Köln, Gürzenich-Orchester, Igor Strawinsky – Hommage zum 50. Todestag, IOCO Aktuell, 02.04.2021

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Grüzenich Orchester

Gürzenich Orchester Köln © Holger Talinski

Gürzenich Orchester Köln © Holger Talinski

Strawinsky – Marathon:  Hommage zum 50. Todestag

Igor Strawinsky hat viele Spuren hinterlassen – auch in Köln

Vor 90 Jahren gastierte er als Dirigent und Pianist beim Gürzenich-Orchester Köln. In einem Livestream anlässlich seines 50. Todestages am 6. April zeigt das Gürzenich-Orchester in Kooperation mit dem Museum Ludwig die Bandbreite von Strawinskys Schaffen.

Wohl nur wenige Komponisten des 20. Jahrhunderts haben ein derartig vielfältiges und in unterschiedlichsten Stilen schillerndes Gesamtwerk geschaffen wie Igor Strawinsky, geboren 1882 in der Nähe von St. Petersburg, gestorben 1971 in New York. Am 6. April 2021, genau an Strawinskys  50. Todestag also, lädt das Gürzenich-Orchester zu einem Strawinsky-Marathon ein, der als Livestream zu erleben ist. Und noch ein zweites Jubiläum gilt es damit zu feiern: Vor 90 Jahren trat Igor Strawinsky persönlich als Dirigent und Solist mit dem Gürzenich-Orchester auf. Ein weiteres Beispiel dafür, dass das Orchester in seiner langen Geschichte stets am Puls der Zeit mit vielen großen musikalischen Persönlichkeiten zusammengearbeitet hat. Durch das Programm führt live moderierend Gürzenich-Kapellmeister François-Xavier Roth. Er hat sich zudem verschiedene Gesprächspartner eingeladen, mit denen er unterschiedliche Aspekte von Strawinskys Werk beleuchten wird. Darunter den Pianisten Jean-Efflam Bavouzet, Solist in Igor Strawinskys »Capriccio« sowie Yilmaz Dziewior, Direktor des Museum Ludwig Köln.

Igor Stravinksky auf der Toteninsel von Venedig © IOCO

Igor Stravinksky auf der Toteninsel von Venedig © IOCO

Die erste Etappe des Marathons ist dem sinfonischen Schaffen Igor Strawinskys gewidmet. In der Kölner Philharmonie dirigiert François-Xavier Roth das Gürzenich-Orchester in Werken wie der Ballettmusik »Le baiser de la fée« (eine Hommage an Peter Tschaikowsky) oder dem Stück für 23 Bläser »Symphonies d’instruments à vent«. Außerdem werden selbstverständlich jene beiden Kompositionen erklingen, mit denen sich Strawinsky 1931 dem Kölner Publikum vorstellte: Vilde Frang ist die Solistin im grandiosen, seinerzeit brandneuen Violinkonzert. Der Pianist Jean-Efflam Bavouzet  tritt in die Fußstapfen von Strawinsky persönlich, der sich das bravouröse »Capriccio für Klavier und Orchester« für eigene Auftritte auf den Leib schrieb.

» Strawinskys Sinn für Farben, für rhythmische Raffinesse und für Proportion bringt mich immer wieder neu zum Staunen. Diese Musik wächst über sich selbst hinaus, das sind Ereignisse, die mich packen und dann einfach nicht mehr loslassen.«  François-Xavier Roth

Igor Strawinsky zog Zeit seines Lebens wichtige Impulse für die eigene Kreativität aus der Bildenden Kunst, war mit berühmten Malern, Designern und Modeschöpfern befreundet: Picasso inspirierte ihn. Léon Bakst, der damalige Superstar des Bühnen- und Kostümbilds, ließ den »Feuervogel« bei seiner Uraufführung märchenhaft schillern. Mit Coco Chanel, der Grande Dame französischer Eleganz, verstrickte Strawinsky sich in eine Liebesaffäre.

Gürzenich Orchester Köln / Francois-Xavier Roth © Holger Talinski

Gürzenich Orchester Köln / Francois-Xavier Roth © Holger Talinski

Gute Gründe also, den zweiten Teil des Kölner Strawinsky-Marathons im Museum Ludwig zu starten. Im Gespräch mit François-Xavier Roth spürt Museumsdirektor Yilmaz Dziewior den sichtbaren und unsichtbaren Brücken zwischen Strawinskys Werk und der Bildenden Kunst seiner Zeit nach.

»In der Musik des 20. Jahrhunderts gibt es nur wenige Personen, deren Einfluss auf die Bildende Kunst so tiefgreifend war wie der von Strawinsky. Umso mehr freut es mich, dass das Museum Ludwig und das Gürzenich-Orchester diese interdisziplinäre Tradition an einem Abend mit musikalischen und bildnerischen Beispielen unterhaltsam ins Bewusstsein rufen.«  Yilmaz Dziewior

Dieser Ausflug in die Welt der Farben und Formen stellt zudem ausgewählte Kammermusik Igor Strawinskys vor. Nathan Braude, Solo-Bratscher des Gürzenich-Orchesters, vertieft sich in die dunkle Stille der »Élegie« für Viola solo, drei Violoncelli lassen mit einer eleganten Adaption der »Suite italienne« das Licht des Südens flirren, Bläser des Gürzenich-Orchesters brillieren im jazzigen Oktett für Blasinstrumente, über das Strawinsky sagte, es müsse klingen wie perlender Sekt.

Apropos Jazz: Der lag Igor Strawinsky lebenslang am Herzen. In vielen seiner Werke sorgt er für Pfeffer und Pfiffigkeit. Und genau deswegen liegt die Ziellinie des Klang-Marathons im Kölner Jazzclub Papa Joe’s, wo Mitglieder des Gürzenich-Orchesters sich von einer ganz anderen Seite zeigen und mit Schwung auf den Jubilar anstoßen.

PROGRAMM  STRAWINSKY-MARATHON

Livestream:  Gürzenich-Orchester in Kooperation mit Museum Ludwig Köln

Dienstag –  06.04.2021  –  20:15 Uhr –  auf folgenden Plattformen

Webseite Gürzenich-Orchester: https://www.guerzenich-orchester.de/livestream
YouTube-Kanal Gürzenich-Orchester: https://youtu.be/QKzmQ2EX3VM

Vilde Frang Violine,  Jean-Efflam Bavouzet  Klavier,
Solisten des Gürzenich-Orchester Köln Gürzenich-Orchester Köln
François-Xavier Roth Dirigent und  Moderation
Gäste: Jean-Efflam Bavouzet, Yilmaz Dziewior und weitere

—| IOCO Aktuell Gürzenich Orchester Köln |—


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Dortmund, Theater Dortmund, Digital Spielplan , Februar – April 2021

Februar 12, 2021 by  
Filed under Livestream, Pressemeldung, Spielpläne, Theater Dortmund

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Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

Theater Dortmund spielt digital Publikumsvorstellungen ab Mitte April 2021

Das Theater Dortmund rüstet sich für den Tag, an dem es wieder vor Publikum spielen kann. Als möglicher Zeitpunkt wird Mitte April 2021 genannt. Aufgrund der aktuellen Pandemielage und den damit einhergehenden behördlichen Verordnungen und Aufforderungen der Bundesregierung zum Home Office, sieht das Theater Dortmund jedoch bis Ende der Osterferien 2021 keine Möglichkeit des öffentlichen Spielbetriebes.

Deswegen verlegen die Sparten des Theater Dortmund ihre Tätigkeiten bis zur Wiederaufnahme der Publikumsvorstellungen ins Internet. Die Sparten des Opernhauses (Oper, Ballett und Philharmoniker) haben folgenden Digitalspielplan erstellt und neue Formate kreiert. Diese sind unter www.theaterdo.de oder www.theaterdo.de/kalender abrufbar.

Theater Dortmund / OPEN-CLASSES  © Linda Ohligers

Theater Dortmund / OPEN-CLASSES © Linda Ohligers

On Stage – Produktionen und Konzerte.
Klassiker des Theater Dortmund sowie extra neueingespielte Konzerte werden stets samstags um 19.30 Uhr zu sehen sein. Die ersten Highlights werden die Oper TURANDOT von Giacomo Puccini in der Inszenierung von Tomo Sugao und dem Tenorstar Andrea Shin, Xin Peng Wangs Ballettklassiker DER TRAUM DER ROTEN KAMMER und von den Philharmonikern das 2. Wiener Klassik Konzert mit dem Trompetenkonzert von Johann Nepomuk Hummel sein.

Backstage – Hintergründe und Interviews.
Stets zwei Mal pro Monat immer freitags um 19 Uhr steht das neue Format Backstage auf dem Programm. Pressechef Alexander Kalouti berichtet aus und befragt Personen über das zuweilen recht absurde Leben im Theater. So unterhält er sich am 26.2.2021 mit Tobias Ehinger, dem Geschäftsführenden Direktor des Theater Dortmund, und dem Journalisten und Autor Holger Noltze ebenso über die zaghaften Lobbyversuche der deutschen Theaterlandschaft in Corona-Zeiten, wie das unaufhaltsame Abschalten von Kultursendungen beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Am 12.3.2021 folgt ein Gespräch mit dem Dortmunder Stadtdirektor und Kulturdezernenten Jörg Stüdemann darüber, ob „politisches Theater“ Politiker überhaupt interessiert und Einfluss auf ihre Arbeit hat sowie welche unternehmerischen Fähigkeiten ein Intendant oder eine Intendantin im 21. Jahrhundert haben muss.

Off Stage – Tipps und Tricks aus dem Theateralltag.
Wer besonders in Corona-Zeiten sich selbst die Haare schneiden muss, ist bei diesem Format absolut richtig. Die Friseure haben geschlossen aber das Haar wächst. Die Maskenbildnerinnen und Maskenbildner des Theaters geben Tipps, wie man auch in Zeiten der Pandemie die Haare schön haben kann. Wer sich über die neuerworbenen Corona-Pfunde im Hinblick auf die nahende Badesaison schon jetzt Sorgen macht, bekommt Fitnesstipps der Ballerina Sayaka Wakita. Die Japanerin zeigt mit einfachen und zu jeder Zeit machbaren Übungen, wie man zur dauerhaften Traumfigur gelangt, und auch ohne eine Ernährungstotalumstellung auf Reis und rohen Fisch.

Arthouse – Matineen, Trainings und Informationen zu theaterbezogenen Themen.
Im Programm Arthouse sind Matineen, öffentliche Balletttrainings ebenso zusammengefasst, wie kleine Konzerte, Vorstellungen von Persönlichkeiten des Theaters oder Making of-Beiträge. Die Beiträge der Philharmoniker werden dienstags, die des Balletts mittwochs und die der Oper donnerstags stets um 19 Uhr zu sehen sein.


Das Musiktheater-Digitalprogramm


16.2.        Arthouse –         Philharmoniker / Vorstellung Highlights Digitalspielplan
17.2.        Arthouse –         Ballett – OPEN CLASSES
19.2.        Off Stage –         Haareschneiden im Lockdown – Spitzen schneiden
Haareschneiden im Lockdown – Stufenschnitt
Was macht eigentlich die Requisite?
Ein Tag im Ballettzentrum
20.2.        On Stage –         Oper / TURANDOT

23.2.        Arthouse –        Philharmoniker / Kurzeinführung 2. Wiener Klassik Konzert
24.2.        Arthouse –            Ballett – OPEN CLASSES
25.2.        Arthouse –          Oper – Sängerportrait mit Matthias Störmer in Kooperation mit dem Vokalmusikzentrum NRW
26.2.        Backstage –          Talk mit Tobias Ehinger u. Holger Noltze
27.2.        On Stage –          Philharmoniker / 2. Wiener Klassik Konzert: Reinhold Friedrich        Hummel Trompetenkonzert

2.3.        Arthouse –         Philharmoniker – Cello-On-Stage
3.3.        Arthouse –         Ballett – OPEN CLASSES
5.3.        Off Stage –         How to keep fit like a Ballerina – mit Sayaka Wakita
6.3.        On Stage –         Ballett / TRAUM DER ROTEN KAMMER

9.3.        Arthouse –         Philharmoniker /Konzertstream mit Sofia Gubaidulinas “Märchenpoem”
10.3.        Arthouse –           Ballett – OPEN CLASSES
11.3.        Arthouse –           Oper – Sängerinnenportrait mit Sooyeon Lee in Kooperation mit dem Vokalmusikzentrum NRW
12.3.        Backstage –         Talk mit Stadtdirektor Jörg Stüdemann
13.3.        On Stage –           Oper / MADAMA BUTTERFLY

16.3.        Arthouse –         Philharmoniker – #Vorgestellt
17.3.        Arthouse –         Ballett – OPEN CLASSES
19.3.        Off Stage –         How to keep fit like a Ballerina – mit Sayaka Wakita
20.3.        On Stage –         Philharmoniker / DAS KALTE HERZ

23.3.        Arthouse –           Philharmoniker / Making of “Das Kalte Herz”
24.3.        Arthouse –           Ballett – OPEN CLASSES
25.3.        Arthouse –           Oper – Sängerportrait mit Sungho Kim in Kooperation mit dem Vokalmusikzentrum NRW
26.3.        Backstage –         Talk mit n.n.
27.3.        On Stage –           Ballett / PARADISO – DOKUMENTATION

30.3.        Arthouse –           Philharmoniker / #Vorgestellt
31.3.        Arthouse –           Ballett – OPEN CLASSES
2.4.        Off Stage –           Was macht eigentlich ein Waffenmeister?
Konfettikanone zum Selbermachen
Der größte Kleiderschrank Dortmunds
Technische Fakten zur Opernbühne
3.4.        On Stage –           Oper / LOHENGRIN

6.4.        Arthouse –           Philharmoniker / Kurzeinführung 3. Kammerkonzert
7.4.        Arthouse –           Ballett – OPEN CLASSES
8.4.        Arthouse –           Oper – Sängerinnenportrait mit Anna Sohn in Kooperation mit dem Vokalmusikzentrum NRW
9.4.        Backstage –         Talk mit n.n.
10.4.        On Stage –            Philharmoniker – 3. Kammerkonzert „Capriccio“

13.4.        Arthouse –         Philharmoniker
14.4.        Arthouse –         Ballett – OPEN CLASSES
15.4.        Arthouse –         Oper – Sängerportrait mit Überraschungsgast in Kooperation mit dem Vokalmusikzentrum NRW
16.4.        Off Stage –         How to keep fit like a Ballerina – mit Sayaka Wakita
17.4.        On Stage –         Ballett / VERKLÄRTE NACHT (Tanzstück von Marjin Rademaker zur Musik von Arnold Schönberg)

Die Digitalspielpläne des Schauspiels und Kinder- und Jugendtheaters folgen in Kürze.

Von Mitte April – bis Juli 2021 tritt der Sommerspielplan des Theater Dortmunds in Kraft. Dieser beinhaltet Spezialformate, Konzerte, Festivals vor Publikum, denen allen ein Schutzkonzept zugrunde liegen wird.  Die Formate können bei Notwendigkeit auch als digitale Variante umgesetzt werden.

—| Pressemeldung Theater Dortmund |—


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Wien, Wiener Staatsoper, Wiener Staatsoper trauert um Peter Schreier, 25.12.2019

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Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

 Wiener Staatsoper – Trauer um Peter Schreier

Die Wiener Staatsoper trauert um den deutschen Tenor Peter Schreier, der am Mittwoch, den 25. Dezember 2019, mit 84 Jahren nach langer Krankheit in Dresden verstorben ist.

Peter Schreier wurde 1935 in Meißen geboren, war Mitglied des Dresdner Kreuzchores und studierte Gesang an der Dresdner Musikhochschule. Nach seinem Debüt an der Dresdner Staatsoper 1959 führten ihn seine Engagements unter anderem an die Berliner Staatsoper, die Bayreuther und Salzburger Festspiele, die Mailänder Scala, die New Yorker Met und nach Buenos Aires. Neben seiner Tätigkeit als Opernsänger widmete sich Schreier erfolgreich dem Liedgesang und stand als Dirigent unter anderem am Pult der Berliner Philharmoniker, der Wiener Symphoniker, der Staatskapelle Dresden und der Hamburger Symphoniker. 1967 debütierte er an der Wiener Staatsoper als Tamino in Die Zauberflöte. Fortan war er für vier Jahrzehnte regelmäßiger Gast im Haus am Ring.

An der Wiener Staatsoper sang Peter Schreier insgesamt 200 Vorstellungen in 15 unterschiedlichen Rollen. Zu seinen meistgesungenen Partien zählen Don Ottavio (Don Giovanni), Tamino (Die Zauberflöte) und Belmonte (Die Entführung aus dem Serail). Er war außerdem auch als Flamand (Capriccio), Lenski (Eugen Onegin), Graf Almaviva (Il barbiere di Siviglia) oder Loge (Das Rheingold) zu erleben. Als Idomeneo trat er am 4. Dezember 1991 zum letzten Mal im Haus am Ring auf.

—| Pressemeldung Wiener Staatsoper |—


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Baden-Baden, Festspielhaus, Balanchines Ballettschmuckstück Jewels, 27.12.2019

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Festspielhaus Baden – Baden

Festspielhaus Baden-Baden © Festspielhaus Baden-Baden

Festspielhaus Baden-Baden © Festspielhaus Baden-Baden

Funkelnde Facetten höchster Tanzkunst – Balanchines Ballettschmuckstück „Jewels“

Zum Finale seiner diesjährigen Residenz zeigt das Mariinsky Ballett Balanchines prachtvolles Ballett „Jewels“. Mit dem funkelnden Dreiteiler in den Juwelen-Farben Smaradgrün, Rubinrot und Diamant beenden das Mariinsky Ballett und –Orchester am 27. Dezember 2019 um 19 Uhr, ihr diesjähriges Gastspiel an der Oos.

Festspielhaus Baden-Baden / Rubies by Natasha Razina © State Academic Mariinsky Theatre

Festspielhaus Baden-Baden / Rubies by Natasha Razina © State Academic Mariinsky Theatre

Die Idee zu „Jewels“ entstand, so geht die Legende, bei einem Spaziergang des Choreografen vor den Schaufenstern des berühmten New Yorker Juweliers Van Cleef & Arpels. „Emeralds“, „Rubies“ und „Diamonds“ heißen die drei Teile des Werkes, sie funkeln mit unzähligen Strass-Kristallen auf den Kostümen in Smaragdgrün, Rubinrot und im klaren Weiß der Diamanten. George Balanchine zeigt damit die drei großen Traditionen des klassischen Balletts: den französischen, romantischen Stil, der in langen Tutu-Röcken zu Musik von Gabriel Fauré getanzt wird, dann die amerikanische Neoklassik, die zu jazzigen Rhythmen von Igor Strawinsky frech die Hüften kippt, und schließlich den russischen Klassizismus, der zu Tschaikowskys dritter Symphonie in einer prachtvollen Polonaise des Corps de ballet triumphiert. Abstrakt und doch voller sprechender Bilder ist „Jewels“ das erste abendfüllende Ballett überhaupt, das den Tanz zu seinem Thema macht: Die wunderbaren Tänzer des Mariinsky-Balletts zeigen den Weg des klassischen Tanzes von Paris über St. Petersburg nach New York.

Festspielhaus Baden-Baden / Mariinsky_Diamonds © Razina

Festspielhaus Baden-Baden / Mariinsky_Diamonds © Razina

Die Ausstattung greift die Farben der teuren Schmucksteine auf, sowohl auf den  Hintergrundprospekten wie in den Kostümen, die mit Myriaden funkelnder Strasssteine besetzt sind. George Balanchine aber, der Georgier, der noch am Ballett des Zarenhofes tanzen lernte, der mit den Ballets Russes die Avantgarde nach Europa brachte und schließlich New York zum Zentrum der Ballettmoderne machte, er legte so viel mehr in die drei Teile als nur die Farben Grün, Rot und Weiß. „Jewels“ zeigt die großen Epochen der Ballettgeschichte, es verfolgt, lose angelehnt an Balanchines biografischen Weg, das Ballett von seinen Ursprüngen in der französischen Romantik über den russischen Klassizismus bis zur amerikanischen, jazzigen Moderne.

Festspielhaus Baden-Baden / Rubies by Natasha Razina © State Academic Mariinsky Theatre

Festspielhaus Baden-Baden / Rubies by Natasha Razina © State Academic Mariinsky Theatre

Im ersten Teil „Emeralds“ tragen die Tänzerinnen die langen Tuturöcke des romantischen Balletts, getanzt wird zu Musik von Gabriel Fauré, zu Ausschnitten aus seinen Schauspielmusiken „Pelléas et Mélisande“ und „Shylock“. Der fließende Stil und das rein weibliche Corps de ballet erinnern an die zarten, schwebenden Wesen des romantischen Balletts, gleichzeitig huldigt Balanchine der Eleganz der Franzosen. Die Bilder und die Jagdhörner in Faurés elegischer Musik evozieren verzauberte Wälder, Nymphen, einsame Prinzessinnen und ihre Kavaliere.

Festspielhaus Baden-Baden / Emeralds by Natasha Razina © State Academic Mariinsky Theatre

Festspielhaus Baden-Baden / Emeralds by Natasha Razina © State Academic Mariinsky Theatre

Frech kippt danach „Rubies“ die Hüften nach vorne, die Ballerina fällt in einen Cakewalk und ihr Partner liefert sich mit seinen Freunden eine flotte Jagd, selbstbewusst thront eine Amazone über den Männern. Ironisch, flott und sexy ist der rote Mittelteil mit seinem kantigen Charme und seiner Broadway- Sinnlichkeit eine Liebeserklärung an das jazzige Amerika. „Rubies“ enthält das modernste Bewegungsvokabular der drei Stücke, passend zu den starken, synkopierten Rhythmen von Igor Strawinskys Capriccio für Klavier und Orchester. Die Kleidung der Tänzer ist rot, die Tutus sind auf die Kürze von Miniröcken geschrumpft.

Festspielhaus Baden-Baden / Emeralds by Valentin Baranovsky © State Academic Mariinsky Theatre

Festspielhaus Baden-Baden / Emeralds by Valentin Baranovsky © State Academic Mariinsky Theatre

Im majestätischen „Diamonds“ schließlich lässt George Balanchine den Glanz  des imperialen St. Petersburger Balletts von Marius Petipa wiederauferstehen, wozu natürlich Musik von Peter Tschaikowsky gehört. Zu dessen Dritter Sinfonie, genannt „Die Polnische“, steht ein stolzes Solistenpaar im Mittelpunkt, das rein klassisch choreografierte Stück endet mit einer prächtigen Polonaise des gesamten Ensembles. Die Damen tragen die geschmückten Tellertutus, die man aus „Dornröschen“ oder „Schwanensee“ kennt, „Diamonds“ führt auch die russische Ensemble-Hiercharchie in Vollendung vor, mit der Primaballerina als Königin des Abends. Natürlich liebt man in St. Petersburg diesen letzten Teil besonders, beschließt doch die russische Klassik triumphierend den Abend. Balanchine choreografierte alle drei einzelnen Stücke in seinem bekannten neoklassischen Stil, variierte aber die Bewegungen in Details und näherte sich so der Romantik, der jazzigen Moderne und der akademischen Klassik. Prisma- Formationen oder Reihungen wie eine Edelsteinkette zeigen das Juwelen-Thema auch direkt in den Schrittfolgen. Der Dreiklang der Farben, vom sanften Schein der Smaragde über das dunkle Feuer der Rubine bis zum strahlenden Glanz der Diamanten, spiegelt sich in der Ballett-Geografie ihres Choreografen: „Emeralds“ steht für Paris, „Rubies“ für New York und „Diamonds“ für St. Petersburg. „Jewels“ entstand 1967 mitten im Kalten Krieg und symbolisierte mit seinen drei Kulturen und drei Ballettschulen auch eine Entente Cordiale, eine getanzte Völkerverständigung. Das Mariinsky-Ballett übernahm das Stück 1999, sehr früh nach der Öffnung seiner zuvor stark sowjetisch geprägten Ballettästhetik. Seitdem gehört der Balanchine-Klassiker fest zum Repertoire der St. Petersburger Kompanie.

Weitere Informationen und Tickets: www.festspielhaus.de
Persönliche Beratung und Reservierungen: Tel. 07221 / 30 13 101

—| Pressemeldung Festspielhaus Baden-Baden |—


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