Berlin, Deutsche Oper Berlin, Der Zwerg – Das Wunder der Heliane – Stream on Demand, IOCO Aktuell,

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Deutsche Oper Berlin

Deutsche Oper Berlin © Leo Seidel (Kontakt: leoseidel@googlemail.com)

Deutsche Oper Berlin © Leo Seidel (Kontakt: leoseidel@googlemail.com)

  Der Zwerg  /  Das Wunder der Heliane

www.deutscheoperberlin.de – Streams on Demand – kostenlos abrufbare Produktionen

28. bis 31. Januar 2021: DER ZWERG von Alexander von Zemlinsky, musikalische Leitung Sir Donald Runnicles,  Regie von Tobias Kratzer

18. bis 21. Februar 2021:  DAS WUNDER DER HELIANE von Erich Wolfgang Korngold,  Marc Albrecht am Pult, Regie von Christof Loy

Die Premiere von Zemlinskys DER ZWERG mit David Butt Philip in der Titelpartie und Mick Morris Mehnert als sein darstellerisches Alter Ego löste im März 2019 bei Presse und Publikum große Begeisterung aus. „Wie die Sänger und das Orchester der Deutschen Oper unter der Leitung von Donald Runnicles daraus an diesem Abend ein rundum geglücktes Ganzes machten, war beeindruckend“ – so nur eine der jubelnden Stimmen. Umso erfreulicher, dass die Aufnahme der viel gerühmten Inszenierung von Tobias Kratzer bei NAXOS als DVD erschienen ist und in der Kategorie „Best Opera Recording“ für den GRAMMY nominiert wurde. Die Verleihung der renommierten GRAMMY-Awards wurde Pandemie bedingt vom 31. Januar auf den 14. März 2021 verschoben.

Der Zwerg – Alexander von Zemlinsky
youtube Deutsche Oper Berlin
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Vom 28. Januar um 15 Uhr bis zum 31. Januar um 15 Uhr ist diese Aufzeichnung in der Videoregie von Götz Filenius auf der Website abrufbar, sie bietet frei wählbar deutsche und englische Untertitel:

www.deutscheoperberlin.de

Auch die Texte des Programmhefts dieser Produktion stehen auf der Landing Page in Deutsch und Englisch zur Verfügung. Viel Spaß beim Schauen, Hören und Lesen!

18. bis 21. Februar 2021:  DAS WUNDER DER HELIANE von Erich Wolfgang Korngold,  Marc Albrecht am Pult, Regie von Christof Loy

Das Wunder der Heliane – Erich Wolfgang Korngold
youtube Deutsche Oper Berlin
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Schon heute sei darauf hingewiesen, dass auch die herausragende Produktion von Korngolds DAS WUNDER DER HELIANE in der Regie von Christof Loy und mit Marc Albrecht am Pult vom 18. bis 21. Februar als Stream on Demand zur Verfügung steht. Auch diese Arbeit erschien bei Naxos als DVD. Die US-amerikanische Sopranistin Sara Jakubiak überzeugt uneingeschränkt in der Titelpartie von Korngolds selten gespielter Oper. Ab Februar probt sie, abermals mit Christof Loy, die Partie der Francesca da Rimini in Riccardo Zandonais gleichnamiger Musiktheater-Rarität.

Das Wunder der Heliane der Deutschen Oper Berlin ist bei NAXOS auch als DVD erhältlich.  Michael Stange beschrieb diese DVD Produktion für IOCO  –  LINK HIER! 

Das Wunder der Heliane DVD © 2012-2019 Naxos Deutschland Musik und Video Vertriebs-GmbH

Das Wunder der Heliane DVD © 2012-2019 Naxos Deutschland Musik und Video Vertriebs-GmbH

Das Wunder der Heliane – Deutsche Oper Berlin
– Rauschhaftes auf neuer NAXOS DVD –

Michael Stange schreibt dazu bei IOCO:  Das Wunder der Heliane von Erich Wolfgang Korngold ist nun Dank des für musikalisches Gespür und Entdeckerfreude bekannten Labels NAXOS in ausgezeichneter Bild- und Tonqualität als DVD erhältlich.

Bild, Regie und die hohe musikalische Qualität der Aufführung erleichtern so das Eintauchen in dieses durch lange, statische und mythische Szenen geprägte Werk. So leistet die NAXOS DVD auch einen wichtigen Beitrag zu größeren Verbreitung dieser teilweise verkannten und unterschätzten Oper.

Musikalisch kommt die Aufführung einem Wunder nahe. Marc Albrecht und das Orchester der Deutschen Oper Berlin bieten einen flirrenden Klang, der die Sinnlichkeit und die reiche Instrumentation der Oper offenbart. Die dramatischen, aber auch die sirrenden sowie die gleichsam sakralen Passagen werden in umwerfenden Klangfülle und -schönheit dargeboten….Die vollständige Rezension finden Sie auch HIER!

—| IOCO Aktuell Deutsche Oper Berlin |—

Zürich, Opernhaus Zürich, Livestream Prorgramm – Absage aller Vorstellungen bis 02.01.2020

November 24, 2020 by  
Filed under Livestream, Oper, Opernhaus Zürich, Pressemeldung

Opernhaus Zürich

Opernhaus Zürich © Dominic Büttner

Opernhaus Zürich © Dominic Büttner

Absage aller Vorstellungen bis 2. Januar 2020
oper für alle digital – replay
Live-Streaming Premiere Simon Boccanegra

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 28. Oktober zahlreiche einschneidende Massnahmen beschlossen, darunter das unbefristete Verbot von Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen. In der Folge musste das Opernhaus Zürich in Absprache mit dem Kanton alle Vorstellungen für den November absagen. Nachdem diese Bestimmungen weiterhin unverändert in Kraft sind, werden nun weitere Vorstellungsabsagen unumgänglich. So leisten wir unseren Beitrag zur Eindämmung des Corona-Virus und hoffen, den Spielbetrieb bald wieder aufnehmen zu können.

Alle Veranstaltungen und Aufführungen bis 2. Januar 2021 müssen ersatzlos entfallen. Dazu zählen auch die Wiederaufnahmen von Rossinis Il viaggio a Reims von Christoph Marthaler und Händels Alcina von Christof Loy mit Cecilia Bartoli mit allen geplanten Terminen, die teilweise auch im Januar 2021 liegen. Über weitere Auswirkungen auf den Spielplan werden wir mit Blick auf die Entscheidungen des Bundesrates fortlaufend informieren. Alle Karten für oben genannte Veranstaltungen werden automatisch storniert und erstattet. Kundinnen und Kunden werden zu diesem Zweck direkt kontaktiert.

Es gibt jedoch auch gute Nachrichten: Hinter verschlossenen Türen entsteht die Neuproduktion von Verdis Simon Boccanegra in der Regie von Andreas Homoki und unter der musikalischen Leitung von Fabio Luisi. Die Premiere mit dem Rollendebüt von Christian Gerhaher wird am Sonntag, 6. Dezember um 17 Uhr live von arte TV übertragen und ist anschliessend vier Wochen in der Mediathek auf ARTE Concert kostenlos online verfügbar.

In der Zwischenzeit bieten wir im Rahmen von «oper für alle digital – replay» grosse Opern- und Operettenproduktionen als kostenlosen Stream auf unserer Website an. Dank der treuen Unterstützung der Zurich Versicherung, stehen Gaetano Donizettis Maria Stuarda mit Diana Damrau und Salome Jicia von Freitag, 20. bis Sonntag, 22. November sowie Emmerich Kálmáns Operette Die Csárdásfürstin mit Annette Dasch und Pavol Breslik von Freitag, 27. bis Sonntag, 29. November auf dem Programm des Online-Spielplans. Diese Produktionen wurden zur Saisoneröffnung aufgezeichnet. Über weitere Online-Formate im Dezember, die wir zurzeit erarbeiten, werden wir zeitnah informieren. Alle Informationen zu unseren Streaming-Angeboten finden Sie hier.


Maria Stuarda Gaetano Donizetti — Wenn zwei königliche Rivalinnen als dramatische Soprane aufeinandertreffen, sind die Folgen tödlich. Gaetano Donizetti hat die Konfrontation zwischen Maria Stuart und Elisabeth I. zum Herzstück seiner Oper gemacht: Hasserfüllt schleudern sich in unserer Starbesetzung Diana Damrau und Salome Jicia Vorwürfe und Beleidigungen ins Gesicht.
Kostenlos streamen von Freitag, 20. bis Sonntag, 22. November 2020


Die Csárdásfürstin Emmerich Kálmán — Höchst aktuell dienen in der Csárdásfürstin die Liebe und das Feiern des Lebens als Rettungsanker vor einer drohenden Katastrophe. Die Feierlaune der Protagonisten scheint sich immer über einem drohenden Abgrund zu bewegen. Auf dem Vulkan tanzen in unserer Produktion Annette Dasch und Pavol Breslik unter der musikalischen Leitung von Lorenzo Viotti.
Kostenlos streamen von Freitag, 27. bis Sonntag, 29. November 2020

—| Pressemeldung Oper Zürich |—

Hamburg, Staatsoper Hamburg, Der fliegende Holländer – Alcina, Februar 2020

Februar 13, 2020 by  
Filed under Staatsoper Hamburg

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Staatsoper Hamburg

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

Der fliegende Holländer –  Alcina

Letzte Chance an der Staatsoper Hamburg

Die beiden Staatsopernproduktionen Der fliegende Holländer und Alcina werden in der kommenden Aufführungsserie zum letzten Mal an der Dammtorstraße zu sehen sein.

Richard Wagners Der fliegende Holländer in der Inszenierung von Marco Arturo Marelli aus dem Jahr 1996 wird am 18., 21. und 27. Februar jeweils um 19.30 Uhr, sowie am 1. März 2020 um 17.00 Uhr, zum letzten Mal zu erleben sein und verabschiedet sich nach 80 Vorstellungen vom Spielplan der Staatsoper Hamburg. In der Titelpartie steht Andrzej Dobber auf der Bühne. Senta ist Allison Oakes, Erik Michael Schade im Rollendebüt, als Daland gibt es ein Wiedersehen mit Wilhelm Schwinghammer. In weiteren Rollen sind als Steuermann Daniel Kluge und als Mary Katja Pieweck besetzt. Am Pult des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg steht Christof Prick.

Georg Friedrich Händels Oper Alcina in der Inszenierung von Christof Loy aus dem Jahr 2002 wird ab 23. Februar 2020 für insgesamt vier Vorstellungen ebenfalls zum letzten Mal auf dem Spielplan der Staatsoper Hamburg stehen. Als Alcina gibt Layla Claire ihr Hausdebüt an der Dammtorstraße. Als Ruggiero ist Maite Beaumont wieder in Hamburg zu erleben. Ebenfalls ihr Hausdebüt gibt als Bradamante Katarina Bradic. Als Morgana gibt es ein Wiedersehen mit Julia Lezhneva. Narea Son singt und spielt Oberto, Fabio Trümpy Oronte und Nikolay Borchev gibt als Melisso sein Rollendebüt. Das Philharmonische Staatsorchester Hamburg wird von Christopher Moulds geleitet, der ebenfalls das erste Mal an der Staatsoper Hamburg gastiert.

Richard Wagner   –  Der fliegende Holländer

Musikalische Leitung: Christof Prick, Inszenierung und Bühnenbild: Marco Arturo Marelli, Kostüme: Dagmar Niefind-Marelli, Licht: Manfred Voss, Chor: Christian Günther

Mit: Holländer Ks. Andrzej Dobber, Senta Allison Oakes, Erik Michael Schade (Rollendebüt), Daland Wilhelm Schwinghammer, Steuermann Daniel Kluge, Mary Katja Pieweck, Philharmonisches Staatsorchester Hamburg, Chor der Hamburgischen Staatsoper

Vorstellungen 18., 21. und 27. Februar 19.30 Uhr sowie am 1. März 2020 17.00 Uhr

Georg Friedrich Händel  –  Alcina

Musikalische Leitung: Christopher Moulds (Hausdebüt), Inszenierung: Christof Loy
Bühnenbild, Kostüme: Herbert Murauer, Choreografie: Beate Vollack, Licht: Reinhard Traub

Mit: Alcina Layla Claire (Hausdebüt), Ruggiero Maite Beaumont, Bradamante Katarina Bradic (Hausdebüt), Morgana Julia Lezhneva, Oberto Narea Son, Oronte Fabio Trümpy, Melisso Nikolay Borchev (Rollendebüt), Philharmonisches Staatsorchester Hamburg

Vorstellungen 23. Februar 17.00 Uhr sowie 28. Februar, 3. und 7. März 2020, 18.30 Uhr

—| Pressemeldung Staatsoper Hamburg |—

Berlin, Deutsche Oper Berlin, Das Wunder der Heliane – Naxos DVD, IOCO Rezension

Das Wunder der Heliane DVD © 2012-2019 Naxos Deutschland Musik und Video Vertriebs-GmbH

Das Wunder der Heliane DVD © 2012-2019 Naxos Deutschland Musik und Video Vertriebs-GmbH

Das Wunder der Heliane – Inszenierung  Deutsche Oper Berlin
– Rauschhaftes auf neuer NAXOS DVD –

von Michael Stange

Das Wunder der Heliane von Erich Wolfgang Korngold ist nun Dank des für musikalisches Gespür und Entdeckerfreude bekannten Labels Naxos in ausgezeichneter Bild- und Tonqualität als DVD erhältlich.

Bild, Regie und die hohe musikalische Qualität der Aufführung erleichtern so das Eintauchen in dieses durch lange, statische und mythische Szenen geprägte Werk. So leistet die DVD auch einen wichtigen Beitrag zu größeren Verbreitung dieser teilweise verkannten und unterschätzten Oper.

Erich Wolfgang Korngold, (1897 Brünn – 1957 Los Angeles), ist – anders als seine Oper Das Wunder der Heliane – kein Vergessener, wie viele andere seiner Generation. Seine Filmmusiken sind weltbekannt und seine Oper Die tote Stadt stand und steht mit Unterbrechungen seit den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts weltweit auf den Spielplänen.

Deutsche Oper Berlin / Das Wunder der Heliane - hier : Sara Jakubiak als Heliane © Monika Rittershaus

Deutsche Oper Berlin / Das Wunder der Heliane – hier : Sara Jakubiak als Heliane © Monika Rittershaus

Korngold hat neben seinem reichen Schaffen insbesondere als Pionier der Filmmusik in Hollywood heute noch gültige Maßstäbe gesetzt. Beide Karrieren waren Ausfluss seines Genies und seines immenses musikalisches Gespürs. Trotz der Geburt um die Jahrhundertwende war er – anders als die meisten Komponisten seiner Generation – musikalisch und auch bei der Wahl seiner Opernstoffe ein zutiefst im neunzehnten Jahrhundert verhafteter Romantiker.

Die wichtigste Biografie über Erich Wolfgang Korngold von Brendan Carrol – der auch das lesenswerte DVD-Booklet verfasst hat – trägt den Titel Das letzte Wunder. Der Buchtitel fasst den heutigen Blick auf Korngold prägnant zusammen. Sohn eines berühmten Wiener Musikkritikers, erste Kompositionen mit neun Jahren, bewundert von Gustav Mahler, Giacomo Puccini und Richard Strauss, Schöpfer mehrerer Opern- und Konzertkompositionen, Hollywood-Filmkomponist und Oscar-Preisträger. Ein bewegtes Leben in einem stürmischen, erbarmungslosen und mörderischen Jahrhundert, das Europa zwei Kriege, Millionen von Ermordeten und zuvor ungekannten gesellschaftlichen Umwälzungen brachte.

Das Wunder der Heliane ist ein Werk, das im Kern die Themen Macht, Unterdrückung, Lieblosigkeit, Terror und den Ausbruch aus diesen Zwängen durch Tod, Erlösung, Liebe und Freiheit behandelt. Verstöße gegen vermeintlich „sittlich, moralische Regeln“ werden durch ein Gericht geahndet, die Beschuldigten zum Tode verurteilt und am Ende der Oper geht das von der weltlichen Gerichtsbarkeit verurteilte Liebespaar – das auf Erden keinen Platz findet –  in das Himmelreich ein.

Diese Geschichte wird aber nicht in eine dramatisch, packende Handlung gekleidet sondern in eine mystisch, psychologisch freudianisch durchtränktes Oratorium gegossen. Das schon bei der Uraufführung unzeitgemäße Libretto dürfte – neben den antisemitischen Verfolgungen Korngolds – denen er bereits Ende der zwanziger Jahre ausgesetzt war, der zentrale Grund sein, dass die Oper lange vor ihrer ersten szenischen Wiederaufführung nach dem zweiten Weltkrieg im Jahr 1970 vergessen war oder bis auf zwei konzertante Aufführungen in London 1959 und 1968 weitgehend unbeachtet blieb.

 Deutsche Oper Berlin / Das Wunder der Heliane - hier : Jagde, Jakubiak, Wagner © Monika Rittershaus

Deutsche Oper Berlin / Das Wunder der Heliane – hier : Jagde, Jakubiak, Wagner © Monika Rittershaus

Nach der Zäsur des 1. Weltkrieges des ersten Weltkriegs war es ein kühnes Unterfangen, im Jahr 1929 eine an die Mythenwelt Wagners angelehnte Oper uraufzuführen. Die expressionistischen Werke Schrekers, Hindemiths und Kreneks spiegelten die gesellschaftlichen und politischen Ereignisse jener Jahre wieder und nahmen den Ausdruck der Zeit auf. Sie lieferten jene dramatisch pralle Sittengemälde, die dramaturgisch in der Tradition Puccinis standen, dem Zeitgeist entsprachen und vom Publikum aufgesogen wurden.

Das kreidete man Korngold natürlich schon bei der Uraufführung an. Als Korngold in den fünfziger Jahren nach Europa zurückkehrte, war er gegenüber den „Neutönern“ ein musikalisches Fossil und als Hollywood Komponist zugleich ein „Verräter der ernsten Musik“.

So brauchte es für die Renaissance des Werkes nach der konzertante Londoner Wiederaufführung Ende der fünfziger Jahre nahezu vierzig Jahre. Geschuldet war dies wohl insbesondere der musikalisch intensiven Tiefe der Oper, die anderen Musikdramen aus der Zeit der Uraufführung abging. Ein langsames schwelgerisches Konzept, rauschhaft gleißende, berückende und faszinierende Musik paaren sich mit seiner mythologischen, statischen Konzeption. Die fehlenden, perlenartig aneinander gereihten dramatische Momente und das textlich zumindest eigenwillige Libretto erschweren die vollständige Wahrnehmung der Oper und die Verfolgung der Handlung auf der heimischen Klangbühne.

Christof Loys Inszenierung von Heliane an der Deutschen Oper Berlin (Premiere 18.3.2018) hilft die starke musikalische Wirkung im Sinne der Werkaussage darzustellen: In einen Saal der Jahrhundertwende, der an den leer geräumten Saal der Nürnberger Prozesse gegen die NS-Kriegsverbrecher oder den Marlene Dietrich Film Zeugin der Anklage begegnet sich eine in schwarzen, dreiteiligen Anzügen gekleidet Männerwelt. Der Herrscher ist ein wenig hipper und trägt ein schwarzes Hemd zum Anzug. Der Fremde hebt sich als Beschuldigter im Gerichtsverfahren allein durch seinen grauen Anzug ab. Gleiches gilt für die Frauen. Die Botin trägt ein Cocktailkleid, der Chor Kostüme; Heliane erscheint im Marlene Dietrich Look mit Pelz.

Deutsche Oper Berlin / Das Wunder der Heliane - hier : Jagde, Jakubiak, Wagner © Monika Rittershaus

Deutsche Oper Berlin / Das Wunder der Heliane – hier : Jagde, Jakubiak, Wagner © Monika Rittershaus

Dadurch wird das Geschehen auf die menschliche Tragödie der unglücklich Liebenden und des grausamen, verschmähten Herrschers konzentriert und verdichtet. Die Personenführung ist packend und eindringlich. Die Interaktion der Protagonisten und ihr Spiel entfalten auf der Bühne eine starke dramatische Wirkung.

Musikalisch kommt die Aufführung einem Wunder nahe. Marc Albrecht und das Orchester der Deutschen Oper Berlin bieten einen flirrenden Klang, der die Sinnlichkeit und die reiche Instrumentation der Oper offenbart. Die dramatischen, aber auch die sirrenden sowie die gleichsam sakralen Passagen werden in umwerfenden Klangfülle und -schönheit dargeboten. Albrecht lässt jeden Aspekt der Partitur aufleuchten. Der Korngold-Sound und auch die eigenen Klangfarben durch die fünf verschiedenen Tasteninstrumente kommen überragend zur Geltung. Dissonanzen reihen sich an schwelgerische Klangmomente. Der ursprünglich wohl auch von Korngold angestrebte Klangstrom wird interpretiert dargeboten und die Musik klingt nie wie ein blasses Puccini-Plagiat. Durch seine Interpretation ist Marc Albrecht so der ideale Botschafter der Musik Korngolds und hat ein musikalisches Gespür für die Partitur gezeigt, dass die Ersteinspielung auf CD aus den neunziger Jahren deutlich in den Schatten stellt.

Der Chor und Extrachor der Deutschen Oper Berlin unter Jeremy Bines singen präzise, klangschön und involviert. Das durchsichtige Dirigat begünstigt auch die Sänger die ungemein anspruchsvollen Rollen – die zum Teil über die Anforderungen von Wagner und Strauss hinausgehen.

Das Wunder des Heliane – Erich Wolfgang Korngold
youtube Trailer der Deutsche Oper Berlin
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Gesungen und gespielt wird auf höchstem Niveau. Sara Jakubiak ist eine elegante, darstellerisch zutiefst involvierte Heliane (siehe Trailer oben).Tiefe, Mittelllage und Höhe werden vollendet verblendet. Die dramatischen und innigen Momente und die immensen Steigerungen gelingen ihr klangschön und wirkungsvoll. Durch immense Stimmreserven und ihre unglaubliche Leidenschaft und Rollenidentifikation setzt sie Maßstäbe in der Interpretation dieser nahezu unsingbaren Rolle. Sie meistert die große Arie „Ich ging zu ihm“ mit breitem Atem und hymnischen Steigerungen. Eine Idealbesetzung.

Brian Jagde ist ein junger dramatischer Tenor und der Rolle technisch vollständig gewachsen. Seine leuchtende Höhe und Stimmkultur meistern alle Herausforderungen dieser mörderischen Rolle. Ein beseelter Fremder der diese monströse Partie sowohl gesanglich als auch dramatisch voll ausfüllt. Auch er setzt mit seiner Interpretation Maßstäbe und ist ein weiterer Höhepunkt der DVD.

Okka von der Damerau verleiht der Botin mit rundem Mezzo und dramatischer Attacke botin, Gewicht und durchschreitet ihre Szene mit Emphase. Sicher schwingt sich von der Mittellage sicher in die exponierten Höhen auf.

Josef Wagner ersetzt durch Gestaltung und Interpretation was ihm an heldenbaritonaler Durchschlagskraft und strahlender Höhe fehlt. Sein kalter König ist dem Liebespaar so ein gefährlicher und potenter Widersacher.

Die Deutsche Oper Berlin und das Ensemble haben hier eine Aufführung von großer Wucht Intensität und Musikalität auf die Bühne gebracht, die die Bedeutung Korngolds eindringlich und rauschhaft in Bild und Ton festhält. Ein großer Dank an Naxos, dass diese Aufführung bleibend auf DVD gebannt wurde.

—| IOCO CD-Rezension |—

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