Wien, Volksoper Wien, Marilyn Forever – Gavin Bryars, IOCO Kritik, 02.05.2018

Mai 2, 2018 by  
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Volksoper Wien

Kasino am Schwarzenbergplatz © Mag. Konstanze Schäfer | Mag. (FH) Angelika Loidolt

Kasino am Schwarzenbergplatz © Mag. Konstanze Schäfer | Mag. (FH) Angelika Loidolt

Marilyn Forever – Oper von Gavin Bryars

Von Marcus Haimerl

Seit 2017 bespielt die Volksoper Wien neben ihrem Stammhaus an der Währinger Strasse auch das Kasino am Schwarzenbergplatz mit zeitgenössischer Oper. Im Vorjahr war es Limonen aus Sizilien von Manfred Trojahn, heuer erlebte das Wiener Publikum die europäische Erstaufführung der einaktigen Kammeroper Marilyn Forever des britischen Komponisten Gavin Bryars (Uraufführung am 13. September 2013 im MacPherson Playhouse Theatre, Victoria, British Columbia, Kanada). Bereits mit 20 Jahren war der Komponist kurze Zeit von Marilyn Monroe besessen. 1963 sah er als Student The Misfits („Nicht gesellschaftsfähig“). Es war der letzte fertiggestellte Film der Monroe, sie spielte an der Seite Clark Gables, das Drehbuch schrieb Noch-Ehemann Arthur Miller. Die Ehe der beiden zerbrach während der Dreharbeiten. Für Gavin Bryars war der Film voll dunkler Melancholie, das Ende einer Filmära und das Hauptthema: der Abschied vom Leben selbst.

Volksoper im Kasino am Schwarzenbergplatz / Marilyn Forever - hier : Rebecca Nelsen als Marilyn © Barbara Palffy / Volksoper Wien

Volksoper im Kasino am Schwarzenbergplatz / Marilyn Forever – hier : Rebecca Nelsen als Marilyn © Barbara Palffy / Volksoper Wien

Verändert wurde sein Leben durch den Komponisten John Cage, dessen Assistent er wurde. Beeinflusst wurde er auch stark durch die Minimal Music im Stile von Philipp Glass. 1998 lernte Bryars bei Kompositionen zu dem kanadischen TV-Film Last Summer die in Kanada lebende Regisseurin Anna Tchernakova kennen, die seine Frau wurde. In seiner nunmehr zweiten Heimat Kanada lernte er das Aventa Ensemble kennen, welches ihm den Kompositionsauftrag für Marilyn Forever erteilte. In seiner Nachbarin, der Schriftstellerin Marilyn Bowering, fand er die ideale Librettistin. Bereits 1987 veröffentlichte sie unter dem Titel „Anyone can see I love you“ poetische Monologe, die sie Marilyn Monroe in den Mund gelegt hatte. Bryars entschied sich für eine Kammeroper: zwei Gesangssolisten, Männerchor, ein Jazztrio (Klavier, Tenorsaxophon und Bass) sowie ein Orchester bestehend aus acht Instrumentalisten.

Das Kasino am Schwarzenbergplatz ist somit bestens geeignet für dieses kleine aber feine Werk, welches mit einer Spielzeit mit knapp 75 Minuten ziemlich knapp ist. Das Bühnenbild von Jörg Brombacher beschränkt sich auf ein Sofa, eine Bar und ein großes rundes Bett. Eine Figur die Marilyn in der klassischen Pose aus dem Film Das verflixte 7. Jahr zeigt und ein großes Porträtfoto der Protagonistin als Marilyn. Der Kern der Oper ist nach den Worten des Regisseur Christoph Zauner der Zwiespalt der Schauspielerin, zwischen Selbstaufgabe als öffentliche Person und privaten Schicksalsschlägen hin- und hergerissen. Diese Umsetzung ist ihm weitestgehend auch gelungen.

Die Oper beginnt in der Nacht vom 5. auf den 6. August 1962. Marilyn stirbt und in Flashbacks zieht das Leben der Ikone nochmals am Publikum vorüber. Ein Probenregisseur wartet auf die notorisch Zuspätkommende. Als sie erscheint, verliert sie sich in Erinnerungen an einen von der Sonne beleuchteten Stein und beschreibt wie sie sich aus dem Waisenkind Norma Jean selbst geschaffen hat. In der zweiten Szene sucht sie Jobs als Schauspielerin und ein Produzent lädt sie zu sich nach Hause ein. Ihre Arbeit hat Auswirkung auf ihr Leben, Marilyn und ihr Mann entfremden sich zunehmend. Sie fühlt sich als Mensch und Künstlerin nicht respektiert, ihr Mann kommt mit dem Begehren der vielen Männer nicht zurecht. Arthur Miller schließlich, scheint ihr ein echter Partner zu sein. Marilyn wird zwei Mal schwanger, verliert die Babies. Die Ehe zerbricht, sie hat Affären, nimmt Tabletten. Ihre Mutter Gladys geistert immer wieder durch ihr Leben. Marilyn verfällt, kann sie ihre Rolle weiterhin spielen? Kann sie in das Scheinwerferlicht treten und dem Präsidenten ein Geburtstagständchen singen? Der Probenregisseur beschreibt ihre Faszination: Sie ist das Licht, die Männer sind wie Motten. Auch ihr neues Leben gelingt nicht. Fremde Männer dringen in ihr Haus ein. In der letzten Szene versucht der Probenregisseur wieder das Set vorzubereiten. Doch es ist zu spät. Die Oper endet wie sie begonnen hat: mit Marilyns Tod.

Gavin Bryars schuf eine zeitgenössische, jedoch sehr melodiöse Oper zwischen Jazzelementen und traurigen Streicherklängen. Als Marilyn erlebt man Rebecca Nelsen. Die texanische Sopranistin ist ein Juwel der Wiener Volksoper. Sie reüssiert in Operette und Musical ebenso erfolgreich wie auch in der klassischen und zeitgenössischen Oper und verfügt über einen sehr schönen Sopran mit absolutem Wiedererkennungswert. Wie sie selbst sagt, freut sie sich, nicht die Ikone, sondern vielmehr die fehlerhafte, gebrochene Frau darstellen zu können. Glaubhaft zeigt sie hier eine depressive Frau, die in Dunkelheit fällt. Besser kann man eben jenes Gefühl des Komponisten beim Sehen des Films The Misfits nicht umsetzen. Und dies gelingt ihr nicht nur darstellerisch, sondern auch musikalisch. Sie wechselt ohne hörbaren Übergang von Brust- in Kopfstimme und fühlt sich auch in der vielschichtigen Musik von Gavin Bryars sichtlich wohl. Völlig zurecht wurde sie vom Publikum stürmisch bejubelt.

Volksoper im Kasino am Schwarzenbergplatz / Marilyn Forever - hier : Morton Frank Larsen als Arthur Miller und Rebecca Nelsen als Marilyn © Barbara Palffy / Volksoper Wien

Volksoper im Kasino am Schwarzenbergplatz / Marilyn Forever – hier : Morton Frank Larsen als Arthur Miller und Rebecca Nelsen als Marilyn © Barbara Palffy / Volksoper Wien

Alle Männerrollen werden von Morten Frank Larsen verkörpert. Mit Inbrunst singt er vom Probenregisseur über einen Produzenten bis hin zu Arthur Miller die Männer in Marilyns Leben mit schönem, kräftigen Bariton. Bemerkenswert auch die sechs Herren des Jugendchors der Volksoper Wien (Philip Fichtner, Stefan Himsl, Lukas Karzel, Max Montocchio, Martin Schlatte, Michael Thauer, Christian Tomsits), die hier all ihr Können beweisen durften, wurde doch der Chor, welcher eigentlich für den Orchestergraben vorgesehen ist, von Regisseur Christoph Zauner mitinszeniert und in das Geschehen eingebunden. Ebenso beeindruckend die Leistung des Jazztrios und des Orchesters der Volksoper Wien unter der Leitung von Wolfram-Maria Märtig. Der Jubel am Ende dieser Kammeroper bewies, dass die Volksoper mit zeitgenössischen Werken eine weitere Sparte des Musiktheaters erfolgreich für sich gewonnen hat. Somit kann man sich auf die nächste Saison freuen, wenn Thomas Adès Kammeroper Powder her face auf dem Spielplan steht.

Wien, Volksoper, 2017/18 – 300.000 Besucher – Farbig, Lebensfroh , IOCO Aktuell, 05.05.2017

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Volksoper Wien

Volksoper Wien © IOCO

Volksoper Wien © IOCO

 Volksoper Wien 2017/18 – 8 Premieren, 310 Vorstellungen …

Die Volksoper ist mit 315.000 Besuchern neben der Wiener Staatsoper das zweitgrößte Opernhaus Wiens: Als Sprechtheater gegründet bietet es heute die gesamte Bandbreite des Musiktheaters: Oper, Operette, Musical und Ballett. Mit 1261 Sitzplätzen ist die Volksoper so groß wie die Opernhäuser in Frankfurt, Düsseldorf oder Hannover. Intendant Robert Meyer leitet das Haus seit September 2007. Farbig, vielschichtig und lebensfroh widmet sich die Volksoper als einziges Wiener Haus gezielt dem Genre Operette. 83% Auslastung in über 300 Vorstellungen sind Zeichen  hoher Anerkennung.

Die Volksoper Spielzeit 2017/18 in Zahlen

8 Premieren, davon 2 x Operette, 3 x Oper, 2 x Musical und 1 x Ballett, sowie 4 Wiederaufnahmen. Von den 310 Vorstellungen wird 78 x Operette, 96 x Oper, 78 x Musical, 34 x Ballett gespielt. 24 Spezialveranstaltungen (davon 14 x Heute im Foyer) und 10 Vorstellungen im Kasino am Schwarzenbergplatz runden den Spielplan ab.

Volksoper Wien / Blick von der Bühne in den Zuschauerraum © Dimo Dimov/Volksoper Wien

Volksoper Wien / Blick von der Bühne in den Zuschauerraum © Dimo Dimov/Volksoper Wien

  Die Premieren

10. September 2017 – Zum Saisonauftakt bringt die Volksoper Jule Stynes Broadway-Hit Gypsy nach Wien. Die Lebensgeschichte des Burlesque-Star Namen Gypsy Rose Lee, wurde 1959 am Broadway uraufgeführt und zählt zu den Klassikern des amerikanischen Musicals. Nun kommt die Geschichte von Mama Rose, die alles nur Erdenkliche tut, um die Theaterkarrieren ihrer Töchter June und Louise voranzubringen, erstmals auf die Bühne der Volksoper Wien. Werner Sobotka inszeniert, Lorenz C. Aichner übernimmt die musikalische Leitung. Ksch Maria Happel gibt als ehrgeizige Mama Rose ihr Musicaldebüt, ihre Töchter Louise und June werden von den Hausdebütantinnen Lisa Habermann und Marianne Curn verkörpert.

 Volksoper Wien / Intendant Robert Meyer © Johannes Ifkovits/Volksoper Wien

Volksoper Wien / Intendant Robert Meyer © Johannes Ifkovits/Volksoper Wien

14. Oktober 2017 – Mit Giuseppe Verdis Oper Die Räuber (I masnadieri) setzt die Volksoper ihre Tradition fort, das Repertoire um selten gespielte Werke zu erweitern. Verdi komponierte das Stück 1847 nach Friedrich Schillers gleichnamigen Sturm-und-Drang-Drama. 1963 fand an der Volksoper die österreichische Erstaufführung der Räuber in deutscher Sprache statt, nun inszeniert Alexander Schulin Verdis Frühwerk mit KS Kurt Rydl als Graf Moor und Vincent Schirrmacher und Boaz Daniel als seine Söhne Karl und Franz.

19. November 2017 – Wer kennt sie nicht, die Geschichte von der Holzpuppe, die zum Leben erwacht und deren Nase wächst, wenn sie lügt? Inspiriert durch den gleichnamigen Kinderbuchklassiker Carlo Collodis schufen der italienische Komponist Pierangelo Valtinoni und sein Textdichter Paolo Madron 2001 für das Teatro Olimpico in Vicenza die Kinderoper Pinocchio. 2006 gab die Komische Oper Berlin eine größere, zweiaktige Fassung in Auftrag. In der österreichischen Erstaufführung singt die junge Sopranistin Juliette Khalil die Titelpartie, außerdem begegnen wir dem alten Holzschnitzer Geppetto und der guten Fee; die Mitglieder des Kinderchors und des Jugendchors der Volksoper erleben wir unter anderem als Schnecken, Raben, Eulen, Hasen, Thunfische, Grillen und Puppen. Philipp M. Krenn gibt als Regisseur sein Volksoperndebüt, Guido Mancusi dirigiert das Orchester der Volksoper Wien.

9. Dezember 2017 – Dem wohl berühmtesten Liebespaar aller Zeiten widmet Choreograph Davide Bombana seine neue Auftragsarbeit für das Wiener Staatsballett, Roméo et Juliette zur gleichnamigen Symphonie dramatique von Hector Berlioz. Eine wesentliche Rolle kommt bei dieser Produktion dem Chor des Hauses zu, womit Roméo et Juliette zugleich die Linie des preisgekrönten Publikumsschlagers Carmina Burana fortsetzt. Für eine spektakuläre Ausstattung garantiert die Stuttgarter Bild- und Lichtkünstlerin rosalie.

17. Februar 2018 – Gemeinsam mit den Librettisten Victor Léon und Heinrich von Waldberg gestaltete Richard Heuberger aus dem Lustspiel Die rosa Dominos die Operette Der Opernball. Das Ergebnis des kongenialen Trios: ein virtuos komponiertes amouröses Verwirrspiel rund um zwei lebenslustige Gatten (Carsten Süss und Marco Di Sapia), die von ihren Frauen (Kristiane Kaiser und Ursula Pfitzner) auf die Treueprobe gestellt werden. 1898 hatte Der Opernball im Theater an der Wien Premiere und war ein sensationeller Erfolg. In der aktuellen Neuproduktion verlegt Regisseur Axel Köhler die Handlung von Paris nach Wien, in die heutige Zeit. Die musikalische Leitung liegt in den bewährten Händen von Alfred Eschwé, Anita Götz zieht als freches Kammermädchen Helene alle Fäden und Heinz Zednik kehrt als Theophil Almpichler auf die Bühne zurück.

17. März 2018  –  Fußballfans kennen ihn in- und auswendig – den Song „You’ll Never Walk Alone“. Dabei wissen wahrscheinlich nur die wenigsten, dass das Lied eigentlich von Richard Rodgers und Oscar Hammerstein – den erfolgreichsten Musical-Autoren der 40er und 50er Jahre stammt und für das Musical Carousel entstand. Am 19. April 1945 wurde es am Broadway uraufgeführt und über zwei Jahre vor vollem Haus gespielt. Die tragische Liebesgeschichte von Billy Bigelow und Julie Jordan basiert auf Molnárs Bühnenstück Liliom. 1972 holte Marcel Prawy Carousel an die Volksoper Wien, 46 Jahre später setzt Regisseur Henry Mason den Klassiker gemeinsam mit seinem Ausstatter Jan Meier in Szene. Musicalspezialisten Joseph R. Olefirowicz am Pult des Volksopernorchesters, in der Titelpartie gibt Daniel Schmutzhard als Karussell-Ausrufer Billy Bigelow sein Musicaldebüt, Mara Mastalir singt seine Julie.

Volksoper Wien / Kammeroper Marilyn Forever - Rebecca Nelsen © Johannes Ifkovits

Volksoper Wien / Kammeroper Marilyn Forever – Rebecca Nelsen © Johannes Ifkovits

14. April 2018 – Im Kasino am Schwarzenbergplatz kommt das Leben von Hollywood-Legende Marilyn Monroe auf die Bühne. Gavin Bryars‘ Kammeroper Marilyn Forever wurde 2013 in Victoria, Kanada, uraufgeführt und seither zwei weitere Male, im australischen Adelaide und in Kalifornien, nachgespielt. Die Volksoper produziert nun in der Regie von Christoph Zauner die europäische Erstaufführung des Stücks. Ausgehend von der letzten Nacht im Leben Marilyn Monroes, dem 5. August 1962, entfalten sich vor dem Publikum die Szenen der Oper wie Puzzleteile, die den Mythos Marilyn abbilden. Ein Regisseur (Morten Frank Larsen) konfrontiert Marilyn (Rebecca Nelsen) in einer fiktiven Probensituation mit den Widersprüchen ihres Lebens und schlüpft in die Rollen ihrer Männer. Ein kleiner Chor kommentiert das Geschehen. Das achtköpfige Kammerorchester unter der Leitung von Wolfram-Maria Märtig wird durch ein Jazztrio auf der Bühne ergänzt.

 2. Juni 2018 –  Als Gasparone 1884 im Theater an der Wien uraufgeführt wurde, war das Publikum begeistert und Carl Millöcker bereits weltberühmt. Die Volksoper zeigt die Fassung aus dem Jahr 1932 mit dem bekannten Lied „Dunkelrote Rosen“ in der Regie von Olivier Tambosi, der hier zuletzt das Musical Der Mann von la Mancha brillant in Szene setzte. Sebastian Geyer gibt als geheimnisvoller Fremder sein Debüt an der Volksoper Wien, Mara Mastalir spielt seine Angebetete, die schöne verwitwete Gräfin Carlotta.

Wiederaufnahmen der Saison 2017 / 18

sind Johann Strauß‘ Eine Nacht in Venedig ab 10. Jänner 2018, Antonín Dvoráks Rusalka ab 25. März 2018, das Ballett Ein Sommernachtstraum in der Choreographie von Jorma Elo zur Musik von Felix Mendelssohn Bartholdy ab 20. April 2018 und die Erfolgsproduktion Sweeney Todd von Stephen Sondheim ab 12. Juni 2018

Volksoper Wien / Der Bettelstudent - Carsten Suess (Symon Rymanowicz), Rebecca Nelsen (Laura), Wiener Staatsballett © Barbara Palffy/Volksoper Wien

Volksoper Wien / Der Bettelstudent – Carsten Suess (Symon Rymanowicz), Rebecca Nelsen (Laura), Wiener Staatsballett © Barbara Palffy/Volksoper Wien

Repertoire der Saison 2017/18

Die Fledermaus (Johann Strauß), Der Bettelstudent (Carl Millöcker), Die lustige Witwe (Franz Lehár), Die Zirkusprinzessin (Emmerich Kálmán), Axel an der Himmelstür (Ralph Benatzky), Die Zauberflöte (Wolfgang A. Mozart), Der Barbier von Sevilla (Gioachino Rossini), Hänsel und Gretel (Engelbert Humperdinck), La Traviata (Giuseppe Verdi), La Wally (Alfredo Catalani), Hoffmanns Erzählungen (Jacques Offenbach), Die Hochzeit des Figaro (Wolfgang A. Mozart), Wie man Karriere macht, ohne sich anzustrengen (Frank Loesser), My fair Lady (F. Loewe/A. J. Lerner), The Sound of Music (R. Rodgers/O. Hammerstein), Der Zauberer von Oz (Harold Arlen), Vivaldi – Die fünfte Jahreszeit (Christian Kolonovits), Marie Antoinette (Ballett, Patrick de Bana – Georg Philip Telemann), Cendrillon (Aschenputtel) (Ballett, Thierry Malandain – Sergej Prokofjew), Der Feuervogel / Petruschka / Movements to Stravinsky (Ballett, Andrey Kaydanovskiy, Eno Peci, András Lukács – Igor Strawinski).

Landshut, Landestheater Niederbayern, Zigeunerbaron von Johann Strauss, 30.09.2016

Landestheater Niederbayern / Zigeunerbaron © Landestheater Niederbayern, Peter Litvai

Landestheater Niederbayern / Zigeunerbaron © Landestheater Niederbayern, Peter Litvai

Landestheater Niederbayern

Zigeunerbaron von Johann Strauss

„Ja, das alles auf Ehr!“

Premieren : Landshut: 30.9. / Passau: 24.9./Straubing 18.102016

Der Walzer- und Operettenkönig Johann Strauss wollte mehr sein, als nur die österreichische Verkörperung von Heiterkeit und Dreivierteltakt. Seinem unvergleichlichen Erfolg mit der leichten Muse zum Trotz zog es den Komponisten zur großen Oper – besonders deutlich wird dies beim Zigeunerbaron, der beliebtesten seiner Bühnenschöpfungen nach der Fledermaus, die mit großen Stimmen, Ensembleszenen und Chören auftrumpft und ursprünglich für die Wiener Hofoper gedacht war – auch wenn es dann doch die Operettenbühne, das Theater an der Wien, wurde. Schwungvoller Csárdás, energische Zigeunerweisen und wienerische Polka-und Walzerklänge werden kunstvoll verwoben und lassen die k. u. k. Monarchie hochleben. Ein Schlager folgt auf den nächsten, deren Melodien noch lange im Ohr nachhallen: „Ja, das Schreiben und das Lesen“, „Wer uns getraut“,  „Ja, das alles auf Ehr“, „Ha, das blinkt, das winkt.“

Wien / Johann Strauß Grabstätte © IOCO

Wien / Johann Strauß Grabstätte © IOCO

Im Zigeunerbaron prallen recht eigenwillige Persönlichkeiten aufeinander: Der Schweinefürst Zsupan und seine hübsche Tochter Arsena, (die einen etwas fragwürdigen Modegeschmack besitzt), bewohnen ein (schon leicht baufälliges) Schloss. Der Grund und Boden wird jedoch vom heimgekehrten Sandor Barinkay beansprucht, dessen Familie er früher einmal gehörte. Er hat die Zigeuner um die Wahrsagerin Czipra und ihre Tochter Saffi auf seiner Seite. Um die tiefen Gräben zwischen beiden Seiten zu überwinden, versucht ein Wiener Bürokrat zu vermitteln, dessen Privatleben jedoch durch eine überraschende Begegnung aufgewühlt wird. Und irgendwo zwischen Schweinebraten und Schatzsuche findet auch noch ein Krieg statt.

In den Hauptrollen zu erleben sind: Jeffrey Nardone (Barinkay), Kathryn J. Brown (Saffi), Emily Fultz (Arsena), Oscar Imhoff (Zsupan), Kristina Cosumano (Czipra), Mathew Habib (Ottokar), Kimberley Boettger-Soller (Mirabella), Peter Tilch (Carnero) und Kyung Chun Kim (Homonay). Die Inszenierung des Wiener Regisseurs Christoph Zauner kostet die komödiantischen Aspekte und absurden Momente des Zigeunerbarons aus und bleibt mit viel Liebe zum Detail doch nah am Original. Die Bühne gestaltet Jörg Brombacher, die Kostüme Mareile von Stritzky. Es spielt die Niederbayerische Philharmonie unter Kai Röhrig.

—| Pressemeldung Landestheater Niederbayern |—