Frankfurt, Oper Frankfurt, Tamerlano – Georg Friedrich Händel, IOCO Kritik, 16.11.2019

November 16, 2019 by  
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Oper Frankfurt

Bockenheimer Depot © Staedtische Buehnen Frankfurt / PMG

Bockenheimer Depot © Staedtische Buehnen Frankfurt / PMG

Tamerlano –  Georg Friedrich Händel

 – ein aus der Zeit gefallener Möchtegern-Westernheld im Kulturkampf –

von Ljerka Oreskovic Herrmann

Georg Friedrich Händel Grabplatte in Westminster Abbey © IOCO

Georg Friedrich Händel Grabplatte in Westminster Abbey © IOCO

Dieser Tamerlano ist nicht blutrünstig, nur bisweilen komisch und hat mit der historischen Figur des Timur Leng (1336-1405) nur wenig gemein. Während bei Christopher MarloweShakespeares gleichaltrigen und zunächst berühmteren Zeitgenossen – der gewalttätige Machtmensch ungeschönt gezeigt wird, hat sich Georg Friedrich Händel für eine andere Version entschieden und am Ende das Gewicht zugunsten Bajazets verlagert. Der Text von Nicola Francesco Haym geht auf die Libretti von Agostino Piovene (Tamerlano, 1711) und Ippolito Zanelli (Il Bajazet, 1719) zurück, diese wiederum bedienten sich bei der Tragödie Tamerlan ou La Mourt de Bajazet (1675) von Jacques Pradon.

Tamerlano von Georg Friedrich Händel feierte 1724 ihre Uraufführung am King’s Theatre Haymarket in London. Es war eine auf italienisch gesungene Tragödie um Macht, Hass, Liebe, Enttäuschung und Tod; wie so oft bei Händel wird das ganze menschliche Leben verhandelt, verpackt in einnehmender Musik, die einen nicht mehr loslässt. Dass muss der Regisseur R.B. Schlather – die Inszenierung für die Oper Frankfurt im Bockenheimer Depot war sein Europadebüt – ebenso empfunden haben und befürchtete wohl, der Sogwirkung von Händels Werk ausgeliefert zu sein, so dass er kurzerhand das 28 Personen zählende Orchester in einen Käfig steckte. Natürlich gibt es auch einen inszenatorischen Sinn dahinter: Tamerlano ist ein  amerikanischer Cowboy, wohl auch Kulturbanause und so hält er die Musiker und Musikerinnen wie Gefangene, denn er besitzt den Schlüssel zu diesem Gefängnis, ohne ihn kommen sie weder rein noch raus. Demütigung ist bei ihm Programm – und als Verweis zu Guantánamo gedacht. Sein gefangengenommener Feind, der Osmane Bajazet dagegen, vom Regisseur als europäische Kontrastfigur beschrieben, trägt zunächst einen edlen grauen Anzug, während seine Tochter Asteria im Jogging-Kapuzen-Outfit bereits an einen Häftling erinnert. Mit Waffen wird diese Feindschaft nicht mehr ausgetragen, sie gleicht eher einem (bösen) Spiel, Kultur- oder Sport-Wettkampf, der zwischen der einen und der anderen Seite des Atlantiks ausgefochten wird und wofür die Startnummern auf den Kostümen der Protagonisten um Tamerlano herum zeugen.

Oper Frankfurt / Tamerlano - hier : vl Brennan Hall als Andronico, Elizabeth Reiter als Asteria, Liviu Holender als Leone; im Käfig das Frankfurter Opern- und Museumsorchester © Monika Rittershaus

Oper Frankfurt / Tamerlano – hier : vl Brennan Hall als Andronico, Elizabeth Reiter als Asteria, Liviu Holender als Leone; im Käfig das Frankfurter Opern- und Museumsorchester © Monika Rittershaus

Tamerlano kann eigentlich nur verlieren, denn „Macht“ ist bei ihm allenfalls noch in seinem Peitsche-schwingenden Auftritt zu spüren, ansonsten ist er eher ein aus der Zeit gefallener Möchtegern-Westernheld mit Schnauzer. Er kann die Machopose nur noch übertreiben – der später eingesetzte Baseballschläger vermag ebenso wenig die kulturelle oder sportliche Überlegenheit belegen –, aber auch ein lächerlicher Tyrann ist zu menschenverachtender Erniedrigung fähig, denn die  Regeln in diesem Schaukampf bestimmt immer noch Tamerlano. Seine grotesken Auswüchse – mal nimmt er im Publikum Platz oder verteilt Bierdosen – sorgen selbstverständlich für gehörige Lacher und wie sie der Countertenor Lawrence Zazzo verkörpert, zugleich schöne Koloraturen singend und dabei sich selbst ein bisschen karikierend, zeigt meisterliches Können. Ihm gegenüber – nicht nur gesanglich – steht Asteria, Bajazets Tochter, mit gehöriger Wut und unbeugsamen Willen, gewillt diesem Unmenschen entgegenzutreten. Das widerwillige Anziehen eines in ihren Augen unwürdigen Brautkleids, schwarze Cowboystiefel trägt sie bereits, die mit voller Wucht gesungene Rebellion und zugleich verzweifelt-betörende Suche nach Nähe zum Vater wird von Elizabeth Reiter überragend gesungen und gespielt; eine Darbietung auf unübertrefflichem Niveau.

Ihre Uneinigkeit mit dem Vater, wie dem Tyrannen zu begegnen sei, wird durch den Konflikt des ebenfalls in Haft gehaltenen Geliebten Andronico noch gesteigert. Ihre wechselseitigen Beschuldigungen am Verrat des jeweils anderen verstärken den Eindruck der Tragödie und der – auch räumlichen – Ausweglosigkeit. So wie Asteria einwilligt Tamerlano zu heiraten, weil sie sich von Andronico hintergangen fühlt, doch zum Anziehen des Brautkleids von Tamerlano gezwungen werden muss, so muss sich auch Andronico ein Football-Outfit überstreifen und anstelle Tamerlanos als Bräutigam vor Irene auftreten. Brennan Halls Altus und seine zurückgenommene Haltung schaffen einen eindringlichen Kontrast zu Tamerlanos Exaltiertheit.

Oper Frankfurt / Tamerlano - hier : vorne Lawrence Zazzo als Tamerlano © Monika Rittershaus

Oper Frankfurt / Tamerlano – hier : vorne Lawrence Zazzo als Tamerlano © Monika Rittershaus

Irene – von der Mezzosopranistin Cecelia Hall als furchtlose Frau trefflich gesungen – wiederum ist die eigentliche Braut Tamerlanos, an der er aber kein Interesse zeigt. In ihrem Glitzer-Jumpsuit passt sie tatsächlich besser zum Manipulator und mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein ausgestattet, ist sie nicht bereit, von Tamerlano zu lassen. Der Wärter Leone führt sie indes als Vertraute Irenes bei seinem Dienstherrn ein: Dann soll sie dafür sorgen, dass er kein Gefallen mehr an Asteria findet, und er wird Irene heiraten – so einfach geht das verachtende Spiel bei Machtmenschen. Leone, Liviu Holender stellt ihn als beobachtenden und verständigen, aber zurückhaltenden Mann dar und immer zur rechten Zeit zur Stelle, wird selbst zum Akteur in diesem bösen Spiel. Er trägt übrigens einen blauen Kittel mit der Aufschrift „Crew“, wie alle (wirklichen) Mitarbeiter des Bockenheimer Depots an diesem Abend, was ihn spätestens, wenn er seinen gut geführten Bariton erklingen lässt, aus diesem Kreis wieder heraushebt (Kostüme: Doey Lüthi). So wie ein Kleidungsstück über die wahren Absichten eines Protagonisten täuschen soll, so enthüllen sie zugleich den Zustand einer Figur: Bajazet trägt inzwischen orange Häftlingskleidung, in der er noch kurz vor seinem Tod von Tamerlano besudelt und erniedrigt wird. Es sind die äußeren, optischen Zeichen, die Regisseur R.B. Schlather bei seiner Deutung dieser Geschichte betont. Und auch Tamerlano wird dabei nicht verschont werden.

Die Ereignisse überstürzen sich. Bajazet sieht angesichts Asterias Entschluss Tamerlano zu heiraten nur noch im Selbstmord einen Ausweg und fordert seine Tochter auf, ebenfalls Gift zu nehmen, um sich vor Tamerlanos Übergriffen zu retten. Asteria, die diesen in der Hochzeitsnacht zu töten beabsichtigte, lässt davon ab, und endlich bekennt sich Andronico zu ihr, was Tamerlanos Wutanfall und ihre weitere Demütigung zur Folge hat. Sie nimmt das Gift nicht, sondern mischt es in Tamerlanos Getränk, wird dabei von Irene beobachtet – und diese ergreift die Gunst des Augenblicks: Sie warnt Tamerlano und gibt ihre wahre Identität zu erkennen. Noch kann Tamerlano seine Macht vollends ausspielen: Er verlangt von Andronico und Bajazet davon zu trinken. Asteria will ihnen zuvorzukommen, wird jedoch von ihrem Geliebten daran gehindert.

Den Selbstmord Bajazets kann Tamerlano aber nicht verhindern, und seine „Pose“ hat bereits gelitten: den aufgeklebten Schnurrbart, sein Symbol der Männlichkeit und Macht, hat er zuvor abgerissen. Nun muss er Bajazets letzten Kraftakt, vor dem wahrhaftigen und auch musikalischen Aushauchen, ertragen, und was dieser an Verwünschungen ausstößt, hat es in sich: „Um dich Ungeheuer zu quälen und zu zerreißen, will ich selbst die schlimmste Furie der Hölle sein.“ („Per tormentar, per lacerar quel mostro io sarò la maggior furia d’averno“, lautet es im italienischen Original). Bajazets Sterbeszene stellt der belgische Tenor Yves Saelens so intensiv, vokal und darstellerisch berührend dar, dass selbst ein herzloser, breitbeiniger Fake-Cowboy davon nicht unverschont bleibt und dem nichts mehr entgegenzusetzen hat. Vor dem Tod verblasst jede noch so machtvolle Gestalt, und dies lässt die Geschichte, die R.B. Schlather in eine heutige Zeit transferiert hat, am Ende doch noch aufgehen. Es ist aber vor allem ein Verdienst der Solisten, die durch ihre Darstellung das Konzept umsetzen und gesanglich bis zum Schluss grandios tragen.

Oper Frankfurt / Tamerlano - hier : vorne Elizabeth Reiter als Asteria © Monika Rittershaus

Oper Frankfurt / Tamerlano – hier : vorne Elizabeth Reiter als Asteria © Monika Rittershaus

Dass Tamerlano das Orchester in einem Käfig „hält“ ist ziemlich gewöhnungsbedürftig, wenn auch in der Lesart dieser Inszenierung konsequent. Der ganze Raum ist ein weiß umrandetes Gefangenenhaus, es gibt praktisch für niemanden ein Entkommen (Bühnenbild: Paul Steinberg) und das Licht ist meistens neon-grell, wie es sich für so einen Ort gehört (Licht: Marcel Heyde). Auf der rechten Seite befindet sich das Frankfurter Opern- und Museumsorchester, allerdings nicht zum Publikum gewandt. Karsten Januschke, der musikalische Leiter der Produktion, besticht auch durch körperlichen Einsatz: Wie ein Vortänzer, an barocke Orchesterleiter erinnernd, peitscht er das Ensemble an, doch auch Innigkeit erzeugt er mit seinem z.T. auf alten Instrumenten wie Laute, Barockgitarre und Chalumeau oder auch Blockflöte spielendem Orchester – etwa bei dem von gegenseitigen Enttäuschungen geplagten Liebespaar Andronico und Asteria oder in der Sterbeszene von Bajazet. Wer den Wettkampf der Kulturen für sich entschieden hat, ist nicht eindeutig auszumachen, ganz sicher lässt sich jedoch festhalten, dass zwar das Orchester eingesperrt werden kann, aber allen Gitterstäben zum Trotz der herrliche Klang seine betörende Wirkung zu verströmen vermag.

Für sein Europadebüt erhielten R.B. Schlather und sein Team einhelligen Applaus, übertroffen wurde er allerdings von dem für die Mitwirkenden und dem „befreiten“ Orchester

Tamerlano – Bockenheimer Depot, Frankfurt: die weiteren Termine 16.11.; 20.11.; 22.11.; 24.11.2019

–| IOCO Kritik Oper Frankfurt |—

Frankfurt, Oper Frankfurt, IDOMENEO – Wolfgang Amadeus Mozart, 31.08.2019

August 27, 2019 by  
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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

  IDOMENEO – Wolfgang Amadeus Mozart

Wiederaufnahme: Samstag, 31. August 2019, 19.00 Uhr, weitere Vorstellungen: 7., 15. 27. September 2019

Mit Idomeneo von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) gab Jan Philipp Gloger, mittlerweile Schauspieldirektor am Staatstheater Nürnberg, sein Hausdebüt an der Oper Frankfurt. Nach der Mozart-Premiere am 17. März 2013 konnte man in der Neuen Musikzeitung (www.nmz.de) lesen: „Uneingeschränkter Jubel für den Mythos von Gestern und seine bestürzende Gültigkeit für Heute.“ Wie Krieg und der Wille zur Macht das Handeln von Menschen beeinflussen, kann man in Glogers Inszenierung besonders an der Titelfigur exemplarisch beobachten.

Oper Frankfurt / Idomeneo - Idomeneo und Neptun © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Idomeneo – Idomeneo und Neptun © Barbara Aumüller

Idomeneo, König von Kreta, entkommt auf seiner Rückkehr aus dem Trojanischen Krieg nur knapp einem Seesturm, indem er in seiner Not dem Meeresgott Poseidon ein Opfer verspricht: Der erste Mensch, dem er am Strand begegnet, soll für seine Errettung sterben. Das Schicksal will es, dass ihm ausgerechnet sein eigener Sohn Idamante freudig entgegentritt. Der zwischen zwei Frauen – der trojanischen Prinzessin Ilia und Agamemnons Tochter Elektra – stehende, unwissende junge Mann kann sich die Ablehnung des unglücklichen Vaters nicht erklären. Erst nachdem er von dem Schwur erfährt, beginnt er zu verstehen. Als Poseidon ein Meeresungeheuer schickt und damit auf Erfüllung des Eides drängt, ist Idamante bereit, für sein Volk zu sterben. Daraufhin hat der Gott ein Einsehen. Dessen Forderung, Idamante den Thron zu überlassen, gibt Idomeneo nach – das Volk ist gerettet.

Die zweite Wiederaufnahme der Produktion aus der Spielzeit 2012/13 wartet mit einer Reihe von Neubesetzungen auf: Dirigent Rasmus Baumann ist seit 2014 Generalmusikdirektor am Musiktheater im Revier Gelsenkirchen und war hier zuletzt 2017/18 für die Wiederaufnahme von Barbers Vanessa zu Gast. Die Titelpartie des Idomeneo übernimmt der junge deutsche Tenor Attilio Glaser, seit 2016 Ensemblemitglied der Deutschen Oper Berlin. An der Oper Frankfurt debütierte er 2017/18 als Massenets Werther und wird im April 2020 als Wilhelm Meister in Ambroise Thomas’ Mignon (konzertant) hierher zurückkehren. Alle weiteren Neubesetzungen stammen aus dem Ensemble sowie dem Opernstudio der Oper Frankfurt:

Idomeneo – Einführung in die Frankfurter Produktion
youtube Trailer Oper Frankfurt
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Die amerikanische Mezzosopranistin Cecelia Hall (Idamante) verkörperte hier kürzlich Marguerite in Berlioz’ La Damnation de Faust, während die aus Rumänien stammende Sopranistin Florina Ilie (Ilia) u.a. als Valencienne in Lehárs Die lustige Witwe zu erleben war. Ambur Braid (Elektra) erstaunte kürzlich mit den halsbrecherischen Koloraturen der Scintilla in Madernas Satyricon im Bockenheimer Depot. (link HIER!) Im März 2020 wird die kanadische Sopranistin Strauss’ Salome im Rahmen einer Frankfurter Neuproduktion verkörpern. Der amerikanische Tenor Michael Porter (Arbace) gab jüngst seinen ersten Liederabend im Rahmen der hochkarätig besetzen Reihe der Oper Frankfurt. Sein Landsmann Michael McCown (Oberpriester des Neptun) war kürzlich Mastro Trabuco in Verdis La forza del destino. Der südkoreanische Bass Kihwan Sim singt in der ersten Vorstellung der Serie am 31. August 2019 Die Stimme, anschließend übernimmt diese Partie sein österreichisch-neuseeländischer Fachkollege Anthony Robin Schneider.

Musikalische Leitung: Rasmus Baumann, Inszenierung: Jan Philipp Gloger, Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Caterina Panti Liberovici, Bühnenbild: Franziska Bornkamm
Kostüme: Karin Jud, Licht: Jan Hartmann, Chor: Tilman Michael, Dramaturgie: Zsolt Horpácsy

Idomeneo: Attilio Glaser, Idamante: Cecelia Hall, Ilia: Florina Ilie, Elektra: Ambur Braid
Arbace: Michael Porter, Oberpriester des Neptun: Michael McCown, Die Stimme: Kihwan Sim / Anthony Robin Schneider, Neptun: Volodymyr Mykhatskyi, Chor und Statisterie der Oper Frankfurt; Frankfurter Opern- und Museumsorchester

Idomeneo Wiederaufnahme: Samstag, 31. August 2019, 19.00 Uhr, weitere Vorstellungen: 7., 15. 27. September 2019

(Oper für Familien, 18.00 Uhr; pro Erwachsenen-Kaufkarte maximal drei Tickets für Kinder und Jugendliche bis einschließlich 18 Jahre gratis, empfohlen ab 8 Jahren), 22. (18.00 Uhr), 27. September 2019 Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.00 Uhr

—| Pressemeldung Oper Frankfurt |—

Frankfurt, Oper Frankfurt, RADAMISTO – Georg Friedrich Händel, 25.08.2019

August 21, 2019 by  
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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

RADAMISTO  –  Georg Friedrich Händel

Text Nicola Francesco Haym nach Domenico Lalli

 OPER FRANKFURT, großes Haus – 25. August 2019 19.00 Uhr – Wiederaufnahme

Oper Frankfurt / Radamisto © Barbara Aumueller

Oper Frankfurt / Radamisto © Barbara Aumueller

Am 3. April 2016 feierte Radamisto von Georg Friedrich Händel (1685-1759) in der Inszenierung von Tilmann Köhler im Bockenheimer Depot seine Frankfurter Erstaufführung. Wie bereits 2012/13 bei Köhlers Sicht auf Händels Teseo im Rahmen seines ebenfalls im Depot erfolgten Opern- und Frankfurt-Debüts zu beobachten war, sprang auch hier der Funke sofort aufs Publikum über. Und so war seinerzeit in der Frankfurter Neuen Presse zu lesen: „Tilmann Köhler heißt der junge Schauspielregisseur, dem jetzt im Bockenheimer Depot mit einfachen Mitteln Großes gelingt: Wache Personenregie, sparsame, aber wirkungsvoll eingeblendete Kriegsvideos und die richtige Prise Galgenhumor – schon wird aus Händels posenanfälliger Oper ein dichtes Kammerspiel erster Güte.“

Die musikalische Leitung lag seinerzeit bei Solorepetitor Simone Di Felice, der dem Haus mittlerweile seit 2017/18 als Kapellmeister verbunden ist. „Das Publikum beschränkt sich nicht aufs Klatschen, sondern feiert Ensemble und Orchester unter Leitung von Simone Di Felice mit heftigem Getrampel“, attestierte der Kritiker des Wiesbadener Kurier. Und auch der Sänger der Titelpartie wurde bejubelt: „Countertenor Dmitry Egorov (…) ist ein beeindruckend virtuoser Interpret der anstrengenden Titelpartie, die Händel dem legendären Kastraten Senesino anvertraut hatte“ (Allgemeine Zeitung Mainz). So trifft es sich gut, dass sowohl der Dirigent als auch der Sänger der Titelpartie bei der ersten Wiederaufnahme der Produktion aus der Spielzeit 2015/16 wieder mit dabei sind – diesmal jedoch im Opernhaus, in das die Inszenierung übernommen wird.

Oper Frankfurt / Radamisto © Barbara Aumueller

Oper Frankfurt / Radamisto © Barbara Aumueller

Zum Inhalt: Der armenische König Tiridate ist unsterblich in Zenobia, Gemahlin des thrakischen Prinzen Radamisto, verliebt. Aus diesem Grund hat er seine eigene Frau Polissena, die Schwester Radamistos, verstoßen und Thrakien den Krieg erklärt. In dessen Verlauf gedenkt er nicht nur das Land, sondern auch die Angebetete zu erobern. Doch Zenobia weist ihn zurück – zu groß ist ihre Liebe zu Radamisto. Ähnlich fühlt Polissena: Trotz zahlreicher Demütigungen des Tyrannen steht sie unverbrüchlich zu ihm und rettet ihm sogar mehrfach das Leben. Die Treue der Frauen trotzt also jeder Gewalt. Als Tiridate merken muss, dass ihn sein Kriegsglück verlassen hat, gibt er vor, sowohl auf Thrakien als auch auf Zenobia zu verzichten und zu Polissena zurückkehren zu wollen…

Während auch die Ensemblemitglieder Kihwan Sim (Tiridate) und Kateryna Kasper (Tigrane) sowie Gast-Countertenor Vince Yi (Fraarte) wie in der Premiere besetzt sind, gibt es zudem einige neue Namen zu verkünden: So kehrt Jenny Carlstedt, bis 2015/16 Frankfurter Ensemblemitglied, als Polissena gastweise an ihr ehemaliges Stammhaus zurück. Neu in der Produktion sind zudem die aktuellen Ensemblemitglieder Zanda Švede (Zenobia) und Božidar Smiljanic (Farasmane).

Musikalische Leitung: Simone Di Felice, Inszenierung: Tilmann Köhler, Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Benjamin Cortez, Bühnenbild: Karoly Risz, Kostüme: Susanne Uhl
Licht: Joachim Klein, Video: Bibi Abel, Dramaturgie: Zsolt Horpácsy

Radamisto: Dmitry Egorov, Zenobia: Zanda Švede, Polissena: Jenny Carlstedt, Tiridate: Kihwan Sim, Tigrane: Kateryna Kasper, Fraarte: Vince Yi, Farasmane: Božidar Smiljanic
Frankfurter Opern- und Museumsorchester

Wiederaufnahme: Sonntag, 25. August 2019, 19.00 Uhr; Weitere Vorstellungen: 1., 5., 14. September, 29. (18.00 Uhr) Dezember 2019, 4., 12. (15.30 Uhr), 18. Januar 2020

 Karten sind bei unseren bekannten Vorverkaufsstellen, im Telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 oder online unter www.oper-frankfurt.de erhältlich.

—| Pressemeldung Oper Frankfurt |—

Frankfurt, Oper Frankfurt, HIGHLIGHTS – AUGUST / SEPTEMBER 2019

August 2, 2019 by  
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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

HIGHLIGHTS  IM AUGUST UND SEPTEMBER 2019

Otello –  Premiere, Sonntag, 8. September 2019

OTELLO –  Premiere / Frankfurter Erstaufführung
Dramma per musica in drei Akten von Gioachino Rossini
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Musikalische Leitung: Sesto Quatrini; Regie: Damiano Michieletto

Mitwirkende: Enea Scala (Otello), Karolina Maku?a (Desdemona); Theo Lebow (Jago),
Jack Swanson (Rodrigo), Thomas Faulkner (Elmiro Barberigo), Kelsey Lauritano (Emilia),
Hans-Jürgen Lazar (Doge), Michael Petruccelli (Lucio / Ein Gondoliere)

Weitere Vorstellungen: 12., 21., 29. (18.00 Uhr) September, 3. (18.00 Uhr), 12., 20. (15.30 Uhr; mit kostenloser Betreuung von Kindern zwischen 3 und 9 Jahren) Oktober 2019

Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr
Übernahme einer Produktion des Theater an der Wien, Premiere 19. Februar 2016 Preise: € 15 bis 165 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Oper Frankfurt / Otello - Enea Scala Tenor © Simon Pauly

Oper Frankfurt / Otello – Enea Scala Tenor © Simon Pauly

Am 4. Dezember 1816 kam Otello von Gioachino Rossini (1792-1868) im Teatro del Fondo in Neapel zur Uraufführung – und somit weder am ursprünglich vorgesehenen Aufführungsort noch zum eigentlich geplanten Premierentermin. Das Libretto stammt aus der Feder Francesco Maria Berios, dem Bearbeitungen der Shakespeare-Tragödie von Jean François Ducis und Giovanni Carlo Cosenza als Vorlagen dienten. Die erfolgreiche Oper fand bis zum Erscheinen von Verdis gleichnamigem Werk 1887 über Italien hinaus europaweite Verbreitung. Das Haus am Willy-Brandt-Platz beginnt mit Otello seine Reihe von Frankfurter Erstaufführungen dreier Werke Rossinis in der Spielzeit 2019/20.

Oper Frankfurt / Otello - Damiano Michieletto © Fabio Lovino

Oper Frankfurt / Otello – Damiano Michieletto Regie  © Fabio Lovino

Der venezianische Feldherr Otello wird nach seiner siegreichen Rückkehr aus Zypern in Venedig erwartet. Der Afrikaner ist heimlich mit Elmiros Tochter Desdemona verlobt. Auf diese hat jedoch auch Rodrigo, der Sohn des Dogen, ein Auge geworfen. Elmiro, der Otello ebenfalls feindlich gesinnt ist, verspricht Rodrigo die Hand seiner Tochter. Otello erscheint während der Trauung und macht seine Verlobung publik, woraufhin sich Desdemona der Heirat mit Rodrigo verweigert. Jago beschließt, die Hochzeit Desdemonas und Otellos zu verhindern: Durch eine Intrige gelingt es ihm, Otellos Eifersucht zu entfachen. Infolgedessen erdolcht der rachsüchtige Feldherr die Geliebte. Als Jagos Machenschaften ans Licht kommen, bereut Otello seine Tat und setzt auch seinem Leben ein Ende.

Die musikalische Leitung übernimmt Sesto Quatrini, derzeitiger Künstlerischer Leiter des Litauischen Nationaltheaters für Oper und Ballett in Vilnius. Der Italiener ist erstmals in Frankfurt zu Gast und dirigierte unlängst Offenbachs Coscoletto beim Festival della Valle d’Itria. Donizettis L’elisir d’amore wird den Maestro zu den Tiroler Festspielen Erl führen. Die 2016 in Wien entstandene Inszenierung stammt von dem Venezianer Damiano Michieletto und wird nun nach Frankfurt übernommen. Nach der Premiere am Theater an der Wien war im Kurier zu lesen: „Damiano Michieletto gelingt szenisch ein großer, in sich stimmiger Wurf.“ In der vergangenen Spielzeit stellte sich der international gefragte Opernregisseur mit Franz Schrekers Der ferne Klang am Main vor und eröffnete jüngst mit der Händel-Oper Alcina die Salzburger Pfingstfestspiele. Zu seinen Plänen zählt u.a. Donizettis Don Pasquale am Royal Opera House Covent Garden London. In Frankfurt wird seine Inszenierung in vollständig neuer Besetzung dargeboten: In der Titelpartie gibt der italienische Tenor Enea Scala sein Hausdebüt. Pirro in Rossinis Ermione führt den auch im Konzert- und Oratorienrepertoire beheimateten Sänger ans Teatro di San Carlo in Neapel. Ebenso gastiert sein amerikanischer Fachkollege Jack Swanson (Rodrigo) zum ersten Mal im Haus am Willy-Brandt-Platz. Conte Almaviva in Rossinis Il barbiere di Siviglia an der Santa Fe Opera gehört zu seinen aktuellen Aufgaben. Alle übrigen Partien, angeführt von Karolina Maku?a (Desdemona), Theo Lebow (Jago) und Thomas Faulkner (Elmiro Barberigo), sind mit Mitgliedern des Ensembles sowie des Opernstudios der Oper Frankfurt besetzt.


Oper Frankfurt / Radamisto - Zenobia und Radamisto © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Radamisto – Zenobia und Radamisto © Barbara Aumüller

Radamisto –  Sonntag, 25. August 2019  – Erste Wiederaufnahme

Oper in zwei Teilen von Georg Friedrich Händel,  In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln, Musikalische Leitung: Simone Di Felice; Regie: Tilmann Köhler

Mitwirkende: Dmitry Egorov (Radamisto), Zanda Šv?de (Zenobia), Jenny Carlstedt (Polissena), Kihwan Sim (Tiridate), Kateryna Kasper (Tigrane), Vince Yi (Fraarte), Božidar Smiljani? (Farasmane)

Weitere Vorstellungen: 1., 5., 14. September, 29. (18.00 Uhr) Dezember 2019, 4., 12. (15.30 Uhr), 18. Januar 2020

Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.00 Uhr, Preise: € 15 bis 105 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Am 3. April 2016 feierte Radamisto von Georg Friedrich Händel (1685-1759) in der Inszenierung von Tilmann Köhler im Bockenheimer Depot seine Frankfurter Erstaufführung. Wie bereits 2012/13 bei Köhlers Sicht auf Händels Teseo im Rahmen seines ebenfalls im Depot erfolgten Opern- und Frankfurt-Debüts zu beobachten war, sprang auch hier der Funke sofort aufs Publikum über. Und so war seinerzeit in der Frankfurter Neuen Presse zu lesen: „Tilmann Köhler heißt der junge Schauspielregisseur, dem jetzt im Bockenheimer Depot mit einfachen Mitteln Großes gelingt: Wache Personenregie, sparsame, aber wirkungsvoll eingeblendete Kriegsvideos und die richtige Prise Galgenhumor – schon wird aus Händels posenanfälliger Oper ein dichtes Kammerspiel erster Güte.“ Die musikalische Leitung lag seinerzeit bei Solorepetitor Simone Di Felice, der dem Haus mittlerweile seit 2017/18 als Kapellmeister verbunden ist. „Das Publikum beschränkt sich nicht aufs Klatschen, sondern feiert Ensemble und Orchester unter Leitung von Simone Di Felice mit heftigem Getrampel“, attestierte der Kritiker des Wiesbadener Kurier. Und auch der Sänger der Titelpartie wurde bejubelt: „Countertenor Dmitry Egorov (…) ist ein beeindruckend virtuoser Interpret der anstrengenden Titelpartie, die Händel dem legendären Kastraten Senesino anvertraut hatte“ (Allgemeine Zeitung Mainz). So trifft es sich gut, dass sowohl der Dirigent als auch der Sänger der Titelpartie bei der ersten Wiederaufnahme der Produktion aus der Spielzeit 2015/16 wieder mit dabei sind – diesmal jedoch im Opernhaus, in das die Inszenierung übernommen wird.

Oper Frankfurt / Radamisto - v.l.n.r. Farasmane, Tiridate und Zenobia © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Radamisto – v.l.n.r. Farasmane, Tiridate und Zenobia © Barbara Aumüller

Zum Inhalt: Der armenische König Tiridate ist unsterblich in Zenobia, Gemahlin des thrakischen Prinzen Radamisto, verliebt. Aus diesem Grund hat er seine eigene Frau Polissena, die Schwester Radamistos, verstoßen und Thrakien den Krieg erklärt. In dessen Verlauf gedenkt er nicht nur das Land, sondern auch die Angebetete zu erobern. Doch Zenobia weist ihn zurück – zu groß ist ihre Liebe zu Radamisto. Ähnlich fühlt Polissena: Trotz zahlreicher Demütigungen des Tyrannen steht sie unverbrüchlich zu ihm und rettet ihm sogar mehrfach das Leben. Die Treue der Frauen trotzt also jeder Gewalt. Als Tiridate merken muss, dass ihn sein Kriegsglück verlassen hat, gibt er vor, sowohl auf Thrakien als auch auf Zenobia zu verzichten und zu Polissena zurückkehren zu wollen…

Während auch die Ensemblemitglieder Kihwan Sim (Tiridate) und Kateryna Kasper (Tigrane) sowie Gast-Countertenor Vince Yi (Fraarte) wie in der Premiere besetzt sind, gibt es zudem einige neue Namen zu verkünden: So kehrt Jenny Carlstedt, bis 2015/16 Frankfurter Ensemblemitglied, als Polissena gastweise an ihr ehemaliges Stammhaus zurück. Neu in der Produktion sind zudem die aktuellen Ensemblemitglieder Zanda Svede (Zenobia) und Božidar Smiljani? (Farasmane).


IDOMENEO – Samstag, 31. August 2019 – Zweite Wiederaufnahme
 Dramma per musica in drei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Musikalische Leitung: Rasmus Baumann; Regie: Jan Philipp Gloger

Oper Frankfurt / Idomeneo - Idomeneo und Neptun © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Idomeneo – Idomeneo und Neptun
© Barbara Aumüller

Mitwirkende: Attilio Glaser (Idomeneo), Cecelia Hall (Idamante), Florina Ilie (Ilia),
Ambur Braid (Elektra), Michael Porter (Arbace), Michael McCown (Oberpriester des Neptun), Kihwan Sim / Anthony Robin Schneider (Die Stimme) u.a.

Weitere Vorstellungen: 7., 15. (Oper für Familien, 18.00 Uhr; pro Erwachsenen-Kaufkarte maximal drei Tickets für Kinder und Jugendliche bis einschließlich 18 Jahre gratis, empfohlen ab 8 Jahren), 22. (18.00 Uhr), 27. September 2019, Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.00 Uhr, Preise: € 15 bis 105 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Mit Idomeneo von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) gab Jan Philipp Gloger, mittlerweile Schauspieldirektor am Staatstheater Nürnberg, 2012/13 sein Hausdebüt an der Oper Frankfurt, nachdem 2012 seine Sicht auf Wagners Der fliegende Holländer bei den Bayreuther Festspielen herausgekommen war. Nach der Mozart-Premiere am 17. März 2013 konnte man im Darmstädter Echo lesen: „Gloger inszeniert die Geschichte von Idomeneo als packendes Psychodrama, dessen zerstörerische Kraft sich aus den Wunden der Vergangenheit herleitet.“ Und der Kritiker der Neuen Musikzeitung (www.nmz.de) konstatierte: „Uneingeschränkter Jubel für den Mythos von Gestern und seine bestürzende Gültigkeit für Heute.“ Wie Krieg und der Wille zur Macht das Handeln von Menschen beeinflussen, kann man in Glogers Inszenierung besonders an der Titelfigur exemplarisch beobachten.

Oper Frankfurt / Idomeneo - Idomeneo und Neptun © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Idomeneo – Idomeneo und Neptun © Barbara Aumüller

Idomeneo, König von Kreta, entkommt auf seiner Rückkehr aus dem Trojanischen Krieg nur knapp einem Seesturm, indem er in seiner Not dem Meeresgott Poseidon ein Opfer verspricht: Der erste Mensch, dem er am Strand begegnet, soll für seine Errettung sterben. Das Schicksal will es, dass ihm ausgerechnet sein eigener Sohn Idamante freudig entgegentritt. Der zwischen zwei Frauen – der trojanischen Prinzessin Ilia und Agamemnons Tochter Elektra – stehende, unwissende junge Mann kann sich die Ablehnung des unglücklichen Vaters nicht erklären. Erst nachdem er von dem Schwur erfährt, beginnt er zu verstehen. Als Poseidon ein Meeresungeheuer schickt und damit auf Erfüllung des Eides drängt, ist Idamante bereit, für sein Volk zu sterben. Ilia tritt daraufhin für den Geliebten ein, worauf der Gott ein Einsehen hat. Dessen Forderung, Idamante den Thron zu überlassen, gibt Idomeneo nach – das Volk ist gerettet.
Die zweite Wiederaufnahme der Produktion aus der Spielzeit 2012/13 wartet mit einer Reihe von Neubesetzungen auf: Dirigent Rasmus Baumann ist seit 2014 Generalmusikdirektor der Neuen Philharmonie Westfalen, dem Orchester des Musiktheaters im Revier Gelsenkirchen, und war hier zuletzt 2017/18 für die Wiederaufnahme von Barbers Vanessa zu Gast. Die Titelpartie übernimmt der junge deutsche Tenor Attilio Glaser, seit 2016 Ensemblemitglied der Deutschen Oper Berlin. Dort gehören zu seinen aktuellen Aufgaben Walther von der Vogelweide in Wagners Tannhäuser (auch an der Nationale Opera & Ballett Amsterdam), der Herzog von Mantua in Verdis Rigoletto (auch an der Wiener Staatsoper) und Cassio in Verdis Otello. Zu seinen Plänen gehören Da-Ud in Strauss’ Die ägyptische Helena und Narraboth in Strauss’ Salome an der Mailänder Scala. An der Oper Frankfurt debütierte er 2017/18 als Massenets Werther und wird im April 2020 als Wilhelm Meister in Ambroise Thomas’ Mignon (konzertant) hierher zurückkehren. Alle weiteren Neubesetzungen stammen aus dem Ensemble sowie dem Opernstudio der Oper Frankfurt: Die amerikanische Mezzosopranistin Cecelia Hall (Idamante) verkörperte hier kürzlich Marguerite in Berlioz’ La Damnation de Faust (Fausts Verdammnis), während die aus Rumänien stammende Sopranistin Florina Ilie (Ilia) u.a. als Valencienne in Lehárs Die lustige Witwe zu erleben war. Ambur Braid (Elektra) erstaunte kürzlich mit den halsbrecherischen Koloraturen der Scintilla in Madernas Satyricon im Bockenheimer Depot. Im März 2020 wird die kanadische Sopranistin Strauss’ Salome im Rahmen einer Frankfurter Neuproduktion verkörpern. Der amerikanische Tenor Michael Porter (Arbace) debütierte 2018 als Monostatos in Mozarts Die Zauberflöte bei den Salzburger Festspielen und gab jüngst seinen ersten Liederabend im Rahmen der hochkarätig besetzen Reihe der Oper Frankfurt. Sein Landsmann Michael McCown (Oberpriester des Neptun) sang kürzlich Mastro Trabuco in Verdis La forza del destino. Der südkoreanische Bass Kihwan Sim singt in der ersten Vorstellung der Serie am 31. August 2019 Die Stimme, anschließend übernimmt diese Partie sein österreichisch-neuseeländischer Fachkollege Anthony Robin Schneider, welcher kürzlich als Wirt des Gasthauses „Zum Schwan“ in Schrekers Der ferne Klang sein Frankfurt-Debüt gab.


Oper Frankfurt /Julietta - Julietta und Michel © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt /Julietta – Julietta und Michel © Barbara Aumüller

Freitag, 13. September 2019, um 19.30 Uhr im Opernhaus
Erste Wiederaufnahme
JULIETTA

Lyrische Oper in drei Akten von Bohuslav Martin?
In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Musikalische Leitung: Alexander Prior; Regie: Florentine Klepper

Mitwirkende: Juanita Lascarro (Julietta), Ian Koziara (Michel), Jonathan Abernethy, Iain MacNeil, Alexander Kiechle, Nina Tarandek, Magnús Baldvinsson, Judita Nagyová, Julia Moorman,
Kelsey Lauritano, Michael Petruccelli (verschiedene Bewohner des Städtchens)
Weitere Vorstellungen: 20., 28. September, 5. Oktober 2019
Alle diese Vorstellungen beginnen um 19.30 Uhr
Preise: € 15 bis 105 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Die vom Surrealismus inspirierte Oper Julietta des tschechischen Komponisten Bohuslav Martin? (1890-1959) feierte in der Regie von Florentine Klepper am 21. Juni 2015 Premiere an der Oper Frankfurt. Presse und Publikum zeigten sich der Produktion gegenüber aufgeschlossen, zumal das Werk relativ selten auf den Spielplänen der internationalen Opernhäuser zu finden ist. So schrieb etwa die Kritikerin des Darmstädter Echos: „Die verwickelte, mit vielen surrealen Episoden angereicherte Opernhandlung zwischen Illusion und Realität in der Schwebe zu halten, ist ein Balanceakt für die Regie. Florentine Klepper gelingt er deshalb so überzeugend, weil sie das Stück zu keinem Moment in neblige Traumwelten entgleiten lässt, sondern die inneren Konflikte mit messerscharfen Konturen herausarbeitet.“
Zum Inhalt: Michel, ein Buchhändler aus Paris, kehrt von Sehnsucht getrieben in eine kleine Stadt am Meer zurück, um ein Mädchen zu suchen, das er dort einst singen hörte. Die Einwohner der Stadt können ihm nicht helfen, da sie auf rätselhafte Weise ihr Gedächtnis verloren haben. Als Michel die Unbekannte namens Julietta schließlich findet, erhofft er sich Erklärungen für die verloren gegangenen Erinnerungen der Bewohner, doch auch sie kann ihm keine Antworten geben. Mehr und mehr wird Michel in die Welt ohne Vergangenheit hineingezogen…

Oper Frankfurt /Julietta - Michel und im Hintergrund Juliettal © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt /Julietta – Michel und im Hintergrund Juliettal © Barbara Aumüller

Der junge britische Dirigent und Komponist Alexander Prior ist Chefdirigent des kanadischen Edmonton Symphony Orchestra. Nun kehrt er für die Wiederaufnahme dieser Produktion aus der Spielzeit 2014/15 zurück an die Oper Frankfurt, wo er 2017/18 mit der ersten Wiederaufnahme von Verdis Rigoletto zu erleben war. Im Winter 2019 steht Dvo?áks Rusalka bei den Tiroler Festspielen in Erl in seinem Kalender. Die premierenbewährte Juanita Lascarro verkörpert erneut die Titelpartie. Der Kritiker der Neuen Musikzeitung (www.nmz.de) schrieb seinerzeit über das langjährige Ensemblemitglied der Oper Frankfurt: „Inmitten eines exquisiten Ensembles, das in verschiedene, skurril hübsche Rollen schlüpfte, war Juanita Lascarro eine wirklich verführerische Julietta.“ Zu ihren jüngsten Aufgaben 2018/19 gehören die Hanna Glawari in der Frankfurter Wiederaufnahme von Franz Lehárs Die lustige Witwe sowie die Verkörperung der gleichen Partie in einer Neuproduktion am Theater Heidelberg. Zuvor sang sie Giulietta in Offenbachs Hoffmanns Erzählungen am Theater Freiburg und wird 2019/20 in Frankfurt als Flotows Martha zu erleben sein. In Julietta ist nun der aus Chicago stammende Tenor Ian Koziara (Michel) Juanita Lascarros Partner. Das Mitglied des Lindemann Young Artist Development Program an der Metropolitan Opera erzielte kürzlich einen überragenden Erfolg als Fritz in Schrekers Der ferne Klang. Zu seinen aktuellen Aufgaben gehören Tenor / Bacchus in Strauss’ Ariadne auf Naxos und Torquemada in Ravels L’Heure espagnole an der Wolf Trap Opera in Virginia / USA. Die verschiedenen Bewohner des Städtchens werden überwiegend von Mitgliedern des Ensembles und des Opernstudios verkörpert. Dabei werden die premierenbewährten Sänger*innen Nina Tarandek, Magnús Baldvinsson und Judita Nagyová ergänzt durch die „Neueinsteiger*innen“ Jonathan Abernethy, Iain MacNeil, Alexander Kiechle, Julia Moorman, Kelsey Lauritano und Michael Petruccelli.


Oper Frankfurt / Liederabend - Jakub Józef Orli?ski -Countertenor © Jiyang Chen

Oper Frankfurt / Liederabend – Jakub Józef Orli?ski -Countertenor © Jiyang Chen

Dienstag, 3. September 2019, um 19.30 Uhr im Opernhaus
Liederabend
JAKUB JÓZEF ORLI?SKI, Countertenor
MICHAL BIEL, Klavier

Werke von Georg Friedrich Händel, Giuseppe Maria Orlandini, Giovanni Battista Bononcini,
Luca Antonio Predieri und Francesco Bartolomeo Conti sowie Karol Szymanowski, Tadeusz Baird
und Pawel ?ukaszewski
Preise: € 15 bis 95 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Er ist mit sicheren Schritten auf dem Weg, einer der großen Countertenöre unserer Zeit zu werden. Mit seiner betörenden Stimme hat der junge polnische Künstler Frankfurt einen unvergesslichen Rinaldo geschenkt. Überaus virtuos und glaubhaft führte er durch die emotionalen Höhen und Tiefen dieses verzweifelt liebenden Kriegers und überraschte mit atemberaubendem Körpereinsatz. Breakdance und Barock sind bei Jakub Józef Orli?ski alles andere als ein Widerspruch – sie sind die Freiheit des Hier und Jetzt. Kein Wunder, dass die Opernwelt auf dieses energiegeladene Talent blickt. Sein erstes Solo-Album Anima sacra stellte er gemeinsam mit dem Ensemble Il pomo d’oro auf einer ausgedehnten Europa-Tournee vor. Seit dem Studium in New York tritt er regelmäßig mit dem polnischen Pianisten Micha? Biel auf. Dass dabei nicht nur barockes Repertoire auf dem Programm steht, sondern auch der ein oder andere Sprung Richtung Gegenwart vollführt wird, lässt einen großartigen Frankfurter Liederabend erwarten.

Oper Frankfurt / Liederabend - Jakub Józef Orli?ski (Countertenor) und Micha? Biel (Pianist) ©Honorata Karapuda

Oper Frankfurt / Liederabend – Jakub Józef Orli?ski (Countertenor) und Micha? Biel (Pianist) ©Honorata Karapuda

Karten für die genannten Veranstaltungen sind bei unseren bekannten Vorverkaufsstellen, online unter www.oper-frankfurt.de oder im telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 erhältlich.

—| Pressemeldung Oper Frankfurt |—

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