Wiesbaden, Hessisches Staatstheater, Anna Nicole – Oper von Mark-Antony Turnage, IOCO Kritik, 19.02.2020

Hessisches Staatstheater Wiesbaden

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin Kaufhold

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin Kaufhold

  Anna Nicole –  von Mark-Antony Turnage

 Turnage: „Es war eine regelrechte Schnapsidee, wenn auch nicht die schlechteste!“

von Ingrid Freiberg

Ein Opernbesuch in Wiesbaden ist aufregend: Architektonisch ist es ein sehr attraktives Haus und die Programmgestaltung ist ausgezeichnet. Herzhaftes unbekümmertes Lachen vom Komponisten Mark-Anthony Turnage und dem Librettisten Richard Thomas und deren Entourage erhöhen die knisternde Spannung am Premierenabend von Anna Nicole. Das Publikum fühlt sich ermutigt, sie im wunderschönen Foyer um ein Autogramm zu bitten.

Turnage ist einer der erfolgreichsten Vertreter der Neuen Musik. Seine Werke sind vom Jazz und der Musik von Miles Davis geprägt. Mit dieser Mischung aus Jazz und klassischen Stilen bahnt er sich einen eigenen Weg zwischen Moderne und Tradition und stellt die Kluft zwischen zeitgenössischen und historischen Spielpraktiken infrage. Seine eigenwillige Tonsprache bereichert die zeitgenössische Musik. In der zweiten Hälfte der 90er Jahre schrieb Turnage die Oper The Silver Tassie, die 2000 mit großem Erfolg an der English National Opera uraufgeführt wurde. Die Oper Anna Nicole wurde 2011 im Royal Opera House in Covent Garden uraufgeführt. Der Librettist Richard Thomas arbeitete viele Jahre als Musikalischer Leiter und Komponist für das britische Fernsehen mit vielen Top-Comedians zusammen. Bekannt wurde er durch das Schreiben und Komponieren der Jerry Springer Show, die u.a. bei den Olivier Awards 2004 mit dem Best Score Award ausgezeichnet wurde. Fluchen, Provokationen und obszöne Beleidigungen durchdringen seine Arbeit und die Fähigkeit, eine moderne Geschichte mit zeitgenössischem Humor und relevantem Pathos zu präsentieren. Seine Sprache ist klug und auch krass.

Anna Nicole – Oper von Mark-Antony Turnage
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„Wir waren bereits ziemlich betrunken“

Turnage: „Bei unserem ersten Aufeinandertreffen waren Richard Thomas und ich uns auf Anhieb derart sympathisch, dass wir bei ein paar Drinks über die Möglichkeit sprachen, ein gemeinsames Projekt zu realisieren… am Ende hatten wir eine zufällige Übereinstimmung: Anna Nicole. Es war eine regelrechte Schnapsidee, wenn auch nicht die schlechteste!“ Es geht um Variationen „Vorsicht, was Sie sich wünschen“ und „mehr Tränen vergießen über beantwortete Gebete als über unbeantwortete Gebete“ mit deutlicher, teils drastisch-frivoler Sprache. Sicherlich erfordert die nach Berühmtheit verzehrende Persönlichkeit von Anna Nicole einen großen Auftritt auf der Opernbühne, auch das Nebenpersonal ist bizarr besetzt mit dem lächerlichen Lustgreis Howard und einem an der Liebe der Mutter erstickenden Kind, der ewig sensationsgeilen Medienmeute und Annas skrupellosem Anwalt Stern.

The American Dream

Vickie Lynn Marshall, Künstlername Anna Nicole Smith, wird 1967 in einer Provinz in Texas in armselige Familienverhältnisse (White Trash) hinein geboren. Ihr Vater, ein brutaler Säufer, der sie wahrscheinlich missbrauchte, terrorisiert seine Familie. Mit 17 Jahren wird sie das erste Mal Mutter,1993 Playmate des Jahres, 1994 Heirat mit dem Ölmilliardär J. Howard Marshall. Das amerikanische Schmuddel-TV offeriert 2002 der extrem aufgeschwemmten Hundeliebhaberin (Stoffhunde beobachten in Wiesbaden von der Proszeniumsloge aus das Geschehen) die Anna Nicole Show, die den US TV-Pöbel durch peinliches Benehmen mit durchaus bemerkenswerten Quoten zuschalten lässt. 2004 kommt ihre Tochter zur Welt, um deren Vaterschaft sich gleich drei Männer streiten. 2007 starb sie an einer Überdosis Drogen.

Hessisches Staatstheater Wiesbaden / Anna Nicole - hier : Uwe Eikötter, Kind, Elissa Huber, Nathaniel Webster, Christopher Bolduc © Karl - Monika Forster

Hessisches Staatstheater Wiesbaden / Anna Nicole – hier : Uwe Eikötter, Kind, Elissa Huber, Nathaniel Webster, Christopher Bolduc © Karl – Monika Forster

Die „Anna Nicole Show“  –  nun als Oper

In einer im besten Sinne leidenschaftlichen Inszenierung erzählt Bernd Mottl ohne Skandalisierungsversuche, ohne Spektakel auf Kosten der Heldin, die Oper in Form einer Anna Nicole Show. Etwa vierzig Personen als Abbild der amerikanischen Gesellschaft bilden einen repräsentativen Querschnitt (Mormone, Moslem, orthodoxer Jude, Lederfetischist, Straßenarbeiter, Geschäftsmann, Hausfrau, Kriegsveteran, Miss America, Inder, Hippi, Sportler, Wrastler, verschiedene Ethnien, High School-Absolventin, Stripperin, Polizist…). In einem glitzernden drittklassigen 80er Jahre TV-Studio mit einer Tribüne mit fünf Sitzreihen verfolgen sie ihre Lebensgeschichte, reagieren mit Hochhalten verschiedener Schilder auf die jeweilige Situation. Sie sind zusammengekommen, ein Requiem anzustimmen. Auf einer Totenbahre liegt ein glitzernder Leichensack, der sich bewegt. Mitten im Requiem wird die Tote wieder lebendig und wird zur Hauptdarstellerin ihres Lebens; ihre Karriere mediengemacht, von gnadenlosen Profiteuren vorangetrieben, von der voyeuristischen Gier der Öffentlichkeit gepuscht und niedergemacht. Erzählt wird der rasante Aufstieg von Anna Nicole von der Angestellten in einer Hühnerbraterei zur Supermarktverkäuferin in Houston, der „Stadt der Freude“, bis hin zur zunächst erfolglosen Stripperin, die „größere Talente“ braucht. Nach einer OP bei Dr. Feelgood wird das Busenwunder durch seine Ehe mit einem greisen Öl-Tycoon ein gefundenes Fressen der Boulevardpresse. Der Milliardär gibt Anna alles, außer der Ranch, auf der sie gerne mit ihrem Jungen Daniel leben möchte. Bei ergreifender Musik und nach einem verrichteten blow job ruft Anna gutgläubig „Wir haben die Ranch!“

Menschenverachtende Vermarktung

Anwalt und späterer Geliebter Howard Stern verkauft die Rechte für die Live-Übertragung der Geburt ihrer Tochter an einen Pay-TV-Sender. Selbst ein Auftritt in der berühmten Larry King Show wird möglich. Anna ist randvoll mit Drogen… Sie bekennt sich zu ihren Träumen, telefoniert mit ihren Hunden. Als ihr Sohn Daniel drei Tage nach der Geburt seiner kleinen Schwester im Krankenbett seiner Mutter an einem Drogencocktail stirbt, verliert sie ihren letzten Lebensmut. Von nun an macht sie nur noch durch ihre Party- und Drogenexzesse auf sich aufmerksam, wobei Stern ihren Verfall für die Medien immer gnadenloser vermarktet. Als sie erneut schwanger wird, will sie nur noch fressen. Sie stirbt ein Jahr nach dem Tod ihres Sohnes ebenfalls an einer Überdosis verschiedener Medikamente. Die Oper rollt die Geschichte von hinten auf und beginnt mit dem Tod der Titelfigur. Die New York Times titelte nach ihrem Tod: Sie war berühmt dafür, berühmt zu sein…

Hessisches Staatstheater Wiesbaden / Anna Nicole - hier : Ralf Rachbauer als verliebter Trucker, Chor des Hessischen Staatstheaters © Karl - Monika Forster

Hessisches Staatstheater Wiesbaden / Anna Nicole – hier : Ralf Rachbauer als verliebter Trucker, Chor des Hessischen Staatstheaters © Karl – Monika Forster

Garanten eines erfolgreichen Abends

Friedrich Eggert (Bühne, Kostüme) gelingt es hervorragend das Trash-Format einer amerikanischen TV-Show einzufangen, ohne die Mitwirkenden der Lächerlichkeit preiszugeben. Geradezu liebevoll identisch sind die Kostüme der „Jury-Mitglieder“. Fantasievoll, wie die Farben ineinander spielen, das ist sehr hohe Qualität. Dagegen das Strahlen und Funkeln von ganz billigem Tand. Die Jury setzt sich den Strahlenkranz der Freiheitsstatue auf, den amerikanischen Traum demonstrierend. Ein goldener Volant-Bühnenvorhang, eine Sitzecke, die an die Couch von „Wetten das?“ erinnert, eine Bar mit zwei Barhockern und die Möglichkeit rascher Auf- und Abgänge sind Garant des erfolgreichen Abends. Chapeau!

Elissa Huber ist !!! Anna Nicole. Sie singt und spielt grandios die anspruchsvolle Partie mit dauerhaften Spitzentönen und Koleraturen und wird vom Publikum frenetisch gefeiert. Eine außergewöhnliche Leistung, die viele Jahre in Erinnerung bleiben wird. Es ist ein Höhepunkt, wenn sie meisterhaft die Koloraturarie „Zeit zu träumen und zu fliegen, ich werde siegen“ singt. Als Schutzpatronin der heutigen Trash-Generation lässt sie mit „I want to blow you all… a kiss“ ihr Leben Revue passieren. Stimmlich mit großem Sopran, darstellerisch mit bewegendem Spiel und auch optisch hervorragend ausgefüllt, zeigt sie anfangs eine Koketterie à la Marilyn Monroe, entwickelt sich zu einem wahren Busenwunder, das Männerherzen höher schlagen lässt. Ihr bewegendes Spiel macht glaubhaft, welchen Preis Anna für ihren Ruhm zahlt. Es bleiben Momente, in denen sie im weißen Hochzeitskleid in einem Konfetti-Regen steht oder mit hochhackigen Schuhen selbstverliebt den roten Teppich küsst. Zum Schluss singt sie einen Blues „Amerika, du dreckige Hure, ich gab dir alles, du wolltest mehr.“ Erheblich zum Scheitern von Anna trägt der Anwalt Howard Stern bei. Christopher Bolduc verkörpert glaubhaft und aalglatt diese schmierige Rolle. Es geht ihm ausschließlich um kommerziellen Erfolg. Aus Annas Entgleisungen schlägt er größtmöglichen Profit. Sogar die Geburt ihrer Tochter vermarktet er als Pay-per-view-Ereignis. Mit sicherem hochkultiviertem Bariton ist er ein Parvenü, skrupellos und egoistisch.

Margarete Joswig ist als Virgie eine richtende Instanz. Sichtbar aus der Gosse kommend, sie bedroht ihren Ehemann mit der Waffe „Fuck you, fuck you back“, ist sie eine strenge Mutter, resolut und kämpferisch, die sich auch um ihren Enkel Daniel kümmert „Hatte ein Stück vom Kuchen und will auch den Rest versuchen...“: Es ist Virgie, die ein großes Anti-Männer-Lied singt, eine wütende und triumphale Ballade, kraftvoll glühend. Mit ihrem warmen Mezzo gewinnt sie auch mittels glitzernder Bosheit. Ein Mann, der sich seine Träume erfüllen kann, weil er unermesslich reich ist, ist J. Howard Marshall (Uwe Eikötter). Der greise Öl-Milliardär verliebt sich in Anna Nicole. Mit abstoßender Lüsternheit verlangt er Oralverkehr – zweimal lautes Stöhnen in der Musik! – eine Mischung aus Bosheit und Altmännergeilheit. Er erleidet einen Zusammenbruch, kommt noch einmal zu sich und sinniert über die Vergänglichkeit des Lebens. Ohne ein Testament zu hinterlassen, stirbt er kurz darauf.

Solistenrollen durchweg glänzend besetzt

Die drogensüchtige Cousine Shelley, „fünf Kinder und keine Zähne“, singt die Mezzosopranistin Lena Haselmann, die durch ihre besondere Spielfreude imponiert. Gelungen in Maske und Gesang ist der sensationslüsterneTalkmaster Larry King des Tenors Christopher Diffey. Kaum zu glauben, dass ein so junger Interpret eine solche Rolle meistern kann. Der Tenor Ralf Rachbauer profiliert sich auf hohem Niveau in drei Rollen: als verliebter Trucker in der Dancing-Bar, als Mitglied der Marshall Family und als Doctor Feelgood, der die menschliche Selbstoptimierung, wenn nötig mit chirurgischer Unterstützung vornimmt. „Wer arm, hässlich und dumm bleibt, der trägt selbst die Verantwortung für das ausbleibende Lebensglück: Why be average, when you could be a sensation?“ Letztendlich ist er der Schuldige an Annas Drogensucht… Bariton Daniel Carison ist der gewalttätige Daddy Hogan, vor dem alle Angst haben. Die in Wiesbaden vielfach gefeierte Annette Luig ist Kay, die fürsorgliche Tante, bei der Anna aufwächst und etwas Liebe erhält. Schon nach kurzer Zeit erfolgreich im Ensemble verankert ist die Mezzosopranistin Fleuranne Brockway (Melissa, News Reporter). Nathaniel Webster ist Annas erster Ehemann Billy, der sie schon nach einem Jahr verlässt und sich ihrer verlotterten Familie zuwendet.

Hessisches Staatstheater Wiesbaden / Anna Nicole - hier : Uwe Eikötter, Elissa Huber als Anna Nicole, Chor des Hessischen © Karl - Monika Forster

Hessisches Staatstheater Wiesbaden / Anna Nicole – hier : Uwe Eikötter, Elissa Huber als Anna Nicole, Chor des Hessischen © Karl – Monika Forster

Die abwechslungsreiche Oper wird durch tänzerische Einlagen von „Annas Notorius Showcrew“ (Sofia Romano, Anna Heldmaier, Sarah Steinemer, Jasper H. Hanebuth, Soeren Niewelt, Max Menendez-Vazquez, Nathalie Gehrmann (Swing), Choreografie: Myriam Lifka) revuehaft aufgelockert. Vier heiße Lap Dancer (Radoslava Vorgic, Karolina Lici, Maike Menningen, Jessica Poppe) sorgen für scharfe Einlagen an Pole Stangen, weisen Anna in den Stangentanz ein und verweisen darauf, um bei Männern Erfolg zu haben, braucht es „schöne Ansichten“. Als Meat Rack Quartet agieren gekonnt Petra Heike, Lena Naumann, Ines Behrendt, Ayako Daniel. Bei Annas Sohn Daniel denkt man zunächst, es sei eine stumme Rolle, doch hat auch er etwas zu sagen. Bariton David Krahl zählt in einer Art Registerarie in schwer fassbarer, dunstiger Musik alle nur denkbaren Schmerz- und Betäubungsmittel auf.

Unter der Leitung von Albert Horne steht sowohl der Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden als auch das Hessische Staatsorchester Wiesbaden. Ihm gebührt großes Lob… Durch die prägnanten Chorszenen, in denen die Masse Anna Nicoles Geschichte mit ihren Kommentaren immer weiter treibt, hat Turnage dem Chor eine zentrale Rolle zugedacht. Er souffliert, wenn Anna nicht mehr weiß: „Wo war ich noch stehen geblieben?“ „F.U.C.K.“ Auch um Kotze, Titten und Schwänze geht es… In den unterschiedlichen Lebensstationen dieser Story fasziniert der Chor als heimlicher Star mit rasantem Spiel und stimmlicher Brillanz.

„Ich denke, die Leute werden überrascht sein, wenn sie die Oper hören“, so Turnage. „Der letzte Teil ist sehr ernst und sehr traurig… Es wird fast wie eine traditionelle Oper.“ Der 1. und der 2. Akt sind zwei Seiten einer Medaille. Albert Horne lässt die vielseitigen Klangwelten prägnant erklingen. Es gelingt ihm, eine derbe Abrechnung mit dem American Way of Life erklingen zu lassen. Turnage verbindet seine kompositorische Arbeit mit der Klangwelt von Jazz und Popmusik. Seiner dritten Oper Anna Nicole hat er eine Form gegeben, die mit ihren Songs und Tanzeinlagen ans Musical erinnert, an Vorbilder wie Kurt Weill und Leonard Bernstein. Neben dem klassischen Orchester sind eine E-Gitarre, E-Bass, Banjo, Saxophon, Jazz-Drummer und Trompeten im Big-Band-Sound zu hören.

Das Opernmagazin, Detlef Obens, schrieb 2013 zur Aufführung von Anna Nicole  in Dortmund: „Die anspruchsvolle Partitur der Turnage-Oper, herausfordernd für Musiker wie auch für den Dirigenten, war von Angebinn ein Erlebnis der besonderen Art. Tempi, Rhythmen, große orchestrale Ausbrüche, zarte und leise Töne in den emotionalen Momenten der Oper –  all das war hohe Musikkunst.

Die anspruchsvolle Partitur, herausfordernd für Musiker wie auch für den Dirigenten, ist von besonderer Art: Tempi, Rhythmen, große orchestrale Ausbrüche, zarte und leise Töne in den emotionalen Momenten sind hohe Kunst. Wiederholt kommt es zu schroffen Wechseln zwischen Musicalsound und Realityshow einerseits und klassisch-jazzigen wie opernhaften Elementen, eine dauernd fetzige Flut von grell bebilderten Szenen und mitreißenden Songs und Ensembles, die an Emotionalität nichts vermissen lassen.

Ein außergewöhnlicher Opernabend: frenetischer Jubel, Standing Ovations für alle Beteiligten

—| IOCO Kritik Hessisches Staatstheater Wiesbaden |—

Wiesbaden, Hessisches Staatstheater, Anna Nicole – Oper von Mark-Anthony Turnage, 15.02.2020

Hessisches Staatstheater Wiesbaden

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin Kaufhold

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin Kaufhold

  Anna Nicole – Oper von Mark-Anthony Turnage
Libretto von Richard Thomas

Premiere Samstag, 15. Februar 2020, 19.30,  die nächsten Vorstellungstermine: 21. & 28. Februar, jeweils um 19.30 Uhr

Anna Nicole – Sexsymbol, Partyluder und Männerfantasie, Busenwunder, Milliardärsgattin und Tabletten-Junkie. Sie war eine Person voller Widersprüche, mit einer Biografie, die den Stoff zu einer Seifenoper hätte liefern können. Komponist Mark-Anthony Turnage und Librettist Richard Thomas haben eine richtige Oper daraus gemacht: Eine rasante Revue voller Sprachwitz und musikalischem Humor, gewürzt mit ein paar messerscharfen Dissonanzen, abwechslungsreich gestalteter Instrumentierung und rockigen Schlagzeugrhythmen.

In Wiesbaden wird das Stück unter der Musikalischen Leitung von Albert Horne und in einer Neuinszenierung von Bernd Mottl, der in Wiesbaden zuletzt die Oper von Arno Schreier, Schade, dass sie eine Hure war,  inszenierte, zu erleben sein.

In dem temporeichen Stück, das mühelos den Spagat zwischen Musical-Song, Opernkoloratur und neuer Musik schlägt, wird die Titelpartie von Elissa Huber verkörpert, die derzeit in der Rolle der Lilli Vanessi in Kiss Me, Kate an der Wiener Volksoper zu sehen ist.

Die Produktion wird theaterpädagogisch begleitet

Musikalische Leitung Albert Horne Inszenierung Bernd Mottl Bühne, Kostüme Friedrich Eggert Chor Albert Horne Choreografie Myriam Lifka Licht Klaus Krauspenhaar Dramaturgie Daniel C. Schindler Theaterpädagogik Luisa Schumacher

MIT:  Anna Nicole Elissa Huber,  Stern Christopher Bolduc, Virgie Margarete Joswig, J. Howard Marshall Uwe Eikötter, Shelley / Marshall Family Lena Haselmann, Mayor of Mexia / Larry King Christopher Diffey Trucker / Doctor / Marshall Family Ralf Rachbauer Deputy Mayor / Patron / Runner Frederic Mörth Daddy Hogan / Marshall Family Daniel Carison Kay / Marshall Family Annette Luig Melissa / News Reporter Fleuranne Brockway Billy / News Reporter Nathaniel Webster Lap Dancer 1 Radoslava Vorgic Lap Dancer 2 Karolina Liçi Lap Dancer 3 Maike Menningen Lap Dancer 4 Jessica Poppe Teenage Daniel David Krahl

TänzerInnen:  Sofia Romano, Anna Heldmaier, Sarah Steinemer, Jasper Hanebuth, Soeren Niewelt, Max Menendez-Vazquez, Nathalie Gehrmann (Swing)

Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden

—| Pressemeldung Hessisches Staatstheater Wiesbaden |—

Mannheim, Nationaltheater Mannheim, Carmen – Georges Bizet, 07.12.2019

Dezember 3, 2019 by  
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Nationaltheater Mannheim

Nationaltheater Mannheim

Nationaltheater Mannheim © Hans Jörg Michel

Nationaltheater Mannheim © Hans Jörg Michel

 Carmen –  in der Regie von Yona Kim

Premiere  Samstag, 7. Dezember um 19 Uhr

Eines der berühmtesten und beliebtesten Werke der Operngeschichte feiert am Samstag, 7. Dezember um 19 Uhr am Nationaltheater Mannheim Premiere: Yona Kim inszeniert Bizets Carmen im Bühnenbild von Herbert Murauer und den Kostümen von Falk Bauer und erzählt die Geschichte dieser viel interpretierten Frauenfigur aus einer dezidiert weiblichen Perspektive. Sie wertet das Bauernmädchen Micaëla auf und konfrontiert es mit Carmen als Gegenpart. Lillas Pastia wird zu einem Alter Ego Carmens und von der Schauspielerin Lucía Astigarraga auf Spanisch gesprochen.

Ensemblemitglied Jelena Kordic ist diese Carmen, ihr gegenüber steht Eunju Kwon als Micaëla. Irakli Kakhidze ist Don José, Evez Abdulla der Torero Escamillo. In weiteren Rollen sind Raphael Wittmer, Christopher Diffey, Dominic Barberi, Marcel Brunner (Opernstudio), Nikola Hillebrand und Martiniana Antonie (Opernstudio) zu erleben. Den Opernchor studiert Dani Juris ein. Es dirigiert der stellvertretende Generalmusikdirektor Mark Rohde.

Nationaltheater Mannheim / Carmen © Hans Jörg Michel

Nationaltheater Mannheim / Carmen © Hans Jörg Michel

Weitere Aufführungen finden am 13., 20., 25. und 28. Dezember, am 22. Januar, 9., 13. und 19. Februar, 22. März und 25. April statt.

—| Pressemeldung Nationaltheater Mannheim |—

Mannheim, Nationaltheater Mannheim, Spielplan Mai 2019

Nationaltheater Mannheim

Nationaltheater Mannheim

Nationaltheater Mannheim © Hans Jörg Michel

Nationaltheater Mannheim © Hans Jörg Michel


Premieren im Mai


Premiere Tanz

Evolution

Choreografien von Liliana Barros und Stephan Thoss

Musik von Jacques Offenbach, Georges Bizet, Giacomo Puccini, Giuseppe Verdi, Bernd Alois Zimmermann u. a.

Premiere am Donnerstag, 23. Mai 2019, 19.30 Uhr, Schauspielhaus

Weitere Vorstellung am 12. Juli

Wir empfinden unsere Zeit als hochentwickelt und ein Abebben des Fortschrittsverlangens ist nicht spürbar. Doch wie vollzieht sich Entwicklung? Kann sich ein Einzelner in völliger Isolation weiterentwickeln oder braucht der Wechsel die Provokation durch ein Gegenüber, lassen sich kreative Prozesse in einer Gemeinschaft leichter realisieren? Mit diesen Fragen setzt sich die portugiesische Choreografin Liliana Barros in ihrer Kreation für »Evolution« auseinander und erforscht sie in körperlicher Dimension. Stephan Thoss hingegen konzentriert sich in »bellulus« auf den Moment der Stagnation und wählt als Motiv den ewigen Kreislauf des Opernrepertoires: Ein Ensemble personifizierter Opernarien in schon etwas angeschimmelten Roben räkelt sich auf einem staubigen, überdimensionalen Sofa und schwelgt in altbekannten Melodien. Selbstverliebt haben die Figuren in ihrer überheblichen Art den Anschluss an eine neue Zeit verpasst und entgehen der aufregenden Möglichkeit, sich zu verändern, wach zu bleiben und neue Wege zu entdecken. Wer den »Bolero« im Spielplan vermisst, wird Stephan Thoss’ feinen Sinn für Humor in »bellulus« wieder finden.

Choreografie & Kostüme Liliana Barros / Stephan Thoss Bühne Liliana Barros / Arne Walther Licht Wolfgang Schüle / Stephan Thoss

Mit Tanzensemble des NTM


Premiere Schauspiel

Wir

nach dem Roman von Jewgenij Samjatin

Liebesgeschichte aus der Zukunft

Premiere am Freitag, 24. Mai 2019, 20.00 Uhr, Studio Werkhaus

Die ferne Zukunft. Die letzten Menschen leben innerhalb der Mauern des »Einzigen Staates« und sind heilfroh, sich nicht mehr mit überholten Konzepten wie Liebe und Freiheit abmühen zu müssen. So kann sich auch D-503, Konstrukteur des Raketenschiffs »Integral«, nichts Besseres vorstellen, als eine perfekte Nummer im Kollektiv zu sein, sein rosa Billett beim streng geregelten intimen Kontakt abzugeben und durch die gläsernen Wände seiner Wohnung die heile, logische Welt zu betrachten.

Bis er sich in die mysteriöse Nummer I-330 verliebt. Mit einem Mal sind da alle diese Emotionen, diese aufregenden Geheimnisse. Entscheidet sich D-503 am Ende doch gegen den vorgegebenen Lebensentwurf?

Jewgenij Samjatin schrieb »Wir« bereits 1920, lange bevor Huxley, Bradbury oder Orwell mit ihren düsteren Zukunftsvisionen berühmt wurden. Roscha A. Säidow, derzeit Artist-in-Residence am Puppentheater Magdeburg, hat sich als formstarke Geschichtenerzählerin einen Namen gemacht und bringt Samjatins vergessenen Klassiker der Science-Fiction-Literatur als musikalische Mischung aus Schauspiel und zeitgenössischem Figurentheater auf die Bühne.

Regie Roscha A. Säidow Bühne & Kostüme Julia Plickat Musik Fabian Kalker Licht Björn Klaassen Dramaturgie Sascha Hargesheimer

Mit Rocco Brück, Sarah Zastrau, Viktoria Miknevich


Premiere Oper

Pelléas et Mélisande

Claude Debussy

Premiere am Samstag, 25. Mai 2019, 19.00 Uhr, Opernhaus

Weitere Vorstellungen am 29. Mai und 2. Juni

In einem düsteren Wald trifft Golaud, der Enkel des Königs von Allemonde, auf die mysteriöse Mélisande, nimmt sie mit in seine Heimat und macht sie zu seiner Frau. Doch als sein Bruder Pelléas die geheimnisvolle Schönheit kennenlernt und sich beide ineinander verlieben, nimmt das Schicksal seinen unheilvollen Lauf. Claude Debussys Vertonung des symbolistischen Theatertextes von Maurice Maeterlinck ist seine einzige vollendete Oper. Die von ihm geschaffene Klangwelt steht ganz im Dienst der märchenhaften Ereignisse und der vom Schicksal getriebenen Figuren. Regisseur Barrie Kosky, der Intendant der Komischen Oper Berlin, landete mit seiner Interpretation von Debussys Meisterwerk einen Inszenierungscoup, der nach Aufführungen in Berlin nun am NTM mit Mannheimer Ensemblemitgliedern neu einstudiert wird. Kosky übersetzt die Oper in ein psychologisch tiefenscharfes Kammerstück, das die erschütternde Zeitlosigkeit einer tragischen Beziehungskonstellation offenlegt.

Eine Koproduktion mit der Komischen Oper Berlin

In Kooperation mit dem Institut français Mannheim.

Musikalische Leitung Alexander Soddy Regie Barrie Kosky Bühne & Licht Klaus Grünberg Co-Bühnenbildnerin Anne Kuhn Kostüm Dinah Ehm Dramaturgie Johanna Wall / Julia Warnemünde

Mit Raymond Ayers (Gast), Astrid Kessler, Joachim Goltz, Patrick Zielke, Marie-Belle Sandis, Ilya Lapich


Alphabet-Tage – Singen für alle!


Ladysmith Black Mambazo

Der beste Chor Südafrikas – ausgezeichnet mit 5 Grammys

Nur am Freitag, 3. Mai, 20.00 Uhr, Opernhaus

Stars im NTM: Weltweite Bekanntheit erreichte die Männer-a-capella-Gruppe aus dem südafrikanischen Township Ladysmith im Jahr 1986, als Paul Simon den Chor für sein Album »Graceland« gewann. Doch bereits seit 1964 pflegt diese herausragende Sängerformation die afrikanischen Gesangstraditionen des Mbube und des Isicathamiya. Im Laufe seiner beeindruckend langen Karriere beschäftigte sich der Chor immer wieder auch mit Werken der europäischen Klassik und der Popmusik.

Ihr einmaliger Sound brachte ihnen diverse Auszeichnungen ein, darunter fünf Grammys. Den letzten widmete die Gruppe dem ehemaligen Präsidenten Nelson Mandela, den sie bereits 1993 zur Verleihung des Friedensnobelpreises begleiteten.

Mit Ladysmith Black Mambazo


Singen für alle!

Ein Tag des Gesangs mit Chorkonzerten, Workshops und Vorträgen

Nur am Samstag, 4. Mai, 11.00 bis 18.00 Uhr, Oberes Foyer & andere Orte

An diesem Tag sollen die Foyers und Bühnen des Nationaltheaters von Gesängen widerhallen – wir haben ausgewählte Chöre Mannheims eingeladen, Kostproben ihres Könnens zu geben. Daneben wird es Workshops und Vorträge geben: Wie geht gutes Einsingen? Was unterscheidet die verschiedenen musikalischen Stile und wie erlernt man sie? Kann man auch ohne Chorleiter gemeinsam singen? Die Liste der Fragen rund um das Thema »Singen« kann mit Sicherheit fortgesetzt werden, und wir werden an diesem langen Samstag nicht Antworten auf alle Fragen finden. Sicher ist aber auch: Es wird ein großer Spaß werden.

MITMACHEN
Ganz gleich, ob blutiger Anfänger oder erfahrenes Goldkehlchen, jede/r kann teilnehmen.

Eintritt: 5 €
Anmeldung unter: info@alphabet-oper.de

WORKSHOPS:

»Große Opernchöre«
Mit dem NTM-Opernchordirektor Dani Juris (Mannheim)

»Chorimprovisation und Bodypercussion«

Mit Uschi Krosch (Hamburg)»Orientalischer Chorgesang«
Mit Mehmet C. Ye?ilçay (München)

»Maestri piccolini«
Kinderchor NTM einmal anders
Mit dem NTM-Kinderchor und Leiterin Anke-Christine Kober

KONZERTE MIT:
Chor für Geistliche Musik Ludwigshafen, Junger Kammerchor Mannheim, Kammerchor des Stadtdekanates Ludwigshafen Coro Piccolo, JungerChor TakeFour, 4×4 Frauenchor der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, Kammerchor der Musikschule Mannheim, Joyful Voices Das Rote Mikrofon, Jugend-KANTOREI Vogelstang, The Celebration Gospel Choir, Kammerchor Cantabile, Alphabet-Chor


Orchesterkaraoke

»Selten war der Befund, der Saal koche, so angebracht. Und selten verließ man ein Theater so uneingeschränkt gut gelaunt.« (Spiegel Online)

Nur am Samstag, 4. Mai, 19.00 Uhr, Opernhaus

Mit der Mannheimer »Orchesterkaraoke« wird der weltweit populäre Freizeitspaß neu definiert. Hier singen Unerschrockene in Begleitung des spätromantisch besetzten Mannheimer Stamitz-Orchesters und des 100-köpfigen Alphabet-Chores den Popsong ihrer Wahl. Eine Konzertshow, die nicht nur den einzelnen Sängern die begehrten »fünf Minuten Ruhm« verspricht, sondern auch die übrigen Zuschauer in derartig ekstatische Stimmung versetzt, dass selbst die verschämtesten »heimlich unter der Dusche-Sänger« aus voller Kehle mitsingen.

Diese ultimative Begegnung von Hoch- und Populärkultur hat zuletzt in der Elbphilharmonie in Hamburg über 3.000 Zuschauer begeistert. Am 4. Mai verwandelt sich das Opernhaus in eine Karaoke-Bar der Extraklasse.

Mit Alphabet-Chor, Stamitz-Orchester Mannheim, Jan Dvorak (Dirigat), Matthias von Hartz (Moderation), Jan Wulf (lebende Karaokemaschine), Joe Völker (Choreinstudierung)


Festlicher Opernabend


Don Carlo

Giuseppe Verdi

mit Marina Prudenskaja als Eboli und Ludovic Tézier als Posa

Nur am Samstag, 18. Mai, 19.00 Uhr, Opernhaus

Wenn Marina Prudenskaja eine Rolle übernimmt, tut sie das mit Haut und Haaren. In aller Welt macht die in St. Petersburg geborene Mezzosopranistin mit ihren Wagner- und Verdi-Interpretationen von sich reden. Jetzt ist sie als liebeskranke Prinzessin Eboli zu Gast am NTM. Als Marquis Posa tritt ihr der international gefragte Bariton Ludovic Tézier gegenüber. Mit diesen Ausnahmekünstlern ist Gänsehaut garantiert.

Mit freundlicher Unterstützung unseres Hauptsponsors Baden-Württembergische Bank


Französisches Wochenende


Um Jacques Offenbachs Operette »Orpheus in der Unterwelt« und Debussys Opern »House of Usher« und »Pelléas et Mélisande« rundet ein Rahmenprogramm dieses thematisch dem Nachbarland Frankreich gewidmete Wochenende ab.

House of Usher
Musiktheater nach Debussy und E.A. Poe von Anna Viebrock
Am Freitag, 31. Mai, 19.30 Uhr, Opernhaus – Kurzeinführung um 19.00 Uhr im Oberen Foyer
Anschließend Nachgespräch mit Mitgliedern des Teams im Oberen Foyer

Orpheus in der Unterwelt
Jacques Offenbach

Am Samstag, 1. Juni, 19.30 Uhr, Opernhaus – Kurzeinführung um 19.00 Uhr im Oberen Foyer
Anschließend Chansons und Häppchen im Theatercafé

Musikalische Matinée mit Elias Corrinth
zu »Pelléas et Mélisande« von Claude Debussy
Am Sonntag, 2. Juni, 11.00 Uhr, Theatercafé

Pelléas et Mélisande
Claude Debussy
Am Sonntag, 2. Juni, 18.00 Uhr, Opernhaus – Kurzeinführung um 17.30 Uhr im Oberen Foyer


Musiksalon


Musiksalon // Lied: »Das Buch der hängenden Gärten«

Liederabend mit Thomas Berau und Elias Corrinth

Am Samstag, 11. Mai 2019, 20.00 Uhr, Montagehalle Werkhaus

Ein junger Prinz betritt einen paradiesischen Garten und findet die Erfüllung seiner Sehnsüchte mit der Geliebten in einem Blumenbett. Doch die Geliebte verlässt den Jüngling und mit ihrem Weggang verfällt auch der Garten seiner Träume. 15 Gedichte aus dem »Buch der hängenden Gärten« des Dichters Stefan George wählte Arnold Schönberg für seinen Liedzyklus aus. Dabei fokussiert er sich nicht auf die detailreiche Beschreibung der Verwandlung der Liebenden und ihres Paradieses. Jedes Lied bringt vielmehr einen Gedanken, eine Atmosphäre zum Ausdruck. Und noch während Schönberg in den Jahren 1908 bis 1909 an seinem Zyklus arbeitete, war ihm bewusst, dass er eine neue Phase seines künstlerischen Schaffens beschritt: »Mit den George- Liedern ist es mir zum erstenmal gelungen, einem Ausdrucks- und Formideal nahezukommen, das mir seit Jahren vorschwebt.« Der beliebte Ensemblesänger Thomas Berau und Pianist Elias Corrinth nähern sich Schönbergs Liederzyklus mit großem Feingefühl für die besondere, fragile Architektur des Werkes.

Mit Thomas Berau (Bariton), Elias Corrinth (Klavier)


Musiksalon // Szene: Caspars Wolfsschlucht
Soloprogramm mit Patrick Zielke und Kapelle

Am Samstag, 18. Mai 2019, 20.00 Uhr, Casino Werkhaus

»Fort! Stürzt das Scheusal in die Wolfsschlucht!«, so heißt es am Ende des »Freischütz«, nachdem Caspar, von seinen eigenen Freikugeln getroffen, zu Boden gegangen ist. Was hat man ihm nicht alles angehängt: Er habe den braven Max zum Bösen verführt, stelle seiner Braut nach, gieße immer treffende Freikugeln, sei letztlich ein Teufelsanbeter. Das letzte, woran er sich erinnern kann, ist der Sturz in die verrufene Schlucht. Dann wurde es schwarz vor seinen Augen.

Nachdem er nach einer längeren Ohnmacht in unserem Theater-Casino wieder aufgewacht ist, bestellt er erst einmal einen Jägermeister an der Bar und beginnt seine Version der Geschichte zu erzählen. Und die weicht ziemlich vom Opernführer ab. Der charismatische Bass Patrick Zielke ist Protagonist in dieser One-Man-Show. Nachdem der ursprünglich geplante Premierentermin im November wegen Krankheit ausfallen musste, wird Zielke nun im April die Theaterkneipe zur Wolfsschlucht machen.

Mit Patrick Zielke (Gesang & Schauspiel), Jan Dvorak (Regie & Instrumente), Daniel Fritzsche (Cello), Robin Phillips (Klavier)


Musiksalon // Klassik: »Souvenir de Florence«
Streichsextette von Schönberg und Tschaikowsky

Nur am Sonntag, 26. Mai 2019, 20.00 Uhr, Oberes Foyer

Als Pjotr Tschaikowsky die Erinnerungen an seinen Aufenthalt in Florenz in Töne bannte, war er längst nach Russland heimgekehrt. Er hatte in Italien unbeschwert seine Oper »Pique Dame« komponiert und trotzdem beginnt sein einziges Streichsextett dramatisch, emotional aufgewühlt; es verkehrt sich bald ins Gespenstische, in romantisches Zwielicht. Der Selbstmord des Protagonisten seiner Oper versetzte Tschaikowsky derart in Aufregung, dass sein »Souvenir de Florence« ein echtes Nachtstück wurde.

Noch hitziger und noch düsterer ist Arnold Schönbergs Vertonung der Verse von Skandaldichter Richard Dehmel, der das Geständnis einer jungen Frau auf einem nächtlichen Spaziergang beschreibt. Während es das Publikum der Uraufführung spaltete, gehört das Sextett aus Schönbergs tonaler Phase heute zu seinen meistgespielten Werken. Das Ensemble um NTO-Solocellist Fritjof von Gagern und Solobratscher Julien Heichelbech finden darin den idealen Sound für eine der ersten schwülen Mannheimer Sommernächte.

Mit Covadonga Alonso (Geige), Fritjof von Gagern (Cello), Julien Heichelbech (Bratsche), Marie-Claudine Papadopoulos (Geige), Alexandre Vay (Cello), Baptiste Vay (Bratsche)


Schauspiel Extra


Besser Scheitern – Stücke aus dem Papierkorb
Lesung

Am Donnerstag, 2. Mai 2019, 20.00 Uhr, Lobby Werkhaus

Scheitern als Chance: Zu Gast in dieser Ausgabe der Lesereihe ist der Autor, Musiker und Hörspielproduzent Dominik Busch mit seinem Text »Flugangst«.

In Kooperation mit dem Theaterhaus G7


Robert Seethaler – »Das Feld«
Lesung

Am Montag, 27. Mai 2019, 19.30 Uhr, Schauspielhaus

Was bleibt von einem Leben? Eine Geschichte oder die Erinnerung an einen Moment, an ein bestimmtes Gefühl? Nach »Ein ganzes Leben« ein weiterer Bestseller von Robert Seethaler.
Wenn die Toten auf ihr Leben zurückblicken könnten, wovon würden sie erzählen? Einer wurde geboren, verfiel dem Glücksspiel und starb. Ein anderer hat nun endlich verstanden, in welchem Moment sich sein Leben entschied. Eine erinnert sich daran, dass ihr Mann ein Leben lang ihre Hand in seiner gehalten hat. Eine andere hatte siebenundsechzig Männer, doch nur einen hat sie geliebt. Und einer dachte: Man müsste mal raus hier. Doch dann blieb er.

In Robert Seethalers neuem Roman »Das Feld« geht es um das, was sich nicht fassen lässt. Es ist ein Buch der Menschenleben, jedes ganz anders, jedes mit anderen verbunden. Sie fügen sich zum Roman einer kleinen Stadt und zu einem Bild menschlicher Koexistenz.


Casino Performance: Der Blockbuster Teil 4
Am Mittwoch, 29. Mai 2019, 22.00 Uhr, Casino Werkhaus

Die großen Kino-Mythen im kleinsten Raum! Schauspieler Robin Krakowski und weitere Ensemblemitglieder zeigen in Folge 4 der Serie einmal mehr, was die Essenz der großen Blockbuster ist. Wiedererkennungseffekt und großer Spaß garantiert!


Wiederaufnahmen im Mai


Oper

Don Carlo
Giuseppe Verdi

Wiederaufnahme am Sonntag, 5. Mai 2019, 19.00 Uhr, Opernhaus
Weitere Vorstellungen am 10., 18., 20. und 24. Mai

Der spanische Infant Carlo und Elisabeth von Valois lieben sich. Doch König Philipp II. nimmt Elisabeth aus politischen Gründen selbst zur Frau und macht aus der Braut des Sohnes dessen Stiefmutter. Der Marquis von Posa versucht, seinen besten Freund Carlo für den Freiheitskampf der Provinz Flandern zu interessieren und ihm damit über den Liebeskummer hinwegzuhelfen. Doch das Wirken der Prinzessin Eboli, die Elisabeth aus vergeblicher Liebe zu Carlo beim König verleumdet, das gnadenlose Vorgehen der Inquisition und die aufwändige Intrige, die Posa für die Idee der Freiheit initiiert, verhindern eine Erfüllung der politischen und privaten Ziele.

Verdi hat nach der Vorlage von Schillers Drama eine seiner farbenreichsten Partituren geschaffen. In Jens-Daniel Herzogs Inszenierung aus dem Jahr 2013 treffen historische Zitate auf eine moderne Formen- und Farbwelt.

Mit Sung Ha (Philipp II.), Irakli Kakhidze (Don Carlo), Nikola Diskic (Rodrigo, Marquis von Posa), KS Thomas Jesatko (Großinquisitor), Miriam Clark (Elisabeth), Julia Faylenbogen (Prinzessin Eboli), Amelia Scicolone (Tebaldo), Koral Güvener (Graf von Lerma / Herold), Dominic Barberi (Mönch), Natalija Cantrak (Stimme)


Tosca
Giacomo Puccini

Wiederaufnahme am Donnerstag, 30. Mai 2019, 19.00 Uhr, Opernhaus
Weitere Vorstellungen am 9., 19. und 29. Juni

Ein atemberaubender Thriller aus einer spannungsgeladenen Zeit: Rom um 1800. Die skrupellose Geheimpolizei unter Baron Vitello Scarpia schreckt bei der Verfolgung politischer Gegner vor Folter und Mord nicht zurück. Die Sängerin Floria Tosca gerät in die Fänge dieser Maschinerie, als ihr Geliebter, der Maler Cavaradossi, dem wegen Hochverrats eingekerkerten Angelotti zur Flucht verhilft. Der Polizeichef Scarpia bietet Tosca zynisch die Möglichkeit, das Leben ihres Geliebten zu retten, in dem sie sich ihm hingeben soll. Um sich vor den Zugriffen Scarpias zu retten, ersticht sie ihn und hofft, nach der »Scheinhinrichtung« mit dem totgeglaubten Cavaradossi entfliehen zu können. Doch dem Sog aus Macht und Gewalt kann sie nicht entkommen. Die als »Spiel« inszenierte Hinrichtung ihres Geliebten erweist sich als Wirklichkeit. Schockiert vom Tod ihres Geliebten, entsetzt über den teuflischen Betrug des Polizeichefs und gejagt von der Polizei, gibt es für sie nur noch einen Ausweg: den Sturz von der Engelsburg.

Renate Ackermann belässt in ihrer Inszenierung von 1994 die Handlung im historischen Rahmen, während das abstrahierte Bühnenbild Hans-Martin Scholders einen allegorischen Raum der Sinnbezüge schafft.

Mit Elisabeth Teige (Tosca), Adrian Xhema (Cavaradossi), Evez Abdulla / Jorge Lagunes (Scarpia), Dominic Barberi (Angelotti), Christopher Diffey (Spoletta), Marcel Brunner (Meßner), Junchul Ye (Sciarrone), Stephan Somburg / Chi Kyung Kim (Schließer) sowie Solisten des Kinderchores (Ein Hirte)


Zum letzten Mal in der Spielzeit 2018/2019


Die vier Jahreszeiten / Empty House
Choreografien von Giuseppe Spota und Johan Inger
Zum letzten Mal in dieser Spielzeit am Montag, 6. Mai 2019, 19.30 Uhr, Schauspielhaus
Ein Abend, zwei äußerst individuelle Stücke: auf fesselnd bildstarke »Vier Jahreszeiten« folgt
choreografische Raffinesse zu ungarischen Geigenrhythmen in »Empty House«.

Zum letzten Mal
Der Elefantengeist
Lukas Bärfuss
Zum letzten Mal am Mittwoch, 8. Mai 2019, 19.30 Uhr, Schauspielhaus

Er war der »schwarze Riese« der alten BRD: Helmut Kohl (1930 – 2017). Als Bundeskanzler prägte er 16 lange Jahre die Politik der Bundesrepublik. Nun wird der Pfälzer zum letzten Mal zum Ausgangspunkt einer Expedition in eine versunken anmutende Zeit.


Don Carlo
Giuseppe Verdi
Zum letzten Mal am Freitag, 24. Mai 2019, 19.00 Uhr, Opernhaus

Spanien zur Zeit der Inquisition: König Philipp II. heiratet die französische Königstocher Elisabeth von Valois und setzt damit ein Familiendrama mit politischen Konsequenzen in Gang. Denn Elisabeth ist die große Liebe seine Sohnes Don Carlo. Nach Schillers Vorlage schuf Verdi eine seiner farbenreichsten Partituren. In der Inszenierung von Jens-Daniel Herzog treffen historische Zitate zum letzten Mal auf eine moderne Formen- und Farbwelt.


Weitere Veranstaltungen im Mai


Fortbildung: site specific
Am Samstag, 4. Mai 2019, 10.00 Uhr, Foyer Junges NTM

Benefizgala des Wagner-Verbandes

Am Samstag, 4. Mai 2019, 18.00 Uhr, Christuskirche
Die schönsten Opernarien von Verdi, Puccini und Wagner zu einem guten Zweck: Mit dem Erlös unterstützt der Mannheimer Wagner-Verband das Internationale Opernstudio des NTM.
Musikalische Leitung Alexander Soddy Mit Nikola Hillebrand, Jelena Kordic, Eunju Kwon, Evez Abdulla, Thomas Berau, Juraj Holly


4. Familienkonzert: »Karneval der Tiere«
Camille Saint-Saëns
5+

Am Sonntag, 5. Mai 2019, 11.00 Uhr, Opernhaus
Wie klingt das eigentlich, wenn eine Schildkröte Cancan tanzt? Und welches Tier spielt auf der
Glasharmonika? Das alles gibt es beim Familienkonzert zu erleben – inklusive Schauspieler und
Live-Illustration.
Die Familienkonzerte finden im Rahmen der Jungen Oper statt. Die Junge Oper wird präsentiert von der MVV.


Club der unmöglichen Fragen
»Starke Unternehmen ohne Frauen?«

Am Donnerstag, 9. Mai 2019, 17.30 Uhr, Lobby Werkhaus

Es gibt immer noch zu wenige Frauen in Führungspositionen. Die Politik hat mit einem Quoten-Gesetz den ersten Schritt zur Chancengleichheit unternommen. Was braucht Mannheim: Gezielte Frauenförderung oder eine Quotenregelung?


Einführungssoirée: Evolution
Choreografien von Liliana Barros und Stephan Thoss
Musik von Jacques Offenbach, Georges Bizet, Giacomo Puccini, Giuseppe Verdi, Bernd Alois Zimmermann u. a.
Am Donnerstag, 9. Mai 2019, 19.00 Uhr, Schauspielhaus


5. Familienkonzert: »Karneval der Tiere«
Camille Saint-Saëns
5+
Am Sonntag, 12. Mai 2019, 11.00 Uhr, Opernhaus
Wie klingt das eigentlich, wenn eine Schildkröte Cancan tanzt? Und welches Tier spielt auf der
Glasharmonika? Das alles gibt es beim Familienkonzert zu erleben – inklusive Schauspieler und
Live-Illustration.
Die Familienkonzerte finden im Rahmen der Jungen Oper statt. Die Junge Oper wird präsentiert von der MVV.


Kammerakademie
Musikalische Leitung: Sarah Christian (Violine)
Mit Julian Heichelbeck (Viola)

Am Sonntag, 12. Mai 2019, 19.30 Uhr, Opernhaus

Unter der Leitung der vielfach prämierten Geigerin Sarah Christian erklingen Mozarts »Maurerische Trauermusik«, die »Sinfonia concertante Es-Dur« und Schuberts Streichquartett »Der Tod und das Mädchen«.


Begegnung der Freunde & Förderer mit Dominic Barberi
Moderation: Albrecht Puhlmann
Am Mittwoch, 15. Mai 2019, 20.00 Uhr, Theatercafé


Workshop Liebe
Dokumentarisches Theater
Anmeldung: nationaltheater.stadtensemble@mannheim.de / Teilnahme 15 Euro
Vom 16. bis 18. Mai 2019, Probenraum, R4
Die Liebe! Im Mai, dem Monat dieses überwältigenden Gefühls, beschäftigen wir uns mit authentischem Material, wahren Objekten und Hinterlassenschaften der Liebe und bringen

sie in Kurzperformances auf die Bühne.


Extraschall: Spielraum
8+

Am Samstag, 18. Mai 2019, 15.00 Uhr, Studio Feuerwache
Was sind eigentlich Musikinstrumente? Vier Spielerinnen und Spieler erproben, wie es ist, einen ganzen Raum als Instrument zu begreifen.


Ballettabend der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim
Akademie des Tanzes

Am Sonntag, 19. Mai 2019, 19.00 Uhr, Opernhaus

Lassen Sie sich nicht nehmen Ihre ganz persönlichen Favoriten zu entdecken und vielleicht eine Karriere zu verfolgen. Erleben Sie, wie junge individuelle Persönlichkeiten mit Energie, Hingabe, Ausstrahlung und großer Begeisterung sich in einem neuen, berührenden und mitreisenden Programm von Klassischem bis Modernem Tanz und eigenen Kurzchoreografien der Studierenden präsentieren.


Einführungssoirée mit Probenbesuch: Pelléas et Mélisande
Claude Debussy

Am Dienstag, 21. Mai 2019, 18.30 Uhr, Oberes Foyer


Reigen
Gastspiel der Musikhochschule Mannheim
Oper in zehn Dialogen    von Philippe Boesmans nach dem Drama von Arthur Schnitzler

Am Donnerstag, 30. Mai 2019, 19.30 Uhr, Schauspielhaus
Zehn Personen und ihre sexuellen Verflechtungen: »Reigen« zeichnet ein Bild der Moral in der
Gesellschaft des Fin de siecle und durchwandert dabei alle sozialen Schichten vom Proletariat bis zur Aristokratie.


Ausblick Juni


Schauspiel

20. Internationale Schillertage

»Fieber«
Vom 20. bis 30. Juni 2019
u.a. mit:

Maria Stuart
Königinnendrama von Friedrich Schiller
Eröffnungspremiere am Donnerstag, 20. Juni 2019, Schauspielhaus

Tram 83

nach dem Roman von Fiston Mwanza Mujila
Deutsche Erstaufführung am Freitag, 21. Juni 2019, im Club »Disco Zwei«


Junges NTM


MonsterzottelMonsterburger
8+
Uraufführung am Freitag, 14. Juni 2019, Studio Feuerwache

Investiert Euch!
Eine Inszenierung der Jungen Bürgerbühne
13+
Uraufführung am Sonntag, 23. Juni 2019, Stadtraum


—| Pressemeldung Nationaltheater Mannheim |—

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