Markneukirchen, Bundesweiter Wettbewerb – „Landmusikort 2021“ – 1. Preis, IOCO Aktuell, 12.07. 2021

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Markneukirchen / Rieseninstrumente vor Musikinstrumentenmuseum © FFF

Markneukirchen / Rieseninstrumente vor Musikinstrumentenmuseum © FFF

 „Landmusikort 2021“  –  1. Preis in bundesweitem Wettbewerb

Seit vielen Jahren begleitet IOCO den unter Schirmherrschaft von Christian Thielemann ausgetragenen Internationalen Instrumentalwettbewerb Markneukirchen, link HIER. Die musikalische Tradition des Ortes ist spektakulär: Reizvoll auf dem westlichen Elstergebirge Sachsens gelegen, im oberen Vogtland nahe Tchechien, besitzt Markneukirchen eine ungewöhnliche Spezialität: Um 1200 gegründet wird der Ort nach seinem Gründer Albertus Nothaft de Wildestein Nothaft genannt. Stadtrechte erhielt das Örtchen Nothaft bereits 1360. 1405 erstmals als Markt Neukirchen amtlich erwähnt, besaß es als „Amtsstädtchen“ schon früh Sitz und Stimme im „kursächsischen Landtag“.

Internationaler Instrumentalwettbewerb Markneukirchen 

Überregionale Bedeutung gewinnt das kleine Örtchen ab 1658, als protestantische Glaubensflüchtlinge den Geigenbau in die Stadt bringen. 12 Geigenbauer gründen 1677 die erste Geigenmacherinnung, 1750 beginnt der Bogenbau, 1777 gründen Saitenmacher die erste Saitenmacherinnung. 1797 schließen sich Waldhorn- und Pfeifenmacher zur „Musikalischen Blas,- Instrumentenmachergesellschaft“ zusammen. Um 1800 werden Gitarren gebaut; Zithern und Mandolinen folgen bald. 1834 wird in Markneukirchen die erste Musikschule Deutschlands gegründet. Auch die Martin-Trompete (Schalmei) wird 1905 in Markneukirchen entwickelt.

Markneukirchen / Geigenbauer Joerg Wunderlich © FFF

Markneukirchen / Geigenbauer Joerg Wunderlich © FFF

Doch nun erhält der Ort  Markneukirchen eine ganz besondere Ehrung:

 1.  Preis in bundesweitem Wettbewerb „Landmusikort 2021“ 

Elf Kommunen werden als Landmusikort 2021 im Rahmen des Förderprogramms „Landmusik“ vom Deutschen Musikrat ausgezeichnet, die Jury hat drei Bundespreise unter den Anträgen aus elf Bundesländern ausgewählt. Der erste Preisgeht an die Stadt Markneukirchen, die die Jury vor allem durch die intensive Vernetzung der kulturellen Akteure beeindruckt hat. Markneukirchen wird nun die Plakette „Landmusikort des Jahres 2021“ verliehen, die den Ort auch äußerlich als kulturelles Zentrum kennzeichnen soll, so der Deutsche Musikrat in seiner Pressemitteilung. Zudem ist der Preis mit 30.000 Eurodotiert, die für die weitere kulturelle Arbeit vor Ort verwendet werden sollen. Die Preisverleihung und Übergabe der Plakette findet im Herbst vor Ort statt.

Der zweite Preis wurde der Gemeinde Öhningen auf der Bodensee-Halbinsel Höri zuerkannt, der dritte Preis geht an die Gemeinde Kaufungen im Landkreis Kassel, dotiert mit 20.000 bzw.10.000 €. Die weiteren Landmusikorte des Jahres sind: Markt Postbauer-Heng (Bayern), Panketal (Brandenburg), Heede (Niedersachsen), Havixbeck (Nordrhein-Westfalen), Enkenbach-Alsenborn (Rheinland-Pfalz), Saarwellingen (Saarland), Wesselburen (Schleswig-Holstein) und Bad Salzungen (Thüringen). Sie erhalten jeweils 5.000 € Preisgeld, ebenfalls für die weitere kulturelle Arbeit.

In die Ermittlung der Preisträger waren die Landesmusikräte eingebunden. Eine Jury mit breit gestreuter Expertise sowohl im Bereich der professionellen Musik als auch der Amateurmusik unter Vorsitz von Prof. Dr. Ulrike Liedtke wählte die Preisträger-Kommunen aus. Kriterien waren neben Qualität und Kreativität der kulturellen Arbeit die Einbeziehung und Vernetzung der örtlichen Institutionen.

In der Markneukirchener Bewerbung unterstrich die Stadt die enge Verknüpfung von kulturellen Einrichtungen, Ausbildungsstätten, musikalischem Schaffen von Laien aller Altersgruppen bis hin zu Veranstaltungen wie dem Internationalen Instrumentalwettbewerb Markneukirchen und Meisterkursen, die jährlich zahlreiche junge Musiker aus aller Welt einladen und gleichzeitig lokale Ensembles und Institutionen einbinden. Sie betonte ebenfalls, dass ein unermüdlicher Pulsschlag ausgeht von drei großen Laienorchester, einer Vielzahl kleinerer Ensembles, die mehrmals jährlich in Konzerten öffentlich auftreten sowie vom Gymnasium mit musischem Profil, Klassenmusizieren, Blasorchester, Chören und einem fächerverbindenden Grundkurs „Vogtländischer Musikinstrumentenbau“. Aber auch die Musikschule mit mehr als 180-jähriger Tradition, kirchenmusikalischen Aktivitäten sowie das Musikinstrumenten-Museum sind Herzstücke des kulturellen Lebens in der Stadt.

Jury-Vorsitzende Prof. Dr. Ulrike Liedtke: „Die Förderung der Landmusik kommt zur rechten Zeit. Musik im ländlichen Raum spielt vor Ort, vor der Haustür, auf dem Marktplatz. Einzigartig an Landmusik ist, dass Profis und Amateure gemeinsam gefördert werden. Der Deutsche Musikrat lebt von diesem Miteinander unterschiedlichster musikalischer Aktivitäten. Die Auszeichnung von Landmusikorten lenkt die öffentliche Aufmerksamkeit einmal mehr auf musikalische Netzwerke in kleinen Städten und Dörfern. Bürgerinnen und Bürger ausgezeichneter Landmusikorte können sehr stolz auf dieses Gütesiegel sein!“

Markneukirchen / 44. Internationaler Instrumentalwettbewerb Makneukirchen hier Preistraeger Victor Julien-Laferriere © Ellen Liebner

Markneukirchen / 44. Internationaler Instrumentalwettbewerb Markneukirchen hier Preistraeger Victor Julien-Laferriere © Ellen Liebner

Programmleiter Dr. Tilman Schlömp: „Die ausgezeichneten Orte haben bewiesen, dass mit überwiegend ehrenamtlichem Engagement eine lebendige Musikszene im ländlichen Raum möglich wird, wenn dies politisch gewollt ist. Die Kompetenz der städtischen Verwaltung bündelt in den ausgezeichneten Orten die Interessen von öffentlichen und privaten Institutionen und nutzt den Mehrwert eines blühenden Musiklebens auch für touristische Vermarktung. “Das Förderprogramm Landmusik wird vom Deutschen Musikrat mit Fördermitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) durchgeführt.“

Weitere Informationen:

Landmusik   Das temporäre Förderprogramm Landmusik wird vom Deutschen Musikrat mit Fördermitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) durchgeführt. Ziel ist die Stärkung des Musiklebens im ländlichen Raum, um so einen Beitrag zur qualitativen Annäherung von urbanen und ländlichen Räumen zu leisten. Neben der Auszeichnung „Landmusikort des Jahres“ werden in der Projektförderung Konzerte und Initiativen unterstützt, die Musik im ländlichen Raum erlebbar machen und die Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Region festigen. Ein Fortbildungsangebot in Zusammenarbeit mit vier Landesmusikakademien rundet das Programm ab.

Die Landmusik-Jury: Prof. Dr. Ulrike Liedtke (Vorsitz Jury), Hartmut Karmeier, Maria Löhlein-Mader, Eva Meitner, Johannes Mnich, Heiko Schulze, Torsten Tannenberg, Antje Valentin, Steven Walter

Deutsche Musikrat  Der Deutsche Musikrat (DMR) engagiert sich für die Interessen von 15 Millionen musizierender Menschen in Deutschland und ist weltweit der größte nationale Dachverband der Musikkultur. Er repräsentiert rund 100 Organisationen und Dachverbände des professionellen Musiklebens und des Amateurmusizierens sowie die 16 Landesmusikräte.

Der Deutscher Musikrat e.V. in Berlin setzt mit seiner musikpolitischen Arbeit als zivilgesellschaftlicher Akteur Impulse für ein lebendiges Musikleben und ist steter Dialogpartner für den Deutschen Bundestag und die Bundesregierung. Die Deutscher Musikrat gGmbH im Bonn organisiert als Träger die dreizehn langfristigen Förderprojekte des DMR: Ensembles: Bundesjugendorchester, Bundesjugendchor, Bundesjazzorchester; Wettbewerbe: Jugend musiziert, Jugend jazzt, Deutscher Musikwettbewerb, Deutscher Orchesterwettbewerb, Deutscher Chorwettbewerb; Förderung: Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler, Dirigentenforum, Förderprojekte Zeitgenössische Musik PopCamp und Service: Deutsches Musikinformationszentrum (MIZ). Der DMR wurde 1953 gegründet und ist die größte Bürgerbewegung im Kulturbereich. Als Mitglied der UNESCO hat er sich in seinem Handeln der Konvention zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen verpflichtet und steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

—| IOCO Aktuell Instrumentalwettbewerb Markneuenkirchen |—


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Dresden, Sächsische Staatskapelle, Staatskapelle – Konzertsaison 2021/22, IOCO Aktuell, 08.07.2021

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Sächsische Staatskapelle Dresden

Semperoper

Semperoper © Matthias Creutziger

Semperoper © Matthias Creutziger

Sächsische Staatskapelle  –  Konzertsaison 2021/2022

Aufbruch ins Unbekannte: letzte Werke, neue Aspekte 

Zum Ende einer pandemiebedingt größtenteils unterbrochenen Spielzeit veröffentlicht die Sächsische Staatskapelle Dresden ihre Programme und Vorhaben für die Saison 2021/2022. Nach der Zäsur der vergangenen Monate reflektieren letzte Werke großer Komponisten über Ende und Neuanfang. Chefdirigent Christian Thielemann dirigiert trotz seines Sabbaticals u. a. die Neunten von Beethoven und Bruckner. Neben Konzerten mit dem Ersten Gastdirigenten Myung-Whun Chung und Ehrendirigent Herbert Blomstedt wird Antoine Tamestit als neuer Capell-Virtuos des 473 Jahre alten Klangkörpers mehrfach in Dresden zu erleben sein. Neuer Capell-Compositeur ist der deutsche Komponist und Dirigent Matthias Pintscher.

Sächsische Staatskapelle Dresden mit Chor unter Daniel Harding in der Semperoper © Matthias Creutziger

Sächsische Staatskapelle Dresden mit Chor unter Daniel Harding in der Semperoper © Matthias Creutziger

Christian Thielemann vollendet Beethoven-Zyklus

Mit Beginn der Saison schließen Christian Thielemann und die Sächsische Staatskapelle ihren vor zwei Jahren begonnenen Zyklus sämtlicher Symphonien Ludwig van Beethovens ab. Im 1. Symphoniekonzert erklingen die gegenüber seinen anderen Symphonien oft vernachlässigte Achte und die bisherige Gattungsgrenzen sprengende Neunte des großen Klassikers. »Für mich ist es rückblickend fast ein kleines Wunder, dass wir trotz aller Absagen und Spielplanänderungen unseren Beethoven-Zyklus wie geplant durch die Pandemie gebracht haben«, so Thielemann. »Insbesondere in den beiden letzten Symphonien erkennt man den gereiften Komponisten: Beethovens Achte hat eine gewisse Doppelbödigkeit, die uns als Zuhörer etwas ratlos zurücklässt. Und bei der monumentalen Neunten vergessen wir oft, wie radikal sie dem damaligen Publikum vorgekommen sein muss. Zurecht haben wir uns für die Erarbeitung aller Symphonien fast zwei Jahre Zeit gelassen – so entstand eine Durchdringung und ein wirkliches Verstehen dieser einmaligen Meisterwerke der Konzertliteratur.«

In den Konzerten zum Gedenken an die Zerstörung Dresdens am 13. Februar 1945 setzt Christian Thielemann einen Fokus auf Anton Bruckner. Dessen letzte Symphonie, in vielerlei Hinsicht die radikalste des Komponisten, blieb unvollendet. An die Stelle des fehlenden Finalsatzes stellt er Bruckners Te Deum – ein Werk, das den Komponisten mit Stolz erfüllte und mit dem er zu Lebzeiten einen seiner größten Erfolge feierte.

Anlässlich des 150. Geburtstags von Alexander Zemlinsky im Oktober 2021 dirigiert Thielemann im Mai dessen Lyrische Symphonie für Sopran, Bariton und Orchester.

Erneut zeichnet der Chefdirigent der Staatskapelle musikalisch für das vom ZDF übertragene Silvesterkonzert verantwortlich. Nach der Absage im vergangenen Jahr werden Teile des Programms mit Highlights aus Schlager, Filmmusik und Operette der 1920er-Jahre in diesem Jahr erklingen; als Solisten treten die Sopranistin Hanna-Elisabeth Müller, der Tenor Saimir Pirgu und der Pianist Igor Levit auf. Tourneen führen Thielemann mit der Staatskapelle u. a. nach Hamburg, Zürich, Budapest, Graz, Wien und Paris.

Myung-Whun Chung und Herbert Blomstedt

Zweimal in der nächsten Saison ist Myung-Whun Chung, Erster Gastdirigent des Orchesters, am Pult der Staatskapelle zu erleben: im Juni 2022 mit Schumanns Cello­konzert, gemeinsam mit Sol Gabetta, und Tschaikowskys Pathétique sowie zuvor im 2. Symphoniekonzert in der Doppelfunktion als Dirigent und Klaviersolist in Beethovens »Tripelkonzert«, gemeinsam mit den Konzertmeistern der Staatskapelle, Matthias Wollong und Norbert Anger.

Auch Ehrendirigent Herbert Blomstedt kehrt nach Dresden zurück: Im Sonderkonzert am 473. Gründungstag der Sächsischen Staatskapelle Dresden stellt der 93-Jährige Schuberts »Unvollendete« Symphonie Bruckners »Romantischer« gegenüber.

Capell-Virtuos: Antoine Tamestit

Sächsische Staatskapelle Dresden / hier Bratscher Antoine Tamesit © Julien Mignot

Sächsische Staatskapelle Dresden / hier Bratscher Antoine Tamestit © Julien Mignot

Der Bratscher Antoine Tamestit gilt als einer der wichtigsten Botschafter seines Instru­ments. Bei der Staatskapelle war er – auf Einladung von Frank Peter Zimmermann, dem damaligen Capell-Virtuosen – vor zwei Jahren erstmals zu Gast. Als neuer Capell-Virtuos wird der weltweit gefeierte Konzertsolist, Kammermusiker und Hochschullehrer in der Saison 2021/2022 mehrfach gemeinsam mit der Staatskapelle auftreten.

Seine Residenz eröffnet der Franzose im November mit Bartóks Violakonzert, dem letz­ten, in Skizzen überlieferten Werk des ungarischen Komponisten – das Konzert wird er unter der Lei­tung von Christian Thielemann im April 2022 auch bei den Osterfestspielen in Salzburg interpretieren. Unter der Leitung von Daniel Harding kehrt Tamestit außerdem im Januar mit William Waltons Bratschenkonzert nach Dresden zurück. Das Programm prä­sentieren beide Künstler gemeinsam mit der Staatskapelle anschließend bei Gastspielen im Concertgebouw Amsterdam und im Wiener Konzerthaus. Zum Finale seiner Dresd­ner Residenz zeigt Tamestit im Mai nochmals alle musikalischen Facetten der Viola im traditionellen Rezital des Capell-Virtuosen, das den Bogen von Bach über Brahms und Fauré bis hin zur britischen Komponistin und Bratschistin Rebecca Clarke schlägt.

Capell-Compositeur: Matthias Pintscher

1998 erregte der im nordrhein-westfälischen Marl geborene Komponist Matthias Pintscher mit der Uraufführung der Oper »Thomas Chatterton« an der Semp­eroper internationales Aufsehen. Nach über 20 Jahren kehrt Pintscher nun als Capell-Compositeur der Saison 2021/2022 wieder nach Dresden zurück. In seinem Sonderkon­zert im Februar wird er in der Doppelrolle als Dirigent und Komponist zu erleben sein; dabei erklingt sein im Frühjahr 2020 entstandenes Orchesterwerk »Neharot« als Deut­sche Erstaufführung. Pintschers Konzert »Chute d’Étoiles« für zwei Trompeten und Orchester, inspiriert von der Ausstellung »Sternenfall« des deutschen Malers und Bild­hauers Anselm Kiefer, steht im 7. Symphoniekonzert unter der Leitung von Vladimir Jurowski auf dem Programm.

Fokus Schostakowitsch

Von Anfang an engagiert sich die Sächsische Staatskapelle Dresden bei den Internationalen Schostakowitsch Tagen Gohrisch, hier die Besprechung von Thomas Thielemann, seit 2016 veranstaltet sie zudem ein Dresdner Sonderkonzert am Vorabend des beliebten Kammermusikfestivals in der Sächsischen Schweiz. In dieser Saison kombiniert Omer Meir Wellber, Erster Gastdiri­gent der Semperoper, Dmitri Schostakowitschs Symphonien Nr. 1 und Nr. 9 mit Sofia Gubaidulinas Violinkonzert »Offertorium« mit Vadim Gluzman als Solisten.

Das Konzert beschließt damit eine Auseinandersetzung mit dem Werk des russischen Komponisten, die die gesamte Spielzeit durchzieht: Mit der »Leningrader« gibt Tugan Sokhiev im Dezember sein Debüt am Pult der Staatskapelle; für das 7. Symphonie­konzert wählt Vladimir Jurowski seine 15. und letzte Symphonie. Auch der Saisonbe­ginn steht im Zeichen Schostakowitschs: Im inzwischen zur guten Tradition gewordenen Auftaktkonzert des Gustav Mahler Jugendorchesters, seit 2012 Partnerorchester der Staatskapelle, dirigiert Manfred Honeck Schostakowitschs Zehnte Symphonie.

Sächsische Staatskapelle Dresden / hier Chefdirigent Christina Thielemann © Thomas Creutziger

Sächsische Staatskapelle Dresden / hier Chefdirigent Christina Thielemann © Thomas Creutziger

Weitere Konzerte, Tourneen – Osterfestspiele Salzburg

Anlässlich des 175. Geburtstags des langjährigen Generalmusikdirektors Ernst von Schuch, dem Begründer der großen Dresdner Strauss-Tradition, leitet Franz Welser-Möst Richard Strauss’ Tondichtung Don Quixote in einem Sonderkonzert im Kulturpalast. Auch Ton Koopman holt sein im vergangenen Jahr ausgefallenes Barock-Programm mit Werken von Bach, Haydn, Vivaldi und Händel nach. Lorenzo Viotti rahmt im 3. Symphoniekonzert Bartóks Bratschenkonzert mit Musik von Kodály, Poulenc und Ravels zweiter Daphnis et Chloé-Suite. Im Palmsonntagskonzert legt Manfred Honeck mit Werken aus dem Jahr 1791 den Fokus auf das letzte Lebensjahr Wolfgang Amadeus Mozarts. Zum Abschluss der Konzertsaison dirigiert Daniele Gatti Gustav Mahlers letzte vollendete Symphonie, die Neunte.

Das Adventskonzert in der Frauenkirche leitet erstmals Petr Popelka, ehemals stellvertretender Solokontrabassist der Sächsischen Staatskapelle. Mit Kapelle für Kids und Projekten wie Ohne Frack auf Tour führt das Orchester sein Engagement für jüngste Zuhörer und neue Besuchergruppen fort. Die kapelleigene Kammermusik, die aus dem 1854 gegründeten Tonkünstler-Verein hervorging, widmet anlässlich des Festjahres 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland, hier eine Produktion aus Köln, den 2. Kammerabend der Saison jüdischen Komponisten, die vom NS-Regime verfolgt und ermordet wurden.

Als weltweit gefragter Klangkörper ist die Staatskapelle – soweit es das Pandemiegeschehen zulässt – wieder in den musikalischen Metropolen Europas zu Gast. Erstmals laden Christian Thielemann und die Staatskapelle in einer Saison zweifach an die Salzach ein: Zu den Osterfestspielen im Herbst (als Ersatz für die ausgefallenen Festivaltage im Frühjahr) und im April 2022 zu den ersten regulären Osterfestspielen Salzburg seit 2019 als krönenden Abschluss einer erfolgreichen Partnerschaft.

Das vollständige Programm der Spielzeit 2021/2022 sowie hochaufgelöste Pressefotos finden Sie unter www.staatskapelle-dresden.de. Die Saisonvorschau der Staatskapelle wird Anfang August 2021 gedruckt vorliegen und ist bereits online auch hier einsehbar

: » zum Konzertplan 2021/2022.

Der Kartenvorverkauf für die Vorstellungen im August & September 2021 beginnt am 13. Juli 2021 um 10 Uhr.

Der Kartenverkauf für den Monat Oktober startet voraussichtlich Mitte September 2021, für die Monate November und Dezember vorrausichtlich Anfang Oktober 2021.

—| IOCO Aktuell Sächsische Staatskapelle Dresden |—


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Dresden, Semperoper, Christian Thielemann – Erster Meisterkurs, IOCO Aktuell, 24.03.2021

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Sächsische Staatskapelle Dresden

Semperoper

Semperoper © Matthias Creutziger

Semperoper © Matthias Creutziger

 Erster Meisterkurs von Honorar-Professor Christian Thielemann

Studenten dirigieren die Sächsische Staatskapelle Dresden

von Thomas Thielemann

Semperoper / Erster Meisterkurs von Christian Thielemann © Matthias Creutziger

Semperoper / Erster Meisterkurs von Christian Thielemann © Matthias Creutziger

Das Fehlen von Opern- und Konzertveranstaltungen sowie ein ausgedünnter Probenbetrieb ermöglichten dem kürzlich ernannten Honorarprofessor Christian Thielemann, zehn Studierende der Bachelor- oder Masterstudiengänge „Orchesterdirigierens“ der Dresdner Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ in das größtmögliche der Musikzimmer, der Bühne der Semperoper zu einem Meisterkurs einzuladen.

An der Hochschule werden die Eingeladenen von den Professoren Ekkehard Klemm, Steffen Leißner beziehungsweise Georg Christoph Sandmann umfassend auf ihren künftigen Beruf vorbereitet. Für den Meisterkurs hatten sich die Teilnehmer jeweils auf zwei Kompositionen der romantischen Konzertliteratur vorbereitet. Zur Auswahl standen neben der Freischütz-Ouvertüre des Carl Maria von Weber sowie zwei Sätze der Zweiten Symphonie Robert Schumanns zur Auswahl.

In zwei Probendurchläufen konnten fünf der ausgewählten Studierenden ihre Fähigkeiten im Umgang mit der großbesetzten Sächsischen Staatskapelle unter Anleitung des Chefdirigenten schulen und vervollkommnen.

Semperoper / Erster Meisterkurs von Christian Thielemann hier mit Yixuan Wang am Pult © Matthias Creutziger

Semperoper / Erster Meisterkurs von Christian Thielemann hier mit Yixuan Wang am Pult © Matthias Creutziger

Christian Thielemann und Ekkehard Klemm verfolgten die intensive Arbeit der jungen Musiker zunächst vom Parkett aus, bis dann der Chefdirigent seine Kritik ausführlich vor Ort begründete: nicht mit beiden Händen die gleiche Bewegung machen; die linke für das Herauslocken besonderer Akzente nutzen.-Die besondere Verteilung der Bläser im hinteren Teil des größten Musikzimmers beachten, damit diese nicht zu spät kommen.- Und die Rolle der Stimmführer im Blick behalten.

Die Musiker folgten tatsächlich den Anweisungen der Nachwuchs-Dirigenten, auch wenn es schwer fiel, mal nicht perfekt zu spielen. Von Musikern und vom Konzertmeister Matthias Wollong gab es Rückmeldungen: mal zu langsam, zu mulmig,- „schauen Sie in die Partitur – Da müssen Sie mehr rauskitzeln“.

Aber es gab auch Lob, wenn eine schöne Synthese von Präzision und Stimmung im 3. Satz der Schumann-Symphonie gelang. Begeisterung und Zufriedenheit mit dem Geleisteten bei allen Teilnehmern:

Semperoper / Erster Meisterkurs von Christian Thielemann in der Semperoper © Matthias Creutziger

Semperoper / Erster Meisterkurs von Christian Thielemann in der Semperoper © Matthias Creutziger

„Die Offenheit, das Talent und die Ernsthaftigkeit der Dresdner Dirigierstudenten haben mich nachhaltig beeindruckt,“ so Semperoper Chefdirigent Thielemann:Er freue sich sehr auf die weiter Zusammenarbeit.“

Christian Thielemann sei super auf uns eingegangen, hat sofort helfende Hinweise gegeben. Seine Begeisterung und Energie sind ansteckend, meinte Tim Fluch. Seine Kommilitonin Katharina Dickopf fand den Meisterkurs sehr inspirierend: Sie habe gelernt, wie man durch kleinste Bewegungen einen intensiven Kontakt zu den Musikern herstellen und dadurch freier gestalten kann.

Auch für die Musiker der Staatskapelle war der Meisterkurs wieder einmal Gelegenheit, gemeinsam zu spielen und neue Erfahrungen zu sammeln.

—| IOCO Aktuell Semperoper Dresden |—


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Wien, Wiener Staatsoper, Online-Spielplan 29.12. – 04.01.2021

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Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Online-Spielplan vom 29. Dezember bis 4. Jänner

Mit einer ohne Publikum im Saal gespielten und gestreamten Aufführung der berühmtesten aller Operetten, Johann Strauß‘ Die Fledermaus, liefert die Wiener Staatsoper am 31. Dezember die traditionelle Silvester-Vorstellung ab 17 Uhr auf play.wiener-staatsoper.at live nach Hause. ORF III überträgt live-zeitversetzt ab 20.15 Uhr.

In der beliebten Inszenierung Otto Schenks sind unter der musikalischen Leitung von Cornelius Meister u. a. Camilla Nylund als Rosalinde, Georg Nigl als Eisenstein, Regula Mühlemann als Adele und Michael Laurenz als Alfred zu erleben. Und natürlich ist auch diesmal Peter Simonischek als Gefängnisdiener Frosch mit dabei. Eine herausragende Besetzung, entsprechend Otto Schenks Diktum: »Die Fledermaus verlangt allererste Sänger und Komödianten, es genügt nicht, wenn man nur singen kann und die Koloraturen beherrscht oder nur spielen kann. Die Fledermaus fordert alles!«

Gleich am nächsten Tag, am 1. Jänner, wird eine weitere Fledermaus-Aufführung, diesmal aus dem Jahr 2011, übertragen (Dirigent: Franz Welser-Möst, u. a. mit Kurt Streit, Michaela Kaune, Rainer Trost und Daniela Fally).
Abwechslungsreich geht es weiter: Mit dem Rheingold unter Adam Fischer wird am 2. Jänner unser gestreamter Ring eröffnet, Jean-Pierre Ponnelles klassisch-unterhaltsame Inszenierung von Rossinis L’italiana in Algeri steht am 3. Jänner am Programm, bevor der Nussknacker das »Weihnachtsprogramm« (das auch Hänsel und Gretel unter Christian Thielemann am 30. Dezember beinhaltet) beschließt.

Alle unten angeführten Streams sind in Österreich wie auch international kostenlos auf der Webseite play.wiener-staatsoper.at verfügbar. Beginn ist jeweils um 19.00 Uhr (mit Ausnahme des Silvester-Streams, der um 17.00 Uhr beginnt), die Übertragungen sind 24 Stunden lang abzurufen.


Das Programm bis einschließlich 4. Jänner 2021


 

Dienstag, 29. Dezember 2020, 19.00 Uhr
Piotr I. Tschaikowski
DER NUSSKNACKER (Vorstellung vom 27. Dezember 2018)
Musikalische Leitung: Kevin Rhodes
Choreographie: Rudolf Nurejew
Mit u.a. Natascha Mair, Robert Gabdullin, Solisten und Corps de ballett des Wiener Staatsballetts


Wiener Staatsoper / Hänsel und Gretel © Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Wiener Staatsoper / Hänsel und Gretel © Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Mittwoch, 30. Dezember 2020, 19.00 Uhr
Engelbert Humperdinck
Hänsel und Gretel (Vorstellung aus 2015)
Märchenoper in drei Bildern
Musikalische Leitung: Christian Thielemann
Inszenierung & Bühne: Adrian Noble
Mit u.a.: Daniela Sindram, Ileana Tonca, Michaela Schuster, Adrian Eröd, Janina Baechle


Wiener Staatsoper / Die Fledermaus - NYLUND © Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Wiener Staatsoper / Die Fledermaus – NYLUND © Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Donnerstag, 31. Dezember 2020, 17.00 Uhr (LIVE)
Johann Strauß
Die Fledermaus
Komische Operette in drei Akten
Musikalische Leitung: Cornelius Meister
Inszenierung: Otto Schenk
Mit u.a.: Camilla Nylund, Georg Nigl, Okka von der Damerau, Michael Laurenz, Regula Mühlemann, Peter Simonischek


Wiener Staatsoper / Die Fledermaus © Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Wiener Staatsoper / Die Fledermaus © Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Freitag, 1. Jänner 2021, 19.00 Uhr
Johann Strauß
Die Fledermaus (Vorstellung vom 31. Dezember 2011)
Komische Operette in drei Akten
Musikalische Leitung: Franz Welser-Möst
Inszenierung: Otto Schenk
Mit u.a.: Michaela Kaune, Kurt Streit, Zoryana Kushpler, Rainer Trost, Daniela Fally, Peter Simonischek


Wiener Staatsoper / Rheingold © Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Wiener Staatsoper / Rheingold © Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Samstag, 2. Jänner 2021, 19.00 Uhr
Richard Wagner
DAS RHEINGOLD (Vorstellung vom 10. Jänner 2016)
Vorabend des Bühnenfestspiels
Musikalische Leitung: Adam Fischer
Inszenierung: Sven-Eric Bechtolf
Mit u.a.: Tomasz Konieczny, Norbert Ernst, Jochen Schmeckenbecher, Herwig Pecoraro, Michaela Schuster


Wiener Staatsoper / L Italiana in Algeri © Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Wiener Staatsoper / L Italiana in Algeri © Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Sonntag, 3. Jänner 2021, 19.00 Uhr
Gioachino Rossini
L’ITALIANA IN ALGERI (Vorstellung vom 30. April 2015)
Dramma giocoso in zwei Akten
Musikalische Leitung: Jesús López Cobos
Inszenierung: Jean-Pierre Ponnelle
Mit u.a.: Anna Bonitatibus, Ildar Abdrazakov, Edgardo Rocha, Aida Garifullina, Paolo Rumetz


Wiener Staatsoper / Hänsel und Gretel © Wiener Staatsballett / Ashley Taylor

Wiener Staatsoper / Hänsel und Gretel © Wiener Staatsballett / Ashley Taylor

Montag, 4. Jänner 2021, 19.00 Uhr
Piotr I. Tschaikowski
DER NUSSKNACKER (Vorstellung vom 27. Dezember 2018)
Musikalische Leitung: Kevin Rhodes
Choreographie: Rudolf Nurejew
Mit u.a. Natascha Mair, Robert Gabdullin, Solisten und Corps de ballett des Wiener Staatsballetts


—| Pressemeldung Wiener Staatsoper |—


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