München, Bayerische Staatsoper München, Premiere Die verkaufte Braut, 22.12.2018

Dezember 4, 2018 by  
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Bayerische Staatsoper München

Bayerische Staatsoper München Foto: © Wilfried Hösl

Bayerische Staatsoper München Foto: © Wilfried Hösl

 Die verkaufte Braut  –  Bedrich Smetana

Premiere 22. Dezember 2018

Dirigent Tomáš Hanus erarbeitet gemeinsam mit dem Regisseur David Bösch die Neuproduktion von Bedrich Smetanas komischer Oper Die verkaufte Braut. Selene Zanetti gibt ihr Rollendebüt als Marie. An ihrer Seite sind Pavol Breslik (Hans) und Günther Groissböck (Kezal, Heiratsvermittler) zu erleben. Am 22. Dezember 2018 feiert Die verkaufte Braut Premiere.

Zum Werk und zum Komponisten 
Mit Die verkaufte Braut setzt Dirigent Tomáš Hanus seine Beschäftigung mit dem tschechischen Repertoire fort und leitet nach Rusalka (2010), Die Sache Makropulos (2014) und Hänsel und Gretel (2013) seine vierte Staatsopern-Premiere. „Die Authentizität der Musik ist die Stärke dieses Stücks. Wir führen das Werk in deutscher Sprache auf, damit das Publikum unmittelbar die Feinheiten der Geschichte versteht“, so Dirigent Tomáš Hanus. Bedrich Smetana, in Böhmen geboren, lag rein musikalisch die deutsche Sprache tatsächlich näher als die tschechische. Dennoch erarbeitete er mit Librettist Karel Sabina ein tschechisches Libretto. Internationale Beliebtheit erlangte Die verkaufte Braut erst nach Smetanas Tod in der deutschen Übersetzung durch Max Kalbeck 1893. Diese Fassung wurde zum ersten Mal in Wien und kurz darauf auch in München gespielt. „Man muss die Widersprüche aushalten und die verschiedenen Farben, die der Komponist und der Autor verwendet haben, als Reichtum begreifen. Smetana ist jemand, der sagt, die Welt ist lyrisch, weich, fein und voller Liebe. Und gleichzeitig ist die Welt eine karikaturhafte Ansammlung von Menschen auf einem Dorffest“, so Regisseur David Bösch über Die verkaufte Braut.

Inszenierung
David Bösch, der an der Bayerischen Staatsoper zuletzt die Premiere von Richard Wagners Die Meistersinger von Nürnberg (2016) inszenierte, führt Regie und gestaltet die Neuproduktion mit seinen Ausstattern Falko Herold und Patrick Bannwart, mit denen er neben Die Meistersinger von Nürnberg an der Staatsoper schon L’elisir d’amore (2009), Das schlaue Füchslein (2012) und L’Orfeo (2015) erarbeitet hat. Bösch lässt Die verkaufte Braut, wie im Libretto vorgegeben, in einem Dorf spielen. „Ein Mikrokosmos, mit dem man viel über die Welt erzählen kann. In einer Dorfgeschichte verdichtet und verstärkt sich das Weltgeschehen.“ Bühnenbildner Patrick Bannwart ist selbst in einem kleinen Dorf aufgewachsen. „Der Geruch von Stroh hat ihn seither nie losgelassen und weckt in ihm Kindheits- und Jugenderinnerungen. Stroh wird deshalb eine große Rolle spielen“, erzählt David Bösch über seinen Bühnenbildner.

Hauptpartien
In der Premierenserie von Die verkaufte Braut übernimmt Selene Zanetti die Partie der Marie für Christiane Karg, die ein Kind erwartet. Selene Zanetti war von 2016 bis 2018 Mitglied des Opernstudios und wurde zu Beginn dieser Spielzeit in das Ensemble der Bayerischen Staatsoper übernommen. Sie studierte Gesang in Vicenza und besuchte die Meisterklasse am Musikinstitut in Modena. Sie gewann zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter den Gaetano-Fraschini-Gesangswettbewerb. Im März 2018 debütierte sie als Mimì (La bohème) am Teatro La Fenice in Venedig. Selene Zanettis Vorbereitung auf ihr Rollendebüt kann unter dem Hashtag #SeleneGoesBride in den sozialen Medien der Bayerischen Staatsoper verfolgt werden.
Die beiden Halbbrüder sind Pavol Breslik und Wolfgang Ablinger-Sperrhacke. Günther Groissböck gibt sein Rollendebüt als Heiratsvermittler Kezal.

—| Pressemeldung Bayerische Staatsoper München |—

München, Bayerische Staatsoper, Die Meistersinger von Nürnberg – Ein Vergleich, IOCO Kritik, 24.09.2018

Bayerische Staatsoper München

Nationaltheater München © Wilfried Hösl

Nationaltheater München © Wilfried Hösl

Die Meistersinger von Nürnberg Richard Wagner
Bayreuther Festspiele – Bayerische Staatsoper

– Ein Vergleich von Unvergleichlichem –
– Die Meistersinger von Nürnberg – Bayreuth 2018 und München –

Von Hans-Günter Melchior

– Bayreuther Festspiele 2018: Musikalische Leitung: Philippe Jordan, Inszenierung: Barrie Kosky, Bühne: Rebecca Ringst
– Bayerische Staatsoper: Musikalische Leitung: Kirill Petrenko, Inszenierung: David Bösch, Bühne: Patrick Bannwart

Die Meistersinger von Nürnberg
Youtube Trailer Bayerische Staatsoper München
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„Wollt Ihr nach Regeln messen, was nicht Eurer Regeln Lauf…“ (Sachs)
„Oho! Von Finken und Meisen lerntet Ihr Meisterweisen?“    (Beckmesser)

Kunstreligion – Was für ein Wort

Bayreuth hebt Wagners Werk in die Sphäre des Mythischen und Religiösen. Es wird zum Gegenstand der Anbetung –; wodurch der Kritik Grenzen gesetzt sind. Das Heilige rührt man so wenig mit schmutzigen Fingern wie mit schmutzigen Wörtern an.

Man muss dort gewesen, um es zu spüren. Über dem Kultort liegt ein Schleier des Geheimnisses. Gleich wird sich etwas ereignen, das sich dem gewöhnlichen Begreifen entzieht. Gewachsene Tradition, die sich gleichsam selbst verklärt, Engel schweben über der festlich gestimmten Menge, unsichtbare Wesen summen die Melodien, die drinnen in Kürze wie aus den Poren des heiligen Hauses dringen…

Und dann dies. Regisseur Barrie Kosky wartet mit einer Inszenierung auf, die von Beginn an eines beweisen will: Wagner war ein furchtbarer Antisemit und die Meistersinger sind eine Ausgeburt dieses antisemitischen Geistes, der seinen unmittelbaren Ausdruck im Schicksal des armen Beckmesser findet.

Die Meistersinger von Nürnberg – Bayreuth 2018
Youtube Trailer
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Schon der Beginn. Wagner alias Hans Sachs erwartet mit seiner Familie den jüdischen Dirigenten Levi, der zu spät kommt, was man ungnädig vermerkt. Schrittweise wächst die Szene in die Meistersingerhandlung hinein.

Ihren Gipfel erreicht die Intention des Regisseurs nach der Prügelszene im 2. Aufzug: eine überdimensionale, fast den gesamten Bühnenraum ausfüllende Judenmaske, die menschenferne Nazi-Vorstellung vom Juden darstellend, soll die ganze sich an einem Wehrlosen austobende Ideologie der bürgerlichen Gesellschaft ins übergrelle Rampenlicht rücken. Während der geschundene Beckmesser am Bühnenrand um sein Leben ringt.

Dies alles führt direkt, so die Regie, hierin prinzipiell nicht falsch liegend, in die deutsche Katastrophe. Im 3. Aufzug wird die Festwiese durch den Gerichtssaal der Nürnberger Prozesse von 1945-1949 ersetzt.

(Ganz nebenbei: ein schlechteres Beispiel für historische Gerechtigkeit hätte man kaum wählen können: die Nürnberger Prozesse brachen mit  wichtigen Prinzipien der – nicht nur internationalen – Rechtsordnung. Hier nur die am schwersten wiegenden:

– Ankläger und Richter dürfen nicht identisch sein. Die Siegermächte waren jedoch Ankläger und Richter zugleich.

– Es wurde gegen den Grundsatz nulla poena sine lege: keine Strafe ohne Gesetz, verstoßen. Die Straftatbestände, auf denen die Urteile fußten, bestanden zum Teil noch nicht zur Zeit der Tatbegehungen (sogen. Ex-post-Argumentation; genug)).

Venedig / Richard Wagner Domizil © IOCO

Venedig / Richard Wagner Domizil © IOCO

Mit einem Satz: diese Inszenierung kommt über ihre Obsessionen nicht hinaus und verfehlt damit den eigentlichen Inhalt der Oper: die Kunstdiskussion, die Versöhnung von Form und Inhalt oder wie Wagner selbst meinte: die Versöhnung von „Pedanterie und Poesie“.

Über die Bayreuther Besetzung und Aufführung (Sachs: Michael Volle; Stolzing: Klaus Florian Vogt; Eva: Emily Magee; David: Daniel Behle; Pogner: Günther Groissböck; Beckmesser: Johannes Martin Kränzle;  alle sind gesanglich über jede Kritik erhaben. Das Dirigat von Philippe Jordan war allerdings dem des Kirill Petrenko deutlich unterlegen) wurde in den Medien ausführlich berichtet. Es wird darauf Bezug genommen. Hier geht es um eine grundsätzliche Kritik an der Grundauffassung des Werkes.

Nun ist unumstritten, dass Wagner ein übler Antisemit war. Unumstritten ist auch, dass Rassismus und Antisemitismus zu den Geißeln der Menschheit gehören, die zu furchtbarsten Verbrechen der Geschichte führten und entschlossen bekämpft werden müssen.

Dennoch sind die Meistersinger kein antisemitisches Werk. Als ob es so einfach wäre: dass ein Mensch mit bedenklichem, ja schlechtem Charakter auch schlechte (antisemitische) und moralisch bedenkliche Werke schreiben müsse. Und ein guter Mensch eben gute Werke. Nein und abermals nein, es ist eine Binse: auch ein schlechter Mensch kann gute Werke komponieren oder schreiben. Und die Meistersinger sind ein höchst bemerkenswertes, hervorragendes Werk, das den Kunstgedanken textlich und musikalisch mit einer Gründlichkeit behandelt (geradezu beackert), die in der Musikgeschichte ihresgleichen sucht.

Dies zu verdeutlichen gelingt der Aufführung in München beispielhaft.  Ein Vergleich sei gewagt, obwohl jede Aufführung für sich steht und den Anspruch auf Anerkennung als Kunstwerk eigener Art erhebt, das sich grundsätzlich Vergleichen entzieht.

Bayerische Staatsoper München / Die Meistersinger von Nürnberg - hier : Ensemble und Chor © Wilfried Hoesl

Bayerische Staatsoper München / Die Meistersinger von Nürnberg – hier : Ensemble und Chor © Wilfried Hoesl

Während in Bayreuth Vieles dem dominierenden Vorwurf des Antisemitismus geopfert wird, entfaltet die Inszenierung in München den ganzen Reichtum des Werkes mit spielerischer Leichtigkeit. Wagners Jonglieren mit den verschiedenen Stilen etwa: in der Nachtwächtermelodie, beim Gemeindegesang, der musikalischen Turbulenz in der Prügelszene, im fast atonal-modern anmutenden Gesang Beckmessers. Das alles wird aufgelöst in einer temporeichen, unaufdringlich und humorvoll daherkommenden Handlung, die sich nie in gewissen Längen der Partitur verliert:

In David Böschs Inszenierung fahren die Requisiten unseres täglichen Lebens, PKW, Kombis, eine Werkstatt auf Rädern, Mopeds und dergleichen mitten in unsere Wirklichkeit hinein. Eine aus der Katharinenkirche herauskommende Prozession zieht singend durch die Straße.

Im zweiten Aufzug dann Sachsens fahrbare Werkstatt. Mehrstöckige Häuser mit Balkonen und heraushängender Wäsche säumen die Szene. Man ist mitten in einer Stadt von heute und kann verstehen, dass Beckmessers nächtliches Ständchen an Eva die Anwohner nervt.

Auf einer Art Boxring messen sich dann im Schlussbild Beckmesser und Walther von Stolzing. Darüber flimmern Videos, die auf die Idolatrie unserer Tage, die Verehrung von Fußballstars und Sternchen hinweisen, Pokale werden geschwenkt und die Meistersinger werden auf der Festwiese vorgestellt wie die Spieler einer Fußballelf zu Beginn einer Fernsehübertragung: starr die Gesichter, die Arme verschränkend. Oktoberfeststimmung, Bayerisches. Und als Hans Sachs am Ende zu seinem pathetischen Lob der deutschen Kunst anhebt, verschwiemelt sich das Szenenbild, wird undeutlich und schemenhaft, auf den Videos sieht man aufgerissene Mäuler neben geschwenkten Pokalen –, das sind höchst sinnvolle und geradezu wohltuende Verfremdungen, die das Pathos der Textvorlage als Massenhysterie entlarven.

Und vor allem widerfährt Beckmesser Gerechtigkeit: sein Schicksal als „ewig Scheiternder, von der Natur Benachteiligter“ rührt an. Im Schlussbild sinkt er mit einer Pistole in der Hand wie ein Suizidopfer nieder. Ob er sich erschossen hat, wurde für den Rezensenten nicht deutlich, es liegt aber nahe, seine Absicht ist erkennbar. Oder es ist die einzige Alternative.

Natürlich kann man den übereifrigen Merker als eine von einem Antisemiten überzeichnete Karikatur des Juden ansehen. Insbesondere die Verballhornung des Preisliedes hat etwas Mitleidloses, gnadenlos Radebrechendes, so überdeutlich und – genaugenommen nicht besonders überzeugend – verkehrt und unsinnig ist der Text. Und so chancenlos von vornherein, er hätte so gut sein können wie er nur wollte –, es hätte ihm ohnehin nicht geholfen, Eva mochte diesen Mann nicht, da sie nunmal Stolzing liebte.

Bayerische Staatsoper München / Die Meistersinger von Nürnberg - hier : Wolfgang Koch als Sachs, Jonas Kaufmann als Stolzing, Sara Jakubiak als Eva © Wilfried Hoesl

Bayerische Staatsoper München / Die Meistersinger von Nürnberg – hier : Wolfgang Koch als Sachs, Jonas Kaufmann als Stolzing, Sara Jakubiak als Eva © Wilfried Hoesl

Aber Beckmesser ist mehr als nur der Glücklose und querulatorisch Erbärmliche. Er steht für den regelbesessenen Pedanten in der Kunst. Als einer, dessen Fähigkeiten sich unkünstlerisch in der Regelbeachtung erschöpfen. Ohne Beckmesser käme jedoch Hans Sachs nicht zu seiner Geltung als Kunstlehrer.

Die Gegnerschaft Sachsens zu Beckmesser ist keineswegs jedoch dialektisch. Auch Sachs hält an der Form fest, sie ist für ihn nur nicht das Ganze. Kein Inhalt ohne Form. Ohne Form wäre die Kunst nichts als Chaos, zielloses Suchen, das in der Verzweiflung eines bindungslosen Nichts endet. Sachs lehrt das Genie Stolzing, die Form oder hier: die Regel zu beachten, seinem Preislied die Fassung eines in sich geschlossenen Kunstwerks zu geben. Und schließlich auch die Meister – um ihrer zugegeben nur gutgemeinten, aber letztlich im sturen Regelwerk hängenbleibenden Kunstliebe willen  – nicht zu verachten. Kunstliebhaber müssen keine Künstler sein. Aber sie müssen den Text, den ihnen die Kunst unterbreitet, verstehen. Anhand der Form, Schritt für Schritt zum Inhalt voransschreitend.

Das Ensemble der Aufführung in München ist hervorragend besetzt. Eine Starbesetzung. Wolfgang Koch (Foto) strahlt mit seinem sonoren Bass und seiner Präsenz Autorität aus. Nicht anders Georg Zeppenfeld als Veit Pogner. Das ist höchstes Niveau, gepaart mit einer profunden Erfahrung, die auf den großen Bühnen der Welt, nicht zuletzt in Bayreuth, gesammelt wurde. Ein Höhepunkt Zeppenfelds Auftritt im 1. Aufzug.

Daniel Kirchs Tenor –, er verkörperte Walther von Stolzing –, ist geschmeidig und klar, sein Spiel ist modern, er ist ein smarter junger Mann, weniger arrogant als es Wagners Text nahelegt, sehr nahe am Weltverständnis der Jugend, mit einem Wort: cool. Der Beckmesser von Markus Eiche ist tragisch-komisch, nicht ohne Würde. Da ist David, von Daniel Behle schon eher ans Schnippische herangespielt, ein kerniger Tenor, nicht ohne Eleganz, ein Lehrjunge, dem man abnimmt, dass er selbst dem Meister Paroli zu bieten vermag.

Auch die Frauenrollen sind glänzend besetzt. Spritzig und einfühlsam die Eva von Julia Kleiter, warm der Sopran von Claudia Mahnke als Magdalene. Ein wunderbar schunkelndes und augenzwinkerndes, die Köpfe zusammensteckendes Frauenpaar.

Und erst der Dirigent. Man möchte Trauer im Gedanken daran tragen, dass Kirill Petrenko München verlässt. Kommen Sie bitte ab zu wieder, Maestro!

Petrenko versteht es, die seelischen Vorgänge der Handlung bis in die Nuancen mit dem grandiosen Bayerischen Staatsorchester musikalisch nachzuzeichnen. Jeder Vorgang auf der Bühne erhält erst durch die Musik Sinn und Zusammenhang. Erregend schön besonders  der orchestrale Tumult, den er in der Prügelszene des 2. Aufzugs entfacht. Das ist nicht nur Wagner, da ist ein ganzes Stück Petrenko dabei. Eine ans Wahnwitzige herandirigierte Tonvielfalt, ein das Chaos nicht scheuendes Getöse, modern und alt zugleich, verwirrend und so aufregend, dass man als Zuhörer unwirklich mitdirigierend im Tönegewirr herumfingerte. Ist das schon atonal oder – wie Martin Geck meint –  an „die hetzerischen Chöre der Volksmenge aus Bachs Passionen“ erinnernd? Es ist auf jeden Fall Petrenko und fesselnd.

Ich bitte um Verzeihung: in München gefiel es mir besser.

—| IOCO Kritik Bayerische Staatsoper München |—

 

Frankfurt, Oper Frankfurt, WEIHNACHTEN UND JAHRESWECHSEL, 2017/18

Dezember 19, 2017 by  
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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Weihnachten und Jahreswechel 2017/18

PROGRAMM DER OPER FRANKFURT

Im Feiertagsprogramm der Oper Frankfurt finden sich am Ende des Jahres zwei heiter-tiefgründige Mozart-Opern und zwei tragisch endende Liebesgeschichten von Verdi und Massenet. Für jede Gefühlsrichtung ist also etwas dabei…

Oper Frankfurt / Il Trovatore - Ensemble © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Il Trovatore – Ensemble © Barbara Aumüller

Il trovatore von Giuseppe Verdi (1813-1901) steht am 1. Weihnachtsfeiertag (Montag, 25. Dezember 2017) um 18.00 Uhr und an Silvester (Sonntag, 31. Dezember 2017) um 19.30 Uhr auf dem Programm. Erst kürzlich wurde diese Londoner Produktion nach Frankfurt übernommen: Die düster-spannende Geschichte um die Rache einer alten Zigeunerin und die daraus resultierenden Schicksalswendungen sorgen für Gänsehaut, während die von Verdi erdachten Melodien „Ohrwurm-Charakter“ beweisen. Unter der musikalischen Leitung des italienischen Dirigenten Jader Bignamini und in der Regie von David Bösch ist eine internationale Sängerriege besetzt, darunter der südkoreanische Tenor Alfred Kim als Manrico, die amerikanische Sopranistin Leah Crocetto als Leonora, der griechische Bariton Tassis Christoyannis als Luna und die Mezzosopranistin Tanja Ariane Baumgartner als Azucena. Die Silvestervorstellung sowie die anschließende Feier sind bereits ausverkauft.


Oper Frankfurt / Die Entführung aus dem Serail - v.l.n.r. Peter Marsh (Pedrillo) und Martin Mitterrutzner (Belmonte) © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Die Entführung aus dem Serail – v.l.n.r. Peter Marsh (Pedrillo) und Martin Mitterrutzner (Belmonte) © Barbara Aumüller

Wesentlich freundlicher, wenn auch keinesfalls harmlos, geht es bei der Vorstellung von Die Entführung aus dem Serail von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) am 2. Weihnachtsfeiertag (Dienstag, 26. Dezember 2017) um 15.30 Uhr zu. Die musikalische Leitung liegt bei Kapellmeister Nikolai Petersen. Die Produktion von Christof Loy aus dem Jahr 2003 gehört zu den erfolgreichsten Inszenierungen während der Intendanz von Bernd Loebe: Der junge spanische Edelmann Belmonte (Martin Mitterrutzner) möchte seine Braut Konstanze (Irina Simmes) und deren Dienerpaar Blonde (Nora Friedrichs) und Pedrillo (Peter Marsh) aus dem Serail des türkischen Bassa Selim (Christoph Quest) befreien. Dorthin wurde das Trio verkauft, nachdem ihr Schiff von Piraten gekapert worden war. Doch diesem Plan steht nicht nur die Wachsamkeit des Aufseher Osmin (Andreas Bauer) im Wege… Für diese Vorstellung sind z.Zt. nur noch wenige Restkarten erhältlich.


Oper Frankfurt / Werther - v.l.n.r. Peter Marsh (Schmidt), Attilio Glaser (Werther) und Barnaby Rea (Johann) © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Werther – v.l.n.r. Peter Marsh (Schmidt), Attilio Glaser (Werther) und Barnaby Rea (Johann) © Barbara Aumüller

Die Inszenierung des Werther von Jules Massenet (1842-1912) nach Goethes berühmtem Briefroman in der Regie von Willy Decker stammt aus dem Jahre 2005 und bereichert am Samstag, dem 30. Dezember 2017, um 19.30 Uhr das Programm der Oper Frankfurt „zwischen den Jahren“. Das teilweise an Weihnachten spielende Werk um die Liebe des jungen Schriftstellers Werther zur unglücklich verheirateten Charlotte endet tragisch. Hier wird gewiss kein Auge trocken bleiben, daher bitte Taschentücher bereithalten! Die musikalische Leitung liegt beim ehemaligen Frankfurter Kapellmeister Hartmut Keil, der inzwischen regelmäßig als Gast an den Main zurückkehrt. Die Titelpartie verkörpert der deutsch-italienische Tenor Attilio Glaser, als Charlotte ist mit der frankokanadischen Mezzosopranistin Julie Boulianne ein neuer Stern am internationalen Opernhimmel zu erleben. In weiteren Rollen sind u.a. Louise Alder (Sophie) und Sebastian Geyer (Albert) besetzt.


Oper Frankfurt / COSI FAN TUTTE - Louise Alder (Despina) und Simon Bailey (Don Alfonso) © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / COSI FAN TUTTE – Louise Alder (Despina) und Simon Bailey (Don Alfonso) © Barbara Aumüller

Così fan tutte von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) steht am Neujahrstag, Montag, 1. Januar 2018, um 18.00 Uhr unter der musikalischen Leitung von Kapellmeister Nikolai Petersen auf dem Spielplan, und was könnte schöner sein, als das neue Jahr mit Mozart zu beginnen? Die Inszenierung von Christof Loy stammt aus dem Jahr 2008 und zählt zu den „Dauerbrennern“ der Oper Frankfurt: Ferrando (Michael Porter) und Guglielmo (Iurii Samoilov) wollen – als Türken verkleidet – die Treue ihrer Verlobten Fiordiligi (Karen Vuong) und Dorabella (Nina Tarandek) auf die Probe stellen. Helfen sollen ihnen dabei der alte Philosoph Don Alfonso (Simon Bailey) und die in Liebesdingen versierte Zofe Despina (Louise Alder). Als die Damen sich tatsächlich in den Partner der jeweils anderen verlieben, wird das Doppelspiel zwar aufgedeckt, doch sind damit längst nicht alle Fragen geklärt…

—| Pressemeldung Oper Frankfurt |—

Dresden, Semperoper, Premiere Die tote Stadt von E.W. Korngold, 16.12.2017

November 2, 2017 by  
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Semperoper

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

 Die tote Stadt von Erich Wolfgang Korngold

16.12.2017: Dmitri Jurowski debütiert mit Dirigat, David Bösch inszeniert.

»Ein Traum hat mir den Traum zerstört …« resümiert Paul am Ende der Oper Die tote Stadt. Verfangen im Gestrigen lebt Paul in Zurückgezogenheit und ergießt sich in Trauer um seine verstorbene Frau Marie. Schafft er den Schritt zurück ins Leben? Durch die Bekanntschaft mit Marietta, einer Tänzerin, setzt sich sein gelähmtes Seelenleben in Bewegung, doch erst das Erwachen aus einem Albtraum lässt ihn in der Realität ankommen. Die tote Stadt wurde nach ihrer Uraufführung im Jahr 1920 in kürzester Zeit weltweit nachgespielt und kehrt nun nach fast 100 Jahren an die Semperoper Dresden zurück.

»Die Musik zur ›Toten Stadt‹ ist wesentlicher Bestandteil der dramatischen Entwicklung, auch der kinomäßigen Sensation in der Steigerung des Grauens.« Was hier Eugen Thari im Dresdner Anzeiger im Dezember 1921 über die Musik zur Dresdner Erstaufführung von Erich Wolfgang Korngolds Sensationserfolg schreibt, dockt am damaligen Ankommen in einer neuen Zeit an: Es sind die zum Teil auf cineastische Art verzerrten Seelenwelten des Protagonisten, zu denen der Komponist eine bestechende Partitur geschrieben hat. Diese drängt die Zuschauer zu einer beklemmenden Reise in emotionale Tiefenregionen. Der in Zurückgezogenheit lebende Paul ergießt sich in Trauer um seine verstorbene Frau Marie. Doch das Kennenlernen einer Tänzerin, Marietta, setzt sein gelähmtes Seelenleben in Bewegung: Die junge Frau wird ihm zum Spiegel seiner Sehnsüchte, so dass er auf sie eine »Wiederkehr« seiner verstorbenen Gattin projiziert. Immer stärker zieht es Paul in verschüttete Schichten seiner Psyche. Erst das Erwachen aus einem Albtraum, in dem Paul eine Bluttat begeht, lässt ihn in der Realität ankommen. Kann er den Weg in ein von psychischen Altlasten befreites Leben gehen?

Mit dem musikalischen Leiter Dmitri Jurowski und dem Regisseur David Bösch stellen sich gleich zwei Künstler erstmals dem Dresdner Publikum vor. David Bösch gehört zu den führenden Regisseuren seiner Generation und ist sowohl in der Oper als auch im Schauspiel zuhause. Mit Dmitri Jurowski ist der jüngste Vertreter einer berühmten russischen Musikerdynastie in Dresden zu Gast. Seit 2005 arbeitet Jurowski als Dirigent sowohl im Opern- als auch im symphonischen Repertoire mit renommierten Orchestern auf der ganzen Welt. Das Bühnenbild zu Die tote Stadt entwirft Patrick Bannwart, die Kostüme stammen von Falko Herold.

In der Rolle des Paul ist Burkhardt Fritz zu erleben, Manuela Uhl ist Marietta, Christoph Pohl verkörpert die Rollen des Frank und Fritz und Christa Mayer gibt die Partie der Brigitta. Es singt der Sächsische Staatsopernchor Dresden. Es spielt die Sächsische Staatskapelle Dresden.PMSeDr

Am 16. Dezember 2017 wird die Belcanto-Oper an der Semperoper ihre Premiere erleben, Beginn 18 Uhr. Eine Premierenkostprobe am 11. Dezember 18 Uhr gibt erste Einblicke in das Werk. Weitere Vorstellungen am 20.12.2017, 2.01.; 7.01.; 21.01.2018

—| Pressemeldung Semperoper Dresden |—

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