Stuttgart, Staatsoper Stuttgart, Der fliegende Holländer – Richard Wagner, 20.06.2019

Staatsoper Stuttgart

Oper Stuttgart ©Matthias Baus

Oper Stuttgart ©Matthias Baus

Der fliegende Holländer – Richard Wagner

„Treu Dir bis zum Tod!“

Vorstellungen 20. / 23. / 30. (nm) Juni 2019,  03. Juli 2019

Neu besetzt: Richard Wagners Der fliegende Holländer kehrt am 20. Juni 2019 auf die Stuttgarter Opernbühne zurück; David Afkham dirigiert

Ab Donnerstag, 20. Juni 2019, um 19 Uhr ist Richard Wagners Der fliegende Holländer in der Inszenierung von Calixto Bieito wieder auf der Stuttgarter Opernbühne zu erleben. Es dirigiert der aus Freiburg stammende David Afkham, der seit 2014 Chefdirigent des Spanischen Nationalorchesters in Madrid ist.

In der Titelpartie gibt John Lundgren sein Hausdebüt. Der schwedische Bariton sang diese Partie bereits bei den Bayreuther Festspielen. Weitere wichtige Engagements führten ihn zuletzt als Wotan im Ring des Nibelungen an das Royal Opera House Covent Garden und an die Hamburgische Staatsoper, als Jack Rance in Puccinis La Fanciulla del West an die Bayerische Staatsoper sowie als Graf Tomsky in Tschaikowskis Pique Dame an das Royal Opera House Covent Garden. Die ebenfalls aus Schweden stammende Sopranistin Elisabet Strid ist eine gefragte Interpretin der großen Strauss- und Wagner-Partien ihres Fachs. In Stuttgart gibt sie als Senta ihr Hausdebüt. Auch die weiteren Hauptpartien sind mit Ks. Liang Li (Donald), Ks. Matthias Klink (Georg) und Daniel Kluge (Steuermann) aus dem Solistenensemble der Staatsoper Stuttgart sowie Fiorella Hincapié (Mary) aus dem Internationalen Opernstudio der Staatsoper Stuttgart hochkarätig besetzt.

Gespielt wird die Pariser Urfassung aus dem Jahr 1841. In Wagners früher Oper wurde der Holländer von Satan selbst dazu verdammt, ruhelos auf den Weltmeeren zu kreuzen. Alle sieben Jahre darf er an Land, um eine Frau zu freien, die ihm Treue hält bis in den Tod. Calixto Bieito führt den Holländer aus der Hölle der ewigen Wiederkehr in die eiskalten Wasser egoistischer Berechnung. In der hyper-kapitalistischen Gesellschaft der Inszenierung gilt der Mensch nur so viel, wie er einbringt.

Vorstellungen 20. / 23. / 30. (nm) Juni 2019,  03. Juli 2019

Musikalische Leitung David Afkham, Regie Calixto Bieito, Choreographische Mitarbeit Lydia Steier, Bühne Susanne Gschwender, Rebecca Ringst, Kostüme Anna Eiermann
Licht Reinhard Traub, Dramaturgie Xavier Zuber,  Chor Manuel Pujol

Mit:  Donald Liang Li, Senta Elisabet Strid, Georg Matthias Klink, Mary Fiorella Hincapié, Der Steuermann Daniel Kluge, Der Holländer John Lundgren, Dämon Manni Laudenbach, Staatsopernchor Stuttgart, Zusatzchor der Oper Stuttgart (Geisterchor)
Staatsorchester Stuttgart

—| Pressemeldung Staatsoper Stuttgart |—

Dresden, Dresdner Staatskapelle, 4. Symphoniekonzert – Beethoven, Dvorák, IOCO Kritik, 19.12.2018

Dezember 19, 2018 by  
Filed under Hervorheben, Konzert, Kritiken, Sächsische Staatskapelle

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Sächsische Staatskapelle Dresden

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

4. Symphoniekonzert der Saison 2018/19

  Dresdner Staatskapelle – Brahms –  Haydn

Von Thomas Thielemann

Eigentlich waren wir für das 4. Symphoniekonzert der Saison 2018/19 der Staatskapelle auf die legendäre Interpretation der Geschwister Chung des D-Dur-Violinkonzerts von Johannes Brahms eingestimmt.

Das D-Dur-Violinkonzert von Johannes Brahms spielt die 1948 geborene Chung Kyung Wha inzwischen seit über 50 Jahren. Sie erklärt, dass es jedes Mal, wenn sie es anpacke ihr frischer, aufregender und erstaunlicher erscheint. Ihr fünf Jahre jüngerer Bruder Chung Myung-whun ist als Erster Gastdirigent der Staatskapelle in Dresden bestens eingeführt. Leider musste das koreanische Geschwisterpaar aus gesundheitlichen Gründen ihre Mitwirkung absagen, so dass an ihrer Stelle hoffnungsvolle junge Interpreten und mit einem geänderten Programm gewonnen wurden.

Dresdner Staatskapelle / 4. Symphoniekonzert der Dresdner Staatskapelle mit Dirigent David Afkham und Vilde Frang © Oliver Killig

Dresdner Staatskapelle / 4. Symphoniekonzert der Dresdner Staatskapelle mit Dirigent David Afkham und Vilde Frang © Oliver Killig

Der 1986 in Oslo geborenen Geigerin Vilde Frang hatte man mit dem Beethoven-Violinkonzert gewaltige Fußtapfen zur Beschreitung vorgegeben. Gehört das Konzert doch zu jenen Werken, die wir in sechzig Jahren Konzerthörens am häufigsten und von den hervorragendsten Interpreten dargeboten, erlebt hatten.

An erster Stelle natürlich das Menuhin-Konzert am 10. September 1981 mit dem Gewandhausorchester Leipzig und Kurt Masur. Das Konzert war dem 50. Jahrestag gewidmet, als der 15-jährige Yehudi Menuhin gemeinsam mit Bruno Walter sich im später zerbombten Gewandhaus mit eben diesem Konzert vorgestellt hatte.

Aber auch David und Igor Oistrach, Gidon Kremer, Leonidas Kavakos und viele Große und weniger Große der Zunft haben uns mit dem D-Dur Konzert für Violine und Orchester heftiger oder gedämpfter beeindruckt. Aber die Norwegerin nahm die Herausforderung an und erfreute mit einer beachtlichen Leistung.

 Dresdner Staatskapelle / 4. Symphoniekonzert der Dresdner Staatskapelle mit Dirigent David Afkham und hier Geigerin Vilde Frang © Oliver Killig

Dresdner Staatskapelle / 4. Symphoniekonzert der Dresdner Staatskapelle mit Dirigent David Afkham und hier Geigerin Vilde Frang © Oliver Killig

Mit schlanken, differenzierten Klängen nutzte sie den Einklang von Akustik des Semperoper-Raums und der Resonanz ihres Instruments, einer Geige von 1866 aus der Werkstatt von Jean Baptiste Vuillaume. Gleichsam intim, ohne Heldentum und Massivität verließ sie sich auf ihr musikalisches Gespür.

Da war schon eine ordentliche Erfahrung zu spüren, wie man eine Klangentfaltung meistert, wie der Raum die leisen Töne und wie sich der Nuancenreichtum im Beethovenschen Pianissimo bis an die Grenze zur Unhörbarkeit auch zur Geltung bringen lässt. Das war nicht jedermanns Geschmack, ragte aber auf jeden Fall, nicht zuletzt dank der Virtuosität der Geigerin, aus der Fülle der üblichen Beethoven-Interpretationen.

Das Orchester mit der Leitung des 1983 in Freiburg (Breisgau) in einer aus dem Iran stammenden Familie geborenen David Afkham umhüllte einfühlsam das zum Teil extrem zurück gehaltene Spiel der Solistin , stützte es aber, wo es angebracht war. Dabei gefielen vor allem die hervorragenden Holzbläser der Staatskapelle mit dem herausragenden Solo-Fagottisten Thomas Eberhardt.

Als Zugabe spielte Vilde Frang das „Lied der Deutschen“ aus den Kaiserhymnen von Joseph Haydn.

Für den zweiten Teil des Konzertes hatte sich David Afkham Antonin Dvoráks D-Moll-Symphonie Nr. 7 ausgewählt. Diese „böhmischste“ seine Symphonien verinnerlicht das Verlangen Antonin Dvoráks nach einem Nationalstaat. Folglich hatte der Komponist bevorzugt Volksmusik seiner Heimat als Ausdruck eines musikalischen Patriotismus verarbeitet. Entsprechend den Empfindungen seines Volkes lässt der Komponist tänzerische Rhythmen mit elegischen Stimmungen doch recht rasch wechseln.

Dresdner Staatskapelle / 4. Symphoniekonzert der Dresdner Staatskapelle - hier : Dirigent David Afkham © Oliver Killig

Dresdner Staatskapelle / 4. Symphoniekonzert der Dresdner Staatskapelle – hier : Dirigent David Afkham © Oliver Killig

David Afkham nutzt seine präzise Orchesterführung und deutliche Ansprache an das Orchester, um die Dynamik und die Modulationen aus der Partitur publikumswirksam auch umzusetzen. Allerdings einige Schattierungen und Phrasen hätte man sich ausgeprägter gewünscht. Besonders im poco Adagio hätten die Übergänge Voraussetzungen für eine individuelle Gestaltung gegeben. Das Scherzo und das Finale wurden mit einer nahezu ausgewogenen Orchesterführung bewältigt. Lediglich dominierten im Finale die Streicher und überdeckten streckenweise die Wirkung der Holzbläser.

Trotz dieser Kritik ist anzuerkennen, dass David Afkham ein hochbegabter Orchesterführer mit deutlicher Schlagtechnik ist, der auch präzise mit dem Orchester arbeitete. In dieser Konzertreihe der Sächsischen Staatskapelle vergleicht man jedoch mit Orchesterleitern großen Formats wie Christian Thielemann, Herbert Blomstedt,  Christoph Eschenbach, Danielle Gatti und eben Myung–Whun Chung.

Alle drei Konzerte waren, nicht zuletzt dank des verwöhnten Dresdner Abonnenten-Publikums ausverkauft und es wurde auch heftig applaudiert.

—| Pressemeldung Sächsische Staatskapelle Dresden |—