Frankfurt, Oper Frankfurt, Weihnachten und Jahreswechsel, 25./26./27. und 31.12.2015

November 30, 2015 by  
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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Weihnachten und Jahreswechsel

Ein kriminelles Federvieh tut sich mit einer Knusperhexe und einem wahnsinnigen Adelsfräulein zusammen und lädt das Publikum über die Weihnachtsfeiertage in die Oper Frankfurt ein. Wenn diese bunte Gesellschaft dann auch noch auf einen zwar hochwohlgeborenen, aber absolut bankrotten Herrn aus Luxemburg trifft, der – „so liri, liri, lari…“ – sein letztes Geld zu Fenster hinauswirft, ist das hoffentlich kein böses Omen für das anstehende neue Jahr 2016. Denn fassen wir nicht jedes Mal wieder den Vorsatz, dass möglichst viel Geld zum Fenster hereinkommen möge? Nun gut, wir werden sehen!

Die diebische Elster von Gioacchino Rossini (1791-1868) steht am 1. Weihnachtsfeiertag um 19.00 Uhr auf dem Programm der Oper Frankfurt. Regisseur David Alden ist in seiner aus dem Vorjahr stammenden Inszenierung nicht nur den heiteren Facetten des Werkes und damit dem typischen Stil von Rossinis BuffoOpern gerecht geworden: Das Dienstmädchen Ninetta wird zu Unrecht verdächtigt, bei ihrer Herrschaft einen silbernen Löffel gestohlen zu haben. Doch ihr Verlobter Gianetto, immerhin der Sohn des Hausherrn, steht in unverbrüchlicher Liebe zu ihr, bis herauskommt, wer der wahre Übeltäter ist… Aus dem Ensemble steigen in den Hauptpartien Juanita Lascarro und Martin Mitterrutzner neu in die Produktion ein. Die musikalische Leitung hat im Rahmen seines Hausdebüts der junge italienische Dirigent Giacomo Sagripanti.

Oper Frankfurt / Die diebische Elster / La gazza ladra (Oper Frankfurt, 2014)_ zeigt vorne v.l.n.r. Amtsrichter, Ninetta, Gottardo, Fernando Villabella, Fabrizio Vingradito und Giannetto sowie im Hintergrund das Ensemble © Wolfgang Runkel

Oper Frankfurt / Die diebische Elster / La gazza ladra (Oper Frankfurt, 2014)_ zeigt vorne v.l.n.r. Amtsrichter, Ninetta, Gottardo, Fernando Villabella, Fabrizio Vingradito und Giannetto sowie im Hintergrund das Ensemble © Wolfgang Runkel

Oper Frankfurt / Hänsel und Gretel_zeigt v.l.n.r. Gretel und Hänsel © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Hänsel und Gretel_zeigt v.l.n.r. Gretel und Hänsel © Barbara Aumüller

Die Neuinszenierung der Märchenoper Hänsel und Gretel von Engelbert Humperdinck (1854-1921) des britischen Regisseurs Keith Warner aus dem Jahr 2014 ist zum einen ein Plädoyer für das Lesen, indem sie zeigt, wie Literatur die Phantasie der Kinder anregen kann. Aussagekräftig war zum anderen aber auch die Gestaltung der vierzehn Engel, welche Warner als historische Figuren zeichnete, die sich allesamt um das Wohl von Kindern verdient gemacht haben. Die Produktion ist am 2. Weihnachtsfeiertag gleich zwei Mal (15.00 und 20.00 Uhr) zu erleben, darüber hinaus auch „zwischen den Jahren“, am Mittwoch, dem 30. Dezember 2015, um 19.30 Uhr. Als Hänsel, Gretel und Knusperhexe sowie am Pult wechseln sich wegen der Doppelvorstellung Mitglieder des Ensembles der Oper Frankfurt ab.

Regisseur Matthew Jocelyn verortete seine Inszenierung der Lucia di Lammermoor von Gaetano Donizetti (1797-1848) aus dem Jahre 2008 nicht im schottischen Hochland, sondern in den Etagen eines internationalen Wirtschaftsunternehmens. Dort trifft am Sonntag, dem 27. Dezember 2015, um 19.00 Uhr ein wahres Opern-Traumpaar aufeinander, die Ensemblemitglieder Brenda Rae in der Titelpartie und Mario Chang als Edgardo. Beide Sänger haben längst schon Verpflichtungen an den großen internationalen Opernhäusern – sie u.a. an den Staatsopern von Berlin und München, er an der Metropolitan Opera in New York –, dennoch halten sie der Oper Frankfurt weiterhin die Treue. Ein absoluter Pflichttermin also für jeden Opernfreund. Am Pult steht Vlad Iftinca, Pianist an der New Yorker Met.

Oper Frankfurt / Lucia di Lammermoor_zeigt in der linken Bildhälfte v.l.n.r. Enrico, Raimondo, Lucia und Alisa sowie in der rechten Bildhälfte den Chor der Oper Frankfurt © Monika Rittershaus

Oper Frankfurt / Lucia di Lammermoor_zeigt in der linken Bildhälfte v.l.n.r. Enrico, Raimondo, Lucia und Alisa sowie in der rechten Bildhälfte den Chor der Oper Frankfurt © Monika Rittershaus

Oper Frankfurt / Daniel Behle (Tenor) © Marco Borggreve

Oper Frankfurt / Daniel Behle (Tenor) © Marco Borggreve

Konzertante Aufführungen der Operette Der Graf von Luxemburg von Franz Lehár (1870-1948) stehen an Silvester um 19.30 Uhr und Neujahr um 18.00 Uhr auf dem Programm. Die musikalische Leitung liegt bei Eun Sun Kim, besetzt sind u.a. so renommierte Gäste wie Daniel Behle als René und Camilla Nylund als Angèle. Er „verkauft“ ihr durch eine arrangierte Heirat seinen Adelstitel, um Ihre Hochzeit mit einem Fürsten zu ermöglichen – alles könnte so einfach sein, wenn beide nicht im Angesicht der Scheidung in Liebe füreinander entbrennen würden… Für diejenigen Zuschauer, die auch den eigentlichen Jahreswechsel im Opernhaus verbringen wollen, besteht das Angebot einer Silvesterfeier im Foyer im Anschluss an die Vorstellung (€ 75 pro Person inkl. Buffet und Getränke; beim gleichzeitigen Kauf einer Karte für die Vorstellung 20 % Rabatt auf den Eintritt zur Feier).

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Frankfurt, Oper Frankfurt, Premiere LA SONNAMBULA, 30.11.2014

Oktober 20, 2014 by  
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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt / inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt / inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Premiere / Frankfurter Erstaufführung:

LA SONNAMBULA – DIE SCHLAFWANDLERIN – Vincenzo Bellini

Sonntag, 30. November 2014, um 18.00 Uhr Weitere Vorstellungen: 3., 11., 14., 20., 26. Dezember 2014, 3., 8., 11., 17. Januar 2015; Falls nicht anders angegeben, Beginn 19.30 Uhr

Musikalische Leitung: Eun Sun Kim, Regie: Tina Lanik;  Mitwirkende: Brenda Rae (Amina), Stefan Pop / Martin Mitterrutzner (Elvino), Kihwan Sim (Rodolfo), Louise Alder (Lisa), Fredrika Brillembourg (Teresa), Vuyani Mlinde (Alessio), Simon Bode (Ein Notar)

Oper Frankfurt / La Sonnambula - Die Schlafwandlerin - Brenda Rae (Sopran / Titelpartie) © Kristin Hoebermann

Oper Frankfurt / La Sonnambula – Die Schlafwandlerin – Brenda Rae (Sopran / Titelpartie) © Kristin Hoebermann

La sonnambula von Vincenzo Bellini (1801-1835) gelangte 1831 im Mailänder Teatro Carcano zur erfolgreichen Uraufführung und wurde schon bald weltweit nachgespielt. Nicht nur ein Kenner wie Giuseppe Verdi, sondern auch das Publikum war begeistert von den endlosen Melodien des sizilianischen Komponisten, dessen Werken kein Geringerer als Richard Wagner „wirkliche Passion und Gefühle“ attestierte. Bellini gehörte neben Rossini und Donizetti zu den wichtigsten Vertretern der so genannten Belcanto-Ära. Er fand in La sonnambula zu einer weichen und elegischen, mit volkstümlichen Elementen versetzten Melodieführung. Die Schlafwandlerin Amina steht in der Tradition jener Belcanto-Partien, die sich auf dem schmalen Grat zwischen Realität und Wahnsinn bewegen und mit ihrem Gesang die Beschreibung ihres Seelenzustandes kolorieren, wobei in diesem Fall die dem Wahnsinn verwandte Form des Traumes bzw. des Somnambulismus im Zentrum steht.

In einem Schweizer Bergdorf soll die Verlobung der jungen Waise Amina mit dem reichen Gutsbesitzer Elvino gefeiert werden. Doch das Mädchen wird am Vorabend der Festlichkeiten im Zimmer des Grafen Rodolfo entdeckt, so dass Elvino sie der Untreue bezichtigt und sein Heiratsversprechen löst. Erst als die verzweifelte Amina wie in Trance vor die Dorfgemeinschaft tritt, kann Rodolfo durch die Erläuterung des Phänomens des Schlafwandelns die Situation aufklären. Amina erwacht, und das Paar fällt sich erleichtert in die Arme.

Oper Frankfurt / La Sonnambula - Die Schlafwandlerin - Eun Sun Kim (Musikalische Leitung) © Agentur

Oper Frankfurt / La Sonnambula – Die Schlafwandlerin – Eun Sun Kim (Musikalische Leitung) © Agentur

Die musikalische Leitung dieser Frankfurter Erstaufführung übernimmt die koreanische Dirigentin Eun Sun Kim, die 2014/15 für Kálmáns Die Csárdásfürstin (konzertant) zurück-kehren wird. Danach steht sie hier bei Puccinis La Bohème am Pult – einer Produktion, mit der sie bereits 2012 an der Oper Frankfurt debütierte. Ihr Opernregie-Debüt gibt Tina Lanik, die eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsschauspiel München verbindet. Mit der Titelpartie stellt sich Ensemblemitglied Brenda Rae in eine Reihe bedeutender Interpretinnen dieser Rolle, von Callas über Sutherland bis Gruberova. An ihrer Seite steht in La sonnambula der rumänische Tenor Stefan Pop (Elvino), der sich in Frankfurt bereits als Alfredo in La Traviata vorstellte. Bei den Salzburger Festspielen 2014 war er als Italienischer Sänger in Der Rosenkavalier zu erleben. Als Elvino wechselt er sich mit Ensemblemitglied Martin Mitterrutzner ab. Ihr Hausdebüt gibt die amerikanische Mezzosopranistin Fredrika Brillembourg (Teresa), zu deren aktuellen Aufgaben u.a. Suzuki in Madama Butterfly an der Staatsoper Stuttgart gehört. Aus dem Ensemble präsentiert sich Kihwan Sim (Rodolfo) nach seinem Erfolg als Gottardo in Rossinis Die diebische Elster 2013/14 erneut in einer Belcanto-Partie. In weiteren Rollen sind aus dem Ensemble „Neuzugang“ Louise Alder (Lisa) sowie Vuyani Mlinde (Alessio) und Simon Bode (Ein Notar) zu erleben.

Sonntag, 30. 11. 2014, 18.00 Uhr; 3., 11., 14., 20., 26. Dezember 2014; 3., 8., 11., 17. Januar 2015;  Falls nicht anders angegeben, Beginn 19.30 Uhr

 

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Frankfurt, Oper Frankfurt, Premiere: LA GAZZA LADRA, 30.03.2014

Februar 5, 2014 by  
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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Premiere: DIE DIEBISCHE ELSTER (LA GAZZA LADRA)

Melodramma in zwei Akten von Gioacchino Rossini
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
 
Sonntag, 30. März 2014, um 18.00 Uhr im Opernhaus;  Weitere Vorstellungen: 4., 6., 12., 17., 20., 26. April, 4. Mai 2014, Falls nicht anders angegeben, Beginn um 19.00 Uhr
 
Musikalische Leitung: Henrik Nánási; Regie: David Alden
Mitwirkende: Franz Mayer (Fabrizio Vingradito), Katarina Leoson (Lucia, seine Frau), Francisco Brito (Gianetto, sein Sohn), Sophie Bevan (Ninetta, Dienstmädchen), Jonathan Lemalu (Fernando Villabella, ihr Vater), Kihwan Sim (Gottardo, Bürgermeister), Alexandra Kadurina (Pippo, Bauernbursche), Nicky Spence (Isacco, Händler), Michael McCown (Antonio, Kerkermeister), Iurii Samoilov (Giorgio, Diener des Bürgermeisters), N.N. (Ernesto), Carlos Krause (Amtsrichter)
 
Weitere Vorstellungen: 4., 6., 12., 17., 20., 26. April, 4. Mai 2014
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.00 Uhr
 
Oper Frankfurt / Francisco Brito © Wolfgang Runkel

Oper Frankfurt / Francisco Brito © Wolfgang Runkel

Nach dem Erfolg seiner Aschenputtel-Vertonung La Cenerentola hielt Gioacchino Rossini (1792-1868) nach einem neuen Stoff Ausschau und wurde auf das erfolgreiche und vielgespielte Boulevardstück La Pie voleuse (1815) des französischen Autorenduos d‘Aubigny / Caigniez aufmerksam. Der bislang unerfahrene Librettist Giovanni Gherardini schrieb nach dieser Vorlage einen Operntext, den Rossini in der Tradition der Opera semiseria vertonte, welche tragische mit heiteren Handlungselementen mischte. Die musikalische Charakterisierung der handelnden Personen jedoch weist weit über die Entstehungszeit hinaus. Die diebische Elster kam am 31. Mai 1817 an der Mailänder Scala zur Uraufführung und wurde rasch in ganz Europa nachgespielt. Aus den Aufzeichnungen der Oper Frankfurt geht hervor, dass das Werk hier zuletzt 1848 gezeigt wurde.

 
Oper Frankfurt / Sophie Bevan © Sussie Ahlburg

Oper Frankfurt / Sophie Bevan © Sussie Ahlburg

Zur Handlung: Ninetta ist Dienstmädchen im Hause eines reichen Pächters und mit dessen Sohn Gianetto verlobt. Als der junge Mann aus dem Krieg heimkehrt, ist sie überglücklich, denn nun soll Hochzeit sein. Gleich darauf jedoch fällt ein schlimmer Verdacht auf das Mädchen: Die Frau des Pächters vermisst einen silbernen Löffel, und alle Umstände sprechen gegen Ninetta. Sie wird verhaftet und soll nach geltendem Kriegsrecht hingerichtet werden. Doch im letzten Moment wird die wahre Schuldige entdeckt, eine diebische Elster. Erleichtert schließen sich die Verliebten in die Arme.

 
Never change a winning team“, dieses im angelsächsischen Sprachgebrauch übliche Sprichwort kommt einem in den Sinn, wenn man sich Dirigent und Regisseur dieser Neuproduktion näher betrachtet, haben doch der musikalische Leiter Henrik Nánási – welcher seit 2012 als GMD an der Berliner Komischen Oper wirkt – und der international tätige Regisseur David Alden hier 2011/12 bereits Chabriers Operette L’Étoile gemeinsam herausgebracht. Eine Verbindung gibt es auch zwischen der jungen britischen Sopranistin Sophie Bevan (Ninetta) und der Oper Frankfurt: 2013 gewannen beide einen der durch das englischen Fachmagazin Opera erstmals verliehenen International Opera Awards – Bevan als beste Nachwuchskünstlerin und Frankfurt als bestes Opernhaus. Gleichfalls sein Hausdebüt gibt der in Neuseeland aufgewachsene Bariton Jonathan Lemalu, dessen Eltern aus Samoa stammen. Der Sänger ist als Interpret der Werke Mozarts und Händels international erfolgreich. Bis 2012/13 war der argentinische Tenor Francisco Brito (Gianetto) Mitglied des Opernstudios der Oper Frankfurt und kehrt nun zurück an den Main. In den übrigen Partien sind weitere Gäste sowie Mitglieder des Ensembles bzw. des Studios besetzt.
 
 
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Frankfurt, Oper Frankfurt, Spielzeit 2013/14: Stabiler Kulturpol in Rhein-Main, IOCO Aktuell,


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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt: 220.000 Besucher, hohe Auslastung, politische Untiefen

Die Oper Frankfurt, mit 1.369 Plätzen das größte Musiktheater in Rhein-Main. 220.000 Besuchern zieht die Oper Frankfurt, Kulturleuchtturm der Region, jährlich an. Intendant Bernd Loebe, 58, herrscht seit 2002. Die Verlängerung seines Dienstvertrages war pure Routine: Die Stadt Frankfurt verlängerte ihn im November 2012 vorzeitig bis 2018, gestützt von hoher Auslastung (87%) in der laufenden Saison. Im Januar 2013 lag die Auslastung sogar bei extremen 99,7%. Die Zahl der Abonnenten ist auf fast 13.000 gestiegen. Hohe Auslastung und ausverkaufte Vorstellungen verführt zahlreiche Opern-Besucher zum Kauf Platz-sichernder Abonnements! Ein der Oper Frankfurt soeben verliehener „International Opera Award“ ist sichtbare Krönung der künstlerischen Arbeit am Main. Umgeben ist die Oper Frankfurt von Musiktheatern in höchster Unruhe. In Darmstadt, Mainz und Wiesbaden treten mit Karsten Wiegang, Uwe-Eric Laufenberg und Markus Müller neue Intendanten an. Die Oper Frankfurt ist personell stabil, operiert künstlerisch und finanziell höchst erfolgreich. Alles Bestens also an der Oper Frankfurt? Weit gefehlt. Seit 2013, nach Petra Roth und mit dem neuen OB Peter Feldmann.
Intendant Bernd Loebe -GMD Sebastian Weigle - Oper Frankfurt © IOCO

Intendant Bernd Loebe -GMD Sebastian Weigle – Oper Frankfurt © IOCO

  Rumpelnder Kulturkurs der Stadt

Auch die Pressekonferenz 2013 führte Bernd Loebe erneut leider weitgehend allein. GMD Sebastian Weigle assistierte nur kurz. Vertreter der Stadt, Finanzchefs, Dramaturgen: Alle fehlten auf der PK. Bernd Loebe mit „Award“, hoher Auslastung und neuem Vertrag  gut bewaffnet, vermittelte einen starken Spielplan 2013/14 aber eingetrübte Zukunftsaussichten. Spürbar: Die Finanznöte der Stadt Frankfurt machen vor den Toren der Oper Frankfurt und ihrem hohen Subventionsbedarf nicht halt. So klagte Loebe bereits einführend über geringe politische Unterstützung wie dramatische Etatzwänge (u.a. Übernahme von 30% der Tariferhöhungen), welche den heute so reichhaltigen und gut funktionierenden Theaterbetrieb mittelfristig gefährden würden. Der neue Frankfurter OB Feldmann („die Party ist vorbei“) unterscheidet sich mit Distanz zur Kultur, Nähe zu Sozialwohnungen und rigiden Sparvorstellungen hochgradig von seiner Vorgängerin Petra Roth. „Wir werden 2018 nur noch einen konzertanten Lortzing-Zyklus hier haben, wenn die Stadt an ihren Vorstellungen festhält“, so Loebe seine Finanzsorgen launisch und trotzig klingend (auf  folgendem Video nachhörbar) zusammenfassend: „Ohne die bislang selbstverständliche Unterstützung durch die Stadt und unsere Partner wäre die Umsetzung dieses Programms nicht möglich. Wir wollen gemeinsam daran arbeiten, dass dies so bleibt“.
Deutlich: Zwischen Stadt und Oper besteht dringender Abstimmungsbedarf. 2012 beklagte Loebe, mit Blick auf Köln, die dort herrschenden „finanzchaotischen Verhältnisse„, welche zur Abberufung des erfolgreichen Intendanten Laufenberg und danach des Kulturdezernenten führten. 2013 schimmern genau diese Symptome in Frankfurt durch. Dazu passender Frankfurter Schildbürgerstreich: Die Oper Frankfurt kann/darf ab Herbst 2013 trotz perfekter logistischer Voraussetzungen keine konzertanten Aufführungen mehr in der Alten Oper geben. Einfache Kaufleute nennen solchen Schildbürgerstreich  „Kapitalvernichtung“, Theaterfreunde nur  „Kölsche Verhältnisse„.

Spielzeit 2013/14:  Barock, Moderne, Lieder, Jugendprogramme

Für die Spielzeit 2013/14 ist reiche und anspruchsvolle Kultur noch sicher: Über 340 Vorstellungen, 190 Opernvorstellungen, 13 Premieren mit 97 Vorstellungen sowie 15 Wiederaufnahmen mit 93 Aufführungen. Acht szenische und zwei konzertante Neuinszenierungen mit insgesamt 75 Vorstellungen im Opernhaus am Willy-Brandt-Platz sowie in drei Premieren mit 22 Aufführungen im Bockenheimer Depot. Hinzu acht Liederabende im Opernhaus. Eine Uraufführung (Peter Eötvös’ Der goldene Drache am 29. Juni 2014 im Bockenheimer Depot unter dem Dirigat des Komponisten und in der Regie von Elisabeth Stöppler) sowie fünf Frankfurter Erstaufführungen finden sich im Spielplan der neuen Saison: Christoph Willibald Glucks  Ezio am 10. November 2013
(Musikalische Leitung: Christian Curnyn / Regie: Vincent Boussard) anlässlich des 200. Geburtstages des Komponisten, George Enescus Oedipe am 8. Dezember 2013 (Alexander Liebreich / Hans Neuenfels) und Frederick Delius’ Romeo und Julia auf dem Dorfe am 22. Juni 2014 (Paul Daniel / Eva-Maria Höckmayr). Diese drei Neuproduktionen finden im Opernhaus statt. Im Depot werden Aribert Reimanns Gespenstersonate am 26. Januar 2014 (Karsten Januschke / Walter Sutcliffe, Sahnehäubchen dieser Premiere: Die Bühnen-Ikone Anja Silja als Mumie) und Telemanns Orpheus oder Die wunderbare Beständigkeit der Liebe am 25. Mai 2014 (Titus Engel / Florentine Klepper) erstmals, und auf „erfolgreiches Drängen“ der Frankfurter Telemann-Gesellschaft gezeigt. 
  8. September 2013: Saisoneröffnung mit Rusalka  
Aus Bekanntem und selten Gehörtem besteht das übrige Programm der Neuinszenierungen im Opernhaus: Eröffnet wird die Saison mit Antonin Dvoráks Rusalka am 8. September 2013 als Übernahme aus Nancy (Musikalische Leitung: Sebastian Weigle / Regie: Jim Lucassen). Weigle dirigiert auch die Neuproduktion von Richard Strauss’ Ariadne auf Naxos (5. Oktober 2013) in der Regie von Brigitte Fassbaender mit Camilla Nylund und Franz Grundheber. Verdis Falstaff steht am 9. Februar 2014 in der Inszenierung von Keith Warner auf dem Spielplan, musikalisch geleitet von Bertrand de Billy, der ab 2013/14 als Erster Gastdirigent des Museumsorchesters in Frankfurt wirken wird, und, erstmals, mit Zeljko Lucic als Falstaff. Rossinis Die diebische Elster (Henrik Nánási / David Alden) feiert am 30. März 2014 Premiere, gefolgt von Mozarts Don Giovanni (Sebastian Weigle / Christof Loy) am 11. Mai 2014. Die beiden konzertanten Aufführungen gelten Puccinis Edgar unter dem Dirigat von Marc Soustrot (16. Februar 2014) und Richard StraussDie Liebe der Danae (15. Juni 2014), musikalisch geleitet von Sebastian Weigle.
Oper Frankfurt, Tannhäuser,© Monika Rittershaus

Oper Frankfurt, Tannhäuser,© Monika Rittershaus

Zu den Wiederaufnahmen gehören u.a. so unterschiedliche Arbeiten wie Wagners Tannhäuser in der Regie von Vera Nemirova (19. Oktober 2013), Thomas Adès’ Shakespeare-Vertonung The Tempest, inszeniert von Keith Warner (11. Januar 2014), Strauss’ Daphne in der Sicht von Claus Guth (28. Februar 2014) und Axel Weidauers Inszenierung von Janáceks Die Ausflüge des Herrn Broucek (5. Juli 2014).
Mit Liederabenden sind in der Spielzeit 2013/14 der Bass John Tomlinson (24. September 2013), die Altistin Sara Mingardo (5. November 2013), der Countertenor Max Emanuel Cencic (17. Dezember 2013), die Sopranistin Mojca Erdmann (14. Januar 2014), der Bariton Johannes Martin Kränzle (4. Februar 2014), der Tenor Daniel Behle (4. März 2014), der Bass Franz-Josef Selig (6. Mai 2014) sowie in einem Doppelabend am 20. Mai 2014 das Ehepaar Annette Dasch (Sopran) und Daniel Schmutzhard (Bariton) vertreten.
Jugendprogramme:  Verbringen einer Nacht im Operhaus
Zu den Innovationen bei den Sonderveranstaltungen gehört der Start eines neu aufgestellten Vermittlungsprogramms für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, das unter dem Motto Jetzt! Oper für Dich. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Veranstaltungen zum Mitmachen, die dabei helfen sollen, Schwellen zu überschreiten. Eine kleine Auswahl: Neben Aramsamsam, einer Reihe für Kinder von 2 bis 4 Jahren, ist auch die mit Das Phantom der Oper betitelte Veranstaltung etwas besonderes, in deren Rahmen Jugendliche von 12 bis 15 Jahren eine Nacht im Opernhaus verbringen dürfen.
Aber auch zahlreiche bereits bekannte und bewährte Angebote ergänzen den Spielplan. So finden sich darin weiterhin die Talkrunden mit Bernd Loebe unter dem Titel Oper lieben und die Einführungsveranstaltungen der Dramaturgie, Oper extra. Das diesjährige FINALE, Begleitprogramm der jeweils letzten Premiere der Saison (Romeo und Julia auf dem Dorfe), ist dem Komponisten Frederick Delius gewidmet. Das Frankfurter Opern- und Museumsorchester präsentiert sich mit den Museumskonzerten in der Alten Oper und mit Kammermusik im Foyer des Opernhauses. Das Ensemble Modern ist vier Mal für Happy New Ears zu Gast, genauso wie an zwei Abenden Michael Quast mit Carmen à trois als Koproduktion mit der Fliegenden Volksbühne. Zudem findet am 22. September 2013 ein großes Theaterfest der Städtischen Bühnen statt.
Oper Frankfurt, The Tempest © Monika Rittershaus

Oper Frankfurt, The Tempest © Monika Rittershaus

Alte und neue Stars an der Oper Frankfurt
Neu in das Ensemble der Oper Frankfurt kommen die Sopranistinnen Sofia Fomina und Karen Vuong sowie Elizabeth Reiter aus dem Opernstudio. Auch der Bass Andreas Bauer und der Bariton Björn Bürger werden zukünftig den festen Sängerstamm verstärken. Verabschieden werden sich auf eigenen Wunsch u.a. die Sopranistinnen Elza van den Heever und Christiane Karg sowie die Tenöre Frank van Aken und Alfred Kim. Alle werden als Freischaffende wieder nach Frankfurt zurückkehren.
In 2013/14 ergänzen zahlreiche Gäste das feste Ensemble, darunter Amanda Majeski, Camilla Nylund, Anja Silja, Leah Crocetto, Angela Meade, Anne Schwanewilms, Annette Dasch, Erika Sunnegårdh, Maria Bengtsson, Christopher Robson, Lance Ryan, Daniel Behle, Paul Appleby, Johan Botha, Željko Lucic, Marco Vratogna und Christian Gerhaher.
Neben Generalmusikdirektor Sebastian Weigle, dem Ersten Gastdirigenten Bertrand de Billy, Kapellmeister Hartmut Keil sowie den beiden zu Kapellmeistern „beförderten“ Solorepetitoren Karsten Januschke und Sebastian Zierer wird eine stattliche Anzahl von Gastdirigenten für Abwechslung sorgen, darunter Persönlichkeiten wie Constantin Trinks, Constantinos Carydis, Leo Hussain, Sian Edwards, Maurizio Barbacini, Stefan Blunier, Pier Giorgio Morandi, Carlo Franci, Johannes Debus. Eine Dirigentin allerdings fehlt auch in Frankfurt, leider, auch in einer ansonsten hochkarätigen  Pult-Phalanx.
Die Oper Frankfurt  wird auch 2013/14 oft ausgebucht sein. Am 8. September geht es los, mit Rusalka von Leos Janacek.

IOCO / Viktor Jarosch /  Mai 2013

 

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