Bielefeld, Theater Bielefeld, Musical LAZARUS : David Bowie & Enda Walsh, 18.05.2019

April 29, 2019 by  
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Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

LAZARUS – David Bowie & Enda Walsh

Premiere Samstag 18.05.19 – 19:30 Uhr

Ein Musical von David Bowie und Enda Walsh // nach dem Roman The Man Who Fell to Earth von Walter Trevis // Deutsch von Peter Torberg // Spartenübergreifende Produktion von Schauspiel und Musiktheater

Als David Bowie am 10. Januar 2016 starb, hinterließ er der Welt eine Menge guter Musik, unzählige fotografische Zeugnisse seines Nebenjobs als Trendsetter und viele weitere Requisiten des Gesamtkunstwerks, zu dem er sein Leben gestaltet hatte – sowie ein so rätselhaftes wie faszinierendes Musical namens Lazarus. Der Titel spielt auf einen Freund Jesu an, der laut dem Johannes-Evangelium an einer Krankheit gestorben war und von diesem aus dem Tod zurückgeholt wurde. Der wichtigere Schlüssel ist die Hauptfigur Thomas Newton: Der war im Film Der Mann, der vom Himmel fiel (1976) als Außerirdischer zur Erde gekommen, um die BewohnerInnen seines versandeten Heimatplaneten langfristig mit Wasser zu versorgen. Zwar hatte dieser Newton aufgrund seiner weiterentwickelten Intelligenz rasch das nötige Kapital zusammen, um diese logistische Herausforderung Realität werden zu lassen, doch die Menschheit zeigte ihm die kalte Schulter – und Newton, gespielt von David Bowie, vereinsamte; seine Mission blieb Utopie.

Das Musical, das Bowie kurz vor seinem Tod mit dem irischen Schriftsteller Enda Walsh verfasste, nimmt den Erzählfaden wieder auf, macht Newton zur ewig jugendlichen Installation Bowies in seiner New Yorker Wohnung, der sich in verschiedenen Wirklichkeiten verfängt und weder sterben noch leben kann. Da ist der unerfüllte Liebesschmerz zu Mary Lou; ein rätselhaftes Mädchen taucht auf und bringt Vorgänge in Erinnerung, die Newton entfallen zu sein scheinen. Seine Assistentin fühlt sich von ihm angezogen, kann und will aber ihr bürgerliches Leben nicht aufgeben. Schließlich kreist Valentine ihn ein, eine Art Teufel, der sich als Drahtzieher entpuppt und der vermeintlich stillstehenden Geschichte plötzlich enorme Zugkraft verleiht.

David Bowies unsterbliche Songs wie Absolute Beginners, Life on Mars?, Where are we now?, This is not America oder Heroes durchziehen den Plot und geben ihm eine ganz eigene Dramaturgie – am Theater Bielefeld sind sie bei William Ward Murta und seiner Band in den besten Händen. Intendant Michael Heicks inszeniert Lazarus als spartenübergreifende Produktion im Bühnenbild von Annette Breuer und den Kostümen von Franziska Gebhardt. Sascha Vredenburg kreiert die Video-Ebene, Giovanni Cuccaro choreografiert das Ensemble.

Thomas Newton wird verkörpert von Nikolaj Alexander Brucker, der derzeit noch als Professor Higgins in My Fair Lady zu erleben ist. Susanne Schieffer als Mädchen, Oliver Baierl als Valentine und Christina Huckle als Elly spielen die weiteren tragenden Rollen, flankiert von Michaela Duhme, Jeannine Michèle Wacker und Theresa Christahl/Ulrike Figgener als Teenage Girls. Cornelius Gebert, Jan Hille Henriette Nagel und Alexander Stürmer vervollständigen das Lazarus-Ensemble, das durch Mitglieder von E-Motion erweitert wird.

Musikalische Leitung William Ward Murta,  Inszenierung Michael Heicks Bühne Annette Breuer Kostüme Franziska Gebhardt Choreografie Giovanni Cuccaro Video Sascha Vredenburg Dramaturgie Jón Philipp von Linden Mit Oliver Baierl, Nikolaj Alexander Brucker, Theresa Christahl/Ulrike Figgener, Michaela Duhme, Cornelius Gebert, Jan Hille, Christina Huckle, Henriette Nagel, Susanne Schieffer, Alexander Stürmer, Jeannine Michèle Wacker, Mitgliedern von E-Motion, Lazarus-Band

MUSIKALISCHE LEITUNG
William Ward Murta, geboren in Fort Smith/Arkansas und aufgewachsen in Oklahoma, ist seit 1984 Musical-Kapellmeister am Theater Bielefeld. Er übernahm die musikalische Leitung vieler Produktionen wie Cabaret, Evita, Chicago, La Cage aux Folles, Piaf, Die Comedian Harmonists, der Uraufführung von James Lyons Für mich soll’s rote Rosen regnen, Franz Wittenbrinks Männer – Tore, Tränen und Triumphe, Sekretärinnen und Mütter, außerdem She Loves Me, Jekyll & Hyde, Me and My Girl, Crazy For You, The Scarlet Pimpernel, Chess, Company, The Birds of Alfred Hitchcock, City of Angels, Die Hexen von Eastwick, Bonnie & Clyde, Sunset Boulevard, A Little Night Music, Hochzeit mit Hindernissen, Avenue Q, Frühlings Erwachen (Spring Awakening) und My Fair Lady.

Murta ist in Musikerkreisen ein gefragter Arrangeur; zahlreiche seiner Arrangements gehören zu den Standards von Musical- und Gala-Aufführungen im In- und Ausland. Darüber hinaus komponiert Murta eigene Musicals: 1987 M … wie Marilyn und sein Werk über das Leben von Galileo Galilei, Starry Messenger (Sternenbote), das 2004 sehr erfolgreich am Theater Bielefeld uraufgeführt wurde. Zu Beginn der Spielzeit 2010/11 folgte ebenso erfolgreich die Uraufführung von The Birds of Alfred Hitchcock und in der Spielzeit 2016/17 die Uraufführung von Das Molekül, für das er in fünf Kategorien beim Deutschen Musical-Theaterpreis nominiert und mit dem von New England Biolabs (NEB) ausgelobten »Passion in Science Award 2019« in der Kategorie »Arts & Creativity« ausgezeichnet wurde.

INSZENIERUNG
Michael Heicks ist seit Januar 2005 Intendant des Theaters Bielefeld. Der Regisseur war zuvor von 2000 bis 2004 Schauspieldirektor des Bielefelder Theaters. Hier inszenierte er u. a. W. Shakespeares Was ihr wollt, Ein Sommernachtstraum und Wie es euch gefällt, R. Goetz‘ Jeff Koons, die Uraufführung von R. Wolfs Nachrichten aus der bewohnten Welt, Effi Briest von T. Fontane, N. LaButes das maß der dinge, die Uraufführung von V. Olmis Meeresrand sowie M. Rinkes Republik Vineta und Café Umberto, die Deutsche Erstaufführung von Z. Fibichs Oper Der Sturm, die Uraufführung von M. Arns’ Heul doch!, Tschechows Der Kirschgarten, die Uraufführung von T. Peuckerts Elende Väter und R. Thomas‘ Kriminalkomödie Acht Frauen sowie M. Svobodas Oper Erwin, das Naturtalent. Zuletzt führte er Regie u. a. bei Ewig jung, Terror, Der Seewolf, Istanbul, Show!, Paare. Liebe ist eine Geisteskrankheit, Die Kommune, Väter und Söhne sowie Kaleidoscope_To the Dark Side of the Moon.

Bevor Michael Heicks nach Bielefeld kam, arbeitete er als freier Regisseur mit Inszenierungen am Staatstheater Braunschweig, Staatstheater Oldenburg, Grips Theater Berlin, Deutschen Theater Göttingen, Theater Salzburg, bei den Freilichtspiele Schwäbisch Hall, am Theater Basel, Theater am Neumarkt in Zürich und am Thalia Theater Hamburg. Er studierte von 1979 bis 1984 Schauspiel und Regie an der Akademie der darstellenden Kunst, Otto-Falckenberg-Schule, München. Nach seinem Studium folgten Regiearbeiten in München und Salzburg sowie einige Arbeiten an der Hochschule für Film und Fernsehen München. Seit 1997 inszeniert Heicks auch Opern und arbeitete als Dozent an der Musikhochschule Hamburg und der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel.

BÜHNE
Die in Köln geborene Bühnenbildnerin Annette Breuer arbeitete bereits mehrfach am Theater Bielefeld, so u. a. mit der Regisseurin Isabel Osthues bei Igor Bauersimas norway.today, zusammen mit Michael Heicks bei den Inszenierungen von Rainald Goetz’ Jeff Koons, der Uraufführung von Ror Wolfs Nachrichten aus der bewohnten Welt, Neil LaButes das maß der dinge, Das Fest von Thomas Vinterberg/Mogens Rukow, bei Tschechows Platonow sowie bei Shoppen, Wie im Himmel, Herminie und Der Seewolf, mit Christian Schlüter bei Falscher Hase und mit Dariusch Yazdkhasti bei Peer Gynt. Annette Breuer absolvierte zunächst ein Kunststudium in Köln und arbeitete als freie Künstlerin. 1986 erhielt sie ein DAAD Stipendium in Wien und schloss 1988/89 ihr Bühnenbildstudium ab. Von 1990 bis 1993 arbeitete sie als Bühnenbildassistentin am Thalia Theater in Hamburg. Seit 1994 ist sie als freischaffende Bühnenbildnerin tätig. Ihre Arbeiten führten sie u. a. an Theater in Wien, Hamburg, Heidelberg, Basel, Göttingen, Dresden, Zürich und Weimar.

KOSTÜME
Franziska Gebhardt, geboren in Hannover, studierte Innenarchitektur an der Hochschule für Design und Medien Hannover und assistierte bei Raimund Bauer und Jörg Kiefel. Als freie Bühnen- und Kostümbildnerin arbeitete sie danach unter anderem am Schauspiel Hannover, am Oldenburgischen Staatstheater, am Deutschen Theater in Göttingen, am Schauspiel Essen und am Schauspielhaus Bochum. Am Theater Bielefeld kreierte sie zuletzt die Kostüme u. a. für Paare. Liebe ist eine schwere Geisteskrankheit, den Liederabend Istanbul und das spartenübergreifende Projekt SHOW!. Für den Tanzabend Woher wir kommen gestaltete sie sowohl die Bühne als auch die Kostüme.

CHOREOGRAFIE
Gianni Cuccaro, gebürtiger Italiener, absolvierte seine Tanzausbildung u. a. an der Urdang Academy, Covent Garden in London. Nach seinem ersten Engagement bei der Expo 2000 in Hannover war er 2001 – 2004 festes Ensemblemitglied an den Städtischen Bühnen Osnabrück unter Gregor Zöllig. 2004 – 2006 arbeitete er freischaffend u. a. mit den Choreografen Ralf Jaroschinski in Hannover, Heike Hennig in Leipzig sowie mit der Compagnie Mafalda im Rahmen des Internationalen Tanzfestivals Steps (Schweiz). 2006 – 2017 war Gianni Cuccaro am Theater Bielefeld engagiert, erst unter der Leitung von Gregor Zöllig dann unter Simone Sandroni. Seit der Spielzeit 2017/18 ist er am Theater Bielefeld für die Vermittlungsabteilung jungplusX-tätig, außerdem Künstlerischer Leiter der Community-Dance-Projekte Schrittmacher, Leiter von E-Motion und Choreograf/Coach für verschiedene Musiktheater- und Schauspielproduktionen.

VIDEO
Der Filmemacher Sascha Vredenburg wurde 1987 in Verl geboren. Nach Anfängen in der Bildenden Kunst und mehreren Ausstellungen seiner Bilder, drehte er im Alter von 16 Jahren schließlich seinen ersten Kurzfilm. Nach weiteren Film- und Theaterprojekten, die er während der Schulzeit realisierte, hospitierte Sascha Vredenburg sowohl am Hans Otto Theater in Potsdam als auch am Theater Bielefeld und arbeitete bei diversen Kurz- und Langfilmproduktionen in Köln. Von 2010 bis 2017 studierte er szenische Regie an der Filmakademie Baden-Württemberg und absolvierte die Master Class »Hollywood Workshop« an der University of California Los Angeles. Nachdem sein Kurzfilm Der späte Vogel Premiere auf dem Filmfestival Max-Ophüls-Preis feierte, gewann er 2015 u. a. auf dem Vaughn Film Festival in Kanada den Preis »Best Director«. Am Theater Bielefeld war er bereits bei der Produktion 1984 sowie bei Kaleidsocope_To the Dark Side of the Moon als Videokünstler beteiligt.

BESETZUNG
Newton Nikolaj Alexander Brucker
Mädchen (Marley) Susanne Schieffer
Valentine Oliver Baierl
Elly Christina Huckle
Michael Cornelius Gebert
Zach Alexander Stürmer
Ben Jan Hille
Japanerin / Maemi Henriette Nagel
Teenage Girl 1 Michaela Duhme
Teenage Girl 2 Jeannine Michèle Wacker
Teenage Girl 3 Theresa Christahl / Ulrike Figgener

—| Pressemeldung Theater Bielefeld |—


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Bielefeld, Theater Bielefeld, Premiere 1984 von George Orwell, 16.09.2017

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Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

1984  von George Orwell

Bühnenfassung Robert Icke und Duncan Macmillan

1984:  PREMIERE 16.09.2017, 19:30 Uhr, weitere Vorstellungen  21.09., 24.09., 30.09., 03.10., 05.10., 15.10., 29.10., 31.10. 2017 weitere Termine folgen

George Orwells Roman von 1984 ist wie kaum ein anderer Stoff der Literaturgeschichte im kollektiven Bewusstsein als Synonym für totale Überwachung durch ein Unrechtsregime verankert. Das Theater Bielefeld bringt diese große Erzählung nun im Stadttheater in einer Bearbeitung des englischen Dramatikers Duncan Macmillan heraus.

Die Vergangenheit wurde ausradiert. Das Ausradierte vergessen. Die Lüge wird Wahrheit und wieder Lüge. Winston Smith arbeitet im Ministerium für Wahrheit in Ozeanien, einer der drei Supermächte der Welt, die sich im andauernden Krieg gegeneinander befinden. Im Ministerium wird die Geschichte ausgelöscht und die Geschichtsschreibung im Sinne der Parteilinie neu geschrieben. Das Leben der Menschen innerhalb dieses totalitären Systems ist gekennzeichnet von Einsamkeit, Misstrauen, Angst und ständiger Kontrolle. Die Partei arbeitet an der perfekten Sprache: »Neusprech« verringert den Wortschatz und zielt auf die Auslöschung des freien Geistes. Die Gedankenpolizei überwacht permanent die gesamte Bevölkerung, schon der bloße Gedanke ist ein Verbrechen und könnte die Todesstrafe zur Folge haben. Unter diesen Umständen begibt sich Winston in Lebensgefahr als er anfängt, seine systemkritischen Gedanken einem Tagebuch anzuvertrauen. Als Winston dann auch noch Julia kennenlernt, wird ihre heimliche Liebe zum Akt des Widerstandes. Duncan Macmillan und Robert Icke verlegen Orwells Dystopie über die Zerstörung des Menschen durch eine Staatsmaschinerie nochmals in die Zukunft und lassen den Betrachter immer tiefer in den Kopf des Protagonisten eindringen. In einer Zeit, in der Worte wie Wahrheit, Realität und Freiheit keine Verbindlichkeit mehr besitzen, ist 1984  politischer denn je.

Dem bekannten Plot gewinnt Macmillan mit seinem Zugriff einen völlig neuen Spannungsbogen ab, indem er sich am stets ignorierten Anhang »Die Grundlagen des Neusprech« orientiert. Dieser Anhang, der wie eine dokumentarische Quelle aufgebaut ist, beschreibt das in 1984 von der Partei benutzte »Neusprech«. Eine Spracheverstümmelung, die ein unorthodoxes und widerständiges Kommunizieren, ja sogar Denken, unmöglich macht. Die gesamte Literatur, alle Texte und damit die ganze Vergangenheit werden im Ministerium für Wahrheit ins »Neusprech« umgeschrieben. Damit kontrolliert Big Brother, in dem die Partei und die ganze revolutionäre Regierungsform Gestalt geworden ist, nicht nur durch Überwachung die physische Gegenwart der Menschen. Auch das Denken und selbst die Zeit sind damit der Kontrolle der Partei unterworfen. Doch 1984 hat sich »Neusprech« im Alltag noch nicht durchgesetzt. Das voraussichtliche Ende dieser Entwicklung wird auf 2050 datiert.

Genau an dieser Stelle setzt Macmillan mit seiner Fassung an und erzählt die Geschichte um Winston Smith und die Ereignisse um 1984 aus dieser Zukunft, aus dem Jahr 2050. Das Gewicht der Inszenierung liegt dadurch viel stärker auf der Kontrolle der Zeit und des Denkens. Die unmittelbaren Bezüge Orwells auf den Stalinismus treten zu Gunsten aktuellerer Themen zurück und der bekannte Plot des Romans wird um mindestens eine Ebene bereichert.

Es entspinnt sich eine spannende Kriminalgeschichte. Was ist real, was ist Wahrheit und was Lüge, was hat wirklich stattgefunden, oder befinden wir uns die ganze Zeit in Winstons Kopf? Das analoge Grundgefühl des Romans von 1984 gewinnt in der Inszenierung Christian Schlüters eine Gegenwärtigkeit, die Fragen unseres digitalen Zeitalters evident werden lässt. Die Ausstattung von Anke Grot tut ihr übriges, die Inszenierung in Form eines Retro-Futurismus an uns heranzurücken. Eine ausgefeilte Video- und Toninstallation grundiert ein Gefühl allgegenwärtiger Kontrolle, Verfügbarkeit wie auch Veränderbarkeit der Realität und des Denkens, wie sie die totalitären Systeme im letzten Jahrhundert nur haben träumen können. Doch nicht zuletzt ist dieser große politische Stoff auch eine Liebesgeschichte, die die Frage aufwirft, ob die Betonung des Gefühls und des Individuums in der westlichen Zivilisation nicht nur ein Trugbild ist, dem wir aufsitzen, ob die Gemeinschaft nicht über allem stehen sollte und wer das Recht
hat, diese Normen zu definieren.

INSZENIERUNG
Christian Schlüter ist seit der Spielzeit 2006/07 Oberspielleiter des Schauspiels am Theater Bielefeld, mit dem er zuvor viele Jahre als regelmäßiger Gastregisseur eng verbunden war. Christian Schlüter, geboren in Nesselwang im Allgäu, studierte nach seinem Abitur zunächst zwei Jahre Theaterwissenschaften an der Universität in Bochum und von 1990-1994 Regie bei Jürgen Flimm und Manfred Brauneck in Hamburg. Nach seinem Studium war er bis 1998 als Regieassistent am Thalia Theater Hamburg tätig. Danach arbeitete er als freischaffender Regisseur und Lehrbeauftragter am Studiengang Schauspieltheater-Regie in Hamburg. In Bielefeld inszenierte er zuletzt u. a. die Uraufführungen von Paul Austers Winterjournal und David Gieselmanns Die Oppelts haben ihr Haus verkauft sowie die Komödie Katze im Sack von Georges Feydeau, die deutschsprachige Erstaufführung von Steven Fechters Schlangenbrut, Hiob von Joseph Roth, Shakespeares Ein Sommernachtstraum, die deutschsprachige
Erstaufführung von Alan Ayckbourns Rondo sowie Friedrich Schillers Wilhelm Tell.

BÜHNE UND KOSTÜME
Die Bühnen- und Kostümbildnerin Anke Grot arbeitet bereits seit vielen Jahren mit Christian Schlüter zusammen, in Bielefeld u. a. bei der Uraufführung von Marlene Streeruwitz‘ Dentro, bei Amphitryon, Oedipus, Elling, Die Weber, Homo faber, Maria Stuart, The Woodsman, Die spanische Fliege und Rondo. Ihre Arbeiten führten Anke Grot darüber hinaus an das Schauspielhaus Hamburg, das Nationaltheater Mannheim, die Theater in Lübeck und Gießen, die Schaubühne am Lehniner Platz und das Theater Basel, wo sie unter anderem mit den Regisseurinnen Corinna Bethge und Barbara Frey zusammenarbeitete. Mit der Regisseurin Barbara Bürk arbeitete sie in Hamburg bei der Uraufführung von Headless Body in Topless Bar und am Schauspiel Hannover bei Neil LaButes Tag der Gnade, Lutz Hübners Hotel Paraiso, Roger Vitracs Victor oder die Kinder an der Macht, Totentanz von August Strindberg und Lutz Hübners Für alle das Beste. Anke Grot, geboren in Lübeck, studierte Bühnenbild an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg bei Prof. Wilfried Minks und war im Anschluss als Bühnenbildassistentin am Schauspielhaus Hamburg fest engagiert. Zu einer ihrer letzten Arbeiten gehört das Bühnen- und Kostümbild von Effi Briest – allerdings mit anderem Text und auch anderer Melodie, das in einer Inszenierung von Clemens Sienknecht und Barbara Bürk zum Theatertreffen 2016 nach Berlin eingeladen wurde.

Inszenierung:  Christian Schlüter, Bühne und Kostüme : Anke Grot, Video : Sascha Vredenburg, Sounddesign : Joe Bauer, Dramaturgie: Dariusch Yazdkhasti

BESETZUNG:  Winston Thomas Wehling, O’Brien Thomas Wolff, Charrington Guido Wachter, Martin / Kind Alrun Hofert, Syme Vincent zur Linden, Parsons Georg Böhm, Mrs. Parsons / Mutter Brit Dehler, Julia Laura Maria Hänsel.

1984 am Stadttheater Bielefeld:  PREMIERE 16.09.2017, 19:30 Uhr,  weitere Vorstellungen  21.09., 24.09., 30.09., 03.10., 05.10., 15.10., 29.10., 31.10. 2017 weitere Termine folgen

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