Stuttgart, Staatsoper Stuttgart, Oper in der Stadt – Juni und Juli 2020

Staatsoper Stuttgart

Oper Stuttgart © Matthias Baus

Oper Stuttgart © Matthias Baus

 Staatsoper Stuttgart spielt wieder

  70 Vorstellungen – Liederhalle, im Stadtraum, in und vor Opernhaus

·       Ein Auszug:

Der Bayreuther Ring-Regisseur Valentin Schwarz inszeniert ein      „Bühnenfreifestspiel mit dem Staatsopernchor“

2x Operette am Stuttgarter Hafen: Die Blume von Hawaii  und Trouble in Tahiti

Der Operntruck mit Die Geschichte vom Soldaten ist in der Stadt unterwegs

Salon mit Intendant Viktor Schoner und Gästen im Opernhaus

Dritter Teil des Orpheus Instituts vor dem Opernhaus

 Wandelkonzerte im Mercedes-Benz Museum

Neben den bereits angekündigten Projekten wie dem Theaterparcours Wir sind aus solchem Stoff wie Träume sind,  einer Reihe von Sinfonie-, Kammer-, Lied- und Familienkonzerten in der Liederhalle sowie den Aufführungen auf dem Kulturwasen stellt die Staatsoper Stuttgart ihr Programm bis zum Ende der laufenden Saison vor. Rund 70 Aufführungen an den unterschiedlichsten Orten der Stadt beinhalten die kommenden Wochen – Experimentelles steht hier neben Familienfreundlichem, Sinfonisches neben Kammermusikalischem, Theatrales neben Filmischem.

Intendant Viktor Schoner: „Innerhalb kürzester Zeit haben die Künstler*innen und Mitarbeiter*innen der Staatsoper gemeinsam mit verschiedensten Kooperationspartnern in der Stadt in einem kreativen und logistischen Kraftakt ein wahres Festival-Programm auf die Beine gestellt – vieles ist familienfreundlich, manches nachdenklich, anderes leichtgängig; aber immer wurde es entwickelt mit der kompromisslosen Vorgabe, dass alle Inspiration in Einklang steht mit dem Schutz der Gesundheit der Mitwirkenden und des Publikums. Mit Enthusiasmus und Herzblut für unser Metier, kombiniert mit einer großen Sehnsucht nach der Interaktion mit dem Publikum, entstanden Projekte in ungewöhnlichen Konstellationen, frei nach dem für uns eigentlich unüblichen Motto ‚quick and dirty‘. Möge sich diese Liebe zum Spiel allen Besucher*innen mitteilen!“

Beteiligt sind Künstler*innen wie die Dirigenten Cornelius Meister und Thomas Guggeis, die Regisseure Valentin Schwarz und Marco Štorman, Sänger*innen wie Okka von der Damerau, Ks. Matthias Klink, Beate Ritter, Johannes Kammler, Kai Kluge oder Josefin Feiler – und noch viele weitere Künstler*innen mehr.

Alle Veranstaltungsformate richten sich nach den geltenden Hygiene- und Abstandsregeln – zum Schutz des Publikums, aber auch der Künstler*innen und Mitarbeiter*innen des Hauses. Für jeden Veranstaltungsort wurden basierend auf den Hygienerichtlinien der Staatstheater eigene Konzepte für Platzierung und Einlasssituation entwickelt. Alle Veranstaltungen sind pausenlos, viele kürzer als eine Stunde. Für einige wenige Veranstaltungen stehen noch die behördlichen Genehmigungen aus. Im Spielplan der Website www.staatsoper-stuttgart.de ist letztendlich gültige Stand zu finden.


Übersicht: Aufführungen im Juni / Juli 2020


Wir sind aus solchem Stoff wie Träume sind
Ein Theaterparcours mit den Ensembles von Staatsoper Stuttgart, Stuttgarter Ballett und Schauspiel Stuttgart
In Kooperation mit dem Stuttgarter Ballett und dem Schauspiel Stuttgart
Noch bis 15. Juni 2020


Kammerkonzert- und Liedkonzert-Festival
Mit Ensemblesänger*innen der Staatsoper und Musiker*innen des Staatsorchesters Stuttgart
ab 07. Juni 2020 im Mozartsaal der Liederhalle


Staatsoper Stuttgart / Die Geschichte vom Soldaten © Martin Sigmund

Staatsoper Stuttgart / Die Geschichte vom Soldaten © Martin Sigmund

Die Geschichte vom Soldaten auf dem Operntruck  –  Igor Strawinsky
In Kooperation mit dem Schauspiel Stuttgart
Strawinskys Märchen von Teufel und Soldat ist auf einer mobilen Bühne zuerst auf dem Kulturwasen und anschließend an verschiedenen Orten in der Stadt zu Gast.
Premiere: 08. Juni 2020 auf dem BW-Bank Kulturwasen
Weitere Spielorte: vor dem GAZi-Stadion auf der Waldau, Vorplatz der Phönixhalle im Römerkastell, Vorplatz des Kunstvereins Wagenhallen, vor dem Mercedes-Benz Museum, Vorplatz Opernhaus


Beethoven-Zyklus  –  Staatsorchester Stuttgart
Generalmusikdirektor Cornelius Meister dirigiert Beethovens Sinfonien 1-8
im Beethovensaal der Liederhalle – auf Abstand und doch ganz nah.
ab 13. Juni 2020


Peter und der Wolf
Sergej Prokofjew
Staatsorchester Stuttgart, Cornelius Meister
Erzähler Guido Hammesfahr alias Fritz Fuchs aus der Sendung Löwenzahn
am 14. / 21. Juni 2020 im Mozartsaal der Liederhalle


Ceci n’est pas une première
Klanginstallationen vor dem Opernhaus
In Kooperation mit dem Campus Gegenwart der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart
Die jungen Komponist*innen Ui-Kyung Lee und Carlos Hernández bringen mit ihren Klanginstallationen die Stimmung einer Premierenfeier für Passanten vor das Opernhaus.
Klanginstallation I: ab 17. Juni 2020 immer 21-22 Uhr
Klanginstallation II: ab 03. Juli 2020 immer 21-22 Uhr


Bei Max Littmann zu Hause
Ein Salon mit Gesprächen und Musik
Intendant Viktor Schoner begrüßt Gäste aus Politik, Gesellschaft und Kultur im Opernhaus zu einer musikalischen Soiree. Mit dabei: Ministerpräsident Wilfried Kretschmann, Prof. Dr. Kai Gniffke, Intendant des SWR, und weitere Gäste.
ab 21. Juni 2020 im Opernhaus


Das Wandelkonzert im Mercedes-Benz Museum
In Kooperation mit dem Mercedes-Benz Museum
Auf musikalischen Pfaden durch die Ausstellungsräume des Mercedes-Benz Museums, musikalisch geleitet von den Mitgliedern des Opernstudios.
ab 23. Juni 2020 im Mercedes-Benz Museum


Die Zauberflöte auf dem Wasen
Wolfgang Amadeus Mozart
In einer szenischen und musikalischen Fassung von Rebecca Bienek und Thomas Guggeis
für alle ab 6 Jahren
Musikalische Leitung, Klavier und Synthesizer: Thomas Guggeis; Regie: Rebecca Bienek
Die Zauberflöte zwischen Live-Hörspiel und Autokino auf dem Kulturwasen als Oper für die ganze Familie, adaptiert für Klavier und Sythesizer.
ab 27. Juni 2020 auf dem BW-Bank Kulturwasen


Ex Machina – Eine audiovisuelle Reise
Regie: Philine Rinnert und Johannes Müller
Hinter das versteckte Räderwerk der Oper blicken und mit Kopfhörern den verborgenen Stimmen des Opernbetriebs lauschen, zwischen Opernhaus und Eckensee im dritten Teil des Orpheus Instituts.
Premiere: 30. Juni 2020 auf dem Opernvorplatz


Die Blume von Hawaii
Paul Abraham
Musikalische Leitung und Klavier: Rita Kaufmann, Regie: Marco Štorman
Marco Štorman inszeniert Paul Abrahams Operette am Stuttgarter Hafen. In der Hauptrolle: Tenor Matthias Klink.
Premiere: 03. Juli 2020 am Hafen Stuttgart


Trouble in Tahiti
Leonard Bernstein
Musikalische Leitung: Vlad Iftinca, Regie: Anika Rutkowsky
Pawel Konik und Alexandra Urquiola als Ehepaar in Leonard Bernsteins Kurzoper – inszeniert von Anika Rutkowsky am Stuttgarter Hafen!
Premiere: 10. Juli 2020 am Hafen Stuttgart


Radioshow Nr. 6
Moderation: Miron Hakenbeck und Barbara Eckle
Das kleine Format auf der großen Bühne – diesmal zum Thema Sound of Silence.
am 11. Juli 2020 im Opernhaus


Demo(kratie) mit dem Staatsopernchor
Staatsopernchor Stuttgart
Konzept und Idee: Valentin Schwarz, Chor: Manuel Pujol
Valentin Schwarz hätte dieses Jahr bei den Bayreuther Festspielen Wagners Ring des Nibelungen inszeniert. Stattdessen bringt er nun ein „Bühnenfreifestspiel mit dem Staatsopernchor“ auf die Straßen Stuttgarts.
ab 12. Juli 2020 im Stuttgarter Stadtraum


Sechs Madrigalfilme
Claudio Monteverdi, Tarquino Merula, Carlo Milanuzzi u.a.
Filme von Matthew Anderson, Tobias Dusche, Manuela Hartel, Lukas Rehm, Rebecca Riedel, Vincent Stefan
Musikalische Leitung: Alan Hamilton, Vlad Iftinca
Sechs Videokünstler*innen haben mit dem Sängerensemble der Staatsoper kurze Musikfilme zu frühbarocken Madrigalen gedreht – an abrupt verwaisten, scheinbar erstarrten Orten Stuttgarts.
Preview: 19. Juli 2020 im Opernhaus

—| Pressemeldung Staatsoper Stuttgart |—

Hannover, Staatsoper Hannover, Spielzeit 2020/21 – Laura Bermann stellt vor, IOCO Aktuell, 24.05.2020

Staatsoper Hannover

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

  Spielzeit 2020/21  –  19.9. Eröffnungspremiere – The Greek Passion
– Der Kompass schwankt –

Intendantin Laura Berman, Ballettdirektor Marco Goecke, designierter Generalmusikdirektor Stephan Zilias  –  stellen vor

Die Intendantin der Staatsoper Hannover Laura Berman hat gemeinsam mit Ballettdirektor Marco Goecke und dem designierten Generalmusikdirektor Stephan Zilias das Programm der Spielzeit 2020/21 unter dem Motto  Der Kompass schwankt  vorgestellt. „Als wir uns für Der Kompass schwankt als Motto für die Spielzeit 2020/21 entschieden haben, war Covid-19 noch unbekannt. Wir beobachteten um uns eine Welt, die auf der Suche war: auf der Suche nach Wertekriterien, die zunehmend fließend zu sein schienen. Dann überholte uns die Wirklichkeit einer Pandemie, und der Kompass kam mehr denn je ins Schwanken. Wir präsentieren im Moment darum ein bisschen unseren Traum: Denn ob alles so stattfinden kann, wie wir es uns im Moment wünschen, wird sich in den kommenden Wochen und Monaten erst noch zeigen“, ist sich Intendantin Laura Berman bewusst.

Zehn Opern-Neuproduktionen sowie 16 Wiederaufnahmen, drei neue Ballettabende mit drei Wiederaufnahmen, acht Sinfoniekonzerte, drei Kinderkonzerte, sowie Sonderprogramme sollen ab Herbst 2020 auf die Bühne gebracht werden. Durch die Corona-Pandemie sind Premieren ausgefallen, konnten Proben nicht stattfinden und mussten ganze Produktionen abgesagt werden. Dies wirkt sich auch auf die Spielzeit 2020/21 und sowie die folgenden aus. So werden vier Produktionen in der neuen Spielzeit zur Premiere kommen, die ursprünglich für diese Jahreshälfte geplant waren – so wird die Eröffnungspremiere der Saison am 19.09. Bohuslav Martinus Oper The Greek Passion in einer Inszenierung von Barbora  Horáková  sein, die eine Woche vor ihrer ursprünglichen Premiere im März abgesagt werden musste und  Der Mordfall Halit Yozgat von Ben Forst kommt 2021 zur Uraufführung. Auch die Neukreation Der Liebhaber von Ballettdirektor Marco Goecke nach Marguerite Duras wird nun endlich zu sehen sein. Die Uraufführung ist für Januar 2021 geplant.

Tristan und Isolde  – 2020/21 wieder auf dem Spielplan
youtube Trailer Staatsoper Hannover
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

In der Oper werden weiterhin bekannte Dirigenten und Regienamen sowie neue künstlerische Handschriften zu erleben sein. Musical-Kultregisseur bringt Stephen Sondheim Thriller Sweeney Todd ins Opernhaus, Joe Hill-Gibbins und der renommierte Dirigent Christoph Gedschold nehmen sich Heribert Reimanns höchst theatralischer Oper Lear an und Regisseur Martin G. Berger kehrt gemeinsam mit Michele Spotti nach Hannover zurück, um die Spielzeit mit Così fan tutte zu beschließen. Hannovers neuer Generalmusikdirektor wird in zwei Neuproduktionen die musikalische Leitung übernehmen und gemeinsam mit Hausregisseurin Barbora Horáková Bizets Carmen und zusammen mit Immo Karaman Giuseppe Verdis Otello erarbeiten.

Für junges Publikum steht mit Humanoid, einer Science-Fiction-Oper des gefeierten Komponisten Leonard Evers, unter anderem eine Deutsche Erstaufführung neben der märchenhaften Gänsemagd von Iris ter Schiphorst auf dem Programm im Ballhof. Stimmen, eine Veranstaltungsreihe über die Kraft des Singens geht in ihre zweite Saison, ebenso die kleine Themenschwerpunktreihe mit Festival: Dämonen. Darüber hinaus kehrt selbstverständlich der Opernball im Februar 2021 zurück ins Opernhaus.

Die Balletcompagnie bringt zwei dreiteilige Abende zur Premiere und gibt damit dem Publikum die Möglichkeit, höchst unterschiedliche Choreographien von Lukáš Timulak, Ji?í Kylián, Juliano Nunes, Shahar Binyamini, Paul Lightfoot  und Sol León zu erleben. Das Feld an erstklassigen Choreograph*innen, die Ballettdirektor Marco Goecke nach Hannover einlädt, wird während der OsterTanzTage 2021 noch erweitert.

In den Sinfoniekonzerten stehen neben Künstler*innen des Opernensembles und des Staatsorchesters, international renommierte Gäste gemeinsam mit dem Niedersächsischen Staatsorchester auf der Bühne. Neben Generalmusikdirektor Stephan Zilias werden Nuno Cuelho, Baldur Brönnimann, Michele Spotti, Roland Kluttig und Alondra de la Parra die Konzerte dirigieren. Stephan Zilias eröffnet die Spielzeit mit dem Konzert zugunsten der Stiftung Staatsoper Hannover am 05.09. und wird gemeinsam mit seinem Orchester, Solist*innen der Staatsoper, dem Chor, Extrachor und dem weltweit gefeierten französischen Tenor Benjamin Bernheim Ausschnitte aus dem Programm der Spielzeit präsentieren.

Ein besonderes Projekt wird im Februar 2021 in Hannover zu sehen sein: Staatsoper und Produktionshaus, Staatsorchester und experimentelles Musikensemble tun sich zusammen, um mit klassischem Orchesterrepertoire neue Darstellungsformen von Musik als Musiktheater erproben. Bei Neun, gefördert im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes, wird Orchestermusik im performativen Rahmen neu erfahrbar.

„Welche Aspekte unseres Lebens fließen in diese Maßstäbe ein, deren Konsequenzen eine gesellschaftliche Moral erst bilden? Welche Regeln geben wir unserem Zusammenleben? Kunst, Kultur und Theater sind die Orte, an denen sich die Gesellschaft gedanklich und emotional mit diesen Fragen beschäftigen kann – auch das wird angesichts der Pandemie noch einmal besonders klar. Gemeinsam mit meinem ganzen Team lade ich Sie ein, sich mit uns auf Richtungssuche zu begeben und die Ausschläge der Kompassnadel zu beobachten und zu diskutieren,“ freut sich Laura Berman auf die neue Spielzeit.

Dazu ist die Staatsoper der Ort, an dem sich die diverse Stadtgesellschaft begegnen kann. Über die Produktionen hinaus und packt  Xchange, die Vermittlungsabteilung der Staatsoper Hannover, einen Rucksack voller Musik, Tanz und Ideen und geht mit Bürger*innen jeden Alters auf kreative Tuchfühlung: Vom Kinderfest in der Oper über Spielclubs bis hin zu Workshops für Senioren.

Die kommende Spielzeit wird aufgrund der Corona-Pandemie mit zahlreichen Auflagen und Schutzmaßnahmen einhergehen, dazu gehört vor allem die Reduzierung der Platzkapazitäten, um die vorgeschriebenen Abstandsregeln einzuhalten. Dies hat auch Auswirkungen auf das Abonnement-System der Staatstheater Hannover: Feste Sitzplätze und Terminserien können nicht gewährleistet werden, so dass die Festplatz-Abonnent*innen für die Spielzeit 2020/21 Gutscheine erhalten, mit denen sie flexibel Vorstellungen besuchen können. Anders als bisher gewohnt, werden die Vorstellungen der Staatsoper an vier Terminen in den Vorverkauf gehen – mit zwei Tagen exklusivem Vorkaufsrecht für Festplatz-Abonnent*innen.

OPER

Premieren

THE GREEK PASSION,  Oper von Bohuslav Martin? 19.09. – 30.10.2020 & 10.04. – 02.05.2021,  TEUFELS KÜCHE  Kochoper von Moritz Eggert AB 25.09.2020,  CARMEN Oper von Georges Bizet 24.10.2020 – 15.01.2021,  HUMANOID Science-Fiction-Oper von Leonard Evers,  DEUTSCHE ERSTAUFFÜHRUNG AB 30.10.2020,  SWEENEY TODD Musical-Thriller von Stephen Sondheim 04.12.2020 – 04.02.2021 & 13.06. – 13.07.2021,  DER MORDFALL HALIT YOZGAT  Oper von Ben Frost Koproduktion mit Schauspiel Hannover und Holland Festival URAUFFÜHRUNG  Frühling  2021,  OTELLO  Dramma lirico von Giuseppe Verdi 25.03. – 15.05.2021,  DIE GÄNSEMAGD Kinderoper von Iris ter Schiphorst AB 20.05.2021, LEAR Oper von Aribert Reimann 22.05. – 26.06.2021,  COSI FAN TUTTE Dramma giocoso von Wolfgang Amadeus Mozart 19.06. – 16.07.2021

Der Barbier von Sevilla – 2020/21 wieder auf dem Spielplan
youtube Trailer Staatsoper Hannover
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Wiederaufnahmen

DON GIOVANNI Dramma giocoso von Wolfgang Amadeus Mozart 09.09. – 16.10.2020, TRISTAN UND ISOLDE Musikdrama von Richard Wagner 11.10. – 07.11.2020,  HÄNSEL UND GRETEL, Märchenspiel von Engelbert Humperdinck 13.11. – 25.12.2020,  UND WIE KLINGST DU? Interkultureller Ohrenöffner AB 15.11.2020,  HEUTE ABEND: LOLA BLAU Musical von Georg Kreisler AB 05.12.2020,  LA JUIVE,  Oper von Fromental Halévy 30.01. – 19.02.2021,   KUCKUCK Oper für Babys bis 18 Monate AB 30.01.2021,  IL BARBIERE DI SIVIGLIA Opera buffa von Gioacchino Rossini 06. – 20.02.2021,  L’ELISIR D’AMORE,  Melodramma giocoso von Gaëtano Donizetti 21.02. – 26.03.2021,  ZÄHLEN UND ERZÄHLEN,  Musiktheater von Mauricio Kagel AB 25.02.2021,  DIALOGUES DES CARMELITES Oper von Francis Poulenc 05. – 27.03.2021,  KÖNIG HAMED UND PRINZESSIN SHERIFA,  Musiktheater von Zad Moultaka AB 21.03.2021, L’INCORONAZIONE DI POPPEA , Oper von Claudio Monteverdi 17.04. – 08.05.2021,  DIE ZAUBERFLÖTE,  Oper von Wolfgang Amadeus Mozart 29.04. – 21.05.2021,  LA BOHÈME,  Oper von Giacomo Puccini 13.05. – 10.06.2021,  DER FREISCHÜTZ, Oper von Carl Maria von Weber 29.05. – 30.06.2021

BALLETT  –  Premieren

Serge Nijinski Paris © IOCO

Serge Nijinski Paris © IOCO

RASTLOS,  Choreografien von Lukáš Timulak, Jirí Kylián und Juliano Nunes 08.11.2020 – 07.01.2021,  DER LIEBHABER,  Ballett von Marco Goecke frei nach Marguerite Duras URAUFFÜHRUNG 23.01. – 04.04.2021,  NACHTSCHWARZ UND WINDSCHIEF,  Choreografien von Shahar Binyamini, Paul Lightfoot & Sol León und Marco Goecke 24.04. – 15.06.2021

Ballett – Wiederaufnahmen

3 GENERATIONEN,  Choreografien von Emrecan Tanis,, Hans van Manen und Marco Goecke 13.09. – 10.10.2020,   NIJINSKI,  Ballett von Marco Goecke 12.12.2020 – 29.01.2021,   BEGINNING,  Choreografien von Medhi Walerski, Andonis Foniadakis und Marco Goecke 01.07. – 15.07.2021

KONZERTE

Sinfoniekonzerte

HEROES 1. Sinfoniekonzert 27. & 28.09.2020,  RITUAL 2. Sinfoniekonzert 01. & 02.11.2020 , SENTIMENT 3. Sinfoniekonzert 06. & 07.12.2020 , AERIALITY 4. Sinfoniekonzert 10. & 11.01.2021,  MYTHOS 5. Sinfoniekonzert 14. & 15.02.2021,  FRÜHLING 6. Sinfoniekonzert 11. & 12.04.2021 TRAGISCH  7. Sinfoniekonzert 30. & 31.05.2021 SOMMERNACHT 8. Sinfoniekonzert 17. & 18.07.2021

Festivals

OSTERTANZTAGE 2021 30.03. – 04.04.2021,  FESTIVAL:  DÄMONEN Einführungen, Nachgespräche, Gesprächsrunde, Filmreihe 16. – 18.04.2021,  OPEN STAGE Musikfestival 10.07.2021 & … DAS KINDERFEST IN DER OPER 17.01.2021,  NEUN – ABSCHIED Performance AB 13.02.2021,   OPERNBALL 26. & 27.02.2021

—| Pressemeldung Staatsoper Hannover |—

Niederlanden, Nederlandse Reisopera, Premiere L’Orfeo – Monteverdi, 25.01.2020

Januar 22, 2020 by  
Filed under Nederlandse Reisopera, Oper, Premieren, Pressemeldung


Nederlandse Reisopera  

Nederlandse Reisopera / L’Orfeo Claudio Monteverdi © Marco Borggreve

Nederlandse Reisopera / L’Orfeo Claudio Monteverdi © Marco Borggreve

Nederlandse Reisopera

L’Orfeo – Claudio Monteverdi

Favola in musica, Libretto by Alessandro Striggio, World Premiere: 24 februari 1607, Palazzo Ducale, Mantua

Premiere 25.01.2020

Artistic team
Conductor – Hernán Schvartzman
Concept – Monique Wagemakers, Lonneke Gordijn (Studio DRIFT), Nanine Linning
Director – Monique Wagemakers
Choreographer – Nanine Linning
Installation ‘Ego’ – Lonneke Gordijn (Studio DRIFT)
Costume design – Marlou Breuls
Lighting design – Thomas C. Hase

Cast
La Musica / Messagiera / Proserpina – Luciana Mancini
Orfeo – Samuel Boden
Euridice / Speranza / Eco – Kristen Witmer
Caronte / Spirito – Alex Rosen
Plutone / Pastore / Spirito – Yannis François
Ninfa – Lucía Martín-Cartón
Apollo / Pastore / Spirito – Laurence Kilsby
Pastore / Spirito – Kevin Skelton
Pastore / Spirito – Nils Wanderer
Spirito – Damien Pass
Dancers Dance Company Nanine Linning – Demi-Carlin Aarts, Mirko de Campi, Luca Cappai, Kimmie Cumming, Milan van Ettekoven, Anna Suleyman Harms, Boglarka Heim, Sergio Indiveri, Hang-Ceng Lee, Kyle Patrick
Orchestra – La Sfera Armoniosa
The opera is sung in Italian with Dutch and English surtitels
The performance last 2 hrs and 20 minutes, including one interval.

Termine : Enschede (25 Jan, première), Leeuwarden (31 Jan), Maastricht (2 Feb), Utrecht (7 Feb), Amsterdam (9 + 11 Feb), Rotterdam (13 Feb), Zwolle (15 Feb), Arnhem (20 Feb), Den Haag (22 Feb).

Starting Saturday, 25 January 2020, Nederlandse Reisopera (Dutch National Touring Opera) will tour the Netherlands with a new opera production of L’Orfeo (1607, Claudio Monteverdi). The artistic team of this production has made this first ‘primal opera’ of Monteverdi into a contemporary Gesamtkunstwerk in which the artistic team blend together stage direction, choreography and design into a unique production from the very beginning.

There is no ‘set’ on the stage; instead, we see the moving installation Ego by artist Lonneke Gordijn (Studio DRIFT). The direction/choreography of Monique Wagemakers and Nanine Linning makes no distinction between singing and dancing scenes: the ten singers and ten dancers, together with Ego, form one single organism that retains the audience’s attention during the entire performance. The costumes of fashion designer Marlou Breuls accentuate and enhance the effect of homogeneity.
Hernán Schvartzman (OPERA2DAY) is the musical director of this production, conducting the Baroque ensemble La Sfera Armoniosa.

L’Orfeo Monteverdi
youtube Trailer Nederlandse Reisopera
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

THE CONCEPT: A CONTEMPORARY GESAMTKUNSTWERK
Director Monique Wagemakers, together with choreographer Nanine Linning and artist Lonneke Gordijn (Studio DRIFT), developed the concept for this opera as a contemporary Gesamtkunstwerk that fully integrates stage direction, choreography and design. Fashion designer Marlou Breuls was brought in to create the costumes. Right from the start, Wagemakers’ intention was to find a new way to make opera. This is why she deliberately sought collaborations with independent artists.

On working with Lonneke Gordijn, Monique Wagemakers says, ‘Lonneke has a fascination for nature; with her installations she operates at the edge between life and death, between day and night, between being frozen in rigidity and getting moving – exactly what Orpheus is about.’ Choreographer Nanine Linning incorporates her strongly personal and physical dance language into this concept. The ten dancers of her Dance Company are part of the cast. Because singers and dancers in this production form a single group and are always onstage, Linning was also involved in the casting of the singers.

Nederlandse Reisopera / L’Orfeo Claudio Monteverdi © Marco Borggreve

Nederlandse Reisopera / L’Orfeo Claudio Monteverdi © Marco Borggreve

THE STORY OF L’ORFEO
On the day Orpheus and Eurydice get married, she is bitten by a snake and dies. Orpheus cannot accept her death. He decides to descend to the underworld, the kingdom of the dead, in a final attempt to retrieve her and thus recover his happiness. He convinces the gods of the underworld to let Eurydice return with him to the kingdom of the living. Pluto gives his permission but forbids Orpheus to look back at Euridice while on the way back to the upper world. Orpheus feels insecure and looks back towards Euridice anyway, losing her for a second time.

THE INSTALLATION: EGO
For this production artist Lonneke Gordijn (Studio DRIFT) developed the overwhelming installation Ego, a handwoven mobile sculpture made of nylon thread measuring 9 x 4.5 x 4.5 metres that fills almost the entire stage. Ego represents the perspective of man and shows how hope, truth and emotions are a direct result of either the rigidity or the dynamism of our thoughts.

Jointly with the interactions of singers and dancers, the sculpture takes us into Orpheus’ inner world. Orpheus is stuck in his own inflexible views about love and life. It is only when his world fully collapses – after he loses Euridice – that he rises above his own self. He has to face the laws of nature, and this new goal in his life completely changes his perspective, suddenly making him a strong figure.

Ego is steered by motors, algorithms and specially developed software. During the performances, Ego is also ‘conducted’ manually so it can react to the tempo of the music. The motions of the sculpture depict Orpheus’ emotions, fears and strength. Ego is therefore not only the stage decor but also a soloist in this production.

Nederlandse Reisopera / L’Orfeo Claudio Monteverdi © Marco Borggreve

Nederlandse Reisopera / L’Orfeo Claudio Monteverdi © Marco Borggreve

A HOMOGENEOUS GROUP ONSTAGE
Director Monique Wagemakers and choreographer Nanine Linning chose to present the ten singers and ten dancers as a homogeneous group, and together with the installation Ego as asingle organism on the stage. Everyone in this opera is part of Orpheus’ inner world. Ego is his universe.

The other characters as such are not always recognisable as separate roles. All the singers and dancers remain onstage during the entire performance. The work process reflects this, as they always rehearse in a single studio. In this way, the theatrical direction and the choreography organically flow into each other.
The daily regime and rehearsals include strength training, exercises in energy awareness, the body’s architecture, spatial relationships with each other, carrying and lifting each other, relaxation and tension, breathing techniques for movement and singing, and forming one single body as a group.

Linning: By having the singers and dancers work physically together every day, the rough edges disappear. This results in a really exciting work process in which the entire cast is invited to see, feel and listen outside the beaten path. The dance language for this opera is eloquent without being anecdotic. As an artist and choreographer, this opera challenges me to create theatrical dance that integrates the poetic texts and fantastic atmospheric music. The bodies of the singers and dancers tell with and without words about Orpheus’ quest in search of happiness.’  The production’s dancers are part of Linning’s own Dance Company Nanine Linning, based in Germany.

COSTUMES
Fashion designer Marlou Breuls further developed the concept in the costumes for the entire cast’s singers and dancers. She chose close-fitting, skin-coloured costumes made of gauze. PVC strips are integrated as lines into the costumes, following the bodies and movements of the singers and dancers. Each cast member wears a costume with a unique line pattern that tells a different story for each individual and produces different effects with the lighting and projections. For the scenes in the underworld, Breuls includes materials such as pleated jackets and skirts that accentuate the movements of the singers and dancers.

THE MUSIC
Conductor Hernán Schvartzman sees L’Orfeo as a timeless opera, ‘It is wonderful to see how an opera that is 400 years old can still be a contemporary work in each time period. Our making of a contemporary version, with its daring artistic choices, fully fits with the intentionof Claudio Monteverdi. Further elaborating on the work of his predecessors of the Camerata Fiorentina in 1607, he even created an entire new art form: opera.’

‘In general, composers of Monteverdi’s time were not that accurate when notating instrumental scores. By contrast, Monteverdi goes into great detail in this opera, with a rich palette of colours and strong symbolic connotations: flutes for the shepherd, organ and harp symbolising Orpheus’ harp, and trombones and regals for the underworld.’ ‘I am very pleased with the collaboration with Baroque ensemble La Sfera Armoniosa; they are specialised in 17th-century music, and their musicians have played with the best ensembles around the world.’

Nederlandse Reisopera / L’Orfeo Claudio Monteverdi © Marco Borggreve

Nederlandse Reisopera / L’Orfeo Claudio Monteverdi © Marco Borggreve

THE COMPOSER AND HIS MUSIC
During his life, Monteverdi (1567-1643) was the greatest promoter of the brand-new genre of opera, and his musical fable L’Orfeo is the only work from that initial period that still manages to be both exciting and moving. The composer follows the tradition of his time by placing the music fully in service of the text, but what distinguishes him from his contemporaries is the outstanding inventiveness with which he does it.
For the declamation of the text, Monteverdi comes up with countless different musical formulas that never sound contrived. There are no arias such as those we hear in operas of later generations. Even the highlight of the opera, the long monologue Possente spirto, in which Orpheus has to deploy all his musical talents in order to enter the underworld, can hardly be considered melodic to our ears: it sounds more like a beautifully ornamented recitativo. Monteverdi alternates these deep and virtuoso moments with lighter scenes in which he uses his most beautiful melodies for choral and dance music.

 


Interview mit Monique Wagenakers 

Monteverdis „Uroper“ als zeitgenössisches Gesamtkunstwerk

„In uns allen steckt ein Orpheus“

Was Orpheus durchmacht, ist kein Trauerprozess laut den Machern von L’Orfeo. Regisseurin Monique Wagemakers: „Orpheus kann sich nicht von dem Schmerz der Vergangenheit lösen. Das hindert ihn daran, Glück zu erleben, wenn es da ist.“

Regisseurin Monique Wagenakers kommt gerade von einem Treffen mit dem Lichtdesigner und dem technischen Direktor von Nederlandse Reisopera (Niederländische Reiseoper). Diese außergewöhnliche Inszenierung von L’Orfeo (1607) erfordert viel Aufmerksamkeit. Die „Uroper“ von Monteverdi als zeitgenössisches Gesamtkunstwerk, mit Wagemakers, der Künstlerin Lonneke Gordijn vom Studio Drift und der Choreographin Nanine Linning als treibende Kraft. Gemeinsam entwickelten sie das Konzept. Später stieß noch die Modedesignerin Marlou Breuls hinzu. Jede einzelne von ihnen ist eine eigenständige Künstlerin mit internationalem Ruf. Ein intensiver Prozess, meint die Regisseurin, vor allem aber eine „wahnsinnig tolle“ Erfahrung.

Nederlandse Reisopera / L’Orfeo Claudio Monteverdi © Marco Borggreve

Nederlandse Reisopera / L’Orfeo Claudio Monteverdi © Marco Borggreve

Zwischen Leben und Tod

Das Designerduo Studio Drift verbindet Natur und Technik zu kuriosen Installationen. Lonneke Gordijn war vor allem mit Orpheus beschäftigt, denn während ihr Partner Ralph Nauta sich hauptsächlich auf die Technik konzentriert, widmet sie sich dem natürlichen Element. Monique Wagemakers: „Lonneke arbeitet mit ihren Installationen an der Grenze von Leben und Tod, von Tag und Nacht, von in Starre verharren und in Bewegung kommen. Genau das, worum es bei L‘Orfeo geht.“

Die Arbeit von Nanine Linning passt perfekt dazu. „Mich interessiert das Instinktive“, gab die Choreographin als den roten Faden in ihrem Werk an. Entgegen dem Schubladendenken kombiniert sie Tanz mit Design, Video, Technologie, bildender Kunst und Mode. Ihre Inszenierungen, wie Bacon und Khôra, werden für ihre Intensität gerühmt. „Sie hat eine deutliche, starke und sehr körperliche Tanzsprache, mit der sie wahnsinnig viel zum Ausdruck bringt“, sagt Wagemakers.

Nederlandse Reisopera / L’Orfeo Claudio Monteverdi © Marco Borggreve

Nederlandse Reisopera / L’Orfeo Claudio Monteverdi © Marco Borggreve

Dreamteam

Das ist das „Dream-Team“, das eine Antwort auf die grundlegende Frage der Regisseurin finden musste. Wie ist es möglich, dass der mythische Sänger Orpheus bereits jahrhundertelang unzählige Künstler inspiriert hat? Wagemakers: „Was bewegt all diese Komponisten, Dichter, Maler, Schriftsteller und andere so sehr, dass sie seine Geschichte immer wieder erzählen wollen? Obwohl es im Grunde genommen eine sehr bescheidene Erzählung ist. Ovid widmet ihr in seinen Metamorphosen kaum ein paar Seiten.“ Sie wusste, sie brauchte Künstler(innen), um eine Antwort auf diese Frage zu finden.

Für die Kostüme wurde die junge Modedesignerin Marlou Breuls gewonnen. Während man die Charaktere in der Regel leicht an ihrer Kleidung erkennen kann, ist der Unterschied hier weniger prägnant, erläutert Monique Wagemakers. „Zehn Sänger und zehn Tänzer bilden eine homogene Gruppe, einen Organismus. Zusammen sind sie sozusagen der eine Körper, aus dem die Geschichte erzählt wird.

Nederlandse Reisopera / L’Orfeo Claudio Monteverdi © Marco Borggreve

Nederlandse Reisopera / L’Orfeo Claudio Monteverdi © Marco Borggreve

Kunstwerk spiegelt Emotionen

Die Sänger und Tänzer stehen ständig auf der Bühne, auf der sie in unterschiedlichen Zusammenstellungen mal Teil des Organismus sind, mal in ihrer Umgebung aufgehen oder zu einer Figur werden. So wie die Eurydikes, die auch nach ihrem Tod Teil des Gesamten bleibt. So ungewöhnlich die Gestaltung auch sein mag, es bleibt eine Oper, versichert uns die Regisseurin. „Es ist kein experimentelles Theater. Sie werden sofort in Orpheus Welt entführt.“ Die bewegende und sich ständig verändernde Installation von Studio Drift zeigt die Emotionen des mythischen Künstlers, der mit seinem Gesang versucht, seine geliebte Eurydike aus der Unterwelt zu retten.

Was hat Wagemakers angetrieben, die x-te Macherin dieser Geschichte zu sein? „Natürlich habe ich mich auf das Wesentliche der Musik und des Librettos konzentriert. Was passiert da genau? Der Kern ist: Orpheus bleibt in der Vergangenheit stecken. Selbst wenn das Glück da ist, ist er nicht in der Lage, dieses Glück zu fühlen. Selbst an seinem Hochzeitstag erinnert er sich an die Zeit, da er unglücklich und allein war. Unterdessen pflückt Eurydike Blumen; sie wird von einer Schlange gebissen und stirbt. Und wenn das Böse erst einmal geschehen ist, weigert er sich, dies zu akzeptieren.“

Zeit zurückdrehen

Womit der Spiegel direkt vor unserer Nase hängt. Wagemakers: „Wir alle haben etwas von Orpheus in uns. In katastrophalen Momenten wollen wir nur eines und zwar die Zeit zurückdrehen. „Hätte ich nur, wenn ich nur …“ Orpheus lässt Worten Taten folgen und holt seine Geliebte aus dem Schattenreich zurück. Aber er kann dabei nicht der Versuchung widerstehen, sie anzuschauen, woraufhin er sie dennoch für immer verliert. Warum schaut er zurück? Weil er mit dieser Richtung vertraut ist, ist darauf die einfache Antwort von Wagemakers. „In die Zukunft schauen, das hat er noch nie gemacht und das kann er auch nicht. Daher stammt auch seine Unsicherheit. Beim geringsten Anlass erschreckt er und blickt wieder zurück.“

Im Grunde spiegelt Monteverdis Musik auch den Übergang von Renaissance und Barock wider. Wagemakers: „Man hört, dass Orpheus noch in den alten Zeiten feststeckt, während sich die Zukunft sich bereits im Barock abspielt, wo es mehr Raum für Emotionen gibt.“ Für sie wird der fragmentarische Charakter der Musik eingehend durch ihre Tiefe kompensiert. „Die Musik berührt Sie in Ihrer Seele, ist sehr rein. Bei Striggios Libretto geht es auffallend häufig um „Das Glück“. Orpheus ist das Symbol für die Macht der Musik. Orpheus Suche, die alle immer wieder aufs Neue inspiriert… Die Musik lässt einen spüren, was er durchmacht und wie er damit umgeht. ”

Leben im Moment

Für Wagemakers und ihre Macherinnen-Kolleginnen ist klar: „Was Orpheus durchmacht, ist kein Trauerprozess.“ Für das Team geht es in dieser Oper viel mehr um die Unfähigkeit, im Moment zu leben und das Glück zu spüren, wenn es da ist. Und das gibt es zu allen Zeiten, obwohl es zu unseren Zeiten mehr oder weniger das ultimative Ziel ist. Es ist laut Wagemakers nach wie vor ziemlich

schwierig, sich das Leben zu greifen. „Nicht zu viel zurückschauen, sich nicht zu sehr auf die Zukunft konzentrieren. Glücklich sein im Moment.“

Sie verweist auf die Aussage Apollos gegenüber seinem Sohn Orpheus am Ende der Oper. „Warum hältst du weiter an deinen Ressentiments und deiner Trauer fest, weißt du denn nicht, dass irdisches Glück nie endlos lange andauert?“

Ingrid Bosman, 2019


—| Pressemeldung Nederlandse Reisopera |—

Düsseldorf, Robert Schumann Saal, Konzert Simone Kermes Sopran – Daniel Heide Klavier, 19.01.2019

November 29, 2019 by  
Filed under Konzert, Pressemeldung, Robert Schumann Saal

robert_schumann_saal.png

Robert Schumann Saal   

Robert Schumann Saal im MPK Düsseldorf © Christoph Schuknecht

Robert Schumann Saal im MPK Düsseldorf © Christoph Schuknecht

Simone Kermes Sopran | Daniel Heide Klavier
Hautnah – von Monteverdi bis Hollaender

Konzertreihe erstKlassik!
So, 19.1.2020, 17 Uhr

Gefeiert auf den großen Opern- und Konzertbühnen der Welt, bringt die Star-Sopranistin Simone Kermes ein kammermusikalisches Programm auf die Bühne, das in keine Schublade passt. Nur vom Klavier begleitet, nimmt die große Virtuosin mit der einzigartigen Bühnenpräsenz das Publikum mit, wie sie sagt, auf eine „Reise durch alle Zeiten, alle Gefühle“ mit Liedern, Chansons und Arien von Monteverdi, Vivaldi, Rossini, Mendelssohn, Wolf, Fauré, Hollaender u. v. a. Mal zurückhaltend innig-zart, mal funkensprühend und über die Bühne fegend wie ein „Wirbelwind“ oder „Naturereignis“ (Süddeutsche Zeitung), zeigt sie in diesem Programm alle Facetten ihrer hohen Kunst.

Robert Schumann Saal / Simone Kermes © Sandra Ludewig

Robert Schumann Saal / Simone Kermes © Sandra Ludewig

Programm:
Antonio Vivaldi (1678-1741)
Agitata da due venti – Arie der Costanza aus der Oper „La Griselda“
Giovanni Bononcini (1670-1747)
Ombra mai fu – Arie des Serse aus der Oper „Serse“
Giovanni Battista Pergolosi (1710-1736)
Tu me da me dividi – Arie der Aristea aus der Oper „L`Olimpiade“
Claudio Monteverdi (1567-1643)
Lamento della ninfa – Amor , Amor
Tarquinio Merula (1595-1665)
Folle é ben che si crede
Gioacchino Rossini (1792-1868)
La danza
L`esule
Canzonetta spagnuola

Pause
Hugo Wolf (1860-1903)
Begegnung (Mörike)
Das verlassene Mägdelein (Mörike)
Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847)
Suleika (Gothe)
Gruß (Heine)
Andres Maienlied – Hexenlied (Hölty)
Reynaldo Hahn (1874-1947)
A Chloris (Théophile de Viau)
Gabriel Fauré (1845-1924)
En Sourdine op 58 Nr. 2
Prison op 83 Nr. 1
Leó Delibes (1836-1891)
Les Filles de cadiz (Alfred de Musset)
Philippe Sarde
Chanson du Helene
Friedrich Holländer (1896-1976)
Ich weiß nicht, zu wem ich gehöre
Gaetano Donizetti (1797-1848)
Ah tardei troppo … O luce di quest`anima
Arie der Linda aus der Oper „Linda di Charmounix“ Änderungen vorbehalten.


Simone Kermes
„Die aus Leipzig stammende Sopranistin Simone Kermes ist am treffendsten als Naturereignis zu bezeichnen. Im Gegensatz zu ihren Kollegen, die einen Liederabend über in der Ausbuchtung des Flügels verharren, fegt Kermes wie ein Wirbelwind über das Podium. Und bietet, was man sonst nur von Pop-Diven kennt. Visuell, wohlgemerkt, denn sängerisch spielt sie in der ersten Liga der Klassik- Stars.“ Süddeutsche Zeitung „Zu erleben, welche Lust diese Sängerin an ihrem Tun hat, ist schlicht überwältigend.“ SZ Simone Kermes wird für ihre einzigartige Bühnenpräsenz und enorme Virtuosität geschätzt.

Die Konzeptalben, die sie selbst entwickelt, werden zusammen mit ihrem Plattenlabel Sony produziert. Dort setzt sie keine Grenzen, sondern ist in allen Musikstilen zu Hause. Ihre Alben stürmen sogar die Pop-Charts.

Im Jahre 2017 hat Simone Kermes ihr eigenes Orchester kreiert mit dem Namen „Kermes e Amici Veneziani“. Basierend auf jahrelanger Erfahrung im Zusammenspiel mit ihren Musikern war es ihr ein Anliegen, „Qualität und Menschlichkeit gleichermaßen zusammenzubringen, zu erleben und weiter zu tragen“. Im selben Jahr gründete Simone Kermes ihre eigene Künstleragentur, Kermes Artists GmbH. Sie gibt erfolgreich Meisterkurse in der ganzen Welt. Die Jugend zu fördern, ihr eigenes musikalisches Wissen und ihre Erfahrungen weiterzugeben, liegen Simone Kermes besonders am Herzen. Simone Kermes gastiert weltweit an den bedeutenden Opern- und Konzerthäusern. Sie ist Mendelssohn- und Bachpreisträgerin und wurde mit zahlreichen Ausgezeichnungen geehrt, u. a. mit dem ECHO Klassik als „Sängerin des Jahres“ sowie einem ECHO für die Operneinspielung des Jahres und dem bedeutenden russischen Opernpreis „Die goldene Maske“ für Mozarts „Cosi fan tutte“.

 

—| Pressemeldung Robert Schumann Saal Düsseldorf |—

Nächste Seite »

Diese Webseite benutzt Google Analytics. Die User IPs werden anonymisiert. Wenn Sie dies trotzdem unterbinden möchten klicken Sie bitte hier : Click here to opt-out. - Datenschutzerklärung