Bielefeld, Theater Bielefeld, Premiere AMADIS – Johann Christian Bach, 27.04.2019

April 4, 2019 by  
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Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

AMADIS  –  Johann Christian Bach

Originaltitel Amadis de Gaule // Tragedie lyrique // Libretto Philippe Quinault //  französische Sprache mit deutschen Übertiteln

PREMIERE Sa. 27.04.19, 19:30 Uhr, weitere Vorstellungen 01.05., 14.05., 24.05., 02.06., 20.06.2019

Abgründiger, alles verzehrender Hass erfüllt die Geschwister Arcalaus und Arcabonne. Im Streit um die schöne Oriane fiel ihr Bruder Ardan, nun gilt es seinen Mörder Amadis ebenfalls zu töten. Und auch Oriane, die Ardanins Verderben riss, soll so grausam wie möglich bestraft werden. Wohlwissend, dass der tapfere Amadis kaum mit Waffengewalt zu besiegen ist, schmiedet das der Magie mächtige Geschwisterpaar einen perfiden Racheplan: Mit dämonischer Hilfe säen sie Zweifel und Zwietracht in Orianes Zuneigung für Amadis. Von ihr verlassen, stürzt Amadis in Verzweiflung und wird ohne Lebenswillen zum Spielball der rachelüsternen Geschwister. Der Plan scheint aufzugehen. Ohne nennenswerte Gegenwehr fallen die entzweiten Liebenden in die Hände ihrer Erzfeinde. Doch als Arcabonne endlich dem Mörder ihres Bruders gegenübersteht, erkennt sie in ihm den Mann wieder, der ihr einst das Leben rettete und den sie seitdem vergeblich zu vergessen sucht. Dankbarkeit und Liebe hindern sie an ihrer blutigen Rache. Dennoch ist die Gefahr für Oriane und Amadis keineswegs gebannt, denn Eifersucht kann stärker brennen als Rachedurst. Bevor Amadis sich glücklich mit seiner Oriane versöhnen kann, stehen allen noch harte Prüfungen bevor.

Beherrscht der Mensch seine Gefühle oder ist er ihnen hilflos ausgeliefert? Und was ist stärker: Hass oder Liebe? Eine ganze Flut an Amadis-Romanen vom Mittelalter bis zum Barock zeugt von der Faszination, die der ritterliche Held, dem einzig seine Liebe zum Verhängnis werden konnte, auf Leser und Zuhörer ausübte. Mit geradezu traumwandlerischer Sicherheit besteht Amadis zwar ein Abenteuer nach dem nächsten, was ihn jedoch wahrhaft unter allen Männern hervorhebt, ist seine treue, beständige Liebe – allen Hindernissen und auch Versuchungen zum Trotz. Vielleicht war es diese emotionale Urkraft, die Johann Christian Bach wie auch etliche andere Komponisten davon überzeugte, aus dem Kosmos der Amadis-Romane eine Opernvorlage zu schöpfen. Regisseur Maximilian von Mayenburg und seine Ausstatterinnen Sophie du Vinage und Sylvie Berndt versetzen Amadis zunächst in eine Welt, die der unseren gar nicht so unähnlich ist und in der die Kontrolle auch über sich selbst grauer Alltag ist.

Doch umso mächtiger brechen sich die unterdrückten Urgewalten Bahn, sprengen im wahrsten Sinne des Wortes den Boden unser Zivilisation auf und bereiten einer überwältigenden Magie den Weg. Zum Glück für Amadis ist jedoch nicht nur der Hass eine Urmacht, sondern auch die Liebe – könnte eine Versöhnung des Menschen mit seiner Natur doch möglich sein?

Quasi an der Schnittstelle zwischen dem Barock seines Vaters Johann Sebastian Bach und der Klassik Wolfgang Amadeus Mozarts, der den etwas mehr als zwei Jahrzehnte Älteren zutiefst verehrte, gilt Johann Christan Bach als einer der Väter und Wegbereiter der Wiener Klassik. Der Einfluss, den er auf den Stil des jungen Mozart ausübte, ist auch im Amadis de Gaule deutlich wahrnehmbar. Die 1779 uraufgeführte Oper entstand als Auftragswerk für die Pariser Oper und wurde hier – wie ein ironischer Kommentar zum im Stück thematisierten blinden Hass – im Streit zwischen Gluckisten und Piccinisten zerrieben, dem schon viele Meisterwerke zum Opfer gefallen waren. Bachs elegante Unternehmung, französische und italienische Stilelemente zu verbinden, führte nicht zur Befriedung der streitenden Parteien, sondern lediglich zu dem Konsens das Werk abzulehnen – wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Möglicherweise war es aber ja sogar die schwierige, wenn nicht gar aussichtslose Ausgangssituation des Pariser Opernstreits, die Bach so antrieb, dass er mit Amadis seine »anspruchsvollste, abwechslungsreichste, harmonisch reichhaltigste und farbigste Oper« komponierte (Marc Vignal). Wenige Jahre nach der Uraufführung starb der jüngste und kosmopolitischste der Bach- Söhne im Alter von nur 46 Jahren in seiner Wahlheimat London.

In der Titelrolle kämpft Lianghua Gong um die Liebe seiner angebeteten Oriane, gesungen von Cornelie Isenbürger. Hasti Molavian und Evgueniy Alexiev verwenden als dämonisches Geschwisterpaar ihre ganze Energie darauf, den Tod von Ardan (Moon Soo Park) zu rächen. Nohad Becker als Urgande, die schon in den mittelalterlichen Romanen stets als unerkannte gute Macht über Amadis wacht, könnte auch hier zur Versöhnung der beiden Sphären beitragen. Zumindest, falls Amadis nicht den Reizen der Coryphée erliegt, alternierend gesungen von Dorine Mortelmans und Nienke Otten. Die Bielefelder Philharmoniker und der Bielefelder Opernchor spielen unter der Leitung von Kapellmeister Merijn van Driesten.

Musikalische Leitung Merijn van Driesten // Inszenierung Maximilian von Mayenburg // Bühne und Kostüme Sophie du Vinage, Sylvie Berndt // Dramaturgie Anne Christine Oppermann // Choreinstudierung Hagen Enke // Mit Evgueniy Alexiev // Nohad Becker // Lianghua Gong // Cornelie Isenbürger // Hasti Molavian // Dorine Mortelsmans // Nienke Otten // Moon Soo Park // Bielefelder Opernchor // Bielefelder Philharmoniker

Die nächsten Vorstellungen 01.05., 14.05., 24.05., 02.06., 20.06.2019


Merijn van Driesten (Musikalische Leitung) ist Kapellmeister und Studienleiter am
Theater Bielefeld. Der gebürtige Niederländer studierte zunächst Klavier in Utrecht
und Amsterdam sowie bei Evgeni Koroliov in Hamburg. Nach einer freischaffenden
Tätigkeit als Kammermusiker, Liedbegleiter und Dozent am Musikseminar Hamburg
studierte er Dirigieren bei Christoph Prick an der Hochschule für Musik und Theater
Hamburg.
Ab 2007 arbeitete Merijn van Driesten an verschiedenen Theatern als Kapellmeister
und Repetitor, wo er ein großes Repertoire an Bühnenwerken und Konzertliteratur
spielte und dirigierte. Sein besonderes Interesse gilt dabei der Aufführungspraxis
barocker und klassischer Musik, die er oft am Cembalo begleitet.
Seit 2011 ist er am Theater Bielefeld engagiert, zunächst als Solo-Repetitor, ab 2012
als Studienleiter und Kapellmeister. Außerdem leitet er seit 2011 das Sinfonieorchester
Paderborn.
Am Theater Bielefeld leitete er viele Produktionen, darunter Die Krönung der
Poppea (Monteverdi) und Orlando paladino (Haydn). Außerdem dirigierte er
Repertoirevorstellungen z. B. von Così fan tutte, Die Fledermaus, Tosca, Madama
Butterfly und Die Zauberflöte.

Maximilian von Mayenburg (Inszenierung) wurde in München geboren. Er studierte zunächst Gesang an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin, u. a. bei Alexander Vinogradov und Thomas Quasthoff. Bereits zu Beginn seines Studiums wurde er 2004 von Christoph Schlingensief als Sänger und Darsteller für die Produktion Kunst und Gemüse A. Hipler an der Berliner Volksbühne verpflichtet, die 2005 zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde.

Ab 2007 studierte Maximilian von Mayenburg zusätzlich Musiktheaterregie an der HfM Hanns Eisler. Im Rahmen des Studiums lernte und arbeitete er u. a. bei Jossi Wieler, Vera Nemirova, Hans Neuenfels und Stefan Herheim. Es folgten Assistenzen u. a. an der Staatsoper Berlin, bei den Bayreuther Festspielen und den Salzburger Festspielen. Frühe eigene Regieprojekte umfassen unter anderem die Inszenierung der Oper L’Heure espagnole im Rahmen des Projekts K.O. 10 – La petite mort (Koproduktion mit der Komischen Oper Berlin, 2009). Im Mai 2011 entstand in Eigenproduktion eine Inszenierung von Webers Freischütz im Heimathafen Neukölln und im Sommer feierte eine Inszenierung des Ring des Nibelungen in einer eigenen Fassung für Kinder bei den Bayreuther Festspielen Premiere. Diese vielbeachtete Fassung wurde 2013 an der Oper Leipzig im Rahmen des Wagnerjahres nachgespielt. Im Dezember 2012 folgte eine Inszenierung von Wolfgang Mitterers Das tapfere Schneiderlein an der Werkstattbühne der Staatsoper im Schillertheater Berlin. Im selben Jahr gewann Maximilian von Mayenburg den neuen Regiewettbewerb der Deutschen Bank Stiftung »Akademie Musiktheater heute« in Kooperation mit den Berliner Philharmonikern und dem Festspielhaus Baden-Baden und inszenierte dort mit großem Erfolg die Kammeroper Cendrillon von Pauline Viardot im Rahmen der Osterfestspiele. Mit The King’s Speech von David Seidler (der Stückvorlage zu dem gleichnamigen Spielfilm) inszenierte Maximilian von Mayenburg mit großem Erfolg in der Spielzeit 2013/14 am Theater Baden-Baden erstmals für das Schauspiel. Im Herbst 2014 inszenierte er einen hochgelobten Rosenkavalier am Theater Gera/Altenburg, für den er als bester Nachwuchskünstler im Jahrbuch der Opernwelt nominiert wurde. Für die Inszenierung der Oper Xerxes am Theater Bielefeld erhielt er im Winter 2015 den Sonderpreis Tischlerei der Deutschen Oper.

Mit der Uraufführung der Oper Die Schneekönigin stellte sich Maximilian von Mayenburg im Winter 2015 am Deutschen Nationaltheater Weimar vor. Es folgten weitere Inszenierungen im In- und Ausland: Die Zauberflöte (Theater Heidelberg), The Turn of the Screw (KonzertTheater Bern), Le Nozze di Figaro (Oper Graz), Tannhäuser am Nationaltheater Weimar, Nabucco am Staatstheater Saarbrücken sowie die Stückentwicklung Frankenstein (Deutsche Oper Berlin). Nach seinen begeistert aufgenommenen Inszenierungen von Xerxes, Il Trittico und Der Freischütz kehrt Maximilian von Mayenburg nun mit Amadis erneut nach Bielefeld zurück.

Sophie du Vinage (Bühnen- und Kostümbild) arbeitet als freie Bühnen- und Kostümbildnerin für Oper und Schauspiel. Mit der Regisseurin Cordula Däuper verbindet sie eine kontinuierliche Zusammenarbeit. Sie entwarf die Kostüme u. a. für Il matrimonio segreto am Opernhaus Zürich, La Cenerentola am Konzert Theater Bern, Die Liebe zu den drei Orangen und Tancredi am Nationaltheater Mannheim, Orpheus in der Unterwelt und La Calisto am Staatstheater Darmstadt. Außerdem arbeitet sie mit dem Regisseur Jan Christoph Gockel zusammen, mit dem sie u. a. Parole Kästner und Der Untertan am Staatsschauspiel Dresden sowie Die Nibelungen am Staatstheater Mainz realisierte. Sie entwarf u. a. die Kostüme für Die Möwe und Rechtsmaterial am Staatstheater Karlsruhe, die Bühne für Öl am Theater Heidelberg, Kostüme für Macbeth, Grimm. Ein deutsches Märchen und Meister und Margarita am Staatstheater Mainz sowie für Merlin oder Das wüste Land und Der Auftrag: Dantons Tod. am Schauspielhaus Graz. In Düsseldorf und Oberhausen arbeitete sie mit Pedro Martins Beja zusammen, am Maxim Gorki Theater mehrfach mit Hakan Savas Mican. Am Schauspielhaus Graz entwarf sie 2014 Kostüme für Winterreise am Maxim Gorki Theater Berlin. Am Theater Bielefeld entwarf Sophie du Vinage Bühne und Kostüme für Maximilian von Mayenburgs Xerxes und setzte die Zusammenarbeit mit ihm bei Die Zauberflöte am Theater Heidelberg, Frankenstein an der Deutschen Oper Berlin und Nabucco am Saarländischen Staatstheater fort.

Sylvie Berndt (Co-Bühnen- und Kostümbild) hat während ihres Designstudiums an der Hochschule für Gestaltung Mainz und Victoria University of Art and Design Wellington bereits erste Erfahrungen im Set Design für studentische Filme gesammelt. Ausstattungs- und Regieassistenzen folgten, unter anderem am Schauspiel Frankfurt und Staatstheater Darmstadt. Eigene Arbeiten für Schauspiel und Tanz, in der freien Theaterszene entstanden, u. a. für Theater Peripherie Frankfurt und PAD.Mainz. Nach dem Studium war sie von 2016 – 2019 als feste Kostüm- und Bühnenbildassistentin am Staatstheater Mainz tätig. In der Spielzeit 2017/18 entwarf sie Bühnen- und Kostümbilder für die Produktionen Dinge, die ich sicher weiß mit KD Schmidt, Overload und Über uns im Staatstheater Mainz.

BESETZUNG
Amadis Lianghua Gong
Oriane Cornelie Isenbürger
Arcabonne Hasti Molavian
Arcalaus Evgueniy Alexiev
Ardan Moon Soo Park
Urgande Nohad Becker
Coryphée Dorine Mortelmans / Nienke Otten
Zwietracht Franziska Hösli / Elena Schneider
Der Hass Yun-Geun Choi / Tae-Woon Jung

—| Pressemeldung Theater Bielefeld |—

Altenburg, Theater und Philharmonie Thüringen, Premiere: DER ROSENKAVALIER, 12.10.2014

August 4, 2014 by  
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Theater und Philharmonie Thüringen

Theater und Philharmonie Thüringen / Blick von der Bühne in den Saal des Landestheaters Altenburg - zum TAG DER OFFENEN TÜR kann jeder dieser Blick genießen © Stephan Walzl

Theater und Philharmonie Thüringen / Blick von der Bühne in den Saal des Landestheaters Altenburg – zum TAG DER OFFENEN TÜR kann jeder dieser Blick genießen © Stephan Walzl

DER ROSENKAVALIER von Richard Strauss

In der Regie von Maximilian von Mayenburg

Im Jahr des 150. Geburtstags von Richard Strauss eröffnet Theater&Philharmonie Thüringen den Premieren-Reigen der Spielzeit 2014/2015 im Großen Haus des Landestheaters Altenburg am 12. Oktober mit dessen bis heute beliebtester und meistgespielter Oper „Der Rosenkavalier“. Die Vorstellung beginnt 18 Uhr.

Generalmusikdirektor Laurent Wagner übernimmt die musikalische Leitung. Die Inszenierung wurde mit Maximilian von Mayenburg einem jungen vielversprechenden Regisseur übertragen. Das Bühnenbild entwirft Vinzenz Gertler, die Kostüme Gabriele Jaenecke.

Anne Preuß gestaltet die Partie der Feldmarschallin Fürstin Werdenberg, Tobias Pfülb als Gast aus München gibt den Baron Ochs auf Lerchenau. Mit Amira Elmadfa (Octavian, genannt Quinquin), Akiho Tsujii (Sophie, Faninals Tochter), Judith Christ (Annina, seine Begleiterin) und Jeon Jueun (Der Haushofmeister bei Faninal/ Ein Sänger) stellen sich vier neu engagierte Mitglieder des Musiktheaterensembles vor. In weiteren Partien: Johannes Beck (Herr von Faninal), Sin Ae Choi aus dem Thüringer Opernstudio (Jungfer Marianne Leitmetzerin), Mark Bowman-Hester (Valzacchi, ein Intrigant), Andreas Drescher a.G. (Ein Polizeikommissar/ Ein Notar), Günter Markwarth a.G. (Der Haushofmeister bei der Feldmarschallin/Ein Wirt). Der Opernchor singt in der Einstudierung von Holger Krause.

Hofmannsthal (1874-1929) siedelt seine Komödie in Wien zu Zeiten Maria Theresias an und spart nicht an barock-derber Komik und Erotik. Strauss (1864-1949) schrieb darauf eine kongeniale Musik, die dem opulenten Orchester subtile, durch den Wiener Walzer inspirierte, jede Empfindung nachmalende Klänge entlockt. Die Uraufführung 1911 an der Dresdner Hofoper wurde ein alle Erwartungen übertreffender Erfolg.

Nach einer Liebesnacht werden die Marschallin Fürstin Werdenberg und ihr junger Liebhaber Octavian vom Baron Ochs von Lerchenau überrascht. Octavian entgeht der Entdeckung nur, indem er sich als Zofe verkleidet. Der Baron erbittet von der Marschallin einen Kavalier, der seiner zukünftigen Frau Sophie zur Verlobung eine silberne Rose überreichen soll. Die Marschallin schlägt Octavian vor, der vom Baron unerkannt bleibt und gleichzeitig als „Mariandl“ erotischen Eindruck auf ihn macht. Als Rosenkavalier begegnet Octavian Sophie. Diese gesteht Octavian, dass sie den Baron nicht heiraten möchte. Als Octavian dies gegenüber dem Baron äußert, kommt es zum Duell und die Verwicklungen nehmen ihren Lauf …

Maximilian von Mayenburg wurde in München geboren. Er studierte zunächst Gesang an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin, u.a. bei Alexander Vinogradov und Prof. Thomas Quasthoff. Bereits zu Beginn seines Studiums wurde er 2004 von Christoph Schlingensief als Sänger und Darsteller für die Produktion “Kunst und Gemüse A. Hipler” an der Berliner Volksbühne verpflichtet, die 2005 zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde.

Im Mai 2011 entstand in Eigenproduktion eine Inszenierung von Webers Freischütz im Heimathafen Neukölln (ehem. Saalbau) und im Sommer feierte eine Inszenierung des Ring des Nibelungen in einer eigenen Fassung für Kinder bei den Bayreuther Festspielen Premiere. Diese vielbeachtete Fassung wurde 2013 an der Oper Leipzig im Rahmen des Wagnerjahres nachgespielt.

Im Dezember 2012 folgte eine Inszenierung von Wolfgang Mitterers “Das tapfere Schneiderlein” an der Werkstattbühne der Staatsoper im Schillertheater Berlin.

Im selben Jahr gewann Maximilian von Mayenburg den neuen Regiewettbewerb der Deutschen Bank Stiftung „Akademie Musiktheater heute“ in Kooperation mit den Berliner Philharmonikern und dem Festspielhaus Baden-Baden und inszenierte dort mit großem Erfolg die Kammeroper “Cendrillon” von Pauline Viardot im Rahmen der Osterfestspiele.

Mit “The King’s Speech” von David Seidler (der Stückvorlage zu dem gleichnamigen Spielfilm) inszenierte Maximilian von Mayenburg in der Spielzeit 2013/14 am Theater Baden-Baden erstmals für das Schauspiel.

Bei der alljährlichen Kritikerumfrage im Jahrbuch der Zeitschrift OPERNWELT wurde Maximilian von Mayenburg 2013 von zwei Redaktionen für die Produktion “Cendrillon” (Osterfestspiele Baden-Baden 2013) als “bester Nachwuchskünstler” der Saison nominiert.  Er ist der jüngere Bruder des Autors und Dramaturgen Marius von Mayenburg.

Zum THEATERFRÜHSTÜCK lädt Chefdramaturg Felix Eckerle mit dem Regieteam am
5. Oktober, 11.00 Uhr, ins Große Haus des Landestheater Altenburg ein. Dort können Interessierte bei freiem Eintritt bereits erste Eindrücke gewinnen und musikalische Kostproben genießen.

Premiere in Altenburg 12. Oktober, 18 UhrWeitere Vorstellungen in Altenburg nur am 16. Okt. 14.30 Uhr und 31. Okt. 18.00 Uhr

—| Pressemeldung Theater und Philharmonie Thüringen |—

Gera, Theater und Philharmonie Thüringen, Premiere ULENSPIEGEL, 22.04.2012

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Theater und Philharmonie Thüringen

Opernwiederentdeckung des 20. Jahrhunderts

ULENSPIEGEL von Walter Braunfels

Theater und Philharmonie Thüringen / ULENSPIEGEL © Theater und Philharmonie Thüringen

Theater und Philharmonie Thüringen / ULENSPIEGEL © Theater und Philharmonie Thüringen

Altenburger Premiere am 22. April 2012 um 19 Uhr im Landestheater
Weitere Vorstellungen: 4. Mai 19.30 Uhr und 19. Juni 14.30 Uhr
THEATERFRÜHSTÜCK: 15. April 11.00 Uhr im Lindenaumuseum Altenburg

Ein knappes Jahrhundert nach seiner Uraufführung am 4. November 1913 am Königlichen Hoftheater Stuttgart gelangte »Ulenspiegel« von Walter Braunfels erstmals wieder auf die Bühne: Am 28. Januar 2011 hob sich in der Reihe »Opernwiederentdeckungen des 20. Jahrhunderts« der Vorhang in Gera und ab 22. April 2012 ist die erfolgreiche Inszenierung von Matthias Oldag im Landestheater Altenburg zu sehen.

Theater und Philharmonie Thüringen / ULENSPIEGEL © Theater und Philharmonie Thüringen

Theater und Philharmonie Thüringen / ULENSPIEGEL © Theater und Philharmonie Thüringen

Walter Braunfels galt im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts als einer der zukunftsweisenden deutschen Opernkomponisten neben Richard Strauss, Alban Berg oder Franz Schreker. Bedeutende Dirigenten wie Max von Schillings, Wilhelm Furtwängler und Bruno Walter setzten sich für die Aufführung seiner Werke ein. Die Uraufführung seiner Oper »Die Vögel« 1920 in München war ein überwältigender Erfolg, der internationale Beachtung erfuhr. 1925 wurde Braunfels vom Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer zum Leiter der dortigen Musikhochschule berufen; desweiteren war er Mitglied der Preußischen Akademie der Künste. Doch mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten verlor Braunfels als sogenannter »Halbjude« alle seine Ämter und erhielt Aufführungsverbot. Die Zeit des Nationalsozialismus verbrachte er zurückgezogen in der Nähe des Bodensees. 1945 erneut zum Rektor der Kölner Musikhochschule berufen, konnte er nicht mehr an seine alten Erfolge anknüpfen. Erst in den vergangenen rund fünfzehn Jahren werden Braunfels´ Werke wieder aufgeführt, dank des Einsatzes so prominenter Dirigenten und Regisseure wie Lothar Zagrosek, Ulf Schirmer, Manfred Honeck oder Christoph Schlingensief. So wurden alle erhaltenen Braunfels-Opern wieder aufgeführt – abgesehen von »Ulenspiegel«.

Die Oper basiert auf dem 1867 erschienenen Roman von Charles de Coster »Thyl Ulenspiegel – Die Legende und die heldenhaften, fröhlichen und ruhmreichen Abenteuer von Ulenspiegel und Lamme Goedzak«. Der belgische Autor verlegt das Geschehen in die Zeit des Spanisch-Niederländischen Kriegs im 16. und 17. Jahrhundert. Till Eulenspiegel, eigentlich ein Narr, der dem Volk einen Spiegel vorhält, legt sich mit den Spaniern an und flieht deshalb schließlich nach Vlissingen. Als seine Geliebte Nele die Nachricht vom Tod seines Vaters Klas durch die Inquisition überbringt, schwört er Rache und ruft die Bürger von Vlissingen zum Kampf gegen die Spanier auf.

Theater und Philharmonie Thüringen / ULENSPIEGEL © Theater und Philharmonie Thüringen

Theater und Philharmonie Thüringen / ULENSPIEGEL © Theater und Philharmonie Thüringen

Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Jens Troester, der bereits bei den Wiederentdeckungen der Opern »Scharlatan« von Pavel Haas und »Wallenstein« von Jaromír Weinberger am Pult des Philharmonischen Orchesters Altenburg-Gera stand. Regie führt Matthias Oldag. Für das Bühnenbild zeichnet der international renommierte Architekt Stephan Braunfels (u.a. Pinakothek der Moderne, München; Regierungsbauten, Berlin) verantwortlich, ein Enkel des Komponisten. Die Kostüme entwarf Henrike Bromber, der Opernchor singt in der Einstudierung von Ueli Häsler.

In der Titelpartie ist Keith Boldt zu erleben. Der kanadische Tenor studierte Gesang in seinem Heimatland und erhielt dort auch zahlreiche Preise und Auszeichnungen, z.B. den 1. Preis des »International Bel Canto Competition« in Toronto. Seine Karriere begann er als Mitglied verschiedener kanadischer Opernensembles, wo er zahlreiche Rollen verkörperte, darunter den Steuermann (»Der Fliegende Holländer«), Siegmund (»Die Walküre«), Max (»Der Freischütz«), Don José (»Carmen«) und Eisenstein (»Die Fledermaus«). Sein deutsches Operndebüt feierte Boldt als Harlekin in »Der Kaiser von Atlantis« und Le Berger in »Oedipus Rex« am Theater Hof. Weitere Engagements führten ihn ans Aldeburgh Festival in London, an die Oper Leipzig sowie auf große Europatournee mit »Das Land des Lächelns«.

In weiteren Partien: Marie-Luise Dreßen. (Nele), Shavleg Armasi (Klas), Olaf Plassa (Profoß), Christoph Rosenbaum (Schneider) Günter Markwarth (Seifensieder), Bernardo Kim (Schreiber), Kai Wefer (Jost), Teruhiko Komori (Bürgermeister von Vlissingen), Peter Paul Haller (Ablasspriester), Elke Böhm (altes Weiblein), Konrad Zorn (Soldat), Heiko Retzlaff (Schmied von Damme), Andreas Veit (Arkebusier), Annick Vettraino (junges Mädchen).

—| Pressemeldung Theater und Philharmonie Thüringen |—

Berlin, Staatsoper im Schiller Theater, Premiere El Cimarrón – Hans Werner Henzes musikalisches Statement gegen die Sklaverei, 18.02.2010

Februar 10, 2011 by  
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Staatsoper im Schiller Theater 

Premiere am 18. Februar: El Cimarrón –

Hans Werner Henzes musikalisches Statement gegen die Sklaverei

Hans Werner Henzes EL CIMARRÓN, eines der bedeutendsten Beispiele für eine politisch engagierte Musik, ist am 18. Februar die nächste Premiere der Staatsoper im Schiller Theater. Die Inszenierung der jungen Regisseurin Sophia Simitzis – die u.a. mit Christoph Schlingensief und Frank Castorf arbeitete – bespielt dabei die gesamte Werk­statt von der Hinterbühne bis hin zur Galerie.

Ausgehend von autobiographischen Erzählungen des geflohenen Sklaven Esteban Montejo, einem sogenannten »Cimarrón«, schuf Hans Werner Henze 1969/70 mit Hans Magnus Enzensberger als Librettisten ein Rezital für einen Bariton und drei Instrumentalisten. Das szenische Konzert­stück ist dabei kein Werk für einen Solisten und drei Begleitstimmen, sondern Ausdruck vier gleichberechtigter musikalischer Partner.

Es singt Hubert Wild, der von Sprechgesang über Flüstern, Schreien bis hin zum Lachen die gesamte Palette der mensch­lichen Emotionen durchquert. Es spielen Ursula Weiler (Flöten), Daniel Göritz (Gitarre) und Dominic Oelze (Schlagzeug) vom Ensemble Quillo. Alle vier werden außerdem an insgesamt 33 verschiedenen Percussion Instrumenten zu erleben sein.

El Cimarrón – Biografie des geflohenen Sklaven Esteban Montejo

Rezital für vier Musiker von Hans Werner Henze

Premiere am Freitag, den 18. Februar 2011, 20 Uhr

Staatsoper im Schiller Theater – Werkstatt

Weitere Termine: 24. und 27. Februar, 1. und 4. März sowie 7. Juli 2011

—| Pressemeldung Staatsoper im Schillertheater |—

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