Dresden, Semperoper, Saisoneröffnung – Große Emotionen bei reduziertem Programm, IOCO Kritik, 31.08.2020

August 31, 2020 by  
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Semperoper in Dresden © Matthias Creutziger

Semperoper in Dresden © Matthias Creutziger

Saisoneröffnung – Sächsische Staatskapelle, Christian Thielemann, Anja Kampe

Große Emotionen mit reduziertem Programm

von Thomas Thielemann

Für das erste „Variations-Symphoniekonzert“ der Sächsischen Staatskapelle Dresden der Saison 2020/21 ist die Thüringerin Anja Kampe in jene Stadt gekommen, in der sie den größeren Teil ihres Gesangsstudiums absolvierte, um unter der musikalischen Leitung von Christian Thielemann die Wesendonck-Lieder von Richard Wagner zu singen.

Nun ist die etwas verquirlte Geschichte um die Vertonung der Gedichte von Mathilde Wesendonck hinreichend publiziert worden, so dass ich mich auf die Konzerteindrücke konzentrieren möchte. Ursprünglich als eine Art Studie für eine Frauenstimme und Klavier komponiert, hatte der Wagner-Bewunderer Felix Mottl eine Fassung für großes Orchester geschaffen. Trotz der gegenüber einer „Tristan-Aufführung“ auf 54 Musiker reduzierten Orchesterbesetzung, gelingt es Christian Thielemann, musikalische Höhepunkte zu schaffen und endlich wieder einmal einen kompakten Eindruck von Wagner ins Haus zu zaubern. Auch wirken die Gedichte der Mathilde Wesendonck ohnehin, als seien sie aus den Texten der Musikdramen des Komponisten extrahiert. Dank der Orchesterbearbeitung Mottls gewannen die Lieder Struktur, und so konnte Anja Kampe mit ihrem von „Tristan-Harmonien“ ahnungsvoll durchzogenem Gesang die Zuhörer berühren und die Begabung und Leuchtkraft ihrer Stimme zur Geltung zu bringen. Ohne Forcieren und mit unaufdringlichem Charisma konnte sie ihre reichen Isolde-Erfahrungen einsetzen.

 Semperoper / Sächsische Staatskapelle mit Christian Thielemann © Matthias Creutziger

Semperoper / Sächsische Staatskapelle mit Christian Thielemann © Matthias Creutziger

Mit „Der Engel“ beginnen der einfühlsame Dirigent und die Sängerin den Zyklus zunächst geradlinig, schlicht, lassen Orchestermusik und Stimme lyrisch-sanft fließen. Mit dem „Stehe still“ durfte dann das Brausen der Zeit wilder aufrauschen, ohne dass sich der Gleichklang von Solistin und Orchester verlieren. Die als Studie für den Tristan ausgewiesene Komposition „Im Treibhaus“ vermittelte bereits mit leisen ahnungsvollen Tönen das hypnotisch, schwebende des Vorspiels zum dritten Akt des Musikdramas. Mit „Schmerzen“ ließen die Interpreten den Sonnenauf- und –untergang, die Beziehung von Leben und Tod aufklingen, während mit „Träume“ noch einmal die Visionen des Tristan herauf beschworen wurden.

Die emotional beeindrucken Wagner-Orchesterliederwurden, gewissermaßen als Auftakt des Richard-Strauss-Zyklus der Staatskapelle, von dessen Werken ein gerahmt. Zur Einstimmung hörten wir aus der Strauss-Oper Ariadne auf Naxos die Ouvertüre und eine für kleines Orchester bearbeitete Tanzszene, die bereits den Eindruck vermitteln, dass es für seine Musik nicht unbedingt der großen Orchesterbesetzung bedarf, um emotionale Wirkungen zu erzielen.

 Semperoper / Sächsische Staatskapelle mit dem Klarinettisten Wolfram Große (l) und dem Fagotistten Philipp Zeller, sowie Christian Thielemann © Matthias Creutziger

Semperoper / Sächsische Staatskapelle mit dem Klarinettisten Wolfram Große (l) und dem Fagotistten Philipp Zeller, sowie Christian Thielemann © Matthias Creutziger

Dem Ariadne-Auftakt folgte das „Duett Concertino für Klavier und Fagott“ mit Streichorchester und Harfe F-Dur Trenner-Verzeichnis 293; von Richard Strauss in den Jahren 1946 und 1947 geschrieben. Die Komposition ist Hugo Burghauser (1896-1982) gewidmet, der von 1919 bis 1938 Erster-Fagottist und ab 1932 etwas umstrittener gewählter Orchestervorstand der Wiener Philharmoniker war. Burghauser hatte sich zwar 1938 von seiner jüdischen Frau getrennt, verließ aber Österreich wegen seiner Nähe zum Austro-Faschismus. Mit Strauss war er befreundet, hatte gute Verbindungen zu Toscanini und galt als umgänglicher etwas brummiger Mensch.

Mit diesem letzten, im Dezember 1947 fertiggestellten Instrumentalwerk, schickte uns Strauss auf eine kurzweilige Reise in eine reine Welt von Märchenschönheiten, die der Altmeister mit musikalischem Augenzwinkern garnierte: ein Bär, das Fagott, umwirbt eine Prinzessin, nämlich die Klarinette. Zunächst vergeblich, aber erst als die Prinzessin mit dem Bären auch tanzt, verwandelt sich dieser in einen Prinzen. „Am Ende wirst auch du ein Prinz und lebst glücklich bis ans Ende…“ schrieb Strauss dem Widmungsträger.

Semperoper / Sächsische Staatskapelle mit Anja Kampe, Christian Thielemann © Matthias Creutziger

Semperoper / Sächsische Staatskapelle mit Anja Kampe, Christian Thielemann © Matthias Creutziger

Die virtuosen Solisten Wolfram Große, seit 1999 Soloklarinettist der Staatskapelle und Philipp Zeller, seit 2015 Solofagottist des Orchesters, packten mit herzhaftem Zugriff und betörendem Schmelz die Partitur und schufen, unterstützt von einem großartigen Orchester, eine schwelgerische Klangmalerei. Nicht zuletzt ihre Lust an technischen Spielereien machte die Darbietung des dreisätzigen Werkes zum besonderen Erlebnis.

Dem Lieder-Block schloss sich mit den „Metamorphosen für 23 Solostreicher“ aus dem Jahre 1945 ein weiteres Alterswerk des Komponisten an. Richard Strauss sah diese Arbeit als traurige Elegie für die Zerstörung der deutschen Kultur im Zweiten Weltkrieg. „Mein schönes Dresden-Weimar-München, alles dahin“ klagte der 81-jährige.

Vom Beginn der Metamorphosen an wurden wir von der spätromantischen üppigen Melodiensprache des Richard Strauss erfasst und von der intimen Interpretation eingefangen. Christian Thielemann führte den Bogen der Komposition nahtlos von der düsteren Eröffnung zu einem majestätischen Gipfel und wieder zurück. Die vielschichtigen Überlagerungen der Stimmen zauberten einen faszinierend-suggestiven dichten Klangteppich in den Raum, der Resignation und Niedergeschlagenheit eigentlich nicht aufkommen ließ. Präzise präsentierten sich die hervorragenden 23 Streicher, von denen sich jeder in einen Solopart zu bewähren hatte. Wieder einmal führte Christian Thielemann vor, über welches Potential hervorragender Streicher die Sächsische Staatskapelle verfügt.

Der heftige und langandauernde Applaus ließ fast vergessen, dass im Haus nur ein mäßiger Teil der Plätze besetzt war

—| IOCO Kritik Semperoper Dresden |—

Bayreuth, Bayreuther Festspiele, 25. Juli 2020 – Konzert in Haus Wahnfried, IOCO Aktuell, 25.07.2020

Festspielhaus Bayreuth © IOCO

Festspielhaus Bayreuth © IOCO

25. Juli 2020  –  Konzert im Haus Wahnfried

Public Viewing / BR Klassik

Richard Wagner Bayreuth © IOCO

Richard Wagner Bayreuth © IOCO

Trotz der coronabedingt schwierigen Umstände werden die Stadt Bayreuth und die Bayreuther Festspiele am traditionellen Eröffnungstag der Festspiele, Samstag, 25. Juli 2020, um 16.00 Uhr ein Konzert im Haus Wahnfriedveranstalten. Unter Leitung von Christian Thielemann führen die Solisten Camilla Nylund, Sopran, und Klaus Florian Vogt, Tenor, sowie Jobst Schneiderat am Wahnfried-Flügel Richard Wagners Ausschnitte aus Die Meistersinger von Nürnberg, das Siegfried-Idyllund die Wesendonck-Liederauf. Das Konzert wird live vom Bayerischen Rundfunk auf BR Klassik (www.br-klassik.de/programm/radio/ausstrahlung-2207268.html) und zudem vor Ort auf Videowänden als Public Viewing für bis zu 400 Personen nach außen übertragen. Das Café Wahnfried sorgt für Erfrischungen.

IOCO  Besprechungen aller Werke, die für die Bayreuther Festspiele 2020 geplant waren und mehr, sind – unten folgend – in diesem Artikel verlinkt
 IOCO
  Korrespondenten/innen beschreiben – DORT – die Details besuchter Produktionen der Bayreuther Festspiele

Kooperation mit BR-Klassik / 3 Sat

Für alle Wagner-Fans inszenieren die Bayreuther Festspiele gemeinsam mit BR-KLASSIK und 3sat ab dem 25. Juli – dem ursprünglichen Eröffnungstag der Bayreuther Festspiele – die Werke Wagners als Gesamtkunstwerk. Mit Corona-verträglichen Live-Veranstaltungen, exklusiven Archivschätzen und Sondersendungen wird das älteste Musikfestival Deutschlands in diesem Kultursommer adäquat gefeiert. Ein Highlight des Programms: drei historisch maßstabsetzende Inszenierungen des Ring des Nibelungenauf unterschiedlichen Ausspielwegen. Es sind die Ring-Inszenierungen von Frank Castorf (Premiere 2013), Harry Kupfer (Premiere 1988) und Patrice Chéreau (Premiere 1976).BR-KLASSIK wartet im Hörfunk vom 25. bis 28. Juli täglich um 18.05 Uhr exklusiv mit der bisher unveröffentlichten Aufnahme der hochgelobten und intensiv diskutierten Ringproduktion von Frank Castorf und Kirill Petrenko am Pult (Aufnahme von 2015) auf, die auch Teil des diesjährigen ARD Radiofestivals (ab 18. Juli) sein wird.ARD-alpha und das Streaming-Angebot „BR-KLASSIK Concert“ präsentieren gemeinsam mit den Bayreuther Festspielen den Jahrhundertring von Patrice Chéreau und Pierre Boulez. Erstmals ist diese Inszenierung am 7. August ab 20.15 Uhr in der großen Ring-Nachtwieder im Free-TV zu erleben.

Tristan und Isolde – die Fanfaren erklingen
youtube Trailer von Claas Rohmeyer
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Die Bayreuther Festspiele in 3sat

3sat feiert die Bayreuther Festspiele mit dem Ring des Nibelungen in der Inszenierung von Harry Kupfer. Am Pult steht Daniel Barenboim, der die Bayreuther Festspiele 18 Jahre lang maßgeblich geprägt hatte. Mit Rheingold, dem Vorabend der Ring-Tetralogie, und anschließend einer Dokumentation über den Sänger Günther Groissböck steht der Fernsehabend am 25. Juli ab 20.15 Uhr ganz im Zeichen Wotans. Die weiteren Teile dieses Rings von Harry Kupfer werden in der Mediathek von 3sat, auf br-klassik.de und im Webauftritt der Bayreuther Festspiele zu sehen sein.Trotz Corona-bedingten, schwierigen Umständen werden die Stadt Bayreuth und die Bayreuther Festspiele am 25. Juli ganz im Zeichen der Festspieleröffnung ein Konzert veranstalten. Musikdirektor Christian Thielemann und Mitglieder des Festspielorchesters  werden mit den Bayreuther Sängerstars Camilla Nylund und Klaus Florian Vogt Werke von Wagner aufführen. BR-KLASSIKüberträgt das Konzert ab 16 Uhr live im Radio. Einblicke ins Festspielhaus gibt in diesem Sommer die Videoarbeit The Loop of the Nibelungvon Simon Steen-Andersen. Der vielfach ausgezeichnete dänische Komponist und Performance-Künstler geht mit Sängern und Musikern des Festspielorchesters auf audiovisuelle Erkundung des mythischen Bayreuther Festspielhauses und des Werks von Wagner. Die Video-Arbeit ist ab dem 28. Juli im Streaming-Angebot BR-KLASSIK Concert und auf der Website der Festspiele zu erleben.

Richard Wagner Villa am Canale Grande in Venedig © IOCO

Richard Wagner Villa am Canale Grande in Venedig © IOCO

In „Hier gilt’s der Kunst“ widmen sich u. a. Daniel Barenboim, Barrie Kosky, András Schiff, Martina Gedeck und Thea Dorn in einer Gesprächsreihe aus dem Pierre Boulez-Saal in Berlin dem Thema „Wagner, Musik und Politik“. Die Gespräche der Reihe „Diskurs Bayreuth“ werden ab dem 7. August auf BR-KLASSIK Concert veröffentlicht.Archivperlen und Video-Extras

BR-KLASSIKwird außerdem zwei besondere Archivschätze im Radio senden: André Cluytens „Lohengrin“ aus dem Jahr 1958 am 29.7. um 18.05 Uhr sowie Tristan und Isolde unter der Leitung von Herbert von Karajan aus dem Jahr 1952 am 30.7. um 18.05 Uhr. Der Interpretationsvergleich bietet Hörerinnen und Hörern am 31. Juli um 18.05 Uhr einen spannenden und kompakten Einblick in eine Auswahl an Interpretationen zum Fliegenden Holländer. .Auf den Webseiten von BR-KLASSIK und den Bayreuther Festspielen laden spannende Video-Formate wie der „Operncrashkurs Wagner“, die „klassik shorts“, die „Ring-Steckbriefe“ und das „Wagner-ABC“ dazu ein, mehr über die Kraft von Wagners Musik zu erfahren und in die mythischen Welten des „Rings“ einzutauchen.Weitere Informationen zu den Programmhighlights auf bayreuther-festspiele.de, br-klassik.de/bayreuther-festspiele und 3sat.de/kultur/festspielsommer/bayreuther-festspiele-2020

Die Meistersinger von Nürnberg – Barrie Kosky Inszenierung
youtube Trailer von Bayreuth en Vinilo
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Kooperation mit der Deutschen Grammophon

Die vier Werke, die für die Bayreuther Festspiele 2020 geplant waren – alle Werke sind HIER! mit der Besprechung eines IOCO-KollegIn verlinkt – Die Meistersinger von Nürnberg – IOCO / Dr. Schneider Besprechung HIER!, IOCO / Uschi Reifenberg Besprechung HIER!,Tannhäuser oder der Sängerkrieg auf der Wartburg – IOCO / Patrik Klein Besprechung HIER!, Lohengrin – IOCO / Ingrid Freiberg Besprechung HIER! und Der Ring des Nibelungen – IOCO / Hanns Butterhof Besprechung HIER!, werden online in jüngsten oder legendären Produktionen aus dem Archiv der Festspiele übertragen. Jedes Werk wird gemäß des ursprünglichen Spielplans des 2020 Wagner-Sommers gezeigt und ist danach weitere 48 Stunden zugänglich.

Kartenbesitzer von DG Stage können an den eigentlich freien Tagen des Bayreuther Festspielkalenders 2020 außerdem erfolgreiche Inszenierungen von Tristan und IsoldeIOCO / Julian Führer Besprechung HIER! – und Parsifal – IOCO / Karin Hasenstein Besprechung HIER! sehen. Als Ersatz für die Neuproduktion des Rings zeigt DG Stage Frank Castorfs viel diskutierte Inszenierung des Zyklus von 2013 (in einer Aufzeichnung von 2016 unter Leitung von Marek Janowski) sowie Patrice Chéreaus gefeierten Jahrhundert-Ring, die wegweisende Produktion aus dem Jahr 1976 mit Pierre Boulez am Pult (in einer Aufzeichnung von 1980).

Die Bayreuther Festspiele auf DG Stagebeginnen am Sonnabend, dem 25. Juli 2020, mit Barrie Koskys Inszenierung von Die Meistersinger von Nürnberg (IOCO / Marcus Haimerl Besprechung HIER!)
Die Saison wird am Sonntag, dem 26. Juli, fortgesetzt mit Tobias Kratzers provokativer und spannender Inszenierung von Tannhäuser aus dem Jahr 2019.
Am Sonntag, dem 2. August, folgt Lohengrin in Yuval Sharons Inszenierung von 2018, der ersten eines amerikanischen Regisseurs seit Gründung der Festspiele 1876.

Deutsche Grammophon und die Bayreuther Festspiele haben gleich zwei Ring-Zyklen ausgewählt (8., 9., 12. & 13. August und 24., 25., 27. & 29. August): Zum einen Frank Castorfs Inszenierung. Zum anderen – unter dem Dirigat von Pierre Boulez – die legendäre Ring-Produktion von Patrice Chéreau, die 1976 anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der ersten Gesamtaufführung des Zyklus und der Bayreuther Festspiele auf die Bühne kam.

Interview Christian Thielemann – Bayreuther Festspiele 2016
youtube Trailer BR-KLASSIK
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Katharina Wagners Inszenierung von Tristan und Isolde(IOCO Besprechungs HIER!) aus dem Jahr 2015 und Uwe Eric LaufenbergsParsifal von den Festspielen 2016,  (IOCO / Karin HasensteinBesprechung HIER!) erscheinen auf DG Stage am Dienstag, dem 4. bzw. Freitag, dem 28. August. Christian Thielemann dirigiert Tristan und Isolde,der vielseitige deutsche Dirigent Hartmut Haenchen gibt mit Parsifal sein spätes Bayreuth-Debüt  (IOCO Besprechungs  HIER!)

Tickets für die Aufführungen von DG Stage Bayreuthkosten 4,90 € und lassen sich in sicheren Transaktionen online per Kreditkarte und durch die üblichen Zahlungsdienste erwerben. Festspielbesucher erhalten Zugang zu einmaligen Veranstaltungen in modernster Audio- und Videoqualität.

BAYREUTHER FESTSPIELE 2020

25. Juli          Die Meistersinger von Nürnberg (Kosky/Jordan)
26. Juli          Tannhäuser (Kratzer/Gergiev)
02. August    Lohengrin (Sharon/Thielemann)
04. August    Tristan und Isolde (K. Wagner/Thielemann)
08. August    Der Ring des Nibelungen: Das Rheingold (Castorf/Janowski)
09. August    Der Ring des Nibelungen: Die Walküre (Castorf/Janowski)
12. August    Der Ring des Nibelungen: Siegfried(Castorf/Janowski)
13. August    Der Ring des Nibelungen: Götterdämmerung (Castorf/Janowski)
15. August    Lohengrin (Sharon/Thielemann)
19. August    Die Meistersinger von Nürnberg(Kosky/Jordan)
20. August    Tannhäuser (Kratzer/Gergiev)
24. August    Der Ring des Nibelungen: Das Rheingold(Chéreau/Boulez)
25. August    Der Ring des Nibelungen: Die Walküre(Chéreau /Boulez)
27. August    Der Ring des Nibelungen: Siegfried(Chéreau /Boulez)
28. August    Parsifal (Laufenberg/Haenchen)
29. August    Der Ring des Nibelungen: Götterdämmerung (Chéreau/Boulez)

https://bayreuth.dg-stage.com
www.dg-premium.com
www.dg-stage.com

 

Markneukirchen, Instrumentalwettbewerb, Fächer Violine und Kontrabass, IOCO Aktuell, 23.07.2020

Markneukirchen / Rieseninstrumente vor Musikinstrumentenmuseum © FFF

Markneukirchen / Rieseninstrumente vor Musikinstrumentenmuseum © FFF

  Internationaler Instrumentalwettbewerb Markneukirchen

6. bis 15. Mai 2021 – Violine und Kontrabass

Markneukirchen ist schön. Doch die musikalische Tradition des Ortes ist spektakulär: Reizvoll auf dem westlichen Elstergebirge Sachsens gelegen, im oberen Vogtland nahe Tchechien, besitzt Markneukirchen eine ungewöhnliche Spezialität: Um 1200 gegründet wird der Ort nach seinem Gründer Albertus Nothaft de Wildestein Nothaft genannt. Stadtrechte erhielt das Örtchen Nothaft bereits 1360. 1405 erstmals als Markt Neukirchen amtlich erwähnt, besaß es als „Amtsstädtchen“ schon früh Sitz und Stimme im „kursächsischen Landtag“.

Überregionale Bedeutung gewinnt das kleine Örtchen ab 1658, als protestantische Glaubensflüchtlinge den Geigenbau in die Stadt bringen. 12 Geigenbauer gründen 1677 die erste Geigenmacherinnung, 1750 beginnt der Bogenbau, 1777 gründen Saitenmacher die erste Saitenmacherinnung. 1797 schließen sich Waldhorn- und Pfeifenmacher zur „Musikalischen Blas,- Instrumentenmachergesellschaft“ zusammen. Um 1800 werden Gitarren gebaut; Zithern und Mandolinen folgen bald. 1834 wird in Markneukirchen die erste Musikschule Deutschlands gegründet. Auch die Martin-Trompete (Schalmei) wird 1905 in Markneukirchen entwickelt.

Schirmherr des Wettbewerbs – Christian Thielemann

Der Markneukirchner Musikwettbewerb wird im jährlichen Wechsel zwischen Streich- und Blasinstrumenten (jeweils zwei Instrumente) ausgetragen und dient der Nachwuchsförderung junger Instrumentalisten. Er steht auf hohem künstlerischen Niveau und wird von der Fachwelt als bedeutsames Ereignis angesehen. Vordere Plätze bedeuten fast immer für die Teilnehmer den Sprung in die Internationalität und werden als Gütesiegel gewertet. 2019 hatten sich 169 Bewerber aus 36 Ländern angemeldet: ein wahrhaft internationaler Wettbewerb. Der für Mai 2020 geplante Internationale Instrumentalwettbewerb Markneukirchen musste aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden.

Markneukirchen / Geigenbauer Joerg Wunderlich © FFF

Markneukirchen / Geigenbauer Joerg Wunderlich © FFF

Markneukirchen / Geigenbauer Joerg Wunderlich © FFF

Internationaler Instrumentalwettbewerb Markneukirchen 2021
 Violine und Kontrabass

Nun  freuen sich die Veranstalter, bereits jetzt auf den Wettbewerb im Jahr 2021 aufmerksam machen zu können. Vom 6. bis 15. Mai 2021  lädt die Musikstadt Markneukirchen herausragende junge Musiker*innen in den Fächern Violine und Kontrabass zum hochkarätigen Leistungsvergleich über vier Runden ein. Den Besten winken erneut attraktive Geldpreise im Gesamtwert von 31.000 Euro sowie Konzertengagements und Sonderpreise. Wie bereits in den Vorjahren hat der Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden, Christian Thielemann, für 2021 wieder die Schirmherrschaft übernommen.

Bewerbungsfrist endet am 31.01.2021

Die Präsidentschaft liegt in den Händen von Prof. Thomas Selditz – selbst Preisträger des Wettbewerbes 1989 – der diese Funktion im Jahr 2018 von Prof. Julius Berger übernommen hat und nun zum zweiten Mal der hochkarätigen internationalen Jury vorsteht. Mit Prof. Frithjof-Martin Grabner,  Prof. Dorin Marc und Prof. Petru Iuga kehren drei weitere Preisträger früherer Markneukirchener Wettbewerbe als Juroren an den Ort ihres Erfolges zurück.

Internationale Jury –  Violine
Vorsitz Prof. Christian Altenburger Österreich

Prof. Remus Azoitei Rumänien/Großbritannien
Prof. Marianne Piketty Frankreich
Prof. Christoph Schickedanz Deutschland
Prof. Réka Silvay Finnland
Prof. Vilmos Szabadi Ungarn
Prof. Jan Talich Tschechische Republik
Prof. Ulf Wallin Schweden
Prof. Yamei Yu China

Markneukirchen / 44. Internationaler Instrumentalwettbewerb Makneukirchen hier Preistraeger Victor Julien-Laferriere © Ellen Liebner

Markneukirchen / 44. Internationaler Instrumentalwettbewerb Makneukirchen hier Preistraeger Victor Julien-Laferriere © Ellen Liebner

Internationale Jury – Kontrabass
Vorsitz Prof. Frithjof-Martin Grabner Deutschland

Prof. Mette Hanskov Dänemark
Prof. Petru Iuga Rumänien
Prof. Miloslav Jelínek Tschechische Republik
Prof. Marek Kalinowski Polen
Prof. Dorin Marc Rumänien
Prof. Graham Mitchell Großbritannien
Prof. Alexandra Scott Großbritannien
Prof. Dan Styffe Schweden

Alle Informationen zum Wettbewerbsablauf, dem Repertoire beider Fächer und weiteren Bedingungen können über die Homepage des Wettbewerbes www.instrumental-competition.de (link hier) abgerufen werden. An gleicher Stelle steht auch die Online-Anmeldung bereit.

 Bewerbungsfrist – Ende :  31. Januar 2021

Glanzvoller Höhepunkt und Abschluss des Wettbewerbes wird auch 2021 wieder das Preisträgerkonzert mit den Bestplatzierten des Wettbewerbes in den Fächern Violine und Kontrabass am Samstag, dem 15. Mai 2021, 19.00 Uhr in der Musikhalle Markneukirchen sein. Die beiden Bestplatzierten präsentieren sich noch einmal mit dem Violinkonzert D-Dur op. 61 von Ludwig van Beethoven oder dem Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 77 von Johannes Brahms sowie dem Konzert Nr. 1 fis-Moll für Kontrabass und Orchester von Giovanni Bottesini. Diese Werke stehen auch in den Finalrunden am 13. Mai (Violine) und am 14. Mai (Kontrabass) auf dem Programm. Die Begleitung wird von der Vogtland Philharmonie Greiz / Reichenbach übernommen. Die weiteren Preisträger stellen im Preisträgerkonzert ihr Können noch einmal mit den herausragendsten Interpretationen aus ihrem Wettbewerbsprogramm unter Beweis.

—| IOCO Aktuell Instrumentalwettbewerb Markneuenkirchen |—

Wolfsburg, Scharoun-Theater, Intendant Lattemann – Spielplan 2020/21, IOCO Aktuell, 08.07.2020

Juli 8, 2020 by  
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Theater Wolfburg

Scharoun Theater Wolfsburg © Stadt Wolfsburg / Lars Landmann

Scharoun Theater Wolfsburg © Stadt Wolfsburg / Lars Landmann

 2020/21: Dido and Aeneas, Schwanensee und viel mehr  ..

 Intendant  Dirk Lattemann, ein Tourneetheater, über 100.000 Besucher

von Christian Biskup

Das modern wirkende Scharoun-Theater Wolfsburg, ein Tourneetheater ohne eigenes Ensemble, wurde 1973 neu eröffnet. Es ist benannt nach seinem Architekten Hans Scharoun. Mit der Spielzeit 2020/21 ändert sich einiges im Scharoun-Theater: Eine Ausstellungseröffnung, die Verabschiedung einer verdienten Mitarbeiterin, ein neuer Intendant und, natürlich, ein spannender Spielplan für 2020/21.

Rainer Steinkamp, Intendant des Wolfsburger Scharoun-Theater seit 2008, gibt zur Spielzeit 2020/21 die Intendanz an Dirk Lattemann (*1976) ab. Als Schauspieler und guter Kenner des Veranstaltungssektors, kennt Lattemann die Gegebenheiten des Theater Wolfsburg gut. Und so liegt mit dem Spielplan 2020/21 (link HIER) auch ein vielversprechendes Programm für die Stadt und den Kreis Wolfsburg vor. Lattemann möchte zukünftig auch außerhalb „seines“ Theaters mehr der Stadt Wolfsburg spürbar sein, plant Veranstaltungen in kleinen Spielstätten und mit dem Wolfsburger Kunstmuseum.zu gemeinsamen „neuen Ufern“ finden.

Scharoun Theater Wolfsburg / hier : Jahrespressekonferenz, Intendant Dirk Lattemann rechts © Marc Angerstein

Scharoun Theater Wolfsburg / hier : Jahrespressekonferenz, Intendant Dirk Lattemann rechts © Marc Angerstein

Steinkamp, der seit 2008 als Nachfolger von Hans Thoenies das Programm quantitativ verkleinerte jedoch qualitativ steigerte, kann auf 12 erfolgreiche Jahre in Wolfsburg zurückblicken. Sein guter Kontakte zu Schulen, sowie eine enge Bindung zu anderen Bildungsinstitutionen in Wolfsburg, machten ihn zu einem gern gesehenen Gast in jeglichen Belangen. Zeitgleich mit Rainer Steinkamp, verlässt auch Marita Stolz das Scharoun-Theater. Über vierundzwanzig Jahre prägte Marita Stolz das Theater hinter der Bühne; zuerst als Veranstaltungsplanerin, dann in der Pressearbeit. Obgleich die Verabschiedung beider durch die Corona-Situation kleiner als geplant ausfallen musste, muss man ihnen für ihre Verdienste danken. Vor dem Abschied verwirklichten sie noch eine Neugestaltung des Theaterfoyers. Fotografien des Wolfburger Fotografen Heinrich Heidersberger zieren nun die Wände; sind als Dauerausstellung für Besucher zugänglich.

Scharoun-Theater Wolfsburg – Der Spielplan 2020/21 und mehr –  HIER

Das Scharoun Theater ist seit jeher ein Tourneetheater und bot schon zahlreichen Künstlern, darunter auch Weltstars wie Nigel Kennedy, Andris Nelsons oder Christian Thielemann eine Bühne. Auffällig: das Konzertprogramm wird weitgehend vom Orchester des nahe gelegenen Staatstheater Braunschweig und dem Staatstheater verbundenen Künstlern bestritten. Highlights des Spielpan 2020/21 dürften das Gastspiel von Albrecht Mayer und I musici di Roma am 9. Oktober 2020 und am 23. Januar 2021 ein Konzert mit der Radiophilharmonie Hannover unter Andrew Manze sein.

Im Musiktheater wird zu Beginn der Spielzeit 2020/21 auf größere Aufführungen verzichtet. Mit Dido and Aeneas von Henry Purcell (13. November 2020) und Der Apotheker von Joseph Haydn (27. Februar 2021) wurden Werke gewählt, die auch unter den Corona-Vorschriften funktionieren sollten. Ab März stehen mit La Traviata (17. März 2021), Jesus Christ Superstar (27. und 28. April 2021) und Puccinis Turandot (27.05.2021) wieder große Werke des Musicals und der Oper mit viel Chor auf der Bühne. Freunde des Tanzes können sich über zwei Gastspiele des Russischen Nationalballett freuen: Giselle von Adolphe Adam wird am 07. Dezember 2020, Schwanensee am  08. Dezember 2020 gespielt.

Scharoun Theater Wolfsburg / hier : Jahrespressekonferenz, hier die Verabschiedung von Marta Stolz © Scharoun Theater / Maedler

Scharoun Theater Wolfsburg / hier : Jahrespressekonferenz, hier die Verabschiedung von Marta Stolz © Scharoun Theater / Maedler

Illustre Gäste erwartet die Besucher des Scharoun Theater im Schauspiel: Der mehrfache Grimme-Preisträger und Tatort-Kommisar Jörg Schüttauf spielt am 26. September 2020 in der Revue Paul Abraham – Operettenkönig von Berlin den von rauschendem Erfolg, Vertreibung und Wahnsinn getriebenen „Titelheld“. In der reizvollen Komödie Monsieur Pierre geht online (24. Oktober 2020) wird der aus Film und Fernsehen bekannte Bürger Lars Dietrich auftreten. Mit Boris Aljinovic steht am 24. November 2020 ein weiterer Tatort-Kommisar in der Komödie Nein zum Geld auf der Wolfsburger Bühne. Ein Angriff auf die Lachmuskeln dürfte auch das Stück Komplexe Väter von René Heinersdorff sein. Mit Hugo Egon Balder und Jochen Busse darf sich das Publikum auf zwei Urgesteine des Humors freuen.

Nicht weniger unterhaltsam werden die Abende mit Götz Alsmann (28. Februar 2021) und Dominique Horwitz (24. März 2021), in welchen Kunst und Komik gleichsam bedienen werden.

Auch die A-Capella-Gesangskunst steht erfreulicherweise unter der neuen Intendanz wieder auf dem Programm. In der Chorstadt Wolfsburg zeigte sich dieses Angebot in den vergangenen Jahren als perfekt zugeschnitten auf die Gäste des Scharoun Theater. Neben Delta Q (30. September 2020) und Voices of the North (05. November 2020), sind auch Stammgäste wie Maybebop (03. Dezember 2020) und Vocaldente (13. Januar 2021) zu erleben.

Die kleine Meerjungfrau – ein Kinderstück aus dem Jahr 2017
youtube Trailer Scharoun Theater Wolfsbrug
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Auch für das junge Publikum bietet das Scharoun-Theater 2020/21 pannendes: So schon am 20. und 21.9.2020:  Zinnober in der grauen Stadt heißt das Stück für Kinder ab 4 Jahren, nach dem Buch von Margret Rettich.  Die Handlung: Alles ist grau in der Stadt des Malers Zinnober: Häuser, Straßen, Spielplätze, Plüschtiere, Erdbeerkuchen, Weihnachtsbäume, Luftballons, Sommerkleider – einfach alles ist immer nur grau. Dabei liebt Zinnober Farben! Zusammen mit den Kindern Paula und Jonas entwirft er einen großen Plan: Die Stadt soll bunt werden, vielfältig, sie soll leuchten! Und siehe da: Es ist ansteckend!

Dirk Lattemann und sein Team haben für die Spielzeit 2020/21 ein vielseitiges und vielversprechendes Programm entworfen. Man muss nun hoffen, dass die Corona-Krise die Spielzeit nicht zu sehr durcheinanderbringt wenn es heißt: Bühne frei!

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