Rudolstadt, Theater Rudolstadt, 225 Jahre Theater Rudolstadt, September 2018

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Theater Rudolstadt

225 Jahre  Theater Rudolstadt

Buntes Theaterfest, Filmkomödie „Schtonk!“, Starpianist und mehr

1793, vor 225 Jahren, öffneten sich während des Vogelschießens erstmals die Türen der Komödie am Anger in Rudolstadt. Kein Geringerer als Johann Wolfgang von Goethe ließ während der ersten Spielzeiten seine Truppe aus Weimar in der Saalestadt gastieren und versorgte das Publikum mit dem Neuesten und Aufregendsten, was das Theater seinerzeit zu bieten hatte. Mit Beginn dieser Saison gilt es, diese 225-jährige Geschichte des Theaters Rudolstadt zu feiern!

Theater Rudolstadt / Theater fest © Friederike Lüdde

Theater Rudolstadt / Theater fest © Friederike Lüdde

Am 9. September lädt das Theater ab 15 Uhr zu einem großen Eröffnungsfest unter freiem Himmel in den Park auf dem Platz der OdF ein. „Geschichte wird gemacht – es geht voran“ lautet der Slogan für einen bunten Nachmittag mit Programm auf mehreren Bühnen, bei dem es auch ein Wiedersehen mit bekannten Persönlichkeiten aus 225 Jahren Rudolstädter Theatergeschichte geben wird. Platzkonzerte der Thüringer Symphoniker, lustige Showeinlagen der Schauspieler, eine Versteigerung, Kinderschminken und mehr versprechen Spiel, Spaß und Unterhaltung für Groß und Klein. Auch für Speis und Trank ist gesorgt. „Rampenfieber III“ heißt es dann am Abend um 19.30 Uhr im Stadthaus. In einer einmaligen, improvisierten wie überraschenden Show offenbaren die Theatermitarbeiter ihre versteckten Talente oder geheimen Leidenschaften, welche sonst auf keiner Bühne Platz haben.

Theater Rudolstadt / Schtonk mit Seidensticker und Ostberg © Lisa Stern

Theater Rudolstadt / Schtonk mit Seidensticker und Ostberg © Lisa Stern

Schtonk!, die gefeierte deutsche Filmkomödie von Helmut Dietl und Ulrich Limmer, eröffnet am 22. September im Theater im Stadthaus den Premierenreigen. 1992 kam die Satire über den Skandal um die vermeintlichen Hitler-Tagebücher in der Hamburger Illustrierten Stern mit Stars wie Uwe Ochsenknecht und Götz George in die Kinos und wurde für den Oscar nominiert. Das Theater Rudolstadt bringt die Komödie als eines der ersten Häuser auf die große Bühne. Regie führt Reiner Heise (bekannt von „Es war nicht die Fünfte, es war die Neunte“). In den Hauptrollen spielen Markus Seidensticker und Marcus Ostberg.

Theater Rudolstadt / 1. Sinfonie KonzertLukas Vondracek © Irene Kim

Theater Rudolstadt / 1. Sinfonie Konzert Lukas Vondracek © Irene Kim

Eine Woche später gibt es beim 1. Sinfoniekonzert der Thüringer Symphoniker am 28. und 29. September im Meininger Hof Saalfeld die Virtuosität und Ausdruckskraft des Weltklassepianisten Lukás Vondrácek zu bestaunen. Der gebürtige Tscheche, der 2003 als 16-Jähriger bereits in der Carnegie Hall in New York zu hören war, gewann 2016 den Königin-Elisabeth-Wettbewerb in Brüssel, einer der Höhepunkte seiner glanzvollen Karriere. Im Meininger Hof Saalfeld interpretiert er das 3. Klavierkonzert d-Moll von Rachmaninow, das sogenannte „Elefantenkonzert“, mit welchem er in Brüssel Jury und Publikum gleichermaßen euphorisierte.

Neben diesen Höhepunkten stehen im September bereits weitere Aufführungen an. Ob Kinderliederkonzerte für die Kleinsten, „3käsehoch“, ein „Klassik Open Air“ in Bad Blankenburg, die beliebte Rateshow „MMM-Was bin ich?“ oder die erste Schminkkasten-Premiere „Der dressierte Mann“ – der erste Theatermonat gibt den Auftakt für eine vielfältige Jubiläumssaison mit nicht weniger als insgesamt 22 Premieren, 8 Sinfoniekonzerten und unzähligen weiteren Veranstaltungen.

Der Eintritt für das Theaterfest ist frei. Für alle anderen Veranstaltungen sind Karten an den üblichen Vorverkaufsstellen und telefonisch unter 03672/422766 erhältlich.

—| Pressemeldung Theater Rudolstadt |—

Gera, Theater und Philharmonie Thüringen, Oedipe von George Enescu, 13.04.2018

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Theater und Philharmonie

Theater und Philharmonie Thüringen / Oedipe - Kai Wefer (Theiresias) mit Sébastien Soulès (Oedipe) kniiend © Ronny Ristok

Theater und Philharmonie Thüringen / Oedipe – Kai Wefer (Theiresias) mit Sébastien Soulès (Oedipe) kniiend © Ronny Ristok

 OEDIPE von George Enescu

Theater&Philharmonie Thüringen bringt mit Oedipe die einzige Oper des genialen Rumänen George Enescu auf die Bühne. Atmosphärisch dicht und farbenprächtig erzählt Enescu einen großen Menschenmythos: die Geschichte des Ödipus von der Geburt bis zum Tod. Dieses 1936 in Paris uraufgeführte Meisterwerk geriet in den Schatten des II. Weltkriegs und wurde seither nur sehr selten aufgeführt, sodass ihm bis heute der verdiente Sprung ins Repertoire verwehrt blieb.

Premiere in Gera in der Regie von Generalintendant Kay Kuntze ist am 13. April um 19.30 Uhr im Großen Haus. Die musikalische Leitung hat Generalmusikdirektor Laurent Wagner. Für die Titelpartie wurde der Franzose Sébastien Soulès engagiert.

Die monumentale Komposition des Rumänen George Enescu (1881-1955) basiert auf den antiken Dramen Oedipus Tyrannos und Oedipus auf Kolonos von Sophokles, geht jedoch recht frei mit den Vorlagen um. So beginnt die Oper bereits bei Ödipus’ Geburt; eine besondere Bedeutung kommt auch dessen Begegnung mit der Sphinx zu. Oedipe gilt als das Meisterwerk Enescus. Die Oper, so der Komponist, muss „ihren Schwung behalten. Kein Pathos, keine Wiederholungen, kein unnötiges Geschwätz. Die Handlung muss sich schnell entwickeln.“ Quelle seines Kompositionsstils ist die Volksmusik seiner rumänischen Heimat. Dies manifestiert sich in einer ständig changierenden Melodie, Harmonie und Klangfarbe, die den Hörer von Anfang bis Ende einnimmt.

Theater und Philharmonie Thüringen / Oedipe - Sébastien Soulès (Oedipe) und Damen und Herren des Opernchors © Ronny Ristok

Theater und Philharmonie Thüringen / Oedipe – Sébastien Soulès (Oedipe) und Damen und Herren des Opernchors © Ronny Ristok

Ödipus ist der Enthüllungskrimi in der griechischen Mythologie: Ein Orakel verkündet, dass der Sohn des Lajos seinen Vater töten und seine Mutter heiraten wird. Die entsetzten Eltern lassen den Neugeborenen mit zusammengebundenen Füßen aussetzen. Er wird aber von einem Hirten gerettet und nach Korinth gebracht, wo er als Sohn des Königs aufwächst. Als Ödipus das Orakel von Delphi aufsucht, wird auch ihm das Schicksal geweissagt, den Vater zu töten und die Mutter zu ehelichen. Um dem zu entgehen, flieht er von seinen vermeintlichen Eltern aus Korinth und trifft dabei auf seinen leiblichen Vater Lajos, den er nach einem heftigen Streit im Kampf tötet. Er befreit Theben von der grausamen Sphinx und heiratet die Witwe des Lajos, seine Mutter, mit der er vier Kinder zeugt. Anzeichen verdichten sich, dass sich der einstige Orakelspruch erfüllt haben könnte. Unerbittlich forscht Ödipus nach der Wahrheit. Als er die Zusammenhänge begreift, sticht er sich die Augen aus. Mit seiner Tochter Antigone begibt er sich auf eine lange Wanderschaft…

Bühnenbild und Kostüme entwirft Duncan Hayler. Für die wissenschaftliche Beratung wurde der Archäologe Prof. Dr. Ulrich Sinn gewonnen. Es spielt das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera.

Oedipe George Enescu, Jokaste Béela Müller · Kreon Johannes Beck · Tiresias Kai Wefer · Hohepriester/ Phorbas/ Wächter Ulrich Burdack · Hirte Frank Ernst  · Laios Timo Rößner · Sphinx/ Merope Christel Loetzsch · Theseus Alejandro Lárraga Schleske · Antigone Miriam Zubieta · eine Thebanische Frau Pihla Terttunen (Mitglied des Thüringer Opernstudios)

Der Opern-, Kinder- und Jugendchor singt in der Einstudierung von Holger Krause. Es tanzt das Kinder- und Jugendballett von Theater&Philharmonie Thüringen.

OEDIPE von  George Enescu;  Premiere am 13. April 2018, weitere Vorstellungen: 21. April und 18. Mai 2018, jeweils 19.30 Uhr.


Sébastien Soulès wurde in Orléans (Frankreich) geboren und studierte Gesang am Conservatoire National Supérieur de Musique de Paris sowie an der Hochschule der Künste in Berlin bei Prof. Harald Stamm. Meisterkurse bei Walter Berry, Dietrich Fischer-Dieskau, Brigitte Fassbaender und Jose van Dam.

Zuletzt war er u. a. als Hidraot in Glucks Armide in Bern, als Der Mann von La Mancha (Don Quijote) in Biel, als Scarpia in Puccinis Tosca und als Golaud in Pélleas et Mélisande am neuen Opernhaus Linz, in der Titelpartie von Bergs Wozzeck am Theater Augsburg, als Kurwenal am Teatr Wielki Warschau sowie als Ruprecht in L´ange de Feu von Sergej Prokofiev in der Inszenierung von Silviu Purc?rete beim renommierten Opernfestival in Miskolc/Ungarn, Graf Homonay in Strauß ´ Der Zigeunerbaron bei den Festspielen Langenlois und in der UA Displace beim Festival Musiktheatertage Wien sehr erfolgreich.

Im Sommer 2016 war er als Orazio in der umjubelten Neuproduktion Amleto von Franco Faccio bei den Bregenzer Festspielen zu erleben (inkl. TV-Liveübertragung), wohin er 2017 als Zuniga in Carmen und als William Bankes in der UA To the lighthouse zurückkehrt. Weitere Pläne umfassen u.a. sein Debüt an der Oper Leipzig in Gounods Cinq-Mars sowie Kaspar in einer Neuproduktion Der Freischütz“ am Theater Baden.

2013/14 war er u. a.  in Schrekers Der Schatzgräber in Linz, als Figaro und Zuniga an der Volkoper Wien, als Escamillo an der Opera de Tours, als Mitterhofer in Elegie für junge Liebende von Henze in Wiesbaden, in der Uraufführung von Moby Dick in Warschau, sowie bei der Styriarte in Graz als Kaspar im Freischütz zu erleben.

In der Saison 2012/13 hatte Sébastien Soulès einen Residenzvertrag an der Volksoper Wien und debütierte in derselben Spielzeit als Fliegender Holländer in Hildesheim. Desweiteren sang er in der Uraufführung von Join bei den Wiener Festwochen. Außerdem gestaltete der Bariton die Rolle des Popolani (Barbe-Bleue, Offenbach) bei der Styriarte Graz unter Nikolaus Harnoncourt.

2011/2012 sang Soulès die Titelrolle in Friedrich Cerhas Baal in Wien und Konzerte mit einer Auswahl von Liedern aus Mahlers Des Knaben Wunderhorn mit dem Orchestra di Padova e del Veneto. In derselben Spielzeit debütierte der Bariton an der Volksoper Wien. Außerdem war er als Scarpia in Tosca in einer Produktion des Landestheaters Niederbayern und als Graf (Le Nozze di Figaro) beim Festival d’Antibes zu erleben.

2010/2011 hatte Sébastien Soulès großen Erfolg als Don Giovanni und als Marcello (La Bohème) am Opernhaus Halle, sowie als Albert in Massenets Werther am Theater Koblenz. Bei den Internationalen Maifestspielen in Wiesbaden sang er am Hessischen Staatstheater Wiesbaden den Humbert Humbert in der Uraufführung von Schedrins Lolita unter Marc Piollet in der Regie von Konstanze Lauterbach.

Sébastien Soulès ist Preisträger des Willi-Domgraf-Fassbaender-Wettbewerbs, München.

—| Pressemeldung Theater und Philharmonie Thüringen |—

München, Theater am Gärtnerplatz, Sanierung – Die Reise ins Unbekannte, IOCO Aktuell, 17.07.2012

Juli 17, 2012 by  
Filed under IOCO Aktuell, Staatstheater am Gärtnerplatz

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Staatstheater am Gärtnerplatz München

 Sanierung der Staatsoper am Gärtnerplatz
Intendant neu,  Ensemble entlassen, Strukturen zerbrochen

Staatstheater am Gärtnerplatz © Bernd Eberle

Staatstheater am Gärtnerplatz © Bernd Eberle

Sanierungsfall Staatsoper Unter den Linden, eingeschält 2012 © IOCO

Sanierungsfall Staatsoper Unter den Linden, eingeschält 2012 © IOCO

Theater in aller Welt müssen saniert werden. Verfall und Sicherheitsanforderungen sind meist die Auslöser. Die Berliner Staatsoper Unter den Linden stellt einen auffälligen Sanierungsfall dar. Der ursprüngliche Plan sah Sanierungskosten von €239 Mio vor. Darin nicht eingerechnet waren Investitionen in die Ersatzspielstätte Schiller Theater für € 27 Mio und gestiegene Betriebskosten. Sanierungsbeginn war Anfang 2010, die stolze Wiedereröffnung war für 2013 geplant. Daraus wird für längere Zeit wohl nichts. Starkregen und Pfahlbauten reichten, um die Planung zahlloser Experten zu zerstören. Neuer Eröffnungstermin der Staatsoper Unter den Linden ist nun, nach sechs Jahren Bauzeit, der Herbst 2015. Flüsterschätzungen der gesamten Sanierungskosten pendeln inzwischen bei € 500 Mio. Wann die Elbphilharmonie in Hamburg, Das schönste Steuergrab der Welt (Cicero), wieder eröffnet wird, weiß niemand. Zunächst sollte die 2007 begonnene Sanierung  € 77 Mio kosten und 2010 fertig sein. Mittlerweile liegen die Kostenschätzungen bei € 750 Mio. Als letzter Eröffnungstermin der Elbphilharmonie wird 2015 gehandelt, acht Jahre Bauzeit. Der Klang in der den neuen Räumen jedoch, so tröstet man, soll außergewöhnlich sein. Die Bühnen Köln (Theater und Oper) werden  zurzeit, unter großem Getöse und der fristlosen Entlassung des Intendanten Uwe Eric Laufenberg, für noch nicht widerrufene € 190 Mio. saniert. In solch pannenreichem Umfeld wundert man sich, zur Sanierung des Theater Heidelberg keine Tatarenmeldungen zu hören: Deren Zeitplan, August 2009 bis Oktober 2012 wurde weitgehend eingehalten. Am 24. November 2012 wird mit Tschaikowskys Mazeppa die neue Bühne ihre Jungfernfahrt antreten. Die ursprünglich geplanten Kosten stiegen, nur (!), von € 53 Mio auf € 60 Mio Dazu die unglaubliche Heidelberger Besonderheit: Die Theater-Sanierung wird von privater Seite mit € 16 Mio gestützt. Heidelberg, Du machst es besser. Heidelberg, Dir darf man gratulieren !

Köln / Oper unter Dauersanierung © IOCO

Köln / Oper unter Dauersanierung © IOCO

Theatersanierungen sind oft undurchsichtig, Reisen ins Unbekannte. Eine solch prekäre Reise tritt seit Mai 2012 auch das Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz an. Mit 180.000 verkauften Karten und einer Auslastung von 82% in der Spielzeit 2011/12  verzeichnet das Staatstheater am Gärtnerplatz in der Spielzeit 2011/12 einen Höhepunkt unter Intendant Ulrich Peters, einem Verfechter des Ensemble-Theaters.   Intendant Ulrich Peters verläßt das Haus mit dem Ende der Spielzeit. Der aus Klagenfurt kommende Nachfolger und Regie-Protagonist Josef Ernst Köpplinger hat als erste Tat die Zusammenarbeit mit 57 Mitarbeitern im künstlerischen Bereich (zumeist Dramaturgie, Ensemble) beendet, gewachsenes Theater KnowHow und Traditionen geschliffen (NB: als Köpplinger Nachfolger in Klagenfurt wurde mit Florian Scholz bewußt kein aktiv tätiger Regisseur gewählt, „das ist nicht mehr zeitgemäß, so der dortige Juryvorsitzender Ioan Holender„). Am Gärtnerplatztheater gehen die Uhren zukünftig anders: Produktionen der kommenden Spielzeiten werden in neuen Strukturen produziert u.a. mit Fremdensembles. In solche Logik passend, engagiert Köpplinger bereits in der seiner ersten Münchner Spielzeit seinen Freund, Daniel Prohaska, als Leopold in die kommende Im weißen Rössl  Produktion (s.u.). Unter der Intendanz von Ulrich Peters,   Ehefrau ist Sängerin, war die Beschäftigung „nahestehender“ Personen verrucht. Gärtnerplatztheater: Eine bayerische Institution mit farbiger, erfolgreicher Vergangenheit schwebt durch raue, nebulöse Gegenwart in eine künstlerisch ungewisse Zukunft.

Nun soll für geplante € 71 Mio das Staatstheater am Gärtnerplatz von Mai 2012 bis Herbst 2015 saniert werden. Große Defizite der Infrastruktur des historischen Theatergebäudes müssen dringlich behoben werden: Sanitäranlagen, Lüftungstechnik, Brandschutz, Integration der Probebühne, Eingangshalle, barrierefreier Zugang. Das Gärtnerplatz-Hinterhaus wird komplett entkernt. Der denkmalgeschützte Innenbau bleibt unverändert. Der Auszug aus dem Stammhaus ist seit Mai 2012 abgeschlossen. Büros wurden ausgelagert, In einer provisorischen Werkshalle auf dem Hofgelände werden Werkstätten, Schreinerei, Schlosserei etc angesiedelt. Während der Sanierung wird der Spielbetrieb in sieben Ausweichspielstätten verlagert: In ein Behelfszelt des Deutschen Theater, in das herrliche Cuvilliéstheater, die Alte Kongreßhalle, das wunderbare Prinzregententheater, die Reithalle und anderen. Los geht die Spielzeit 2012/13 mit ensuite Produktionen: Am 11. Oktober in Fröttmaning, im Zelt des Deutschen Theater mit 31 Vorstellungen von Im weißen Rössl  und  25. Oktober 2012 mit Don Pasquale von Gaetano Donizetti im Cuvilliéstheater (Details siehe link).

Der neue Intendant Josef Ernst Köpplinger muss, gleich Jürgen Flimm, seinem Pendant an der Berliner Staatsoper Unter den Linden, eher als Logistikmanager reüssieren denn als Kunst verkaufende Lichtgestalt. Was in Berlin nicht so recht gelingen will muß in München bis 2015 noch bewiesen werden. Doch, in Berlin hat man zumindest ein erprobtes Ensemble. Köpplinger setzt zunächst auf die Zerschlagung traditioneller Strukturen des Gärtnerplatztheater. Viele der künstlerisch gestaltenden Mitarbeiter wurden entlassen. Auch 82% Auslastung reichen Köpplinger offensichtlich nicht. Man grübelt, warum bei der heutigen hohen Auslastung künstlerische Ziele neu formuliert  werden. Auch hätten, wegen der langjährigen, komplexen Sanierungsphase des Theaters und sieben Interim-Spielstätten, die bestehenden, künstlerisch erfolgreichen Strukturen des Hauses nicht angetastet werden dürfen. Tempi passati.

Dem Gärtnerplatztheater und seinen verbliebenen  500 Mitarbeitern (Orchester, Bühnenarbeiter, Elektriker, Telefonie, Verwaltung etc) unter Josef Ernst Köpplinger stehen für Jahre sehr unruhige Zeiten bevor. Josef Ernst Köpplinger muss viel liefern: Logistische Höchstleistungen, Auslastung von deutlich mehr als 82%, Begeisterung, aber auch packende, neue Kunstformen; dem Gärtnerplatz-Theater ein wahrhaft neues Gesicht geben!  Anderes reduziert die von Köpplinger veranstaltete Aufruhr zu hohlem, krachledernem Theaterdonner, dem gelebte Tradition und 57 Mitarbeiter zu Opfer fielen.  IOCO / Viktor Jarosch / 17.07.2012

—| IOCO Aktuell Staatstheater am Gärtnerplatz |—

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