Dresden, Semperoper, Der fliegende Holländer – Richard Wagner, IOCO Kritik, 19.01.2019

Januar 18, 2019 by  
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Semperoper

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

Der fliegende Holländer   –   Richard Wagner

 – Durch den Holländer überlebt Senta ihr Trauma –

Von Thomas Thielemann

Als  Florentine Klepper im Juni 2013 ihre Inszenierung des Fliegenden Holländers anlässlich des 200. Geburtstags Richard Wagner  am Ort der Uraufführung vorstellte, wurde ihre Arbeit von der Kritik und der Mehrheit der Besucher regelrecht zerrissen. Nahezu sechs Jahre nach der Konzeption dieser Inszenierung haben wir spätestens nach dem Castorf-Ring fast akzeptiert, dass auch die Arbeiten des Meisters zerteilt werden dürfen und entlang seiner Partituren beliebig wieder komplettiert werden können.

Der Texter, selbst wenn es der Meister selbst war, steht dann  wie ein Depp daneben, wenn es der Regie nur gelingt, ein gesellschaftliches Anliegen der unsterblichen Musik unterzuschieben. Und so sehen wir 2019 die Arbeit der Florentine Klepper deutlich aufgeschlossener, zumal einige ihrer Anliegen in der Gesellschaft noch immer relevant sind.

Der fliegende Holländer   –  Richard Wagner
Youtube Trailer der Semperoper Dresden
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Dabei löst sich die Regie von der märchenhaften Geschichte des verdammten Seefahrers, seiner an die Treue einer Frau gebundenen Erlösung und konzentriert sich auf die Psyche der Senta, ihrer Entwicklung von einer traumatisierten zu einer emanzipierten Frau. Dieses Anliegen erfordert folglich einen völlig abweichenden Handlungsfaden: Zur Beerdigung  ihres Vaters nach Hause gerufen, durchlebt eine traumatisierte Senta noch einmal die Gründe ihrer Flucht aus dem Elternhaus: Den offensichtlichen Missbrauch als Kind, die bigotten Zwänge des scheinbar wohlbehüteten Lebens als Tochter eines wohlhabenden Schiffseigners und der Zukunft in einer fragilen Ehe mit möglichst vielen Kindern und einem versoffenen Ehemann.

Senta schafft sich mit der Vision des Holländer ihren Ausweg aus ihrer  Situation, der Enge des Daseins.  Ihre Sehnsucht gilt dem Verfluchten,  den sie mit ihrer Befreiung auch von seinem Fluch befreien möchte. Im Finale darf der Besucher dann erkennen, dass Senta sich nicht geopfert, sondern die Holländer-Fiktion genutzt hat, ihre traumatische Situation zu bewältigen und selbstbewusst die Szene verlässt. Die kindliche Senta springt befreit von der Bühne.

Diese  Konfrontation mit dem scheinbar Überwundenen und das Phantasiegebilde des rastlosen Seemanns hat Florentine Klepper in bewegende Bilder umgesetzt. Über weite Strecken handwerklich gut gemacht, wird es aber dem arglosen Opernfreund nicht leicht gemacht, die verworrenen Handlungsfäden auch zu verfolgen.

Semperoper Dresden / Der fliegende Holländer - hier : Albert Dohmen als Hollaender, Anja Kampe als Senta © Klaus Gigga

Semperoper Dresden / Der fliegende Holländer – hier : Albert Dohmen als Hollaender, Anja Kampe als Senta © Klaus Gigga

Die zum Kreißsaal umfunktionierte Spinnstube symbolisiert die vermeintliche Reduktion der Rolle der Frauen auf den Kindersegen  doch recht unglücklich. Aber was soll eine hilflose Regie machen. Die Partitur Wagners beinhaltet nun mal das fröhliche „Summ und brumm, du gutes Rädchen“ und muss irgendwie in den Handlungsfaden eingepresst werden. Auch den Matrosenchor von einer reichlich alkoholisierten Totenwache singen zu lassen, was dann folgerichtig ausartet, war schon schräg.

Aber letztlich war das Geschehen eigentlich eine Fiktion der Senta. Und da sind schon irrationale Abläufe erlaubt. Nur sollten sie für den Opernbesucher nachvollziehbar bleiben.Trotz mehrfachen Ansehens der Inszenierung bleiben mir noch immer offene Deutungen. Da half dann letztlich nur, sich der phantastischen musikalischen Umsetzung hinzugeben.

Das Dirigat von Christian Thielemann und die großartig aufspielende Staatskapelle entwickelte das gesamte Potential der Partitur Richard Wagners. Die Momente von Natur, Mystik, Hoffnung und Verzweiflung hochdifferenziert geboten, gaben den Sängern ein stabiles Grundgerüst für ihre durchweg hervorragenden Leistungen.

Wie Christian Thielemann die Tempi modelliert, wie er unter einem Holzbläsermotiv  die leisen Streicher wuchtig hochziehen lässt, ist schon eine Klasse für sich. Eine phantastische Wirkung entfalteten auch die leisen Stellen, wenn sie  noch ein Quäntchen langsamer gespielt wurden, als gewohnt.

Die Senta von Anja Kampe war eine Interpretation mit der seltenen Intensität einer starken Mittellage, ausgezeichnet verankert in der Tiefe und akzeptabel in den Höhen. Beim Holländer von Albert Dohmen war deutlich, dass hier ein Sänger seine inzwischen begrenzten stimmlichen Möglichkeiten dank  seiner Erfahrung zu einer prachtvollen Gesangsleistung richtig in der Tiefe und gut in den Höhen führen konnte. Es hat schon seine Gründe, warum er immer wieder von Christian Thielemann zu seinen Opernaufführungen herangezogen wird.

Semperoper Dresden / Der fliegende Holländer - hier : Albert Dohmen als Holländer, Georg Zeppenfeld als Daland  © Klaus Gigga

Semperoper Dresden / Der fliegende Holländer – hier : Albert Dohmen als Holländer, Georg Zeppenfeld als Daland  © Klaus Gigga

Georg Zeppenfelds Bass verfügt über einen Farbenreichtum, den er auch einsetzte und  scheinbar spielend die Partie des Daland unanfechtbar über den Abend trug. Es ist immer wieder faszinierend, wie jugendlich anmutend diese Stimme noch immer strahlend über die Bühne geht. Christa Mayer sang und spielte mit ihren kurzen Auftritten eine energiegeladene präsente Mary.

Mit einem klangschönen und in der Höhe kraftvollen Gesang und differenzierter schauspielerischer Leistung war Tomislav Mužek ein berührender Erik. Gegen die Fiktion des Holländers hat er allerdings keine Chancen.

Auch Tansel  Akzeybek fügte sich mit seiner derzeitigen Stimmentwicklung ordentlich  in die Gesamtwirkung ein. Klar und die melodische Phrase aushaltend, sang er das Lied des Steuermannes an die ferne Freundin. Einen nachhaltigen Eindruck hinterließen  auch die von Jörn Hinnerk Andresen bestens vorbereiteten Chorszenen, selbst wenn die schaurigen Verse des Gespensterchores  von der Seitenbühne kaum durchdrangen.

Mit  frenetischem Schluss-Beifall dankte das Auditorium für die musikalische Umsetzung der Wagnerschen Partitur. So tobend erlebt man ein Publikum im Semperbau nicht alle Tage

Der fliegende Holländer an der Semperoper: Die nächste Vorstellung 22.2.2019, 1.3.2019

 

—| IOCO Kritik Semperoper Dresden |—

Baden-Baden, Festspielhaus, Jonas Kaufmann – Das Lied von der Erde, IOCO Aktuell, 10.01.2019

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Festspielhaus Baden – Baden

Festspielhaus Baden-Baden © Festspielhaus Baden-Baden

Festspielhaus Baden-Baden © Festspielhaus Baden-Baden

Jonas Kaufmann  –  Das Lied von der Erde

Für sein Konzert in Festspielhaus Baden-Baden hat Jonas Kaufmann ein Werk ausgesucht, dass ihn schon sehr lange begleitet: Am 20. Januar 2019, 19 Uhr, wird er im Festspielhaus Gustav Mahlers sinfonischen Zyklus Das Lied von der Erde singen. Das Besondere: Jonas Kaufmann singt nicht nur die Tenorstimme, sondern übernimmt auch die Bariton-Partie.

Gustav Mahler Grabmal © IOCO

Gustav Mahler Grabmal © IOCO

An seine erste Begegnung mit Gustav Mahlers Lied von der Erde kann sich Jonas Kaufmann noch genau erinnern: „Es war die Klemperer-Aufnahme mit Fritz Wunderlich und Christa Ludwig, und ich war derart hingerissen von dem Stück, dass ich mir sofort die Noten besorgt und versucht habe, den Tenorpart zu singen.“ Gerade einmal 20 Jahre alt war er da, und dem Stück einfach noch nicht gewachsen. „Mit Wunderlichs grandioser Wiedergabe im Ohr habe ich mich mit Innbrunst in dieses ‚Trinklied vom Jammer der Erde‘ gestürzt – und war nach der ersten Seite stockheiser. Das ist nun wirklich nichts für Anfänger!“ Jahre habe es gedauert bis er sich der schwierigen Tenor-Partie gewachsen fühlte. Denn in dem vielfarbig schillernden Stück werden die Sänger mit einem Orchestersatz konfrontiert, der ihnen neben ausgefeilter Gesangstechnik auch die letzten Reserven abverlangt. „Aber wenn man’s kann“, so der gebürtige Münchner, „ist es jedes Mal die reinste Ekstase.“

Jonas Kaufmann © Gregor Hohenberg - Sony Classical

Jonas Kaufmann © Gregor Hohenberg – Sony Classical

Begleitet von dem Sinfonieorchester Basel und unter der musikalischen Leitung von Jochen Rieder wird Jonas Kaufmann nun mit Mahlers Lied von der Erde in Baden-Baden erwartet, wobei der Sänger in der „Symphonie für Tenor- und eine Alt- oder Baryton-Stimme“ (Mahler) beide Partien übernehmen wird. „Bei Aufführungen habe ich mich oft gefragt, warum man für diese sechs Lieder eigentlich zwei Sänger braucht. Natürlich gibt es in den Stücken sehr starke Kontraste und auch deutliche Unterschiede in der Stimmlage; trotzdem habe ich gedacht, dass es doch reizvoll wäre, bei allen Unterschieden auch den großen Bogen vom Anfang bis zum Ende zu spannen. Außerdem liebe ich die tieferen Lieder so sehr, dass ich bei Aufführungen oft sehr eifersüchtig den Bariton- und Mezzo-Kollegen gelauscht habe, vor allem mit Blick auf das letzte Lied, den ‚Abschied‘.Kaufmann, der über ein ausgeprägt baritonales Timbre verfügt (und der auch schon für einen erkrankten Kollegen die Basspartie des Komturs im Finale von Mozarts ‚Don Giovanni‘ gesungen hat), bereitet die tiefere Lage keine Probleme: „Wenn ich daran denke, dass Renata Scotto meine Stimme mit einem Cello verglichen hat, dann werden mir meine Mezzo- und Bariton-Kollegen hoffentlich verzeihen, dass ich in ihr Revier eingedrungen bin.“

[ Von Jonas Kaufmann wurden verschiedene Aufnahmen bei der Sony Classical veröffentlicht ]

Vor Mahlers Weltabschiedswerk, das nach dem katastrophenartigen Höhepunkt des letzten Satzes mit offenem Ende in der Unendlichkeit zu verhallen scheint, hat Jochen Rieder, der Dirigent des Abends im Festspielhaus, Luciano Berios „Rendering“ gestellt, eine Rekomposition von Franz Schuberts letztem Sinfonieentwurf. Luciano Berio beschrieb sein Werk nicht als „Vollendung oder Rekonstruktion“, sondern als eine „Restaurierung“, die mit ihrer „Auffrischung der alten Farben“ den „Richtlinien einer modernen Freskorestaurierung“ folge: „Die Skizzen sind durch ein sich ständig wandelndes musikalisches Gewebe verbunden, immer ‚pianissimo‘ und ‚fern‘, untermischt mit Anklängen an das Spätwerk Schuberts […] und durchsetzt mit polyphonen Passagen aus Fragmenten derselben Skizzen. Dieser musikalische ‚Zement‘ bildet den fehlenden Zusammenhang und füllt die Lücken zwischen den einzelnen Entwürfen.“

Sinfonieorchester Basel © Matthias Willi

Sinfonieorchester Basel © Matthias Willi

Der Tenor Jonas Kaufmann gilt als einer der berühmtesten Tenöre unserer Zeit. Nach dem Gesangsstudium in seiner Heimatstadt München und ersten Engagements ging er 2001 an die Oper Zürich. Von dort aus begann seine internationale Karriere, mit Auftritten bei den Salzburger Festspielen, an der Pariser Oper, in Covent Garden, an der Mailänder Scala und an der Metropolitan Opera New York. Sein Debüt im Festspielhaus Baden-Baden gab er 2009 in Strauss’ Rosenkavalier unter der Leitung von Christian Thielemann. Auch mit Mahler war er schon im Festspielhaus zu erleben: 2012 mit den Kindertotenliedern und 2014 mit einem Mahler-Liederabend.

Der Dirigent Jochen Rieder, den seine klassische Laufbahn als Kapellmeister von Karlsruhe über Bremen ans Opernhaus Zürich führte, verbindet mit Jonas Kaufmann eine lange musikalische Zusammenarbeit. Gemeinsam traten sie weltweit in renommierten Häusern auf und in ihrer Zusammenarbeit entstanden mehrere erfolgreiche CD- und DVD-Produktionen.

Das Sinfonieorchester Basel ist eines der ältesten und zugleich innovativsten Orchester der Schweiz und genießt eine starke überregionale und internationale Ausstrahlung. In eigenen Konzertreihen, im Theater Basel sowie bei Gastspielen im In- und Ausland beweist es immer wieder aufs Neue seine hohe Klangkultur. Chefdirigent ist seit der Konzertsaison 2016/17 der Brite Ivor Bolton. Im Festspielhaus Baden-Baden war das Sinfonieorchester Basel zuletzt im November 2017 im Konzert mit Daniel Hope zu Gast.

—| Pressemeldung Festspielhaus Baden-Baden |—

Dresden, Semperoper, Wiederaufnahme Der fliegende Holländer, 11.01.2019

Januar 7, 2019 by  
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Semperoper

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

Wiederaufnahme »Der fliegende Holländer« mit Spitzenbesetzung und erstmalig unter der Musikalischen Leitung von Christian Thielemann

Mit Albert Dohmen in der Titelpartie und Anja Kampe in der Partie der Senta findet Ende nächster Woche die Dresdner Wiederaufnahme von Richard Wagners romantischer Oper »Der fliegende Holländer« in der Spielzeit 2018/19 statt. Zusammen mit Christa Mayer, Georg Zeppenfeld, Tansel Akzeybek und Tomislav Mužek ist somit ein Bayreuth-erfahrenes Ensemble am Freitag, den 11. Januar 2019, auf der Bühne der Semperoper Dresden zu erleben. Die Chorpartien in Florentine Kleppers für ihre subtile Psychologie hochgelobte Inszenierung singen der Sächsische Staatsopernchor Dresden und das Vokalensemble der Theodore Gouvy Gesellschaft e.V.

Am Pult der Sächsischen Staatskapelle Dresden steht am 11. und 15. Januar 2019 deren Chefdirigent Christian Thielemann, dessen erstmaliges Dirigat des »Holländers« in der Semperoper besonders bei den Wagner-Fans große Erwartungen weckt, die sich seiner vielbeachteten Leistung bei den Bayreuther Darbietungen erinnern. Die Vorstellungen am 22. Februar und 1. März 2019 leitet musikalisch der ebenso Wagner erfahrene US-Amerikaner John Fiore, der bereits am 6. Januar 2019 für »La bohème« zu Gast in Dresden ist.

Vorstellungen: 11. und 15. Januar sowie 22. Februar und 1. März 2019

Karten für die Vorstellungen sind an der Schinkelwache am Theaterplatz (T +49 351 4911 705) und online erhältlich. Weitere Informationen unter semperoper.de

—| Pressemeldung Semperoper Dresden |—

Markneukirchen, 54. Instrumentalwettbewerb – Violoncello – Gitarre, IOCO Aktuell, 31.12.2018

Markneukirchen / Rieseninstrumente vor Musikinstrumentenmuseum © FFF

Markneukirchen / Rieseninstrumente vor Musikinstrumentenmuseum © FFF

 54. Internationaler Instrumentalwettbewerb Markneukirchen 2019

9. – 18.  Mai 2018  –  Violoncello und Gitarre

Anmeldeschluss für den Wettbewerb:
– 10.1.2019  – Violoncello
– 31.1.2019  –  Gitarre

Wenn die Musikstadt Markneukirchen im Frühjahr 2019 zum 54. Mal junge Musiker zum Internationalen Instrumentalwettbewerb einlädt, werden vom 9. bis 18. Mai 2019 die Fächer Violoncello und Gitarre im Mittelpunkt stehen. Gerne erinnert man sich im Vogtland noch an die herausragenden Preisträger der letzten Wettbewerbe in diesen Fächern – Bruno Delepelaire (jetzt Berliner Philharmoniker), Sol Daniel Kim und Edward King in der Kategorie Violoncello sowie Otto Tolonen, Rafael Aguirre und Matthias Müller im Fach Gitarre.

Zu den drei öffentlichen Auswahlprüfungen und einer Finalrunde in jedem Fach sowie dem abschließenden Preisträgerkonzert in Begleitung des Philharmonischen Orchester Plauen-Zwickau werden auch 2019 außergewöhnliche Talente aus aller Welt erwartet. Die öffentliche Ausschreibung des Wettbewerbsprogramms sowie weitere Informationen zum Wettbewerbsablauf können über die Homepage des Wettbewerbes www.instrumental-competition.de abgerufen werden. Anmeldungen sind dort direkt online möglich. Die Anmeldefrist für das Fach Violoncello läuft bis 10. Januar 2019. Für das Fach Gitarre werden Bewerbungen bis 31. Januar 2019 entgegengenommen. Die Anmeldegebühr beträgt 100 Euro, die Altersgrenze liegt bei 30 Jahren im Fach Violoncello bzw. 32 Jahren für Gitarre. Den Preisträgern stehen Geldpreise im Wert von 31.000 Euro sowie Konzertengagements und verschiedene Sachpreise in Aussicht.

Markneukirchen / Ehemalige Markkirchener Gitarre Finalisten: Otto Tolonen_Finland, Matthias Müller - Germany, Aquirre Rafael Spain © Ellen Liebner

Markneukirchen / Ehemalige Markkirchener Gitarre Finalisten: Otto Tolonen_Finland, Matthias Müller – Germany, Aquirre Rafael Spain © Ellen Liebner

Schirmherr des Wettbewerbs – Christian Thielemann

Für den Wettbewerb 2019 hat erneut der Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden, Christian Thielemann, die Schirmherrschaft übernommen. Die Präsidentschaft liegt in den Händen von Prof. Thomas Selditz. Unter seiner Leitung werden die beiden Fachjuryvorsitzenden Prof. Danjulo Ishizaka – Violoncello (Japan/Deutschland) und Prof. Thomas Müller-Pering – Gitarre (Deutschland) gemeinsam mit international anerkannten Musikerpersönlichkeiten und Pädagogen in den beiden Fachjurys wirken. Dazu gehören im Bereich Violoncello: Prof. Yi-Bing Chu (China), Prof. Maria Kliegel (Deutschland), Prof. Zdzislaw Zapinski (Polen), Prof. Monika Leskovar (Kroatien), Prof. Csaba Onczay (Ungarn) und Prof. Marko Ylönen (Finnland). Der Jury im Fach Gitarre gehören an: Prof. Joaquín Clerch (Kuba), Prof. József Eötvös (Ungarn), Prof. Margarita García Escarpa (Spanien), Prof. Pablo Márquez (Argentinien), Prof. Raphaella Smits (Belgien) und Prof. Alexander Swete (Österreich).


Markneukirchen – Ort mit großer Musiktradition

Markneukirchen ist schön. Doch die musikalische Tradition des Ortes ist spektakulär: Reizvoll auf dem westlichen Elstergebirge Sachsens gelegen, im oberen Vogtland nahe Tchechien, besitzt Markneukirchen eine ungewöhnliche Spezialität: Um 1200 gegründet wird der Ort nach seinem Gründer Albertus Nothaft de Wildestein Nothaft genannt. Stadtrechte erhielt das Örtchen Nothaft bereits 1360. 1405 erstmals als Markt Neukirchen amtlich erwähnt, besaß es als „Amtsstädtchen“ schon früh Sitz und Stimme im „kursächsischen Landtag“.

Markneukirchen / Geigenbauer Joerg Wunderlich © FFF

Markneukirchen / Geigenbauer Joerg Wunderlich © FFF

Überregionale Bedeutung gewinnt das kleine Örtchen ab 1658, als protestantische Glaubensflüchtlinge den Geigenbau in die Stadt bringen. 12 Geigenbauer gründen 1677 die erste Geigenmacherinnung, 1750 beginnt der Bogenbau, 1777 gründen Saitenmacher die erste Saitenmacherinnung. 1797 schließen sich Waldhorn- und Pfeifenmacher zur „Musikalischen Blas,- Instrumentenmachergesellschaft“ zusammen. Um 1800 werden Gitarren gebaut; Zithern und Mandolinen folgen bald. 1834 wird in Markneukirchen die erste Musikschule Deutschlands gegründet. Auch die Martin-Trompete (Schalmei) wird 1905 in Markneukirchen entwickelt.

Der Markneukirchner Musikwettbewerb wird im jährlichen Wechsel zwischen Streich- und Blasinstrumenten (jeweils zwei Instrumente) ausgetragen und dient der Nachwuchsförderung junger Instrumentalisten. Er steht auf hohem künstlerischen Niveau und wird von der Fachwelt als bedeutsames Ereignis angesehen. Vordere Plätze bedeuten fast immer für die Teilnehmer den Sprung in die Internationalität und werden als Gütesiegel gewertet.

2018   :  228 Bewerber aus 38 Ländern

Internationaler Instrumentalwettbewerb Markneuenkirchen / Preisträger Viola 2013: (v.l.n.r.) Hiyoli Togawa (2. Preis, Japan), Manuel Vioque-Judde (3. Preis, Frankreich), Kyoung Min Park (3. Preis, Südkorea) © Ellen Liebner

Internationaler Instrumentalwettbewerb Markneuenkirchen / Preisträger Viola 2013: (v.l.n.r.) Hiyoli Togawa (2. Preis, Japan), Manuel Vioque-Judde (3. Preis, Frankreich), Kyoung Min Park (3. Preis, Südkorea) © Ellen Liebner

—| IOCO Aktuell Instrumentalwettbewerb Markneuenkirchen |—

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