München, Staatstheater am Gärtnerplatz, Spielzeitpremiere Die lustige Witwe, 20.11.2019


Staatstheater am Gärtnerplatz München

Gärtnerplatztheater © Christian POGO Zach

Gärtnerplatztheater © Christian POGO Zach

Franz Lehárs »Die lustige Witwe« zählt nach wie vor zu den beliebtesten Operetten. Das Staatstheater am Gärtnerplatz spielt das Werk in der Inszenierung von Staatsintendant Josef E. Köpplinger wieder ab dem 20. November 2019.

Staatstheater am Gärtnerplatz / Die lustige Witwe - Sophie Mitterhuber (Valencinenne), Maximilian Mayer (Camille de Rossillon), Adam Cooper (Der Tod) © Marie-Laure Briane

Staatstheater am Gärtnerplatz / Die lustige Witwe – Sophie Mitterhuber (Valencinenne), Maximilian Mayer (Camille de Rossillon), Adam Cooper (Der Tod) © Marie-Laure Briane

Spielzeitpremiere von DIE LUSTIGE WITWE am Staatstheater am Gärtnerplatz

Um die klammen Kassen des in finanzielle Schieflage geratenen Operetten-Staats Pontevedro zu sanieren, veranstaltet der pontevedrinische Gesandte Baron Zeta in Paris ein rauschendes Fest mit dem Hintergedanken, auf diesem Weg die letzten finanziellen Privatreserven für das Vaterland zu retten. Denn der drohende Staatsbankrott scheint nur noch durch eine Heirat der millionenschweren pontevedrinischen Witwe Hanna Glawari mit einem Landsmann abwendbar.

Mit der Uraufführung von Franz Lehárs »Die lustige Witwe« am 30. Dezember 1905 erlebte die Ära der »silbernen Operette« ihren Glanz- und Höhepunkt. Noch heute zählt das Werk zu den beliebtesten Stücken des Genres.

Musik von Franz Lehár
Libretto von Victor Léon und Leo Stein
nach dem Lustspiel »L?Attaché d?ambassade« von Henri Meilhac in der Übersetzung als »Der Gesandtschafts-Attaché« von Alexander Bergen

Musikalische Leitung: Michael Brandstätter I Regie: Josef E. Köpplinger I Choreografie: Adam Cooper I Bühne: Rainer Sinell I Kostüme: Alfred Mayerhofer I Licht: Michael Heidinger I Choreinstudierung: Felix Meybier I Dramaturgie: Daniel C. Schindler

Besetzung
Baron Mirko Zeta: Erwin Windegger / Hans Gröning
Valencienne, seine Frau: Sophie Mitterhuber
Graf Danilo Danilowitsch: Daniel Prohaska
Hanna Glawari: Camille Schnoor
Camille de Rosillon: Lucian Krasznec / Maximilian Mayer
Vicomte Cascada: Peter Neustifter
Raoul de St. Brioche: Juan Carlos Falcón
Bogdanowitsch: Maximilian Berling
Sylviane, seine Frau: Valentina Stadler
Kromow: Frank Berg
Olga, seine Frau: Ann-Katrin Naidu
Pritschitsch: Holger Ohlmann
Praskowia, seine Frau: Dagmar Hellberg
Njegus: Sigrid Hauser
Der Tod: James Nix

Chor und Ballett des Staatstheaters am Gärtnerplatz
Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz

Spielzeitpremiere: 20. November 2019
Weitere Vorstellungen:
22. November
14./15. Dezember
5./6. Januar

Altersempfehlung ab 12 Jahren

Preise: 4 bis 78 Euro
Tickets unter Tel 089 2185 1960 oder www.gaertnerplatztheater.de

—| Pressemeldung Staatstheater am Gärtnerplatz |—

München, Gärtnerplatz Theater, Spielplan Juli 2019


Staatstheater am Gärtnerplatz München

Gärtnerplatztheater © Christian POGO Zach

Gärtnerplatztheater © Christian POGO Zach

Spielplan Juli 2019

Die Reihe »Sinfonische Lyrik« wird am 19. Juli mit der FAUST-SINFONIE von Franz Liszt im Gärtnerplatztheater fortgesetzt. Ergänzt durch Texte von Christopher Marlowe, Johann Wolfgang von Goethe und Nikolaus Lenau – rezitiert von Michael Dangl – präsentiert das Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz unter der musikalischen Leitung von Chefdirigent Anthony Bramall diesen viel zu wenig beachteten musikalischen Beitrag zur Faustrezeption. Faust, Gretchen und Mephistopheles werden dabei zu klingenden Gestalten. Ernst, romantisch und rauschhaft beleben sie den alten Mythos mit neuer Kraft.

Am 2., 9., und 15. Juli ist die neue Episode der kultigen Dancesoap MINUTEMADE des Balletts des Staatstheaters am Gärtnerplatz auf der Studiobühne des Gärtnerplatztheaters und im Carl-Orff-Saal des Gasteig zu erleben. Die Choreografen Andonis Foniadakis, Iván Pérez, Lukas Timulak und Jeroen Verbruggen stellen sich in dieser Saison der Herausforderung innerhalb von nur einer Woche Probenzeit ein neues Stück zu kreieren, das genau dort weitermacht, wo sein Vorgänger beim letzten Mal aufgehört hat.

Am 4. Juli feiert die Produktion des Jungen Gärtnerplatztheaters FRIDA KAHLO Premiere auf der Studiobühne des Gärtnerplatztheaters. Unter der musikalischen Leitung von Bettina Ostermeier und in der Regie von Susanne Schemschies widmet sich die Gärtnerplatz Jugend der mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo. Die Jugendlichen haben auch dieses Jahr das Musiktheaterstück selbst geschrieben und erarbeitet.

Die vom Publikum gefeierte Uraufführung der Oper LILIOM steht vom 6. bis 14. Juli auf dem Spielplan des Gärtnerplatztheaters. Die österreichische Komponistin Johanna Doderer verwandelte zusammen mit Staatsintendant Josef E. Köpplinger Ferenc Molnárs legendäre Vorstadtlegende erstmalig in eine Oper. Unter der musikalischen Leitung von Michael Brandstätter und in der Regie von Josef E. Köpplinger erleben Sie in den Hauptrollen Daniel Prohaska als Liliom, Camille Schnoor als Julie und Angelika Kirchschlager als Frau Muskat.

Das frenetisch bejubelte Musical PRISCILLA – KÖNIGIN DER WÜSTE von Stephan Elliott und Allan Scott mit den Discohits der 70er und 80er ist ab 15. Juli wieder zurück im Gärtnerplatztheater. Basierend auf dem gleichnamigen, fulminanten Kinoerfolg erzählt »Priscilla – Königin der Wüste« die packende, zu Herzen gehende Geschichte von drei Freunden aus dem Traviestiekünstler-Milieu, die sich gemeinsam auf die Reise ihres Lebens in einem abgetakelten alten Bus namens »Priscilla« quer durchs australische Outback machen – und am Ende mehr gewinnen, als sie sich jemals zu träumen gewagt hatten.

Zum Abschluss der Saison am 25. Juli  präsentiert das Gärtnerplatztheater FINALISSIMO nach dem Motto »Das Beste zum Schluss!«. Solistinnen und Solisten, der Chor, das Ballett und das Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz zeigen noch einmal die Höhepunkte der vergangenen elf Monate aus Oper, Operette, Musical und Tanz unter der musikalischen Leitung von Anthony Bramall, Michael Brandstätter und Andreas Kowalewitz. Staatsintendant Josef E. Köpplinger wird den Abend moderieren. Feiern Sie gemeinsam mit uns und unseren Künstlerinnen und Künstlern das Ende der Spielzeit und tanken Sie Melodien für die Sommerpause, bis es im September dann wieder heißt: »Vorhang auf!«

Im Repertoire zeigen wir Giacomo Puccinis Oper LA BOHÈME, das Musical MY FAIR LADY von Frederick Loewe und das Expeditionsballett ATLANTIS von Ballettdirektor Karl Alfred Schreiner.


SINFONISCHE LYRIK
FAUST-SINFONIE
von Franz Liszt
mit Texten von Christopher Marlowe, Johann Wolfgang von Goethe, Nikolaus Lenau u.a.
Dirigat: Anthony Bramall
Rezitation: Michael Dangl
Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz
19. Juli 2019


Uraufführung
MINUTEMADE
Die wöchentliche Dancesoap des Gärtnerplatztheaters
Choreografie: Andonis Foniadakis / Iván Pérez / Lukas Timulak / Jeroen Verbruggen
Ballett des Staatstheaters am Gärtnerplatz
ACT ONE 2. Juli 2019 Studio Gärtnerplatztheater
ACT TWO 9. Juli 2019 Carl-Orff-Saal, Gasteig
ACT THREE 15. Juli 2019 Carl-Orff-Saal, Gasteig


JUNGES GÄRTNERPLATZTHEATER
Premiere
FRIDA KAHLO
Eine Produktion der Gärtnerplatz Jugend
Musikalische Leitung: Bettina Ostermeier
Regie: Susanne Schemschies
Choreografie: Roberta Pisu
Bühne und Kostüme: Stephanie Thurmair
Mit der Gärtnerplatz Jugend
Premiere am 04. Juli 2019


Wiederaufnahme
LILIOM
Oper
Musik von Johanna Doderer | Libretto von Josef E. Köpplinger
Frei nach dem Bühnenstück »Liliom« von Ferenc Molnár
Auftragswerk des Staatstheaters am Gärtnerplatz
In deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln
Musikalische Leitung: Michael Brandstätter | Regie: Josef E. Köpplinger
Bühne: Rainer Sinell | Kostüme: Alfred Mayerhofer
Licht: Josef E. Köpplinger, Michael Heidinger | Video: Meike Ebert, Raphael Kurig
Choreinstudierung: Felix Meybier | Dramaturgie: Michael Alexander Rinz
Mit: Daniel Prohaska, Camille Schnoor, Cornelia Zink, Angelika Kirchschlager, Matija Mei?,
Jasmina Sakr, Dagmar Hellberg, Christoph Filler, Holger Ohlmann, Juan Carlos Falcón,
Christoph Seidl, Peter Neustifter, Martin Hausberg, Erwin Windegger, Alexandros
Tsilogiannis, Holger Ohlmann
Chor, Kinderchor und Statisterie des Staatstheaters am Gärtnerplatz,
Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz
ab 6. Juli 2019
zum letzten Mal am 14.07.2019


Wiederaufnahme
PRISCILLA – KÖNIGIN DER WÜSTE
Musical
Buch von Stephan Elliott und Allan Scott
Nach dem Kinofilm von Latent Image / Specific Films
In Zusammenarbeit mit Nullarbor Productions und MGM On Stage und outside eye Wien
Mit den Discohits der 70er und 80er
Musikalische Arrangements und Orchestration von Stephen ›Spud‹ Murphy
Für die Bühne entwickelt von Simon Phillips | Deutsch von Michael Alexander Rinz
In Kooperation mit dem Theater St. Gallen
In deutscher Sprache. Songs in englischer Originalsprache
Musikalische Leitung: Jeff Frohner | Regie: Gil Mehmert | Choreografie: Melissa King
Bühne: Jens Kilian | Kostüme: Alfred Mayerhofer | Licht: Michael Heidinger
Video: Meike Ebert | Dramaturgie: Michael Alexander Rinz
Mit: Armin Kahl, Erwin Windegger, Terry Alfaro, Alex Frei, Frank Berg, Jasper Baumann /
Clemens von Bechtolsheim / Matthias Thomas, Katharina Lochmann / Tanja Schön, Dorina
Garuci, Jessica Kessler, Amber Schoop, Marides Lazo, Angelika Sedlmeier, Eric
Rentmeister, Jurriaan Bles, Karim Ben Mansur / David Eisinger, Andreas Nützl, Adriano
Sanzò, Alan Byland, John Baldoz, Rachel Marshall, Susanne Seimel, Samantha Turton
Orchester des Staatstheaters

ab 15. Juli 2019


KONZERT
»Finalissimo«
Dirigat: Anthony Bramall, Michael Brandstätter, Andreas Kowalewitz
Moderation: Josef E. Köpplinger
Staging: Lukas Wachernig
Solist/innen: Mária Celeng, Juan Carlos Falcón, Martin Hausberg, Mathias Hausmann,
Lucian Krasznec, Frances Lucey, Maximilian Mayer, Matija Mei?, Maximilian Berling, Sophie
Mitterhuber, Ann-Katrin Naidu, Jennifer O’Loughlin, Holger Ohlmann, Elaine Ortiz Arandes,
Levente Páll, Gyula Rab, Christoph Seidl, Timos Sirlantzis, Valentina Stadler, Ilia Staple,
Anna-Katharina Tonauer, Alexandros Tsilogiannis
Ballett und Chor des Staatstheaters am Gärtnerplatz
Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz
25. Juli 2019


Repertoire


ATLANTIS
Ballett von Karl Alfred Schreiner

LA BOHÈME
Oper von Giacomo Puccini

MY FAIR LADY
Musical von Frederick Loewe


Juli 2019


Di 02.07. Uraufführung
MINUTEMADE
Die wöchentliche Dancesoap des Gärtnerplatztheaters
21.00
Studiobühne


Do 04.07 Premiere
FRIDA KAHLO
Gärtnerplatz Jugend
19.30
Studiobühn


Fr 05.07 FRIDA KAHLO
Gärtnerplatz Jugend
19.30
Studiobühn


Sa 06.07 Spielzeitpremiere
LILIOM
Oper
19.30

FRIDA KAHLO
Gärtnerplatz Jugend
15.00
Studiobühne


So 07.07 ATLANTIS
Expeditionsballett
18.00


Di 09.07 Uraufführung
MINUTEMADE
Die wöchentliche Dancesoap des Gärtnerplatztheaters
21.00
Carl-Orff-Saal, Gasteig


Mi 10.07. LILIOM
Oper
19.30


Do 11.07 LA BOHÈME
Oper
19.30


Fr 12.07. LILIOM
Oper
19.30


Sa 13.07 LA BOHÈME
Oper
19.30


So 14.07. LILIOM
Oper
18.00


Mo 15.07. Spielzeitpremiere
PRISCILLA – KÖNIGIN DER WÜSTE
Musical
19.30

Uraufführung
MINUTEMADE
Die wöchentliche Dancesoap des Gärtnerplatztheaters
21.00
Carl-Orff-Saal, Gasteig


Di 16.07. PRISCILLA – KÖNIGIN DER WÜSTE
Musical
19.30


Mi 17.07. PRISCILLA – KÖNIGIN DER WÜSTE
Musical
19.30


Do 18.07. LA BOHÈME
Oper
19.30


Fr. 19.07 »FAUST-SINFONIE«
Sinfonische Lyrik
19.30


Sa 20.07. MY FAIR LADY
Musical
19.30


So 21.07 MY FAIR LADY
Musical


Mo 22.07. PRISCILLA – KÖNIGIN DER WÜSTE
Musical
19.30


Di 23.07. PRISCILLA – KÖNIGIN DER WÜSTE
Musical
19.30


Mi 24.07 PRISCILLA – KÖNIGIN DER WÜSTE
Musical
19.30


Do 25.07. Konzert
FINALISSIMO
Das Beste kommt zum Schluss
20.30


Ende der Spielzeit 2018|2019
Beginn der Spielzeit 2019|2020 am 14. September

 

—| IOCO Kritik Staatstheater am Gärtnerplatz |—

München, Theater am Gärtnerplatz, Im weißen Rössl – Erik Charell, IOCO Kritik, 28.03.2019


Staatstheater am Gärtnerplatz München

Gärtnerplatztheater © Christian POGO Zach

Gärtnerplatztheater © Christian POGO Zach

Im weißen Rössl  – Erik Charell

Die Urfassung – Jazz und Schlager durchsetzt – NEU nach 80 Jahren

von Daniela Zimmermann

So österreichisch es klingt, die Wurzeln des Weißen Rössl liegen tatsächlich in Berlin; in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts. Nach dem ersten Weltkrieg und der Abschaffung der Monarchie entwickelte sich ein anderes, neues Lebensgefühl. Man wollte sich wieder des Lebens freuen können, Spaß haben, sich amüsieren. Herr über das damalige Berliner Große Schauspielhaus mit 3.500 Plätzen war  Erik Charell, 1894 – 1974, der die Revue,  die  Revueoperette beflügelte und 1930 mit Das weiße Rössl auf Anhieb einen weltweiten Sensationserfolg schaffte. Bis heute belebt diese Operette mit ihrer erfrischenden Mischung aus Operette, Theater und Revue ein breites Publikum auf allen Kontinenten.

Die ins Herz gehende und schmissige Musik stammt von Ralph Benatzky, die mitreißenden Liedertexte von Robert Gilbert.  Erik Charell hatte ein Gespür für die damalige Zeit und für die Wünsche seines Publikums: Die Operette, Das weiße Rössl, war sein Auftragswerk, welchem das gleichnamige Alt-Berliner Lustspiel von Oskar Blumenthal und Gustav Kadelburg als Vorlage diente; ein Lustspiel entstanden 1896 in der Nähe von Bad Ischl mit Anleihen bei Carlo Goldoni, 1707 – 1793; bei einem Urlaub, den Oskar Blumenthal damals dort machte. 1960 wurde Das weiße Rössl verfilmt mit Peter Alexander.

2012 wurde Das weiße Rössl, als Debut von Josef Köpplinger für das Theater am Gärtnerplatz, auf der Ersatzspielbühne im Deutschen Theater im Zelt in Fröttmaning neu inszeniert. Jetzt erst, 2019, wird die Operette erstmals im eigenen Haus, im Staatstheater am Gärtnerplatz aufgeführt.

Im weißen Rössl  –  Erik  Charell
youtube Trailer des Staatstheater am Gärtnerplatz
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Joseph Köpplinger ist Österreicher; seine Inszenierung am Gärtnerplatztheater zieht alle Register der österreichischen Sommerfrische: Nächster Urlaub am Wolfgangsee!  Auch das Berlinerische kommt nicht zu kurz, wenn der Trikotagen Fabrikant (Erwin Windegger) von der Ostsee schwärmt und das bitte, im Urlaub  am schönen Wolfgangsee: Diese Sprachschmankerl sind wunderbar, pointiert komödiantisch herausgearbeitet, große Unterhaltung. Alles kommt so in Köpplingers Inszenierung zusammen: feinfühliger Humor, dazu Gefühl und Liebe wie klamaukiger Kitsch: Die wesentlichen Ingredienzien einer packenden Operette.

Michael Brandstädter spielt mit dem Orchester des Gärtnerplatztheaters lebendig auf. Es ist sein Abend, in der vor 80 Jahren geschaffenen Urfassung gespielt etwas jazzig, mit vielen Schlagern aber doch gefühlvoll. Mit Tempo verzaubert Brandstädter mit den so populären Lieder, ihrem Frohsinn und Charme  das Publikum.

Für alpenländliches Urlaubsgefühl sorgt das Bühnenbild von Rainer Sinell, der auch die Kostüme kreierte. Österreichische Tracht und Berliner Schick der 20er Jahre: dies allein hat schon seinen besonderen Reiz. Ein schiefhängendes großes Bild im Bühnenhintergrund zeigt beständig buntes Alpenpanorama. Vor diesem Bild wird geschuhplattelt und gejodelt (Choreographie Frank-Oliver Weißmann). Nicht zu vergessen die Blaskapelle, die Wandergruppen und  die herrliche Bestuhlung des Gastgartens des Weißen Rössl: bei belegten Brötchen gab es dort einen schräg kitschigen Blick auf den von Wellen bewegten See und die Berge. Um das einmalig schöne Balkonzimmer streiten sich die Gäste lauthals. Letztlich bekommt das Zimmer … Wer? Natürlich der Kaiser. Der blaue Himmel wird dann vom Schnürlregen abgelöst. Gießkannen demonstrieren den Schnürlregen, den es –  alle Welt weiß es – nur und oft im Salzkammergut gibt..

Staatstheater am Gärtnerplatz / Im weissen Rössl - hier : Zahlkellner Leopold und Rössl Wirtin Josepha © Thomas Dashuber

Staatstheater am Gärtnerplatz / Im weissen Rössl – hier : Zahlkellner Leopold und Rössl Wirtin Josepha © Thomas Dashuber

Aber erst einmal geht es mit dem Bus und der richtig schwäbisch sprechenden Reiseleiterin, Dagmar Hellberg, deren englische Erklärungen natürlich köstlich amüsant sind, auf die große Fahrt ins Salzkammergut. Im Gasthaus zum weißen Rössl, schmachtet Zahlkellner Leopold, Daniel Prohaska,: „Es muss, was Wunderbares sein, von Dir geliebt zu werden“!  um seine Chefin Josepha, Sigrid Hauser. Daniela Prohaskas klare schöne Tenorstimme ist für diese Partie eine ideale Besetzung. Die fesche, resolute und etwas barsch wirkende Chefin aber hat den jungen Rechtsanwalt, Dr. Siedler, aus Berlin kommend und Stammgast, (Maximilian Meyer), im Kopf. Sigrid Hauser ist ist nicht nur wunderbare Wirtin; mit feinen hohen Sopran lässt sie zarte Gefühle durchschimmern; und unterstützt dabei auch den österreichischen Folklore Gesang.

Staatstheater am Gärtnerplatz / Im weissen Rössl - hier . Klärchen und Sigismund © Thomas Dashuber

Staatstheater am Gärtnerplatz / Im weissen Rössl – hier . Klärchen und Sigismund © Thomas Dashuber

Berlin ist stets präsent in dieser Operette: Viele Gäste kommen aus Berlin, aus dem voll besetztem Reisebus, auch Dr. Giesecke mit seiner hübschen Tochter Ottilie (Iva Shell), die dem Sonnyboy Dr. Siedler nur allzu gut gefällt. Aus Sangershausen reist der schöne Sigismund an, Fabrikantensohn, der sich spontan in das lispelnde Klärchen verliebt. „Was kann der Sigismund dafür, dass er so schön ist“, kann man da noch widerstehen? Klärchen ist Tochter des sparsamen und armen Privatgelehrten Prof. Dr. Hinzelmann, (Wolfgang Krasnitzer). Allein die Wirtin zeigt sich Leopold gegenüber noch immer spröde, aber da kommt der Kaiser, ganz persönlich und hilft schließlich den Beiden zu ihrem Liebesglück. So finden drei glückliche Paare zueinander.

Ankunft und Ansprache des Kaisers mit Federhaube, ist natürlich ein Höhepunkt. Kaiser Franz Josef: es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut“, das geht zu Herzen. Sehr würdevoll und echt gespielt von Wolfgang Hübsch. Natürlich ist auch diese Ankunft ein folkloristisches Highlight. Felix Meyerbier schuf dazu die schräg humorige  Choreografie. Der Chor, das Volk bejubeln Ihre Majestät und sind stets sehr präsent im lebendigen Operettengeschehen auf der Bühne

Natürlich begeistert zum guten Schluss das Ballett durch eine komödiantische Revue mit tanzenden, glücklichen Kühe und dem Schmetterling als Liebessymbol. Mein Liebeslied muss ein Walzer sein“, Österreich, wie es liebt und lebt. Ohne Zahlkellner geht kein Gastgewerbe und so bekommt, das glückliche Ende abschließend, Leopold erhät von Josepha schließlich einen Chefvertrag auf Lebenszeiten.

Das überraschend glückliche Ende der Operette wird vom erneut ausverkauften Haus ebenso froh und wohlgemut gefeiert

Im weißen Rössl am …  Gärtnerplatztheater; die weiteren Termine 11.5.; 12.5.2019

—| IOCO Kritik Staatstheater am Gärtnerplatz |—

München, Theater am Gärtnerplatz, Die Lustige Witwe – Franz Lehár, IOCO Kritik, 05.02.2019


Staatstheater am Gärtnerplatz München

Gärtnerplatztheater © Christian POGO Zach

Gärtnerplatztheater © Christian POGO Zach

Die lustige Witwe  –  Franz Lehár

Die Operette ist nur Folie des Lebens – Der Tod  ist immer dabei

von Daniela Zimmermann

Franz Lehár - Stadtpark von Wien © IOCO

Franz Lehár – Stadtpark von Wien © IOCO

1905 war die gefeierte Uraufführung der Lustigen Witwe von Franz Lehár im Theater an der Wien, bereits 1906 fand die erste Vorstellung am Gärtnerplatztheater statt. Damals wie heute ist die Operette weltweit sehr beliebt. Zur 200. Aufführung 1907 stand  Franz Lehar persönlich am Pult.  Für Johannes Heesters wurde die Partie des Grafen Danilo Danilowitsch ab Sylvester 1938, häufig in München und anderswo, bis 1983 zu seiner Lieblingspartie. Über 1.600 Mal sang er sie in dieser Zeit.

Zwölf eigene Inszenierungen der Lustigen Witwe wurden bisher am Gärtnerplatztheater produziert. Intendant Josef E. Köpplinger eröffnete 2017, nach der jahrelangen kräftezehrenden Restaurierung des Hauses, das neuen Haus mit der eigenen, der 12. Inszenierung der Lustigen Witwe. Doch diese 12. Inszenierung ist  ungewöhnlich, verbindet sie doch die so menschlich humorigen Züge von Lehárs Operette mit Tod, Untergang, Verfall, mit düsterem Ende.

Die lustige Witwe   –  Franz Lehár
youtube Video des Gärtnerplatztheaters
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Seit 1905, in all den Jahren, hat Die lustige Witwe nichts eingebüßt von ihrer Beliebtheit. Sie ist sexy, frech frivol und witzig. Historisch aufwendige Kostüme, aus dem Fin de Siecle (Alfred Mayerhofer) geben Inszenierung passendes Operetten-Flair. Das Bühnenbild, alle Handlung ist in einen blinkenden, goldenen Rahmen gepackt, gestaltete Rainer Sinell.

Köpplinger zeichnet  in dieser Inszenierung das Jahr 1914, das Vorfeld des ersten Weltkrieges. Der Tod, der Ausdruck von Vergänglichkeit, Strippenzieher des Elends begleitet die Handlung beständig, choreographiert und getanzt von Adam Cooper: ganz in schwarz mit Glatze und im langen Soldatenmantel. Der Tod ist auf der Bühne allgegenwärtig; er begleitet Lebende und  Liebende, arrangiert das Zueinanderfinden von Paaren oder deren Trennung; der Tod dirigiert das Leben, die Menschen; er gibt die  Richtung vor. Die Operette, hier Die lustige Witwe, so Köpplinger zu seiner Inszenierung, ist nur Folie für das wahre, echte Leben, welches im Gärtnerplatztheater allerdings, wesensfremd,  wenig froh endet.

Österreichischen Schmäh verbunden mit Charme und Intrige, etwas Sozialkritik, Ballnächte im Walzertakt, faszinierende Eleganz: nicht nur der Damen, sondern auch der Herren, alles das bietet die Inszenierung der Parade-Operette von Franz Lehár trotzdem.

Die lustige Witwe  –  Einführung – Regisseur Josef E Köpplinger
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Das verarmte Vaterland Pontevedro muss finanziell gerettet werden, und das ist nur möglich, wenn die steinreiche Witwe Hanna Glawari einen Landsmann heiratet. Camille Schnoor singt perfekt in lyrisch betörenden Höhen und spielt glamourös die reiche Witwe, die aber genau weiß, was sie will, nämlich Graf Danilo Danowitsch. Den Grafen singt  mit sicherem Tenor, und mit betörendem Charme spielend, Daniel Prohaska. Seine Bühnenpräsenz ist mitreizend. Beide, Hanna und Graf, waren zuvor schon einmal ein  Paar, aber arm und nicht aristokratisch; doch  wollte die Familie des Grafen nicht mitspielen. Als reiche Witwe sieht alles anders aus; die starken Gefühle füreinander sind bei beiden noch vorhanden

Aber da gibt es noch Camille de Rosillon, Danilos Nebenbuhler, mit kräftigem Tenor gesungen von Maximilian Mayer, mit dem Hanna sich mal eben kurz verlobt, nur um Danilos Eifersucht anzustacheln. Rosillon jedoch verehrt die junge Frau des Barons, Valencienne, gesungen von Jasmine Sakr. Zu Ehren der Witwe wird gefeiert, es wird getanzt und gesungen und der Chor des Gärtnerplatztheaters ist wie immer vielseitig im Spiel und Tanz und trägt immens zur guten Laune Stimmung bei. Dazu das Ballett, das ebenfalls tanzend mitwirbelt. Die Stimmung wird auch angeheizt durch das rasante Tempo der mitreizenden Musik.

Gärtnerplatztheater / Die lustige Witwe - hier : Hanna Glawari mit Ensemble © Marie-Laure Briane

Gärtnerplatztheater / Die lustige Witwe – hier : Hanna Glawari mit Ensemble © Marie-Laure Briane

Eine besondere Rolle spielt der Njegus; Sigrid Hauser ist das Naturtalent, die humorig zwischen den Geschlechtern hin und her pendelt, und mit einer kleinen aber hinreißenden Travestieshow-Einlage alle Aufmerksamkeit des Publikums auf sich zieht.

Hanna zaubert aus einem Saal ihres Palais das berühmte Nachtlokal Maxim und bittet dort zum Tanz. Es geht um Liebe und Geld, Rosillon ist nicht aus Pontevedro, aber es muss unbedingt ein echter Landsmann sein. Danilo wäre einer, und beide lieben sich, aber das viele Geld wirkt beklemmend trennend für den Grafen Danilo. Hanna weiß zum Happy-End eine Lösung.

Das „Happy“-End in Köpplingers Inszenierung ist wenig operettenhaft eher dramatisch: Hanna und Graf Danilo versöhnen sich. Doch dann fällt ein Schuss, Nebel steigt auf, der Beginn eines Krieges wird angezeigt; Tod, der Weltkrieg Verfall der Epoche steigen auf. Der Tod, nun mit Flügeln, nimmt Hanna Gawari  in seine Arme, entschwindet im Nebel. Schweigen.

Die Lustige Witwe am Gärtnerplatztheater;  weiteren Vorstellungen sind für die Spielzeit  2018/19 nicht mehr geplant.

—| IOCO Kritik Staatstheater am Gärtnerplatz |—

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