Frankfurt, Alte Oper Frankfurt, 9. Frankfurter Bachkonzert, 12.04.2014

April 8, 2014 by  
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Alte Oper Frankfurt
Frankfurt / Alte Oper © IOCO

Frankfurt / Alte Oper © IOCO

9. Frankfurter Bachkonzert

 
Johann Sebastian Bach: Johannes-Passion BWV 245
 
Markus Brutscher Evangelist, Lenneke Ruiten Sopran
Ditte Andersen Sopran, Delphine Galou Alt
David Hansen Countertenor, Colin Balzer Tenor
Christian Immler Bariton, Yorck Felix Speer Bass
 
Les Musiciens du Louvre Grenoble, Marc Minkowsky Leitung
 
Zum dritten Mal wird das französische Barockensemble Les Musiciens du Louvre Grenoble im Rahmen der Frankfurter Bachkonzerte in der Alten Oper gastieren. Nach der Matthäus-Passion zu Ostern 2012 und zwei Bachkantaten und Mozart`s Großer Messe c-moll Messe in 2013 steht nun die Johannes-Passion auf dem Programm. Der Dirigent Marc Minkowski folgt in seiner Bach-Interpretation einer Theorie des amerikanischen Musikwissenschaftlers Joshua Rifkin, welche gegen jene üppige Chorgröße spricht, die man in Bachs Passionen gewohnt ist. Kein Chor steht auf dem Podium, sondern lediglich das Ensemble der Vokalsolisten, verstärkt durch weitere Sänger, die die Vokalsolisten unterstützen. All die Chöre von „Herr, unser Herrscher“ bis „Ruht wohl, ihr heiligen Gebeine“ werden im klaren, plastischen Klang solistischer Stimmen zum Ausdruck gebracht.
 
Veranstalter: Frankfurter Bachkonzerte e.V. (www.frankfurter-bachkonzerte.de, Tel. 069-95504880)      Ort: Alte Oper Frankfurt, Großer Saal
Samstag, 12. April 2014 · 20.00 Uhr
 

—| Pressemeldung Alte Oper Frankfurt |—

Essen, Philharmonie Essen, Strawinsky – Fauré – mit dem WDR Rundfunkorchester – Leo Hussain, IOCO Kritik, 07.11.2013

November 11, 2013 by  
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Philharmonie Essen

Kritik

Igor Strawinsky – Gabriel Fauré

WDR Rundfunkchor und WDR Sinfonieorchester, Leo Hussain 

Philharmonie Essen / Hussain Leo © Marco Borggreve

Philharmonie Essen / Hussain Leo © Marco Borggreve

Mit einem außergewöhnlichen Programm gastierten der Kölner Rundfunkchor und das Kölner Rundfunksinfonieorchester am Donnerstag in der Essener Philharmonie. Sakralwerke von Igor Strawinsky und Gabriel Faurè waren zu hören.

Was haben die Psalmensinfonie von Igor Strawinsky und das Requiem von Gabriel Fauré gemeinsam? Wie kam es zu dieser Zusammenstellung? Diese Fragen beantwortete der WDR3-Moderator Otto Hagedorn am Donnerstag dem interessierten Publikum kenntnisreich, detailfreudig, kurzweilig, aber gelegentlich etwas weitschweifig. Leider war der Saal nur zu einem Drittel besetzt. Das unwirtliche Wetter trug sicher dazu bei und hielt viele von einem Konzertbesuch ab.

StrawinskysPsalmensinfonie“ entstand 1930. Es war ein Auftragswerk zum 50.jährigen Bestehen des Boston Symphony Orchestra. Für das dreiteilige Werk suchte sich Strawinsky lateinische Übersetzungs-Ausschnitte aus den 150 hebräischen Psalmen des Alten Testaments, die er dann in die drei Abschnitte der Komposition einflocht.

Die Orchesterbesetzung ist sehr interessant. Dunkle Holzbläser, Blechbläser, Pauken, Trommeln und zwei Klaviere sind aufgestellt. Außergewöhnlich ist bei der Streicherbesetzung, dass die Geigen und Bratschen fehlen. Nur Celli und Kontrabässe sind vorgesehen. Die Vokalbesetzung besteht aus einem vierstimmigen gemischten Chor.

Ähnlich ist die Besetzung bei Faurés Messe de Requiem. Sein Opus 48 entstand 1887/88 und ist seine erste Schöpfung im Rahmen der Sakral-Kompositionen geworden. Auch hier gibt es in der Aufstellung keine Geigen. Die Bratschen übernehmen alle Aufgaben. Eine einzige Solovioline begleitet die himmlischen Gesänge der Chöre. Das macht einen ungeheuren Effekt. Wie Strawinsky, so verzichtet auch Fauré in der Liturgie auf das Höllenqualen versprechende Dies irae. Strawinskys Werk endet mit einem kraftvollen Alleluia, bei Fauré geleiten die Engel mit lieblichen Melodien ins Paradies.

Zwei wunderbare Werke, die viele Parallelen aufweisen, erfuhren eine optimale Wiedergabe durch das WDR Sinfonieorchester und dem wirklich überragenden Chor des WDR, den David Marlow einstudiert hatte. Die musikalische Leitung lag in den Händen des jungen englischen Dirigenten Leo Hussain.

Immer wieder fasziniert die Präzision des Kölner Chores, dessen Klangfülle eminent ist. Hinzu kommt eine schier unglaubliche Transparenz und auch die feinsten, hin gehauchten Pianissimi haben noch Substanz. Mustergültig ist die sprachliche Behandlung.

Der junge Dirigent verstand es nicht nur, den Apparat straff zusammen zu halten, sondern auch mit klarer Zeichengebung, sowie mit intensiver mimischer Beredsamkeit, allen die nötige Sicherheit zu geben. Auffallend war seine moderate Tempovorgabe, wie auch das ausgeprägte Stilgefühl, besonders im “Requiem“.

Ähnlich wie im Brahms-Requiem sind auch hier bei Fauré die solistischen Aufgaben für den Sopran und den Bariton nicht sehr ausgeprägt.

Beide, die Sopranistin Simona Saturová, wie auch der Bariton Christian Immler bewältigen ihren Part vorzüglich. Beide klangen gut und die Textverständlichkeit war ausgezeichnet.

Herzlicher Beifall für alle Mitwirkenden, wobei der Chor den Löwenanteil einheimste.

IOCO / UGK / 07.11.2013

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