Köln, Oper Köln, Hamlet – Oper von Brett Dean, 24.11.2019

November 15, 2019 by  
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Oper Köln

Köln / StaatenHaus Oper Köln © Petra Moehle

Köln / StaatenHaus Oper Köln © Petra Moehle

Hamlet – Oper von Brett Dean

Premiere Sonntag, 24. November 2019, 18:00 Uhr, StaatenHaus, Saal 2

Nach der erfolgreichen Uraufführung im Juni 2017 beim Glyndebourne Festival gelangt Brett Deans Oper Hamlet jetzt an der Oper Köln zur Deutschen Erstaufführung.

Der kanadische Librettist Matthew Jocelyn – der in Köln auch die Regie übernimmt – hat anhand verschiedener Druckfassungen von Hamlet die Essenz des Stückes in eine dichte, poetische Collage gebracht, die sich des Textes frei bedient, ohne ihn zu verfälschen. Entstanden ist ein psychologisches Drama, das sich auf das angespannte Beziehungsgeflecht im dänischen Königshaus konzentriert. 2018 wurde das Werk mit dem International Opera Award in London für die beste Uraufführung weltweit ausgezeichnet. Mit dem Briten Duncan Ward konnte in Köln einer der vielversprechendsten jungen Dirigenten gewonnen werden. Der junge britische Tenor David Butt Philip, der die Titelrolle des Hamlet bereits im Rahmen von »Glyndebourne on Tour« übernommen hat, gibt hiermit sein Hausdebüt an der Oper Köln. Die Sopranistin Gloria Rehm, die ihre Bühnenkarriere vor einigen Jahren im Opernstudio der Oper Köln begann, singt die Rolle der Ophelia.


Sonntag, 24. November 2019, 18:00 Uhr, StaatenHaus, Saal 2

Hamlet  –  Premiere

Musikalische Leitung Duncan Ward, Inszenierung Matthew Jocelyn, Bühne Alain Lagarde, Kostüme Astrid Janson, Licht Christian Pinaud, Chor Rustam Samedov, Dramaturgie Georg Kehren

Mit  Hamlet › David Butt Philip, Ophelia › Gloria Rehm, Claudius › Andrew Schroeder
Gertrude › Dalia Schaechter, Polonius › John Heuzenroeder, Horatio › Wolfgang Stefan Schwaiger, Ghost, Gravedigger, Player 1 › Joshua Bloom, Laertes › Dino Lüthy
Rosencrantz › Patrick Terry, Guildenstern › Cameron Shahbazi, Marcellus, Player 4 › Sergey Kaydalov, Player 2 › Ján Rusko, Player 3 › Samuel Levine, Akkordeon › James Crabb,

Semi-Chor › Rheinstimmen Ensemble, Chor der Oper Köln, Gürzenich-Orchester Köln

Hamlet:  Weitere Vorstellungen, Mi, 27. November › 19:30 Uhr, Sa, 30. November › 19:30 Uhr, Do, 05. Dezember › 19:30 Uhr, So, 08. Dezember › 18:00 Uhr, Mi, 11. Dezember › 19:30 Uhr (letzte Aufführung)

—| Pressemeldung Oper Köln |—

Wiesbaden, Hessisches Staatstheater, Jenufa – Leos Janácek, 29.11.2018

Hessisches Staatstheater Wiesbaden

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin Kaufhold

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin Kaufhold

Jenufa – Leos Janácek (1854 – 1928)

Premiere Donnerstag, 29. November 2018 19.30 Uhr, weitere Vorstellungstermine: 2. & 6. Dezember 2018, jeweils 19.30 Uhr

Mit Jenufa erlebte Leos Janácek seinen späten internationalen Durchbruch als Opernkomponist. Der expressive Orchesterklang erzählt die ländlichen Weiten, während die konzentrierte Geschichte von in die Enge Getriebenen handelt. Die Neuinszenierung von Ingo Kerkhof entsteht unter der Musikalischen Leitung von GMD Patrick Lange.

In der Titelpartie gibt Sabina Cvilak ihr Rollendebüt in Wiesbaden, die hier zuletzt als Elisabeth in Wagners Tannhäuser große Erfolge feierte und bereits in der Janácek-Oper Katja Kabanowa in der Titelpartie überzeugte. Die zweite große Frauenrolle hat Dalia Schaechter als Küsterin, die schon Klytämnestra in Elektra und Kabanicha in Katja Kabanowa am Hessischen Staatstheater Wiesbaden sang. Die beiden Tenöre Paul McNamara und Aron Cawley debütieren als Laca Klemen und Steva Buryja. Die weiteren Rollen in dem Ensemblestück haben Anna Maria Dur (Alte Burja), Daniel Carison (Altgesell), Hans-Otto Weiß (Dorfrichter), Annette Luig (Seine Frau), Shira Patchornik (Karolka), Stella An (Jano), Anna McDougall (Schäferin) und Ekaterina Kuridze (Barena).

Musikalische Leitung GMD Patrick Lange Inszenierung Ingo Kerkhof Bühne Gisbert Jäkel Kostüme Sonja Albartus Chor Albert Horne Dramaturgie Katja Leclerc

Mit:  Jenufa Sabina Cvilak,  Die Küsterin Dalia Schaechter, Laca Klemen Paul McNamara,  Steva Buryja Aaron Cawley,  Die alte Buryja Anna Maria Dur, Altgesell Daniel Carison, Dorfrichter Hans-Otto Weiß Seine Frau Annette Luig Karolka Shira Patchornik. Jano Stella An Schäferin Anna McDougall Barena Ekaterina Kuridze
Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden

Zu allen Folgevorstellungen gibt es eine halbe Stunde vor Beginn eine Einführung im Foyer. Im Anschluss an die zweite Vorstellung am Mittwoch, den 2. Dezember 2018 findet ein Nachgespräch mit Mitwirkenden der Produktion im Theaterfoyer statt. Der Eintritt ist frei.

—| Pressemeldung Hessisches Staatstheater Wiesbaden |—

Köln, Oper Köln, Premiere Salome – Richard Strauss, 14.10.2018

September 24, 2018 by  
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Oper Köln

Köln / StaatenHaus Oper Köln © Petra Moehle

Köln / StaatenHaus Oper Köln © Petra Moehle

  Salome – Richard Strauss
StaatenHaus – Saal 2

Premiere 14. Oktober 2018 18 Uhr

Die Oper um die Prinzessin Salome und ihren ›Tanz der sieben Schleier‹ ist ein Werk der emotionalen Extreme und fasziniert seit ihrer Uraufführung 1905 in Dresden die Musikwelt.

In der dekadenten Atmosphäre des orientalischen Palastes, in dem Prinzessin Salome als Stieftochter des Tetrarchen Herodes lebt, erscheint ihr der eingekerkerte Prophet Jochanaan wie eine faszinierende Verlockung. Dass dieser asketische Mann ihre erotischen Annäherungen unter Flüchen von sich weist, verleiht ihm in den Augen Salomes einen noch höheren Reiz. Als Herodes sie dazu auffordert, für ihn zu tanzen und ihr dafür die Erfüllung jeden Wunsches in Aussicht stellt, verlangt Salome den Kopf des Jochanaan auf einer Silberschüssel.

GMD François-Xavier Roth dirigiert erstmals eine Oper von Richard Strauss. Der junge US-amerikanische Regisseur Ted Huffman, auf den Bühnen unseres Kontinents ein hoch gehandelter ›Newcomer‹, stellt sich – zum zweiten Mal überhaupt an einem deutschen Opernhaus – an der Oper Köln vor. Die schwedische Sopranistin Ingela Brimberg, zuletzt hier als Senta in Der fliegende Holländer gefeiert, alterniert mit ihrer österreichischen Kollegin Kristiane Kaiser, der Kölner Tannhäuser-Elisabeth, in der alle gesangsdarstellerischen Register fordernden Partie der Salome.


Salome (Premiere):  So., 14. Oktober 18 Uhr,  StaatenHaus, Saal 2

Besetzung – Musikalische Leitung  François-Xavier Roth | Arne Willimczik (28.10. und 10.11.2018), Inszenierung Ted Huffman, Bühne Ben Baur, Kostüme Annemarie Woods
Licht Andreas Grüter, Choreografie Sam Pinkleton, Dramaturgie Georg Kehren

Mit  –  Herodes › John Heuzenroeder, Herodias › Dalia Schaechter, Salome › Ingela Brimberg / Kristiane Kaiser, Jochanaan › Kostas Smoriginas / Markus Marquardt
Narraboth › Dino Lüthy, ein Page der Herodias › Judith Thielsen, 1. Jude › Martin Koch
2. Jude › Ján Rusko, 3. Jude › William Goforth, 4. Jude › Alexander Fedin, 5. Jude › Nicolas Legoux, 1. Nazarener › Luke Stoker, 2. Nazarener › Anton Kuzenok, 1. Soldat › Matthias Hoffmann, 2. Soldat › Lucas Singer, Ein Cappadocier › Yunus Schahinger / Julian Schulzki, Ein Sklave › Alina Wunderlin, Tanzensemble Orchester › Gürzenich-Orchester Köln

Premiere  Salome 14. Oktober 2018 18 Uhr, Weitere Vorstellungen, Do, 18. Oktober › 19:30 Uhr, Sa, 20. Oktober › 19:30 Uhr, Mi, 24. Oktober › 19:30 Uhr, Fr, 26. Oktober › 19:30 Uhr, So, 28. Oktober › 19:00 Uhr, So, 04. November › 18:00 Uhr, Mi, 07. November › 19:30 Uhr, Sa, 10. November › 19:30 Uhr, Fr, 16. November › 19:30 Uhr, So, 18. November › 18:00 Uhr

—| Pressemeldung Oper Köln |—

Köln, Oper Köln, Falstaff von Giuseppe Verdi, IOCO Kritik, 22.11.2016

November 22, 2016 by  
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Oper Köln

Koeln / StaatenHaus Oper Koeln © Petra Moehle

Köln / StaatenHaus Oper Köln © Petra Moehle

Umfassendes Einverständnis mit dem Leben

 Giuseppe Verdis letzte Oper Falstaff begeisternd gelungen

Von Hanns Butterhof

Unter den schwierigen Bedingungen des Opernhaus-Ausweichquartiers im Deutzer Staatenhaus ist dem bewährten Duo Dietrich W. Hilsdorf und Will Humburg ein „Falstaff“ der Extraklasse gelungen. Verdis humorvolle, beredte Musik fließt unter Humburgs Dirigat durch das von Hilsdorf punktgenau geführte Ensemble so wunderbar beseelt, dass alle Figuren in Verdis humanem Geist umfassenden Einverständnisses mit dem Leben aufgehoben sind.

Oper Köln / Falstaff und Ensemble © Paul Leclaire

Oper Köln / Falstaff und Ensemble © Paul Leclaire

Die zeitlich nicht genau verortete, sehr zurückhaltend ohne allen Klamauk auskommende Inszenierung Hilsdorfs vermeidet umfassend klare Grenzen. Der Chor tritt aus den Publikumsrängen auf, und Falstaff leiht sich seinen Ausgehfrack von einem Musiker aus dem Orchester, das sichtbar neben der Bühne plaziert ist. Dieter Richter hat sie als erhöhtes, mit der Spitze deutlich auf das Publikum zeigendes Dreieck gebaut. Ihr immer offener vorderer Teil, der mit Tisch und Stühlen das Wirtshaus Falstaffs darstellt, ist nur durch einen Vorhang vom dahinter liegenden Salon der reichen Fords getrennt, und geht sogar, bei weggezogenem Vorhang und veränderter Beleuchtung (Licht: Andreas Grüter), direkt in den Salon über.

Oper Köln / Falstaff umwirbt Alice Ford © Paul Leclaire

Oper Köln / Falstaff umwirbt Alice Ford © Paul Leclaire

Hilsdorfs Regie zeigt, auch mit den Kostüm-Hinweisen Renate Schmitzers, dass selbst die Grenzen zwischen den Figuren relativ sind und „Falstaff“ – bei aller Zentrierung auf die gescheiterten Werbungen des Titelhelden und die Straf-Intrige der Frauen – ein ganzes Bild des Lebens ist: Der feiste Falstaff (Lucio Gallo) in seinem speckig abgetragenen, löchrigen Frack ist eine Figur schon des Niedergangs und des chancenlos männlichen Begehrens. Sein Gegenspieler, der vollschlanke Ford (Nicholas Pallesen) im eleganten Frack, hat Falstaffs Lage noch vor sich. Er ist aber auch schon in seiner Männlichkeit verunsichert und eifersüchtig. An diesen Zustand denkt der junge, in Fords Tochter Nannetta verliebte Fenton (Liparit Avetisyan), dessen Frack an keiner Stelle spannt, noch nicht einmal im Traum.

Einen ebensolchen Lebensbogen schlägt die Oper auch bei den Frauen, von der jungen, verliebten Nannetta (Maria Kublashvili) über die reife, dem Träumen von einem anderen Leben nicht abgeneigte Alice Ford (Natalie Karl) bis hin zur älteren Mrs. Quickly (Dalia Schaechter), die ihr eigenes, noch deutlich glimmendes Begehren schon auf Kupplerdienste für ihre Freundinnen und alkoholische Getränke reduziert hat.

Auch wenn die Figuren nur verschiedene Abschnitte im Leben symbolisieren, sind sie immer passgenau zur Musik individuell gezeichnet, selbst in den Nebenrollen scheinen kurz kleine Dramen auf. Dr. Cajus (Martin Koch) liebt hoffnungslos Nannetta, und die schöne Meg Page (Adriana Bastidas Gamboa), deren Gatte nie anwesend ist, verbirgt hinter der Sonnenbrille wohl die darüber verweinten Augen.

Das Ensemble singt und spielt durchwegs mitreißend. Lucio Gallo besticht mit vitalem, ausdrucksstarkem Bariton als gewissenloser, egozentrischer Adliger, der nach zwei gescheiterten Verführungsversuchen und einem mitternächtlichen Fegefeuer lächelnd akzeptiert, dass er alt und trotz seines Adels für die Frauen unattraktiv geworden ist. Nicholas Pallesen überzeugt mit seinem helleren Bariton und der Verve, mit der er in eifersüchtiger Wut Geschirr zerschmettert. Aber zu Herzen geht Liparit Avetisyan, der mit lyrisch weichem Tenor die einzig wahre Arie hat.

Oper Köln / Falstaff und Mrs Quickly © Paul Leclaire

Oper Köln / Falstaff und Mrs Quickly © Paul Leclaire

Ebenso nehmen Maria Kublashvili, die mit silberhellem, klarem Sopran verzaubert, wie Natalie Karl mit reiferem, sehr kultiviertem Sopran und Dalia Schaechter mit ihrem angedunkelten Mezzo für sich ein; ihr intrigantes Secco-Quartett ist hinreißend.

Es ist ein bisschen traurig, das Schicksal von Nannettas und Fentons Gefühligkeit in den Lebensphasen der anderen vorweggenommen zu sehen. Und es ist das Wunder von Verdis „Falstaff“, dass er mit diesem Schicksal versöhnt und zwanglos zum umfassenden Einverständnis mit dem ganzen Leben führt.

Deutlich wird das Ensemble wie auch der von Andrew Ollivant einstudierte prächtige Chor und das differenziert aufspielende Gürzenich-Orchester von dem engagierten Dirigat Will Humburgs enthusiasmiert. Er lässt Verdis oft in zartesten Linien verschlungene Melodik bewundernswert klar fließen, macht ihren Humor mit den Finessen der Instrumentalcharakteristik hörbar und verströmt vornehmlich in den ersten beiden Akten ausgeprägte Heiterkeit. Ihm und Hilsdorf gelingt es auf das glücklichste, den musikalischen Geist des „Falstaff“ mit den theatralischen Forderungen auch unter den erschwerten Bedingungen in Einklang zu bringen.

Wir sahen am 16.11.2016 die letzte Falstaff – Vorstellung. Wie bedauerlich, dass für diese beglückende Aufführung nur sechs Vorstellungen eingeplant waren.

—| Pressemeldung Oper Köln |—

 

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