kim) erzählt, der sich in die Fee Ada (Clara Nadeshdin) verliebt. Fast verliert er sie, weil er zur Unterstützung seiner bedrohten Schwester Lora (Veronika Schäfer) in sein Vaterland zurückkehrt. Aber mit Hilfe der Musik und des Feenkönigs (Julian Acht) wendet er dann alles zum Besten und wird mit Ada ein Feen-Königspaar; Die Feen sind ein einziges romantisches Loblied auf die Macht der Musik.

Die knapp bemessene, auf die Aufnahmefähigkeit von Kindern berechnete Zeit lässt wenig Raum für eine breitere Entfaltung der Charaktere, und nicht immer wird in allen Einzelheiten deutlich, was warum passiert. Dafür wird in den rein orchestralen Partien durch Video-Projektionen (Alexander Schröder) schön verdeutlicht, was sich in den Gefühlen und Gedanken der Figuren abspielt.

Theater am Domhof / Die Feen  - Fassung für Kinder - hier :  Arindal rettet Ada mit Hilfe des Feenkönigs, (Yohan Kim, Clara Nadeshdin, Julian Acht) © Uwe Lewandowski

Theater am Domhof / Die Feen – Fassung für Kinder – hier : Arindal rettet Ada mit Hilfe des Feenkönigs, (Yohan Kim, Clara Nadeshdin, Julian Acht) © Uwe Lewandowski

Dem jungen Ensemble aus der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover und der Hochschule für Künste Bremen gelingt es mühelos, das nicht nur aus Kindern bestehende Publikum zu fesseln; zwei Schulklassen Osnabrücker Grundschulen waren begeistert, wie eine selber sehr angetane Lehrerin bekräftigte. Vor allem Sopranistin Clara Nadeshdin ist eine einnehmend liebende Ada und rührt mit ihrer Arie des Verzichts auf Unsterblichkeit. Stimmkräftig steht ihr Yohan Kim zur Seite, dessen warmer Tenor besonders in den ruhigeren Passagen und mit dem Lied zur Rettung Adas glänzt. Auch Veronika Schäfer mit beeindruckend gut geführtem Mezzosopran und Julian Acht mit profundem Bass zeigen eine erstaunlich reife Leistung.

Neben der Bühne dirigiert An-Hoon Song einfühlsam das kleine, auf acht Instrumentalisten reduzierte Osnabrücker Symphonieorchester. Sie bringen einen romantischen, in der Tonsprache sehr verständlichen und nirgends verschwurbelten Wagner zum Klingen, dem man sich als Kind wie als Erwachsener problemlos hingeben kann.
Die Feen, die aus enger Bayreuther Sicht in Nachfolge des Meisters als Jugendsünde Wagners angesehen werden, kommen selten auf den Spielplan. Nicht nur für diejenigen, die alles von Wagner gehört und gesehen haben wollen, sondern auch die Oper selbst lohnt in dieser Fassung einen Besuch, auf den sich inhaltlich vorzubereiten aber nicht schaden kann.

Mit lang anhaltendem Beifall und Bravos dankte das Premierenpublikum begeistert allen Beteiligten.

Die Feen – Fassung für Kinder, im Theater am Domhof, die nächsten Termine: 22. und 23.5. sowie 5.6.2019 jeweils um 11.00 Uhr

—| IOCO Kritik Theater Osnabrück |—

Köln, Oper Köln, Eine surreale 60-Jahr-Feier – Oper Köln, IOCO Kritik, 18.03.2017

März 21, 2017 by  
Filed under Hervorheben, Kritiken, Oper, Oper Köln

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Oper Köln

Koeln / StaatenHaus Oper Koeln © Petra Moehle

Köln / StaatenHaus Oper Köln © Petra Moehle

60 Jahre Oper Köln am Offenbachplatz

Köln feiert ein geschlossenes Theater – Mit Oberon

Von Viktor Jarosch

StaatenHausKöln / Kulturdezernentin Laugwitz-Aulbach © IOCO

StaatenHausKöln / Kulturdezernentin Laugwitz-Aulbach © IOCO

60 Jahre Oper Köln am Offenbachplatz feierte man am 11.3.2017 in Köln. Die Feier „60 Jahre Oper Köln am Offenbachplatz“ fand allerdings in der Ersatzspielstätte StaatenHaus statt, denn das Stammhaus der Oper Köln ist seit 2013 geschlossen. Am 18. Mai 1957 war die Oper Köln am Offenbachplatz eröffnet, am 19.5.1957 mit Carl Maria Webers selten gespielter romantischer Feenoper Oberon künstlerisch geweiht worden. Dr. Birgit Meyer, Intendantin der Oper Köln, zeigte sich in der Feier vor zahlreichen Gästen, vor Politikern und Kulturverantwortlichen der Stadt Köln und Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach in bester Laune: „Wir feiern 60 Jahre Oper Köln am Offenbachplatz. Selbst wenn die Lage schwierig ist und anders als gedacht…..Ich begrüße zu unserer heutigen Veranstaltung……Eine große Ehre…!“. Nichts sagte Meyer zur Wiedereröffnung der Oper Köln am Offenbachplatz!

Dr. Karl Zieseniß, 103 Jahre alter Zeitzeuge und von 1954 bis 1979 Verwaltungsdirektor der  Bühnen Köln, erzählte authentisch mit launig kölschem Humor, wie 1957 das Theater am Offenbachplatz pünktlich und ohne Etatüberschreitung eröffnet wurde: „Mit „Behelf und Gepfusch… ging jeden Abend um 19.30 Uhr der Vorhang auf. Wenn das Schauspiel auf der Bühne war, dann ging die Oper eben nach Viersen oder Leverkusen…. Als kein Geld mehr da war, hörte man auf zu bauen. So waren wir zur Eröffnung zwar pünktlich, aber nicht ganz vollendet; wir nannten das Haus Das Grabmal des unbekannten Intendanten!“ Doch Zieseniß war  konkret, war fordernd, man möge bald in das sanierte Theater am Offenbachplatz einziehen, denn „ich möchte mir das noch ansehen, und zwar nicht vom Himmelspötzke!“

Oper Köln / Die geschlossene Oper am Offenbachplatz © IOCO

Oper Köln / Die geschlossene Oper am Offenbachplatz © IOCO

Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach übermittelte den das geschlossene Opernhaus feiernden Gästen Grußworte der erkrankten Oberbürgermeisterin Henriette Reker, schwärmte über das vermeintlich reizvolle Ambiente der schwer erreichbaren Notbehelfsbühne im StaatenHaus und hoffte auf das Gute „am Ende eines langen Weges“. Der langjährige Geschäftsführer der Bühnen Köln, Dr. Wasserbauer, früher eher über Etatprobleme mit dem gefeuerten Ex-Intendant Uwe Eric Laufenberg aufgefallen, schwieg ebenfalls zur Causa Offenbachplatz. Auch Dr. Zieseniß erhielt zu seiner Hoffnung, die Eröffnung der Oper am Offenbachplatz „nicht vom Himmelspötzke“ erleben zu müssen, keine Ansage: Kein Jahr, keinen Tag, nichts wurde gesagt, von niemandem.

Erwartungen, dass die 60-Jahr-Feier neben Feierlichem auch Ernstes zur Sanierung der seit 2013 geschlossenem Oper am Offenbachplatz, dem riesigen Millionengrab  preisgeben würde, wurden somit enttäuscht. Der Termin der Wiedereröffnung der Oper (2017? 2018? 2019?) oder erwartete Kosten der Sanierung waren keiner Erwähnung wert, von Niemandem. Die 60-Jahr-Feier im StaatenHaus geriet so zu einem surreal wirkenden Kunst-Event: An- wie Abwesende wurden in Reden gelobt und gefeiert, bei Sekt, Häppchen und viel guter Laune. Die anwesenden Kölner Stadtoberen aus Kultur und Politik wie die Besucher wirkten entspannt, genossen Getränke und warteten gespannt auf die anstehende Premiere Oberon.   Alles nur ein Traum ?

Oper Köln / Oberon - Christoph Poppen (Dirigent), Adriana Bastidas Gamboa (Puck), Jeongki Cho (Oberon), Kristiane Kaiser (Rezia), Brenden Gunnell (Hüon von Bordeaux), Oper Köln / Oberon_Regina Richter (Fatime), Wolfgang Stefan Schwaiger (Scherasmin), August Zirner (Erzähler), María Isabel Segarra und Maria Kublashvili (Meermädchen) © Paul Leclaire

Oper Köln / Oberon – Christoph Poppen (Dirigent), Adriana Bastidas Gamboa (Puck), Jeongki Cho (Oberon), Kristiane Kaiser (Rezia), Brenden Gunnell (Hüon von Bordeaux), Oper Köln / Oberon_Regina Richter (Fatime), Wolfgang Stefan Schwaiger (Scherasmin), August Zirner (Erzähler), María Isabel Segarra und Maria Kublashvili (Meermädchen) © Paul Leclaire

Die halb-konzertante Premiere von Oberon im Kölner  StaatenHaus war dagegen trotz technischer Kompromisse ein Erfolg. Die 1826 in London uraufgeführte Oper von Carl Maria von Weber beruht auf  Christoph Martin Wieland, welcher aus Feenmärchen, Tausendundeiner Nacht und Bibel ein „Romantisches Heldengedicht“ in 12 Gesängen geschaffen hatte. Trotz des großen Erfolgs in London war von Weber mit Oberon nicht zufrieden. Viele Handlungsstränge, ein Nebeneinander von musikalischen Nummern und gesprochenen Dialogen führen auf der Bühne zu einem szenischen Gewusel, machen es Besuchern schwer, der Handlung zu folgen, die Musik zu genießen. In den wenigen verbleibenden Monaten seines Lebens änderte Weber nichts mehr an seiner Oper. Sein Schüler Julius Benedict, Gustav Mahler und zahllose Regisseure taten dies; sie ergänzten, kürzten, veränderten die Feenoper bis zur Unkenntlichkeit. Wo Oberon heute drauf steht, ist oft nur noch wenig Weber oder Wieland drin.

Genau dies macht den Reiz der von Werner Seitzer geschaffenen Kölner Produktion aus. Sie greift zurück auf die ursprüngliche Vorlage; die Musik ganz Carl Maria von Weber; Christoph Martin Wielands heiteres wie bildungsgetriebenes „Heldengedicht“ bestimmt Texte und  Handlungsstränge in Köln; die technischen Beschränkungen im StaatenHaus geraten zur Nebensache. Der Besucher konzentriert sich auf reizvolle gesprochene wie gesungene Texte (von Alexandra Gelhar bestens lesbar auf Tafeln projiziert), worin sich Feenkönig Oberon und Elfenkönigin Titania sich streiten, ob eher Mann oder Frau zur Untreue neigen. Oberon will sich erst versöhnen, wenn ein Menschenpaar ihre Treue trotz schwerer Prüfungen bewiesen hat. In der folgenden, an Merkwürdigkeiten reichen Handlung erwählt Oberons Vertrauter  Puck den Ritter Hüon von Bordeaux diese Prüfung zu bestehen. Karl der Große hatte Hüon beauftragt, am Hofe des Kalifen in Bagdad zu köpfen, die Kalifentochter Rezia als seine Braut zu küssen……  Rezia hatte schon  im Traum Hüon gesehen und sich in ihn verliebt…

Oper Köln / Oberon - am Offenbachplatz - Ensemble und Chor © Paul Leclaire

Oper Köln / Oberon – am Offenbachplatz – Ensemble und Chor © Paul Leclaire

Spürbare Spannung erzeugt, weil die komplexe Handlung wohl steuernd, der Erzähler August Zirner. Als Moral fordernde wie Handlung erklärende Stimme zeichnet Zirner auf der Bühne in lebendiger Motorik und deutlicher Diktion Christoph Wielands Verse  um unglückliche singende Wesen: Die Götter Oberon und Titania sind im Himmel ebenso zerstritten wie  ihre irdischen Antipoden in der Suche nach Liebe, Tapferkeit und Ehrlichkeit. Das konzertant singende Solisten bestanden allesamt ihr Rollendebüt wie das rauschende Nebeneinander von Erzähler  und Musik dieser selten gespielten Oper. Brenden Gunnell strahlt in seiner zentralen Partie als Ritter Hüon mit sicherem wie wohl timbrierter Tenorstimme. Doch auch Kristiane Kaiser, als Rezia mit leidenschaftlichen Spitzentönen, Jeongki Cho als Oberon mit kräftig expressiver Höhenlage wie Regina Richter in melancholischem Mezzo als Fatime, Wolfgang Stefan Schwaiger als Scherasmin und Adriana Gamboa als Puck vervollständigen eine gelungene Ensembleleistung. Christoph Poppen und das Gürzenich-Orchester Köln und der Chor der Oper Köln füllen Webers romantische Komposition mit ergreifend feinfühlig warmen Klängen.

So wurde die selten gespielte Oberon Produktion im StaatenHaus  Köln zu einem  inspirierenden Theater-Erlebnis. Bau-Wirren um das Millionen-Grab Offenbachplatz schienen vom Publikum längst verdrängt. Man feierte die Oper Köln im StaatenHaus: Ensemble, Chor, Orchester und Erzähler, welche in bescheidenem Umfeld die vielschichtige Feenoper Oberon lebendig wie berührend produziert hatten. Ahnungen beschlichen uns, daß noch viele Premieren im StaatenHaus zu sehen sein werden.

—| IOCO Kritik Oper Köln |—

 

Leipzig, Oper Leipzig, OPER LEIPZIG FEIERT MIT FRÜHWERKEN PREMIERE IN BAYREUTH, 07. bis 13.07.2013

Juli 5, 2013 by  
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Oper Leipzig

Oper Leipzig © Adreas Bikigt

Oper Leipzig © Adreas Bikigt

 

WAGNERJAHR 2013:

Premiere von Frühwerken in Leipzig und Bayreuth

Vom 07. bis 14. Juli feiern die Oper Leipzig und Bayreuther Festspiele den Höhepunkt ihrer Kooperation
 
Zum 200. Geburtstag Richard Wagners realisierten die Oper Leipzig und die Bayreuther Festspiele das einmalige Mammutprojekt „Von Leipzig nach Bayreuth“, das die Aufführung der drei Frühwerke Richard Wagners in Leipzig und Bayreuth ermöglicht. Den Anfang der Festwoche vom 07. bis zum 14. Juli in der Bayreuther Oberfrankenhalle macht nun, nach einer zweijährigen Vorbereitungszeit, die Premiere von Rienzi am Sonntag, 07. Juli, 17 Uhr. Darauf folgen die Premiere von Das Liebesverbot am 08. Juli, 18 Uhr und die einmalige konzertante Aufführung von Die Feen am 09. Juli, 18 Uhr.
Oper Leipzig / ChristianThielemann_Hochformat © MatthiasCreutziger

Oper Leipzig / ChristianThielemann_Hochformat © MatthiasCreutziger

 
Am Pult der drei Frühwerke stehen Intendant und Generalmusikdirektor Prof. Ulf Schirmer für Wagners Erstlingswerk „Die Feen“, das in Leipzig in der szenischen Version im Februar 2013 Premiere feierte. Der 38jährige Shootingstar Constantin Trinks, der zuletzt an der Semperoper Dresden mit dem „Fliegenden Holländer“  Aufmerksamkeit erregte, übernimmt für „Das Liebesverbot“ die musikalische Leitung. Christian Thielemann, Chef der Staatskapelle Dresden, seit diesem Jahr selbst Künstlerischer Leiter der Salzburger Osterfestspiele und am Grünen Hügel ein regelmäßiger Gast, arbeitet zum ersten Mal für die Oper „Rienzi“ mit Solisten und dem Chor der Oper Leipzig zusammen.
 
Oper Leipzig / Prof. Ulf Schirmer © Kirsten Nijhof

Oper Leipzig / Prof. Ulf Schirmer © Kirsten Nijhof

Die drei Frühwerke Richard Wagners zeigen drei vollkommen unterschiedliche Farben des jungen Komponisten. Allerorten sind in den „Feen“ die Einflüsse spürbar, die den handwerklich ausgereiften jungen Wagner geprägt haben, von Mozart über Beethoven bis hin zu Mendelssohn und Weber. „Das Liebesverbot“ kann mit Fug und Recht als Wagners ungewöhnlichstes Stück betrachtet werden. Eine Große Komische Oper, die zwischen italienischer Opera buffa und deutscher Spieloper changiert. Danach versuchte sich Wagner mit „Rienzi“ auf dem Gebiet der Grand Opera, die 1842 erstmals in Dresden aufgeführt wurde.
 
Oper Leipzig / Constantin Trinks © Irene Zandel

Oper Leipzig / Constantin Trinks © Irene Zandel

Wer es nicht bis nach Bayreuth schafft, kann Aron Stiehls Inszenierung des „Liebesverbots“ ab 29. September als Eröffnungspremiere der Saison 2013/14 auf der Leipziger Opernbühne erleben. Auch „Die Feen“, mit einer Auslastung von 99% überaus erfolgreich in der Saison 20112/13 gelaufen, werden in der kommenden Spielzeit wieder in der Oper Leipzig zu sehen sein. Mathias von Stegmanns „Rienzi“-Inszenierung dagegen wurde für Bayreuth neu produziert. Leipzig behält seinen eigenen „Rienzi“ im Repertoire.
—| Pressemeldung Oper Leipzig |—

Leipzig, Oper Leipzig, Premiere DIE FEEN, 16.02.2013

Februar 14, 2013 by  
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Oper Leipzig

Oper Leipzig © Adreas Bikigt

Oper Leipzig © Adreas Bikigt

Die Feen:  AUFTAKT DES WAGNERJAHRS 2013

WELTWEIT EINZIGE SZENISCHE FASSUNG DES ERSTLINGSWERKS VON RICHARD WAGNER IN LEIPZIG ZU SEHEN // AUFTAKT ZUR ERSTMALIGEN KOOPERATION DER OPER LEIPZIG MIT DEN BAYREUTHER FESTSPIELEN, BF MEDIEN GMBH
Am kommenden Samstag, 16. Februar, 19 Uhr eröffnet die Oper Leipzig mit der Premiere von Richard Wagners selten gespielten Erstlingswerk „Die Feen“ offiziell das Wagnerjahr 2013 und gibt den Auftakt zu einer weitreichenden Kooperation mit den Bayreuther Festspielen (BF Medien GmbH).
 
Unter der Musikalischen Leitung des Generalmusikdirektors und Intendanten der Oper Leipzig, Ulf Schirmer, ist diese Premiere die weltweit einzige der ersten vollendeten Opernkomposition des zwanzigjährigen Wagners im Jubiläumsjahr, die nach nunmehr 75 Jahren wieder in Leipzig zu sehen sein wird. Leipzig zeigt international als einziges

Oper Leipzig / Die Feen_Jean Broekhuizen und Viktorja Kaminskaite als Feen Farzana und Zemina © Tom Schulze

Oper Leipzig / Die Feen_Jean Broekhuizen und Viktorja Kaminskaite als Feen Farzana und Zemina © Tom Schulze

Opernhaus eine szenische Fassung von Wagner Frühwerk „Die Feen“. Die Inszenierung und Ausstattung übernahm das frankokanadische Regieteam Barbe&Doucet. Mit „Die Feen“ entführen der Kostüm- und Bühnenbildner André Barbe und der ehemalige Solotänzer, Choreograf und Regisseur Renaud Doucet das Publikum in eine verzauberte Welt aus phantasievoll-bewegten Bildern, die mit ihren über 50 Setwechseln immer wieder Neues entdecken lassen. Die Produktion bewegt sich zwischen der modernen Welt, der romantischen Zeit Wagners um 1830 und dem Mittelalter, als ständige Inspirationsquelle für Wagners Arbeiten. Das Team Barbe&Doucet zeigt das Stück als opulentes und sinnliches Erlebnis menschlicher Fantasie.

 
Die in der Menschen- und Feenwelt angesiedelte Handlung erzählt von der Liebe zwischen Arindal und der Fee Ada. Um mit Ada zusammenbleiben zu können, darf Arindal acht Jahre lang nicht danach fragen, wer sie sei. Als er die verbotene Frage dennoch stellt, wird er aus der Feenwelt verbannt. Um die Geliebte wieder zu gewinnen, muss er sich schwersten Prüfungen stellen.
 
Musikalisch stehen „Die Feen“ in der Tradition der deutschen romantischen Oper, beeinflusst von Vorbildern wie Carl Maria von Weber und Heinrich Marschner. In Details kündigen sich auch schon spätere musikdramatische Werke Wagners wie „Lohengrin“ und „Tannhäuser“ an.
 
Zur szenischen Premiere der „Feen“ am Leipziger Opernhaus wird der niederländische Heldentenor Arnold Bezuyen, ständiger Gast bei den Bayreuther Festspielen, als Arindal

Oper Leipzig / Die Feen_Eunyee You ©Tom Schulze

Oper Leipzig / Die Feen_Eunyee You ©Tom Schulze

zu hören sein. An der New Yorker Met gab er 2011 sein Debüt als Loge. Als Ada wird Christiane Libor, zuletzt Eva in den „Meistersingern“ in Leipzig, zu erleben sein. Detlef Roth, Amfortas in der letzten „Parsifal“-Produktion bei den Bayreuther Festspielen, gibt in der Partie des Morald sein Debüt an der Oper Leipzig.

 
Im Sommer 2013 wird diese Oper in der musikalischen Einstudierung von Intendant und Generalmusikdirektor Ulf Schirmer zusammen mit dem Gewandhausorchester, dem Opernchor und einer veritablen Sängerbesetzung in einer konzertanten Aufführung in Bayreuth zu hören sein.
 
WEITERE AUFFÜHRUNGEN IN DER OPER LEIPZIG: 24.02.2013 / 07.04.2013 / 20.04.2013 / 24.05.2013
 
KONZERTANTE AUFFÜHRUNG IN DER OBERFRANKENHALLE BAYREUTH: 09.07.2013
 
 
MUSIKALISCHE LEITUNG: Ulf Schirmer | INSZENIERUNG: Renaud Doucet | BÜHNE, KOSTÜME: André Barbe | CHROEINSTUDIERUNG: Alessandro Zuppardo | DRAMATURGIE:  Marita Müller
 
BESETZUNG:
DER FEENKÖNIG / GROMA: Igor Durlovski | ADA: Christiane Libor | DROLLA: Jennifer Porto | ARINDAL: Arnold Bezuyen | GERNOT: Milcho Borovinov | FARZANA: Jean Broekhuizen | ZEMINA: Viktorija Kaminskaite | MORALD: Detlef Roth | LORA: Eun Yee You | GUNTHER: Guy Mannheim | HARALD: Roland Schubert | BOTE: Tae Hee Kwon | Chor der Oper Leipzig | Gewandhausorchester

—| Pressemeldung Oper Leipzig |—