Heilbronn, Württembergisches Kammerorchester, Case Scaglione neuer Chefdirigent des WKO, ab 2018

Württembergisches Kammerorchester

Württembergisches Kammerorchester / WIKO Heilbronn © Fotostudio M42

Württembergisches Kammerorchester / WKO Heilbronn © Fotostudio M42

Case Scaglione neuer WKO Chefdirigent

Württembergisches Kammerorchesters Heilbronn

Am gestrigen Donnerstag hat der Stiftungsrat der Stiftung Württembergisches Kammerorchester Heilbronn Case Scaglione einstimmig zum neuen Chefdirigenten des Klangkörpers mit Beginn der Saison 2018/2019 berufen.

Madeleine Landlinger, Intendantin Württembergisches Kammerorchester Heilbronn: „Mit Case Scaglione haben wir einen zukünftigen Chefdirigenten für das WKO gewonnen, der nicht nur begnadet talentiert und fokussiert ist, sondern der absolut für seine Arbeit brennt. Das steckt an – die Chemie zwischen dem Orchester und ihm hat von Anfang an gestimmt. Wir haben während unseres Suchprozesses auf diesen berühmten „Klick“ gehofft. Ich bin gespannt auf unseren gemeinsamen Weg und den Ausbau der Stärken des WKO unter seinem Dirigat.

Württembergisches Kammerorchester / Case Scaglione und Intendantin Madeleine Landlinger © Ralf Seidel

Württembergisches Kammerorchester / Case Scaglione und Intendantin Madeleine Landlinger © Ralf Seidel

Der Vertrag ist auf vier Jahre angelegt und läuft bis 2022. Der 34-jährige Amerikaner tritt die Nachfolge von Ruben Gazarian an, der das Württembergische Kammerorchester Heilbronn seit 2002 leitet. Case Scaglione ist damit der dritte Chefdirigent in der Geschichte des Orchesters, das 1960 von Prof. Jörg Faerber gegründet wurde.

Case Scaglione: „Ich könnte mich nicht glücklicher schätzen. Für mich war das erste Treffen mit dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn magisch – mit seinem unverwechselbaren Klang, seiner musikalischen Flexibilität und der unglaublichen Spielfreude hat mich das WKO förmlich verzaubert. Ich kann es kaum erwarten, bis ich mit den Musikern und Intendantin Madeleine Landlinger starten kann, um gemeinsam den Erfolgsweg dieses exzellenten Orchesters weiterzuführen.“

Der 1982 geborene Amerikaner hat bisher zweimal mit dem WKO zusammengearbeitet: Im Abschlusskonzert der Heilbronner Abonnementreihe 2015/2016, mit dem Case Scaglione gleichzeitig sein Deutschlanddebüt feierte und beim umjubelten Gastspiel des WKO in der Liederhalle Stuttgart vor wenigen Wochen im Mai 2017.

Konstanze Felber-Faur, Vorsitzende des Orchestervorstands Württembergisches Kammerorchester Heilbronn: „Seine klare Klangvorstellung, die musikalische Genauigkeit und die durchdachte und energiereiche Arbeitsweise haben uns Musiker alle von Beginn an überzeugt. Jetzt blicken wir voller Spannung und Vorfreude auf unsere erste gemeinsame Saison 2018/2019.“

Die Suche nach einem neuen Chefdirigenten lag federführend in der Hand von Intendantin Madeleine Landlinger. Ihr zur Seite stand eine Findungskommission unter Vorsitz des Stiftungsratsvorsitzenden der Stiftung Württembergisches Kammerorchester Heilbronn Ralf Peter Beitner. Ihr gehörten außerdem Aleksandar Maletic (Vorsitzender des Orchestervorstands), Ministerialrat Christoph Heinkele (Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg), die Heilbronner Bürgermeisterin Agnes Christner (Stellvertretende Vorsitzende des Stiftungsrats der Stiftung Württembergisches Kammerorchester Heilbronn), und Andrea Meyer-Borghardt (Dirigentenforum des Deutschen Musikrats) als externe Beraterin an.

Ralf Peter Beitner, Vorsitzender des Stiftungsrats der Stiftung Württembergisches Kammerorchester Heilbronn und der Findungskommission: „Die Entscheidung für Case Scaglione ist das Ergebnis einer mehrmonatigen, sehr gründlichen Suche. Unsere Musikerinnen und Musiker haben eine ganz Reihe von Kandidaten professionell bewertet und damit die Auswahl geprägt. Ich erwarte nun ein sehr fruchtbares Miteinander. Mit Case Scaglione beginnt eine neue Ära für das Württembergische Kammerorchester Heilbronn.“

Der amerikanische Dirigent Case Scaglione, geboren 1982 in Houston/USA, studierte bei David Zinman an der American Academy of Conducting in Aspen/USA, wo er den James Conlon Prize gewann. 2010 wurde er mit dem Aspen Conducting Prize ausgezeichnet und 2011 erhielt er den Dirigentenpreis der Solti Foundation US. Er war 2011 einer der drei Dirigier-Stipendiaten in Tanglewood, ausgewählt von James Levine und Stefan Asbury. Im selben Jahr wurde er zum Associate Conductor beim New York Philharmonic berufen – eine Stelle, die Alan Gilbert speziell für ihn wieder eingeführt hatte. Seit 2015 hat er seinen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt nach Europa verlagert und lebt mit seiner Frau in Berlin. Er wird zu Gastdirigaten weltweit eingeladen, u.a. zum Orchestre National d’Île de France, Orchestre de Chambre de Lausanne, Kristiansand Symfoniorkester, Brno Philharmonic, Orchestre Philharmonique du Luxembourg, China Philharmonic Orchestra, Shanghai und Guangzhou Symphony Orchestras und mehr.

Agnes Christner, Bürgermeisterin der Stadt Heilbronn und Stellvertretende Stiftungsratsvorsitzende der der Stiftung Württembergisches Kammerorchester Heilbronn: „Ein neuer Chefdirigent für das WKO, ein neuer künstlerischer Botschafter der Stadt Heilbronn! Seine Internationalität passt zu Stadt und Region, die Weltoffenheit lebt und Unternehmen von Weltrang beheimatet. Wir freuen uns auf den Neu-Heilbronner Case Scaglione und sind gespannt auf die musikalischen Impulse, die er in unserer Stadt aber auch auf zahlreichen Gastspielen mit unserem musikalischen Aushängeschild WKO setzen wird.“

Zwei der weltweit renommiertesten Dirigenten, die wichtige künstlerische Wegbegleiter, Mentoren und Partner in Case Scagliones Karriere sind, gratulieren ihm zur Chefposition beim Württembergischen Kammerorchester Heilbronn:

Alan Gilbert, Chefdirigent des New York Philharmonic und designierter Chefdirigent des NDR Elbphilharmonie Orchesters, gratuliert Case Scaglione: „Case Scaglione ist einer der talentiertesten Dirigenten der jüngeren Generation, und mein Vertrauen in ihn ist mit den Jahren nur gewachsen. Er besitzt eine tiefe, kultivierte musikalische Sensibilität, die perfekt zu diesem wunderbaren Orchester passt, und ich kann es kaum erwarten, zu hören, was diese Partnerschaft in den kommenden Jahren hervorbringen wird.“

Jaap van Zweden, Chefdirigent des Dallas Symphony Orchestra und des Hong Kong Philharmonic sowie designierter Chefdirigent des New York Philharmonic: „Es freut mich außerordentlich, dass Case die Gelegenheit erhält, Chefdirigent dieses wunderbaren und angesehenen Kammerorchesters zu werden! Meiner Meinung nach ist Case die richtige Wahl. Er bringt neue Energie mit und ist ein talentierter Dirigent. Die Tradition dieses Kammerorchesters und Cases außergewöhnliche Fähigkeiten werden meiner Ansicht nach eine großartige Zusammenarbeit ergeben.“


Das Württembergische Kammerorchester Heilbronn (WKO) setzt mit stilsicherer künstlerischer Vielfalt und dem gelebten Ideal kammermusikalischen Musizierens Maßstäbe. Seine emotionale und sinnliche Klangkultur besticht im Ausreizen einer reichen Farbpalette von ätherischer Transparenz bis hin zum leidenschaftlich romantischen Klang. Als musikalischer Partner überzeugt das Orchester mit starker Wandlungsfähigkeit und der Kunst des musikalischen Dialogs auf Augenhöhe. Damit hat sich das WKO als eines der gefragtesten Kammerorchester etabliert. Seit 2002 prägt Ruben Gazarian als Chefdirigent und Künstlerischer Leiter diesen Stil. Mit Beginn der Saison 2018/2019 wird Case Scaglione neuer Chefdirigent des Württembergischen Kammerorchesters Heilbronn.

Als überzeugter Touring-Klangkörper ist das Orchester auf zahlreichen nationalen wie internationalen Konzertpodien unterwegs. Höhepunkte der letzten Jahre waren u.a. die Royal Albert Hall in London, das Concertgebouw Amsterdam, die Victoria Hall in Genf, das Tschaikowsky Konservatorium Moskau, das Théâtre des Champs-Elysées in Paris, der Musikverein Wien, die Philharmonie Berlin, die Hamburger Laeiszhalle und die Philharmonie Köln sowie Auslandstourneen durch Korea, Kambodscha, China oder Spanien. In der Saison 2017/2018 geht das WKO auf eine 11-konzertige Tournee durch China.

Das Orchester setzt auch zu Hause auf musikalische Vielfalt mit höchstem Qualitätsanspruch. Dafür stehen seine Abonnementkonzerten in Heilbronn und Ulm, die innovative Konzertreihe redblue meets klassik in Kooperation mit INTERSPORT, die KSK-Kammermusikreihe unter der Pyramide, regelmäßige Musiktheater-Kooperationen mit dem Theater Heilbronn und das Musikvermittlungsprogramm KOPFHÖRER für Babys, Schulkinder und Jugendliche.

Seit seiner Gründung 1960 durch Prof. Jörg Faerber arbeitet das WKO mit den renommiertesten Künstlern zusammen und fördert stets auch junge Nachwuchstalente – im Konzert und für CD-Aufnahmen: Kolja Blacher (CD), Rudolf Buchbinder, Mojca Erdmann, Juan Diego Floréz, James Galway (CD), Augustin Hadelich, Sharon Kam (CD), Felix Klieser (CD), Katia & Marielle Labèque, Sabine Meyer (CD), Nils Mönkemeyer, Sergei Nakariakov (CD), Andreas Ottensamer, Alina Pogostkina, Linus Roth (CD), Christine Schäfer, Olga Scheps, Herbert Schuch, Daniel Müller-Schott, Carolin Widmann und Frank Peter Zimmermann (CD) musizieren u.a. mit dem WKO.

Davon zeugt auch die reiche und stets wachsende Diskografie des Württembergischen Kammerorchesters Heilbronn: 2017 veröffentlicht das Orchester mit Kolja Blacher und Leonard Bernsteins „Serenade“ sowie Joseph Haydns Violinkonzert C-Dur einen SACD-Beitrag zum Bernstein-Jahr (Coviello Classics). Unter der Leitung von Ruben Gazarian ist mit der Saxophonistin Asya Fateyeva das Album „Bachiana“ mit Werkadaptionen von Johann Sebastian Bach und Heitor Villa-Lobos erschienen (Berlin Classics). Die Aufnahme von Mieczys?aw Weinbergs Flötenkonzert Nr. 2 sowie Werken von Jind?ich Feld und Mikis Theodorakis mit Solistin Kathrin Christians (Hänssler Classic) setzt das Bestreben des WKO fort, selten gehörte Werke auf CD zugänglich zu machen. 2015 hat das WKO bereits einen Teil zum Gesamtaufnahmeprojekt der Violinwerke Weinbergs von Geiger Linus Roth beigesteuert. Weitere CD-Partner der letzten Jahre sind Hornist Felix Klieser mit der Aufnahme „Horn Concertos“ und Sharon Kam mit „OPERA!“, auf der Bearbeitungen aus dem Opernrepertoire für Klarinette und Kammerorchester zu hören sind. Als CD-Angebot für die ganze Familie hat das WKO zwei Andersen-Märchen, vertont von Andreas N. Tarkmann und erzählt von Juri Tetzlaff, eingespielt (Coviello Classics).

Die Aufnahme mit Werken von Johann Christian und Johann Wilhelm Hertel (Coviello Classics) wurde mit dem ECHO Klassik ausgezeichnet. Zu den Aufnahmen mit Chefdirigent Ruben Gazarian gehören außerdem u.a. „simply strings“ mit Musik von Britten, Bartók, Janácek und Sibelius sowie die Gesamteinspielung der Sinfonien Beethovens. Des Weiteren erschienen eine CD mit Wagners „Siegfried-Idyll“ und Bruckners Streichquintett und eine CD mit Werken armenischer Komponisten unter dem Titel „Armenian Classic“ (Bayer Records).

Träger des Orchesters ist seit 2012 die Stiftung Württembergisches Kammerorchester Heilbronn, ermöglicht von 21 Gründungsstiftern. Sie sichert die Zukunftsfähigkeit des Klangkörpers durch nachhaltige Weiterentwicklung des Orchesterangebots in der Region, auf dem nationalen und internationalen Markt.

Änderungen bzw. Kürzungen bedürfen der Abstimmung mit dem Orchesterbüro des Württembergischen Kammerorchesters Heilbronn.

—| Pressemeldung Württembergisches Kammerorchester |—

 

Darmstadt, Staatstheater Darmstadt, Sopranistin Jana Baumeister ausgezeichnet, IOCO Aktuell, 30.11.2016

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Staatstheater Darmstadt

Staatstheater Darmstadt © IOCO

Staatstheater Darmstadt © IOCO

Jana Baumeister gewinnt Bundeswettbewerb Gesang

Staatstheater Darmstadt gratuliert Ensemblemitglied

Staatstheater Darmstadt / Jana Baumeister © Bjoern Hadem

Staatstheater Darmstadt / Jana Baumeister © Bjoern Hadem

Für Intendant Karsten Wiegand und sein Staatstheater gibt es Grund zur Freude: Die Sopranistin Jana Baumeister hat den diesjährigen Bundeswettbewerb Gesang gewonnen. Die 28-Jährige, die seit der Spielzeit 2014|2015 festes Ensemblemitglied am Staatstheater Darmstadt ist, erhielt den mit 10.000 Euro dotierten 1. Preis und den Sonderpreis der Leipziger Bach-Stiftung für Konzertengagements, teilten die Veranstalter am Montag in Berlin mit. „Ich freue mich riesig und hatte jede Menge Spaß“, kommentiert Baumeister ihre Auszeichnung.

Beim Finalkonzert in der Berliner Staatsoper im Schiller Theater traten zwölf Teilnehmer an. Sie hatten sich unter 250 Sängerinnen und Sängern im Alter zwischen 22 und 30 Jahren qualifiziert. Der Bundeswettbewerb Gesang Berlin wurde in diesem Jahr zum 45. Mal ausgerichtet. Er findet jährlich abwechselnd in den Kategorien Oper/Operette/Konzert sowie Musical/Chanson statt. Zu den bisherigen Preisträgern zählen heute renommierte Künstler wie Christine Schäfer, Mojca Erdmann und Thomas Quasthoff.

Jana Baumeister überzeugte die Jury in der Finalrunde mit einer Arie der Pamina aus der Zauberflöte.

Für die Spielzeit 2017|2018 ist eine Neuinszenierung der Zauberflöte am Staatstheater Darmstadt geplant, in der Jana Baumeister diese Partie übernehmen wird.  Derzeit ist Jana Baumeister am Staatstheater Darmstadt als Despina in Così fan tutte, als Gretel in Hänsel und Gretel und als Frasquita in Carmen zu sehen.

Die nächsten Vorstellungen mit Jana Baumeister: Così fan tutte am 02.12., 13.12., Hänsel und Gretel am 08.12.2016.

—| Pressemeldung Staatstheater Darmstadt |—

 

Chemnitz, Theater Chemnitz, Premiere Pique Dame von Pjotr Tschaikowsky, 26.11.2016

November 7, 2016 by  
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Theater Chemnitz © Dieter Wuschanski

Theater Chemnitz © Dieter Wuschanski

Theater Chemnitz

Pique Dame von Pjotr Tschaikowsky

Text von Modest Tschaikowsky nach der gleichnamigen Novelle von Alexander Puschkin, Aufführung in russischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Premiere: 26. November 2016, 19.00 Uhr im Opernhaus Chemnitz

Theater Chemnitz / Plakatmotiv zu Tschaikowskys "Pique Dame" © Oper Chemnitz

Theater Chemnitz / Plakatmotiv zu Tschaikowskys „Pique Dame“ © Oper Chemnitz

Die Geschichte : Ganz Paris war früher verrückt nach ihr, der „Venus von Moskau“. Nun ist sie nur noch eine alte Gräfin, doch eine mit einem bemerkenswerten Geheimnis: Im Spiel hoch verschuldet, schenkte sie einst dem sagenumwobenen Grafen St. Germain eine Liebesnacht – so sagt es zumindest die Legende – für das Wissen, mit welchen drei Karten man im Pharo-Spiel immer gewinnt. Seitdem trägt sie den Spitznamen Pique Dame. Nun ist es ihre Enkeltochter Lisa, die den Stein ins Rollen bringt. Lieblos verlobt mit dem Fürsten Jeletzky, verliebt sie sich in den Ingenieur Hermann. Doch der ist ebenso sehr an dem Geheimnis ihrer Großmutter interessiert wie an ihrer Liebe. Es kommt zu dramatischen Verwicklungen, die sich während eines Balls, in diversen Schlafgemächern und einem Kasernenzimmer entfalten, in einem Zufalls-Mord kulminieren und, wie könnte es anders sein, im Spielcasino ihren Showdown finden.

Tschaikowskys Oper : Wie so viele Opern der russischen Romantik geht auch Pique Dame auf eine Vorlage Alexander Puschkins zurück. Im Libretto, das Pjotr Tschaikowsky Ende der 1880er-Jahre von seinem Bruder Modest eingerichtet bekam (der es zunächst für einen anderen Komponisten erstellt hatte), mischen sich typische Themen jener Zeit: Die Verlockung unermesslichen, leicht gewonnenen Reichtums als Alternative zu einer großen Liebe, die auf Erden aber wenig Chancen bekommt. Außerdem die Spielsucht und das gesellschaftliche Korsett durch die Etikette bei Hofe und beim Militär.
Tschaikowsky hatte über viele Jahre hinweg lukrative Beziehungen zu seiner ganz persönlichen Pique Dame – der Mäzenin Nadeshda von Meck, die ihn mit regelmäßigen Geldspenden förderte, und das, obwohl er sie nie von Angesicht getroffen hatte. Als Tschaikowsky ihr das Libretto schickte, brach sie plötzlich alle Beziehungen ab – ob als Reaktion hierauf oder einem anderen Grund, bleibt Spekulation.

Der Komponist befand sich zur Entstehungszeit längst im Zenit seines Könnens. Im Unterschied zur sehr lyrischen Partitur von Eugen Onegin, wohl die berühmteste seiner Opern, blättert Pique Dame eine große Stilvielfalt auf, vom einfachen Volkslied über ein Mozart abgelauschtes Schäferspiel, bewegende Arien, geisterhafte Chöre bis hin zu dramatischen Ensembles und Szenen.

Musikalische Leitung: Michael Güttler, Inszenierung: Helen Malkowsky, Bühnenbild: Hermann Feuchter, Kostüme: Henrike Bromber, Chöre: Stefan Bilz, Pietro Numico

Mit: Viktor Antipenko (Hermann), Matthias Winter (Graf Tomskij und Plutus), André Riemer (Tschekalinskij), Magnus Piontek (Ssurin), Tiina Penttinen (Die Gräfin), Maraike Schröter / Iordanka Derilova (Lisa), Alexandra Sherman (Polina und Daphnis), Andreas Beinhauer (Fürst Jeletzkij), Hubert Walawski (Tschaplitzkij / Festordner), Eric Ander (Narumov), Guibee Yang / Franziska Krötenheerdt (Mascha und Chloe)
Opernchor der Oper Chemnitz, Kinder- und Jugendchor der Oper Chemnitz, Robert-Schumann-Philharmonie

Zur Inszenierung : Regisseurin Helen Malkowsky und ihr Team mit Hermann Feuchter (Bühne) und Henrike Bromber (Kostüme) fokussieren in der Chemnitzer Neuinszenierung die fast wie Fieber anmutende subjektive Wahrnehmung des Protagonisten Hermann, in der Gewissensnöte, Begierde, Geistererscheinungen und Minderwertigkeitskomplexe eine leidenschaftliche Mesalliance eingehen – mit tödlichem Ausgang. Das Amorphe, die Unschärfe des Realitätsgrades der jeweiligen Szene inspirierten dabei auch Hermann Feuchter zu seinem Bühnenbild.

Zum Inszenierungsteam : Michael Güttler (Musikalische Leitung)
stammt aus Dresden und studierte nach seiner Ausbildung in den Fächern Violine, Trompete, Klavier und Chordirigieren im Fach Orchesterdirigieren an der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“. Von 1998 bis 2002 war er der jüngste Chefdirigent Österreichs am Stadttheater Klagenfurt. Seit 2003 ist er ständiger Gastdirigent des Mariinski-Theaters. Sein umfangreiches Repertoire weist eine große stilistische Vielfalt auf, die sich von der Barockmusik bis zur zeitgenössischen Musik spannt. Er arbeitete u. a. mit dem Israel Philharmonic, dem Orchestre de Paris, RAI Torino, Concerto Köln, der Moskauer Philharmonie, dem Schwedischen Radiosinfonieorchester sowie an den Opernhäusern in Washington, Düsseldorf, Hamburg, Madrid, Lissabon, Tokyo, Wien, Nizza, Frankfurt, Malmö, Jekaterinburg, an der Opéra Bastille, dem Théâtre des Champs-Élysées und in der Arena di Verona. Seit 2013 ist er Chefdirigent der Finnischen Nationaloper Helsinki.

Helen Malkowsky (Inszenierung) : stammt ebenfalls aus Dresden und war nach ihrem Studium als Regieassistentin in Saarbrücken, Basel und bei den Bayreuther Festspielen tätig, wo sie u. a. Herbert Wernicke und Claus Guth assistierte. Von 2004 bis 2008 war sie Oberspielleiterin am Staatstheater Nürnberg und von 2010
bis 2013 Operndirektorin am Theater Bielefeld, jeweils mit zahlreichen eigenen Inszenierungen. Darüber hinaus arbeitete sie als Gastregisseurin (u. a. „Parsifal“ in Kassel, „Mazeppa“, „Stiffelio“ und „Katja Kabanova“ in Krefeld-Mönchengladbach). Immer wieder widmet sie sich auch der szenischen Ausbildung junger Sängerinnen und Sänger. Sie leitete das Internationale Opernstudio des Staatstheaters Nürnberg und erarbeitete Hochschulproduktionen an der Universität der Künste Berlin, der Hochschule für Musik Dresden und der Folkwang Universität der Künste Essen. An der Oper Chemnitz inszenierte sie bereits Verdis „Don Carlos“, Korngolds „Die tote Stadt“, Donizettis „Lucia di Lammermoor“ sowie die Deutsche Erstaufführung von Peter Eötvös‘ „Paradise Reloaded (Lilith)2.

Hermann Feuchter (Bühne) : studierte Bühnen- und Kostümbild am Mozarteum in Salzburg. Nach Assistenzen an verschiedenen Theatern ist er seit 1983 als freischaffender Bühnenbildner tätig. Mit Nicolaus Brieger arbeitete er wiederholt an den Opernhäusern in Stuttgart, Berlin (Staatsoper Unter den Linden), München und Frankfurt a. M. zusammen. Weitere Regisseure, mit denen Hermann Feuchter regelmäßig zusammenarbeitet, sind Veit Volkert, Barbara Mundel, Elisabeth Stöppler, Anselm Weber, Karoline Gruber, Andreas Baesler und Helen Malkowsky. Seine Gastengagements führen ihn regelmäßig an die großen Opernhäuser im deutschen Sprachraum, zu den Salzburger und Bregenzer Festspielen sowie nach Japan. Neben seiner Arbeit für die Bühne ist Hermann Feuchter als Maler und Rauminstallateur tätig. In Chemnitz gestaltete er bereits die Bühne für Peter Eötvös‘ „Paradise Reloaded (Lilith)“.

Henrike Bromber (Kostüme) : geboren in Frankfurt a. M., war zunächst als Damenschneidermeisterin an den Städtischen Bühnen ihrer Heimatstadt, anschließend als Kostümassistentin und Kostümbildnerin tätig, bevor sie in Hamburg das Studium zur Gewandmeisterin absolvierte. Von 1994 bis 1998 war sie Kostümdirektorin und Ausstatterin am Theater Vorpommern. Seitdem arbeitet sie freischaffend und übernahm regelmäßig Gesamtausstattungen für das Schauspiel Frankfurt am Main. Sie entwarf Kostümbilder für Opernhäuser im In- und Ausland wie Staatsoper Hamburg, Semperoper Dresden, Aalto Theater Essen, Opera de Nantes und Nikikai Opera Tokio. Für die Kostüme zu „Alice in Wonderland“ (Theater Bielefeld), „Die lustige Witwe2 (Staatstheater Cottbus) und „Giulio Cesare in Egitto“ an der Hamburgischen Staatsoper nominierte die Zeitschrift OPERNWELT sie jeweils zur Kostümbildnerin des Jahres. An der Oper Chemnitz entwarf sie die Kostüme für Peter Eötvös‘ „Paradise Reloaded (Lilith)2.

In den Hauptpartien
Viktor Antipenko (Hermann) : wurde in St. Petersburg geboren. Nach dem Studium am St. Petersburger Konservatorium und ersten Erfolgen am Mariinski-Theater folgten Auftritte im Rahmen der Academy of Vocal Arts in Philadelphia. Am Bolschoi-Theater debütierte er als Don José und gastierte in dieser Partie beim Allentown Symphony Orchestra, in Sotschi, Las Vegas und Fairbanks (Alaska). Gefeiert wurden außerdem seine Auftritte als Malcolm in „Macbeth“ unter Kazushi Ono sowie als Hirte
in „Tristan und Isolde“ an der Opéra National de Lyon. In jüngster Zeit war er als Lohengrin in Rouen und Sao Paulo zu erleben, als Luigi in Puccinis „Il tabarro“ in Florida, als Dimitri in „Boris Godunow“ in Karlsruhe, als Vaudemont in „Iolantha“ in New York sowie als Pinkerton am Teatro Mancinelli in Orvieto. Dort sang er auch den Andrej in Tschaikowskys „Mazeppa“. In der Spielzeit 2016/2017 singt er an der Oper Chemnitz auch die Titelpartie in Wagners „Parsifal“.

Maraike Schröter (Lisa) : studierte Gesang an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ bei Julia Varady, Brenda Mitchell und Christine Schäfer. Meisterkurse bei Dietrich Fischer-Dieskau, Francisco Araiza und Deborah Polaski ergänzten ihre breit gefächerten Studien. Von 2011 bis 2013 war sie Mitglied im Internationalen Opernstudio der Staatsoper Berlin. Seit 2013 ist sie Ensemblemitglied der Oper Chemnitz und war dort bisher als Donna Anna in „Don Giovanni“, als Elisabetta in „Don Carlos“, als Desdemona in „Otello“ sowie als Infantin in „Der Zwerg“ zu hören. Gastspiele führten sie zuletzt als 1. Dame an die Staatsoper Berlin und zu den Bregenzer Festspielen sowie als Chrysothemis in „Elektra“ an das Staatstheater Cottbus. Aktuell ist sie in ihrem Stammhaus als Eva in „Die Meistersinger von Nürnberg“ sowie als Liù in „Turandot“ zu hören.

Iordanka Derilova (Lisa) : ist in Sofia geboren und studierte in Rom bei Aleksandrina Milcheva. Sie debütierte am Opernhaus Burgas und sang in der Nationaloper Sofia und in fast allen Opernhäusern Bulgariens. 1998 folgte ein Festengagement an der Staatsoper Prag. 2000/2001 wurde sie für die Rolle der Amelia in „Ein Maskenball“ am Nationaltheater Mannheim engagiert und sang mit großem Erfolg Aida in Japan zusammen mit dem Tenor José Cura. Sie singt auf Opernbühnen in Italien, der Schweiz, Holland, Litauen, Zypern, Katar, der Türkei, Russland, Polen, der Tschechischen Republik, der Slowakei und Deutschland. 2003 folgte ein Festengagement am Anhaltischen Theater Dessau, wo sie Rusalka, Elisabeth, Giovanna d’Arco, Mignon, Donna Elvira, Lady Macbeth sowie Kundry sang und als Isolde debütierte, für die sie als „Sängerin des Jahres“ in der Zeitschrift OPERNWELT nominiert wurde. 2012 folgte ihr Debüt als Brünnhilde (Götterdämmerung) in Dessau. Weitere aktuelle Rollen ihres Repertoires sind Abigaille, Katerina Ismailova (Lady Macbeth von Mzensk), Brünnhilde (Die Walküre), Turandot und Renata (Der feurige Engel).

Opernfrühstück
Das Opernfrühstück zu „Pique Dame“ findet am Sonntag, 13. November 2016, 10.30 Uhr im Foyer des Opernhauses statt. Das Regieteam wird einen Einblick in die Premierenvorbereitungen gewähren, begleitet von musikalischen Beiträgen durch Solisten des Ensembles. Der Eintritt kostet 5,- €.

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Frankfurt, Oper Frankfurt, Don Giovanni von W.A. Mozart, 21. / 27.06.2014

Juni 24, 2014 by  
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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Don Giovanni von Wolfgang Amadeus Mozart

21. und  27. Juni 2014, 19.00 Uhr im Opernhaus Frankfurt

Von der Allmacht des sinnlichen Begehrens, eines ewig brennenden Sehnens, jenseits unserer logischen und begrifflichen Ordnung der Dinge geschehend, handelt Mozarts dramma giocoso. Solcher Lebensmacht, schrieb Sören Kierkegaard über die „lebenschwellende Heiterkeit“ der Titelfigur, könne einzig die Musik Ausdruck verleihen. Deren unverwechselbare Tonsphäre schöpft sich allein aus jener Macht. „Sie ist von einer anderen Gattung“, sagte Mozart.
Allseits bekannt war der Stoff um den berühmtesten Erotomanen der Neuzeit, als er sich 1787 mit Lorenzo Da Ponte daran machte, ihn selbst zu gestalten. Das Thema lag in der galanten und libertären Epoche, als man Schlafzimmer wie Altäre und Kirchen wie Theater gestaltete, in der Luft. „Ich war ein Sklave in meinen Lastern, aber in meinen Gewissensbissen ein Freier“, notierte Jean-Jacques Rousseau und bezeichnete damit die Lebensphilosophie des Rokoko, das es wie keine andere Zeit verstand, die Tiefe an der Oberfläche zu verstecken, das Schwere als das Leichte zu tarnen und sogar Tod und Teufel zu foppen durch überschwängliche Vitalität. Don Giovannis Lachen verstummt auch auf dem Friedhof nicht. Noch den auf dem Grundton der Todestonart d-Moll artikulierten letzten Laut des manischen Verführers Giovanni, sein schon in den Flammen ausgestoßenes und von seinem überlebenden Diener wiederholtes und damit selbst fortexistierendes „Ah…!“ kann man als Revolte des sinnlichen Lebens gegen jedes Jenseits, ob Himmel oder Hölle, verstehen.

Die abchasisch-russische Sopranistin Hibla Gerzmava singt am 27.6.2014 die Partie der Donna Anna in der Regie von Christof Loy.

Hibla Gerzmava singt diese Rolle auch aktuell an der Wiener Staatsoper, wo sie zuvor als Vitellia in Mozarts La clemenza di Tito debütierte. Weitere Engagements führten die junge Sängerin jüngst an das Royal Opera House Covent Garden in London (Amelia Grimaldi in Verdis Simon Boccanegra) und an die New Yorker Metropolitan Opera (Liù in Puccinis Turandot).

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