Karlsruhe, Badisches Staatstheater, Neue Führung – Fünf Direktorinnen, IOCO Aktuell, 23.03.2018

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Badisches Staatstheater Karlsruhe

 

Badisches Staatstheater Karlsruhe © Jochen Klenk

Badisches Staatstheater Karlsruhe © Jochen Klenk

Fünf neue Direktorinnen am Staatstheater

Nicole Braunger – Bridget Breiner – Stefanie Heiner – Uta-Christine Deppermann – Anna Bergmann

Das STAATSTHEATER KARLSRUHE setzt ab den Spielzeiten 2018/19 und 2019/20 auffällige Zeichen für seine Zukunft: Fünf Direktorinnen werden zukünftig die Geschicke des Staatstheaters leiten: Eine in der deutschen Theaterlandschaft einmalige wie wegweisende Situation. Die mutigen Personalentscheidungen fällten Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg und Karlsruhes Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup.     CHAPEAU ins Ländle!

Diese Frauen bringen frischen Wind in das Staatstheater Karlsruhe: Nicole Braunger tritt 2018/19 als Operndirektorin die Nachfolge von Michael Fichtenholz am STAATSTHEATER KARLSRUHE an, der ans Opernhaus Zürich wechselt. Gelsenkirchens Ballettdirektorin Bridget Breiner folgt ab der Spielzeit 2019/20 auf Prof. Birgit Keil. Auch das VOLKSTHEATER bekommt eine neue Leitung: Stefanie Heiner, bisher in Weimar tätig, löst Beata Anna Schmutz ab, die ans Nationaltheater Mannheim geht. Die Künstlerische Betriebsdirektion übernimmt Uta-Christine Deppermann 2018/19 von Monika Pichler, die sich in den Ruhestand verabschiedet. Bisher war Deppermann in gleicher Position am Theater Magdeburg tätig. Komplettiert wird die neue Leitungsriege durch die designierte Schauspieldirektorin Anna Bergmann.

„Die neuen Direktorinnen sind eine ausgezeichnete Wahl. Sie werden sich inhaltlich zwischen Tradition und Innovation bewegen und neue Akzente setzen. Sie sind künstlerische Zukunftsversprechen für Karlsruhe!“, sagt Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg. Die Ministerin freute sich besonders darüber, dass Bridget Breiner, die lange Jahre als erste Solistin für das Stuttgarter Ballett tanzte, nun wieder ins Land kommt : „die Rückkehr einer großen Künstlerin nach Baden-Württemberg – in der Nachfolge der großartigen Birgit Keil, die für die überragende Qualität und internationale Strahlkraft des Balletts in Baden-Württemberg steht“, so Bauer. „Das STAATSTHEATER stellt sich in fast allen Sparten völlig neu auf. Es konnten starke Persönlichkeiten gewonnen werden, die künstlerisch und atmosphärisch eigene Schwerpunkte setzen werden – wir dürfen sehr neugierig und gespannt sein“, ergänzt Karlsruhes Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup.

Staatstheater Karlsruhe / Nicole Braunger - kommende Operndirektorin © Felix Grünschloß

Staatstheater Karlsruhe / Nicole Braunger – kommende Operndirektorin © Felix Grünschloß

Nicole Braunger kommt ab der Spielzeit 2018/19 ein bestens vernetzter Musiktheater-Profi mit großer Sängerkenntnis ans STAATSTHEATER und baut damit die internationalen Beziehungen der Karlsruher OPER weiter aus. Sie studierte Sologesang am Konservatorium Wien und der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien. Nach ihrem Diplom war sie von 2006 bis 2010 als Sopranistin im Ensemble des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin engagiert. Darauf war sie Künstleragentin bei Claudia Dickie – Artists Management in Baden. Seit 2017 arbeitet sie als Head of Directors Division (Leiterin der Regie-Abteilung) bei ARSIS – Artist Management in Wien und vertritt Regisseure wie Kirill Serebrennikov, Keith Warner oder Harry Kupfer. Die Agentur zählt zu den weltweit führenden und vermittelt auch Sängerinnen und Sänger wie Anette Dasch oder Nikolai Schukoff sowie Dirigenten wie Kirill Petrenko. Nicole Braunger wird als Operndirektorin die erste Frau in dieser Position am STAATSTHEATER KARLSRUHE sein.

Staatstheater Karlsruhe / Bridget Breiner - kommende Ballettdirektorin © Sebastian Galtier

Staatstheater Karlsruhe / Bridget Breiner – kommende Ballettdirektorin © Sebastian Galtier

Bridget Breiner löst Birgit Keil als langjährige Direktorin des Badischen Staatsballett zur Saison 2019/20 ab. Der Vertrag der dann 75-jährigen Birgit Keil, seit 2003 Direktorin des Staatsballett Karsruhe, läuft dann aus. Bridget Breiner ist weltweit anerkannte Tänzerin und gefeierte Choreografin. Aufgewachsen in Columbus, Ohio (USA), tanzte sie u. a. am Bayerischen Staatsballett, dem Ballett der Semperoper Dresden und lange Jahre als erste Solistin für das Stuttgarter Ballett, wo sie gleichzeitig eine erfolgreiche Karriere als Choreografin begann. Ihre Choreografie Sirs für die Stuttgarter Noverre-Gesellschaft wurde sofort ins Repertoire des Stuttgarter Balletts aufgenommen. Mit Studenten der John-Cranko-Schule schuf sie im Kunstmuseum Stuttgart das Stück Zeitsprünge. Letters of Others war 2010 ihr erstes Auftragswerk für das Stuttgarter Ballett. Es folgten Arbeiten für das Kevin O’Day Ballett Mannheim, das Ballett Augsburg oder das lettische Nationalballett. Seit 2012 ist sie äußerst erfolgreiche Ballettdirektorin am Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen. Ihr Ballett Ruß wurde 2013 ebenso mit dem Deutschen Theaterpreis DER FAUST ausgezeichnet wie 2015 ihre Kreation Charlotte Salomon: Der Tod und die Malerin. Damit ist sie eine der wenigen Künstlerinnen, der zwei Mal Deutschlands höchster Theaterpreis verliehen wurde. Im Sommer 2016 choreografierte Bridget Breiner erstmals für die Ruhrfestspiele Recklinghausen; am 15.3. brachte sie mit Strawinskys Feuervogel ihre erste Arbeit für Les Grands Ballets Canadiens de Montréal in Kanada zur Uraufführung. Mit ihrem Engagement in Karlsruhe kehrt sie in ihre künstlerische Heimat Baden-Württemberg zurück. Sie wird die Linie des klassischen Balletts, die so erfolgreich durch Birgit Keil geprägt wurde, ab der Spielzeit 2019/20 fortsetzen.

Auch Generalintendant des Musiktheater im Revier, Michael Schulz, freut sich sehr, dass wieder einmal eine Gelsenkirchener Erfolgsgeschichte über die Region hinaus fortgesetzt wird und wünscht Bridget Breiner eine spannende und erfolgreiche Zukunft. Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski bedauert den kommenden Abschied von Bridget Breiner: «Mit Bedauern aber auch mit großer Anerkennung», so  Baranowski über Breiners Berufung nach Karlsruhe. Er werde mit den Verantwortlichen des Musiktheater über die Nachfolge beraten.

Die neue Leiterin des VOLKSTHEATERS ab der Spielzeit 2018/19 ist Stefanie Heiner. Sie studierte Erziehungswissenschaften und Philosophie und absolvierte eine Ausbildung zur Theaterpädagogin. 2012 machte sie zusätzlich eine Fortbildung mit dem Schwerpunkt Tanztheater. Seit 2009 leitet sie die Theaterpädagogik des stellwerk – junges Theater Weimar und arbeitet als Regisseurin und Theaterpädagogin bundesweit in diversen freien Projekten. Seitdem sind viele Inszenierungen für und mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen entstanden, zuletzt Ronja Räubertochter am stellwerk Weimar, Frühlings Erwachen (Spring Awakening) in Kooperation mit dem Deutschen Nationaltheater Weimar und Der kleine Prinz am STAATSTHEATER KARLSRUHE. Ihre Spezialgebiete sind partizipatorische Projekte mit zeitgenössischen und performativen Ansätzen sowie das Theater für die Allerkleinsten. Ihre Inszenierung Abräumen für Kinder ab 2 Jahren wurde für den Thüringer Theaterpreis 2016 nominiert. Stefanie Heiner wird eng vernetzt mit dem JUNGEN STAATSTHEATER arbeiten.

Staatstheater Karlsruhe / Ute-Christine Deppermann - kommende Künstlerische Betriebsdirektorin, © Felix Grünschloß

Staatstheater Karlsruhe / Ute-Christine Deppermann – kommende Künstlerische Betriebsdirektorin, © Felix Grünschloß

Uta-Christine Deppermann, ab 2018/19 Künstlerische Betriebsdirektorin, eine der führenden deutschen Betriebsdirektorinnen, hat die künstlerischen Abläufe an zahlreichen Theatern organisiert. Die studierte Musik- und Theaterwissenschaftlerin arbeitete als Chefdisponentin an den Landesbühnen Sachsen und an den Wuppertaler Bühnen, bevor sie als Künstlerische Betriebsdirektorin ans Staatstheater Braunschweig wechselte. Zuletzt war sie in gleicher leitender Funktion am Theater Magdeburg engagiert. Schwerpunkt ihrer Arbeit war im Musiktheater Ensemble-Entwicklung und Auswahl der Solisten. Darüber hinaus war Uta-Christine Deppermann als Konzertdramaturgin und Künstlervermittlerin tätig und leitet seit 2000 den Internationalen Gesangswettbewerb Competizione dell‘Opera.

„Frauen in Führungspositionen ist gerade ein heiß diskutiertes, brennendes Thema. Mit diesen Theaterfachfrauen setzen wir einen starken Akzent. Sie werden sich, auch spartenübergreifend, mit den gesellschaftlich relevanten Themen Geschlechtergerechtigkeit und Geschlechterverhältnisse auseinander setzen. Wir sind glücklich, dass wir solch herausragende Spartendirektorinnen für Karlsruhe gewinnen konnten,“ freut sich Generalintendant Peter Spuhler auf die neue Leitungsriege.

LEBENSLÄUFE der kommenden DIREKTORINNEN

Nicole Braunger, geb. in Mödling, studierte Sologesang am Konservatorium Wien und der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Nach ihrem Diplom war sie von 2006 bis 2010 als Sopranistin im Ensemble des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin engagiert. Darauf war sie Künstleragentin bei Claudia Dickie –Artists Management in Baden. Seit 2017 arbeitet sie als Head of Directors Division (Leiterin der Regie-Abteilung) bei ARSIS – Artist Management in Wien und vertritt Regisseure wie Harry Kupfer, Kirill Serebrennikov, Lydia Steier oder Keith Warner. Die Agentur zählt zu den weltweit führenden und vermittelt auch Sängerinnen und Sänger wie Anette Dasch, Anja Kampe, Claudia Mahnke, Michaela Schuster, Nikolai Schukoff, Terry Wey, Wolfgang Koch oder Falk Struckmann, und  Dirigenten wie Betrand De Billy, Philippe Jordan, Kirill Petrenko oder Simone Young. Nicole Braunger wird als Operndirektorin die erste Frau in dieser Position am STAATSTHEATER KARLSRUHE sein.

Bridget Breiner (*1974) wuchs in Columbus, Ohio (USA) auf. Sie tanzte u.a. am Bayerischen Staatsballett, dem Semperoper Ballett Dresden und lange Jahre als erste Solistin für das Stuttgarter Ballett, wo sie gleichzeitig eine erfolgreiche Karriere als Choreografin begann. Ihre Choreografie Sirs für die Stuttgarter Noverre-Gesellschaft wurde sofort ins Repertoire des Stuttgarter Ballett aufgenommen. Mit Studenten der John Cranko-Schule schuf sie im Kunstmuseum Stuttgart das Stück Zeitsprünge. Letters of Others war 2010 ihr erstes Auftragswerk für das Stuttgarter Ballett. Es folgten Arbeiten für das Kevin O’Day Ballett Mannheim, das Ballett Augsburg oder das lettische Nationalballett.

Ihr Debüt am MiR feierte sie 2012 mit der Inszenierung des Opern-Tanz-Abends Großstadt-Triptychon. In der Spielzeit 2012/13 stellte sich Bridget Breiner mit Blau Blue Bleu als neue Direktorin des Ballett im Revier der Öffentlichkeit vor. Ihr Ballett Ruß wurde im Herbst 2013 mit dem Deutschen Theaterpreis „Der Faust“ ausgezeichnet. In den folgenden Jahren folgten die Choreografien zu Schwanensee, On the Town, The Tragedies of Othello und In Honour of. Mit ihrer Kreation Charlotte Salomon: Der Tod und die Malerin wurde sie 2015 erneut mit dem Deutschen Theaterpreis „Der Faust“ ausgezeichnet.

Im Sommer 2016 choreografierte Bridget Breiner erstmals für die Ruhrfestspiele Recklinghausen. Das dort uraufgeführte Ballett Prosperos Insel ist in der jetzigen Spielzeit im Musiktheater im Revier zu sehen. Außerdem kreiert sie in dieser Spielzeit den Ballettabend The Vital Unrest zur Auftragskomposition des lettischen Komponisten Georgs Pelecis und Camille Saint-Saëns 3.Symphonie. Am 15. März brachte sie mit Strawinskys Feuervogel ihre erste Arbeit für das Les Grands Ballets Canadiens de Montréal in Kanada zur Uraufführung.

Uta-Christine Deppermann, eine der führenden deutschen Betriebsdirektorinnen, hat die künstlerischen Abläufe an zahlreichen Theatern organisiert. Die studierte Musik- und Theaterwissenschaftlerin arbeitete als Chefdisponentin an den Landesbühnen Sachsen und an den Wuppertaler Bühnen, bevor sie als Künstlerische Betriebsdirektorin ans Staatstheater Braunschweig wechselte, wo sie hauptverantwortlich für die Planung und Koordination des Jahresspielplans von vier Sparten an fünf Spielorten war. In dieser Zeit vertiefte sie auch ihren Schwerpunkt im Musiktheater. Zuletzt war sie in gleicher leitender Funktion am Theater Magdeburg engagiert und disponierte dort alle Vorstellungen in den Sparten Musiktheater, Ballett, Musical und Gastspielorganisation. Schwerpunkt ihrer Arbeit war darüber hinaus im Musiktheater Ensemble-Entwicklung und Auswahl der Solisten. Darüber hinaus war Uta-Christine Deppermann als Konzertdramaturgin und Künstlervermittlerin tätig und leitet seit 2000 den Internationalen Gesangswettbewerb Competizione dell‘Opera.

Stefanie Heiner:  Die Tanz- und Theaterpädagogin Stefanie Heiner, geboren in Korbach (Hessen), studierte Erziehungswissenschaften und Philosophie an der Universität Erfurt und absolvierte anschließend eine Ausbildung zur Theaterpädagogin an der Theaterwerkstatt in Heidelberg.

2012 absolvierte sie zusätzlich eine Fortbildung mit dem Schwerpunkt Tanztheater. Seit 2009leitet sie die Theaterpädagogik des stellwerk – junges Theater Weimar und arbeitet als Regisseurin und Theaterpädagogin in diversen freien Projekten thüringen- und bundesweit. Seitdem sind viele Inszenierungen für und mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen entstanden, zuletzt Ronja Räubertochter am stellwerk Weimar, Frühlings Erwachen (Spring Awakening) in Kooperation mit dem DNT Weimar und Der kleine Prinz am Staatstheater Karlsruhe.

Ihre Spezialgebiete sind partizipatorische Projekte mit zeitgenössischen und performativen Ansätzen sowie das Theater für die Allerkleinsten. Ihre Inszenierung Abräumen für Kinder ab 2 Jahren wurde für den Thüringer Theaterpreis 2016 nominiert.

—| IOCO Aktuell Badisches Staatstheater Karlsruhe |—

 

Bielefeld, Theater Bielefeld, DAS RHEINGOLD – Richard Wagner 03.03.2018

Februar 8, 2018 by  
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Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

DAS RHEINGOLD –  RICHARD WAGNER

PREMIERE 03.03.18, 19:30 Uhr, Stadttheater,  Die weiteren Vorstellungen: 10.03., 22.03., 01.04., 11.04., 06.05., 20.05., 10.07.18

Göttervater Wotan hat zwei Riesen beauftragt, einen repräsentativen Amtssitz zu errichten. Die Frage der notwendigen Finanzierung hat er dabei großzügig bagatellisiert, doch nun ist der Bau fertig und die Baumeister fordern ihren verabredeten Lohn – die Göttin Freia. Die ist nun gerade besonders unentbehrlich in der Götterclique, weil nur sie allein für die geeignete göttliche Nahrung sorgen kann. Die Not ist groß, das Vertrauen in Wotans Souveränität schwindet, doch er verlässt sich eisern auf seinen Berater Loge. Und dessen Lösungsvorschlag ist beachtlich: Er berichtet, dass der Nibelung Alberich soeben widerrechtlich das Rheingold aus der Obhut der Rheintöchter entwendet hat. Was aber einmal gestohlen wurde, kann problemlos noch einmal gestohlen werden. Gesagt, getan. Alberich wird überlistet, entführt und seines Schatzes beraubt, die Riesen bekommen statt Freia das Gold, die Götter ihre Burg. Soweit ließe sich der Vorgang vielleicht vertuschen, wäre da nicht die wundersame Eigenschaft des Rheingolds, als Ring gefasst die Weltherrschaft zu sichern. Dies lässt sich Alberich nicht ohne weiteres entreißen: Er belegt den von ihm geschmiedeten Ring mit einem furchterregenden Fluch, dessen Macht sich umgehend erweist, als die Geschichte ihr erstes Todesopfer fordert.

Richard Wagner hatte mit Der fliegende Holländer, Tannhäuser und Lohengrin die Idee seiner Opernreform zur Reife gebracht, als ihm um 1850 der Nibelungenstoff als Parabel auf die Welt seiner Zeit in den Sinn kam. Bis heute ist Der Ring des Nibelungen das gewaltigste Musiktheaterprojekt, das im gängigen Repertoire einen ungemein populären Platz eingenommen hat, da sich musikalische Wirkung und politische Relevanz seit den Uraufführungen der vier Abende die Waage halten. Ursprünglich mit Jung-Siegfried und Siegfrieds Tod begonnen, begriff Wagner rasch, dass er den Bogen weiter fassen und viel früher ansetzen müsse. Mit Rheingold schuf er eine Art Gründungsmythos, der notwendigerweise zugleich die Keimzelle allen Übels enthält und damit eine Vielzahl von Handlungssträngen auslöst. Auch wenn im Rheingold-Kosmos noch keine Menschen auftreten, sondern nur Götter, Riesen, Nibelungen und Rheintöchter, stellte Wagner, der auch sein eigener Librettist war, seine Figuren mit klaren menschlichen Eigenschaften dar. Die kurdisch-deutsche Regisseurin Mizgin Bilmen, die in der vergangenen Spielzeit mit ihrem Team Charlotte Salomon auf die Bühne des Stadttheaters gebracht hat, nimmt dies zum Anlass, Rheingold zwar in optischer Zeitlosigkeit, aber auch mit einem klaren Blick auf die Schieflage unserer heutigen Welt zu erzählen.

MUSIKALISCHE LEITUNG
Geboren in Zagreb, Kroatien, begann Alexander Kalajdzic seine musikalische Ausbildung mit sechs Jahren und gab ab dem achten Lebensjahr regelmäßig Konzerte als Pianist. Er gewann mehrere Preise bei Bundeswettbewerben und setzte anschließend sein Studium an der Musikhochschule in Wien fort, wo er die Dirigierklasse von Karl Österreicher mit Auszeichnung absolvierte. Darüber hinaus studierte er Klavier, Viola und Korrepetition. Schon während des Studiums dirigierte er Symphoniekonzerte mit den Zagreber Philharmonikern sowie dem Orchester des Kroatischen Rundfunks. Sein beruflicher Weg führte ihn nach Krefeld-Mönchengladbach, wo er als Korrepetitor mit Dirigierverpflichtung erste Theatererfahrungen sammelte. Danach war er als Kapellmeister in München, als erster Dirigent am Nationaltheater Weimar und von 2008 bis 2010 als 1. Kapellmeister am Nationaltheater Mannheim tätig, wo er sich ein großes Repertoire erarbeiten konnte. Er gastierte u. a. in den USA, Mexiko, Südafrika, Italien, Frankreich, in der Schweiz und in
Tschechien. Seit Spielzeitbeginn 2010/11 leitet er als GMD die musikalischen Geschicke des Theaters Bielefeld und der Bielefelder Philharmoniker.

INSZENIERUNG
Mizgin Bilmen wurde 1983 in Duisburg geboren. Sie absolvierte eine Hospitanz bei Roberto Ciulli am Theater an der Ruhr in Mülheim und studierte anschließend Schauspielregie an der Folkwang Universität der Künste in Essen, gefördert von der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Im Rahmen ihres Studiums veröffentlichte sie insgesamt neun eigene Regiearbeiten. Unmittelbar nach ihrer Diplominszenierung autopsie danton – nach Georg Büchners Dantons Tod – begann Mizgin Bilmen im September 2013 als Regieassistentin am Maxim Gorki Theater Berlin zu arbeiten. Im Mai 2014 erhielt sie für autopsie danton eine Einladung zum Körber Studio Junge Regie in Hamburg. Im Maxim Gorki Theater übernahm sie einige kleine szenische Einrichtungen und nahm dort an einem Improvisationsformat teil. 2014/15 erhielt sie ein einjähriges Engagement am Schauspiel Frankfurt und legte drei Inszenierungen vor, EXIT:LULU, Der Auftrag und Helden. Zuletzt arbeitete sie als freie Regisseurin an den Theatern in Bamberg, Bern und Karlsruhe. Am Theater Bielefeld inszenierte sie bereits in der Spielzeit 2016/17 Charlotte Salomon. Für diese Arbeit wurde sie 2017 mit dem Götz- Friedrich-Preis ausgezeichnet.

BÜHNENBILD
Cleo Niemeyer legte 2011 ihr Bühnen- und Kostümbild-Diplom an der Hochschule für Bildende Künste Dresden ab. Anschließend war sie von 2011 bis 2013 Meisterschülerin von Barbara Ehnes. Bereits während des Studiums führten sie Assistenzen und eigene Arbeiten an verschiedene Theaterhäuser, sie assistierte u. a. am Staatsschauspiel Dresden und an der Sächsischen Staatsoper Dresden. Als freie Bühnen- und Kostümbildnerin zeichnet sie sich für verschiedene Schauspiel-, Opern- und Tanzproduktionen u. a. am Festspielhaus Hellerau, am Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden und am Schauspiel Chemnitz verantwortlich. 2013 arbeitete sie zudem an der Ausstattung für das Schauspielhaus Wien im Rahmen der Wiener Festwochen mit. Von 2013 bis 2015 war Cleo Niemeyer am Maxim Gorki Theater Berlin als Bühnenbildassistentin engagiert. Dort realisierte sie in dieser Zeit auch eigene Bühnen- und Kostümbilder, u. a. für Produktionen von Marc Sinan, Ron Rosenberg, Michael Ronen und Hakan Savas Mican. 2015 arbeitete sie mit der Regisseurin Alexandra Wilke am Staatstheater Cottbus zusammen und entwickelte für das Projekt Germans are different von Matthias Matschke am Schauspiel Leipzig den Raum und die Kostüme. Am Theater Bielefeld kreierte sie bereits in der Spielzeit 2016/17 das Bühnenbild für Charlotte Salomon.

KOSTÜME
Geboren 1990 in Venezuela, studierte Alexander Djurkov Hotter von 2009 bis 2010 Architektur an der Technischen Universität Berlin und beschloss während des Studiums sich in Richtung Textildesign zu orientieren. Nach Praktika bei diversen Modedesignern begann er 2011 eine Maßschneiderlehre im renommierten Kostüm-Atelier »das Gewand« in Düsseldorf. Dort trat er in Kontakt mit einigen der einflussreichsten Kostümbildner der Welt und sammelte erste Theaterund Kostümbilderfahrungen. Nach seinem Abschluss als Jahrgangsbester hospitierte er zunächst am Maxim Gorki Theater in Berlin. Es folgten Assistenzen am Schauspielhaus Frankfurt, den Salzburger Festspielen, der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf, der Staatsoper Unter den Linden Berlin und der Norske Opera in Oslo bei Produktionen der Regisseure Jorinde Dröse, Henry Mason, Calixto Bieito und Dieter Dorn, bei denen er u. a. den Kostümbildnern Hildegard Bechtler, Ingo Krügler und Moidele Bickel zur Seite stand. In der Spielzeit 2014/15 gestaltete er das Kostümbild für die Uraufführung Exit:Lulu in einer Inszenierung von Mizgin Bilmen am Schauspiel Frankfurt. Am Theater Bielefeld schuf er bereits in der Spielzeit 2016/17 die Kostüme für Charlotte Salomon.

BESETZUNG
Wotan Frank Dolphin Wong, Donner Evgueniy Alexiev / Olaf Haye, Froh Lianghua Gong
Loge Alexander Kaimbacher, Alberich Yoshiaki Kimura, Mime Lorin Wey, Fasolt Moon Soo Park, Fafner Sebastian Pilgrim, Fricka Sarah Kuffner, Freia Melanie Kreuter, Erda Katja Starke, Woglinde Nienke Otten, Wellgunde Hasti Molavian, Floßhilde Nohad Becker;

—| Pressemeldung Theater Bielefeld |—

Gelsenkirchen, Musiktheater im Revier, Theaterfest 9.9.2017 – Spielplan September 2017

Juli 21, 2017 by  
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Musiktheater im Revier Gelsenkirchen

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen © MiR Musiktheater im Revier

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen © MiR Musiktheater im Revier

MiR Vorstellungen  –  September 2017


Großes Haus / Großes Haus Foyer


So, 03.09.2017      18.00 Uhr – 21.00 Uhr
Wiederaufnahme  –  Hoffmanns Erzählungen
Fantastische Oper von Jaques Offenbach
Karten 11,- bis 41,- €


Sa, 09.09.2017     Ab 12.00 Uhr
Theaterfest  –  Großes Haus, Kleines Haus und Vorplatz
Freier Eintritt

19.00 Uhr  –  Reloaded Show
Karten 9,- €


So, 10.09.2017     18.00 Uhr

Eröffnungsgala,  mit der Verleihung des Gelsenkirchener Theaterpreises
Karten 11,- bis 33,50 €


Mi, 13.09.     18.00 Uhr 

fmt schafft Begegnungen  – Solisten des MiR  erzählen aus ihrem Alltag
Freier Eintritt

Sa, 16.09.2017  19.30 Uhr – 22.30 Uhr
Wiederaufnahme
Die Zauberflöte  von Wolfgang Amadeus Mozart
Karten 11,- bis 41,- €


So, 17.09.2017  18.00 Uhr  21.00 Uhr
Hoffmanns Erzählungen –  von Jaques Offenbach
Freier Verkauf, Karten 11,- bis 41,- €


Mo, 18.09.2017  19.30 Uhr   

1. Sinfoniekonzert
Variationen – Werke von Brahms, Rachmaninow, Webern und Reger
Karten 11,- bis 32,- €


Sa, 23.09.2017    19.30 Uhr – 22.30 Uhr 

Die Zauberflöte  von Wolfgang Amadeus Mozart
Karten 11,- bis 41,- €


So, 24.09. 2017 18.00 Uhr – 21.00 Uhr

Hoffmanns Erzählungen – Fantastische Oper von Jaques Offenbach
Karten 11,- bis 41,- €


Mo, 25.09. 2017   – 19.30 Uhr

Gastspiel Bodo Wartke   „Was, wenn doch?“
Ein Gastspiel der emschertainment GmbH
Eingeschränkter Verkauf,
Karten 24,25 bis 35,25 €


Fr, 29.09.2017 19.30 Uhr – 21.45 Uhr

Wiederaufnahme  Charlotte Salomon: Der Tod und die Malerin
Ballett mit Gesang von Bridget Breiner und Michelle DiBucci
Freier Verkauf, Karten 11,- bis 41,- €


Kleines Haus / Kleines Haus Foyer


Fr, 15.09.2017  19.30 Uhr

Premiere Fifty-Fifty – Die Wunschkonzert Show
Mit Christa Platzer, Anke Sieloff, Joachim G. Maaß und Sebastian Schiller
Karten 24,50 €


So, 17.09.2017 19.30 Uhr

Fifty-Fifty – Die Wunschkonzert Show
Mit Christa Platzer, Anke Sieloff, Joachim G. Maaß und Sebastian Schiller
Karten 24,50 €€


Mi, 20.09.2017  11.00 Uhr

Rolf Zuckowski „Meine Heimat – Unser blauer Planet“
„40 Jahre RolfMusik“
ausverkauft €


Fr, 22.09.2017 19.30 Uhr

Fifty-Fifty – Die Wunschkonzert Show
Mit Christa Platzer, Anke Sieloff, Joachim G. Maaß und Sebastian Schiller
Karten 24,50 €.

—| Pressemeldung Musiktheater im Revier |—

Bielefeld, Theater Bielefeld, PREMIERE CHARLOTTE SALOMON, 14.01.2017

Dezember 14, 2016 by  
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Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

Pressemeldung Theater Bielefeld

Premiere CHARLOTTE SALOMON
MARC-ANDRÉ DALBAVIE
DEUTSCHE ERSTAUFFÜHRUNG

Oper in zwei Akten mit einem Vorspiel und einem Nachwort // Libretto von Barbara Honigmann nach Leben? oder Theater? von Charlotte Salomon // In deutscher und französischer Sprache mit deutschen Übertexten

PREMIERE : 14.01.2017, 19:30 Uhr, Stadttheater
Die nächsten Vorstellungen : 19.01., 29.01., 08.02., 18.02, 31.03.

Berlin, um 1930. Jahre nach dem frühen Tod ihrer Mutter beginnt die 13-jährige Charlotte Salomon, ihre Stiefmutter zu bewundern: Paula Lindberg-Salomon ist eine gefeierte Opern- und Konzertsängerin, und mit ihr kehren Leben und Gesellschaft in das Haus des Arztes Dr. Salomon zurück. Als sie eines Tages einen neuen Gesangslehrer empfängt, verliebt sich die junge Charlotte in den erwachsenen Mann.

Statt der ersehnten Gegenliebe erhält sie etwas anderes von ihm: seinen unerschütterlichen Glauben an die Kraft der Kunst – und an ihre Begabung, zu malen. Sie bewirbt sich an die Kunstakademie und wird trotz ihrer jüdischen Religionszugehörigkeit angenommen. Nachdem Charlottes Vater 1939 nur mit knapper Not der Deportation in ein KZ entronnen ist, erkennt die Familie, was die Stunde geschlagen hat – und schickt die knapp 22-jährige Tochter nach Südfrankreich zu ihren Großeltern. Das vermeintliche Idyll wird zur Alltagshölle, da Charlotte ihre depressive Großmutter vor dem Selbstmord bewahren soll. Ihr bleibt nur die Flucht in die Malerei …

Die Oper Charlotte Salomon ist das zu dreidimensionaler Gestalt gewordene Lebenswerk Leben? Oder Theater?, dessen 1.300 Gouachen Charlotte Salomon in nur 18 Monaten schuf. Der 1961 geborene französische Komponist Marc-André Dalbavie komponierte das Bühnenwerk für die Salzburger Festspiele 2014. Seine collagenhafte Partitur spielt mit den zahlreichen musikalischen Zitaten, die Charlotte Salomon als Referenz an ihre Stiefmutter zu ihren Bildern notiert hatte, und stellt in einer beeindruckend schlüssigen Architektur Erinnerung und Realität einander gegenüber – personifiziert durch zwei Titeldarstellerinnen. Charlotte Salomon weist über das persönliche Schicksal der Berliner Malerin hinaus, die 1943 in Auschwitz ermordet wurde, und thematisiert die Kraft und Aufgabe von Kunst in Zeiten politischer Unwetter.

Die junge kurdisch-deutsche Regisseurin Mizgin Bilmen bemisst Charlotte Salomons Begriff vom »Erinnerungsraum« nach heutigen Parametern und entwirft mit ihrem Team eine Inszenierung, in der hochartifizielle Kostüme, Video und eine wandlungsfähige Bühne ein genau aufeinander abgestimmtes Spiel ergeben, dessen optische Seite die Bilder der Titelpersönlichkeit kreativ verarbeitet. Gesanglich ist Charlotte Salomon ein Fest der Mezzosoprane, die den Frauen der Salomon-Familie beredte Gestalt verleihen. Mit der für eine Schauspielerin (Jana Schulz) geschriebenen Rolle der sich erinnernden Titelfigur erhält die Oper ihre ganz eigene Farbgebung, angelegt an den Begriff »Singespiel«, den Charlotte Salomon ihrem bildnerischen Werk als Untertitel mitgab.


DER KOMPONIST
Marc-André Dalbavie wurde 1961 in Neuilly-sur-Seine geboren und studierte Musik in Paris. Seit 1996 ist er Professor für Instrumentationslehre am Conservatoire de Paris. Dalbavie gilt als Repräsentant der école de musique spectrale, die sich mit Spektralmusik beschäftigt. 1994 erhielt er den Rom-Preis und den Ernst von Siemens-Musikpreis. Von 1998 bis 2000 war er Composer in Residence des Cleveland Orchestras, 2004 wurde er vom französischen Kulturministerium zum Chevalier des Arts et Lettres ernannt. Marc-André Dalbavie hat die zeitgenössische Musik nach vielen Richtungen hin geöffnet und ist heute einer der meistgespielten Komponisten seiner Generation. Er erhielt Kompositionsaufträge von den renommiertesten Orchestern weltweit – darunter das Chicago Symphony Orchestra, das Cleveland Orchestra, die Berliner Philharmoniker, das Philadelphia Orchestra, das Concertgebouw- Orchester, das Orchestre de Paris, das BBC Symphony Orchestra, das Orchestre symphonique de Montréal und das Philharmonische Orchester Tokio –, aber auch von Musikinstitutionen wie der Carnegie
Hall, der Suntory Hall in Tokio oder der Cité de la musique in Paris sowie von Festivals wie den BBC Proms in London, dem Aspen und dem Marlboro Festival und Présences von Radio France. Nach verschiedenen Experimenten mit Charakteristika von Klang und Klangfarben im Zusammenhang mit elektronischer Musik entstand eine Serie »verräumlichter« akustischer Stücke. Im Oktober 2010 fand die Uraufführung seiner ersten Oper Gesualdo unter seiner eigenen musikalischen Leitung am Opernhaus Zürich statt. 2014 folgte Charlotte Salomon als Auftragswerk der Salzburger Festspiele. Der Komponist dirigiert häufig eigene Werke im Konzert.


MUSIKALISCHE LEITUNG
Geboren in Zagreb, Kroatien, begann Alexander Kalajdzic seine musikalische Ausbildung mit sechs Jahren und gab ab dem achten Lebensjahr regelmäßig Konzerte als Pianist. Er gewann mehrere Preise bei Bundeswettbewerben und setzte anschließend sein Studium an der Musikhochschule in Wien fort, wo er die Dirigierklasse von Karl Österreicher mit Auszeichnung absolvierte. Darüber hinaus studierte er Klavier, Viola und Korrepetition. Schon während des Studiums dirigierte er Symphoniekonzerte mit den Zagreber Philharmonikern sowie dem Orchester des Kroatischen Rundfunks. Sein beruflicher Weg führte ihn nach Krefeld-Mönchengladbach, wo er als Korrepetitor mit Dirigierverpflichtung erste Theatererfahrungen sammelte. Danach war er als Kapellmeister in München, als erster Dirigent am Nationaltheater Weimar und von 2008 bis 2010 als 1. Kapellmeister am Nationaltheater Mannheim tätig, wo er sich ein großes Repertoire erarbeiten konnte. Er gastierte u. a. in den USA, Mexiko, Südafrika, Italien, Frankreich, in der Schweiz und in
Tschechien. Seit Spielzeitbeginn 2010/11 leitet er als GMD die musikalischen Geschicke des Theaters Bielefeld und der Bielefelder Philharmoniker


INSZENIERUNG
Im Kern meiner Arbeit liegt immer die analytische Auseinandersetzung des Verhältnisses des Einzelnen zur Gesellschaft und umgekehrt. Die Frage nach gesellschaftlichen Mechanismen, die das Verhalten des Einzelnen verändern und die Frage nach der Zeit, die wir er- und leben, bilden für mich ein interessantes zeitloses Spannungsfeld. Mizgin Bilmen wurde 1983 in Duisburg geboren. Sie absolvierte eine Hospitanz bei Roberto Ciulli am Theater an der Ruhr in Mülheim und studierte anschließend Schauspielregie an der Folkwang Universität der Künste in Essen, gefördert von der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Im Rahmen ihres Studiums veröffentlichte sie insgesamt neun eigene Regiearbeiten. Unmittelbar nach ihrer Diplominszenierung autopsie danton – nach Georg Büchners Dantons Tod – begann Mizgin Bilmen im September 2013 als Regieassistentin am Maxim Gorki Theater Berlin zu arbeiten. Im Mai 2014 erhielt sie für autopsie danton eine Einladung zum Körber Studio Junge Regie in Hamburg. Im Maxim Gorki Theater übernahm sie einige kleine szenische Einrichtungen und nahm dort an einem Improvisationsformat teil. 2014/15 erhielt sie ein einjähriges Engagement am Schauspiel Frankfurt und legte drei Inszenierungen vor, EXIT:LULU, Der Auftrag und Helden. Charlotte Salomon ist ihre erste Regiearbeit für das Musiktheater.


BÜHNENBILD
Cleo Niemeyer legte 2011 ihr Bühnen- und Kostümbild-Diplom an der Hochschule für Bildende Künste Dresden ab. Anschließend war sie von 2011 bis 2013 Meisterschülerin von Barbara Ehnes. Bereits während des Studiums führten sie Assistenzen und eigene Arbeiten an verschiedene Theaterhäuser, sie assistierte u. a. am Staatsschauspiel Dresden und an der Sächsischen Staatsoper Dresden. Als freie Bühnen- und Kostümbildnerin zeichnet sie sich für verschiedene Schauspiel-, Opern- und Tanzproduktionen u. a. am Festspielhaus Hellerau, am Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden und am Schauspiel Chemnitz verantwortlich. 2013 arbeitete sie zudem an derAusstattung für das Schauspielhaus Wien im Rahmen der Wiener Festwochen mit. Von 2013 bis 2015 war Cleo Niemeyer am Maxim  Gorki Theater Berlin als Bühnenbildassistentin engagiert. Dort realisierte sie in dieser Zeit auch eigene Bühnen- und Kostümbilder, u. a. für Produktionen von Marc Sinan, Ron Rosenberg, Michael Ronen
und Hakan Savas Mican. 2015 arbeitete sie mit der Regisseurin Alexandra Wilke am Staatstheater Cottbus zusammen und entwickelte für das Projekt Germans are different von Matthias Matschke am Schauspiel Leipzig den Raum und die Kostüme.


KOSTÜME
Geboren 1990 in Venezuela, studierte Alexander Djurkov Hotter von 2009 bis 2010 Architektur an der Technischen Universität Berlin und beschloss während des Studiums sich in Richtung Textildesign zu orientieren. Nach Praktika bei diversen Modedesignern begann er 2011 eine Maßschneiderlehre im renommierten Kostüm-Atelier »das Gewand« in Düsseldorf. Dort trat er in Kontakt mit einigen der einflussreichsten Kostümbildner der Welt und sammelte erste Theaterund Kostümbilderfahrungen. Nach seinem Abschluss als Jahrgangsbester hospitierte er zunächst am Maxim Gorki Theater in Berlin. Es folgten Assistenzen am Schauspielhaus Frankfurt, den Salzburger Festspielen, der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf, der Staatsoper Unter den Linden Berlin und der Norske Opera in Oslo bei Produktionen der Regisseure Jorinde Dröse, Henry Mason, Calixto Bieito und Dieter Dorn, bei denen er u. a. den Kostümbildnern Hildegard Bechtler, Ingo Krügler und Moidele Bickel zur Seite stand. In der Spielzeit 2014/15 gestaltete er das Kostümbild für die Uraufführung Exit:Lulu in einer Inszenierung von Mizgin Bilmen am Schauspiel Frankfurt.


BESETZUNG
Charlotte Salomon Jana Schulz
Charlotte Kann Hasti Molavian
Paulinka Bimbam Nohad Becker
Amadeus Daberlohn Daniel Pataky
Herr Knarre Frank Dolphin Wong
Frau Knarre Evelyn Krahe
Franziska Kann / Eine Frau Katja Starke
Doktor Kann Evgueniy Alexiev
Prof. Klingklang / Kunststudent Caio Monteiro
Propagandaminister / Ein Mann /
2. Emigrant Lianghua Gong
Kunststudentin aus Tirol /
Herbergswirtin Dorine Mortelmans
Papst / Kunstprofessor Dumitru-Bogdan Sandu
Polizist Paata Tsivtsivadze
1. Emigrant Mark Coles
Vier Nazis Dumitru-Bogdan Sandu, In Kwon
Choi, Paata Tsivtsivadze. Mark Coles

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