Salzburg, Salzburger Festspiele 2020, COSI FAN TUTTE – Wolfgang A. Mozart, IOCO Kritik, 11.08.2020

August 11, 2020 by  
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Salzburg Das grosse Festspielhaus / zu normalen Zeiten @ Marco Borelli

Salzburg Das grosse Festspielhaus / zu normalen Zeiten @ Marco Borelli

Salzburger Festspiele

Cosi fan tutte – Wolfgang Amadeus Mozart

100 Jahre Salzburger Festspiele – Mozart als Erfolgsgarantie

von Adelina Yefimenko

Adelina Yefimenko in Salzburg @ AYefimenko

Adelina Yefimenko in Salzburg @ AYefimenko

Im Jahr 2020 feiern die Salzburger Festspiele ihr 100-jähriges Jubiläum. Dieses Jahr wird als Pandemie-, Krisen- und tragisches Jahr in die Geschichte der Menschheit eingehen. Man sollte sich keine Gedanken darüber machen, warum Covid19 zu einer so ungünstigen Zeit einer wichtigen Würdigung in der Geschichte und Gegenwart der Salzburger Festspiele kam.

Die ganze Welt zieht den Hut und bewundert den Mut Salzburgs. Österreich ist das einzige Land, das Tag für Tag beweist, dass herausragende Festivals und musikalische Traditionen, die mit dem Genie von Wolfgang Amadeus Mozart und den drei herausragenden Gründern der Salzburger Festspiele, Richard Strauss, Hugo von Hofmannsthal, Max Reinhardt, verbunden sind, mehr gelten als Angst vor Krankheit und Tod. Das von großen Namen gekrönte Festival geht dieses Risiko ein. Die Salzburger Festspiele haben nicht aufgegeben. Das Festival findet statt. Ein Zwangsurlaub wegen Covid19 kommt nicht in Frage. Die Weltbühne Salzburg lebt, während die meisten Theater der Welt sich in einem Zustand der Lethargie befinden. Der Gefahr in Salzburg ins Auge zu sehen, ist nicht nur Mut, sondern auch eine große Verantwortung für das Leben der Kunst, der Künstler und des Publikums. Es versteht sich von selbst, dass alle Räumlichkeiten in Salzburg mit Desinfektionsmitteln ausgestattet sind.

Cosi fan tutte – eine ergreifende Einführung
youtube Trailer Salzburger Festspiele 2020
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Das Festivalpersonal begrüßt die Gäste freundlich in transparenten Masken und hält vorbildlich die richtige Distanz. Und das Publikum in exklusiven Masken mit dem Logo der Salzburger Festspiele (für 10 Euro kann man im Foyer eine Maske im Ticket-Shop kaufen) dürfen Selfies mit den Stars machen, während sie auf die Vorstellungen der Festspiele warten. Alle Eintrittskarten für die Aufführungen sind jetzt personalisiert. Am Eingang zu den Sälen des Festspielhauses werden die Personalausweise geprüft. Die Forderung eine Maske in den Lobby-Räumen zu tragen, ist eindeutig, aber während der Aufführung – ad libitum. Die Zuschauer haben die Wahl, selbst zu entscheiden, wie sie sich im dicht gefüllten Saal verhalten. Trotz der versetzt angeordneten Lücken zwischen den Sitzen als Schach-Brett-Muster angeordnet, ist die Nähe der Zuschauer zu benachbarten Reihen immer noch bedenklich (da nur ca. 50 cm). Die Stille während der Aufführung ist spürbar. Anscheinend hat jeder einen Instinkt, der fünf Monate lang unter Quarantäne entwickelt wurde – in der Öffentlichkeit nicht zu husten, um den Nachbarn nicht in Panik zu versetzen. Man denkt freilich in etwa so: nicht zufällig spielen herausragende Schauspieler (auch 2020 Tobias Moretti) jedes Jahr die Jedermann -Dialoge (link hier) mit dem Tod auf dem prächtigen Domplatz der Heiligen Rupert und Virgil im Herzen der Stadt Salzburg. Und: In diesem Dom wurde auch W. A. Mozart getauft.

Die Präsidentin der Salzburger Festspiele, Helga Rabl-Stadler, und Intendant Markus Hinterhäuser haben alles Mögliche und auch Unmögliche getan, um 100 Jahre Salzburger Festspiele – die österreichische und weltweit wichtigste musik-theatralische, luxuriöse, schöpferfreie Weltbühne zu feiern. Im Ticket-Shop macht die Jubiläumsausgabe des Festivals, Weltbühne – 100 Jahre Salzburger Festspiele,  in den Bücherregalen auf sich aufmerksam. Diese solide Monographie hebt Seite für Seite den Vorhang vor der grandiosen Geschichte dieses unglaublichen Genius-Loci-Phänomens auf, analysiert seine Vergangenheit sowie Gegenwart und bringt die Persönlichkeiten der Salzburger Festspiele aus den Kulissen ans Licht. Diese Weltbühne brachte immer Hoffnung für die Zukunft, insbesondere in Zeiten globaler Kataklysmen.

Salzburger Festspiele 2020 / Cosi fan tutte, hier Marianne Crebassa als :Dorabella, Lea Desandre als Despina, Johannes Martin Kränzle: als Don Alfonso, André Schuen als Guglielmo, Bogdan Voklov als Ferrando, Elsa Dreisig als Fiordiligi @ Monika Rittershaus

Salzburger Festspiele 2020 / Cosi fan tutte, hier Marianne Crebassa als :Dorabella, Lea Desandre als Despina, Johannes Martin Kränzle: als Don Alfonso, André Schuen als Guglielmo, Bogdan Voklov als Ferrando, Elsa Dreisig als Fiordiligi @ Monika Rittershaus

In dieser Pandemie-Zeit sind Musiker, Schauspieler und Leiter verschiedener Projekt-Gruppen bereit, den Seelen des Publikums ihren kreativen Impuls, ihre Professionalität und ihre Inspiration einzuhauchen. Es geht nicht um das Ego, nicht um den Wunsch, sich zu etablieren oder berühmt zu werden. In diesem Sommer werden die Teilnehmer der Salzburger Festspiele 2020 der ganzen Welt beweisen, dass der 100. Jahrestag der Salzburger Festspiele das Gesicht des Lebens und die Ewigkeit der Kunst für alle Zeiten einfangen wird, nicht das Gesicht des Todes und der Verwüstung durch den Lockdown.

Die Salzburger Festspiele 2020 wurden mit zwei Opernpremieren eröffnet – Elektra von R. Strauss und Cosi fan tutte von W. A. Mozart. Diese sind die einzigen Opernaufführungen, die dem neuen Kurzprogramm erhalten geblieben sind. Von den früher für 2020 geplanten Aufführungen wurden die Zauberflöte von W. A. Mozart, Tosca von G. Puccini, Boris Godunov von M. Mussorgsky, Don Giovanni in der Version von Romeo Castellucci gestrichen. Auch Raritäten wie Intolleranza von L. Nono und Neither von M. Feldman finden nicht statt.

Mozart Skulptur - auch in St. Petersburg @ IOCO HGallee

Mozart Skulptur – auch in St. Petersburg @ IOCO HGallee

Die verbleibenden Aufführungen des Programms reichten jedoch aus, damit die Salzburger Festspiele ihr 100-jähriges Jubiläum mit Würde und Freude feiern. Beide Premieren endeten mit überwältigendem Erfolg. Die Freude des Publikums, das nach Live-Streaming einen echten Hunger auf Bühnenaktionen bekommen hat, ist verständlich. Es ist nicht leicht, sich fünf Monate lang nur mit Videosendungen zufrieden zu geben. Aber der Hauptgrund des großen Erfolgs ist vor allem der exzellenten Qualität der Vorstellungen zu verdanken, dem brillanten Casting, den hervorragenden Interpretationen der Dirigentin Joana Mallwitz und dem Dirigenten. Franz Welser-Möst, die die ständigen Begleiter der Salzburger Festspiele – die Wiener Philharmoniker – leiteten.

Die Salzburger Festspiele 2020 haben an Videosendungen nicht gespart. Auf ORF, Arte Concert, 3Sat werden fast täglich alle Festivalveranstaltungen und Konzerte ausgestrahlt, begleitet von interessanten Programmen: von dokumentarischen Rückblicken zum Thema „Salzburg: Geschichte und Gegenwart“ bis zu Talk-Shows.

Als Augen- und Hörzeugin der Opernpremiere Cosi fan tutte am zweiten Tag der Salzburger Festspiele (08.02.2020), sogar wenn es um eine gekürzte Fassung der Dirigentin Joana Mallwitz und des Regisseurs Christoph Loy geht, kann ich behaupten, dass die Sendung nicht einmal einen Bruchteil meiner Eindrücke einer echten Vorstellung erfüllen konnte. Eine Livesendung kann die einzigartige Synergie aus echtem Orchester-Klang und echten Solisten-Stimmen leider nicht wirklich wiedergeben. In der Fernseh-Sendung geht auch die ganzheitliche Wahrnehmung der Bühneninteraktion verloren. Ersatzklänge plus Ersatzperformance erzeugen das Ersatzphänomen des Musiktheaters. Man spürt den nicht behebbaren Verlust dann besonders stark, wenn man die Übertragung gleich am nächsten Tag nach der Aufführung anschaut, während einem das Live-Ereignis immer noch nachklingt.

Salzburger Festspiele 2020 – Cosi fan tutte
youtube Trailer Salzburger Festspiele
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Aufgrund der Fülle an Nahaufnahmen ist es in der Sendung nicht möglich, die gesamte Bühnenaktion abzudecken und das erfindungsreiche Schauspiel zwischen den Sängern genau zu beobachten. Deren Bewegungen und Gesten verlieren manchmal ihre Bedeutung ohne eine ganzheitliche Abdeckung des Bühnenraums. Und die unvollkommenen Grenzen digitaler Geräte werden wahrscheinlich nie die notwendige Balance zwischen Gesang und Orchester einfangen und wiedergeben können. Feinste Dynamik- und Tempo-Nuancen, aufregende Appelle von Solisten, synchronisierte Atmung von Orchestern und Sängern – all dies ging in der Sendung, wenn nicht ganz verloren, so wurde es höchstens gedämpft wahrgenommen, wenn nicht sogar völlig farblos, reduziert und flach. Und wenn die Vokalensembles ihre Schönheit und Harmonie behaupteten, haben doch manchmal die Soli, verstärkt und hervorgehoben durch Mikrofone, teilweise eine gewisse Rauheit in der Intonation gezeigt. Dies machte sich besonders in der für die Sopranistin schwierigsten Partie der Fiordiligi bemerkbar, während in der Live-Wahrnehmung war so etwas nicht zu hören.

Im Gegenteil, die bewundernswerte Solidarität der Sänger, die klare Balance mit dem Orchester ermöglichten es nicht nur, die schönen Klangfarben der jungen Stimmen zu genießen (Elsa Dreisig – Fiordiligi, Marianne Krebassa – Dorabella, Ferrando – Bogdan Volkov, Guglielmo – Andre Schuen, Despina – Lea Desandre, Johann Martin Kränzle – Don Alfonso), sondern auch aufrichtige Bewunderung zu erzeugen. Alles erklang hier: fliegende Virtuosität, die kontemplative Schönheit der lyrischen Momente (Bogdan Volkov führte perfekt Ferrandos Arie Un’aura amorosa), klare Artikulation in den Rezitativen und die Fantasie der szenischen Improvisation. Das Orchester führte und spielte mit, voller Tempowechsel, überraschenden Pausen und vor allem, faszinierender Lebensenergie, der kluge Wechsel zwischen Vorder- und Hintergrund des Klangkörpers in der Interaktion mit jedem der sechs Protagonisten – auch das war ein Plus der minimalistischen Regie von Christophe Loy.

Die Polyphonie der Timbre-Linien in den Ensembles und der Chor hinter den Kulissen klangen ebenfalls wunderschön. Sogar die Kürzungen in der Partitur, die durch die Länge der Aufführung sogar ein Spiel ohne Pause erzwangen, empfand man als natürlich. Der einzige erfahrene Bühnenmeister im jungen Solistenensemble war Johannes Martin Kränzle – ein wunderbarer Sänger und Schauspieler, ein Star nicht nur für Salzburg, sondern auch für Bayreuth. Leider gelang es mir nicht, die Essenz seines Protagonisten in dieser Produktion zu enträtseln, um die Frage zu beantworten, warum er immer mit Tränen in den Augen einen Witz über junge Liebende machte und sie zur Untreue aufrief. Ob diese Antworten dem Interview mit dem Regisseur oder dem Programmheft zu entnehmen sein werden? A. Kränzles Stimme- und Bühnen-Präsenz waren so einzigartig, dass sein Don Alfonso als neue Referenz bei der Interpretation dieser Rolle gelten sollte.

Auf dem Plakat der Vorstellung Cosi fan Tutte verschlüsselt Christophe Loy im Porträt von Berenice AbbottMan Ray – amerikanischer Fotograf, Filmemacher, surrealistischer, dadaistischer Künstler) eine interessante Idee. Abbott ist ebenfalls Amerikanerin und Fotografin, aber die erste Frau, die in diesem männlichen Beruf (nach alter Tradition) Ruhm und Anerkennung erlangte. Anscheinend deutete der Regisseur mit diesem Porträt nicht Mozarts Protagonistinnen an, die ihre verkleideten Geliebten nicht erkennen, sondern auf seine Produktionskollegin Joana Mallwitz – eine junge, energische, höchst talentierte, souveräne und außergewöhnliche Dirigentin, die dieses Jahr erneut für den Preis „Dirigentin des Jahres“ nominiert wurde und ihn ohne Zweifel wieder verdient. Ihre erste Würdigung als „Dirigentin des Jahres 2019“ hat sie mit 33 Jahren erhalten. Darüber hinaus ist Mallwitz die erste Frau, die nach Salzburg eingeladen wurde, um die Hauptproduktion der Salzburger Festspiele Cosi fan tutte zu leiten. Nach dem Vor-Pandemie-Plan A sollte Mallwitz ursprünglich die Wiederaufnahme von Zauberflöte leiten (Produktion des Jahres 2018 von Lydia Steier). Mit Ausbruch der Pandemie wurde ein Plan B aufgesetzt. Mallwitz wurde die verantwortungsvolle Aufgabe zuteil, die Original Mozart-Partitur zu bearbeiten. Diese kann man als Corona-Redaktion bezeichnen, die sie brillant umgesetzt hat. Natürlich erzwang die Pandemie eine Reduzierung des Mozartschen Originals.

Salzburger Festspiele 2020 / Cosi fan tutte, hier Marianne Crebassa als :Dorabella, Lea Desandre als Despina, Johannes Martin Kränzle: als Don Alfonso, André Schuen als Guglielmo, Bogdan Voklov als Ferrando, Elsa Dreisig als Fiordiligi @ Marco Borelli

Salzburger Festspiele 2020 / Cosi fan tutte, hier Schlussapplaus vl Lea Desandre als Despina, Andrè Schuen als Guglielmo, Elsa Dreisig als Fiordiligi, Bogdan Volkov als Ferrando, Marianne Crebassa als Dorabella, Hans Martin Kraenzle als Don Alfonso  @ Marco Borelli

Die Aufführung dauerte nur 2:15 Stunden, ohne Pause. Chöre und Rezitative wurden teilweise beschnitten, jeweils eine Arie von Despina, Guglielmo und Ferrando. Natürlich waren und sind Musikwissenschaftler Gegner solcher chirurgischen Eingriffe im „lebenden Körper“ der Originalpartitur. Zur Verteidigung einer solchen außergewöhnlichen Maßnahme kann man jedoch ein starkes Argument anführen. Der Name des zweiten Opern-Titanen der Salzburger Festspiele 2020 – Richard Strauss, dessen Elektra die Salzburger Festspiele 2020 eröffnete, wird hier als Fürsprecher erwähnt. Bekanntlich erregte die Partitur von „domeneo Ende der 1920er Jahre die Aufmerksamkeit des Komponisten. 1931 schuf Strauss in Wien, genau 150 Jahre nach der Uraufführung der Originalpartitur, seine eigene Version von Mozarts Meisterwerk: Er änderte das Libretto, die Reihenfolge der Auftritte und die Orchestrierung. So erschien eine neue Partitur Idomeneo– eine der ungewöhnlichsten Beispiele der Operngeschichte. Auf die Kritik seiner Mozart-Redaktion antwortete Strauss etwa so: „Ich kenne Mozart zehnmal besser als sie (die Kritiker), und ich liebe ihn hundertmal mehr.“ Der Komponist benannte Mozarts Elektra willkürlich in Ismene, da er den Namen der Protagonistin seiner eigenen Oper nicht wiederholen wollte. Der Auftrag zur Redaktion Idomeneo stammte nicht von den Salzburger Festspielen, sondern von der Wiener Staatsoper. Während der Premiere wurde Strauss nicht nur als Maestro, sondern auch als Mozart Co-Autor gewürdigt. Auch wenn diese Geschichte nicht die aktuellen Salzburger Festspiele betrifft, ist sie immer noch beachtenswert und lehrreich.

Salzburger Festspiele 2020 / hier Joana Mallwitz @ Lutz Edelhoff

Salzburger Festspiele 2020 / hier Joana Mallwitz @ Lutz Edelhoff

Und die Geschichte der neuen Salzburger Produktion Cosi fan tutte von W. A. Mozart ist wie folgt. Die neue Interpretation Joana Mallwitz wurde von Kritikern nicht nur einfach gelobt, sondern in ekstatischen Dithyramben gehuldigt. Ihr Dirigat wurde zum Höhepunkt des modernen Verständnisses von Mozarts Stil. Sie selber wurde als „Herz der Aufführung“ und „Sternstunde in Sachen Mozart-Interpretation“ (von Friedemann Leipold an BR-Klassik) wahrgenommen, die mit „geschmeidiger Eleganz und nie nachlassender Energie dem Puls der Musik“  folgte und weit gespannte Bögen im Voraus durchdachte.

Sie ist wirklich phänomenal in ihrer Selbstverständlichkeit, mit der sie Mozarts musikalischen Kosmos interpretiert. Die Wiener Philharmoniker haben zusammen mit Joanna Mallwitz ein einzigartiges Ereignis der Salzburger Festspiele geschaffen. Tatsache ist, dass das 100-jährige Jubiläum eine der besten Interpretationen von Mozart in den letzten Jahren schuf. Dies ist ein sehr gutes Zeichen, das die Hoffnung und das Vertrauen in den erfolgreichen Abschluss und der weiteren Entwicklung des herausragenden Festivals fördert.

Wie der legendäre italienische Regisseur Giorgio Strehler, der auch Cosi fan tutte inszenierte, einmal sagte: „Ich weiß sehr gut, dass das Leben aus Menschen gemacht ist…“

—| IOCO Kritik Salzburger Festspiele |—

Wiesbaden, Rheingold-Preis 2019 – Johannes Martin Kränzle, Februar 2019

Mai 2, 2019 by  
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Johannes Martin Kränzle © Barbara Aumüller

Johannes Martin Kränzle © Barbara Aumüller

Johannes Martin Kränzle

 Johannes Martin Kränzle

Rheingold-Preis 2019   –  Richard Wagner-Verband Frankfurt

von Ljerka Oreskovic Herrmann

„Ich bin sicher, sie werden Sänger!“

Recht hatte er, Martin Gründler, „der“ große (und 2004 verstorbene) Gesangspädagoge an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt: Aus seinem „Schüler“ Johannes Martin Kränzle ist ein Sänger geworden und was für ein einer! Ein anderes denkwürdiges Zitat fiel von Bernd Loebe, Intendant der Oper Frankfurt, der die Laudatio auf sein ehemaliges Ensemblemitglied hielt. Tags zuvor hatte er sich mit Antonio Pappano, Musikdirektor am Royal Opera House Covent Garden, London, getroffen und folgende Grüße von Pappano an Kränzle auszurichten: „Tell him: He’s the best!“ Und wie, um dies zu bestätigen, zählte Loebe die Partien auf, die der Bariton an der Oper Frankfurt gesungen hatte: dazu gehören u.a. Eisenstein (Die Lustige Witwe), Traveller (Tod in Venedig) oder Ford (Falstaff).

Johannes Martin Kränzle ist tatsächlich der Beste: 2018 erhielt er ein zweites Mal – nach 2011 – die Auszeichnung (Kritikerumfrage der Opernwelt) als bester Opernsänger des Jahres. In Frankfurt begann er in der Spielzeit1997/98 als Lescaut in Hans Werner Henzes Oper Boulevard Solitude, in der Regie von Nicolas Brieger. Ihm und auch Christoph Loy ist er bis heute verbunden, ja es ist sogar Freundschaft daraus geworden. Loys Inszenierung der Così fan tutte bezeichnet Kränzle als vielleicht beste Interpretation dieser Mozart-Oper, denn der Regisseur machte es eben nicht „wie alle“:

Aus einem Totenhaus – Leos Janacek
youtube TrailerOper Frankfurt – Kränzle hier als Siskov, Film Thiemo Hehl 2018
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Für Kränzle wurde Don Alfonso zur Paraderolle. Überhaupt hat er alle Mozartpartien an der Oper Frankfurt gesungen: Don Giovanni, Papageno – „nahezu unerreicht in der humanen Ausdeutung der Figur“ (Loebe) –, Conte Almaviva, Guglielmo und eben seinen unvergessenen und unnachahmlichen Don Alfonso. Aber Kränzle ist nicht nur ein gefragter Mozartsänger, sondern verbucht als Wagner-Interpret ebenso große Erfolge. Sein Beckmesser in Glyndebourne, London, an der MET in New York oder auch Bayreuth setzt durchaus Maßstäbe, als Alberich wird er in London gefeiert. Und folgerichtig erhält Johannes Martin Kränzle für seine „außerordentlichen Dienste als Wagnerinterpret und Liedsänger“ – so Dirk Jenders, Vorsitzender des Richard-Wagner-Verbands Frankfurt – den Rheingold-Preis 2019 und die Ehrenmitgliedschaft im RWV Frankfurt. Die Bodenhaftung habe sich, so Jenders, diese Künstlerpersönlichkeit bewahrt. Bewahrheitet hat sich diese Aussage sogleich, denn Kränzle half ganz selbstverständlich beim Aufbau von Tisch und Stühlen für das Gespräch mit Moderatorin und Vorstandsmitglied des RWV Hannelore Schmid. Und man möchte hinzufügen, ganz beiläufig auch seinen feinen Sinn für Humor hat aufblitzen lassen.

Es war eine Veranstaltung der „Liebe“ – Liebe zur Musik. Im kurzweiligen Gespräch zwischen Hannelore Schmid und dem Preisträger zeigte sich einmal mehr, warum man ihn auswählte: Kränzle ist nicht nur ein herausragender Bariton, sondern ein Darsteller ersten Ranges, der sich seiner jeweilig neu einzustudierenden Partie allumfassend nähert: Auf  Šiškov aus Leoš Janáceks Aus einem Totenhaus, den er in der vergangenen Spielzeit an der Oper Frankfurt verkörperte und sich grandios einverleibte, hat er sich ein Jahr vorbereitet. Er ist nach Prag gefahren, hatte einen Sprachcoach und wollte wissen und verstehen, was er singt – Noten allein reichen nicht immer aus. Und Tschechisch – zur indoeuropäischen Sprachfamilie gehörend – ist nun nicht so geläufig in der Opernwelt wie Italienisch. Obwohl – da gibt es doch einige Opern!

 Oper Frankfurt / Aus einem Totenhaus - hier : Joachim Martin Kränzle als Siskov © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Aus einem Totenhaus – hier : Joachim Martin Kränzle als Siskov © Barbara Aumüller

Dass Kränzle ein geschätzter Liedsänger ist, konnte er dann unter Beweis stellen. Dafür hat er sich die Lieder von Bertold Brecht und Hans Eisler ausgesucht: Was wohl auch ein bisschen dem Umstand geschuldet sein könnte, dass Kränzle, als Augsburger, an dem großen Sohn der Stadt – für Kränzle der höchste Dichter deutscher Sprache – gar nicht vorbei kommen kann. Es sind gebrochene Figuren, Liebestolle oder Gescheiterte an der Liebe. Wie in der Oper, wo Kränzle die zerrissenen Figuren am liebsten verkörpert, sind diese Liebeslieder ebenso von Zwiespältigkeit gezeichnet; vielleicht können sie aber auch als Folgeerscheinung von Menschen, die ihr Leben im Exil – wie Brecht und Eisler – zubringen mussten, verstanden werden. Die Hollywood-Elegien gaukeln kein Happy End vor, vielmehr sind sie melancholisch wie die Stadt, die nach Engeln benannt wurde, oder einfach wunderbare knappe bissige Vertonungen. Kränzle weiß auch hier um den Inhalt, jedes Lied wird in seiner Darbietung zu einem eigenen kleinen Kosmos und Ereignis. Er hat dieser Lieder für ein Streichquartett bearbeitet, was auf eine weitere Bandbreite dieser Künstlerpersönlichkeit verweist: die des Komponisten.

Die zehn Lieder um Liebe für mittlere Stimme und ein Streichorchester hat der Komponist Kränzle seiner Ehefrau und Mezzosopranistin Lena Haselmann gewidmet. Für die Preisverleihung war die Fassung mit Streichquartett zu hören. Die Liedertexte stammen wieder von Brecht. Diese Lieder, so Kränzle, zeigen die lyrische, zarte Seite Brechts, der bissig-ironische Stil der Hollywood-Elegien ist zugunsten eines behutsamen, sanften Duktus’ gewichen. Der Brechtschen Sprache kommt Kränzle entgegen – ja man spürt seine Liebe zum Dichter –, lässt sie aufblühen, seine Musik klingt heiter oder zuweilen auch forsch, manchmal sind Tangoanleihen – wie in Liebeslied aus einer schlechten Zeit – zu hören. Und es ist natürlich eine Liebeserklärung an seine Frau und ihre Stimme.

Musikalisch unterstützt wurde das Ehepaar Haselmann-Kränzle von den Musikerinnen des Malion-Quartett. Das noch „junge“, 2017 gegründete Ensemble besteht aus Musikerinnen aus Frankfurt und Stuttgart: Sophia Stiehler, Jelena Galic, Ulla Knuuttila und Bettina Kessler spielten sich gleichwohl in die Herzen des vorwiegend aus Mitgliedern des Wagnerverbandes bestehenden Publikums.

Abgerundet wurde der Nachmittag mit Johannes Brahms und dem Sänger-Ehepaar Haselmann-Kränzle: Es erklangen Brahms Lieder op. 28, Nr. 2 und Nr. 3, Duette für Alt und Bariton, die der (unverheiratete) Hamburger Komponist zwischen 1860 und 1863 komponiert und ebenfalls einer Frau, Amalie Joachim, gewidmet hat. Ein schöner Abschluss, der mit viel Applaus belohnt wurde.

—| IOCO Portrait |—

Essen, Aalto Theater Essen, La Straniera – Vincenzo Bellini, IOCO Kritik, 02.03.2014

März 6, 2014 by  
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Aalto Theater Essen

Vincenzo Bellini “La Straniera“ (Die Fremde) Premiere am 02.03.2014

Aalto Theater Essen / La Straniera © Thilo Beu

Aalto Theater Essen / La Straniera © Thilo Beu

Nach “Macbeth“ zur Spielzeiteröffnung und “Werther“ gab es nun an der Essener Oper mit “La Straniera“ von Bellini ein Belcanto-Fest.

Bellini wurde 1801 im sizilianischen Catania geboren. Er war gerade mal 24 Jahre jung, als sein Erstling “Adelson e Salvini“ 1825 in Neapel uraufgeführt wurde. Es folgten “Bianca e Fernando“ 1826, “Il Pirata“ 1827 und danach 1829 “La Straniera“. Fünf weitere Opern (alle von Erfolg gekrönt) folgten bis zu seinem frühen Tod 1835. Er wurde während seiner kurzen Lebensspanne zum beliebtesten Opernkomponisten Italiens.

Aalto Theater Essen / La Straniera © Thilo Beu

Aalto Theater Essen / La Straniera © Thilo Beu

“La Straniera“ wurde ein Riesenerfolg. Nach der triumphalen Uraufführung an der Scala di Milano erlebte es allein dort 26 Reprisen. Bis 1865 hielt der Erfolg an, dann verschwand das Werk in der Versenkung.

Nach dem 2. Weltkrieg wagte Palermo 1968 eine Wiederbelebung des Werkes mit Renata Scotto in der Titelpartie.

Nun nahm sich die Essener Oper des Werkes an. Für die Regie verpflichtete man Christoph Loy. Für den gebürtigen Essener war es die erste Arbeit an diesem Haus.

Die Handlung der Oper basiert auf einem historischen Fall aus dem Jahre 1200.

Es geht natürlich um Liebe, um Verzicht, Bigamie, Suizid und ein gelöstes Rätsel. Die “Straniera“ ist die Königin von Frankreich. Es würde den Rahmen sprengen, hier die doch ziemlich verworrene Handlung detailliert zu schildern.

Christoph Loy gelingt es recht gut, durch szenische Durchsichtigkeit, die Geschichte aufzuhellen.

Aalto Theater Essen / La Straniera © Thilo Beu

Aalto Theater Essen / La Straniera © Thilo Beu

Große Unterstützung erfuhr er durch das noble Bühnenbild, das mit edlen Hölzern aufwartete. Kompliment für die Bühnenbildnerin Annette Kurz. Hochelegant waren die Kostüme, die Ursula Renzenbrink kreiert hatte.

Musikalisch wurde es eine Sternstunde. Bellinis melodienselige, rhythmisch prägnante und raffiniert instrumentierte Musik ist ein Labsal für die Ohren. Das es ein Labsal wurde, war den glänzend aufgelegten und bestens disponierten Essener Philharmonikern und ihrem temperamentvollen Dirigenten Josep Caballè Domenech zu danken. Domenech war auch den Sängern ein höchst aufmerksamer Begleiter.

Aalto Theater Essen / La Straniera © Thilo Beu

Aalto Theater Essen / La Straniera © Thilo Beu

Aalto Theater Essen / La Straniera © Thilo Beu

Aalto Theater Essen / La Straniera © Thilo Beu

Aalto Theater Essen / La Straniera © Thilo Beu

Aalto Theater Essen / La Straniera © Thilo Beu

 

 

 

 

 

 

 

Hervorragend waren auch die Solisten.

Aalto Theater Essen / La Straniera © Thilo Beu

Aalto Theater Essen / La Straniera © Thilo Beu

Für die Sängerin der Titelpartie wurde es ein Riesenerfolg. Marlis Petersen ist, nach ihrem Studium an der Musikhochschule Stuttgart bei Sylvia Geszty und den Anfängen in Nürnberg und Düsseldorf, nun an die Spitze gekommen. Sie singt an allen wichtigen Bühnen der Welt und wurde 2006 für ihre Leistung als Lulu, von der Zeitschrift “Opernwelt“, zur Sängerin des Jahres gekürt.

Sie faszinierte an diesem Abend in der immens schwierigen Partie der “Straniera“ nicht nur durch makellose Top-Noten, sondern auch durch ihre hochmusikalische Gestaltung und die darstellerische Präsenz.

Volltönend, warm und markant klang der Bariton von Luca Grassi in der Partie des Valdeburgo. Der junge Russe Alexey Sayapin (Ensemblemitglied in Essen) sang die Rolle des Arturo mit dramatischem Impetus und gut platzierten Spitzentönen. Ein fabelhaftes Rollenporträt zeigte Ieva Prudnikovaite als unglückliche Isoletta.

Auch Benjamin Bernheim (Osburgo), Tijl Faveyts (Montolino) und Baurzahn Anderzhanov konnten ebenso gefallen wie auch der prächtig singende Opernchor.

Das Publikum im nahezu vollbesetzten Haus spendete frenetischen Beifall für alle Mitwirkenden.

IOCO / UGK / 02.03.2014

—| IOCO Kritik Aalto Theater Essen |—

Wien, Wiener Staatsoper, Zur Spielzeit 2012/2013: Die Jahrespressekonferenz, 27.03.2012

März 27, 2012 by  
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Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wiener Staatsoper

 Wiener Staatsoper:  Spielzeit 2012/2013

Staatsoperndirektor Dominique Meyer, Generalmusikdirektor Franz Welser-Möst, Ballettdirektor Manuel Legris und der Kaufmännische Geschäftsführer Thomas W. Platzer haben am Dienstag, 27. März 2012 den Spielplan der kommenden Saison 2012/2013 präsentiert.

 Christoph Willibald Gluck © IOCO

Christoph Willibald Gluck © IOCO

Für die Spielzeit 2012/2013 sind fünf Opernpremieren angesetzt: Christoph Willibald Glucks Alceste (12. November 2012 – D: Ivor Bolton; R: Christoph Loy; mit: Joseph Kaiser, Véronique Gens; Freiburger Barockorchester), Richard Strauss’ Ariadne auf Naxos (19. Dezember 2012 – D: Franz Welser-Möst; R: Sven-Eric Bechtolf; mit: Peter Mati, Jochen Schmeckenbecher, Christine Schäfer, Stephen Gould, Daniela Fally, Krassimira Stoyanova, Norbert Ernst), Gioachino Rossinis La cenerentola (26. Jänner 2013 – D: Jesús López-Cobos; R: Sven-Eric Bechtolf; mit: Dmitry Korchak, Vito Priante, Alessandro Corbelli, Tara Erraught, Ildebrando D’Arcangelo), die Staatsopern- Erstaufführung von Hans Werner Henzes Kinderoper Pollicino im Großen Haus (28. April 2013 – D: Gerrit Prießnitz; R: René Zisterer; mit: Alfred Šramek, Olga Bezsmertna, Andreas Hörl, Ulrike Helzel, Simina Ivan) sowie Richard Wagners Tristan und Isolde (13. Juni 2013 – D: Franz Welser-Möst; R: David McVicar; mit: Peter Seiffert, Stephen Milling, Nina Stemme, Tomasz Konieczny, Janina Baechle). Weitere Höhepunkte der kommenden Spielzeit sind die Wiederaufnahmen von Giuseppe Verdis I vespri siciliani (9. September 2012 – D: Gianandrea Noseda; R: Herbert Wernicke; mit: Gabriele Viviani, Burkhard Fritz, Ferruccio Furlanetto, Angela Meade), Richard Wagners Die Meistersinger von Nürnberg (21. November 2012 – D: Simone Young; R: Otto Schenk; mit: James Rutherford, Ain Anger, Adrian Eröd, Johan Botha, Norbert Ernst, Christina Carvin, Zoryana Kushpler), Giuseppe Verdis Aida (14. März 2013 – D: Pinchas Steinberg; R: Nicolas Joel; mit: Olga Borodina, Kristin Lewis, Markus Marquardt, Aleksandrs Antonenko, Dan Paul Dumitrescu), Alban Bergs Wozzeck (24. März 2013 – D: Franz Welser-Möst; D: Adolf Dresen; mit: Simon Keenlyside, Gary Lehman, Herbert Lippert, Wolfgang Bankl, Anne Schwanewilms, Monika Bohinec) und Gaetano Donizettis La Fille du régiment (28. April 2013 – D: Bruno  Campanella; R: Laurent Pelly; mit: Aleksandra Kurzak, John Tessier, Carlos Álvarez, Kiri Te Kanawa, Monika Bohinec) sowie die Musikalische Neueinstudierung von Richard  Strauss’ Capriccio (20. Juni 2013 – D: Christoph Eschenbach; R: Marco Arturo Marelli; mit: Renée Fleming, Bo Skovhus, Michael Schade, Markus Eiche, Kurt Rydl, Angelika Kirchschlager).

Ballettdirektor Manuel Legris präsentiert in der Wiener Staatsoper drei Premieren: Rudolf Nurejews Der Nussknacker (7. Oktober 2012) den vierteiligen Abend Tanzperspektiven (20. Februar 2013) mit Choreographien von Dawid Dawson, Helen Pickett, Patrick de Bana und Jean-Christophe Maillot sowie die Nurejew Gala 2013 (29. Juni 2013).

Wiederaufgenommen wird Kenneth MacMillans Manon (8. Jänner 2013). Das detaillierte Programm des Wiener Staatsballetts für 2012/2013 wird im Rahmen einer  Pressekonferenz am 3. April 2012, 10.30 Uhr im Teesalon der Wiener Staatsoper bekanntgegeben.

Im A1 Kinderopernzelt auf der Dachterrasse der Wiener Staatsoper werden Wilfried Hillers Das Traumfresserchen (16. September 2012) und Richard Wagners Die Feen (24. Februar 2013) wiederaufgenommen.

Die neue Saison bringt  zahlreiche Künstler-Debüts, so etwa der Dirigenten  Christoph Eschenbach, Daniel Harding, Marko Letonja, Cornelius Meister und Gianandrea  Noseda. Zu den Sängerinnen und Sängern, die sich 2012/2013 erstmals dem  Staatsopernpublikum vorstellen, zählen u. a. Olga Borodina, Véronique Gens, Magdalena Kožená, Nino Machaidze, Angela Meade, Olga Peretyatko, Christine Schäfer, Celso Albelo, Vittorio Grigolo, Joseph Kaiser, Gary Lehman, James Rutherford, Toby Spence. Nach einer oder mehreren Saisonen Abwesenheit von der Wiener Staatsoper sind ab September wieder hier zu erleben u. a. Ivor Bolton, Andris Nelsons, Stefan Soltesz, Jean-Christophe Spinosi, Grace Bumbry, Soile Isokoski, Ricarda Merbeth, Anna Netrebko, Kristine Opolais, Marlis Petersen, Kiri Te Kanawa, Joseph Calleja, Juan Diego Flórez, Thomas Hampson, Peter Mattei, Saimir Pirgu, Peter Rose, Erwin Schrott, Bo Skovhus. In der Spielzeit 2012/2013 treten des Weiteren neben den Ensemblesängern u. a. folgende Gastsolisten auf: Agnes Baltsa, Diana Damrau, Angela Denoke, Renée Fleming, Barbara  Frittoli, Elena Garanca, Edita Gruberova (Japan-Gastspiel), Vesselina Kasarova, Angelika Kirchschlager, Maija Kovalevska, Genia Kühmeier, Elisabeth Kulman, Camilla Nylund, Nina Stemme, Krassimira Stoyanova, Anne Schwanewilms, Roberto Alagna, Carlos Álvarez, Pavol Breslik, Piotr Beczala, Johan Botha, José Cura, Ildebrando D’Arcangelo, Plácido Domingo, Adrian Eröd, Ferruccio Furlanetto, Stephen Gould, Dmitri Hvorostovsky, Jonas Kaufmann, Simon Keenlyside, Tomasz Konieczny, Thomas Moser, René Pape, Kurt Rydl, Michael Schade, Neil Shicoff, Peter Seiffert, Falk Struckmann, Juha Uusitalo, Ramón Vargas, Rolando Villazón, Markus Werba, Heinz Zednik. Neben dem GMD Franz Welser-Möst und den genannten Dirigenten stehen auch 2012/2013 wieder am Pult der Wiener Staatsoper Yves Abel, Marco Armiliato, Philippe Auguin, Ivor Bolton, Bruno Campanella, Paolo Carignani, Bertrand de Billy, Plácido Domingo, Dan Ettinger, Adam Fischer, James Gaffigan, Guillermo García Calvo, Michael Güttler, Patrick Lange, Louis Langrée, Jesús López-Cobos, Ingo Metzmacher, Evelino Pidò, Gerrit Prießnitz, Jérémie Rhorer, Peter Schneider, Tugan Sokhiev, Pinchas Steinberg, Jeffrey Tate und Simone Young.

Das vielfältige Programm mit insgesamt 53 Opern- und 9 Ballettwerken wird ergänzt mit
etablierten Veranstaltungsreihen:

-Matinee-Reihe Das Ensemble stellt sich vor: An insgesamt 8 Terminen präsentieren sich
junge Ensemblesängerinnen und –sänger abseits des Vorstellungsbetriebes.

-Solistenkonzerte: An 4 Abendterminen stellen international herausragende Interpretinnen
und Interpreten attraktive Konzertprogramme vor.

-Kammermusik-Reihe der Wiener Philharmoniker: In 10 Matineen präsentieren
Mitglieder des Orchesters in wechselnden Ensembles unterschiedliche Kammermusik-
Programme.
Positionslichter – Gesprächsmatineen von und mit Franz Welser-Möst: Der
Generalmusikdirektor leitet 2 Gesprächsrunden mit ausgesuchten, international gefragten
Persönlichkeiten. Erörtert werden handlungsbestimmende Themen zu Neuproduktionen
sowie musikalische Fragen.

Abgerundet werden die umfangreichen Aktivitäten durch ein Nachmittagskonzert sowie den beliebten Tag der offenen Tür zu Saisonbeginn (2. September 2012).

Insgesamt stehen in der Spielzeit 2012/2013 über 350 Vorstellungen auf dem Programm, davon 236 Opernvorstellungen, 51 Ballettvorstellungen, 4 Solistenkonzerte, 10 Gesangsmatineen, 10 Kammermusik-Matineen, 9 weitere Matineen / Konzerte sowie über 40 Kinderopernvorstellungen und mehrere Tanzdemonstrationen der Ballettschule im Kinderopernzelt.

Für den Wiener Opernball am 7. Februar 2013 wird die Wiener Staatsoper zum 57. Mal in der Geschichte des Hauses in einen großen Ballsaal verwandelt, wo am darauffolgenden Tag zwei Vorstellungen von Die Zauberflöte für Kinder unter der Leitung von GMD Franz Welser-Möst stattfinden (für die Vorstellung um 17.00 Uhr können Interessierte ab sofort Gratiskarten im Bestellbüro reservieren, da Die Zauberflöte für Kinder 2013 in die Woche der Wiener Semesterferien fällt).

Im Rahmen von „Oper live am Platz“ werden in den Monaten September, April, Mai und Juni wiederum jeweils 20 ausgewählte Opern- und Ballettvorstellungen live auf den Herbert von Karajan-Platz übertragen.

Das 8. Japan-Gastspiel führt die Wiener Staatsoper im Oktober und November 2012 mit
szenischen Vorstellungen von Salome unter der musikalischen Leitung von GMD Franz Welser- Möst, Le nozze di Figaro, Die Zauberflöte für Kinder und Anna Bolena nach Tokio und Yokohama. Ein weiteres Gastspiel führt die Wiener Staatsoper mit Ariadne auf Naxos nach Garmisch-Partenkirchen. Das Wiener Staatsballett gastiert mit einem mehrteiligen Programm beim Belgrad Dance Festival sowie mit einer Nurejew Gala, zwei abendfüllenden Balletten und zwei mehrteiligen Programmen beim Festival les Étés de la Danse im Théâtre du Châtelet in Paris. PMWSto

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