Hannover, Staatsoper Hannover, Spielplan Oktober 2014

Staastoper Hannover.jpg

Staatsoper Hannover

Spielplan Oktober 2014

……….

Opernhaus

Do 02.10.14
19:30 | PREMIERE
Tosca*
Oper von Giacomo Puccini
Mit Unterstützung der Stiftung Staatsoper Hannover

Sa 04.10.14
19:30-22:00 | Einführung 19:00 | WIEDERAUFNAHME
Castor und Pollux*
Oper von Jean-Philippe Rameau

So 05.10.14
18:30-21:15 | WIEDERAUFNAHME
Carmen*
Oper von Georges Bizet

Mi 08.10.14
19:30 | Laves-Foyer
Parlando bei Laves 40
Swantje Köhnecke im Gespräch mit Ina Yoshikawa (Sopran)

Do 09.10.14
19:30-22:15
Carmen*
Oper von Georges Bizet

Fr 10.10.14
19:30-22:00 | Einführung 19:00
Castor und Pollux*
Oper von Jean-Philippe Rameau

Sa 11.10.14
15:00-17:30 | Eintritt frei, Karten an den Theaterkassen
Jugendfest der GFO
30 Jahre »Tatort Oper« – verschiedene Jugendmusikensembles zeigen auf Bühnen in den Foyers des Opernhauses ihr Können

19:30 | Einführung 19:00
Tosca*
Oper von Giacomo Puccini
Mit Unterstützung der Stiftung Staatsoper Hannover

So 12.10.14
17:00 | Einführung 16:15
1. Sinfoniekonzert
Franz Lehár: Fieber
Carl Nielsen: Sinfonie Nr. 5 op. 50
Maurice Ravel: Klavierkonzert für die linke Hand | La Valse
Solisten: Robert Künzli (Tenor), Louis Lortie (Klavier)
Dirigentin: Karen Kamensek
Niedersächsisches Staatsorchester Hannover

Mo13.10.14
19:30 | Einführung 18:45
1. Sinfoniekonzert
Franz Lehár: Fieber
Carl Nielsen: Sinfonie Nr. 5 op. 50
Maurice Ravel: Klavierkonzert für die linke Hand | La Valse
Solisten: Robert Künzli (Tenor), Louis Lortie (Klavier)
Dirigentin: Karen Kamensek
Niedersächsisches Staatsorchester Hannover

Di 14.10.14
19:30 | Einführung 19:00
Tosca*
Oper von Giacomo Puccini
Mit Unterstützung der Stiftung Staatsoper Hannover

Do 16.10.14
14:30 | Treffpunkt Bühneneingang | 8 € | Karten erhalten Sie an den Theaterkassen
Führung durch das Opernhaus

Sa 18.10.14
19:30-22:00 | Einführung 19:00
Castor und Pollux*
Oper von Jean-Philippe Rameau

So 19.10.14
11:00 | Laves-Foyer
Einführungsmatinee »How to Succeed in Business Without Really Trying«
Mit Beteiligten der Produktion. Moderation: Christopher Baumann

18:30-21:15
Carmen*
Oper von Georges Bizet

Do 23.10.14
18:30
Öffentliche Generalprobe »How to Succeed in Business Without Really Trying«
Musical von Frank Loesser

Fr 24.10.14
14:30 | Treffpunkt Bühneneingang | 8 € | Karten an den Theaterkassen
Führung durch das Opernhaus

19:30 | Einführung 19:00
Tosca*
Oper von Giacomo Puccini
Mit Unterstützung der Stiftung Staatsoper Hannover

Sa 25.10.14
19:30 | PREMIERE
How to Succeed in Business Without Really Trying
Musical von Frank Loesser

So 26.10.14
16:00 | Einführung 15:30
Tosca*
Oper von Giacomo Puccini
Mit Unterstützung der Stiftung Staatsoper Hannover

Mi 29.10.14
19:30
How to Succeed in Business Without Really Trying
Musical von Frank Loesser

Do 30.10.14
19:30 | Einführung 19:00 WIEDERAUFNAHME
Don Giovanni*
Oper von Wolfgang Amadeus Mozart
Mit Unterstützung der Gesellschaft der Freunde des Opernhauses Hannover e.V.

Fr 31.10.14
19:30-22:15
Festlicher Opernabend »Carmen«*
Oper von Georges Bizet
Mit Vesseline Kasarova (Carmen) und Carlos Álvarez (Escamillo)

……….

Gebäude der VGH Versicherungen

So 05.10.14
11:00 | Gebäude der VGH Versicherungen
1. Kammerkonzert »Richard Strauss zum 150. Geburtstag«
Werke von Joseph Haydn, Johannes Brahms und Richard Strauss
Mit Mitgliedern des Niedersächsischen Staatsorchesters Hannover

……….

Ballhof Eins

Do 16.10.14
11:00 | Junge Oper | ab 8 | WIEDERAUFNAHME
Die Schöne und das Biest
Oper nach André Ernest Modeste Grétry
Mit Unterstützung der Stiftung Staatsoper Hannover

Di 21.10.14
11:00 | Junge Oper | ab 8
Die Schöne und das Biest
Oper nach André Ernest Modeste Grétry
Mit Unterstützung der Stiftung Staatsoper Hannover

—| Pressemeldung Staatsoper Hannover |—

Wien, Theater an der Wien, Castor et Pollux – Jean-Philippe Rameau, IOCO Kritik, 28.01.2011

November 27, 2011 by  
Filed under Kritiken, Theater an der Wien

Theater an der Wien

Theater an der Wien © IOCO

Theater an der Wien © IOCO

Castor et Pollux von Jean Philippe Rameau

Musikalisch: Olymp des Barock –  Szenisch profan

Von Viktor Jarosch

Das Theater an der Wien ist speziell: Ältestes Opernhaus Wiens, herrlicher Zuschauerraum für 1.200 Besucher, ganzjähriges Stagione-Theater, monatlich eine Premiere. Spezifikum des Hauses:  Führende Adresse der Welt  für Barockmusik!

Jean Philippe Rameaus  Barockoper Castor et Pollux über selbstlose Bruderliebe  prägte den Spielplan des Theater an der Wien im Januar 2011. In der Inszenierungs-Hitliste der etwa 200 großen Barockkomponisten liegt Jean-Philippe Rameau etwa auf Platz 8.  Platz 1 nimmt unangefochten  Georg Friedrich Händel ein. Rameau, 1683 – 1764,  folgte Jean-Baptiste Lully als  markantester französischer Protagonist der Barockmusik.  Erst spät, 1733,  gelang ihm mit seinem ersten Operndrama Hippolyte et Aricie der Durchbruch: Rameau wurde von Ludwig XV in den Adelsstand erhoben, zum Kabinettskomponisten ernannt, erhielt eine Pension. Seine stark am französischen Idiom angelegte Tonsprache gilt gemeinhin als schwierig zu realisieren.

Grab Georg Friederich Händel in Westminster Abbey © IOCO

Grab Georg Friederich Händel in Westminster Abbey © IOCO

Mariame Clément inszenierte die Göttersage von Castor et Pollux als konfliktreiche Familiengeschichte im französischem Original mit deutschen Übertiteln. Die Sage beschreibt den Tod als unfreiwilligen Abschied vom Leben,  den die Götter jedoch, sofern ihr Herz erweicht wird,  widerrufen können. Im Theater an der Wien ist von der üppigen alten Götterwelt nichts zu sehen. Die französische Regisseurin Clément profanisiert die Sage, indem sie diese in ein herrschaftliches Haus des 20. Jahrhunderts überführt.

Eine prächtige Herrenhaustreppe bietet den szenischen Mittelpunkt der Inszenierung. Diese Verweltlichung mag mit dem mystischen Inhalt des Libretto von Pierre-Joseph Bernard nicht wirklich homogen wirken und so auch nicht jedermanns Geschmack treffen. Die für Tanznummern vorgesehenen Intermezzi zeigen Castor und  Pollux  gewagt und wenig barock als spielende Kinder in einer Art Rückblende mit ihren Bezügen zu Vater Jupiter.

Das halbwegs glückliche Ende der Sage, die Vereinigung von Castor und Pollux als Sternzeichen am Firmament,  ging in dieser Produktion etwas verloren. Trotzdem entspricht die moderne Zugangsweise der Inszenierung von Miriame Clément dem  geltenden Mainstream für Barockopern: Die Umkehrung klassischer Konstellationen soll kreative Freiräume schaffen. Und fordert so vom Besucher aktive Teilnahme statt stiller Kontemplation.

Stimmlich und darstellerisch überragend wiedergegeben war die Télaire von Christiane Karg, welche mit klangvollem Timbre und weichen Koloraturen in ihrer Partie begeisterte. Maxim Mironow stellt einen stimmlich schönen aber etwas leichten Castor dar. Dietrich Henschel  beherrscht die aufwendige von Götterbruder Pollux  rollengerecht. Auch Anne Sophie von Otter überzeugte als  Phébé mit sicher und kräftig geführtem Mezzosopran.

Auch Nicolas Testé überzeugte als Jupiter.  Ausnehmend beeindruckend der Arnold Schönberg Chor,  der unter der Leitung von Erwin Ortner seinem Ruf  als vielseitigstes und meist-beschäftigtes Vokalensemble Österreichs mit unglaublicher Präzision und Ästhetik mehr als gerecht wurde. Das Orchester, die wunderbaren Les Talens Lyriques, unter ihrem Dirigenten Christophe Rousset verzauberten aus dem Orchestergraben mit der tänzerischen Handschrift von Jean-Philippe Rameau. Sie beherrschten die heute bevorzugten Stilmerkmale  der Barockmusik: Verzicht auf Vibrato oder gebundene Noten. Und erzeugten gekonnt die spezielle ästhetische Polyphonie des Barock, den Zusammenklang individueller Stimmen.

So galt für diese Inszenierung im Theater an der Wien was für die meisten Barockopern heutzutage gilt: Aus dem Orchestergraben ertönt wunderbarer historischer Klang während auf der Bühne moderne Regie zu sehen war. Und Volkes Stimme im ausverkauften Hauses entschied eindeutig: Jubelnder Beifall für Ensemble und Orchester. Besonders viele Bravos für Christiane Karg, Chor und Orchester. Zur Einstimmung eine barocke Aufnahme mit Orchester und Tanzintermezzi

 

Wien, Theater an der Wien, Im Olymp des Barock – Castor et Pollux von J.P. Rameau, IOCO Kritik, 28.01.2011

Februar 3, 2011 by  
Filed under Kritiken, Theater an der Wien


Kritik

Theater an der Wien

Theater an der Wien © IOCO

Theater an der Wien © IOCO

Im Olymp des Barock: Castor et Pollux

Das Theater an der Wien ist sehr speziell:  Ältestes Opernhaus Wiens, herrlicher Zuschauerraum für 1.200 Besucher, ganzjähriges Stagione-Theater, monatlich eine Premiere, erste Adresse in Europa und der Welt  für Barock-Inszenierungen.

Jean Philippe Rameaus  Barockoper Castor et Pollux über selbstlose Bruderliebe  prägte den Spielplan des Theater an der Wien im Januar 2011. In der Inszenierungs-Hitliste der etwa 200 großen Barockkomponisten liegt Jean-Philippe Rameau etwa auf Platz  8.  Platz 1 nimmt unangefochten  Georg Friedrich Händel ein. Rameau, 1683 – 1764,  folgte Jean-Baptiste Lully als  markantester französischer Protagonist der Barockmusik.  Erst spät, 1733,  gelang ihm mit seinem ersten Operndrama Hippolyte et Aricie der Durchbruch:  Rameau wurde von Ludwig XV in den Adelsstand erhoben, zum Kabinettskomponisten ernannt, erhielt eine Pension. Seine stark am französischen Idiom angelegte Tonsprache gilt gemeinhin als schwierig zu realisieren.

Mariame Clément inszenierte die Göttersage von Castor et Pollux als konfliktreiche Familiengeschichte im französischem Original mit deutschen Übertiteln. Die Sage beschreibt den Tod als unfreiwilligen Abschied vom Leben,  den die Götter jedoch, sofern ihr Herz erweicht wird,  widerrufen können. Im Theater an der Wien ist von der üppigen alten Götterwelt nichts zu sehen. Die französische Regisseurin Clément profanisiert die Sage, indem sie diese in ein herrschaftliches Haus des 20. Jahrhunderts überführt. Eine prächtige Herrenhaustreppe bietet den szenischen Mittelpunkt der Inszenierung. Diese Verweltlichung mag mit dem mystischen Inhalt des Libretto von Pierre-Joseph Bernard nicht wirklich homogen wirken und so auch nicht jedermanns Geschmack treffen. In den für Tanznummern vorgesehenen Intermezzi zeigt Clément  Castor und  Pollux  als spielende Kinder in einer Art Rückblende mit ihren Bezügen zu Vater Jupiter.  Das halbwegs glückliche Ende der Sage, die Vereinigung von Castor und Pollux als Sternzeichen am Firmament,  ging in dieser Produktion etwas verloren. Trotzdem entspricht die moderne Zugangsweise der Inszenierung von Miriame Clément dem  geltenden Mainstream für Barockopern: Die Umkehrung klassischer Konstellationen soll kreative Freiräume schaffen. Und fordert so vom Besucher aktive Teilnahme statt stiller Kontemplation.

Stimmlich und darstellerisch überragend wiedergegeben war die Télaire von Christiane Karg, welche mit klangvollem Timbre und weichen Koloraturen in ihrer Partie begeisterte. Maxim Mironow stellt einen stimmlich schönen aber etwas leichten Castor dar. Dietrich Henschel  beherrscht die aufwendige von Götterbruder Pollux  rollengerecht. Auch Anne Sophie von Otter überzeugte als  Phébé mit sicher und kräftig geführtem Mezzosopran. Auch Nicolas Testé überzeugte als Jupiter.  Ausnehmend beeindruckend der Arnold Schönberg Chor,  der unter der Leitung von Erwin Ortner seinem Ruf  als vielseitigstes und meist-beschäftigtes Vokalensemble Österreichs  mit unglaublicher Präzision und Ästhetik mehr als gerecht wurde. Das Orchester, die wunderbaren Les Talens Lyriques, unter ihrem Dirigenten Christophe Rousset verzauberten aus dem Orchestergraben mit der tänzerischen Handschrift von Jean-Philippe Rameau. Sie beherrschten die heute bevorzugten Stilmerkmale  der Barockmusik: Verzicht auf Vibrato oder gebundene Noten. Und erzeugten gekonnt die spezielle ästhetische Polyphonie des Barock, den Zusammenklang individueller Stimmen und weniger den mächtig orchestralen Feuerzauber.

So galt für diese Inszenierung im Theater an der Wien was für die meisten Barockopern heutzutage gilt: Aus dem Orchestergraben ertönt wunderbarer historischer Klang während auf der Bühne moderne Regie zu sehen war. Und Volkes Stimme im ausverkauften Hauses entschied eindeutig: Jubelnder Beifall für Ensemble und Orchester. Besonders viele Bravos für Christiane Karg, Chor und Orchester.  IOCO  / Viktor Jarosch / 28.01.2011