Essen, Klavierfestival Ruhr 2020, Robert Schumann Saal – Düsseldorf, 30.08. & 24.09.2020

Klavierfestival Ruhr 2020

Robert Schumann Saal   

Robert Schumann Saal im MPK Düsseldorf © Christoph Schuknecht

Robert Schumann Saal im MPK Düsseldorf © Christoph Schuknecht

Klavier-Festival Ruhr in Düsseldorf

Kartenverkauf für die geretteten Herbst-Konzerte startet

Am Mittwoch, 12. August, 10 Uhr startet der Vorverkauf des Klavier-Festivals Ruhr für 27 seiner geretteten Konzerte in den Monaten September bis Dezember 2020. Die Konzerte in Bochum, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Mülheim, Münster, Oberhausen und Wuppertal waren ursprünglich für April und Mai angekündigt, mussten aber terminlich verlegt und bedingt durch Corona angepasst werden. Im Robert-Schumann-Saal im Kunstpalast Düsseldorf eröffnet das Klavier-Festival Ruhr seinen herbstlichen Konzertreigen am Sonntag, 30. August, 20 Uhr mit einem hochkarätigen Liederabend: Der gefeierte Bariton Matthias Goerne singt mit dem jugendlichen kanadisch-polnischen Pianisten Jan Lisiecki als Klavierpartner Lieder des Jahresjubilars Ludwig van Beethoven, darunter den Zyklus An die ferne Geliebte op. 98 und die Sechs Lieder von Gellert op. 48.

Klevierfestival Ruhr / Rafal Blechacz Bomsori Kim © Harald Hoffmann / DG

Klevierfestival Ruhr / Rafal Blechacz,  Bomsori Kim © Harald Hoffmann / DG

Am Donnerstag, 24. September, 20 Uhr folgt ein Kammermusikabend mit zwei herausragenden Solisten: Die Geigerin Bomsori Kim und der Pianist Rafac Blechacz spielen Violinsonaten von Ludwig van Beethoven, Gabriel Fauré und Karol Szymanowski. [Von Rafal Blechacz und Bomsori Kim wurden verschiedene Aufnahmen bei der deutschen Grammophon veröffentlicht.]

Hinweise für Buchung und Stornierung

Wichtig für alle Kunden des Klavier-Festivals Ruhr, die bereits im Vorverkauf Karten erworben hatten: Die Tickets für die ursprünglichen Termine sind nicht mehr gültig. Das Festival bittet seine Kunden, diese Karten bei den Vorverkaufsstellen zu stornieren, bei denen sie erworben wurden, und für die neu terminierten Konzerte neue Karten zu buchen. Fragen zur Stornierung beantwortet das Festival-Team telefonisch unter (0201) 89 66 80.

Der Intendant des Klavier-Festivals Ruhr, Prof. Franz Xaver Ohnesorg, bittet um Verständnis, dass es die strikte Einhaltung der geltenden Corona-Regeln erfordert, die im Vorverkauf für die ursprünglichen Termine erworbenen Tickets zu stornieren und neue personalisierte Eintrittskarten zum Verkauf zu bringen. Ohnesorg versichert: „Meine Mitarbeiter und ich bemühen uns, den Aufwand für unsere Kunden so gering als möglich zu halten, gerade auch, weil zwei unserer Ticket-Partner aufgrund von Kurzarbeit zur Zeit eingeschränkt leistungsfähig sind. Deshalb haben wir beim Klavier-Festival Ruhr unseren eigenen Telefon-Service intensiviert.“

Da für die kommenden Konzerte nach wie vor nur reduzierte Saalkapazitäten zur Verfügung stehen, empfiehlt das Festival die direkte Online-Buchung rund um die

Uhr über www.klavierfestival.de. Die Personalisierung der dort erworbenen Eintrittskarten kann online unter www.anmeldung.nrw erfolgen. Dieser Service steht ab dem 17. August 2020 zur Verfügung. Die Ticket-Hotline (0221) 280 220 ist aufgrund von Kurzarbeit bei WestTicket derzeit nur von 10 bis 14 Uhr in Betrieb.

Kunden, die ihre Tickets über die telefonische Hotline oder online über www.klavierfestival.de gekauft haben, können ihre Tickets per e-mail über order@derticketservice.de stornieren. Den Online-Kunden, die ihre Tickets im Internet unter eventim.de gekauft haben, bietet das Klavier-Festival Ruhr ab sofort einen besonderen Service an: Da sich die Rückgabe der dort erworbenen, nun nicht mehr gültigen Eintrittskarten leider recht aufwändig gestaltet und zudem der Kaufpreis von EVENTIM nur abzüglich Gebühren erstattet wird, bietet das Klavier-Festival Ruhr den EVENTIM-Kunden an, ihre Tickets ab sofort direkt beim Festival unter tickets@klavierfestival.de zu stornieren und die Original-Tickets an Klavier-Festival Ruhr, Brunnenstr. 8, 45128 Essen zurückzusenden.

—| Pressemeldung Klavierfestival Ruhr |—

Bayreuth, Bayreuther Festspiele, 25. Juli 2020 – Konzert in Haus Wahnfried, IOCO Aktuell, 25.07.2020

Festspielhaus Bayreuth © IOCO

Festspielhaus Bayreuth © IOCO

25. Juli 2020  –  Konzert im Haus Wahnfried

Public Viewing / BR Klassik

Richard Wagner Bayreuth © IOCO

Richard Wagner Bayreuth © IOCO

Trotz der coronabedingt schwierigen Umstände werden die Stadt Bayreuth und die Bayreuther Festspiele am traditionellen Eröffnungstag der Festspiele, Samstag, 25. Juli 2020, um 16.00 Uhr ein Konzert im Haus Wahnfriedveranstalten. Unter Leitung von Christian Thielemann führen die Solisten Camilla Nylund, Sopran, und Klaus Florian Vogt, Tenor, sowie Jobst Schneiderat am Wahnfried-Flügel Richard Wagners Ausschnitte aus Die Meistersinger von Nürnberg, das Siegfried-Idyllund die Wesendonck-Liederauf. Das Konzert wird live vom Bayerischen Rundfunk auf BR Klassik (www.br-klassik.de/programm/radio/ausstrahlung-2207268.html) und zudem vor Ort auf Videowänden als Public Viewing für bis zu 400 Personen nach außen übertragen. Das Café Wahnfried sorgt für Erfrischungen.

IOCO  Besprechungen aller Werke, die für die Bayreuther Festspiele 2020 geplant waren und mehr, sind – unten folgend – in diesem Artikel verlinkt
 IOCO
  Korrespondenten/innen beschreiben – DORT – die Details besuchter Produktionen der Bayreuther Festspiele

Kooperation mit BR-Klassik / 3 Sat

Für alle Wagner-Fans inszenieren die Bayreuther Festspiele gemeinsam mit BR-KLASSIK und 3sat ab dem 25. Juli – dem ursprünglichen Eröffnungstag der Bayreuther Festspiele – die Werke Wagners als Gesamtkunstwerk. Mit Corona-verträglichen Live-Veranstaltungen, exklusiven Archivschätzen und Sondersendungen wird das älteste Musikfestival Deutschlands in diesem Kultursommer adäquat gefeiert. Ein Highlight des Programms: drei historisch maßstabsetzende Inszenierungen des Ring des Nibelungenauf unterschiedlichen Ausspielwegen. Es sind die Ring-Inszenierungen von Frank Castorf (Premiere 2013), Harry Kupfer (Premiere 1988) und Patrice Chéreau (Premiere 1976).BR-KLASSIK wartet im Hörfunk vom 25. bis 28. Juli täglich um 18.05 Uhr exklusiv mit der bisher unveröffentlichten Aufnahme der hochgelobten und intensiv diskutierten Ringproduktion von Frank Castorf und Kirill Petrenko am Pult (Aufnahme von 2015) auf, die auch Teil des diesjährigen ARD Radiofestivals (ab 18. Juli) sein wird.ARD-alpha und das Streaming-Angebot „BR-KLASSIK Concert“ präsentieren gemeinsam mit den Bayreuther Festspielen den Jahrhundertring von Patrice Chéreau und Pierre Boulez. Erstmals ist diese Inszenierung am 7. August ab 20.15 Uhr in der großen Ring-Nachtwieder im Free-TV zu erleben.

Tristan und Isolde – die Fanfaren erklingen
youtube Trailer von Claas Rohmeyer
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Die Bayreuther Festspiele in 3sat

3sat feiert die Bayreuther Festspiele mit dem Ring des Nibelungen in der Inszenierung von Harry Kupfer. Am Pult steht Daniel Barenboim, der die Bayreuther Festspiele 18 Jahre lang maßgeblich geprägt hatte. Mit Rheingold, dem Vorabend der Ring-Tetralogie, und anschließend einer Dokumentation über den Sänger Günther Groissböck steht der Fernsehabend am 25. Juli ab 20.15 Uhr ganz im Zeichen Wotans. Die weiteren Teile dieses Rings von Harry Kupfer werden in der Mediathek von 3sat, auf br-klassik.de und im Webauftritt der Bayreuther Festspiele zu sehen sein.Trotz Corona-bedingten, schwierigen Umständen werden die Stadt Bayreuth und die Bayreuther Festspiele am 25. Juli ganz im Zeichen der Festspieleröffnung ein Konzert veranstalten. Musikdirektor Christian Thielemann und Mitglieder des Festspielorchesters  werden mit den Bayreuther Sängerstars Camilla Nylund und Klaus Florian Vogt Werke von Wagner aufführen. BR-KLASSIKüberträgt das Konzert ab 16 Uhr live im Radio. Einblicke ins Festspielhaus gibt in diesem Sommer die Videoarbeit The Loop of the Nibelungvon Simon Steen-Andersen. Der vielfach ausgezeichnete dänische Komponist und Performance-Künstler geht mit Sängern und Musikern des Festspielorchesters auf audiovisuelle Erkundung des mythischen Bayreuther Festspielhauses und des Werks von Wagner. Die Video-Arbeit ist ab dem 28. Juli im Streaming-Angebot BR-KLASSIK Concert und auf der Website der Festspiele zu erleben.

Richard Wagner Villa am Canale Grande in Venedig © IOCO

Richard Wagner Villa am Canale Grande in Venedig © IOCO

In „Hier gilt’s der Kunst“ widmen sich u. a. Daniel Barenboim, Barrie Kosky, András Schiff, Martina Gedeck und Thea Dorn in einer Gesprächsreihe aus dem Pierre Boulez-Saal in Berlin dem Thema „Wagner, Musik und Politik“. Die Gespräche der Reihe „Diskurs Bayreuth“ werden ab dem 7. August auf BR-KLASSIK Concert veröffentlicht.Archivperlen und Video-Extras

BR-KLASSIKwird außerdem zwei besondere Archivschätze im Radio senden: André Cluytens „Lohengrin“ aus dem Jahr 1958 am 29.7. um 18.05 Uhr sowie Tristan und Isolde unter der Leitung von Herbert von Karajan aus dem Jahr 1952 am 30.7. um 18.05 Uhr. Der Interpretationsvergleich bietet Hörerinnen und Hörern am 31. Juli um 18.05 Uhr einen spannenden und kompakten Einblick in eine Auswahl an Interpretationen zum Fliegenden Holländer. .Auf den Webseiten von BR-KLASSIK und den Bayreuther Festspielen laden spannende Video-Formate wie der „Operncrashkurs Wagner“, die „klassik shorts“, die „Ring-Steckbriefe“ und das „Wagner-ABC“ dazu ein, mehr über die Kraft von Wagners Musik zu erfahren und in die mythischen Welten des „Rings“ einzutauchen.Weitere Informationen zu den Programmhighlights auf bayreuther-festspiele.de, br-klassik.de/bayreuther-festspiele und 3sat.de/kultur/festspielsommer/bayreuther-festspiele-2020

Die Meistersinger von Nürnberg – Barrie Kosky Inszenierung
youtube Trailer von Bayreuth en Vinilo
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Kooperation mit der Deutschen Grammophon

Die vier Werke, die für die Bayreuther Festspiele 2020 geplant waren – alle Werke sind HIER! mit der Besprechung eines IOCO-KollegIn verlinkt – Die Meistersinger von Nürnberg – IOCO / Dr. Schneider Besprechung HIER!, IOCO / Uschi Reifenberg Besprechung HIER!,Tannhäuser oder der Sängerkrieg auf der Wartburg – IOCO / Patrik Klein Besprechung HIER!, Lohengrin – IOCO / Ingrid Freiberg Besprechung HIER! und Der Ring des Nibelungen – IOCO / Hanns Butterhof Besprechung HIER!, werden online in jüngsten oder legendären Produktionen aus dem Archiv der Festspiele übertragen. Jedes Werk wird gemäß des ursprünglichen Spielplans des 2020 Wagner-Sommers gezeigt und ist danach weitere 48 Stunden zugänglich.

Kartenbesitzer von DG Stage können an den eigentlich freien Tagen des Bayreuther Festspielkalenders 2020 außerdem erfolgreiche Inszenierungen von Tristan und IsoldeIOCO / Julian Führer Besprechung HIER! – und Parsifal – IOCO / Karin Hasenstein Besprechung HIER! sehen. Als Ersatz für die Neuproduktion des Rings zeigt DG Stage Frank Castorfs viel diskutierte Inszenierung des Zyklus von 2013 (in einer Aufzeichnung von 2016 unter Leitung von Marek Janowski) sowie Patrice Chéreaus gefeierten Jahrhundert-Ring, die wegweisende Produktion aus dem Jahr 1976 mit Pierre Boulez am Pult (in einer Aufzeichnung von 1980).

Die Bayreuther Festspiele auf DG Stagebeginnen am Sonnabend, dem 25. Juli 2020, mit Barrie Koskys Inszenierung von Die Meistersinger von Nürnberg (IOCO / Marcus Haimerl Besprechung HIER!)
Die Saison wird am Sonntag, dem 26. Juli, fortgesetzt mit Tobias Kratzers provokativer und spannender Inszenierung von Tannhäuser aus dem Jahr 2019.
Am Sonntag, dem 2. August, folgt Lohengrin in Yuval Sharons Inszenierung von 2018, der ersten eines amerikanischen Regisseurs seit Gründung der Festspiele 1876.

Deutsche Grammophon und die Bayreuther Festspiele haben gleich zwei Ring-Zyklen ausgewählt (8., 9., 12. & 13. August und 24., 25., 27. & 29. August): Zum einen Frank Castorfs Inszenierung. Zum anderen – unter dem Dirigat von Pierre Boulez – die legendäre Ring-Produktion von Patrice Chéreau, die 1976 anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der ersten Gesamtaufführung des Zyklus und der Bayreuther Festspiele auf die Bühne kam.

Interview Christian Thielemann – Bayreuther Festspiele 2016
youtube Trailer BR-KLASSIK
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Katharina Wagners Inszenierung von Tristan und Isolde(IOCO Besprechungs HIER!) aus dem Jahr 2015 und Uwe Eric LaufenbergsParsifal von den Festspielen 2016,  (IOCO / Karin HasensteinBesprechung HIER!) erscheinen auf DG Stage am Dienstag, dem 4. bzw. Freitag, dem 28. August. Christian Thielemann dirigiert Tristan und Isolde,der vielseitige deutsche Dirigent Hartmut Haenchen gibt mit Parsifal sein spätes Bayreuth-Debüt  (IOCO Besprechungs  HIER!)

Tickets für die Aufführungen von DG Stage Bayreuthkosten 4,90 € und lassen sich in sicheren Transaktionen online per Kreditkarte und durch die üblichen Zahlungsdienste erwerben. Festspielbesucher erhalten Zugang zu einmaligen Veranstaltungen in modernster Audio- und Videoqualität.

BAYREUTHER FESTSPIELE 2020

25. Juli          Die Meistersinger von Nürnberg (Kosky/Jordan)
26. Juli          Tannhäuser (Kratzer/Gergiev)
02. August    Lohengrin (Sharon/Thielemann)
04. August    Tristan und Isolde (K. Wagner/Thielemann)
08. August    Der Ring des Nibelungen: Das Rheingold (Castorf/Janowski)
09. August    Der Ring des Nibelungen: Die Walküre (Castorf/Janowski)
12. August    Der Ring des Nibelungen: Siegfried(Castorf/Janowski)
13. August    Der Ring des Nibelungen: Götterdämmerung (Castorf/Janowski)
15. August    Lohengrin (Sharon/Thielemann)
19. August    Die Meistersinger von Nürnberg(Kosky/Jordan)
20. August    Tannhäuser (Kratzer/Gergiev)
24. August    Der Ring des Nibelungen: Das Rheingold(Chéreau/Boulez)
25. August    Der Ring des Nibelungen: Die Walküre(Chéreau /Boulez)
27. August    Der Ring des Nibelungen: Siegfried(Chéreau /Boulez)
28. August    Parsifal (Laufenberg/Haenchen)
29. August    Der Ring des Nibelungen: Götterdämmerung (Chéreau/Boulez)

https://bayreuth.dg-stage.com
www.dg-premium.com
www.dg-stage.com

 

Berlin, Staatsoper Unter den Linden, Staatskapelle Berlin – Daniel Barenboim – Elina Garanca, 16. und 17.12.2019

Dezember 9, 2019 by  
Filed under Konzert, Pressemeldung, Staatsoper Unter den Linden

Staatsoper unter den Linden

Staatsoper Unter den Linden - Im Traum © Max Lautenschläger

Staatsoper Unter den Linden – Im Traum © Max Lautenschläger

III. Abonnementkonzert der Staatskapelle Berlin

 Daniel Barenboim – Elina Garanca Solistin

16. und 17. Dezember 2019: III. Abonnementkonzert der Staatskapelle Berlin unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim und mit Elina Garanca als Solistin bei Edward Elgars  Sea Pictures.

Am 16. und 17. Dezember 2019 ist die Staatskapelle Berlin unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim mit dem III. Abonnementkonzert der Saison in der Staatsoper Unter den Linden und in der Philharmonie zu erleben. Als Solistin bei Edward Elgars Sea Pictures tritt Elina Garanca auf. Darüber hinaus erklingen Robert Schumanns Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 97, die »Rheinische«, sowie Claude Debussys La Mer.

Auf dem Programm des Abonnementkonzerts stehen drei Werke, die das Thema Wasser musikalisch reflektieren. Robert Schumann komponierte seine 3. Sinfonie 1850 – kurz nach seinem Umzug von Dresden nach Düsseldorf – inspiriert von der rheinischen Landschaft und den damit verbundenen Stimmungen. Für seine Sea Pictures von 1899 setzte Edward Elgar Meeresgedichte von fünf verschiedenen Autoren zu einem Liederzyklus zusammen. Claude Debussy komponierte La Mer, eine dreiteilige Folge von »Sinfonischen Skizzen«, in den Jahren kurz nach 1900. Er verarbeitete darin, wie er selber in einem Brief an einen Freund schrieb, zahlreiche Erinnerungen an das Meer und dessen wechselhafter, unberechenbarer Charakter sowie das Zusammenspiel von Wind und Wellen.

Die lettische Mezzosopranistin Elina Garanca ist regelmäßiger Gast an den großen Opernhäusern weltweit, darunter die Wiener Staatsoper, die Bayerische Staatsoper, das Royal Opera House Covent Garden London, die Opéra national de Paris und die Metropolitan Opera New York. Als exklusive Aufnahmekünstlerin der Deutschen Grammophon gewann sie vier ECHO Classic Awards als Sängerin des Jahres 2007 und 2010 sowie für ihre Alben »Romantique« und »Meditation«. An vier Abenden ist Elina Garanca noch an der Staatsoper Unter den Linden in der Neuproduktion von Camille Saint-Saëns’  SAMSON ET DALILA, inszeniert von Damián Szifron und dirigiert von Daniel Barenboim (11. und 14. Dezember) sowie Thomas Guggeis (3. und 7. Dezember), in der Titelpartie zu erleben.

—| Pressemeldung Staatsoper unter den Linden |—

Meta Seinemeyer – Erinnerungen an die deutsche Verdi-Renaissance, IOCO – Personalie, 04.12.2019

Dezember 5, 2019 by  
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Meta Seidemeyer - Stern am Verdi-Himmel des frühen 20. Jahrhundert

Meta Seidemeyer – Stern am Verdi-Himmel des frühen 20. Jahrhundert

Meta Seinemeyer – leuchtender Stern am Verdi Himmel des 20. Jahrhunderts

Erinnerungen an den Sopran der deutschen Verdi-Renaissance

von Toningenieur Horst Wahl, Einleitung Michael Stange

 Meta Seinemeyer war eine der faszinierendsten deutschen Soprane des vergangenen Jahrhunderts. Deutsche Musikgeschichte hat sie 1926 bei der Verdi Renaissance als Sängerin der Leonora in der Dresdener La forza del destino unter dem Dirigenten Fritz Busch geschrieben. Dirigent, Ensemble und vielleicht auch die einen Monat vor der Premiere aufgenommenen Arienplatten Meta Seinemeyers haben dazu geführt, dass das Werk in Dresden bis zu den Opernfestspielen 1928 bereits 44 mal aufgeführt worden war. Wer sie heute hört, ist verblüfft, wie sich ihre Sinnlichkeit, die Wärme der Stimme und die dramatische Erfassung der Rolle durch das Schellackrauschen immer noch den Weg bahnt.

Leukämiekrank starb Meta Seinemeyer mit 33 Jahren 1929 in Dresden. Ihre Lebensfreude, ihr Elan und selbst Ihr grenzenloser Humor hat sie in diesem tragischen Kampf nicht bestehen lassen. Beispiel dafür ist ihre Reaktion, als sie vor einer Intermezzo-Vorstellung in einer Skatrunde mit Richard Strauss eine größere Summe verlor und als sie ihre Spielschuld bezahlen sollte meinte: „Wenn ich das bezahlen muss, zersinge ich die ganze Partie.“ Ihr früher Tod riss eine bleibende Lücke. Zur letzten vorgesehenen Forza-Aufführung mit ihr reiste Arturo Toscanini 1929 aus Mailand an. Die Vorstellung musste entfallen, weil keine andere Leonora vorhanden war. Der Schallplattenproduzent Walter Legge empfahl seiner Frau Elisabeth Schwarzkopf eine kräftige Priese Seinemeyer im Timbre. Diesen Rat hat sie am intensivsten in ihren Operettenplatten befolgt.

Vor neunzig Jahren ist Meta Seinemeyer verstorben. Prägender als mit dem Spruch auf ihrem Grabstein „Die Seele lebt“, lässt sie sich nicht beschreiben. Die Quellenlage über die Sängerin ist dünn. Berichte von Zeitzeugen rar. Daher veröffentlich IOCO erneut den Beitrag über Meta Seinemeyer von Horst Wahl, ihrem langjährigen Toningenieurs. Seine Erinnerungen erschienen vor dreißig Jahren in der Reihe „Stimmen, die um die Welt gingen…„. Diese Reihe publizierte Günter Walter aus Münster. Die von ihm bis zu seinem Tod herausgegebenen, liebevoll editierten 84 Hefte sind häufig die einzigen ausführlichen Quellen zu den dort behandelten Sängerinnen und Sängern und heute noch lesenswert.

Die amerikanische Sprachwissenschaftlerin Vicky Kondelik hat Meta Seinemeyer auf einer Webseite ein umfängliches, berührendes Denkmal gesetzt. Hier finden sich Fotos, eine Discografie und viele weitere Informationen. In Preisers Serie „Lebendige Vergangenheit“ wurden nahezu alle ihre Aufnahmen technisch ausgezeichnet überspielt. Auf YouTube und anderen Streaming-Diensten leuchtet ihre Stimme dadurch heute noch.

Erinnerungen an META SEINEMEYER von Horst Wahl

Erste Eindrücke

Ich machte die persönliche Bekanntschaft Meta Seinemeyers etwa zur gleichen Zeit wie die Lotte Lehmanns und Richard Taubers, „nämlich anläßlich ihrer ersten akustischen Parlophon – Aufnahmen im November 1925, ein halbes Jahr nach meinem Eintritt in die Firma Odeon. Als Sängerin war sie mir allerdings keine Unbekannte mehr gewesen, denn sie hatte mich bereits in meiner Pennälerzeit, während meiner häufigen Besuche in der nur wenige Schritte von meinem Elternhaus gelegenen Charlottenburger Oper in Verdi- und Puccini-Rollen zu höchster Begeisterung hingerissen.

Allerdings war der persönliche Eindruck vom Menschen Meta Seinemeyer und ihrer aus nächster Nähe genossenen Stimme ein unvergleichlich überwältigenderer. Zwei Dinge waren es vor allem, die im Umgang mit ihr sofort auffielen: die unerhört intensive, bei aller Fraulichkeit doch mädchenhafte ‚Ausstrahlung, die von ihrer Persönlichkeit ausging, und das warme, dabei aber unglaublich sinnliche Timbre ihrer Stimme. Ich kann es nicht anders beschreiben, als dass sie eine Aura umgab, der sich niemand entziehen konnte. Es war dies eine seltsame beunruhigende Mischung aus rassiger Weiblichkeit, mädchenhaftem Charme und einem warmen, sinnlichen Fluidum.

Ich habe in meinem langen Leben durch meinen Beruf sehr viele Sängerinnen und Sänger mit dem Munde am Trichter oder am Mikrophon aus nächster Nähe erleben können. Nur eine verhältnismäßig kleine Schar hat sich mir unauslöschlich eingeprägt, und es hat sich im Verlaufe der Zeit erwiesen, dass diese von niemand zu ersetzen sind, so viele gute Sänger auch immer wieder „nachgewachsen“ sind.

Zu diesen kostbaren Stimmen, deren individuelles Timbre und menschliche Ausstrahlung ihres Trägers kein anderer Künstler vergessen machen kann, zählt unzweifelhaft auch die der Seinemeyer.

Meta Seidemeyer - Stern am Verdi-Himmel des frühen 20. Jahrhundert

Meta Seidemeyer – Stern am Verdi-Himmel des frühen 20. Jahrhundert

Biografisches

Am 5.September 1895 in Berlin als Tochter eines in Polizeidiensten stehenden Vaters geboren, der später – neben dem berühmten Gennat – einer der bekanntesten Kriminal-Kommissare der alten Reichshauptstadt werden sollte, studierte die junge Meta Gesang bei Ernst Grenzebach und dem bedeutenden Tenor Nicolaus Rothmühl, der 1882-1893 an der Königlichen Hofoper Berlin Triumphe gefeiert hatte. Ihr Debüt fand zu Ende des Ersten Weltkrieges (1918) an dem kurz vor Kriegsausbruch (1912) eingeweihten Deutschen Opernhaus im gerade eingemeindeten Berliner Stadtteil Charlottenburg statt, dessen Ensemble sie für die nächsten sieben Jahre angehörte. Die Inflation in Deutschland und das in den USA nach dem Kriege nur recht zögernd wieder anlaufende deutsche Repertoire begünstigten die Nordamerika-Tournee einer 1923 aufgestellten „German Opera Company“. Unter der Leitung von Leo Blech und Eduard Mörike (Neffe des Dichters) bestand sie aus so hervorragenden Künstler wie Friedrich Schorr, Friedrich Plaschke, Alexander Kipnis, Jacques Urlus, Robert Eutt, Elsa Alsen, Eva Plaschke-von der Osten, Editha Fleischer, Ottilie Metzger-Latternmann und eben Meta Seinemeyer. Ihre Auftritte als Eva in den „Meistersingern“ und als Elisabeth im „Tannhäuser“ (23./24. Februar 1923) waren noch viele Jahre später in den Vereinigten Staaten unvergessen.

Nach einer größeren Anzahl von außerordentlich erfolgreichen Vorstellungen, u.a. in Baltimore sowie im New Yorker Metropolitan und Manhattan Opera House, verlängerte die deutsche Operntruppe ihre Saison noch im dortigen Lexington Theatre. Da nicht alle Künstler beliebig lange ihren festen Verträgen in der Heimat untreu werden konnten, sprangen z.B. Claire Dux und Maria Ivogün helfend ein:

Im November 1924 gab Meta Seinemeyer an der Staatsoper Dresden ein Gastspiel als Margarethe in Gounods gleichnamiger Oper, und dieses Auftreten gestaltete sich derart triumphal, dass die Künstlerin sofort – beginnend mit Januar 1925 – ohne zeitliche Begrenzung – fest an dieses Institut verpflichtet wurde. In kürzester Frist wurde sie hier der führende jugendlich-dramatische Sopran, eroberte sich die Herzen des Opernpublikums im Sturm, und was bei einer Neunundzwanzigjährigen äußerst selten ist, sie war fortan nur noch „die Seinemeyer“.

Am 21. Mai 1925 kreierte sie die Partie der Herzogin von Parma in der Welt-Uraufführung von Ferruccio Busonis Oper „Doktor Faustus“, und das nächste Jahr brachte zwei Höhepunkte ihrer Dresdener Tätigkeit: die Leonore in Verdis „Macht des Schicksals“ und die Madeleine de Coigny in der deutschen Erstaufführung der Oper „Andrea Chenier“ mit Tino Pattiera in der Titelrolle. Das Urteil des anwesenden Komponisten Umberto Giordano lautete kurz aber inhaltsschwer: „In ganz Italien gibt es keine so herrliche Frauenstimme wie die der Seinemeyer!“

Anlässlich der Verdi-Renaissance mit La Forza del destino (Uraufführung: 11.11.1862 in Petersburg; deutsche Erstaufführung: 1878 in Berlin) schrieb die Kritik; „Man findet diese Oper nur äußerst selten auf deutschen Bühnen, jedoch brachte die Dresdener Staatsoper im März (1926) eine Neueinstudierung des Werkes in glänzender Besetzung und Ausstattung heraus – ein Ereignis für das deutsche Theaterleben! Die Leonore ist eine Glanzrolle für erstklassige Sopranistinnen, und in Dresden wurde sie von Meta Seinemeyer darstellerisch wie musikalisch vorbildlich verkörpert; mit ihrem schlackenlosen Sopran berauschte sie die Zuhörer geradezu. Für die Dresdener Neueinstudierung wurde zu dieser Oper von dem bekannten Dichter und Bühnenschriftsteller Franz Werfel ein neues Textbuch geschrieben, das den Stoff dem italienischen Vorbild frei nachdichtet, wobei es die Motive verdeutlicht, die Charaktere vertieft und die Handlung einfacher und klarer durcharbeitet. In dieser Uraufführung der Werfelschen Bearbeitung wird dieses großartige Werk sicherlich eine glanzvolle Auferstehung auf allen deutschen Bühnen erleben.“

Franz Werfel aber schrieb an Meta Seinemeyer noch am Abend dieses triumphalen Ereignisses: „Fräulein Seinemeyer, Sie haben heute Abend eine ganz große Gesangstat vollbracht, ich muss Ihnen das sagen! Es gibt keine solche warme Stimme mehr auf der deutschen Bühne. Die Linie Ihres Gesanges ist vollendet. Die Friedensarie “ war in ihrer ruhigen, schönheitstrunkenen Führung für das ganze Haus tieferschütternd. Ich glaube, Verdi selbst hätte an Ihrem Gesang seine helle Freude gehabt!“  Noch im gleichen Jahre 1926 unternahm die Sängerin eine große Südamerika-Tournee, und 1927 gab sie mehrere Vorstellungen an der Wiener Staatsoper, so am 22.Juni als Tosca in einem Ensemble, dem Alfred Piccaver und Emil Schipper angehörten (Dirigent: Reichenberger) und am 24.Juni als Aida neben Piccaver, Alfred Jerger und Rosette Anday (Dirigent: Robert Heger).

In den letzten Jahren ihres so überaus kurzen Lebens wandte sie sich neben den lyrischen immer mehr den Jugendlich-dramatischen Partien zu, und als sie am 9.Nai 1929 ihr Debüt am Londoner Covent Garden gab, da war es die Sieglinde in Wagners Walküre. Es folgten die Lohengrin-Elsa und am 16.Mai eine ihrer liebtesten Gestalten, die Eva in Wagners „Meistersinger von Nürnberg“ Obwohl ihre Stimme noch die alte Schönheit und den alten Glanz besaß, war ihre tödliche Blutkrankheit z.Zt. ihres Londoner Gastspiels doch schon so weit fortgeschritten, dass ihr nur noch drei Monate blieben. Am 19.August 1929. starb Meta Seinemeyer zu Dresden im Alter von nur 33 Jahren. Ihre sterbliche Hülle wurde nach Berlin übergeführt und im dortigen Familiengrab beigesetzt.

 

Meta Seidemeyer  - Stern am Verdi-Himmel des frühen 20. Jahrhundert

Meta Seidemeyer – Stern am Verdi-Himmel des frühen 20. Jahrhundert

Erlebnisse mit Meta Seinemeyer

Im Herbst 1925 ließ mich der Odeon-Direktor Alfred Guttmann, dem seit vielen Jahren der Abschluss von Künstler-Verträgen oblag, in sein Büro kommen und fragte mich, ob ich bei meinen zahlreichen Besuchen im Charlottenburger Opernhaus auch eine Sängerin namens Meta Seinemeyer gehört habe. Auf meine begeisterte Schilderung der großen Vorzüge dieser Sopranistin erwiderte er, dass ihm dies gerade eben auch von seinem Freunde Frieder Weißmann berichtet worden sei und er sich jetzt um einen Vorvertrag mit ihr bemühen wolle.

Wenig später teilte mir mein Chef mit, dass voraussichtlich im November (1925) die ersten Probe-Aufnahmen mit der Seinemeyer erfolgen sollten: „Horst, ich möchte, dass Du dabei bist“ (er sagte immer „Horst“ und „Du“ zu mir, egal wie alt ich auch wurde). Nun war dies zwar eine große Ehre für mich, und ich wusste es sehr wohl zu schätzen, dass er mich wie einen Sohn behandelte, aber ich machte mir dennoch keine Illusionen darüber, dass ich als junger Anfänger in der Firma trotz meiner Erfahrungen mit Trichter-Aufnahmen in meinem eigenen Laden-Studio zunächst keinen leichten Stand bei den alteingesessenen Aufnahme-Experten haben würde.

Am Dienstag, dem 17.November 1925 war es dann soweit: die beiden Seiten der ersten Seinemeyer-Parlophon-Platte waren „in Arbeit“. Ich hatte mich zwar auf: „Zusehen“ und „Zuhören“ zu beschränken, doch in der Pause zwischen den beiden Stücken gelang es mir, mit der Sängerin ins Gespräch zu kommen, und wir konnten unsere beiderseitigen, nicht immer positiven Erfahrungen mit Trichter-Aufnahmen austauschen.

Selbstverständlich bemerkte sie meine Bewunderung für ihre Stimme, und mein in jugendlicher Begeisterung (ich war damals knapp 20 Jahre alt und studierte bei Professor Bernhard Ulrich Gesang) vorgetragener Bericht von den Besuchen im Charlottenburger Opernhaus ließen sehr schnell jenen Funken des Verstehens überspringen, der immer da entsteht, wo zwei Menschen mit der gleichen Begeisterung von einer Sache reden. Als ich sie darauf ansprach, dass jetzt in Amerika ein ganz neuartiges System von elektrischen Mikrophon-Aufnahmen im Gange sei, welches die hohen Frequenzen der Obertöne einer Stimme mit weit größerer Natürlichkeit wiederzugeben vermochte, da horchte sie auf. Sie meinte, dass dann ja wohl der „seidige“ (sie meinte zwar, sagte aber nicht „sinnliche“) über ihrer Stimme liegende Glanz herauskommen würde, den der Trichter verschluckte.

Monate später war ich soweit in die Firma integriert, dass mir die Ausgestaltung der Monats-Nachträge mit den Seinemeyer-Platten übertragen wurde, zu welchen mir die Künstlerin selbst die Bilder zur Verfügung stellte. Da ich inzwischen bereits mittels eines von meinem Onkel Gregor aus den USA mitgebrachten Pick-up (in Verbindung mit einem Radio-Apparat als Verstärker) in meinem Studio selbst elektrische Aufnahmen hergestellt hatte, war ich diesmal meinen Kollegen um einiges voraus und durfte zum Einfangen des ganzen kostbaren Stimmtimbres der Seinemeyer selbständig Entfernungstests mit ihr vor dem Mikrophon durchführen.

Gleich ihre erste, noch akustische Aufnahme (veröffentlicht als Parlophon P 2089 zu Weihnachten 1925) war der Maddalena di Coigny in Giordanos Oper Andrea Chenier gewidmet. Die Arie „La mamma morta“ (Von Blut gerötet war meine Schwelle) wurde später elektrisch wiederholt, und ihr folgten bald die herrlichen Duette aus dieser Oper mit Tino Pattiera. Bereits bei der 2, akustischen Sitzung begann die Reihe der wundervollen Aufnahmen aus Verdis Macht des Schicksals, die ebenfalls in der elektrischen Ära wiederholt bzw. fortgesetzt wurden. Die ersten elektrischen Aufnahmen waren der Gioconda und Aida vorbehalten.

Auf Dr. Weißmanns ganz besonderen Wunsch sang Meta am 2.November 1927 die Wahnsinnsszene der Marfa aus der Oper Die Zarenbraut von Rimsky-Korssakoff in das Mikrophon. Diese Arie „Iwan Sergeiwitsch, komm in den Garten“ zählt zu den schönsten Eingebungen des russischen Komponisten.

Es ist interessant und aller Ehren wert, dass beide Künstler, Seinemeyer wie Weißmann, darin übereinstimmten, keine im Tempo gehetzten oder gekürzten Arien möglichst noch auf einer Plattenseite unterzubringen, sondern evtl. sogar mit dem Rezitativ auf die beiden Seiten einer Platte zu verteilen (Aida, Figaros Hochzeit, Don Carlos usw.). Schon zu Zeiten der akustischen Ära begannen beide damit, ganze zusammenhängende Szenen lückenlos auf Platten festzuhalten (z.B. Tosca, Walküre, Aida, Fliegender Holländer). Von den Partnern der Seinemeyer sei neben Tino Pattiera, Robert Burg, Emanuel List, John Gläser, Jaro Dworsky und Curt Taucher vor allem Ivar Andresen hervorgehoben, der gleich ihr 1925 an die Dresdener Staatsoper berufen worden war (ab 1931 auch in Charlottenburg) und wie Pattiera maßgebend an der Verdi-Renaissance beteiligt war. Er besaß eine der schönsten Bassstimmen, welche uns die Schallplatte überliefert hat.

In den beiden letzten Jahren ihres Lebens war mein Verhältnis zu Meta Seinemeyer, ihrem Vater und ihrem Verlobten immer freundschaftlicher geworden, so dass wir uns bald nicht mehr nur im Lindström-Studio sondern gelegentlich auch in meiner eigenen, dicht neben meinem Studio liegenden Wohnung trafen. Bei einem dieser Abende fragte mich die Sängerin, ob es nicht möglich sei, meinen Nachbarn, Herrn Kammersänger Joseph Schwarz zu uns herüberzubitten. Zu unserer aller Freude sagte der große Bariton sofort zu, und im Verlaufe des sehr fröhlichen Beisammenseins bat Dr. Weißmann unseren Ehrengast, ob er nicht mit der Meta einmal ein Duett singen wolle, er würde gern am Klavier begleiten. Was kann man da viel sagen – es wurde ein unbeschreibliches Ereignis. Das Zusammenklingen von zwei der herrlichsten Stimmen, die es gegeben hat, ließ das Crucifixus von Jean-Baptiste Faure in geradezu überirdischer Schönheit erstrahlen, und die Zelluloidfolie, die ich von dieser Darbietung mitgeschnitten hatte, gehörte fortan zu Metas kostbarem Besitz. Schon am nächsten Tage suchte ich Direktor Wünsch von der Deutschen Grammophon auf, um ihn um Freigabe von Schwarz für einige Parlophon-Duette zu bitten. Der stets sehr kulante Wünsch stimmte zu meiner Freude sofort zu – doch das Nierenleiden des Sängers hatte sich bereits derart „verschlimmert, dass er kurze Zeit später (10.01.1926) für immer von uns ging.

Die letzte Zusammenkunft mit Meta und Frieder war in den ersten Maitagen des Jahres 1929. Ihre Kräfte schwanden rasch. Sie starb ja schon drei Monate später. Wenige Tage danach begleitete ihr Vater sein geliebtes Kind zu dem letzten Gastspiel ihres Lebens nach London, da es ihm unmöglich war, sie bei ihrem schlechten körperlichen Zustand noch allein reisen zu lassen. Kurz vor diesem englischen Gastspiel, am 3.Mai 1929 hatte sie noch mit dem Bariton Robert Burg die letzten vier Aufnahmen (eine Szene aus Wagners, „Fliegendem Holländer“) getätigt, die aber leider zunächst infolge Terminschwierigkeiten vor der Reise, nach ihrer Rückkehr aus London dann jedoch wegen ihres stark angegriffenen Gesundheitszustandes nicht mehr korrigiert werden konnten und daher unveröffentlicht blieben.

Die Aufnahmen

Wir werden sie nie wiedersehen, doch ihre Stimme ist uns nicht verloren: all ihre Lebenskraft, ihre reine Schönheit und ihre Beseelung lebt in ihren Schallplatten-Aufnahmen weiter. Der bedeutendste Teil ihres Lebenswerkes ist uns erhalten geblieben: Andrea Chenier, Forza del Destino, Aida, Otello, Faust, Manon, Boheme, Butterfly und Tosca, Richard Strauss Rosenkavalier, Wagners Musikdramen und das deutsche Lied – dies alles ist weit mehr als ein kleines Erinnern, es ist ein bleibendes Denkmal!“

Was die Schallplatten der Seinemeyer betrifft, so können wir glücklich sein, dass gerade bei dieser Künstlerin eine Anzahl von glücklichen Umständen zusammentreffen, die ihre Aufnahmen trotz des kurzen Lebenslaufes zu einem reichen Erbe werden lassen. Einmal traf es sich, dass die Stimme der Sängerin gerade zu einer Zeit voll erblüht war, als das elektrische Verfahren auch in Deutschland eingeführt wurde. Zum anderen waren glücklicherweise sowohl die Seinemeyer als auch Frieder Weißmann bestrebt, bei der Erörterung der von ihr aufzunehmenden Stücke eine wohlüberlegte Auswahl unter ihren erfolgreichsten Rollen zu treffen, ein Umstand, der leider nur allzu häufig bei Plattenkünstlern nicht berücksichtigt wurde.

Hinzu kam, dass Dr. Weißmann der Hausdirigent des Lindström-Konzerns war und sowohl seine Stellung wie seine persönliche Beziehung zu der Künstlerin der Nachwelt trotz des kurzen Zeitraums von nur 3 4/2 Jahren die erstaunliche Fülle von immerhin rund 100 Aufnahmen bescherte, von denen ich keine einzige missen möchte. Ein weiterer glücklicher Umstand ist der, dass ihre Dresdener Kollegen und Mitstreiter bei der Verdi-Renaissance, Tino Pattiera und Ivar Andresen, bei der gleichen Plattenfirma verpflichtet waren und somit eine Reihe herrlicher Duett- und Ensemble-Aufnahmen aus den von ihr geliebten Opern mit ihr zusammen tätigen konnten.

Schließlich dürfen wir uns glücklich schätzen, in Preisers Serie „Lebendige Vergangenheit“ eine so ausgezeichnete Überspielung des weitaus überwiegenden Teiles ihrer Gesamt-Discographie heute noch auf CDs erwerben zu können.

Nachrufe – 1933 zum Tod von Meta Seinemeyer

Die Nachrufe überschritten das übliche Maß von dergleichen oft nur pflichtgemäß absolvierten Zeitungsartikeln bei weitem. Allen merkte man die tiefe Betroffenheit an, durch ein grausames Geschick so jung eine solche wunderbare Künstlerin verloren zu haben. Fast alle wiesen auf die Unersetzlichkeit des Menschen und der Künstlerin Meta Seinemeyer und ihrer unvergleichlichen Stimme hin. Sämtliche beklagten ein Schicksal, welches eine Künstlerin gerade in dem Augenblick abberief, da sich ihre Kunst zu höchster Reife entwickelt hatte.

Dresdener Neueste Nachrichten: „Die Seinemeyer“, das ist ein höchst ehrenvoller Titel, der eine bereits seit einigen Jahren bestehende innige Verbindung mit ihrem Publikum ausdrückte. „Die Seinemeyer“, das ist zu einem Begriff für das Gold und den Schmelz einer seltenen Stimme, für den Liebreiz einer wahren Frau geworden. „Die Seinemeyer“, das war der hellglänzende Stern in: dem großartigen Ensemble der Dresdener Staatsoper – aber kein „Star“, wie er es üblicherweise in diesem jungen Alter ist, dem Kunst ein Fremdwort ist.“

Dresdener Nachrichten:Dies war ein lyrischer Sopran, wie man ihn schon lange Zeit nicht mehr gehört hatte, voll Süße und weiblicher Anmut, ausgestattet mit einer Stimme, die Nicolaus Rothmühl zu hoher Meisterschaft entwickelte, geschmeidig in den Kantilenen und voll reinen Entzückens in den Höhen. Die Stimme der Seinemeyer eignete sich in hohem Masse für Schallplatten-Aufnahmen. Die Wärme, Süße und Intimität ihres Timbres, in dem sich – wie man heute nur zu gut weiß – bereits die schwermütige Träne eines viel zu frühen Endes ankündigte, tritt uns auch in ihren Platten entgegen, die kein starrer stimmlicher Abklatsch sind, sondern verewigtes tönendes Leben.“

Hamburger Anzeiger: Die silberne Pracht dieses Soprans erreichte das Herz jedes Zuhörers. Ihre Technik war makellos, ihre Musikalität und die Frische ihres mädchenhaften Temperamentes waren bezwingend und es war selbst für einen Partner vom Range eines Tino Pattiera nicht leicht, neben dieser wundervollen Frau zu bestehen.“

Dr. Albert Henschel schrieb in seinem für Parlophon verfassten Nachruf: „Als am 20.August die Meldung vom Tode Meta Seinemeyers aus Dresden hier eintraf, waren wir alle tief erschüttert. Es war mehr als Trauer. Es war die Gewissheit, dass etwas Unersetzliches, Unwiederbringliches all jenen genommen worden war, denen Musik etwas bedeutet. Am nächsten Tag ging die Nachricht durch alle großen Blätter dieser Erde, und die ganze musikalische Welt stand im Geiste trauernd am Sarge einer großen, einer einzigartigen Künstlerin und beweinte das Verlöschen einer der schönsten Sopranstimmen, welche sie gekannt und geliebt hatte – auf der Bühne oder von Platten. Aus allen Ländern, wo sie gewirkt hatte, aus Deutschland, Amerika und England, kamen die Beileidsbezeugungen. Allgemein wurde es tief empfunden, dass dieser sinnlose Tod eine Lücke gerissen hatte, die nicht mehr zu füllen war, dass es für diesen warmen, strahlenden Sopran keinen Ersatz gab. Jene, die ihr näher gestanden hatten, wussten, dass es auch für den Menschen Meta Seinemeyer keinen Ersatz geben konnte. Dass sie schon mit 27 Jahren die Bühne der MET betreten konnte, muss sie mit Stolz erfüllt haben; ihre Liebe aber galt der Dresdener Staatsoper, jenem Institut, wo sie vom jungen lyrischen Sopran zur lyrisch-dramatischen Sängerin reifte und als „die Seinemeyer“ beliebt, ja geliebt wurde.“

—| IOCO Portrait |—

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