Mannheim, Nationaltheater Mannheim, NTM Bilanz: 1.067 Vorstellungen, 336.000 Besucher, IOCO Aktuell

Nationaltheater Mannheim

Nationaltheater Mannheim

Nationaltheater Mannheim © Hans Jörg Michel

Nationaltheater Mannheim © Hans Jörg Michel

 Nationaltheater Mannheim – Zahlen und Mehr

Steigende Auslastungszahlen – Abschied der Schauspielsparte unter Burkhard C. Kosminski – Große Erfolge von Oper, Tanz und Jungem NTM

Eine erfolgreiche Spielzeit geht am Nationaltheater Mannheim zu Ende, in der in allen vier Sparten zahlreiche künstlerische Erfolge sowie nach einer vorläufigen Auswertung (Stand 24. Juli 2018) eine Gesamtauslastung von 74 Prozent zu verzeichnen sind und damit ein Anstieg um vier Prozent im Vergleich zur Spielzeit 16/17 mit einer Auslastung von 70,12 Prozent.

Die Umsatzerlöse aus dem Kartenverkauf betragen rund 6,1 Mio. und sind damit um 0,4 Mio. höher als in der vorhergehenden Saison mit 5,7 Mio. Die Besucherzahlen stiegen insgesamt bei 1.067 Vorstellungen von 326.738 in der Saison 16/17 auf 336.809 in der nun zu Ende gehenden Spielzeit 17/18.

Die Sparte Schauspiel unter ihrem Intendanten Burkhard C. Kosminski, sein künstlerisches Team und Ensemble, verabschieden sich mit zahlreichen Erfolgsproduktionen, etwa Noah Haidles Für immer schön in der Regie von Burkhard C. Kosminski mit Ulrike Folkerts in der Hauptrolle oder Orwells 1984 (Regie: Georg Schmiedleitner), die Uraufführung paradies spielen (abendland. ein abgesang) in der Regie von Marie Bues wurde zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen, Thomas Köck, ehemaliger Hausautor am NTM, erhielt dafür den diesjährigen Mülheimer Dramatikerpreis. Gastspiele führten das Schauspiel nach Warschau, Bilbao, Subotica (Serbien), Hamburg, Weimar, Bozen, Siegen, Stuttgart und Ludwigsburg. Die Besucherzahlen lagen bei 384 Vorstellungen mit 96.112 auf konstant hohem Niveau und sind im Vergleich mit dem Vorjahr (abzüglich der Besucher der Schillertage) sogar um rund 3.000 gestiegen, obwohl die reine Spielzeit wegen der Übergabe an das nachfolgende Schauspielteam um zwei Wochen verkürzt war.

Die Oper zählte bei 304 Vorstellungen 187.523 Besucher, rund 24.000 mehr als in der Saison 16/17 sowie über 7.000 mehr als in der Saison 15/16 unter der vorhergehenden Intendanz. 25.391 Zuschauer besuchten die Konzerte der Musikalischen Akademie, 162.132 Besucher zählten allein die Opernvorstellungen, das bedeutet eine Auslastung von 75 Prozent.

NTM Mannheim Aschenputtel hier mit Ludovica Bello, Sophie Rennert, Cornelia Zink © Hans Joerg Michel

NTM Mannheim Aschenputtel hier mit Ludovica Bello, Sophie Rennert, Cornelia Zink © Hans Joerg Michel

Besonders beliebte und stets ausverkaufte Neuinszenierungen waren die Familienoper Aschenputtel (Regie: Cordula Däuper), Bellinis Norma (Regie: Markus Bothe) und der Björk-Oper Vespertine, die unter großer medialer Aufmerksamkeit an der Mannheimer Oper in der Regie von Hotel Pro Forma uraufgeführt wurde. Besonders begeistert aufgenommen wurden auch Lorenzo Fioronis Inszenierung von Monteverdis Die Krönung der Poppea sowie die konzertante Aufführung von Tschaikowsky Jolanthe. Händels Hercules erlebte ein umjubeltes Gastspiel beim Opernfestival in Mannheims polnischer Partnerstadt Bydgoszcz. Zum Saisonende verzeichnete außerdem das neu ausgerichtete Festival Mannheimer Sommer über 8.900 verkaufte Tickets sowie eine Gesamtbesucherzahl von rund 16.200 zuzüglich weiterer über 4.000 Zuschauer bei Schloss in Flammen in Schwetzingen.

Auch die Sparte Tanz konnte ihre Besucherzahlen steigern, von 24.351 in der vorangegangenen Spielzeit auf 29.551 in der Saison 17/18. Besonders erfolgreiche Produktionen waren Carmen (Choreografie: Yuki Mori) sowie der dreiteilige Abend Let’s Beat (Choreografie: Marco Goecke, Giuseppe Spota und Stephan Thoss). Die am Theater Heilbronn gefeierte Gastspielreihe mit fünf Vorstellungen von Gesicht der Nacht (Choreografie: Frank Fannar Pedersen und Stephan Thoss) brachte der Mannheimer Tanz-Sparte bereits eine Folge-Einladung mit Der Tod und das Mädchen (Choreografie: Stephan Thoss) ab Januar 2019 ein.

 NTM Mannheim / Let´s Beat Tanztheater hier das Ensemble © Hans Joerg Michel

NTM Mannheim / Let´s Beat Tanztheater hier das Ensemble © Hans Joerg Michel

Mit der Spielzeit 17/18 geht auch die erste Saison des Jungen NTM unter seiner neuen Intendantin Ulrike Stöck zu Ende. Insgesamt kamen zwölf Produktionen zur Premiere. Die Besucherzahl liegt bei 21.891 – wegen des späteren Spielzeitstarts Ende Oktober und des neu aufzubauenden Repertoires, was auch weniger Gastspieleinladungen zur Folge hat, konnte das Vorjahres-Niveau von 27.530 noch nicht erreicht werden. Beliebte Neuproduktionen waren etwa die Europäische Erstaufführung von Die Regeln des Sommers, die Uraufführung von Der Affe von Hartlepool, Romeo und Julia – The next generation und Pinocchio. Mit Die Konferenz der Vögel war das Junge NTM beim Festival Schöne Aussicht 2018 in Stuttgart vertreten. Die Produktion Der Bär, der nicht da war als Koproduktion mit Theater Marabu war zu fast allen wichtigen Kinder- und Jugendtheaterfestivals eingeladen, u.a. zum Westwind und der Spurensuche.

Das Junge NTM richtete außerdem selbst mit großem Medienecho das internationale Figurentheaterfestival Imaginale mit aus, war Gastgeber des erfolgreichen Festivals Junges Theater im Delta und setzte mit der Ausrichtung von Play_work in progress die erfolgreiche Tradition des Schultheaterfestivals am Jungen NTM fort.


NTM – Ausblick 2018/19

Die Spielzeit 2018/19 beginnt am Samstag, 15. September 2018 mit dem beliebten Theaterfest ab 15 Uhr.

Das Eröffnungswochenende des Schauspiels unter der neuen Intendanz von Christian Holtzhauer findet von 28. bis 30. September statt, u.a. mit der Uraufführung Der Elefantengeist von Lukas Bärfuss über Helmut Kohl, mit der deutschen Erstaufführung »Mitwisser« der Hausautorin Enis Maci, mit einer Neuinszenierung der Räuber sowie der ersten Produktion des neuen Stadtensembles, »Volksfest«, und der Videoinstallation

»21 – Erinnerungen ans Erwachsenwerden«

Die Theaterkasse ist von 13. bis 26. August geschlossen – ansonsten ist sie in den Theaterferien durchgängig geöffnet (Mo–Sa, 11–18 Uhr, telefonisch: Mo–Fr  10 –18 Uhr, Sa 10–13 Uhr).  Alle Vorstellungen im Opernhaus sind bereits im Vorverkauf.

Außerdem ist wieder ein Schnupperabo bereits ab 45 Euro erhältlich, das die Vorstellungen Don Giovanni (Oper), Die Räuber (Schauspiel) und Blaubarts Geheimnis (Tanz) enthält.

—| Pressemeldung Nationaltheater Mannheim |—

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Tannhäuser-Skandal: Chronologie, IOCO Aktuell, 13.05.2013

Mai 13, 2013 by  
Filed under Deutsche Oper am Rhein, IOCO Aktuell

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Deutsche Oper am Rhein

Düsseldorf Opernhaus © IOCO

Düsseldorf Opernhaus © IOCO

Freiheit der Kunst und Einsichten der Opernintendanz:
Unerklärliche Publikumsreaktion

 Presseveröffentlichungen  bis 13.5.2013 zum Rheinoper-Tannhäuser

4.5.2013: Rheinoper Düsseldorf: Premiere des Tannhäuser von Richard Wagner in der Inszenierung von Burkhard C. Kosminski

6.5.2013: IOCO Bericht über die Tannhäuser Skandal – Inszenierung, Auszug:

Victor Ullmann_ Opfer des NAZI - Völkermordes © IOCO

Victor Ullmann_ Opfer des NAZI – Völkermordes © IOCO

In der Ouvertüre sinken nackte Körper in einer gläsernen Gaskammer sterbend zu Boden. Im ersten Akt unterbricht die Musik, damit der SS-Armbinde tragende Tannhäuser deportierte polnische(?) Familien mit Pistole in Zeitlupentempo erschießen kann. Reichsadler, stramme Hitler-Grüße, gut sitzende SS-Uniformen, Gestapo-Schergen, Vergewaltigung, viel Blut und Marschformation runden eine Inszenierung ab, in welcher Kosminski das Unbequeme einer komplexen Tannhäuser-Komposition in Schablonen eigenen Denkens („Hitler eignet sich immer“) pferchte.

Doch das Publikum wehrt sich: Die Inszenierung wird unterbrochen von Zwischenrufen: „Aufhören“, „Skandal“, „Regisseur raus“ und schlimmeres; dazu lautes Türenknallen fliehender Besucher. Die Qualität von Dirigat und Gesang versanken in der beständigen Unruhe über die Inszenierung.

7.5.2015: Die Rheinoper erklärt: „Wir planen nicht, die Inszenierung abzusetzen“. Auch: „Die Deutung von Teilen des Publikums, die Inszenierung (NB. mit NAZI-Symbolen, Erschießung, Gestapo-Uniformen, Hakenkreuzen) gehe auf Kosten von Holocaust-Opfern, ist völlig verfehlt und abwegig. Wir können uns diese Deutung nicht erklären“……

8.5.2015: Die Rheinoper entscheidet, Tannhäuser nur noch konzertant:

Begründung der Rheinoper: Der Leitung der Deutschen Oper am Rhein war im Vorfeld der „Tannhäuser“-Inszenierung von Burkhard C. Kosminski bewusst, dass sein Konzept und die szenische Umsetzung durchaus kontrovers aufgenommen werden würden.

Mit allergrößter Betroffenheit reagieren wir jedoch darauf, dass einige Szenen, insbesondere die sehr realistisch dargestellte Erschießungsszene, für zahlreiche Besucher sowohl psychisch als auch physisch zu einer offenbar so starken Belastung geführt haben, dass diese Besucher sich im Anschluss in ärztliche Behandlung begeben mussten.

Nach Abwägen aller Argumente sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir eine solch extreme Wirkung unserer künstlerischen Arbeit nicht verantworten können. Ein völlig unverändertes Weiterspielen dieser Produktion ist uns vor diesem Hintergrund nicht möglich. Im intensiven Gespräch mit dem Regisseur Burkhard C. Kosminski haben wir die Möglichkeit der Abänderung einzelner Szenen diskutiert. Dies lehnt er aus künstlerischen Gründen ab. Selbstverständlich haben wir auch aus rechtlichen Gründen die künstlerische Freiheit des Regisseurs zu respektieren. Wir (NB: Die Rheinoper) haben uns daher entschieden, den „Tannhäuser“ ab dem 9. Mai konzertant aufzuführen.“

9.5.2015: Der BBC London:A controversial production of a Wagner opera at one of the major German opera houses has been cancelled (deutsch: wurde eingestellt) because of harrowing scenes (grauenvolle Darstellung) involving Nazis. The Rheinoper, based in Dusseldorf, said some of the audience had to seek medical help following early performances of Tannhauser. But the producer „refused“ to tone down the staging, set in a concentration camp during the Holocaust„.

13.5.2013: FAZ, Frankfurt, G. Stadelmaier: „…Dass ein Schauspielregisseur auch mal Oper machen will und, da er von Musik keine Ahnung hat, wochenlang darüber brütet, womit er Aufsehen oder Skandal erregen könnte…..ist normal. ....Dass aber ein Intendant eine Oper in seinem Hause…..einen Einfallspinsel wie Kosminski den Abendstern zum Abendquatsch degradieren lässt, darin liegt der eigentliche Skandal… 

13.5.2013: Der Spiegel, Hamburg, Interview Bukhard Kosminski: ..ist….“schockiert und sprachlos“, daß seine Inszenierung nur noch konzertant gespielt wird. „ich habe zehn Monate vor der Premiere …mein Konzept vorgelegt….Alle wußten, daß wir auf einen Abend voller Kontroversen zusteuern..“ Kritik / Aufruhr werde zumeist durch: „die besserwisserische Ignoranz von Menschen ausgeübt, von denen die meisten die Aufführung nicht kennen..“

Weitere konzertante Tannhäuser-Vorstellungen:  19.5.; 30.5.; 2.6.2013

—| IOCO Aktuell Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Tannhäuser nur noch konzertant, 09.05.2013

Mai 8, 2013 by  
Filed under Deutsche Oper am Rhein, Pressemeldung

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Deutsche Oper am Rhein

Düsseldorf Opernhaus © IOCO

Düsseldorf Opernhaus © IOCO

Wagners „Tannhäuser“ ab 9. Mai nur Konzertant

Der Deutschen Oper am Rhein war im Vorfeld der „Tannhäuser“-Inszenierung von Burkhard C. Kosminski bewusst, dass sein Konzept und die szenische Umsetzung durchaus kontrovers aufgenommen werden würden. Eine Pressemeldung der Deutsche Oper am Rhein

„Mit allergrößter Betroffenheit reagieren wir jedoch darauf, dass einige Szenen, insbesondere die sehr realistisch dargestellte Erschießungsszene, für zahlreiche Besucher sowohl psychisch als auch physisch zu einer offenbar so starken Belastung geführt haben, dass diese Besucher sich im Anschluss in ärztliche Behandlung begeben mussten.

Nach Abwägen aller Argumente sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir eine solch extreme Wirkung unserer künstlerischen Arbeit nicht verantworten können. Ein völlig unverändertes Weiterspielen dieser Produktion ist uns vor diesem Hintergrund nicht möglich. Im intensiven Gespräch mit dem Regisseur Burkhard C. Kosminski haben wir die Möglichkeit der Abänderung einzelner Szenen diskutiert. Dies lehnt er aus künstlerischen Gründen ab. Selbstverständlich haben wir auch aus rechtlichen Gründen die künstlerische Freiheit des Regisseurs zu respektieren.

Wir haben uns daher entschieden, den „Tannhäuser“ ab dem 9. Mai konzertant aufzuführen.

Gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit. Sofern ein Vorstellungsbesuch nicht gewünscht ist, kann im Vorfeld ein Umtausch der Karten erfolgen.“

—| Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—

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