Schwerin, Mecklenburgisches Staatstheater, Die tote Stadt – Erich W. Korngold, 03.04.2020

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Mecklenburgisches Staatstheater

Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin © Silke Winkler

Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin © Silke Winkler

 DIE TOTE STADT  –  Erich Wolfgang Korngold

Premiere 03.04.2020 um 19.30 Uhr 

Was ist Traum, was Realität? Erich Wolfgang Korngolds Oper lässt die Grenzen dazwischen mehr und mehr verschwimmen. Paul lebt ganz in seinen Erinnerungen und trauert um seine verstorbene Gattin Marie – bis die Tänzerin Marietta auftaucht, die der Toten bis aufs Haar zu gleichen scheint. Immer mehr macht Paul sie zum Spiegelbild seiner toten Frau, real erlebte Traumwelt und traumatisch empfundene Lebenswirklichkeit überlagern sich.

Gerade einmal 23 Jahre alt war der Komponist Erich Wolfgang Korngold als er die Musik mit ihren spätromantischen Klangwelten und ihrer filmisch anmutenden Atmosphäre schrieb (Uraufführung: 1920 in Köln und Hamburg). Aufgrund der politischen Lage in Österreich siedelte Korngold 1934 in die USA um und begann, Filmmusik in Hollywood zu schreiben, wo er neue Maßstäbe setzte. Trotz seines Erfolgs geriet er nach seinem Tod 1957 weitgehend in Vergessenheit bis sein Werk mit einer Neuauflage 1972 eine Renaissance erlebte.

Premiere  am 03.04.2020  19.30 Uhr

DIE TOTE STADT   –  Oper von Erich Wolfgang Korngold

Musikalische Leitung Daniel Huppert, Inszenierung Toni Burkhardt, Bühnenbild Wolfgang Kurima Rauschning, Kostüme Adriana Mortelliti, Choreinstudierung Daniel Kirchmann, Dramaturgie Marc Steinbach

Mit    Paul Zurab Zurabishvili, Marietta, Tänzerin Karen Leiber, Die Erscheinung Mariens,
Pauls verstorbener Gattin Karen Leiber, Frank, Pauls Freund Yoontaek Rhim, Brigitta, bei Paul Itziar Lesaka, Juliette, Tänzerin Katrin Hübner, Lucienne, Tänzerin Annika Westlund
Gaston, Tänzer David Reichert, Victorin, der Regisseur Paul Kroeger, Fritz, der Pierrot Cornelius Lewenberg, Graf Albert Christian Hees

Opernchor, Extra-Chor, Kinderchor, Statisterie des Mecklenburgischen
Staatstheaters, Mecklenburgische Staatskapelle Schwerin

—| Pressemeldung Mecklenburgisches Staatstheater |—

Schwerin, Mecklenburgisches Staatstheater, Premiere ORPHEO ED EURIDICE, 15.11.2019

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Mecklenburgisches Staatstheater

Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin © Silke Winkler

Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin © Silke Winkler

Premiere ORPHEO ED EURIDICE

 am 15. November 2019 im Großen Haus

Der mythische Sänger Orpheus kann den Tod von Eurydike nicht verwinden und beschließt, in die Unterwelt hinabzusteigen, um seine Geliebte wieder ins Leben zurückzuholen. Dies kann ihm – so lässt ihm Amor von Jupiter berichten – jedoch nur gelingen, wenn er es schafft, die Furien der Unterwelt mit seinem wohlklingenden Gesang zu besänftigen und Eurydike während der Rückkehr zu den Lebenden weder anzusehen noch mit ihr zu sprechen. Während Orpheus den ersten Teil der Prüfung mit Bravour erledigt, wird der zweite Teil dem leidenschaftlichen Liebespaar zum Verhängnis. Entsetzt von seinem abweisenden Verhalten, macht Eurydike ihrem geliebten Retter schwere Vorwürfe, denen dieser schließlich nicht besser zu begegnen weiß, als sie anzusehen und ihr von den Bedingungen Jupiters zu erzählen. Noch im selben Augenblick stirbt Eurydike ein zweites Mal – ein Schicksal, das nur noch durch den Gott der Liebe rückgängig gemacht werden kann.

Christoph Willibald Glucks Werk „Orfeo ed Euridice“ gilt als Meilenstein der Operngeschichte. Sie wird zu den sieben Opern (u. a.: „Alceste“, „Iphigénie en Tauride“) gezählt, mit denen der Komponist die verkrusteten Konventionen der barocken opera seria reformierte. Geleitet von dem Grundsatz „Einfachheit, Wahrheit und Natürlichkeit“ gelang es Gluck, von nun an einzig die dramatische Handlung ins Zentrum der Komposition zu stellen.

Christoph Willibald Glucks 1762 in Wien uraufgeführte Oper „Orfeo ed Euridice“ wird von Gastregisseur Stefano Giannetti als große, spartenübergreifende Produktion der Ballettcompagnie, des Musiktheater-Ensembles, des Opernchores (mit Unterstützung des Extrachores) und der Mecklenburgischen Staatskapelle Schwerin inszeniert. Stefano Giannetti stammt aus Italien und arbeitet derzeit als freischaffender Choreograph bei verschiedenen Compagnien und Theatern zuletzt unter anderem an der Bayerischen Staatsoper in München. Er studierte in Rom, Paris und Cannes und war als Tänzer am Hamburger Ballett (John Neumeier), am Basler Ballett (Heinz Spoerli), am London Festival Ballet (Peter Schaufuss), am Züricher Ballett (Uwe Scholz) und an der Deutschen Oper in Berlin engagiert. Er choreographierte unter anderem für das Hamburger Ballett, die Deutsche Oper Berlin, das Norwegische National Ballett, die National Dance Academy in Rom, das Ballett der Arena in Verona, das Miami Ballett Festival, das Finnische National Ballett und das Theater in Hof.

Giannetti arbeitetet außerdem erfolgreich mit den Regisseuren Götz Friedrich, Hans Neuenfels, Marta Domingo, Jürgen Rose, Grischa Asagaroff, Sven-Eric Bechtolf, Nicolas Joël zusammen. Er war Ballettmeister an der Semperoper Dresden unter Vladimir Derevianko, künstlerischer Leiter am Northern Ballet Theatre England, Ballettdirektor am Pfalztheater Kaiserslautern und gründete „Uomo Danza“ in Berlin, einem Zentrum, das sich auf das Training von männlichen Tänzern spezialisiert hat.

Ausgezeichnet wurde er 1981 mit dem „Premo Nazionale Danza“ und 1992
sowie 2000 mit dem Leonide Massine Preis.

Die Premiere findet am 15.11.2019 um 19.30 Uhr im Großen Haus statt.

ORFEO ED EURIDICE

Musikalische Leitung: Manfred Mayrhofer
Inszenierung und Choreographie: Stefano Giannetti
Ausstattung: Alexander J. Mudlagk
Projektionsdesign: Krischan Kriesten
Chor: Friedemann Braun / Daniel Kirchmann
Dramaturgie: Peter Larsen

Mit
Orfeo: Itziar Lesaka / Hanna Larissa Naujoks
Euridice: Felicitas Frische
Amore: Katrin Hübner

Ballettensemble des Mecklenurgischen Staatstheaters
Opernchor, Extra-Chor, Mecklenburgische Staatskapelle Schwerin

—| Pressemeldung Mecklenburgisches Staatstheater |—

Leipzig, Oper Leipzig, Tristan und Isolde – Richard Wagner, IOCO Kritik, 07.10.2019

Oktober 7, 2019 by  
Filed under Hervorheben, Kritiken, Oper, Oper Leipzig

Oper Leipzig

Oper Leipzig © Kirsten Nijhof

Oper Leipzig © Kirsten Nijhof

 Tristan und Isolde  – Richard Wagner

Enrico Lübbe, Chef des Schauspiel Leipzig, inszeniert Oper

von Thomas Thielemann

Warum fahren Wagner-Verrückte und Christian Tielemann-Verehrer aus Dresden zu Ulf Schirmers Tristan-Premiere zur Oper Leipzig?

Da wäre zunächst der Regisseur Enrico Lübbe, ansonsten Intendant des Theaters  Schauspiel Leipzig und damit Nachfolger des „Skandal -Regisseurs“ Sebastian Hartmann, meines Großneffen. Und es  war natürlich interessant,  wie uns die Tristan-Dirigate Ulf Schirmers nach zwei Bayreuth-Erlebnissen angreifen werden. Und außerdem waren wir gespannt, wie Daniel Kirch, dessen Siegfried uns in Chemnitz extrem begeistert hatte, den Tristan an der Oper Leipzig bewältigt.

Wäre ich unvorbereitet in die Premiere gekommen, so wäre ich sicher gewesen, dass als Regisseur ein Filmschaffender die Inszenierung zu verantworten habe. Aber, dank der Partnerschaft mit dem hochkreativen österreich-schweizerischen „Bühnenbildner“ Etienne Pluss und dem Co-Regisseur Torsten Buß, war ein faszinierendes Bühnenereignis entstanden. Ein simpler Lichtrahmen übernimmt als wesentlichstes Element die Aufgabe in der eigentlich klassischen Inszenierung, eine Abgrenzung der Protagonisten von der realen Welt vorzunehmen.

Tristan und Isolde – The making of ….
youtube Trailer de Oper Leipzig
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Die Bühne fesselte vom ersten Augenblick. Mit faszinierend wechselnden  Bildern einer Videoinstallation, der Drehbühne und den handelnden Personen wurde der Betrachter über einen grauen Schiffsfriedhof geführt, bis der Bilderlauf in der Kabine eines Seglers zur Ruhe kam. Für die erste  Szene der Isolde mit Brangäne, fast etwas ablenkend, um vom Vorspiel und dem Lied des jungen Seemanns nahtlos in die Handlung zu kommen. Die Video-Drehbühnenkombination erlaubt der Regie, die Besucher auf beliebige Plätze des Schiffes zu führen.

Mit dem zweiten Akt gelang Enrico Lübbe im schier  endlosen Liebesduett  jenen Rausch Richard Wagners am freien Flug seinem exzessiven Ausnahmezustand gerecht zu werden. Seine wechselnden Befindlichkeiten, das psychologisch eigentlich Unerklärbare, den Tag zur Ursache allen Übels zu erklären und die Nacht, den Tod als ultimatives Lebensziel zu beschwören, wurde mit raffinierter Bühnentechnik, dem Einsatz eines Double-Paares und einer partiell schwarzen Umgebung bewältigt, so dass die Wandlungen der Gefühlswelten mit dem Wechsel von Körpernähe und  -ferne auch bildhaft wurden.

Oper Leipzig / Tristan und Isolde - hier : Daniel Kirch als Tristan und Meagan Miller als Isolde © Tom Schulze

Oper Leipzig / Tristan und Isolde – hier : Daniel Kirch als Tristan und Meagan Miller als Isolde © Tom Schulze

Für den dritten Akt hatte Lübbe das Wrack eines verlassenen Schiffes gewählt und überließ einer Vielzahl Isolde- Statistinnen Tristans Fieberphantasien bildlich werden zulassen. Gefangen in der unerfüllten Todessehnsucht leben Isolde und Tristan weiter mit ihrem Wunsch im Tode vereint zu sein. Die Lichtgestaltung und die Videoinstallationen waren beeindruckend im Konzept umgesetzt. Die Kostüme der Linda Redlin waren als einzige Komponente der Arbeit Lübbes zeitübergreifend gestaltet.

 Isolde war die stimmstarke amerikanische Sopranistin Meagan Miller mit ihrem Sinn für dramatische Situationen. Ihre volle kräftige Stimme mit ihrer hervorragenden Höhe findet aber auch mezzopiano Stimmfarbeben, durchaus auch zynisch und selbstironisch. Sie weiß sich auf der Bühne zu bewegen und vermag die Ideen des Schauspiel-Spezialisten umsetzen.die

Oper Leipzig / Tristan und Isolde - hier : Barbara Kozelj als Brangäne und Meagan Miller als Isolde © Tom Schulze

Oper Leipzig / Tristan und Isolde – hier : Barbara Kozelj als Brangäne und Meagan Miller als Isolde © Tom Schulze

Der Tristan von Daniel Kirch enttäuschte die Erwartungen nicht; aber ein „großer“ Tristan ist er noch nicht. Da benötigt seine leicht brüchige Tenorstimme noch etwas Entwicklung, wenn ihn der durchsetzungsfähige Sopran der Amerikanerin  gelegentlich überstrahlt. Die Mezzosopranistin Barbara Kozelj aus Slowenien war als die Stimme der Vernunft als Brangäne eine  ideale Partnerin der Isolde auf Augenhöhe. Stimmlich mit Meagan Miller gut abgestimmt, bietet sie dank ihrer starken Präsenz ein echtes Erlebnis.

Der König Marke, mit dem Ensemble-Mitglied Sebastian Pilgrim bestens  besetzt, war von der Regie von vornherein als schwacher Herrscher und wenig sympathisch angelegt. Mit profundem sicher geführtem Bass bewältigte er seine Aufgabe, in die Psyche von Isolde und Tristan einzugreifen. Das Ensemblemitglied Matthias Stier, trifft als Melot  geifernd mit seiner schneidenden Charakterstudie genau den richtigen Ton des Verräters.

Jukka Rasilainen als Kurwenal, erst im letzten Moment in die Inszenierung einbezogen, verfügt aber über ausreichend Erfahrung, um den Vertrauten Tristans wacker gesanglich und spielerisch prägnant darzustellen. Auch die „kleineren Rollen“ waren leistungsfähigen Sängern anvertraut. Der Steuermann von Franz Xaver Schlecht mit seinem elegant-dunklem Bariton und der Hirte des erfahrenen Oratorien-Tenors Martin Vogel waren schon beeindruckend. Der  junge Seemann   von dem  lyrisch geprägten Tenor Alvaro Zambrano gesungen, war fast eine Luxusbesetzung.

 Oper Leipzig / Tristan und Isolde © Tom Schulze

Oper Leipzig / Tristan und Isolde © Tom Schulze

Die Oboistin des Gewandhausorchesters  Gundel Jannemann-Fischer bot mit ihren in der Szene integrierten Bassklarinetten-Soli eine berückende Besonderheit der Inszenierung. Der Chor präsentierte sich kräftig und transparent, aber nicht unbedingt klangschön.

Zum Orchester möchte ich mich nicht unbedingt äußern, weil ich doch dem Dresdner Klang zu stark verhaftet bin. Das bedeutet aber keinesfalls eine Einschränkung der Orchesterqualität, denn es wurde hervorragend musiziert. Die Klangentfaltung in der Oper Leipzig ermöglicht allerdings keinen extrem emotionsgeladenen Tönerausch.

Ulf Schirmer leitete die Aufführung straff, facettenreich aber nicht immer freundlich unterstützend den Sängern gegenüber. Ich empfand, dass er mit seinem Dirigat  einen  etwas kühleren  Eindruck vermittelte. Das mag an der Premieren-Nervosität  gelegen haben, denn an der Darbietung der Musik Richard Wagners gab das keine Einschränkung. Schwieriger war da schon der Eventcharakter der bilderbetonten Regie, der gelegentlich ablenkte. Aber das mag meine persönliche Auffassung zur Arbeit Lübbes sein und sich aus dem Eindruck halbszenischer Wagner-Aufführungen bei den Budapester Wagnertagen speisen.

Von den Freunden der Musik des in Leipzig geborenen Meisters wurde die Leistung der Künstler um Enrico Lübbe und Ulf Schirmer stürmisch bejubelt und mit stehenden Ovationen bedacht, an denen ich mich mit viel Überzeugung beteiligte.

Tristan und Isolde an der Oper Leipzig, weitere Aufführungen: 12. Oktober / 10.11. 2019 / 14. März / 01. Juni 2020 ( mit Einführung 45 Min. vor Vorstellungsbeginn)

—| IOCO Kritik Oper Leipzig |—

Leipzig, Oper Leipzig, Premiere Tristan und Isolde – Richard Wagner, 05.10.2019

Oktober 2, 2019 by  
Filed under Oper, Oper Leipzig, Premieren, Pressemeldung

Oper Leipzig

Oper Leipzig © Kirsten Nijhof

Oper Leipzig © Kirsten Nijhof

Tristan und Isolde – Richard Wagner

In Des Welt-Atems wehendem All

Die Premiere von Richard Wagners Tristan und Isolde in der Inszenierung von Enrico Lübbe, Intendant des Schauspiel Leipzig, markiert einen weiteren wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu den Opernfesttagen »WAGNER 22« im Sommer 2022.

Bis dahin wird die Oper Leipzig unter der Leitung von Intendant und Generalmusikdirektor Ulf Schirmer alle dreizehn Opernwerke Wagners im Repertoire führen und innerhalb von drei Wochen in der Reihenfolge ihrer Entstehung zur Aufführung bringen. Enrico Lübbe gibt mit dieser Arbeit sein Hausdebüt an der Oper Leipzig. Am Pult des Gewandhausorchesters steht Prof. Ulf Schirmer.

Oper Leipzig / Tristan und Isolde © Tom Schulze

Oper Leipzig / Tristan und Isolde © Tom Schulze

Um der ungewollten Hochzeit mit König Marke (Sebastian Pilgrim mit einem Rollendebüt) von Cornwall zu entgehen, will die irische Königstochter Isolde (Meagan Miller, mit einem Rollendebüt, zuletzt in Leipzig als Minnie in La fanciulla del West) ihrem Leben ein Ende setzen. Gemeinsam mit Tristan (Daniel Kirch, an der Oper Leipzig u.a. als Siegmund in Die Walküre und in den Titelpartien in Tannhäuser und Parsifal), dem Neffen des Königs, trinkt sie jedoch versehentlich kein Gift, sondern einen Liebestrank. Gequält von unerfüllter Sehnsucht leben die beiden fortan für den Wunsch, im Tod vereint zu sein.

Mit Tristan und Isolde schuf Richard Wagner seine vielleicht radikalste, aber auch sinnlichste Oper. Zwei Liebende werden in einen Strudel der Leidenschaften hineingesogen, der so intensiv ist, dass eine Erlösung nur im Tod möglich ist. Für seinen »Tristan« adaptierte Wagner das mittelalterliche Epos von Gottfried von Straßburg und ließ sich von der Philosophie Arthur Schopenhauers inspirieren. Der Komponist vereint dessen pessimistische Ideen vom Streben nach dem Ende der Existenz jedoch mit der eigenen Neigung zu sinnlicher Hingabe. Es entstehen rauschhafte Klänge der Unendlichkeit, die die überwältigenden Gefühle der kaum noch aktiv handelnden Figuren deutlich machen. Wie das immer größer werdende Verlangen der Liebenden drängt die Musik unaufhörlich nach Erlösung. Die beinahe sinfonisch anmutende musikalische Sprache, die Wagner verwendet, ist durch den Zusammenbruch der Tonalität und extreme Chromatik gekennzeichnet.

Oper Leipzig / Tristan und Isolde © Tom Schulze

Oper Leipzig / Tristan und Isolde © Tom Schulze

Bühnenbildner Étienne Pluss, für seine Arbeit an »Violetter Schnee« an der Staatsoper Unter den Linden gerade für den FAUST 2019 nominiert, schafft für die Geschichte von »Tristan und Isolde« zeitlose und symbolische Orte wie einen Schiffsfriedhof, an denen Regisseur Enrico Lübbe mit dem Einsatz der Drehbühne, Videoprojektionen (fettFilm) und Doubles der Protagonisten verschiedene Realitäts- und Zeitebenen entstehen lässt: reale sowie überdimensionierte und philosophische. Ein Lichtrahmen dient als Grenze zwischen den Welten und als Abgrenzung für Tristan und Isolde zur »realen« Welt.

Premiere: Samstag, 5. Oktober 2019, 17 Uhr,  weitere Aufführungen: 12. Oktober / 10. November 2019 / 14. März / 01. Juni 2020 (alle Vorstellungen mit Einführung 45 Min. vor Vorstellungsbeginn)

Richard Wagner  –  Tristan und Isolde
Handlung in drei Aufzügen | Text vom Komponisten | In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Leitung:
Musikalische Leitung  Ulf Schirmer, Inszenierung Enrico Lübbe, Co-Regie Torsten Buß
Bühne Étienne Pluss, Kostüm Linda Redlin, Video fettFilm, Licht Olaf Freese, Choreinstudierung Thomas Eitler-de Lint, Dramaturgie Nele Winter

Besetzung:  Isolde Meagan Miller | Tristan Daniel Kirch | König Marke Sebastian Pilgrim | Kurwenal Mathias Hausmann | Melot Matthias Stier | Brangäne Barbara Kozelj | Ein Hirt Martin Petzold | Ein Steuermann Franz Xaver Schlecht | Ein junger Seemann Alvaro Zambrano,  Herren des Chores der Oper Leipzig, Komparserie der Oper Leipzig, Gewandhausorchester

—| Pressemeldung Oper Leipzig |—

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